Einträge mit dem Tag ‘DDR’


Gedenken an Pogrome, feministische Kämpfe in der DDR – kurz verlinkt

12. November 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 255 von 256 der Serie Kurz notiert

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Bei der Jüdischen Allgemeinen beschreibt Margot Friedländer, wie sie als 17-jährige die antisemitischen Pogrome am 9. November 1938 und deren Nachwirkungen in Berlin erlebte: “Hitler müsste eines Tages gehen, dachten wir. Irgendwann würden die Deutschen nicht mehr hinnehmen, was man uns Juden antat. Doch dieser Tag kam nicht. Nach der »Reichskristallnacht« wurde uns unmissverständlich klar: Niemand würde uns helfen.”

Feminismus-Geschichte in Deutschland wird immer wieder sehr perspektivisch sehr beschränkt erzählt, z.B. auch als eine vor allem west-deutsche Geschichte. Katrin Gottschalk schreibt in der Frankfurter Rundschau über feministische Auseinandersetzungen in der DDR und Wende-Enttäuschungen.

Das maiz, das Autonome Zentrum von & für Migrantinnen in Linz, wird zwanzig Jahre alt. migrazine spricht mit den drei Gründerinnen Tania Araujo, Luzenir Caixeta und Rubia Salgado über die Geschichte des Zentrums, Reflexionen und die Zukunft, die u.a. die Gründung der “Universität der Ignorant_innen” bereithält.

Und noch ein Geburtstag: Das Bielefelder Online-Magazin weird feiert 7-jähriges Bestehen:

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Nach wie vor ist Kunst eine sehr männlich dominierte Domäne. Und auch im Rückblick werden meistens jene Frauen, die tätig wurden, nicht in den Kanon aufgenommen, bleiben ganz unerwähnt oder Männer eignen sich die Werke an. Flavorwire stellt dafür 10 abstrakte Künstlerinnen.

Noch mehr Künstlerinnen stellt Hyperallergic vor: “The Women Tagging and Painting the Streets of Bogotá“.

Die Naturwissenschaften sind gar nicht männlich dominiert?! Das zumindest behauptete ein Artikel in der New York Times, der sich auf eine aktuelle wissenschaftliche Studie bezieht. Ein Beitrag auf slate.com nimmt diesen Quatsch super auseinander und erklärt noch einmal, was das Problem an der Auswertung der Studie sei.

Termin

Am 21. und 22. November in Berlin, Ballhaus Naunynstraße: “Performing Back” (Facebook-Link), eine künstlerische Auseinandersetzung von Simone Dede Ayivi mit der Kontinuität deutscher kolonialer Vergangenheit.


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25 Jahre Mauerfall: Deutsche Selbstverständlichkeiten

10. November 2014 von Nadine

In der Erinnerungsarbeit und Aufarbeitung der DDR-Geschichte, auch in den vergangenen Tagen, wird deutlich: Es sind die immer gleichen Geschichten, die erzählt werden: Staatliche Verfolgung, Überwachung, Repression, Morde, die – zum Glück – mit dem Fall der Mauer am 9.11.1989 und dank einer “friedlichen Revolution” beendet wurden. Die langersehnte deutsche Einheit 1990, ein einig “Volk”. Es kam endlich zusammen, was schon immer zusammengehörte?

Viel wurde getan nach 1989, damit die ehemaligen IMs, SED- und Stasifunktionäre aufgespürt, sanktioniert und ausgegliedert werden konnten. Nicht allen widerfuhr ihre “rechtmäßige” Bestrafung, doch es ist auffällig, mit welchem Nachdruck die gesamtgesellschaftliche Verurteilung des DDR-Regimes bis heute passiert – eine positive Bezugnahme auf die DDR ist tabuisiert. Das Urteil “Unrechtsstaat” ist unwiderruflich. Die Linkspartei muss sich immer wieder legitimieren. Selbst der Bundespräsident und die Bundeskanzlerin dürfen ihre Bedenken zur Regierungsbildung in Thüringen äußern und damit demokratische Prozesse auf den Prüfstand stellen. Wo die Linke mitregiert, ist die SED nicht weit. Während zeitgleich Koalitionsüberlegungen der CDU mit der rechten AfD okay sind. “Man wird ja wohl noch koalieren dürfen”, gilt eben nicht für die Linke, eine Partei mit SED-Vergangenheit, eine Partei mit sozialistischen Grundsätzen.

