Einträge mit dem Tag ‘Ehe’


Lesben und Schwule in Ostberlin, Rassismus zu Halloween, Klage gegen Karl Lagerfeld – kurz verlinkt

30. Oktober 2013 von der Mädchenmannschaft

Beiträge auf Deutsch

Jeder sechste Mensch in Deutschland ist armutsgefährdet. Besonders betroffen sind Frauen und Alleinerziehende.

Filiz Demirova, eine Romni, berichtet bei radioeins über ihre Erfahrungen mit Alltagsrassismus.

Auch ein Leben mit einer schweren Erkrankung kann glücklich, lebenswert sein. Ein besonderes Beispiel hierfür ist Hannelore Setter gewesen, die am 10. Oktober im Alter von 79 Jahren in ihrem Krankenhausbett gestorben ist. 60 Jahre hatte sie dort verbracht.

Wie viel zählt das Leben eines geflüchteten Kindes in einem Asylbewerber*innenheim in Deutschland? Für viele anscheinend erschütternd wenig, wie Familie Petrovic auf bittere weise feststellen musste. Ihr Sohn Leonardo wäre vor zwei Jahren aufgrund der unterlassenen Hilfeleistung mehrerer Personen beinahe gestorben. Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage eingereicht.

In der Schweiz wird gerade ein diskriminierender Rückschritt diskutiert: ein explizites Ehe-Verbot für homosexuelle Paare.

Ein Mann zeigt Angestellten der Deutschen Bahn gegenüber Zivilcourage – und wird dafür von ihnen rassistisch beleidigt, weil er Schwarz ist. Später stellt sich heraus: Der Mann ist der Landtagsabgeordnete Daniel Mack. Und plötzlich tut der DB alles furchtbar leid.

“Out in Eastberlin” – ein neuer Kinofilm berichtet über das Leben homosexueller Personen in der DDR. Hier findet ihr den Trailer.

Ein blondes Kind lebt bei einer Roma-Familie – und sofort schreiben große europäische Medien von Kindesraub. Keno Verseck berichtet auf SPON von der Geschichte dieses antiromaistischen Ressentiments (siehe auch die englischsprachigen Links weiter unten).

Karl Lagerfeld äußerte sich mal wieder diskriminierend über dicke Menschen und insbesondere dicke Models und hat dafür nun – yeah! – eine Klage am Hals.

Hier könnt ihr für die Kampagne “Dritte Option” spenden.

Beiträge auf Englisch

Eine vermeintliche Kindesentführung durch ein Roma-Paar fand medial große Beachtung und Anteilnahme – anders als die  Fälle, in denen Kinder aus rassistischen Gründen gewaltsam von ihren Familien getrennt werden. Discipline and Anarchy schreibt über den rassistischen Bias in Entführungsdiskursen (siehe auch die deutschsprachigen Links weiter oben).

Sexualisierte Ausbeutung und Gewalt stellten einen Grundpfeiler des Systems der Sklaverei in den Staaten der heutigen USA (und sicher genauso anderswo) dar. Akiba Solomon bespricht für Colorlines, in wiefern der Film “12 Years A Slave”  einen wichtigen, oftmals vernachlässigten Teil der Geschichte der  rape culture offen legt.

Wäre es nicht so ernst im echten Leben, könnte man inzwischen von einem regelrechten Krimi sprechen:  Ein Gericht hat das geradezu gewaltsam durchgesetze Anti-Abtreibungsrechte-Gesetz in Texas für verfassungswidrig erklärt.

Vitamin W berichtet über das Fotoprojekt “Alone Time” von JJ Levine: Indem gezeigt wird, dass ein und derselbe Körper jegliches Geschlecht überzeugend verkörpern kann,  sollen herrschende Normvorstellungen über die zweigeschlechtliche Rollenverteilung in Frage gestellt werden.

