Einträge mit dem Tag ‘Christa Wolf’


“Frauen und Frieden” – zum Tode von Christa Wolf

1. Dezember 2011 von Anna

Die Schriftstellerin Christa Wolf ist heute morgen im Alter von 82 Jahren in Berlin gestorben. FemBio nennt Wolf neben Günter Grass “Deutschlands renommierteste Schriftstellerpersönlichkeit”. Eines ihrer bekanntesten Bücher (wenn nicht sogar das bekannteste) ist “Der geteilte Himmel”, ein Buch über eine Liebe, die schließlich an der Teilung Deutschlands scheitert. “Der geteilte Himmel” war für Wolf auch über die deutschsprachigen Grenzen hinaus ein Erfolg.

diestandard.at schreibt in ihrem Nachruf:

In ihren Büchern griff die DDR-Autorin immer wieder Schicksale von Menschen auf, die von der deutschen Teilung gezeichnet waren. [...] Für viele Menschen in der DDR galt sie auch als eine moralische Instanz.

Wolf hatte sich lange für gesellschaftliche Reformen in der DDR eingesetzt und als SED-Mitglied gegen Willkürmaßnahmen der Staats- und Parteiführung und gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann protestiert. Zeitweise arbeitete sie aber auch mit der Stasi zusammen.

Über ihr Buch “Kassandra” schreibt Die Zeit:

Im Roman Kassandra versteckte sie eine Botschaft für den Zensurapparat der DDR. “Ich wartete gespannt, ob sie es wagen würden, die Botschaft der Erzählung zu verstehen, nämlich dass Troja untergehen muss. Sie haben es nicht gewagt und die Erzählung ungekürzt gedruckt. Die Leser in der DDR verstanden sie.” Sie habe dieses Land DDR einmal geliebt, schrieb Wolf nach dem Ende der DDR an ihren Kollegen Günter Grass. Sie meinte damit die Menschen, nicht den Machtapparat.

Und FemBio zum gleichen Werk:

In Kassandra (1983) griff Wolf auf den antiken Mythos zurück, um die Anfänge des Krieges in der patriarchalischen Kultur der Griechen zu untersuchen. Wolfs schon längst feministische Ansätze werden durch Auseinandersetzungen mit Schriften der »westlichen« Frauenbewegung vertieft und erweitert; sie wird jetzt als gesamtdeutsche Schriftstellerin anerkannt.

1989 gehörte sie zu jenen Intellektuellen, die sich für den Fortbestand einer vom Westen unabhängigen DDR einsetzen. 2003 erschien ihr Buch “Ein Tag im Jahr. 1960-2000″, ein Protokoll persönlicher Notizen, die sie jedes Jahr am 27. September niedergeschrieben hatte: “Entstanden ist ein beeindruckendes Zeugnis ihrer Existenz aus Autorin, als Zeitgenossin, als Frau, Mutter, als Bürgerin der DDR und schließlich der BRD” (Klappentext).

Wolf wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, wie dem Bremer Literaturpreis, dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur, dem Geschwister-Scholl-Preis und dem Deutschen Bücherpreis.

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Und die anderen so…?

21. März 2009 von Anna
Dieser Text ist Teil 33 von 144 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Der Genderblog gibt einen Hilferuf des Berliner Mädchennotdienstes Wildwasser weiter. Dieser braucht dringend eine neue Wohnung.

Christa Wolf wurde am 18. März 80 Jahre alt. Danilola gratuliert und verlinkt außerdem zu weiteren Gratulanten.

Dieses Bild einer - ja! - öffentlichen Waage hat die Kaltmamsell bei feministing gefunden.

Dieses Bild einer - ja! - öffentlichen Waage hat die Kaltmamsell bei feministing gefunden.

dieStandard.at berichtet über die geplante Abschaffung der Anrede “Fräulein” (und anderer Anreden, die auf den Familienstand hinweisen) im EU Parlament und über die Ehrung von IBM und dem Beratungsunternehmen equalizent als Organisationen, die aktiv für die Gleichstellung von homosexuellen MitarbeiterInnen eintreten.

Anna von Karmakonsum hat es uns schon verlinkt, aber dies soll nochmal einen prominenten Platz bekommen hier: Anlässlich des Equal Pay Day wird Christoph 23% seines durchschnittlichen Brutto-Tageseinkommens an ein Frauenprojekt spenden. Er sucht noch Nachmacher!

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschspachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter mannschaftspost(at)web.de Bescheid.


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