Einträge mit dem Tag ‘Computer’


Zerbrechliche, programmierende, nackte Frauen – kurz verlinkt

29. Oktober 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 254 von 256 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Lust auf Theater? In Berlin werden Afro-Deutsche/ Schwarze deutsche Jugendliche für ein Theaterprojekt gesucht!

Den Vortrag “Die zerbrechliche Frau – Kritik an der Psychopathologie in feministischen Räumen” gibt’s zum Anhören auf freie-radios.net.

feministische studien haben nun einen Blog! Im zweimonatigen Wechsel werden Autor*innen-Duos “ihren Blick auf die Welt und was sich in ihr ereignet” mit uns allen teilen. Den Anfang machen Gudrun Axeli Knapp und Maureen Maisha Eggers.

Chronik eines angekündigten Exzesses“. In der FAZ schreibt Olaf Sundermayer über die Nazi-Demonstration in Köln und wie die “Hoologans” systematisch unterschätzt wurden.

Englischsprachige Links

Bis in die 80er Jahre war der Frauenanteil beim Programmieren wesentlich höher als jetzt. Doch was passierte dann? NPR zeigt auf wie die ersten Computer in private Haushalte zogen, diese ausschließlich für Jungs und Männer beworben wurden und sich eine Frauen ausschließende Geek-Kultur herausbildete.

Autostraddle stellt zwei junge trans Frauen vor. Eine von ihnen hat gerade ein Kinderbuch über ihre frühe Kindheit geschrieben: I am Jazz.

“If there is a lesson for white artists and the institutions that host their work from these recent imbroglios, it is that the intention behind a work is secondary to its impact. And that means they’re responsible for engaging with those who object on the grounds that a piece of work is racist, or bigoted in some other way.”, T. O. Molefe bei der New York Times über Kunst und Rassismus.

Im Essay “How many licks” schreibt Janani Balasubramanian eine kurze Dekonstruktion des Blowjobs, nennt wichtige Akteur_innen (Monica Lewinsky, Linda Lovelace) und Künstler_innen (Nao Bustamante) und weist darauf hin, dass ein Blowjob von allen Körperteilen ausgeführt und entgegen genommen werden kann. [Ergänzung: Weitere Informationen zu Linda “Lovelace” Boreman und der sexualisierten Gewalt, die unter anderem beim Dreh von “Deep Throat” gegen sie ausgeübt wurde, gibt es beim Guardian, der letztes Jahr einen Hintegrundbericht zum Spielfilm “Lovelace” und der Involvierung von u.a. Gloria Steinem in jenem veröffentlichte. Es lohnt sich auch, dort auf die weiterführenden Links zu klicken. Danke für die Hinweise hierzu!].

Aleah Chapin fabriziert riesige Gemälde, auf denen nackte Frauen dargestellt sind. Im Telegraph erzählt sie, was sie bei ihrer Arbeit über Körper und Unsicherheiten lernte.

Termine in Berlin, Bielefeld und Bonn:

29.10. in Berlin: Solikonzert und Kundgebung für die besetzte Gerhart-Hauptmann-Schule.

06.11. in Bonn: Wohn(t)räume – Junge Migrantinnen stellen aus.

13.11. in Berlin: Spoken Word mit Moona Moon, Azadê, Sarah Mouwani und Bahati. (Hier auch bei Facebook.)

14.11.-24.11. in Bielefeld: Aktionstage Gesellschaft_Macht_Geschlecht (Facebook-Link)

15.11. in Berlin: Ausstellungseröffnung “WIR SIND ALLE BERLINER: 1884-2014. A Commemoration of the Berlin Congo Conference” (Facebook-Link)


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Gratis-Entwicklungshilfe, goldene Facepalmen und siruptriefende Pfannkuchen – die Blogschau

11. Januar 2014 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 231 von 263 der Serie Die Blogschau

“Wir sind gekommen, um euch eine helfende Hand zu reichen und kostenlos Nachhilfe zu geben, man könnte es auch Entwicklungshilfe nennen”- das Bündnis Mind The Trap intervenierte eindrucksvoll bei einer fragwürdigen Tagung über Zugangsbarrieren zu Kulturproduktionen. Es gibt auch ein Video von der Aktion zu sehen.

Rambling Rose wagt die Prognose: “Der Trend zur Definitionshoheit weisser (Medien-)mac_h_ker hält an. Sie wollen auch 2014 entscheiden, was rassistisch und/oder sexistisch ist.” Ganz vorne mit dabei in Sachen Nichtrassismus und -sexismus: Comedy mit natürlich besten Absichten.