Noch immer mischen sich antisozialistische und antikommunistische Ressentiments in der Bundespolitik genauso wie in der westdeutschen Gesellschaft mit klassistischen und klassenspezifischen Abwertungen, die die Linkspartei treffen und viele weiße Ostdeutsche, die ihre Herkunft nicht hinter einer dialektfreien Sprache oder neoliberalen, sozialchauvinistischen Ideologien verbergen können oder wollen. Wer sich rot äußert oder darauf aufmerksam macht, dass sich die Lebensqualität der meisten Ostdeutschen nach 1989 eher verschlechtert als verbessert hat, gerät unter Generalverdacht ein Gesellschaftssystem zu präferieren, das dem Faschismus gleicht. Linksradikale Bewegungen werden kriminalisiert und dem Vorwurf der Verfassungsfeindlichkeit und Volkszersetzung ausgesetzt. Während Nazis weiterhin von staatlicher Seite ungehindert marschieren und morden dürfen.

Es verwundert nicht. Es ist die Fortsetzung deutscher Geschichte, die schon immer darum bemüht war, die Errungenschaften sozialer Bewegungen möglichst schnell zu revidieren. Dass sich ein sozialistisches Gesellschaftsmodell auch nach 1945 hierzulande nicht behaupten konnte, geschweige denn in seinem kurzen Bestehen für alle ein besseres Zusammen_Leben ermöglichen konnte, ist nicht nur Folge von globalen gesellschaftspolitischen Machtkämpfen und einem aggressiven Kapitalismus, sondern eigentlich eine deutsche Selbstverständlichkeit.

Es verwundert nicht. Es ist die Aktualisierung eines deutschen Bewusstseins, das bis heute von weißen, christlichen, völkisch-nationalistischen Allmachts- und Überlegenheitsfantasien und einem soziopathologischen Begehren nach Obrigkeit und Führung geprägt ist. Dass in den Erzählungen um den 9. November weder die staatlichen verordneten Pogrome 1938, die Verfolgung und Ermordung von Jüd_innen und allen anderen, die zu Nicht-Menschen degradiert wurden, einen dem Mauerfall ebenbürtigen Platz in der Erinnerungsarbeit bekommen, ist nicht nur Folge eines Jubeltaumels über den Zerfall der DDR mit Bier und Bratwurst, sondern eigentlich eine deutsche Selbstverständlichkeit.

Es verwundert nicht. Es ist die unhinterfragte und ungebrochene Hervorhebung weißer, deutscher Opfer historischen Unrechts, die die Erzählungen der ehemaligen Vertragsarbeiter_innen aus BRD und DDR, der migratisierten und kolonialisierten Generationen, die hier lebten und leben, den Geflüchteten, die hier leben wollen, systematisch aus deutscher Erinnerungsarbeit ausgeschlossen werden. Hoyerswerda, Solingen, Lichtenhagen, Mölln – bedauerlich für das Ansehen von Deutschland, aber nicht betrauernswert für die Angehörigen, Hinterbliebenen, Vertriebenen. Dass 1884, 1938, 1989, 1991, 1992 und 2014 oft einseitig erinnerte und zusammenhangslose Jahreszahlen bleiben, ist nicht nur Folge kollektiver Geschichtsamnesie, sondern eigentlich eine deutsche Selbstverständlichkeit.


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DDR-Barbies, antirassistisches Kinderbuch, Free CeCe, Protest gegen Sarrazin – kurz verlinkt

26. Februar 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 225 von 256 der Serie Kurz notiert

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Die aktuelle Ausgabe der an.schläge ist erschienen,  diesmal mit dem Schwerpunktthema Wohnpolitik, und wieder sind einige Beiträge online lesbar, z.B. das Interview mit einer lesbischen Bloggerin aus Jordanien.

Katrin Gottschalk und Margarita Tsomou widerlegen im Freitag die so steilen wie schlotterigen “Barbiefeminismus!”-Thesen, die von dort aus kürzlich die Runde machten (geschickter Move, diese kräftebindenen  These-Gegenthese-Zirkel, die in einer Staubwolke von Rabatz letztlich zurück auf Null führen… kennen wir ja auch von der taz) – zum Beispiel so: “Es ist schlichtweg falsch zu behaupten, in der DDR wären Frauen und Männer gleichberechtigt gewesen.”

Die Tageschau berichtet: Bis Ende Juni 2014 soll es eine neue gesetzliche Regelung zur sukzessiven Adoption für nichthetero Paare geben – liberaler wird’s aber wohl nicht mit der Großen Koalition.

