Einträge mit dem Tag ‘cis’


Der Cis-Begriff, Sexismus und Rassismus im Kulturbetrieb und Chelsea Manning – kurz verlinkt

22. September 2016 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 327 von 362 der Serie Kurz notiert

Laura Gelhaar hat ein Buch geschrieben. Es trägt den Titel „Kann man da noch was machen? Geschichten aus dem Alltag einer Rollstuhlfahrerin.“. In der Welt wurde sie porträtiert.

Beim Missy Magazine schreibt Tove Tovesson über Chelsea Manning, den Einsatz von Isolationshaft und einem fragwürdigen Justizsystem.

Laufmoos schreibt über die Herkunft des Begriffs „cis“.

Die aktuelle an.schläge ist mit dem Titelthema „Kulturarbeit. Kunst und Sexismus“ erschienen. Dieses Mal können alle Artikel des Schwerpunkt online nachgelesen werden. Gabi Horak schreibt beispielsweise über die Arbeitsbedingungen von Kartenverkäufer_innen und Museums-Guides und Lea Susemichel geht der sexistischen Tradition des Kulturbegriffs auf den Grund.

Dazu passend weiter: Mit der analyse&kritik spricht Sharon Dodua Otoo über Rassismus und den deutschen Literaturbetrieb und sagt: „Literatur ist für mich eine Intervention, an den jetzigen Zuständen zu rütteln.“

Jutta Limbach, die als erste Frau die Präsidentschaft des Bundesverfassungsgerichts übernommen hatte, ist verstorben. Der rbb würdigt sie mit einem Nachruf.

Magda wurde für ein halbstündiges Radio-Feature von Deutschlandradio Kultur interviewt: „Dick und stolz drauf.

Arge Dicke Weiber aus Wien (Österreich) suchen dickenfreundliche Mediziner_innen, egal welchen Faches, um eine Liste zu erstellen.

Hannah Rosenblatt rantet auf Ein Blog von Vielen über die Forderung den Mut zu haben die eigene Stimme zu benutzen und wie unterschiedlich gewertet wird, je nach dem in welchem Kontext Personen ihre Gewalterfahrungen schildern.

Stark und selbstbewusst durch Musik! – Das Rock Camp München für Mädchen freut sich über Spenden.

Anhören könnt ihr einen Audio-Mitschnitt der Podiusmsdiskussion „One Solution: Feminism? Feministische Strategien Gegen Den Rechtsruck Und Die AfD„, an denen Vertreter_innen der Interventionistische Linke Berlin (IL), Women in Exile & Friends, des Marsch für das Leben? What the Fuck-Bündnis und des Forschungsnetzwerks „Frauen und Rechtsextremismus“ teilnahmen.

Termine in Berlin, Karlsruhe, Nordrhein-Wetsfalen und Traun (Österreich)

23. bis 25. September in Karlsruhe: Lady*fest Karlsruhe.

24. – 25. September in Nordrhein-Westfalen: Die Nacht der Jugendkultur.

01.10. in Berlin: „Voll Fett!“ Sensibilisierungsworkshop und Ideenwerkstatt für Fachkräfte der sozialen Arbeit von Magda Albrecht

01.10. in Traun (Ö): Theateraufführung „Geheimsache Rosa Luxemburg

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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Wenn ich dieses Jahr nur ein Buch lesen dürfte: Es wäre die Autobiographie von Janet Mock

10. Juli 2014 von Magda
Dieser Text ist Teil 82 von 131 der Serie Die Feministische Bibliothek

„Viele beschreiben den Weg einer Trans*-Person als Übergang von einem zum anderen Geschlecht, von Männlichkeit zu Weiblichkeit, vom Mann zur Frau, vom Jungen zum Mädchen. Dies stellt die komplexe Reise der Selbstentdeckung, die jenseits von Gender und Genitalien verläuft, allerdings vereinfacht dar. Mein Weg war eine Entwicklung von mir zu einem mir-noch-näher-kommen. Es ist eine Reise der Selbstoffenbarung.“ (Meine Übersetzung, Original-Zitat am Ende des Textes)

– Janet Mock (2014): Redefining Realness. Atria Books/Simon & Schuster; S. 227.

"Redefining Realness. My Path to Womanhood, Identity, Love & So Much More" - Janet Mock

Janet Mock, Aktivistin und Autorin, nimmt uns in ihrem eindrucks­vollen Buch mit auf eine Reise in ihre Vergangen­heit. Es ist ein weiter Weg des Sich-Bewusst-Werdens und des Über-sich-Hinaus-Wachsens in einer Welt, die für die Lebens­realitäten von Frauen wie Mock kaum Vorstellung besitzt und meist nur abwertende Worte übrig hat. 2011 wurde ihre Geschichte das erste Mal öffentlich erzählt – in der Marie Claire, einer Mode­zeit­schrift mit Zielgruppe „Frau“, die Mock’s Geschichte mit einem einfachen und dennoch falschen Satz betitelte „Ich wurde als Junge geboren“. Mock entschied daraufhin ihre eigene Geschichte zu erzählen, die ohne publikums­heischende Titel und ohne verein­fachte Narrative über Trans*Menschen auskommen soll.

