Einträge mit dem Tag ‘Dickenfeindlichkeit’


NSU-Prozess, sexualisierte Gewalt und Sport ohne Schönheitszwang- kurz verlinkt

27. Juli 2017 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 356 von 358 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Artikel

Im NSU Prozess werden derzeitig die Plädoyers vorgetragen. NSU Watch fasst diese kritisch zusammen. Auf Twitter begleiten sie die Plädoyers live. Außerdem lassen sich kritische Einordnungen der Plädoyers beim Bloge Nebenklage NSU-Prozess nachlesen.

Fitnessstudio nur, wenn du keinen Migrationshintergrund (?) hast? Ja, sagt ein Studio in Güstrow und will mit diesem Ausschlussverfahren die Nutzer_innen schützen. Hengameh Yaghoobifarah schreibt in der taz über diesen Fall von racial profiling, Terrorangst und verkürzten Vorstellungen, von wem Gefahr ausgeht.

Die Gruppe W*orte richtet einen Mailverteiler ein zur Vernetzung und zum Austausch von und für Menschen, die in ihrer Kindheit/ Jugend sexualisierte Gewalt erleben mussten/ dies vermuten. Auf ihrem Flyer (Flyer Vorderseite/ Flyer Rückseite) erklären sie genauer ihre Ziele.

Die Yogalehrerin Dörte Kuhn sagt im NDR: Für Sport, aber ohne Schönheitszwang!

Respektvoller Umgang und eine umfassende medizinische Betreuung darf nicht von der Anzahl der Kilos abhängen, sagt Magda im Gespräch mit Nhi von Jäger & Sammler.

Preisgeld für männliche Skater sind 1500 Euro, für die Frauen gibt es einen 150-Euro-Gutschein: Claudia Gerauer kommentiert bei puls Sexismus beim Actionsport, wo die Unterschiede in den Preisgeldern nur ein kleiner Teil eines großen Problems ist. (Der Artikel ist aber auch nicht unproblematisch, wenn er sehr simplifizierend davon spricht, dass Männer und Frauen (und nur diese gibt es dort) nun mal auch anatomisch unterschiedlich gebaut sind.)

Eine Sommerlektüre gesucht? Wir haben viele, viele Vorschläge in unserer feministischen Bibliothek gesammelt! Eher Lust auf einen Film oder eine Serie? Da haben wir auch ein paar Vorschläge in unserer feministischen Videothek.

Englischsprachige Artikel

Deliciously Disabled: Ein wunderbares Fotoprojekt mit Andrew Gurza, ein „queer, curved and crippled male model„.

Das #NoJusticeNoPride-Kollektiv schreibt bei Medium über den „Trans Military Ban„.

Termine in Berlin, Bremen, Gersdorf, Halle, Merseburg, Würzburg:

30. Juli in Berlin: What about dark skinned…? – Treffen für dark-skinned Frauen zum Austausch über Colourism. (FB-Link)

2. bis 9. August in Gersdorf: Das Wer lebt mit wem? Camp lädt zu Diskussionen und Austausch rund um verschiedenste Zusammenlebensformen.

23. August in Berlin: Anlässlich des Internationalen Tages zur Erinnerung an den Versklavungshandel und an seine Abschaffung wird nun schon zum vierten Mal die (noch immer ausstehende) Umbenennung der kolonialrassistischen M*straße (fb-Link) in Berlin gefeiert.

7. bis 25. August in Bremen: Im August finden gleichzeitig die 20. Informatica Feminale und 9. Ingenieurinnen-Sommeruni statt.

21. September in Merseburg: Veranstaltung mit Mithu Sanyal: „Rape revisited. Warum wir über sexualisierte Gewalt sprechen, wie wir darüber sprechen„. (FB-Link)

29. September in Halle: Tagung zu „Was ist das für 1 Männlichkeit? Männlichkeiten zwischen Selbst- und Fremdbildern„. Anmeldung bis zum 11. September möglich.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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Prostituierten“schutz“gesetz, Thunder Thighs und #BlackLivesMatterBerlin

14. Juni 2017 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 351 von 358 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Kriminalisiert und stigmatisiert durch das neue Prostituiertenschutzgesetz: Die Sexarbeiterin Kristina Marlen kommentiert für Siegessäule das Ende März beschlossene Prostituiertenschutzgesetz, das 2017 in Kraft treten soll.

