Einträge mit dem Tag ‘Burka’


Ladyfest Mainz, NSU-Abschlussbericht und Konferenz zu Feminismen of Color – Kurz Notiert

29. August 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 201 von 231 der Serie Kurz notiert

Künstlerinnen wie M.I.A., Madonna oder Lady Gaga wollen mit ihren Burka-Perfomances anscheinend Diskussionen anregen, besonders kontrovers erscheinen oder verstehen sich gar als solidarisch mit burka­tragenden Frauen. Eren von MuslimahMediaWatch kritisiert diese paternalistische Aneignungs­praxis und fragt: Wann verstehen wir endlich, dass profit­orientierte Kontroversen keinen gesell­schaft­lichen Wandel anregen?

Die Berliner Zeichnerin Soufeina Hamed beschreibt ihren Alltag als Muslima in Form kurzer Comicstrips.

Nach der Babypause erleben Wieder­einsteiger_innen oftmals ihr blaues Wunder. Der alte Job ist weg, die Wert­schätzung auch, berichtet dieStandard.at.

Miley Cirus ist bei den MTV Video Music Awards’s aufgetreten und hat eine Menge Kritik für ihre “übersexualisierte” Show bekommen. Lachrista Greco kritisiert, dass die Sexualität von Cyrus ja wohl ihre Sache sei und merkt an, dass die Kritiker_innen lieber die rassistischen Elemente ihres Auftritts in den Blick nehmen sollten.

In den USA wäre es wohl zu einer weiteren Tragödie an einer Schule gekommen, wenn Antoinette Tuff nicht beherzt eingegriffen hätte (englisch­sprachig).

Auf dem Reproductive Justice Blog gibt es einen englisch­sprachigen Artikel über Mitstreiter_innen (“Ally”) in aktivistischen Kämpfen (also z.B. weiße Frauen bei anti-rassistischen Kämpfen). “Verbündete_r zu sein ist ein kontinuierlicher Prozess. Es ist Praxis. Es ist niemals zu Ende.”

Und wie könnte diese Praxis aussehen? Ein englisch­sprachiges Video gibt Aufschluss: wachsam und Unterstützer_in sein in diskriminierenden Situationen.

Tumblr-Fans aufgepasst, es gibt ein cooles neues englisch­sprachiges Tumblr mit vielen Bot­schaften, warum Fat Acceptance wichtig ist: ineedfatacceptance.tumblr.com.

Der Palästinenser Karim H. war unter den ersten, die die von Rechten bekämpfte Geflüchteten-Not­unterkunft in Hellers­dorf bezogen – und sofort wieder verließen. Die taz und der Tagesspiegel führten Interviews mit ihm. Der Bezug Unter­kunft geht trotzdem weiter. Es wird aber niemand zum Umzug in das Heim gezwungen, so die Berliner Morgenpost.

Die Jungle World sprach mit Osman Osmani, dem Gründer der NGO »Initiative 6« aus Prizren, die sich für Roma, Ashkali und andere diskriminierte Minder­heiten im Kosovo einsetzt.

In den USA gibt es eine neue Serie, die viel Aufmerksamkeit, aber auch Kritik erntet: Orange Is The New Black. Die Besetzung ist sehr vielfältig, es tauchen nicht die immer gleichen weißen, schlanken, normschönen Schauspieler_innen auf. Eine davon ist Dascha Polanco, die auf NBCLatino ein Interview gab und u.a. über ihre Unsicherheiten sprach, sich in der Filmindustrie auf Rollen zu bewerben, weil sie zu befürchten hat, dass sie auf Grund ihres Gewichts nicht in das normierte Hollywood-Schema passt.

Nach 19 Monaten kommt der NSU-Ausschuss im Bundestag zu einem ver­nichtenden Urteil: „Ein nicht vorstell­bares Versagen“, titelt die taz. Der Tagesspiegel berichtet, dass das Bundes­innen­ministerium kritische Sätze aus dem Abschluss­bericht des NSU-Untersuchungs­ausschusses streichen lassen will.