Mit Redefining Realness hat sie dieses Buch geschrieben, das weit mehr ist als eine Aneinander­reihung von Anekdoten aus ihrem Leben: Es ist eine knall-ehrliche, überaus sympathische und analytisch brilliante Auto­biographie, in der sie „ihren Weg zu Weiblich­keit, Identität, Liebe und so viel mehr“ beschreibt.

Mock’s Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend, die sie auf Hawaii, in Kalifornien und in Texas verbrachte, sind maß­geblich geprägt von Armut, Rassismus und Trans*­feindlichkeit; von sexualisierten Übergriffen, Missbrauch und der stetigen Glorifizierung von hegemonialer Männlich­keit; von ihren Erfahrungen in der Sex­arbeit und von der Präsenz starker Frauen mit unbändigem (Überlebens-)Willen, engen Freund_innenschaften und Kopf-durch-die-Wand-Entscheidungen. Steter Ausgangs­punkt: Der eigene Körper, die eigenen Kämpfe.

Auf etwas mehr als 250 Seiten präsentiert Mock eng verknüpft mit ihrer Lebens­geschichte eine Gesellschafts­analyse, die die mit­einander verwobenen Macht­verhältnisse leicht verständlich erklärt und diskutiert, ohne die individuelle Handlungs­fähigkeit aus dem Blick zu verlieren. Mock verschmilzt ihre bisherige Lebens­geschichte und ihre Visionen mit Schwarzen feministischen Theorien und nimmt immer wieder Bezug auf Autor_innen und Aktivist_innen wie zum Beispiel Audre Lorde oder Zora Neal Hurston. Und Jugend-Freund_innen wie Wendi Miyake, Make-Up-Artistin und Inspiration für Mock.

Mock stellt ihre Erfahrungen in einen gesellschaftlichen Kontext und verweist stets auf die Situation von queeren Jugendlichen (of Color) in den USA, deren Leben nicht selten geprägt sind von Obdach­losigkeit, Diskriminierung, Suizid, wenig Unter­stützung von der Herkunfts­familie oder unzureichender Gesundheits­vorsorge. Mock zentriert ihre und die Erfahrungen anderer (Ressourcen-)armen Trans*-Frauen of Color und bietet unentwegt Perspektiv­wechsel an. So wirft sie viele Frage auf: Wie kann es sein, dass Frausein an bestimmte Genitalien geknüpft wird? Wie strukturiert Gesellschaft Lebens­realitäten und Entscheidungen, die Menschen machen (müssen)? Was und wer gilt als „real“ und warum?

Janet Mock ist einfach verdammt gut darin, den Dingen auf den Grund zu gehen. Als Autorin und als Aktivistin. Nach dutzenden Interviews anlässlich ihrer sensationellen Buch­erscheinung, in denen sie ständig mit (privaten und grenz­über­schreitenden) Fragen zu ihrem Körper und ihrem „Outing“ konfrontiert war, drehte sie einmal den Spieß um und fragte eine Reporterin, wann sie sich eigentlich als cis*-Person geoutet hatte.

Das Buch ist ein Geschenk, und zwar nicht nur für Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Es ist eine berührende Geschichte, ein beein­druckendes Bildungs­angebot. Wenn ich dieses Jahr nur ein Buch lesen dürfte – es wäre dies.

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„People often describe the journey of transsexual people as a passage through the sexes, from manhood to womanhood, from male to female, from boy to girl. That simplifies a complicated journey of self-discovery that goes beyond gender and genitalia. My passage was an evolution from me to closer-to-me-ness. It’s a journey of self-revelation.“


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#Ohlauer, der Wunsch nach einem Fettcamp und Fußball-WM – die Blogschau

28. Juni 2014 von Nadine

#Ohlauer: Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Schule in der Ohlauer Straße in Berlin nach wie vor von den übrig gebliebenen Bewohner_innen und deren Unterstützer_innen besetzt und akut räumungsbedroht. Es wird um jede Unterstützung gebeten, vor allen Dingen ist Präsenz von Personen vor Ort wichtig – schreibt auch Sharon Dodua Otoo in einem Gedicht – als Zeichen der Solidarität mit den Geflüchteten und deren Forderungen und als Protest gegen die drohende Zwangsräumung, die massive Einschränkung der Pressefreiheit, das gewaltvolle Vorgehen der Polizei gegen Bewohner_innen und Protestierende, die menschenrechtswidrige, rassistische (Asyl-)Politik von Bezirk und Senat.