“‘Das Wort, das Bauchschmerzen macht’ ist eine spannende Geschichte, die (nicht nur) Kindern zeigt, wie verletzend rassistische und diskriminierende Sprache ist. Aber auch, wie sich Eltern, Lehrer_innen und nicht zuletzt die Kinder selbst aktiv für ein respektvolles Miteinander einsetzen”- Nancy J. Dilla sammelt Funding, um ihr Kinderbuch gegen rassistische Sprache veröffentlichen zu können. Noch wenige Wochen könnt ihr das Projekt unterstützen!

Die Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung hat eine Broschüre über trans* Kinder und Jugendliche heraus gegeben. Sie kann hier herunter geladen und auch bestellt werden unter broschuerenstelle(at)senaif.berlin.de

Schon im letzten Jahr erschienen, aber (leider) immer aktuell: “Un_mögliche Bildung. Kritische Stimmen und verschränkte Perspektiven auf Bildungsun_gleichheiten.

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Ein weiteres wichtges Projekt, das auf Förderung angewiesen ist: die Dokumentation “Free CeCe” über und gegen Gewalt gegen Transfrauen, von Laverne Cox und CeCe McDonald.

In Spanien mehren sich die Proteste gegen die kürzlich verschärfte regressive Abtreibungsrechtspolitik, berichtet der Independent.

Anita Little stellt im Ms. Magazine eine Reihe früher Schwarzer Feministinnen vor.

Aaminah Khan schreibt bei Black Girl Dangerous über Intersektionalität und auf welchen (unter anderem) rassistischen Narrativen der Vorwurf, dass Kritiken an weißem Mainstream-Feminismus “toxisch” oder “Mobbing” seien, aufbaut.

Bei Autostraddle geht es um das kolonialistische Erbe, welches der heterosexistischen Diskriminierung in einigen afrikanischen Ländern zugrunde liegt und beim kritischen Blicken dorthin oftmals unter den Tisch fällt.

Welche Veränderungen können feministische Bewegungen international bewirken? Ein Podcast beim Guardian widmet sich dieser Frage.

Der Guardian berichtet auch über die Pianistin Alice Herz-Sommer, die mit 110 Jahren als älteste bekannte Überlebende der Shoah verstorben ist.

Termine

Berlin: Heute um 19:30 Uhr im K-Fetisch findet die erste Veranstaltung der Reihe “Mir lebn ejbik – Wir leben ewig” über Widerstand, Gedenken und Befreiung statt: “Frauen* im jüdischen Widerstand – die Meijdalach aus Bialystok.”

Auch in Berlin: Am 2. März (11 Uhr) will Thilo Sarrazin sein neues Buch im Berliner Ensemble vorstellen. Am 2. März findet daher auch eine Kundgebung dagegen auf dem Bertolt-Brecht-Platz statt – hier geht es zum Facebook-Event.

Vom 8. bis 13. März, ebenfalls in Berlin: die Berlin Feminist Film Week.

Das erste Kieler laDIYfest findet vom 18. bis 20. April 2014 statt. Spenden sind erwünscht!

Vom 12. bis 15. Juni  in Sachsen auf Gut Frohberg: Die frauensommerakademie*2014  - schon mal vormerken!


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Veranstaltungsreihe in Berlin: Lesbisches Leben in Deutschland

15. Oktober 2013 von Magda

Vom 21. Oktober bis 25. November findet in Berlin im EWA-Frauenzentrum eine Veranstaltungsreihe zum Thema “Lesbisches Leben in Deutschland” statt.

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Den Auftakt am 21. Oktober macht die Politikwissenschaftlerin Dr. Christiane Leidinger zur Lesbenbewegung in den 1980er Jahren. Am 28. Oktober spricht die Publizistin Franziska Rauchut über die Lesbenbewegung in der DDR, am 11. November referiert die Historikerin Katja Koblitz über Ost-West-Begegnungen von Lesben und am 25. November endet die Reihe mit einem Vortrag der Autorin und Musikerin Elisabeth Pricken zu La Casa delle Donne – Das Haus der Frauen.

Wie auch schon bei der LESgenden-Dokumentationsreihe, die filmisch die Geschichten von Lesben in Deutschland erzählt, fällt auf, dass der Aktivismus von Schwarzen/of Color lesbischen Feministinnen in Deutschland zumindest nicht explizit vorkommt und Schwarze Aktivistinnen nicht selbst zu Wort kommen. Vielleicht sind ja noch weitere Veranstaltungen geplant…?

