Einträge mit dem Tag ‘Care’


Barrierearmer Aktivismus, rechte Propaganda zu sexualisierter Gewalt und ein African Feminist Internet – kurz verlinkt

16. Februar 2017 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 340 von 340 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Noch bis Sonntag läuft mit der Berlinale eines der weltweit größten Filmfestivals. Der Tagesspiegel hat zu diesem Anlass unterschiedlichste Zahlen zu Geschlecht in der Filmwelt zusammengetragen und ausgewertet: Wie viele Frauen studieren Regie? Wessen Fime bekommen wieviel Förderung? Werden mehr Filme von Männern oder Frauen in Zeitungen besprochen? Wie werden Neben- und Hintergrundsrollen besetzt? (Wie diese Beispielfragen bereits deutlich machen, bleiben die Zahlen (und auch die Analysen) aber klar in der Zweigeschlechtlichkeit verankert und weitere Differenzkategorien bleiben unbeachtet.)

Der Fall Gina-Lisa ist abgeschlossen – aber Fragen bleiben„, schreibt Sylvia Margret Steinitz beim Stern.

In der Silvesternacht soll in Frankfurt ein „Sex-Mob“ agiert haben – doch diese medial weit verbreitete Geschichte ist nur eines: eine Lüge. AfD Wahrheiten schreibt über die und Verbreitung des Gerüchts/ der Propaganda. der Notwendigkeit von Faktenchecks und Geduld bei Medien-Konsument_innen.

Erinnerung: Noch bis zum 1. März 2017 können Anträge mit Ideen und Pläne für Projekte bei filia.die frauenstiftung eingereicht werden. Die Projekte sollen dazu beitragen, dass Mädchen und junge Fauen frei von Gewalt leben und dass sie in der Gesellschaft mitentscheiden können. Unterstützt werden Projekte mit bis zu 5.000€. Die eingegangenen Anträge werden von den Mädchen und jungen Frauen des Mädchenbeirats gelesen und diskutiert.

pro familia Berlin sucht zum 01. Mai 2017 (die Stelle ist bis zum 30.04.2019 befristet) eine Fachliche Koordinator_in für 20 Wochenstunden für das neue Projekt „Fachinformations- und
Vernetzungsstellen für die qualifizierte Hilfe und Unterstützung von schwangeren, geflüchteten Frauen“.

englischsprachige Links

Romantic Love is Killing Us: Who Takes Care of Us When We Are Single?„, fragt Caleb Luna.

Sechs behinderte Aktivist_innen sprechen bei Autostraddle über die Themen, die sie gerade bewegen, aktivistische Erfahrungen und der Umgang mit Barrieren beim Aktivismus. Außerdem findet sich unter dem Artikel eine Accessible Resistance Resource List.

Irene Kagoya präsentiert bei GenderIT ihre Vorstellungen von einem African Feminist Internet.

„You have a right to exist safely in digital spaces.“, heißt es im DIY guide to feminist cybersecurity, wo es ausführliche Anleitungen und Erklärungen rund um technische Schutzoptionen geht.

Termine in Berlin, Bern, Köln, Stuttgart, Wien

17. Februar in Berlin: Fachgespräch: „Wer hat Angst vor Geschlechterforschung? Strategien für ein Forschungsfeld unter Druck„. Anmeldung bis zum 14.02. über die Webseite.

21. bis 25. Februar in Stuttgart: meccanica feminale findet statt mit einer ganzen Reihe von Kursen, einige gehen einen Tage, andere eine halbe Woche.

4. März in Köln: Ab jetzt ist eine Anmeldung möglich: #body*talk. Rollenbilder, Schönheitsdiktate und Empowerment im Netz.

4. März in Wien: Podiumsdiskussion – Zum Stand feministischer Kämpfe mit Mädchenmannschaftsbeteiligung. (FB-Link)

9. bis 11. März in Bern: CKSTER-Festival zum Thema Gender Hacking.

11. März in Berlin: 7. Barcamp Frauen. Infos findet Ihr hier.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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Revolution.

5. Februar 2014 von Lisa
Dieser Text ist Teil 11 von 15 der Serie Ökonomie_Kritik

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Sorge-Arbeit – also sich um Menschen zu kümmern, die Unterstützung benötigen, seien es Kinder, kranke oder alte Menschen – ist grundlegend für menschliches Leben. Trotzdem wird sie gesellschaftlich geringschätzt, abgewertet und meist nicht oder sehr schlecht bezahlt. Im heutigen Kapitalismus findet die Sorge für Menschen nur Berücksichtigung, wenn sie ökonomischen Gewinn bringt. Oft wird die jetzige Situation deswegen als Sorge-Krise bzw. ‚Care-Krise‚ bezeichnet.

Feministische Wissenschaftler_innen wie Gabriele Winkler kritisieren deswegen, dass die aktuelle Familienpolitik im Kern Wirtschaftspolitik sei und fordert seit lange eine Revolution der Sorge-Arbeit. Für Winkler bedeutet die Revolution vor allem den „Ausstieg aus dem Wachstumsfetischismus“, der zu immer größeren sozialen Ungleichheiten führe. Ziel von Politik sollte nicht Profit sein, sondern die Erfüllung gesellschaftlicher Lebensbedürfnisse. Dazu schlägt sie in einem Aufsatz zwei Aspekte vor: 1. Die Kürzung der Erwerbsarbeit mit Lohnausgleich für alle Menschen, Mindestlohn und Existenz sicherndes Grundeinkommen. 2.: Ausbau öffentlicher Bereiche zur Unterstützung von Familien und Sorge-Gemeinschaften; mehr staatliche Dienstleistungen in Gesundheit, Pflege und Bildung; die Aufwertung von Berufsgruppen, die Sorge-Arbeit leisten.

Um weiter über die Möglichkeit von Care-Revolutionen nachzudenken und politische Strategien zu entwickeln findet vom 14.-16. März in Berlin eine Aktionskonferenz mit dem Titel „Care Revolution Her mit dem guten Leben – für alle weltweit!“ statt. Die Konferenz möchte sich mit folgenden Fragen beschäftigen: „Soziale Reproduktion betrifft uns alle – es geht um unser Leben, unseren Alltag: Wie und mit wem wollen wir wohnen? Wie sorgen wir für uns und andere? Wie wollen wir gepflegt werden und wie kann gute Gesundheitsversorgung aussehen? Viele Menschen arbeiten in diesen Bereichen – einige bezahlt, andere unbezahlt. Wir alle sind darauf angewiesen. Wie also können die Lebensverhältnisse so gestaltet werden, dass sie unseren Wünschen und Bedürfnissen entsprechen?“

Ziel der Konferenz ist der Austausch von Perspektiven und Erfahrungen, Vernetzung, die Erhöhung der Sichtbarkeit von Reproduktionsarbeit und die Stärkung bereits bestehender sozialer Kämpfe.

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Winkler, Gabriele (2011): „Care Work als Ausgangspunkt politischen Handelns“. In: Felicita Reuschling/Kunstraum Kreuzberg/ Bethanien (Hg.), Beyond Re/Production of motherhood?, Berlin: Revolver Publishing, S. 40-46.


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