Einträge mit dem Tag ‘Doing Gender’


Steak für den Kerl, Salat für die Dame

11. Februar 2011 von Susanne
Dieser Text ist Teil von 11 der Serie Die Farbe Lila

Du bist voll das Klischee”, sagt Freundin P. und drückt mir ein Magazin in die Hand, dessen Titelstory Vegetarismus zum neuen großen Ding erklärt. “Da steht drin, dass 70 Prozent der Vegetarier Frauen sind.”

“Schön für die Frauen”, sage ich und überlege, ob ich es schlimm finden soll, einem Rollenklischee zu entsprechen. Als ich mich vor sechzehn Jahren am Familienmittagstisch das erste Mal geweigert habe, Fleisch zu essen, hatte ich keine Ahnung von übereinandergestapelten Schweinen oder dem Massenmord an männlichen Küken. Entscheidend war, schlicht und egoistisch: Mir schmeckte Fleisch nicht. Und da ich bisher noch nichts davon gehört habe, dass Geschmacksknospen genetisch und geschlechtlich festgelegt werden, bin ich sicher: Auch als 16-jähriger Junge hätte ich das Fleisch verweigert.

Brauner Hintergrund mit 2 Bäumen und 3 Pilzen. Ein Wolf liegt blutend auf dem Boden. Im Vordergrund steht ein Mädchen mit lila Käppchen und einem blutigen Messer in der Hand. Es sagt: I don't need to be saved. I can do that myself.

(c) Frl. Zucker

“Essen ist klassisches Doing Gender”, sage ich zu P. “Bitte was?”, fragt sie, und ich halte ihr einen kleinen Vortrag: dass wenig so von unserer Vorstellung von einer “richtigen” Frau und einem “richtigen” Mann geprägt ist wie unser Essverhalten.

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Hormone dekonstruieren: Gender Trouble im Sport

23. Juli 2010 von Nicole

Vergangene Woche entschied der Internationale Leichtathletikverband IAAF nach fast einem Jahr endlich über die Startberechtigung der südafrikanischen 800-m-Läuferin Caster Semenya und darüber, dass es sich bei ihr tatsächlich um eine Läuferin handelt, sie also weiterhin bei den Frauen als Frau starten darf. (Wir berichteten kurz hier und ausführlicher zum Thema der Geschlechterdefinition im Leistungssport auch schon im Februar.)

Für die taz kommentierte Andrea Rödig die Entscheidung des IAAF (der Text ist in Teilen identisch mit einem früheren Beitrag für den Freitag). Rödig begrüßt die Entscheidung und macht darauf aufmerksam, dass diese selbst – wenn wohl auch unfreiwillig – die Theorien von Geschlecht als sozialer Konstruktion bestätigt, indem sie nämlich das doing gender innerhalb des eigenen Sportkosmos selbst vorführt:

Das Urteil zeigt in seinem trockenen Gestus besser als jede theoretische Abhandlung, dass Geschlecht unter anderem ein „performativer Sprechakt“ ist, das heißt ein Satz, der Tatsachen schafft. Das IAAF lässt Semenya zu, also gilt sie als Frau.

Interessant ist der Text von Rödig jedoch auch deswegen, weil sie der Geschlechtertheorie unbequeme Fragen stellen möchte, zum Beispiel die nach den Hormonen und ihrer Wirkung. Dabei gehe es, so Rödig, nicht darum, hinter die Dekonstruktion einer „natürlichen“ Zweigeschlechtlichkeit zurückzufallen, sondern vielmehr sich deren Erkenntnisse zunutze zu machen, um sich

jenseits der eingeschliffenen Denkmuster noch einmal mit der Bedeutung von physiologischen Bedingungen für Geschlechtlichkeit zu beschäftigen. Eigentümlicherweise wächst gerade im Herzen der queeren Bewegung derzeit eine Vorliebe für die Evidenz physiologischer Manipulation: In wachsender Zahl zeigen Transpeople beeindruckend, wie viel man mit Hormonen anstellen kann. Die Biologie hat die Gender bender längst eingeholt.