In der TV-Talkshow Beckmann ging es vorgestern unter dem Titel “Was ist schon normal? Leben mit behinderten Menschen” um Inklusion. Während und nach der Sendung wurde heftig auf Twitter über die Gäste und Inhalte diskutiert. Die Leidmedien haben ein paar Meinungen zusammengetragen.

mara vom Futblog erzählt darüber, wie anders in ihrem Umfeld mit der Liebesbeziehung ihres Bruders umgegangen wird als mit ihren eigenen: “heute weiss ich, dass meine sexualität kein thema war weil es etwas ungewisses ist, etwas womit sie keine erfahrung haben, weil ich schlicht und ergreifend nicht heterosexuell bin.”

Warum “sich jetzt einmal alle (egal welcher Sexualpräferenz) in einer Schlange anstellen und die güldene Facepalme an Norbert Blüm überreichen” dürfen, sagt C. Rosenblatt beim Ein Blog von Vielen.

“‘Wenn unsere Kinder homosexuell werden, sterben wir alle aus” ist das neue “wenn die Erde keine Scheibe mehr ist, fallen wir alle runter’.”- Fabienne Vesper über #idpet und das Klima, in dem diese Petition stattfindet.

“Danke, dass ich deine Wichsvorlage sein darf, nicht wahr?” – Naekubi hat sich mit den Rassisten und Sexisten von Amy & Pink rumgeschlagen. Auf dass ihr die Löffel niemals ausgehen mögen!

Bei Don’t degrade Debs, darling! berichtet die Auorin: “Es ist nun über 6 Monate her, dass ich bei der Polizei meine Anzeige gemacht habe. Seit dem warte ich. Ich bin geübt, aber nicht besonders gut im Warten und ich merke, wie dieses scheinbare EsGeschiehtNichts an mir nagt.

Steinmädchen betrachtet das neue Projekt Heimwegtelefon kritisch: “Das Heimwegtelefon reproduziert viele Mythen und die Arbeit, die Frauen seit Jahrzehnten in Gruppen und Institutionen gegen Diskriminierung und Gewalt leisten wird völlig übergangen. Es wird nicht auf Wissen zurückgegriffen, das Feministinnen mühsam angeeignet haben und immer immer wieder wiederholen.”

Katrin erklärt in ihrem Blog Reizende Rundungen zunächst in englischer, dann in deutscher Sprache, warum in der Aufforderung, Menschen nicht nach ihrem Äußeren zu beurteilen, oftmals eine Riesenportion Fatshaming enthalten ist: “Denn ja, natürlich sollte man niemals nur nach dem Aussehen beurteilen, weder wegen dem Stil, den Haaren, den Klamotten oder dem Körper eines Menschen. Aber, und hier kommt ein sehr großes aber, man sollte das nicht nur nicht tun, weil sich unter dem „hässlichen“ ein schönes Inneres verbergen könnte. Sondern man sollte das generell nicht tun, egal was man darunter zu erwarten hat!”

Warum Jay vom Virtual Rereat Center einen Sonntag im Monat in der Küche verbringt und einen haufen zusätzliche Teller angeschafft hat: “Ich lade eine Runde feministischer Spaßverderber_innen ein, um gemeinsam Spaß haben zu können. Wir achten gemeinsam darauf, eine Stimmung zu schaffen, mit der sich alle wohl fühlen, statt von anderen als diejenigen wahrgenommen zu werden, die schlechte Stimmung verbreiten. Wir versuchen füreinander Platz zu schaffen, um miteinander Platz nehmen zu können.”

“Abseits von cismännlichem Technik-Expertenmackertum Probleme mit Rechnern, Computern, Maschinen bequatschen, Erfahrungen austauschen, Fragen beantworten und die sprichwörtliche “Hilfe zur Selbsthilfe” anbieten” – das gibt’s am 17.1. und ab dann jeden dritten Freitag im Monat, erzählt riot_nrrrd. Denn dann findet bei TrIQ (Glogauerstraße 19, Hinterhof, 10999 Berlin) eine Computersprechstunde für alle interessierten Trans*, Inter*, Lesben und Frauen* statt.

Und auch das hier bitte schon mal fett im Kalender anmarkern: Am 19. Januar 2014 im FAQ Infoladen (barrierearm), ab 15:30: Vortrag und Spoken Word der Aktivist*innengruppe FatUp!