Wie erklärt man Kindern, dass ihre Erzieherin Manuela ab jetzt der Erzieher Felix ist? Ein Erfahrungsbericht auf evangelischesfrankfurt.de.

Werkstätten sollen Menschen mit Behinderung „fit für den Arbeitsmarkt“ machen. Was sie eigentlich machen, weiß keiner, wie die Regierung zugibt. Die taz titelt: „Ausgenutzt statt ausgebildet

Die Kritik in dem Buch „Beißreflexe“ hat keinen intellektuellen Biss, sondern will nur verletzen. Eine Auseinandersetzung mit dem aktuellen Diskussionsstand findest du auf dem Blog Das Ende des Sex.

Ein Hoch auf Ed! Jayrôme schwärmt auf seinem Blog von Ed, der sich bei Gladt e.V. im Projekt Sawa und Queerbarrierefrei engagiert.

Lena Rahn studiert Soziale Arbeit an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin und sucht für ihre Masterarbeit „Intersektionale Betrachtung auf Körperbehaarung in feministischen Kontexten“ Interviewpartner_innen für schriftliche Interviews (PDF). Im PDF stehen alle Infos und der Kontakt.

Englischsprachige Links

Dear non-fat friends“ , ein offener Brief an schlanke Menschen, die (vielleicht unbewusst) verletztende und dickenfeindliche Aussagen treffen.

Miss Eaves‘ „Thunder Thighs“ is here to celebrate big thighs in the summer <3

Source: Miss Eaves/YouTube

Source: Miss Eaves/YouTube

Termine in Berlin, Dresden, Heidelberg und Würzburg:

Den ganzen Juni über finden Veranstaltungen in Berlin im Rahmen des Black Lives Matter Monats statt. Das gesamte Programm findet ihr auf der Webseite von Black Lives Matter Berlin.

15. – 18. Juni in Heidelberg: Das Lady*fest Heidelberg findet statt!

22. – 25. Juni in Dresden: Böse & Gemein – ein female focused & queer feminist festival.

14. bis 16. Juli in Berlin: Festival für ein offenes und solidarisches Neukölln.

14. bis 21. Juli in Würzburg: Aktionswoche Queere Kämpfe verbinden.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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Fat Studies in Deutschland: Von Diskriminierung, Dickenaktivismus und kreativen Gegenstrategien

6. Mai 2017 von Magda
Dieser Text ist Teil 43 von 44 der Serie (Mein) Fett ist politisch

Pünktlich zum Internationalen Antidiät-Tag ist vor wenigen Wochen der wissenschaftliche Sammelband „Fat Studies in Deutschland. Hohes Körpergewicht zwischen Diskriminierung und Anerkennung“ im Beltz Verlag erschienen.

Neben WissenschaftlerInnen kommen zu diesem Thema erstmals auch Sozialpädagoginnen, Expertinnen aus der Mädchenarbeit, Künstlerinnen und Fat Aktivistinnen zu Wort, was sich in der Themenvielfalt, der Sprache und den Perspektiven niederschlägt und die Lesefreude (für mich) erheblich erhöhte.

Nach einer Annäherung an das akademische und eher im englischsprachigen Raum angesiedelte Feld der Fat Studies thematisieren die AutorInnen Dicksein und Gewichtsdiskriminierung (in einem deutschen Kontext) und nehmen ökonomische und politische Verhältnisse, das (Antidiskriminierungs-)Recht, mediale Bilder oder die soziale Arbeit in den Blick. Auch zu finden sind Themen wie fette Kunst und Theater oder Sex. Die Beiträge stellen einen exzellenten Ausgangspunkt für weitere (intersektionale) politische, kulturelle und wissenschaftliche Analysen und Debatten dar.