Die Whistle Blowerin Chelsea Manning hat im Guardian ein Statement zu ihrem nun folgenden Transitions­prozess abgegeben.

Die österreichischen Grünen sorgten mit einer fragwürdigen Wahl­werbung für eine gehörige Portion Kritik. Auf dem Plakat sind zwei Schwarze Reinigungs­kräfte zu sehen, unter­titelt wird das Plakat mit “Und wer putzt bei dir?“. Darauf­hin formulierten Initiativen und Vereine wie ADEFRA, ISD, maiz – Autonomes Zentrum von & für Migrantinnen oder migrazine.at eine öffentliche Kritik: ”Wir wehren uns gegen die unreflektierte Ver­wendung von Bildern als Auslöser für Diskussionen, die auf dem Rücken von Schwarzen Frauen*, Women* of Color und Migrantinnen* aus­getragen werden, und so unsere Stimmen und Wider­stände unsichtbar machen.”

Lisa e.V., ein Mädchen- und Frauenladen für interkulturelle Sozialarbeit hat sich bei Quartiermeister um eine Förderung beworben. Abstimmen könnt ihr noch bis zum 1. September.

Beate Schücking ist eine von sehr wenigen Frauen an der Spitze einer deutschen Universität. Sie wurde bekannt, als die Uni Leipzig beschloss, Hochschullehrer als “Professorin” zu bezeichnen. Ein Portrait gibt’s in der Zeit.

Termine in Berlin, Hamburg und Mainz nach dem Klick

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Burkaverbote verhindern Emanzipation

13. September 2011 von Magda
Dieser Text ist Teil 10 von 10 der Serie Frauen & Religion

Im Zuge der so genannten “Burka-Verbote” in Frankreich, Belgien und in Teilen Spaniens im letzten Jahr führten wir auf der Mädchenmannschaft heiße Diskussionen über den Sinn und Unsinn solcher gesetzlichen Vorstöße. In der Diskussion um das Ver­mummungs­verbot in Belgien fragte ich mich, wer eigent­lich von diesen Gesetzen profitiert: Sind es die Niqab- und Burkaträgerinnen, die sich nach dem Ab­legen der angeblich so unliebsamen Ganz­körper­verhüllung plötzlich in einer ach-so-emanzipierten Gesell­schaft befinden oder ist es nicht viel mehr die Mehr­heits­ge­sell­schaft, die sich eines un­liebsamen Kleidungs­stückes entledigt, das ihrer Meinung nach für den “gefährlichen” Islam und Frauenverachtung steht – ohne, dass die Trägerinnen selbst dazu befragt werden.

Kriker_innen der Verbote waren und sind sich einig: Gesetz­liche Maß­nahmen in Form von Verboten führen nicht zu Emanzipation, sondern zu erhöhter Stigmatisierung der Burka- und Niqabträgerinnen und nähren die bereits existierenden gesamt­gesell­schaft­lichen anti-islamischen Ressentiments. Nicht nur die Verbote, sondern bereits die Debatten um “den Islam”, “die verschleierten Frauen” oder “die unter­drückten Muslima” führen zu einer Verschärfung der klischee­beladenen und ein­dimensionalen Zu­schreibungen an Muslima und/oder Frauen mit (Voll-)Verschleierung, die teils zu skurrilen Koalitionen von zum Beispiel Rechts­populist_innen und diversen Frauen­rechtler_innen führt.