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Computer, Technik & Mädchen

29. November 2012 von Lisa

Der folgende Text erschien am Montag bei fuckermothers.

Vermeintlich können Männer Technik, Naturwissenschaft und Computer besser. Diese Festlegung beginnt bereits in der Kindheit. Beispielsweise werden in Spielzeugkatalogen Spielzeuge auf den Bereichen Technik und Handwerk fast immer von Jungen präsentiert, Puppen und Haushaltsgegenstände dagegen von Mädchen. Eine heilsame Ausnahme bildet die schwedische Version des ‘Top Toy’-Kataloges. Hier wurde Wert darauf gelegt, dass allen Kindern alle Spielzeuge offen stehen. Deswegen wurde in den Abbildungen auf eine strikte geschlechtliche Trennung verzichtet.

Auch einige Computerspiele haben nur männliche Helden. Damit signalisieren sie potentiell interessierten Mädchen, dass ‘das nichts für sie ist.’ Für das Spiel Windwalker aber gibt es nun Abhilfe: Ein Vater, der es mit seiner Tochter Maya spielte, war genervt, dass es nur eine männliche Hauptfigur gab. Er wollte nicht, dass sie mit dem Gedanken aufwächst, dass Mädchen keine Heldinnen sein können. Zunächst machte er die ‘Gender-Übersetzung’ nur mündlich, wenn er ihr den Text auf dem Bildschirm vorlas – schließlich programmierte er das ganze Spiel um:

“It’s annoying and awkward, to put it mildly, having to do gender-translation on the fly when Maya asks me to read what it says on the screen. (…) I’m not having my daughter growing up thinking girls don’t get to be the hero and rescue their little brothers.”

Hier gibt er nun eine Anleitung, wie die Pronomen des Spiels verändert werden können, so dass im Text nun ‘she’ statt ‘he’ steht.

Einen anderen Weg die Ingenieurin Debbie mit ihrer Spielzeugidee ‘Goldieblox’. Sie möchte damit Mädchen für Naturwissenschaft und Technik begeistern und sammelt momentan über ein Video Geld, um das Projekt zu realisieren. Ich bin unentschieden, was ich von Video und Idee halte. Das Vorhaben an sich ist sicherlich unterstützenswert und ich kenne viele Menschen, die von dem Video gerührt und begeistert sind. Für meinen Geschmack ist es allerdings etwas zu ‘kitschig’ und ich hatte den Eindruck, dass es mit einigen Stereotypen arbeitet (a la: ‘Mädchen mögen Prinzessinen, Rosa und lesen gern’). Ein notwendiger Schritt hin zu mehr Gleichheit oder eine Verstärkung von Differenzen?

In eine ähnliche Richtung geht das Computerspiel ‘MINT-Land‘, Es wurde an der ETH Zürich entwickelt und soll das Interesse von Mädchen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik wecken. Schön wären allerdings, wenn auch umgekehrt Spiele entwickelt würden, die Jungen für Putzen, Pflegen und Kochen begeistern.


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Ada-Lovelace-Tag: Jeri Ellsworth designt Computerchips

7. Oktober 2011 von Helga

Eine Frau mit schulterlangen roten Haaren vor einem Glücksspielautomaten (Meow Meow Meow ramp)

Selbstporträt von Jeri Ellsworth (CC BY-SA 2.0)

Heute ist wieder Ada-Lovelace-Tag! Bereits zum dritten Mal heißt es daher, Ingenieurinnen, Wissen­schaftler­innen und Programmiererinnen vorzustellen.

Mit einer Neuauflage des berühmten schwarzen Joysticks mit den beiden roten Knöpfen (C-64 und Atari-Nutzer_innen werden sich erinnern) ist Jeri Ellsworth vor ein paar Jahren bekannt geworden. Der Clou des C64 DTV – diesmal war quasi der ganze Rechner, inklusive 30 vorprogrammierter Spiele, im Joystick selbst untergebracht. Den dafür nötigen Computerchip hatte Ellsworth selbst entworfen. Ganz DIY zeigt sie im folgenden Video, wie man Mikrochips zu Hause herstellen kann:

Neben dem Design von Computerchips, das sich Ellsworth im Selbststudium beigebracht hat, beschäftigt sie sich vor allem mit Flipperautomaten und hat sogar einen eigenen Flipperladen. Für alle, die von Elektrik und Elektronik noch nicht so viel Ahnung haben, gibt es von ihr auch eine Videoreihe “A to Z of Electronics”, zum Beispiel über die Geschichte und Funktionsweise von Batterien:

Mehr Porträts, auch an allen anderen 364 Tagen im Jahr, findet Ihr auf findingada.com. Habt ihr heute selbst eine Frau aus einem MINT-Bereich vorgestellt? Dann freuen wir uns über einen Link in den Kommentaren!