Halloween steht vor der Tür und damit leider auch immer wieder Leute in Blackface oder Redface – wer nach wie vor nicht mitbekommen hat, das sowas rassistische Kackscheiße ist, geht ziemlich ignorant durchs Leben, hält Awesomely Luvvy fest. Inklusive praktischer Entscheidungsgrafik!

Queer-Gerechtigkeit bedeutet mehr als schwule weiße Männer, die mit ihren Beziehungen an die Öffentlichkeit gehen, erklärt Audrey bei Autostraddle.

Termine in Berlin, Mülheim an der Ruhr, Bochum und Bielefeld (mehr …)


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Heroische Frauen, mieser Journalismus – kurz verlinkt

10. Juli 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 197 von 243 der Serie Kurz notiert

Minna Salami schreibt auf Ms. Afropolitan über afrikanische Feminismen und ihre Geschichte (englischsprachig)

Der neue Wegbereiterinnen Kalender ist da! Der Wandkalender im Format DIN A 3 präsentiert auch in diesem Jahr zwölf aktive Frauen aus der Geschichte (PDF).

Zwei Musikerinnen des Pussy Riot-Kollektivs sind inkognito auf Tour. Die taz hat sie interviewt.

Laut dem Handelsblatt haben auch konservative Regierungsabgeordnete in Costa Rica für ein neues Ehe-Gesetz gestimmt – allerdings offenbar ohne sich den Text vorher genau durchzulesen, denn das Gesetz erlaubt auch lesbische und schwule Ehen.

Auch im deutschen Bundesrat standen dieser Tage spannende Themen auf der Agenda: erleichterter Zugang zur “Pille danach”, die Gleichbehandlung schwuler und lesbischer Ehen im Einkommenssteuerrecht und die Möglichkeit der vertraulichen Geburt.

Die Filmindustrie schließt Frauen systematisch aus, stellt nun auch die Süddeutsche Zeitung fest.

Der Sportjournalismus ist nicht viel besser: Angesichts des Wimbledon-Erfolgs von Tennisspieler Andy Murray war vielfach zu hören und zu lesen, dass dieser “seit 77 Jahren der erste britische Sieg” sei – was allerdings nur dann stimmt, wenn man die vier Tennisspielerinnen nicht mitzählt, die in dieser Zeit in Wimbledon gewonnen haben (englischsprachig).

Das superbe US-amerikanische Bitch Magazine macht auch diesmal wieder einige Artikel aus der Print-Ausgabe online zugänglich – darunter eine Kulturgeschichte des Phänomens Junggesellinnenabschied, eine Analyse der Diskussionen um den Feminismus von Popstar Beyoncé und der Erklärung, warum Fett ein queeres und feministisches Thema ist. Welche_r es sich leisten kann: große Abo-Empfehlung!

In ihrem Spoken-Word-Vortrag “Embarrassed” wendet sich Hollie McNish gegen die doppelmoralischen Einschränkungen, denen sie sich als stillende Mutter im öffntlichen Raum ausgesetzt sah (englischsprachig).

Die New York Times erinnert daran, dass “Rasse” keine biologische, sondern eine soziale Kategorie ist (englischsprachig).

In Deutschland geht die Kampagne gegen racial profiling in die zweite Runde: “Es handelt sich dabei um eine von der Kampagne Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP) und der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) initiierte Beschwerdebrief-Aktion an die Bundespolizei, die Menschen auf einem niedrigschwelligen Niveau handlungsfähig machen und das strukturelle Problem des Racial Profiling sichtbar machen soll”.

Vor 20 Jahren wurde die feministische Musikikone Mia Zapata ermordet; ByteFM erinnert.

s.e. smith schreibt bei XOJane: “Ob es euch passt oder nicht – der westliche Yoga-Hype ist ein Paradebeispiel für kulturelle Aneignung” (englischsprachig).