Lesetipp: Dennert, Leidinger, Rauchut (Hg.): In Bewegung bleiben: 100 Jahre Politik, Kultur und Geschichte von Lesben.


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Rebel Girls, Gedichte und ein lesbischer Kurzfilm – die Blogschau

5. Oktober 2013 von Viruletta
Dieser Text ist Teil 219 von 263 der Serie Die Blogschau

Passend zum 3. Oktober hat ihollaback!Berlin einen Text von May Ayim zitiert: “grenzenlos und unverschämt – ein gedicht gegen die deutsche sch-einheit“. Das Missy Magazine war aus dem selben Anlass im Frauenzentrum EWA in Berlin, und hat sich dort auf die Suche nach den feministischen Frauen gemacht, die bei den Erzählungen über die Bürger*innenbewegung der DDR meist vergessen werden.

30. Jahre an.schläge und wir schließen uns den Glückwünschen an: Happy Birthday! Und weil die Redaktion auch nach 30 Jahren noch viel Wert auf euer Feedback legt, gibt es hier noch eine Umfrage: was würde das Magazin für euch noch besser machen?

Polychromatisch schreibt über alltägliche Trans*phobie und die Schwierigkeit, die das reclaimen von Begriffen oft mit sich bringt: “Ich will niemenschem Worte wegnehmen und somit ungewollt meine Privilegien als weißer, wahrgenommener Trans*mann ausspielen. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass in meiner individuellen Position mir diese Reclaming eigentlich zustände, denn schließlich bin ich durch die trans*phobe Verwendung dieses Wortes direkt betroffen”. Über Ideen und Anregungen in den Kommentaren freut er sich.

Die queere Jugendgruppe Youngstars Hochrhein hat einen lesbischen Kurzfilm gedreht:

Zum Thema Privilegien gibt es viele Meinungen und Vorannahmen. Nadine hat auf ihrem Blog Medienelite einige davon aufgegriffen. Aber Vorsicht: Der Beitrag kann Spuren von Sarkasmus enthalten.

Alis Afrika-Blog schreibt darüber, wie ätzend es ist, in Deutschland als Schwarzer Mensch ständig gleichzeitig demonstrativ übersehen und überwacht zu werden: “Das typische am Rassismus ist, dass Leistungen von rassistisch Ausgrenzten individualisiert, (vermeintliche) Fehltritte jedoch kollektiviert werden”.

“Mädchen? Junge? Pony?” ist der Titel einer Broschüre der trans*genialen f_antifa, die versucht in verständlicher Sprache verschiedenste Fragen rund um das Thema trans* zu beantworten. Auf der Homepage der Gruppe steht sie nun zum Download bereit.

Die denkwerkstatt hat ein Interview mit der feministischen Ökonomin Gabriele Michalitsch geführt. Resüme: Feminismus kann niemals Lifestyle sein, Feminismus ist immer politisch”.

Die Musikjournalistin und Autorin Tine Plesch hat zu Lebzeiten eine Menge eigener Gedanken zu Pop und Feminismus, Musik und Literatur zu Papier gebracht. Beim Ventil-Verlag ist nun unter dem Titel Rebel Girl – Popkultur und Feminismus eine Sammlung dieser Texte erschienen. different needs hat sie gelesen und rezensiert: “Wer wissen möchte, wie sich Lesereisende auf Tour fühlen, warum schreibende Frauen mitunter die “Heldin als Verrückte” dargestellt haben und warum “Mädchenband” kein gewinnbringender Begriff ist, dem_der sei dieses wunderbare Buch ans Herz gelegt”.

Das Ende des Sex hat ebenfalls eine Lektüreempfehlung für euch: “Eine afro-deutsche Geschichte: Zur Lebenssituation von Afrikanern und Afro-Deutschen in Deutschland von 1884 bis 1950″ von Katharina Oguntoye.

Die lesbische ugandische Menschenrechtsaktivistin Kasha Nabagesera hat kürzlich den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis erhalten. “Die Entscheidung der Jury, mit der Wahl der Preisträgerin die weltweite Diskriminierung von LSBTI-Personen sichtbar zu machen, ist ein Meilenstein und ein starkes politisches Signal: Homophobie ist ein Menschenrechtsthema, weltweit” schreibt L-talk.

Tea-riffic hat ein wunderbares Gedicht geschrieben, dass sie völlig unnötiger Weise sehr schüchtern präsentiert; es heißt “Feminist Killjoy”.