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Was tun mit Frauen in Computerspielen?

6. September 2010 von Helga

Bei Spreeblick berichtete Anne Wizorek von der gamescon – genauer gesagt dem Bild der Frau was dort zwischen Booth Babes und Modepräsentation vermittelt wurde. Dass immer mehr Frauen gamen ist zwar langsam klar, trotzdem bleiben die Computerspiele stereotyp auf weiße, männliche Teenager bzw. junge Männer ausgerichtet. Ein klarer Fall von „wenn Männer glauben, wir wollten unser Produkt auch an die Frau bringen, kaufen sie es nicht mehr” vermutet?

Man kann mir nicht erzählen, die Industrie passe sich bloß den Zielgruppen an. Nein, sie gibt diese mittlerweile vielmehr engstirnig vor und das ist es, was tatsächlich so frustrierend ist.

Das Borderhouse-Blog widmet sich dem Thema Games von einem feministischen Standpunkt aus und forschte einmal nach, wie es überhaupt um die Erweiterung des Standards weiß, männlich, heterosexuell… aussieht. So suchen trotz der unendlichen Möglichkeiten viele Spiele den Realitätsbezug. Beziehungen der Charaktere untereinander werden immer wichtiger, gleichzeitig läuft man immer seltener durch Wände und statt angemalte Pixel zu sein, kann man Kisten inzwischen hochheben, wegwerfen oder kaputt ballern. Dass es durchaus möglich ist, auf kulturelle Begebenheiten Rücksicht zu nehmen, zeigt das Beispiel Fallout 3, das für verschiedene Länder jeweils modifiziert wurde, bis hin zur Entfernung von Sidequests. In Deutschland etwa ist rotes Blut ein No-Go, unzählige Spiele hinterlassen nur grüne oder gelbe Flecken.

Trotzdem beharren immer wieder Spieleentwickler darauf, dass es einfach zu umständlich sei, weibliche Avatare zu programmieren. Selbst wenn das gleiche Studio zuvor mit Mirror’s Edge ein Spiel hervorgebracht hat, das ausdrücklich eine Protagonistin beinhaltet. Handelt es sich bei „30, männlich, weiß” also tatsächlich um die engstirnige Vorgabe der Industrie?

Eine Frau im weißen Kittel mit Waffe in der Hand – mögliche Protagonistin als Medic im Spiel Team Fortress 2

Bild über Gamecareerguide – Klick für Großansicht


(mehr …)


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Neues Computerspiel, uralter Inhalt

6. August 2010 von Helga

Im folgenden Beitrag von FOX geht es um ein neues Computerspiel der University of Central Florida. Das Besondere: Dabei tragen die Spieler_innen einen Ganzkörperanzug, der ihre Bewegungen an das Spiel weitergibt, um so die Handlung zu steuern.

Eher alt ist dagegen der Inhalt. Das Spiel richtet sich an junge Mädchen, die lernen sollen, sexuelle Avancen abzuwehren. Je besser sie das machen, um so mehr Punkte bekommen sie. Klar, männliche Teenager wollen alle Sex und werden dabei furchtbar aufdringlich, während weibliche Teenager völlig asexuell bleiben, aber nun auch virtuell lernen, dass es in ihrer Verantwortung liegt, keinen Sex zu haben.

Wie innovativ wäre es dagegen ein Spiel zu produzieren, das auch weibliche Sexualität berücksichtigt. Das wahre Selbstbestimmung propagiert, nicht einfach stumpfes „Nein” sagen. Das allen Jugendlichen beibringt, nur das zu tun, was sie wollen und es ok ist, nichts zu wollen. Das gleichzeitig allen Jugendlichen beibringt, die Gefühle und Entscheidungen ihrer Sexualparter_innen zu respektieren und auf Druck zu verzichten.

(via where is your line?)


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Punk, Kiana Ferouz, Burkinis&Bikinis, Eva Herman, Abtreibung, Geeks, Experimente und Niedriglöhne

28. Juli 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 55 von 256 der Serie Kurz notiert

The F-Word hat eine bisher 4-teilige Serie über Frauen in der Punkmusik.