Über heroische Leistungen von Piloten wird bisweilen viel gesprochen – was aber ist mit dem Kabinenpersonal, deren Fähigkeiten und Einsatz bei Notfällen, fragt Lisa Wade bei Sociological Images (englischsprachig)?

In vielen Regionen hat heute der Ramadan begonnen. Zu diesem Anlass gibt Muslimah Media Watch sechs Tipps für das Schreiben und Sprechen über  muslimische Frauen (englischsprachig). Ramadan Mubarak!

Termine in Berlin, Mainz, Halle/Saale und Hamburg nach dem Klick: (mehr …)


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Trans*-Schwimmen, Wehrpflicht und (mal wieder) Femen – Kurz Notiert

4. Juli 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 196 von 243 der Serie Kurz notiert

In einem Interview auf vice.com kritisiert die Sexarbeiterin Nina FEMEN und spricht über ihre Arbeit: “Wenn du darunter leidest, solltest du dir Gedanken machen. Das gilt für jeden Job. Klar macht es nicht immer Spaß, aber was macht schon immer Spaß? Ich arbeite generell ungerne. Arbeit fühlt sich für mich immer gleich schlecht an. Ob ich einem Mann einen runter hole oder ob ich im Call Center arbeite. [...] Im Grunde müsste man die Armut abschaffen.”

Einen englischsprachigen Artikel zum Thema “Wenn deine Mama sagt, dass sie zu fett ist” findet ihr auf rolerboot.org.

Auf migrazine gibt es ein empfehlenswertes Interview mit der Erziwhungswissenschaftlerin Maureen Maisha Eggers über die Bedeutung antirassistischer Sprachinterventionen und neue Räume der Solidarisierung.

Du hast große Schmerzen und musst deine Gallenblase entfernen lassen? Geht nicht, denn das Gesetz erschwert es dir. Klingt komisch? Oh ja. Wie wäre es, wenn jeder medizinische Eingriff so politisiert werden würde, wie das mit reproduktiven Rechten geschieht? Ein englischsprachiges Gedankenspiel:

Laurie Penny hat einen Artikel über die Darstellung von Frauenfiguren geschrieben und welchen Einfluss es hat, wenn Frauen häufig nur die Rolle des “Manic Pixie Dream Girls” angeboten wird.

Charlott hat ein Radiointerview zum Thema “Wehrpflicht für alle – ein feministischer Erfolg?” gegeben.

Was aus queer-aktivistischer Perspektive gegen das Engagement für das Recht auf Ehe für alle spricht, erklärt Mansi Kathuria auf feminspire (englischsprachig). 

Das Gesetz zum Unterhaltsvorschuss wurde verbessert, juhu – allerdings so geringfügig, dass eigentlich niemand was davon hat, zumindest nicht die, denen das ganze eigentlich nützen soll, meint Silke Baumgarten auf brigitte.de.

Mädchen wissen es am besten: das Problem liegt nicht darin, welche Farben sie mögen, sondern in einschränkenden Rollenerwartungen und im Vorenthalten von Angeboten (englischsprachiges Video).

Im Prozess gegen den Mörder von Trayvon Martin wurde einer Zeugin der Anklage übel mitgespielt, sie wurde nicht nur im Verfahren hart angegangen, sondern auch öffentlich verhöhnt. Solidarität für Rachel Jeantel gab es aus der US-amerikanischen antirassistischen feministischen Blogosphäre (englischsprachig).

Laetitita Schteinberg schreibt über die kontinuierliche Gewalt, der sie als Trans*-Frau ausgesetzt ist (englischsprachig).

Im Bitch Magazine findet ihr Auszüge aus drei Essays muslimischer Mädchen, die erläutern, warum sie sich für oder gegen das Tragen eines Kopftuchs entscheiden haben und was dieses für sie bedeutet (englischsprachig).

Trudy von Gradient Lair erklärt nochmal anschaulich, was es mit “umgekehrter Diskriminierung” auf sich hat (englischsprachig).