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Anti-Diät-Tag: Weltbeste Erdbeertorte

6. Mai 2017 von Charlott

Heute ist Anti-Diät-Tag. Magda hat bereits vor drei Jahren passend zusammengefasst, worum es an diesem Tag nicht geht (Beschämen individueller Diäterfahrungen) und worauf der Fokus liegen sollte (Strukturen kritisieren, dicke Körper feiern). Auch lohnt sich heute – wie auch die anderen 364 Tage im Jahr – ein Blick in unsere Reihe (Mein) Fett ist politisch.

Was auch politisch ist? Essen als dicke Person. Wenn schlanke Menschen zum Teil abgefeiert werden, wenn sie Pizza mampfen und Torte preisen (hallo, Lorelei und Rory Gilmore), so sieht das häufig sehr anders aus bei dicken Menschen, wenn sie sich (wohl möglich noch in aller Öffentlichkeit) Pommes oder besten Kuchen in den Mund schieben.

Das folgende Rezept macht meinen dicken Körper glücklich. Und vielleicht eure ja auch. Lasst es euch schmecken und bleibt widerständig!

Zutaten (ausreichend für eine 22cm-Springform):
Boden:
20 fein zerbröselte Oreo-Kekse
60g Butter, geschmolzen

Füllung und Dekoration:
50g Kokosflocken
680g Frischkäse, glatt gerührt
50g weißen Zucker
20g braunen Zucker
1 TL Vanille-Extrakt
1 TL Kokosnuss-Extrakt
100g zerbröselte Vanille-Waffeln
230g aufgeschlagene Sahne
Erdbeeren je nach Größe
etwas Erbeersauce zur Dekoration

Anleitung:
1. Kokosflocken auf Backpapier ausbreiten. Bei 160 Grad im Ofen für ca. 5-10 Minuten backen. Die Flocken sollten goldenbraun sein. Zum Kühlen zur Seite stellen.

2. Geschmolzene Butter mit Oreo-Keks-Krümeln verrühren und die Masse auf den Boden der Springform fest drücken.

3. Frischkäse mit weißem Zucker, braunen Zucker und den beiden Extrakten gut verrühren.
4. Zur Frischkäsemasse die Kokosflocken und zerbröselten Vanille-Waffeln hinzufügen und noch einmal verrühren.
5. Sahne unter die Masse geben und dann die Füllung auf dem Boden verteilen.
6. Die Torte muss etwa 4-5 Stunden im Kühlschrank fest werden. (Ja, das warten ist schwer.)

7. Torte mit Erdbeeren und Erdbeersauce dekorieren.
8. Essen!


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Konsenskarneval, sexualisierte Gewalt und UN-Rüge für Rassismus in Deutschland – kurz verlinkt

1. März 2017 von der Mädchenmannschaft

deutschsprachige Links

Melanie Trommer wurde von Feminismus im Pott zum Konsenskarneval interviewt: „Wir wollten, dass der Fokus endlich auf die Typen gelegt wird: Sie sind es, die mit dem Alkohol vorsichtiger sein sollten und an deren Anstand appelliert werden sollte.“

Vier Frauen werden lesbenfeindlich und sexistisch angegangen, verprügelt und mit dem Tod bedroht. Die Polizei stellt klar: wer weiß ist, ist deutsch und wer deutsch ist, kann kein Täter sein.

Der Tagesspiegel schreibt zu Ergebnissen einer UN-Untersuchung zu Rassismus in Deutschland: „Das Urteil fällt vernichtend aus.

Wie sprechen über sexualisierte Gewalt? Welche Bezeichnungen finden Menschen, die diese erfahren haben? Darum ist gerade eine Debatte entbrannt. Empfehlenswerte Texte gibt es bei Identitätskritik, wo es heißt „Betroffenheit schützt nicht davor Scheiße zu sein“ und bei der ZEIT, wo Marion Detjen über die „Gewalt ohne Namen“ schreibt.

Nicola Hinz hat auf ihrem Blog Das Lied der dicken DameFettlogik überwinden“ von Nadja Hermann gelesen und ihre Kritiken zusammengestellt.

#TeamWallraff – Was sich ändern muss, heißt es bei Behindertenparkplatz.

englischsprachige Links

Im Guardian schreibt Rashmee Kumar über Brown Girls and 195 Lewis, zwei neue Webserien von und über queere WoC.