Eine vor einigen Monaten veröffentlichte Studie mit 32 Burka- und Niqab­trägerinnen in Frankreich be­stätigt die An­nahmen der Kritiker_innen: Die unter der Lei­tung von Naima Bouteldja und von der Open Society Foundation durch­ge­führte Studie beschreibt die zum Teil entwürdigenden Erlebnisse der Teil­nehmerinnen nach dem In­kraft­treten des Ver­bots in Frankreich. Fast alle Studien­teil­nehmerinnen berichten von sexistischen und rassistischen Be­leidi­gungen, wenn sie in der Öffent­lich­keit unterwegs sind – teils auch von anderen Muslim_innen. Einige erlebten gar körperliche Angriffe, z.B. das Herunter­reißen der Schleier. Durch die medial an­ge­heizte Diskussion und das Verbot werden Mitmenschen auf der Straße also plötzlich zu Hüter_innen von Recht und Ordnung. Die mögliche Konsequenz: Jene Frauen, die vom Gesetz betroffen sind, meiden öffentliche Ein­richtungen und Plätze, um den An­feindungen aus dem Weg zu gehen. Die Möglichkeiten zur Aus­übung eines Berufes oder einer ehrenamtlichen Tätigkeit sind dadurch enorm ein­ge­schränkt: Voll­verschleiert fallen diese Optionen weg.

Das Fazit der Studie: Durch das französische Ver­bot sind Niqab- und Burkaträgerinnen einer erhöhten Stigmatisierung ausgesetzt, hören vermehrt diskriminierende Äußerungen, sind teilweise von körper­lichen Über­griffen und von (räumlicher) Isolation betroffen. Emanzipation? Sieht wohl nicht so aus.

Links und Beiträge zum Thema:


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Kurz und knackig notiert

14. April 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 102 von 231 der Serie Kurz notiert

Die Mädchenmannschaft tummelt sich in diesen Tagen auf der Blogger_innen-Konferenz re:publica und ist mit eigenen Panels gut vertreten. Die Linkliste fällt daher etwas kurz aus, kann aber gerne in den Kommentaren ergänzt werden!

Kaum ein Kind kommt heute noch ohne medizinische Eingriffe zur Welt. Notwendig sind längst nicht alle, aber sie verhelfen den Krankenhäusern zu höheren Einnahmen. Die ZEIT über einen Trend, dessen Auswirkungen auf Mütter und Kinder noch lange nicht klar sind.

Eine Soziologiestudentin aus Wien sucht für ihre Master-Arbeit über “Eingetragene Partnerschaften in Österreich” Interview-Partner_innen, die in eingetragener Partnerschaft leben.

Kurt Cobain war Feminist!

Das Burkaverbot in Frankreich ist erst seit Montag in Kraft und schon gab es einen ersten Übergriff: In einem Einkaufszentrum riss eine Anwältin einer Konvertitin den Schleier vom Kopf, so der Telegraph.

Für Podcast-Fans: “Femme! radikal queer feminin“.

Das multikulturelle Frauenmagazin Gazelle freut sich immer noch über neue Abonnent_innen.

Doing Gender gibt es auch beim Essen – für DRadio Wissen haben Christina Wolf und Ralph Glander den Selbstversuch gewagt und für einen Tag ihre Essensgewohnheiten getauscht.

Queer/feministische Termine für diesen Monat findet ihr in unserer Übersicht für April.


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Burka- und Sexverbote: Die Woche im Rückblick

9. Februar 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 94 von 231 der Serie Kurz notiert

Laut jetzt.de plant Hessen, die Vollverschleierung im öffentlichen Dienst zu untersagen. Auslöser dafür ist eine Angestellte der Stadt Frankfurt, die mit Vollverschleierung im Bürgeramt arbeiten wollte, mittlerweile aufgrund der Restriktionen das Arbeitsverhältnis beendet hat.

Die pakistanische Schauspielerin Veena Malik kämpft unterdessen für das Recht muslimischer Frauen, die Kleidung zu tragen, die sie tragen wollen – ob Burka oder Jeans. Sie selbst wurde schon beschimpft, nachdem sie sich in Shorts öffentlich zeigte, so die Daily Mail.

Jessica Valenti, eine der Gründerinnen von feministing.com, verabschiedet sich von Feministing und wird sich in Zukunft um andere Projekte kümmern.

Auf ichschwoersdir findet ihr ein interessantes Video zum ökonomischen Ist-Zustand von Frauen weltweit.

