Einträge mit dem Tag ‘Das Feminismus-101-Day-Spa hat heute leider zu’


Feminist Fun Friday: Die „Aus den Aufzeichnungen eines Trolls“-Edition

3. April 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 11 von 14 der Serie Feminist Fun Friday

Trolle haben es ja nicht mehr so leicht heutzutage: Früher, ja früher, da war alles besser, da konnte man sich plump in irgendwelche Internetdebatten oder Kommentarspalten einschalten, destruktiv und nervtötend daher quatschen, sogar das ein oder andere Mal mit den anvisierten Zielpersonen oder -gruppen direkt in Kontakt treten und im Glücksfall ewig lange am Zeitfresserrad drehen – es musste nur der Laber Rhabarber-Köder gut genug ausgelegt werden, und wenn angebissen wurde, dann begann auch schon das große Fest. Der Troll war in seinem Element, fühlte sich mit Aufmerksamkeit überhäuft, im Mittelpunkt des Geschehens, interagierte mit seinen verhasstesten Gegner_innen, konnte so viel klugscheißen dass kein Klopapier der Welt ihn jemals hätte stoppen können, fühlte sich auf dem Zenit seiner rhetorischen Bösartigkeit verdient angekommen! Hach, das waren noch Zeiten!

Zeiten wie aus einer goldenen, längst vergangenen Ära, als es vor allem unter Feminist_innen noch nicht so en vogue war, zu ignorieren und zu blockieren und schneller als „Troll“ überhaupt buchstabiert werden kann auf das Mülleimer-Symbol in Blog-Backends zu klicken. Heute, heute aber herrscht Langeweile. Da, wo früher ein Minenfeld war, auf dem der Troll es gewohnt war, Topfschlagen zu spielen (auch, weil früher blockieren-und-ignorieren öfter noch als heute als „Zensur“ verschrien war), ist heute nichts als verbrannte Erde. Der Troll sucht nun also nach anderen Möglichkeiten, mit Feminist_innen in Kontakt zu treten, um dem liebgewonnen Ping-Pong der Vergangenheit wieder Leben einzuhauchen. Er schreibt zum Beispiel depperte Mails. Ein Prachtexemplar der letzten Wochen las sich dann auch so:

[Übrigens: Falls der Feminist Fun Friday bei euch GIF-Alarm auslöst, findet ihr hier eine Anleitung, um diese zu deaktivieren.]

Seit  kurzem bin ich mit einer sehr starken selbstbewussten frau zusammen

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(Unbezahlte) Bildungsarbeit, BMX-Räder und Blabla-Diskussionen im Feuilleton – kurz verlinkt

17. Dezember 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 266 von 362 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Am Montag marschierten an die 15.000 Pegida-Anhänger_innen (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) durch Dresden. Die Parolen sind klar rechts, rassistisch und islamophob. Die taz ist mitgelaufen und schreibt über das Selbstverständnis der Mitmachenden. Die Süddeutsche berichtet vom Symposium „Grenzen im politischen Meinungskampf – Zum Umgang mit rassistischen Vorurteilen und Diskriminierungsideologien“, welches sich auch mit Pegida auseinandersetzte.

Die taz hat ein Interview mit der Islamwissenschftlerin Noha Abdel-Hady geführt. Sie untersucht die Rolle weiblicher Gelehrter im Islam. 

Warum ich für meinen Sohn Weihnachtsfiguren mit dunkelbrauner Hautfarbe bestelle„: Wie Kinder Rassismus erfahren, reproduzieren und verarbeiten,  erzählt Tupoka Ogette beim Migazin.

„Alleinerziehende und Hartz IV Alltagskampf bis zur Erschöpfung“ – bei Deutschlandradio Kultur gibt es einen Beitrag über viele der strukturellen Faktoren, die sog. alleinerziehende Mütter und ihre Kinder in Armut halten.

In der sog. Düsseldorfer Tabelle ist geregelt, wieviel Geld zum Lebensunterhalt Kindern zusteht. Diese Tabelle ist nun angepasst worden – allerdings zugunsten der unterhaltspflichtigen Personen. Von denen die Mehrheit derzeit getrennt lebende Väter sind, die wiederum oftmals ohnehin nicht, nicht regelmäßig oder zu wenig Unterhalt für ihr(e) Kind(er) zahlen, obwohl sie statistisch finanziell von einer Trennung oft profitieren. Der Deutsche Juristinnenbund kritisiert daher die Entscheidung.

Türkisch, deutsch, lesbisch, feministisch: Ein schönes Interview von FrauTV mit Dj Ipek zu Identität und gegen eindimensionales Schubladendenken.

neues deutschland veröffentlicht einen ausführlichen Nachruf auf die Refugee-Aktivistin Mimi.