Termine in Berlin, Celle und Gießen und ein Volontariat bei der taz nach dem Klick

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Vom Scheiden und Scheitern

1. Juli 2013 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 52 von 55 der Serie Meine Meinung

Liebe Medien, liebe Familienpolitiker_innen, liebe Menschen so im allgemeinen,

ich wollte mal kurz aber nachdrücklich eins festhalten: Meine letzte Beziehung ist nicht gescheitert. Sie ist vorbei, aber nicht gescheitert.

Wobei, lasst mich vielleicht doch ein bisschen weiter ausholen.

Wenn ich hier “Beziehung” schreibe, meine ich damit eigentlich nur eine ziemlich klar festgelegte Form dessen, nämlich eine “herkömmliche” Paarbeziehung, zwei Personen (oftmals sind 1 Frau* und 1 Mann* gemeint), Romantik/Liebe/Erotik, verbindliches, meistens exklusiv zweiermäßiges Miteinander. Das ist ja schon so das, was landläufig meistens mit “Beziehung” gemeint ist. Warum es gerade im Kontext feministischen Handelns wichtig ist solche Eingrenzungen zu hinterfragen, dazu wird immer wieder viel Kluges gesagt, ich kann mir das an dieser Stelle also sparen, zumal ich mich hier jetzt auf Diskurse beziehe, die sich überwiegend um das oben beschriebene Beziehungskonzept drehen.

Worauf ich dabei hinaus will: Trennung und Scheitern sind nicht dasselbe. Jedenfalls für mich nicht, und ich weiß inzwischen dass es vielen so geht. (mehr …)


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Gute Nachrichten aus Frankreich – mit kleinen Abstrichen

15. April 2013 von Gastautor_in

Der folgende Text ist ein Gastbeitrag von Henrike Dessaules, die sonst (unter anderem) auf  Discipline and Anarchy bloggt. Vielen Dank dafür!

Aus Frankreich gibt es in letzter Zeit viel Erfreuliches zu berichten. Nicht nur, dass letzte Woche das Gesetz zur Legalisierung “gleichgeschlechtlicher” Ehen und Adoption im Senat durchgewunken wurde, auch die Regelung zur hundertprozentigen Erstattung von Schwangerschaftsabbrüchen und Verhütungsmitteln tritt nun in Kraft.

Was heißt das genau? Seit dem 31. März bekommen alle Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen, sämtliche dadurch anfallende Kosten zurückerstattet. Dies war bislang nur bei Minderjährigen der Fall; alle anderen mussten mit Kosten zwischen 80 bis 200 Euro rechnen. In Zeiten, in denen Familienplanungszentren aus Geldmangel schließen müssen und Abtreibungsgegner_innen durch die Pariser Straßen marschieren, ist das auch im liberalen Frankreich keine Selbstverständlichkeit.

Des Weiteren werden für junge Frauen zwischen 15 und 18 Jahren die Kosten für die Verhütung ebenfalls zu 100% übernommen. Hier muss man allerdings betonen, dass es bei dieser Regelung nicht nur eine (etwas willkürlich anmutende) Altersbeschränkung gibt: Erstattet werden nur hormonelle Verhütungsmethoden – die Pille und das Implantat. Sollte es sich aber bei dieser Maßnahme laut Gesundheitsministerin Marisol Touraine tatsächlich um eine „Entscheidung zugunsten der allgemeinen Gesundheit“ handeln, sollten dann nicht auch gerade Verhütungsmittel, die gegen Geschlechtskrankheiten schützen, kostenlos zur Verfügung gestellt werden?

Mir geht das Gesetz daher nicht weit genug. Davon abgesehen, dass junge Frauen auch unter 15 Jahren sexuell aktiv sind, werden alle, die von diesen Vorzügen Gebrauch machen wollen, automatisch zu einer Methode gedrängt, die von Frauenärzt_innen ohnehin schon oft als alternativlos angeboten wird. Auch ist unklar, inwieweit minderjährigen Frauen bei der Beschaffung die Anonymität ermöglicht werden kann. Planning Familial, das französische Pendant zu Pro Familia, kritisierte die Gesetzgebung daher ebenfalls als unzulänglich.