Auf fatshaming Kommentare schlagfertig zu reagieren, kann empowernd sein. Der Dicke Verein liefert deshalb ein paar Vorschläge für Erwiderungen, die zwar nicht alle toll sind, aber einige Gute sind dabei.

Sina’s Blog bildet eine Debatte darüber ab, inwiefern Missionar*innen die Notlagen von Sexarbeitenden ausnutzen.

Termine:

Es lohnt sich einen Blick in den Veranstaltungskalender von Antje Schrupp zu werfen.

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Kurz verlinkt: Gleich zweimal Feminismus im Radio

14. Dezember 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 65 von 256 der Serie Kurz notiert

Die Jungle World berichtet, dass das Land Schleswig-Holstein in der kommenden Woche über seinen Sparhaushalt abstimmt. Auch zwei Frauenhäuser sollen geschlossen werden.

Der Reithof Maruschka in Meuselko, eine soziale Einrichtung, in der traumatisierte Mädchen ein sicheres Zuhause finden, wird nun durch das Hochwasser und den Dammbruch bedroht. Mehr Informationen zum Reithof und wie ihr helfen könnt, findet ihr auf betterplace.org.

Auf dem Fotoblog von msnbc.com könnt ihr ein paar interessante Einblicke in ein afghanisches Frauengefängnis bekommen.

Patrick von Derangierte Einsichten kommentiert das queer- und familienpolitische Programm der Piratenpartei.

Auf AG Queer Studies könnt ihr dem Vortrag “Ich bin schw…, ehm, homosexuell – Wissenschaft und Homosexualität in der DDR” von Sebastian Mohr lauschen.

An alle Interessierten, die gut Englisch sprechen: Gender Across Borders vergibt einen Praktikumsplatz an eine_n Redakteur_in und sucht eine Person, die/der sich mit Marketing und Fundraising auskennt.

Feminismus im Radio – gibt’s das überhaupt? Diese Frage geht „EuWoRa“- European Women’s Radio nach. Begleitet hat das Projekt Petra Pfisterer, die im folgenden Interview Viktoria Balon Rede und Antwort stand. (via recherche)

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Noch mehr Feminismus im Radio gibt es auf freie-radios.net: Aus einer wertkritischen Perspektive unterzieht Roswitha Scholz die Queer Theorie einer feministisch-materialistischen Kritik.

Im Guardian findet ihr einen lesenswerten Artikel zum Thema Gewalt gegen indigene Frauen: Die Autorin resümiert, dass die Gewalt an indigenen Frauen Kanadas Verweigerung widerspiegele, sich mit seiner Kolonialgeschichte auseinander zu setzen.


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Skaten, twitter, Israel, Kopfrechnerin, Sexarbeit, Keuschheit, Sex and the City und Ost-Feminismus

9. Juni 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 84 von 256 der Serie Kurz notiert

Beim Thema Skaten fallen einem meist nur männliche Skater ein. Der Fotograf Max Hamilton hat daher britische Skaterinnen fotografiert und zeigt die Fotos auf seiner Webseite.

Seit kurzem folgt und retweetet die feministisch-queere Twitterszene FeministHulk – das Ms. Magazine hat sogar ein Interview bekommen. Dabei gibt es noch mehr Superhelden. Die Comics Alliance hat überlegt, wie deren Tweets wohl aussehen könnten.

Die 89-jährige Journalistin Helen Thomas hat Generationen von US-Präsidenten mit ihrer scharfen Zunge zugesetzt. Nun musste sie wegen wegen ihrer unflätigen Kritik an Israel antisemitischen Äußerungen (youtube) das Pressekorps im Weißen Haus verlassen.

Die elfjährige Priyanshi Somani aus Indien ist neue Weltmeisterin im Kopfrechnen.

Carolin Küppers berichtet in der Jungle World über die Arbeitsbedingungen in der südafrikanischen “Sexarbeit” und die erwartete stärkere Repression während der WM.

Eine illustrierte Geschichte über männliche Keuschheitsgeräte findet ihr hier.

Ebenfalls in der Jungle World: Petra Müller thematisiert die vor etwa einem Jahr vom Bundestag beschlossene Verschärfung des Schwangerschaftkonfliktgesetzes und konstatiert: “Wessen Situation sich dadurch verbessert hat, ist weitgehend unklar.”

Urban Outfitters hat mal wieder ein bescheuertes T-Shirt mit der Aufschrift “Eat Less” auf dem Markt – nicht zum ersten Mal.

Die Junge Welt schreibt über Feminismus in der DDR.