Der Asylantrag der iranischen Schauspielerin Kiana Ferouz wurde nun doch angenommen. Obwohl Homosexualität im Iran verfolgt wird, bedurfte es erst einer Online-Petition, damit die britischen Behörden ihre Ablehnung überdachten (s.a. Artikel und Kommentar).

Mehr Burka-Neuigkeiten: Der Telegraph berichtet über den Rauswurf zweier Burkini tragenden Frauen aus einem französischen Schwimmbad. Und: In syrischen Schulen ist die Burka bzw. der Nikab nun auch verboten.

Frau Herman: Sie  nerven! Gnurpsnewoel kommentiert Hermans letzten Totalausfall mit den Worten: “Ich will in Eva Hermans Welt nicht leben müssen.” Auch auf Philibuster schreibt Nadia Shehadeh über den geistigen Absturz der Eva Herman.

Der Freitag über den Bikini, “Alptraum in zwei Teilen“: “Im Namen quasi atomar belastet, stand er zunächst für sexuelle Befreiung. Heute ist er Instrument weiblicher Selbstkontrolle.”

Sechs Frauen bekamen in Guanajuato in Mexiko 25 – 30jährige Haftstrafen, weil sie Abtreibungen vornehmen ließen. Schuldig gesprochen wurden sie wegen Totschlag, wie feministing berichtet.

Jamie Keiles ist eine High School Absolventin in Pennsylvania in den USA, die mit ihrem Blog TheSeventeenMagazineProject ein interessantes Experiment startete: Wie sieht das Leben aus, wenn frau nach den Regeln des Seventeen Magazine lebt?

DieStandard konstatiert, dass jede_r Fünfte in Deutschland im Niedriglohnsektor arbeitet: “Besonders stark von Niedriglöhnen betroffen sind junge Beschäftigte unter 25 Jahren, AusländerInnen, gering Qualifizierte, befristet Beschäftigte und Frauen.”

Geekfeminism hat einen interessanten Artikel über Computer Geeks und Privilegien: “If you were hacking since age 8, it means you were privileged.


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Programmieren ist Frauensache

9. März 2010 von Helga

Welche Hürden genau die neue Frauenministerin Kristina Köhler den Studentinnen technischer Fächer aus dem Weg räumen will, hat sie nicht gesagt. Dass die 50%-Frauenanteil immer so utopisch klingen hängt sicher noch am alten Vorurteil „Frauen und Technik”. Dass es sich dabei um ein Vorurteil handelt, beweist ein ums andere Mal der Blick in andere Länder.

In Malaysia etwa hält man Programmieren für Frauensache – „ richtige Männer” dort arbeiten im Freien und nicht vor einem Bildschirm. Frauen dagegen sollten möglichst in Gebäuden arbeiten. Bereits der Umgang mit Elektronik war in Frauenhänden, so dass die heutigen Informatik-Studentinnen weibliche Vorbilder haben. Inzwischen stellen sie über die Hälfte der Beschäftigten und auch in den höheren Managementstufen sind sie immer häufiger zu finden. Mehr dazu in den Gender News der Standford University.

Auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten sieht man die Möglichkeit „in sauberen Bürogebäuden als Frau zu arbeiten” als einen Grund, warum Informatik besonders für Frauen geeignet sei. Besonders in der Verwaltung und in Banken sind IT-Projektleiterinnen auf dem Vormarsch und bereits an den Universitäten schreiben sich mehr Frauen für entsprechende Studiengänge ein, so ITP.net.


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Neue politische Ideen – dank des Internets

12. Oktober 2009 von Helga
Dieser Text ist Teil 17 von 115 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

PALACSIK.wordpress.com

Wie heißt du?
sAn

Seit wann bloggst du?
Seit Ende 2007 – also schon ne Weile. Aber ich fühl mich noch immer fast wie am ersten Tag – neugierig, unsicher, belanglos und trotzig.

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Wegen eben genau dieser Gefühlslagen.
Naja, ins Netz bin ich schon vorher eingestiegen – 2001. Ich hab für eine Regionalgruppe der Globalisierungskritiker_innen die Webseiten erstellt und gepflegt und dabei schon einiges über social software gehört und war fasziniert davon. Ich mag Konzepte, die Selbstorganisation, Partizipation, Transparenz und gemeinsames Arbeiten fördern.
Später in der Uni arbeitete ich mit anderen Kommiliton_innen viel zu Wissen, Macht und Diskriminierung auf unterschiedlichen Ebenen (Geschlecht, Rasse, Klasse & Behinderung). Dabei entstand das Genderwiki – ein Fachwiki der Frauen- & Geschlechterforschung. In diesem Rahmen habe ich mich dann intensiver mit dem Web2.0 auseinandergesetzt und irgendwann musste ich das ganze eben auch mal ganz persönlich ausprobieren und fand das bloggen adäquat.