Immerhin, ein Wahlversprechen hat der derzeitig eher unbeliebte französische Präsident Francois Hollande damit eingelöst. Und eins steht außer Frage: Im Vergleich zu Deutschland und vor allem auch Irland ist Frankreich in Bezug auf reproduktive Rechte deutlich um Einiges voraus. Während wir in Deutschland immer noch auf ein Rezept für die „Pille danach“ angewiesen sind und in Irland das Abtreibungsverbot nach dem Tode von Savita Halappanavar nur schleichend abgemildert wird, trifft sich die französische Frauenrechtsministerin Najat Vallaud-Belkacem mit Planning Familial Filialen, um darüber zu diskutieren, wie Jugendlichen der Zugang zu Verhütung und Schwangerschaftsabbrüchen weiterhin erleichtert werden kann.


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Homo-Ehe: Ja. Heteronormativität hinterfragen? Nee.

2. April 2013 von Magda
Support Gay Marriage

Bild: Human Rights Campaign

Mache ich zur Zeit den Computer an, springt mir ein Meer an roten Flaggen entgegen. Auf Facebook und Twitter haben viele meiner Kontakte ihre Profil­bilder gegen ein rotes Bild mit zwei rosa Strichen getauscht – ein Zeichen der Unterstützung für die aktuellen Kämpfe in den USA für die Öffnung der Hetero-Ehe (und die damit ver­bundenen Privilegien) für lesbisch- und schwul-lebende Paare mit Heirats­wunsch.

Konkret geht es um zwei Verfahren, die aktuell vor dem US-amerikanischen Obersten Gerichts­hof (Supreme Court) verhandelt werden. Das eine Verfahren befasst sich mit proposition 8, einer Volks­abstimmung, mit der in Kalifornien gleich­­geschlecht­liche Ehen ver­boten wurden. Das andere befasst sich mit der Verfassungs­mäßigkeit von DOMA (Defense of Marriage Act, zu deutsch: “Gesetz zur Ver­teidigung der Ehe”), welches die Ehe als die Ver­bindung zwischen einem Mann und einer Frau definiert. Das heisst: Auch wenn ein Homo-Paar in einem der neun Bundes­staaten plus Washington DC legalisiert geheiratet hat, wird das Paar auf der Bundes­ebene weiterhin benach­teiligt was Steuer, Ver­sicherung und Erb­schaft angeht.

In der aktuellen Debatte geht es um die Fragen: Was ist eine Ehe? Welche Rechte stehen gleich­geschlecht­lichen Ehen zu? Und: Werden diese Rechte zukünftig durch den Obersten Gerichts­hof durch ein Grund­satz­urteil abgesichert? Dies erscheint relativ un­wahr­scheinlich, aber der Druck der US-amerikanischen Öffent­lichkeit zur Öffnung der Hetero-Ehe ist enorm. Auch der US-Präsident Barack Obama bezieht klar Stellung. Das Bild zur Bewegung (siehe oben) liefert Human Rights Campaign - eine Organisation, die nicht gerade für eine inklusive Bewegung steht.

Der Hype um die Homo-Ehe

Die aktuelle Aufruhr um die Homo-Ehe verwundert mich ziemlich und zwar nicht, weil mich die Forderung über­rascht. Da neben einigen lesbischen und schwulen Aktivist_innen eine Vielzahl meiner Hetero-FreundInnen, die eher selten mit emanzipatorischen Bot­schaften auffallen, öffent­lich für die Öffnung der Ehe plädieren, hat mich das nach­denklich gestimmt. Ich versuche mal, meine Gedanken zu ordnen:

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Homofeindliche Demonstrant_innen zeigen ihr wahres Gesicht

22. November 2012 von Gastautor_in

Henrike Dessaules, gebürtige Berlinerin, lebt, studiert und arbeitet seit über zwei Jahren in Paris. Sie schrieb bereits Texte für Gender Across Borders und war Gastbloggerin beim Missy Magazine, widmet sich aber hauptsächlich ihrem eigenen Blog discipline and anarchy.