Raquel Willis hat auf Twitter eine „history of black transgender people“ zusammengestellt.

Termine

Über 100 Veranstaltungen, Demos, Filmvorführungen und mehr rund um den Frauenkampf-Tag in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben wir auch in diesem Jahr in einer Übersicht zusammengestellt! Tipps zu weiteren Veranstaltungen können jederzeit in den Kommentaren aufgeführt werden.
Außerdem gibt es Frauentags-Veranstaltungslisten beispielsweise beim Feministischen Netzwerk und dem Gunda-Werner-Institut.

4. März in Köln: Ab jetzt ist eine Anmeldung möglich: #body*talk. Rollenbilder, Schönheitsdiktate und Empowerment im Netz.

4. März in Wien: Podiumsdiskussion – Zum Stand feministischer Kämpfe mit Mädchenmannschaftsbeteiligung. (FB-Link)

9. bis 11. März in Bern: CKSTER-Festival zum Thema Gender Hacking.

11. März in Berlin: 7. Barcamp Frauen. Infos findet Ihr hier.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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Stinkefinger für Edeka: Euer Dickenhass ist scheiße

16. Februar 2017 von Magda
Dieser Text ist Teil 42 von 44 der Serie (Mein) Fett ist politisch

Mit dem Satz „Mein Fett ist politisch“ zitiere ich die US-amerikanische Autorin Virgie Tovar oft und werde dann gefragt, was das genau bedeuten soll: Körperfett, politisch, hä?

Für mich bedeutet dieses Zitat, dass Körperfett heutzutage oft politisch instrumentalisiert wird, um Menschen zu beschämen und ihrem Gewicht Bedeutungen zuzuschreiben, die in der Regel negativ und verletzend sind. Somit werden dicke Menschen als faul(er), unattraktiv(er) oder ungesünder als schlanke Menschen dargestellt. Und weil die neoliberale Idee der Selbstoptimierung und des sich stets normgerechten Veränderns von Körper und Geist heute Teil unseres Lebens ist, aber eben nicht als Ideologie erkannt wird, spreche ich von Körpern als politische Orte: Auch an Körpern werden gesellschaftliche Ideen verhandelt. Mein Fett darf nicht einfach sein, mein Fett wird politisch aufgeladen.

Zwei Minuten pure Diskriminierung

Aktuelles Beispiel dafür ist der Edeka Werbespot, der von traurigen, grauen, vielessenden Dicken handelt. Und dann ist da ein Kind, das aus dieser traurigen, grauen, vielessenden Dickenwelt aussteigen möchte, um sich seinen sehnlichsten Wunsch zu erfüllen: Anstatt undefinierbaren Brei zu essen, wie das alle traurigen, grauen, vielessenden Dicken machen, möchte er fliegen. Und auf einer grünen Wiese Beeren naschen. Weil er Beeren und nicht mehr Brei isst, nimmt er ab und kann schließlich federleicht über Wiesen gleiten und glücklich in der Natur rumliegen. Am Ende des Werbespots lesen wir den Spruch „Iss wie der, der du sein willst“. Mein erster Impuls:

Dieser Spot ist nicht nur die schlechteste (und peinlichste) Geschichte, die die Werbewelt je gesehen hat, es ist auch eine zutiefst diskriminierende Werbung, die es schafft, viele abwertende und schlichtweg falsche Annahmen über das Dicksein, dicke Menschen, über Ernährung und ihren Einfluss auf Körper(gewicht) in ein bisschen mehr als zwei Minuten zu packen. Dazu kommt, dass – ich nehme an: schlanke Menschen – mit so genannten Fatsuits ausgestattet werden, um Dicke zu spielen. Es ist ein ekelhafter Mix aus Dickenfeindlichkeit sowie klassistischen und rassistischen Ideen vom „guten Essen“.