Queer.de berichtet von einem menschenverachtenden Gerichtsurteil in Großbritannien, welches einem 41-Jährigen aufgrund eines “zu niedrigen” Intelligenzquotienten Sex verbietet. Daraufhin musste er eine Beziehung zu einem anderen Mann beenden. Das Gericht erlaubte dem Verurteilten in zwei Zimmern seiner Sozialwohnung zu onanieren.

Das Bitch Magazine ließ uns in der vergangenen Woche unsere Vorstellungen über Porno und Körper überdenken und ermutigt, sich einen sogenannten Fat Porn anzusehen. Warum? Weil dicke Menschen selten mit den Attributen erotisch und sexy assoziiert werden.

Amira El Ahl beleuchtet für die Welt die Arbeit der ägyptischen Frauen während der Proteste gegen das Mubarak-Regime: “An den Zugängen zum Tahrir-Platz lässt sich die resolute Art der ägyptischen Frau wunderbar beobachten. Angst scheinen die Frauen hier nicht zu kennen. Hausfrauen, Studentinnen und Intellektuelle, Verschleierte und Unverschleierte stehen Wache und schrecken vor keiner Handgreiflichkeit und lautstarken Auseinandersetzung zurück, um für Ordnung und Sicherheit auf dem Platz zu sorgen.”

Auf prospect.org wird eine neue Initiative vorgestellt, die erstmalig Zahlen zusammenträgt, in welchem Umfang sich Transgender Diskriminierung ausgesetzt sehen.

Ebenfalls auf prospect.org stellt Autorin Ann Friedmann die Frage, warum wir rechtliche Abstufungen im Hinblick auf Vergewaltigungen nicht akzeptieren, die im Bereich von Abtreibungen hingegen schon.

Sonia Sotomayor, die erste Latina im US-amerikanischen Supreme Court (wir berichteten), sprach auf einer Veranstaltung in der University of Chicago über ihre Arbeit gegen Diskriminierung und ihre Rolle als Repräsentantin der sogenannten Triple Oppression von Race, Class und Gender.

News.at berichtet vom Fall einer 27-Jährigen aus Nigeria, die nach jahrelanger Zwangsprostitution in Österreich in ihr Heimatland abgeschoben wurde. Die Täter sind weiterhin auf freiem Fuß.

Geschlechtersegregation im Internet: “Der digitale Graben verläuft auch zwischen Männern und Frauen, viele Kommentarbereiche im Netz sind in Männerhand. Für Projekte zur Mitbestimmung ist das ein Problem”, konstatiert die ZEIT.

Das Satire-Magazin Extra 3 hat sich in die Niederungen des Frankfurter Bankenviertels begeben und Banker zur Frauenquote befragt.

Queer/feministische Termine für diesen Monat findet ihr in unserer Übersicht für Februar, die ihr gern in den Kommentaren weiter ergänzen dürft. Wir suchen übrigens für den kommenden Monat wieder queer/feministische Partys, Proteste, Lesungen, Filme, Aktionen… Veranstaltungshinweise könnt ihr über unser Kontaktformular an uns senden, auf unsere Facebook-Wall posten oder per Twitter an @grrrls_team schicken.


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Kurz notiert: Mädchenbildung in Afghanistan und Proteste in Tunesien

19. Januar 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 63 von 231 der Serie Kurz notiert

Die Taliban sollen in Afghanistan wieder an der Regierung beteiligt werden – im Zuge der Gespräche gaben hochrangige Vertreter an, Mädchenbildung künftig nicht mehr im Wege zu stehen. Gegenüber der BBC zeigen sich weibliche afghanische Abgeordnete aber skeptisch, denn bisher gibt es in den Taliban-dominierten Gebieten immer noch keine Mädchenschulen.

Ob wir Menschen als männlich oder weiblich einschätzen, hängt auch vom Fingerspitzengefühl habt. Wer weiche Dinge hält oder besonders sanft schreibt, ordnet danach Gesichter androgyner Testpersonen als weiblich ein. Harte Gegenstände lassen die Gesichter dagegen männlich erscheinen, berichtet LizzyNet über eine Studie der Tufts University.