Triggerwarnung wegen Bildern von körperlicher Gewalt gegen Frauen in den Verlinkungen [auf Englisch].

Lange bevor sie letzten Sonntag in Paris und ganz Frankreich stattfand, wusste ich von der Demonstration gegen das Ehe- und Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare, die von der katholischen Gruppe Civitas organisiert worden war. Mir war bekannt, dass die intégristes – die religiösen Fundamentalist_innen – recht aktiv in Frankreich sind. Erst vor ein paar Wochen sah ich sie gegen das Recht auf Abtreibung marschieren. Obwohl dort mehr Menschen mitliefen, als mir lieb ist, war der Aufmarsch insgesamt nicht sehr beeindruckend, wenn man bedenkt, dass Abtreibungen noch immer ein sehr kontroverses Thema darstellen, und leider nicht nur für religiöse Fanatiker_Innen.

Bei der sogenannten “Homo-Ehe” habe ich hingegen diese krasse Spaltung nicht mehr so wahrgenommen. Ich war überzeugt davon, dass die Gesellschaft grundsätzlich für eine solche Öffnung der Ehe bereit ist. Die meisten Leute, die ich kenne, sind entweder dafür oder stehen dem zumindest gleichgültig gegenüber. Also um es kurz zu machen: Ich ging nicht zur Gegendemo, denn ich war mir sicher, dass auf Seiten der Gegner_innen der Homo-Ehe nicht viele Menschen auftauchen und sie sich lächerlich machen würden.

Aber da irrte ich mich gewaltig.

Über 100.000 Menschen kamen am Sonntag in ganz Frankreich zu diesem Zweck zusammen. Allein in Paris waren es rund 70.000. Die Parolen auf ihren Plakaten wirkten so erzkonservativ und überholt, wie ich es in einem westeuropäischen Land im Jahre 2012 kaum mehr für möglich gehalten hätte: „Die Familie ist heilig.“ „Ein Kind braucht eine Mama und einen Papa.“ Solche Slogans sind nicht nur prinzipiell homophob (egal, was die Protestierenden behaupten), sie spiegeln auch ein Weltbild wieder, das nichts mit der Realität vieler französischer Familien zu tun hat, bei denen ein Elternteil, egal ob homo- oder heterosexuell, alleinerziehend ist. Solch ein Familienbild ist geprägt von einem religiös motivierten Traditionalismus, der dem elementaren französischen Konzept der laicité zuwiderläuft (der Trennung von Staat und Religion, auf die konservative Französ_innen auf einmal besonders beharren, wenn muslimische Bürger_innen eine Moschee gründen oder Halal-Fleisch servieren wollen).

Tausende von Menschen, die zusammenkommen, um anderen ihr Grundrecht auf Familiengründung zu verweigern, sind gehässig und menschenfeindlich, und sie sollten wissen, dass sie in einer toleranten und pluralistischen Gesellschaft nicht willkommen sind. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich leider dabei versagte Solidarität zu zeigen, als es nötig war. Zum Glück gab es viele andere, die sich die Mühe machten bereits im Vorfeld Gegenaktionen zu organisieren und am Sonntag auch wieder dabei zu sein, um für LGBTI-Rechte zu kämpfen.

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Unverheiratet und in der Politik? Homosexuell. Oder nicht?

17. Juli 2012 von Helga
Dieser Text ist Teil 49 von 55 der Serie Meine Meinung

Sind Politiker_innen der CDU homosexuell? Ich weiß es nicht und es ist mir ehrlich gesagt egal. Was mir nicht egal ist, ist die derzeitige Hetzjagd auf Menschen, die sich „nicht outen“ oder, genauer gesagt, einfach keine Angaben über ihre sexuelle Identität machen.