Natalie von Gemischtwahnlädchen beschreibt die Botschaften, die in dem Spot transportiert werden, so:

Von Dicken wird ständig verlangt, dass sie sich ändern. Sprich, abnehmen.
Von Dicken wird ständig erwartet, dass sie unsichtbar, also ja nicht bunt sind.
Von Dicken wird ständig angenommen, dass sie sich nicht nur schlecht ernähren, sondern auch dauernd essen.
Von Dicken wird ständig erhofft, dass sie ihr Gewicht durch irgendeine besondere Fähigkeit wiedergutmachen.
Dicke dürfen nicht inspirierend sein, beziehungsweise nur dadurch, dass sie nicht mehr dick sein wollen.
Selbsthass ist super. Selbsthass ist der Status Quo.

Einfach mal beschweren…

Auf ihrer Facebook-Seite reagiert Edeka auf Kritik mit dem bekannten Spruch „Wir wollen ja niemanden diskriminieren“. Um nicht gähnen zu müssen, suche ich mal fix ein paar Adressen raus, wo ihr euch beschweren könnt: Bitte twittert, schreibt oder ruft doch mal an und sagt, was ihr davon haltet. Der Hashtag ist #issso.


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Ein gutes Leben, ein würdiges Sterben und ganz viel dazwischen – unsere Links der Woche

6. September 2016 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 326 von 358 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Herzlichen Glückwunsch an Saraya Gomis! Sie ist Studienrätin und unterrichtet Französisch, Geschichte und Darstellendes Spiel an der Ernst-Reuter-Schule in Wedding. Sie ist nun Antidiskriminierungsbeauftragte für Schulen in der Senatsbildungsverwaltung in Berlin.

„Ich kann die Meinung anderer nicht ändern (…), aber ich weigere mich zu glauben, dass mein Körper das Problem ist.“ schreibt frenziskaa auf der Webseite von Arge Dicke Weiber über Dickenhass online.

Let’s get medical: „Wer hat Angst vor Hormonen?“ fragt Tove beim Missy Magazine.

bluespunk schreibt über Mobbingerfahrungen in der Schule und den impliziten Druck auf feministischen Veranstaltungen, dass sich alle wohlfühlen sollen: „Wohlfühlen will gelernt sein, ich hab es nicht gelernt.

Magda und Ragni haben einen aktuellen Fettcast aufgenommen – ein Podcast, der sich mit dicker Politik und Alltag beschäftigt. Dieses Mal geht es um „Sommer, Sonne, Bauch raus?

Der Blog justdisabled ist nun schon über sechs Monate jung – herzlichen Glückwunsch!

Schon eine Weile her, aber immer noch lesenswert: „Absage ans Jobcenter Pankow – Warum ich bei der feierlichen Eröffnung der Jugendberufsagentur keinen „künstlerischen Beitrag“ leisten werde.“ von Franz Brötchen.

Hatice Ince schrieb auf bento.de über den Tod ihres Vaters und ihren Umgang damit.

Francis Seeck schreibt beim Care Revolution Netzwerk darüber, dass neben dem Kampf für ein gutes Leben „auch die Bedingungen unter denen Menschen sterben und trauern“ Thema einer Care Revolution sein sollten.

Am 17. September marschieren wieder rechte Abtreibungsgegner/innen durch Berlin. Macht euch bereit für die Gegenproteste!

„Marsch für das Leben“? What the fuck! from bes domni on Vimeo.

Englischsprachige Links

Vor wenigen Wochen hat das Afropunk Festival in Brooklyn stattgefunden, auf wearyourvoicemag.com gibt es tolle fett-positive Bilder.

Die US-amerikanische Schauspielerin Laverne Cox würdigt ihre Idole Tina Turner und Beyoncé mit einer wirklich schönen Aktion.

Termine in Berlin, Frankfurt/Main und Karlsruhe 

10. September in Berlin: Ab 19 Uhr startet die One World Poetry Night (facebook-Link) moderiert und gehostet durch Stefanie-Lahya Aukongo.

16. September in Frankfurt/Main: „Voll Fett!“ Sensibilisierungsworkshop und Ideenwerkstatt für Fachkräfte der sozialen Arbeit von Magda Albrecht

17. September in Berlin: behindert und verrückt feiern.

17. September in Berlin: queerfeministische und antifaschistische Demo gegen den so genannten „Marsch für das Leben“. Auch in diesem Jahr rufen das What The Fuck Bündnis sowie das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung zu Demonstrationen auf.

