Einträge mit dem Tag ‘Diversity’


Die Quote

7. April 2010 von Barbara
Dieser Text ist Teil 3 von 13 der Serie Der F-Blick in die Politik

In dieser Kolumne werden die politischen Aktivitäten der Bundesregierung rund um das Reizthema “Frauenpolitik” kritisch betrachtet, das sich zumeist hinter der Familienpolitik verstecken muss.

Jetzt ist sie also da, die Quote in der Privatwirtschaft. Freiwillig vorgelegt von einem Unternehmen, das bis Mitte der Neunziger dem Staat gehörte: der Telekom. Das DAX-Unternehmen will künftig seine Top-Etage quotieren. “Bis Ende 2015 sollen 30 Prozent der oberen und mittleren Führungspositionen im Unternehmen mit Frauen besetzt sein. Die Regelung gilt weltweit.” heißt es in der Pressemitteilung von Mitte März.

Wow! Und, wie reagiert die Bundesregierung darauf? Die Kanzlerin hält sich zurück. Vielleicht genießt sie ihren Triumph des Aussitzens: Schon vor längerer Zeit sagte sie, dass sie mehr an diversity als an Quoten glaube und die Frauenförderung in der Wirtschaft als Aufgabe der Unternehmen und nicht der Politik sehe. Bundesministerin Kristina Schröder, Quoten-Gegnerin – eine gesetzliche Quote für alle Bereiche, in denen Frauen fehlen, sagte sie kürzlich, wirke “wie Kortison: Die Symptome verschwinden, aber die Ursachen bleiben” – hat den Vorstoß der Telekom immerhin begrüßt. Muss sie ja irgendwie auch: Hatte sich doch der Vorsitzende der Regierungskommission für gute Unternehmensführung (was für ein Titel!), Klaus-Peter Müller, schon im Februar als Freund der Quoten auf Führungsebene gezeigt. Doch voll auf Quoten-Kurs ist Kristina Schröder immer noch nicht. Sie sieht sie quasi als letzte Option auf dem Weg in ein gleichberechtigtes Leben, ein Instrument, auf das man zurückgreifen kann, wenn alles andere nichts genützt hat.

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Alles dabei: Mode, Sport, Militär, Literatur, Sex und – noch mehr zu Sexismus im Netz

2. März 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 46 von 138 der Serie Kurz notiert

Jezebel.com berichtet darüber, dass bei der diesjährigen New York Fashion Week weniger women of color gebucht wurden, und das, obwohl der Trend in den letzten Jahren eigentlich in die andere Richtung gezeigt hatte.

Die Junge Welt bespricht das Buch “Feminismen und ›Neue Politische Generation‹” von Anne Lenz und Laura Paetau, die untersucht haben, wie in linken Gruppen genderpolitisches Handeln entsteht.

Letzte Woche hat der US-amerikanische Pentagon entschieden, dass das Marine-Verbot von Frauen in U-Booten unzulässig sei. Zur Zeit sind etwa 15% der rund 336.000 Soldat_innen der US-Marine Frauen, welche allerdings nur auf Überwasserschiffen arbeiten dürfen. GenderAcrossBoders berichtet, warum das Aufheben des Verbots ein guter Schritt wäre.

Olympia: Als die kanadische Frauen-Hockeymannschaft nach ihrem Sieg gegen die USA auf dem Eis ordentlich abfeierte (mit Bier, Champagner und Zigarren) und ein_e Fotograf_in dies festhielt, hagelte es Kritik. Nun fragt man sich auf broadsheet, ob sich die Kritiker_innen über das unsportliche Verhalten aufregen oder eher darüber, dass die Damen hier so ganz und gar nicht lady-like mit Bier und Zigarren protzen.

Vor einiger Zeit verwiesen wir auf einen Artikel aus der Spiegel-Reihe über Abstinenz-Aktivistinnen an US-amerikanischen Unis, die angeblich für den “echten Feminismus” einstehen. In einem anderen Artikel wurde auch eine Kritikerin dieser Abstinenzbewegung genannt: Die Soziologiestudentin Lena Chen. Diese freut sich zwar auf ihrem Blog Sex and the Ivy über ihr deutsches Debüt, aber nicht darüber, dass sie im Artikel auf ihren Minirock reduziert wird. Dabei trug sie noch nicht mal einen.

Die Kontextschmiede reiht sich in die Diskussion um Frauenfeindlichkeit im Netz ein und stellt die Frage: “Wozu noch Feminismus in Blogs? Eine Frage der Perspektive“. Schlußfolgerung: Die Blogger_innen-Szene braucht mehr Diversität und Vernetzung - insbesondere auch unter Frauen. Ein Kommentar zum Text der Kontextschmiede folgte flugs auf der Medienelite.

Auf Aviva-Berlin gibt es einen Aufruf an alle kurvigen Damen:

Für Frauen, die nicht den Magermodels-Maßen entsprechen und Spaß an Mode haben. Für den sheego Fashion Kalender 2011 sucht das Label Frauen ab Konfektionsgröße 40, die “Ausstrahlung, Weiblichkeit….., Erotik und Charisma” verkörpern. Einsendeschluss 30.04.2010


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