Dass der Antrag auf Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare Ende Juni im Bundes­tag scheiterte, war keine Überraschung. Dass dabei die FDP gegen einen Par­tei­tags­be­schluss stimmte, war auch keine Über­raschung. Dass vermutlich auch homo­sexuelle Ab­geordnete gegen das Gesetz stimmten, sollte niemanden über­raschen – der­zeit arbeitet auch das Familien- und Frauenministerium nicht daran, die Lage von Familen und Frauen zu verbessern.

Das alles ist aber kein Freifahrtschein, jetzt Menschen zwangsweise zu outen, bzw. Gerüchte über ihre sexuelle Orientierung zu verbreiten. Das ist kein „neuer Um­gang“ mit Homosexualität, der diese nicht länger tabuisiert, wie Niggemeier schwafelt. Es ist Sensationsgeilheit und Respektlosigkeit. Und in dem Moment wo ein vermeintlich schwuler Mann als „Klemmschwester“(!) bezeichnet wird, ist es auch Beleidigung. Ein „befreiter Umgang mit Schwulen und Lesben“ bedeutet zu re­spek­tieren, wenn Menschen sich nicht als solche bezeichnen wollen.

Warum sie das nicht tun, ist ihre Entscheidung. Vielleicht ist es ihnen unangenehm. Vielleicht sind die Label falsch und sie sind asexuell oder bisexuell oder… Vielleicht haben sie noch nicht das passende gefunden. Vielleicht verweigern sie einfach nur die Einordnung ihrer sexuellen Identität. Ja, das private ist politisch. In einer Welt, in der der Standard Heterosexualität ist, die jederzeit und allerorten inszeniert wird, fällt die Abweichung auf. Trotzdem und gerade deshalb ist dies zu re­spek­tieren. Die Alter­native wäre, wieder Schub­laden aufzumachen und jeden Mensch in eine zu quet­schen, ob sie passt oder nicht. Dabei ist es für diskriminierte Grup­pen und Per­so­nen die Grund­lage ihrer Emanzipation, mit Selbst­be­schreibungen statt Fremd­zu­wei­sungen zu arbeiten.

Und am Ende ist es völlig egal, ob und mit wem Abgeordnete ins Bett gehen. Gegen die gleichen Rechte von homosexuellen Paaren zu stimmen ist diskriminierend, von allen Abgeordneten. 309 haben es getan, 12 sich „enthalten“ und 39 (aus allen Parteien) waren gar nicht erst gekommen. Schlimm genug.

(via Karnele)


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Die türkische Abtreibungsdebatte und lesbische Schundliteratur – kurz verlinkt

27. Juni 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 158 von 243 der Serie Kurz notiert

Der Frage, warum Kinder und Karriere immer noch so unvereinbar sind, hat sich Anne-Marie Slaughter für The Atlantic angenommen. Deutlich weniger gut ist das Titelbild dazu – Jessica Valenti hat die üblichen „trauriges weißes Kind mit überforderter Karrieremutter“-Bilder gesammelt.

Gruselalarm bei Sat.1: „Auf Brautschau im Ausland“ erfüllt so ziemlich jedes eklige sexistische und rassistische Klischee. Sogar bei Spiegel Online ist man entsetzt.

Apropos Rassismus. Anti-rassistische Kampagnen haben nicht das Ziel, dass weiße Menschen sich schuldig fühlen, betont xojane. Es geht darum, den existenten Rassismus aufzuzeigen, sich dessen bewußt zu werden und etwas dagegen zu tun.

Dazu hat auch Jay Smooth mal wieder ein exzellentes Video.