Feministing und Muslimah Media Watch rezensierten den neuen Sex and the City II. Muslimah Media Watch befindet:

Any feminism that was in the original series has been trussed to death with accessories—SATC2 is just porn for rich western women.

Feministing hat außerdem noch eine Video-Rezension vorbereitet:


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Verarmte Ostfrauen

21. Dezember 2009 von Magda

Rund 400.000 einstige Hausfrauen aus der ehemaligen DDR, die heute Rentnerinnen sind, sind von Altersarmut betroffen. Hat sich in der DDR noch der Staat um jene Frauen gekümmert, hat das westdeutsche Rentensystem, welches beim Einigungsvertrag 1990 auf die gesamte Bundesrepublik übertragen wurde, die ostdeutschen Frauen übergangen, denn ein in der DDR geschiedener Mann kann aus juristischen Gründen nicht mehr belangt werden. Eine ostdeutsche Rentnerin bekommt rund 670€  – verglichen mit 1100€ für eine Rentnerin aus dem Westen. Hier ein Bericht von Panorama:

Gesehen beim mädchenblog.


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Produktion und Reproduktion

1. Juni 2009 von Anna

Über die aus westdeutscher Sicht vermeintlich vorbildlich gleichberechtigten DDR-Frauen gab es diese Woche in der Zeit einen interessanten Artikel zu lesen. Darin heißt es unter anderem:

„Die starke, emanzipierte Genossin? Fehlanzeige. Die Familienpolitik der DDR war auf ein traditionelles Bild der Frau ausgerichtet. Das einzig Neue daran: Frauen mussten nun das Doppelte leisten. Produktion und Reproduktion, so nennt Babett Bauer diese Aufgaben. Die Historikerin hat im Familiengesetzbuch der DDR nachgelesen, dass die Aufgaben der Frau sogar gesetzlich geregelt waren: “Die Frau sollte ihre berufliche und gesellschaftliche Tätigkeit, die immer in Zusammenhang mit dem Aufbau der sozialistischen Gesellschaft stehen musste, mit der Mutterschaft vereinbaren können. Von Vaterschaft ist hingegen nie die Rede.”“

Oder, etwas kürzer zusammen gefasst:

„Was heißt schon Emanzipation. Natürlich sind wir alle arbeiten gegangen. Aber die Kinder in die Krippe gebracht, abgeholt, der Haushalt, das blieb an uns hängen.“

In der DDR fand so politisches Engagement teilweise quasi unter umgekehrten Vorzeichen statt: Gerade die Frauen, die sich dafür entschieden, zu Hause zu bleiben – „auch und gerade, um ihre Kinder von den Institutionen der ideologischen, staatlichen Erziehung fernzuhalten“ – setzten damit mehr oder weniger direkt ein politisches und gesellschaftliches Statement und „kamen so auch mit der westdeutschen Frauenbewegung in Kontakt“.

Heutzutage profitieren jedoch Frauen wie Männer von der in der DDR sowohl verordneten als auch halbherzigen Emanzipation. So ist zum Beispiel für die Kinderbetreuung eine andere, bessere Infrastruktur vorhanden als im Westen, Hort- bzw. Kitaplätze sind keine Mangelware. Auch das Selbstverständnis sei bei beiden Geschlechtern ein anderes:

„Daniel Erler ist Mitautor der Studie, die sich mit der Lebenssituation und den Perspektiven junger Frauen in den neuen Bundesländern auseinandersetzt, und erklärt: “Das Selbstverständnis der jungen Frauen im Osten ist sehr viel stärker am Arbeitsmarkt orientiert. Beruf und Familie schließen sich nicht aus, sondern gehören zusammen.“

Außerdem seien Ost-Männer „offener gegenüber arbeitenden Frauen“.

Und weiter heißt es:

„Darüber hinaus zieht das Argument, dass Männer im Westen gerne anführen, ihr höheres Gehalt nämlich, im Osten einfach nicht. Die Gehaltsunterschiede zwischen den Geschlechtern sind im Osten sehr gering, zeigt die Studie “Frauen machen neue Länder”. Und wenn es selbstverständlich ist, dass beide Partner arbeiten, ist es auch selbstverständlich, dass beide Partner den Haushalt erledigen.“

Daniel Erler gibt sich allerdings optimistisch:

„In diesem Fall bewegt sich der Westen auf den Osten zu. Denn das Selbstverständnis der jungen Frauen im Westen ändert sich in diesem Punkt natürlich auch.“

Sein Wort in wessen Ohr auch immer.


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