23. bis 25. September in Karlsruhe: Lady*fest Karlsruhe.

01.10. in Berlin: „Voll Fett!“ Sensibilisierungsworkshop und Ideenwerkstatt für Fachkräfte der sozialen Arbeit von Magda Albrecht

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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Mein epischer Körper

6. Mai 2016 von Magda
Dieser Text ist Teil 40 von 44 der Serie (Mein) Fett ist politisch

Happy, happy Internationaler Anti-Diät Tag! Bereits die ganze Woche sind anlässlich diesen Tages beim Missy Magazin Texte zum Thema Diäten, Dicksein und Fat Empowerment erschienen, auf Twitter entstand der Hashtag #YesAllWampen. Auch ich steuerte einen Text bei: Mein epischer Körper, der hier noch einmal erscheint: 

Meine erste Diät machte ich noch vor meiner Einschulung, das muss 1992 gewesen sein. Bereits in diesem Alter hatte ich so oft gehört, dass ich „zu dick“ sei, dass ich mir fest vornahm, bis zum Schulanfang einige Kilos zu verlieren. Insbesondere meine Mutter – auch dick – musste sich ständig vor Ärzt*innen und Schulpersonal rechtfertigen, die das hohe Gewicht ihrer Kinder „besorgniserregend“ fanden. So besuchte ich mein erstes Diätcamp. Bevor ich lesen oder schreiben konnte, zählte ich also Kalorien.

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Meine Wampe! #YesAllWampen #AllSharksAreBeautiful #InternationalNoDietDay

Ich diätete mich von der Grundschule in die Oberschule und führte penibel Gewichtstabellen. Im Hort bekam ich spezielles Diätessen und saß am Tisch der ebenfalls diäthaltenden Erzieherinnen. Das klingt jetzt furchtbar und traurig (und ist es auch), aber ich war kein unglückliches Kind und beschäftigte mich auch mit anderen, schöneren Dingen. Die ständigen Gedanken um mein Gewicht stressten mich zwar und suggerierten, dass das mein ultimativer „Makel“ sei. Es war allerdings ein Stress, den ich kaum hinterfragte. Er gehört(e) einfach zum Alltag.

Mein erstes Diätcamp sollte nicht mein letztes bleiben. Ich erinnere mich an eins, in dem wir jede Woche gewogen wurden. Wie eine Versagerin fühlte ich mich, weil ich in der ersten Woche „nur“ ein Pfund abnahm. Der einzige Lichtblick war meine dicke Tante E., die meinen kleinen Bruder und mich einmal vom Camp abholte und mit uns Erdbeerkuchen mit einem dicken Klecks Sahne aß. Noch heute denke ich mit Herzchen in den Augen an diese Tante, wenn ich genüsslich in ein saftiges Stück Erdbeerkuchen beiße.

Etwa zur gleichen Zeit, 1997, trafen sich wichtige AnzugträgerInnen in Genf zu einer Konferenz der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Das ist jene Organisation, die queeres Begehren bis 1992 als „Krankheit“ klassifizierte und bis heute Trans* und nicht-binäre Menschen pathologisiert. Nicht gerade sympathisch also.

Eine ExpertInnengruppe der WHO diskutierte angeregt darüber, wie die „weltweite Epidemie“ namens „Adipositas“ (auch „Fettleibigkeit“ genannt) eingedämmt werden könne. Wenn AnzugträgerInnen (meinen) Köper als „Epidemie“ oder „krankhaft“ beschreiben, horche ich natürlich kritisch auf. Epidemie klingt zwar wie episch, meint aber leider etwas anderes, nämlich „ansteckende Massenerkrankung“.