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Rundumschlag

30. März 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 74 von 138 der Serie Kurz notiert

Auf feministing macht Chloe sich darüber Gedanken, wie wir die Rollen “Mann” und “Frau” in Alltagssituationen spielen und somit reproduzieren, auch genannt: Gender Performance.

Wir berichteten bereits über eine lesbischen Schülerin, Constance McMillen, deren High School ihr verbot, an ihrem Abschlussball teilzunehmen, weil sie mit ihrer Freundin und im Frack kommen wollte. Ein Bundesrichter hat nun entschieden, dass die Schule damit die Grundrechte der Schülerin verletzt hat und ihr die Teilnahme am Ball hätte erlauben müssen.

Auf geekfeminism fragt man sich, wie man mit dem Phänomen “Quotenfrau” umgeht – wenn man selbst eine ist, eine andere verdächtigt oder sich als solche fühlt.

Sport am Internationalen Frauentag? Sollten Frauen nicht erst einmal Ungleichheiten in Beruf und Wirtschaft angehen? Nein, meint Dieter Baumann in der taz, denn die „männerdominierte Sportmedienwelt zeigt, was Männer interessiert, und eine männerdominierte Wirtschaft unterstützt das, was Männer schauen, um dort die Produkte zu zeigen, die Männer kaufen sollen.”

Cicero stellt Lubna Ahmed al Hussein vor, die im Sudan verurteilt wurde, weil sie Hosen trug – dagegen klagte und dem Auspeitschen entgang (wir berichteten). Inzwischen ist sie aus dem Sudan geflohen und hat ein Buch über das Leben sudanesischer Frauen geschrieben.

Karrieretrainer Peter Modler erklärt im Interview auf Spiegel Online, mit welchen Arroganz-Prinzipien Frauen im Job Männer-Methoden kopieren. Ellenbogen raus!

Und immer noch brandaktuell: Leena Simon zur Pirat_innen-Debatte auf Spreeblick.


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Unbedingt in anderen Blogs nachlesen

1. August 2009 von Susanne
Dieser Text ist Teil 39 von 144 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Die Kaltmamsell regt sich über dumme Geschlechterspielchen und kokettes Rumgezicke auf. Sehr schön ihr Warnhinweis: “Wenn es mir jemand als ernsthaften Kommunikationsmodus anbietet, verliere ich umgehend jegliches Interesse.”

Clit-Graffiti gesehen im Mädchenblog

Clit-Graffiti gesehen im Mädchenblog

Der Väterblog kommentiert die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur Geburtenrate in Deutschland und fordert, dass eine moderne Familienpolitik unbedingt die Väter miteinbeziehen muss.

dieStandard.at berichtet über die Großrazzia in jenen Bordellen, die Flatrate-Tarife angeboten hatten, und darüber, dass deren 80 Sexarbeiterinnen jetzt auf der Straße sitzen.

Frl. Zucker illustriert ein Gefühl, das wohl die meisten kennen

Frl. Zucker illustriert ein Gefühl, das wohl die meisten kennen

Das Antisexistische Aktionsbündnis München empfiehlt, sich schon mal den 10. Oktober freizuhalten, denn an diesem Tag planen radikale Abtreibungsgegner wieder einen Kreuze-Marsch. Außerdem wird zum ersten Vorbereitungstreffen am morgigen Sonntag eingeladen.

Im Mädchenblog kommentiert dodo den medialen Umgang (hier speziell: Die Welt) mit homosexuellen Elternpaaren, die momentan wieder Thema sind, weil das Justizministerium eine Studie zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften mit Kindern vorgelegt hat.

Und die Stadtpiratin freut sich über eine Studie aus den USA, deren zentrales Ergebnis lautet: Nichtfeministinnen, die das traditionelle Rollenbild nicht hinterfragen, haben durchschnittlich ein deutlich negativeres Bild von Männern als Feministinnen. Haben wir es nicht immer schon gewusst?

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschspachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter mannschaftspost(at)web.de Bescheid.


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