In der Türkei tobte in der letzten Zeit eine Debatte um das Abtreibungs­recht. Ministerpräsident Erdoğan wollte die Frist halbieren, hat nach dem massiven Protest von Frauenrechtler_innen aber die Pläne wieder begraben, berichtet dieStandard.at. Um Moral und Religion ging es in der Debatte dabei nicht, kommen­tiert Die Presse, sondern um die Kontrolle weiblicher Körper. Die kommt immer noch an anderer Stelle, so sollen Kaiserschnitte reguliert und auf „notwendige medizinische Fälle“ beschränkt werden.

Bis vor kurzem galt häusliche Gewalt noch als „Privatsache“. Diese Einstellung ändert sich zum Glück gerade, auch durch das Gewalt­schutz­gesetz. Die Berliner Zeitung berichtet über die Lage in Berlin, wo es immerhin 16.000 Fälle jährlich gibt. Was leider nicht ganz deutlich wird: Das Gesetz gilt auch für gleich­ge­schlecht­liche Paare und weitere häusliche Gemein­schaften, unabhängig vom Geschlecht der Zusammen­wohnenden.

Lesbische Pulp Fiction (also „Schund­literatur“ der 30er bis 50er Jahre) hat Retronaut zusammengetragen.

Die feministische Weltherrschaft, oder zumindest die Medienherrschaft, hatte das Manager Magazin vor kurzem in deutschen Vorstandsetagen ausgemacht. Schlechte Recherche meint dagegen der Verein Pro Quote und hält Zahlen dagegen. Also öfters 0 Prozent Frauenanteil, berichtet Meedia. Not-so-fun-fact: Alle der Vorzeigemedienlenkerinnen sind Töchter oder Ehefrauen von Medienmännern.

Seit diesem Jahr sind nicht nur eingetragene Lebens­partnerschaften sondern auch gleich­geschlechtliche Ehen im US-Bundesstaat Washington legal – so dass Mary Cheney endlich ihre Partnerin heiraten konnte. Dabei war auch ihr Vater Dick Cheney, der als Vize­präsident noch auf dem Verbot solcher Ehen bestanden hatte, so web.de.

Ein Buchtipp vom Nordic Africa Institute ist „Sexuality and Gender Politics in Mozambique“. Die post-kolonialistische Politik in Mosambik berücksichtige vor allem den patrilinear, also an der väterlichen Abstammung orientiert-lebenden Bevölkerungsteil – an den rund 40 Prozent der Bevölkerung in matrilinearen Familien gehe dies aber weitestgehend vorbei.

Erst noch eine gute Nachricht: Der rote Equal Pay Day-Beutel ist wieder erhältlich!

Und nach dem Klick die Termine. (mehr …)


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Vulkane, Weltreisen, weniger Stress – die Blogschau

23. Juni 2012 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 164 von 254 der Serie Die Blogschau

Karnele sieht Verbesserungsbedarf in Sachen Kampagnenarbeit und fordert auf: Frauen, lernt Social Media!

Nach Dänemark will nun auch Frankreich die Ehe für “gleichgeschlechtliche” Paare ermöglichen, berichtet queernews.at.

Melanie von glücklich scheitern macht sich Gedanken über den Umgang mit Kinder­fotos im Internet und weiß selbst noch nicht, wohin das alles führen soll. Danach erklärt sie dann noch, wie Feminismus und Gender Studies eigentlich zusammen hängen – ist nämlich bei weitem nicht dasselbe, auch wenn manche das zu meinen scheinen.

Mierk Schwabe von den SciLogs hat  auf dem Vulkan nicht getanzt, sondern dort astronomische Beobachtungen gemacht. Und zwar auf dem Mauna Kea auf Hawai’i.

Michaela Werner berichtet – auch per Video – über neue Wege im Leistungs­schutz­recht und die ganz konkreten Auswirkungen auf die tägliche Informations- und Meinungs­bildung im Internet – und warum das ganze Thema relevant für alle Netz­nutzer­_innen. ist. (mehr …)


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