Um das „Ausmaß“ der frisch entdeckten Epidemie zu veranschaulichen, schufen die WHO und ihre Verbündeten der Pharmaindustrie bei dieser Konferenz eine einheitliche und weltweit verbindliche Definition für Körpergewichtskategorien und bemühten dafür den bereits existierenden Body Mass Index, besser bekannt als BMI. Bereits existierende Werte wurden einfach runtergesetzt und zu neuen Werten vereinheitlicht: Ab 1997 galt mensch mit einem Wert von 25 als „übergewichtig“ und ab einem Wert von 30 „krankhaft übergewichtig“ bzw. „adipös“. (Ich tippe dies übrigens mit meinen adipösen Fingern, die zu meinem adipösen Körper gehören.)
Innerhalb weniger Jahre übernahmen „weltweit praktisch alle staatlichen Gesundheitsministerien, -institute, -behörden und unabhängige Gesundheitsorganisationen die neuen Grenzwerte“. In den USA, in denen bis 1998 viel höhere BMI-Werte als Maßstab dienten, wachten eines morgens also 35 Millionen Menschen als so genannte „Übergewichtige“ auf, und das ohne auch nur ein einziges Pfund zugelegt zu haben. Das Runtersetzen der Werte folgte einem wirtschaftlichen Kalkül: Es braucht eben eine wachsende Zielgruppe für (sinnlose) Diätnahrung und (mitunter gefährliche) Diätpillen.

Dass die Angst vor der so genannten „Übergewichts-Epidemie“ und mein teilweise von Ärzt*innen verordnetes Diätverhalten nicht zufällig zeitlich zusammenfielen, verstand ich erst viele Jahre später. Über die politische Dimension von Körpergewicht nachzudenken, hat mir in den letzten Jahren sehr geholfen, nicht mehr meinen Körper, sondern lieber gesellschaftliche Verhältnisse zu dissen. Am Internationalen Anti-Diät-Tag feiere ich die Schritte, die ich in meinem Leben schon gegangen bin und respektiere die Unsicherheiten, die vielleicht für immer bleiben werden. Ich feiere meinen epischen epidemischen Körper.
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Mehr Zum Thema Dicksein & Fat Empowerment gibt es in unserer Serie Mein Fett ist Politisch. Außerdem versende ich regelmäßig den FAT STUFF Newsletter, einfach Mail an: magda(at)maedchenmannschaft.net.

Die Angaben zum Body-Mass-Index für diesen Text stammen aus dem Buch „Dick, doof und arm. Die Lüge vom Übergewicht und wer davon profitiert“ von Friedrich Schorb, erschienen 2009 bei Droemer Knaur.


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California Dreamin‘. Eine Graphic Novel über Cass Elliot: „Ich werde die berühmteste Dicke der Welt“

18. April 2016 von Magda
Dieser Text ist Teil 117 von 130 der Serie Die Feministische Bibliothek

Wer kennt es nicht oder hat es sogar schon selbst am Lagerfeuer gesungen?

„All the leaves are brown / And the sky is gray /
I’ve been for a walk / On a winter’s day…“

California Dreamin' - CoverDer Klassiker von The Mamas & the Papas pflanzt sich freiwillig oder unfreiwillig ins Ohr und ruft melancholische Assoziationen von Hippies, Blümchen & Weltfrieden hervor. Die KünstlerInnen hinter dem Song sind weniger bekannt, am ehesten noch die grandiose Sängerin Cass Elliot („Mama Cass“), die bereits mit 32 Jahren verstarb. Ihrem Leben und ihrem musikalischen Erbe ist ein im März auf Deutsch erschienener Graphic Novel gewidmet: „California Dreamin‘. Cass Elliot und The Mamas & the Papas“ (Carlsen) von der französischen Comic-Zeichnerin Pénélope Bagieu.

Cass Elliot wurde 1941 als Ellen Cohen in Baltiore (Maryland, USA) in eine aus Russland emigrierte jüdische Familie geboren. Gesang, Schauspiel und Unterhaltung werden früh zu ihren Leidenschaften. Schnell wird im Buch das Spannungsfeld Selbstbild und gesellschaftliche Anrufungen thematisiert: Die junge Ellen liebt den großen Auftritt und weiß ganz genau „Ich werde ein Star“. Das Selbstbewusstsein eines jungen Mädchen mit musikalischen Ambitionen trifft dann auf Sexismus und Dickenfeindlichkeit, was Cass zwar den geraden Weg ins Showbiz verunmöglicht, ihre Entschlossenheit aber kaum trübt.