Beim Missy Magazine kritisiert Katrin Gottschalk den Zeit-Kommentar „Menstruationscomics, nein danke“, der sich, „wie so viele andere, am Image des Feminismus“ abarbeite, „anstatt sich mit seinen Inhalten zu beschäftigen.“

englischsprachige Links

18 Badass Women You Probably Didn’t Hear About In 2014“ hat Buzzfeed zusammengestellt.

In dem neuen Dokumentarfilm „Regarding Susan Sontag“ verbindet Nancy Kate Tagebucheinträge von Sontag mit selten gezeigtem Archivmaterial von Auftritten, Interviews und aus den Städten, in denen Sontag lebte. Autostraddle bespricht den Film.

Beim Guardian schreibt Chelsea Manning über legale, insitutionelle und bürokratische Vorschriften/ Strukturen, die trans* Personen immer wieder Gewalt aussetzen: „Despite bureaucratic assumptions, we exist. […] the problem is not just inclusion or equal opportunities in institutions like government identification systems or voting – because such systems are inherently, if indirectly, biased to favor high income, straight, white, cisgender people. How can trans people change a system to which we don’t even have access?“

Schon mal von Lilly Yokoi gehört? Bust stellt die Fahrradakrobatin quasi als Vorgängerin all jener, die jetzt Tricks auf dem BMX machen, vor.

„We are Black Women, AfroIndigenous and women of color who have organized a social media Blackout.“ – Aktivistinnen zur Aktion #ThisTweetCalledMyBack, unbezahlte Bildungsarbeit und den gewaltvollen Backlash.

Melissa McEwan hat auf Shakesville einen neuen Beitrag in der Serie „Hilfreiche Tipps für Typen“, die sich weniger sexistisch verhalten wollen, veröffentlicht.

französischsprachigesprachige Links

Die queer-feministische Organisation Queer African Youth Network veröffentlichte im Rahmen der Kampagne „16 Day Against Gender-Based Violence“ 16 Geschichten von lesbischen_queeren Frauen aus den frankophonen Ländern Westafrikas und Kamerun.

Termine

17.12. in Berlin, ab 16:30 Friedrichstraße/links neben Friedrichstadtpalast: Die Geburtshilfe steht vor dem Aus. #zappenduster – eine Demo der Hebammen.

17.12. in Berlin, 18:00 – 20:00 Kurfürstenstraße/Ecke Frobenstraße : Gedenken von Berliner Sexarbeiter*innen gegen Gewalt anlässlich des Internationalen Tags zur Beendigung von gegen Gewalt gegen Sexarbeiter_innen


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Feminist Fun Friday: Die Bullshit-Bingo-Bullshit-Bingo-Edition

26. September 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 9 von 14 der Serie Feminist Fun Friday

Mansplainer kommen in allen Formen – manchmal auch direkt mit einer Entschuldigung. Dass sich zu einem Bullshit-Bingo aber ein solcher einfinden würde, der selbst ein halbes Bullshit-Bingo voll bekam mit seinen Thesen zum Bullshitbingo, war dann doch unerwartet. Der (sich selbst so bezeichnende) Kommentator „Bin ein Typ, sry“ hatte  Gedanken zur Institution Bullshitbingo An Sich (TM) und stellte daher eine Kleine Anfrage an Den Feminismus (TM).

Da Feminismus (wie auch Typ sry erkannt hat) eben nicht nur aggromisandristischen „Missmut über häufiges und i.d.R. nerviges“ Gelaber (oh, die Ironie…), sondern auch immer Dienstleistung für spontan vorbeischauende Typen (…sorry) bedeutet, die dabei ausdrücklich „freundlich“ behandelt werden möchten, während man ihnen noch einmal persönlich Feminismus 101 oder Die Feministische Feuerwehr erklären soll, waren wir natürlich sofort Feuer und Flamme und dachten uns: gehen wir gleich einen Schritt weiter! Warum nicht statt eines Bullshit-Bingo-Bullshit-Bingos direkt einen Feminist Fun Friday, der sich exklusiv diesem Kommentar widmet?

Am Rande sei erwähnt: Mit ein paar kurzen Klicks stünden Texte und Links mit Hintergrundinformationen, das Archiv, „Kategorien“, „Serien“, Netzwerke, Podcasts, die Blogroll und viele weitere Kanäle zur Verfügung für Verständnisfragen zu -ismen als „ggf. (vereinzelt) zutreffende“ „Sichtweise“ und gelegentliche Hatespeech-Irritationen… Mit bunten und glitzernden GIFs (die ja ebenfalls beliebt sind in „unseren Kreisen“, nech…) gehen wir nun aber unfreundlichen Worten aus dem Weg, haben selbst ein bisschen Spass und hoffen einfach mal, dass sich manche der „Anregungen“ des Typ sry dadurch selbst beantworten. BINGO!

[Übrigens: Falls der Feminist Fun Friday bei euch GIF-Alarm auslöst, findet ihr hier eine Anleitung, um diese zu deaktivieren.]

„Bin Ein Typ, sry“

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