Worüber schreibst du?
Ich weiß nicht genau – nicht viel von dem, was ich eigentlich schreiben möchte – mich hat das Internet nicht befreit. Gut, wenn ich mir meine Tags so anschaue, schreibe ich wohl hauptsächlich über mich, Diskriminierung & Emanzipation, Feminismus und anderes politisches, wie das bedingungslose Grundeinkommen oder Spezizismus. Meist eher informierend, als polarisierend oder aktiv meinungsbildend. Was mir halt im Web so begegnet und mir auf meinem Weg fair – vegan – feministisch – antirassistisch – sozial-ökologisch bedenkenswert und hilfreich erscheint. Ich schreibe für meine Freund_innen. Und damit eine Stimme mehr gegen menschenverachtende Standards und Verstandeslagen existiert, denn es gibt so oft nur eine (sichtbare) Position. Ich will also Vernetzen und Kräfte bündeln – mehr werden.

Was dir ohne Internet nicht passiert wäre:
Ohne das Internet wäre ich wohl ein eher diffus politischer Mensch geworden. Tageszeitungspolitik und Institutionen sind mir ein Graus, was mich vor dem Internet zu dem Schluß brachte, ich sei kein politischer Mensch. Das Internet hat mich eines besseren belehrt. Hier habe ich viele politisch aktive Menschen, auch fern ab des konventionellen Politikverständnisses getoffen, die mir bei meiner politischen Willensbildung geholfen haben.

Ach und … ich habe im Umfeld des Internet beobachten können, dass die These von der Ungleichbehandlung keine überspitzte Erfindung von “männermordenden” Feminist_innen ist, sondern Realität und das auch diese Feminist_innen nicht gefeit sind vor eben diesem stereotype-geleiteten Ungleichbehandeln.

Wovon braucht das Internet mehr?
Ein ökologisch-nachhaltiges und Faires Bewußtsein, also green & fair IT. Damit meine ich nicht nur Bestrebungen energieeffizientere Technik zu entwickeln und regenerative Energien zu nutzen, sondern auch die Auseinandersetzung mit der Hardware des Internets. Die Branche funktioniert nach dem Wegwerfprinzip bei einer enormen technologischen Entwicklungsgeschwindigkeit. Viele wissen nicht, oder besser wollen nicht wissen, dass die Produktion, Nutzung und Verschrottung von Rechenanlagen mit gravierenden sozialen und ökologischen Folgen verbunden sind. Unter dem Teppich der “fortschrittlich-sauberen” Computerindustrie finden sich so einige Dreckhaufen. Die Arbeits- und Lebensbedingungungen in den Billiglohnländern und Sonderwirtschaftszonen sind menschenunwürdig – angestellt sind dort übrigens vorwiegend junge Frauen. Einige Stichworte dazu – Arbeitsrechtverletzungen, unzureichender Arbeitsschutz, sexuelle Übergriffe. Auch bei der Herstellung von Rechenanlagen sträuben sich einer die Haare – Ressourcenverschwendung, Unmengen von Giftstoffen, die Umwelt, Arbeiter_innen und Anwohner_innen beeinträchtigen und das bisher ungelöste Elektroschrott-Problem.
Ansätze und Ideen zur Aufklärung und Verbesserung des Status quo gibt es bereits – so zum Beispiel die PC Global-Kampagne.

Ach und Barrierearmut und Usability – ich bin zwar keine Expert_in dafür, aber da ist vorallem seitens öffentlicher Institutionen noch einiges zu erledigen – Standard & Leitfäden gibt’s genug.

Frauen im Web sind/haben…
Ich mag Frauen und deren spezifische Blicke auf die Welt, daher sind (u.a.) Frauen im Web für mich etwas bereicherndes und bevorzugtes.

Deine tägliche Web-Lektüre
Ich beginne mit meinen Blog-Abos, z.b. Der Schwarze Blog, Genderplanet, einschlägige feministische Blogs (u.a. die mädchenmannschaft), Telepolis, Heise und Zeit-Wissen. Von da aus geht’s queernetzein, wohin mich die Links so tragen.


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