„Ich werde die berühmteste Dicke der Welt“

Mit 19 bricht sie die Schule ab und geht nach New York City. Die nächsten Jahre sind von kleineren Schauspiel- und Musik-Jobs bestimmt und von Managern, die von Cass verlangen, dass sie abnehmen soll. Drogen, Alkohol, Dauer-Diäten bei gleichzeitigem Hass auf Diäten, eine unerwiderte Liebe, chronischer Geldmangel, aber viele schöne, maßgeschneiderte Kleider (♥) sind die Begleiterinnen ihrer anfänglichen Karriere. Obwohl Cass so viel Abwertung entgegenschlägt, scheint sie nie an ihren gesanglichen Qualitäten zu zweifeln (glücklicherweise). Die selbstherrlichen Hippie-Macker, die zwar gerne Cass‘ Ideen klauen, aber ihr keine Credits geben wollen, haben mich beim Lesen einige Nerven gekostet.

Es entschädigen die lebendigen, oftmals schnörkelig-skizzenhaften Bilder und die coole Darstellung von Cass. Beschrieben wird ihre Person und ihr Leben aus den jeweiligen Perspektiven der Menschen, die mit ihr aufgewachsen, befreundet oder sie verehrt haben und oft frage ich mich: Was hätte Cass dazu gesagt?

In den Monaten vor ihrem Tod hatte sie durch Hungern 80 Pfund abgenommen. Ihr früher Tod durch Herzinfarkt kurz nach einem Konzert in England wird auf die vielen Crash-Diäten zurückgeführt. Dass sofort Gerüchte die Runde machten, dass sie an einem Schinken-Sandwich erstickt sein soll, zeigt, wie respektlos auch nach ihrem Tode über sie gesprochen wurde. Dagegen formierte sich aber auch Widerstand: Fat Aktivist_innen organisierten kurze Zeit später in Los Angeles eine Gedenkveranstaltung. Auch dieses Buch ist ein Lichtblick und ein tolles Werk für diejenigen, die sich für das Leben und das musikalische Vermächtnis von Cass Elliott und für Musikgeschichte im Allgemeinen interessieren.

Zwei Wochen vor ihrem Tod gab Cass Elliot ein wunderbares Interview:


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Geschickt(er) gendern, Intersex-Aktivismus und UNICORNS IN TECH

7. April 2016 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 313 von 358 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Beiträge

Hilfe benötigt der Wagenburg Kanal e.V. (Mo K.) in Berlin. Seit zwei Jahren kämpft die Berliner Immobiliengesellschaft, eine Firma die städtisches Eigentum verwaltet und verkauft, gegen den Kanal und versucht sie zu zwingen einen Vertrag mit einer rassistischen Klausel zu unterschreiben, der es Geflüchteten, Rrom_nja und Menschen ohne gültigen Aufenthaltstitel oder Residenzpflicht untersagt sich auf dem Platz aufzuhalten. Um rechtlich dagegen vorgehen zu können, werden Spenden benötigt.

Hengameh diskutiert in der Kolumne „Habibitus“ in der taz eurozentrische Schönheitsnormen im Iran und resümiert: „Jede soll mit ihrem Körper anstellen dürfen, was immer sie will.

Ab sofort geschickt(er) gendern- mit einem Genderwörterbuch von Johanna Müller.

Das deutsche Studentenwerk startet eine Umfrage zur Situation behinderter Studierender.

Englischsprachige Beiträge

Why The Gender Leadership Gap Is So Much Worse For Women Of Color, ist Thema im Magazin Fast Company.

Wenn schlanke Menschen große Größen auf Modeseiten tragen, läuft doch gehörig was falsch. Warum nicht einfach dicke Models buchen? Eine andere kreative Antwort stellt Dances With Fat vor.

Sommerzeit, nervige Diätwerbungzeit. Keine Angst, hier gibt es Motivation für den Beach Body: „17 Pictures Of Beach Bodies That Will Get You Motivated.“

In diesem Video sprechen vier Intersex-Aktivist_innen über die anhaltende Isolierung und Pathologisierung von Intersex-Menschen.

Termine in Berlin, Kiel, Köln, Marburg und Würzburg
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