Aktuelle Infos bekommt vor allem über den Infopoint in der Reichenberger Str. 63a, die auch per Mail [ ohlauerinfopoint@gmx.de ] und telefonisch unter  0176 975 284 14 erreichbar ist. Auf Twitter, ihrem Blog und über Facebook posten die Aktivist_innen des Infopoints Statements der verbliebenen Bewohner_innen, Neuigkeiten zur Lage in und rund um die Schule, Aufrufe, Spendengesuche und etliches mehr. Im Infopoint könnt ihr außerdem eure Spenden abgeben, Schlafplätze für die ehemaligen, teilweise mittlerweile obdachlosen Bewohner_innen der Schule anbieten oder eure Unterstützung für Schichten anbieten oder was auch immer gerade gebraucht wird.

Heute Nachmittag gibt es um 16 Uhr eine Soli-Demo vom Hermannplatz über den Oranienplatz zur Schule. Am kommenden Dienstag sind bundesweit alle Schulen und Hochschulen dazu aufgerufen, sich am Refugee Schul Streik zu beteiligen, um sich mit den Geflüchteten in Deutschland und europaweit zu solidarisieren und gegen die rassistische Asylpolitik der BRD und Europa zu demonstrieren. Los geht’s für Berlin um 10 Uhr am Roten Rathaus.

Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD Bund e.V.) hat eine Pressemitteilung zur Situation an der #Ohlauer veröffentlicht, in der sie kritisiert, dass das derzeitige Vorgehen von Bezirk und Senat bewusste Täuschungen und Zermürbungstaktiken sind, um die Geflüchteten zur Aufgabe zu zwingen und ihre Forderungen nach z.B. dauerhaftem Bleiberecht als unerfüllbar darzustellen.

Das Bündnis „Zwangsräumung verhindern!“ analysiert in ihrer Zusammenfassung des gestrigen Tages ebenfalls das Vorgehen der Berliner Politik und weist auf die Wichtigkeit der Besetzung der Schule hin für die Geflüchtetenproteste in Deutschland hin.

Sharon Dodua Otoo weist in einem sehr lesenswerten englischsprachigen Beitrag auf die bisher nicht stattfindende Berichterstattung bundesweiter und internationaler Medien (nicht nur) im Fall der besetzten Schule in Kreuzberg hin, verdeutlicht noch einmal die prekäre Lage von Geflüchteten in Deutschland, resümiert deren Proteste seit dem Jahr 2000 und appelliert an die Verantwortlichkeit der Presse.

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SlutWalk in Jerusalem, Neurosexismus und Konsens – kurz notiert

9. Mai 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 158 von 362 der Serie Kurz notiert

Auf It’s pronounced metrosexual findet ihr eine Liste mit Privilegien, die cis-Menschen haben. („Cis“ bedeutet, dass deine Geschlechts­identität mit dem dir bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht überein­stimmt).

Nachdem seit Jahresbeginn 54 Frauen von Ehe­männern oder Lebens­gefährten ermordet wurden, beginnt in Italien nun die Bewegung „Wenn nicht jetzt, wann?“ mit einer landes­weite Kampagne gegen das „Frauenmassaker“, berichtet dieStandard.

Ebenfalls auf dieStandard findet ihr einen Artikel zu #ichhabenichtangezeigt. Passend dazu: Was ist Konsens? Auf Slut Walk Seattle ist es in einigen handlichen Stich­worten knackig erklärt.

Wenn es nicht so traurig wäre… Ein Satire-Video zum republikanischen „Krieg gegen Frauen“ in den USA:

Die New York Times hat ein langes Essay über die Kriminalisierung von „schlechten“ Müttern in den USA. Dort werden immer öfter Frauen verklagt und ins Gefängnis geschickt, wenn sie ihr ungeborenes Baby Embryo „in Gefahr bringen“. Die meisten der dazu heran­gezogenen Gesetze waren nie dafür gedacht, aber werden nun immer häufiger dazu benutzt, Schwangere (und potentiell jeden gebär­fähigen Menschen) ihrer bürger­lichen Rechte zu berauben.

Melanie Bittner präsentiert eine gleich­stellungs­orientierte Analyse zum Thema „Geschlechterkonstruktionen und die Darstellung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans* und Inter* (LSBTI) in Schulbüchern“ (PDF).

Toll! Es gibt nun auch Girls Rock Camps in Bremen und München (Facebook Link)!

In Jerusalem fand der erste SlutWalk statt. Einen tollen Bericht inklusive Fotos findet ihr auf dem Riot Grrrl-inspirierten Blog von Badass.

Das Buch von Cordelia Fine gibt es nun endlich auch auf Deutsch! „Die Geschlechterlüge“: Biologie als Neuro­sexismus.

Die Männlichkeits­debatte geht weiter: In der Zeit nimmt Ilse Lenz, Professorin für Geschlechterforschung, den „Mythos männer­hassende Feministinnen“ aus­einander.

Termine:

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