70.000 Euro für einen Trauschein?
7. März 2011 von HannahLetztens sagte Sigmar Gabriel, er wolle das Ehegattensplitting abschaffen, aber nicht gleich, irgendwann mal. Von der FDP kam prompt die Antwort: Typisch, SPD will immer Steuern erhöhen.
Dann verebbte das Thema wieder – für mich unbegreiflich. Ich halte das Ehegattensplitting neben Zwangsabschiebungen und der Zusammenarbeit mit folternden Geheimdiensten für einen der größten Skandale unserer Republik.
(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de
Das Ehegattensplitting kettet Ehefrauen ans Haus. Immer wenn sie nach der Babypause eine kleine Stelle aufnehmen wollen, rechnen beide Ehepartner nach und stellen fest, dass durch mehr zu zahlende Steuern von dem schönen Geld fast nichts übrig bleiben würde. Kommen dann noch Kinderbetreuungskosten hinzu, wird die Erwerbsarbeit der Frau zum puren Luxus, weil sie mehr kostet als einbringt. Na, da ist es doch besser nicht zu arbeiten.
Das prangern zwar viele an. Aber so ein richtiger Aufreger ist das Thema für die Meisten nicht. Besonders unbegreiflich finde ich diejenigen, die das Ehegattensplitting verteidigen. Das sind doch in der Regel dieselben Leute, die Hartz IV-Empfänger dafür beschimpfen (dekadente Sozialschmarotzer), dass sie kühl nachrechnen, ob es sich lohnt arbeiten zu gehen. Bei Eheleuten fördern sie aber diese Haltung.
Ich habe also meine Mutter gefragt, die immer erzählt, dass sie schon 1977 gegen das Ehegattensplitting gekämpft hat. Sie hat auch für die Quote gekämpft, gegen den §218 und für mehr Kitas. Da war die Frauenbewegung einigermaßen erfolgreich. Beim Ehegattensplitting hat sich aber so gar nichts getan. Warum habt Ihr da nichts erreicht, Mama?
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