In der katalanischen Stadt Lleida ist das Tragen einer Burka oder eines Niqab in öffentlichen Einrichtungen vorläufig wieder gestattet, wie dieStandard.at berichtet.

Auf Zeit.de ist der Kurzfilm “zwischen welten” von Dorothea Carl verlinkt, der dokumentiert, wie Migrantinnen mit den unterschiedlichen Erwartungen in ihrer alten Heimat und in Deutschland umgehen.

Auf MuslimahMediaWatch beleuchtet Tasnim die Rolle der Frauen in Tunesiens Revolution und ob bzw. wie diese von den Medien dargestellt werden. Es fällt auf: Anders als etwa bei den Protesten, die z.B. im Iran stattgefunden haben, werden Frauen in Tunesien nicht als Symbolfiguren des Widerstands hochstilisiert.

Chally von feministe ärgert sich in ihrem Artike “Can’t We Just Be Friends?”, dass Erwachsene spielende Kinder automatisch als Freund und Freundin sehen. Ein Junge und ein Mädchen mögen sich als Spielgefährt_innen und wollen einfach nur befreundet sein? Nein, nein: ein niedliches Paar sind sie, die Kleinen!!

Die türkische Schriftstellerin, studierte Soziologin („Zum Mann gehätschelt – zum Mann gedrillt“) und Menschenrechtsaktivistin Pinar Selek, derzeit Stipendiatin im Writers-in-Exile-Programm des deutschen P.E.N.-Zentrums, droht die Wiederaufnahme eines Verfahrens, welches ihr schon in den 1990ern wahrscheinlich völlig zu Unrecht angehängt wurde. Wenn ihr Pinar Selek unterstützen möchten, genügt eine E-Mail an christaschuenke[at]mac[punkt]com. Direkt online unterschreiben könnt ihr unter www.ps-signup.de.

Susanne Baer, ab dem 1. Februar 2011 Richterin am Bundesverfassungsgericht, beschäftigt sich mit den Fragen: „Wie steht es verfassungsrechtlich um Datenschutz, informationelle Selbstbestimmung, Netzzugang und Netzneutralität? Braucht das Grundgesetz ein Update?“ (Ein passende Video war schon im November bei der Opalkatze auf …Kaffee bei mir verlinkt.)

Queer/feministische Termine für diese und nächste Woche findet ihr in unserer Übersicht für Januar, die ihr gern in den Kommentaren weiter ergänzen dürft. Wir suchen übrigens für den kommenden Monat wieder Partys, Proteste, Lesungen, Filme, Aktionen, etc. mit herrschaftskritischem und emanzipatorischem Anspruch. Veranstaltungshinweise bitte mit Link an post[ät]maedchenmannschaft[punkt]net, auf unsere Facebook-Wall oder per Twitter an @grrrls_team.


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Blogschau: It’s all about the bitchy protest!

9. Oktober 2010 von Nadine

Für viel Begeisterung sorgte bereits am vergangenen Wochenende der Auftritt der Niqabitches in Paris. Nach dem Burka-Verbot in Frankreich sei das der erste subversive Protest gegen gesetzlich legitimierten antimuslimischen Rassismus, berichtet Ein Fremdwörterbuch. Den Niqabitches könnt ihr auch auf Twitter folgen.

Unsere Leserin Anna weist uns noch auf das “Islamic Fashion Festival” in Monte Carlo hin. Das Festival macht nach Kuala Lumpur und Jakarta nun das erste Mal in Europa Station, um mit Mode Stereotypen und Vorurteilen zu begegnen. Daumen hoch!

Wie bereits beim letzten Genderissimi berichtet, waren Annina, Tessa und Julia in Kairo beim Young Media Summit, das “[den] Austausch und [die] Vernetzung zwischen jungen Medienschaffenden aus der arabischen Sprachregion und Deutschland” fördern soll. Auf der Seite des Young Media Summit und bei Annina (Teil 1, 2, 3) könnt ihr die Eindrücke der Teilnehmer_innen nachlesen und erfahrt, welche Menschen hinter den jeweiligen Blogs stecken. Viel Spaß!

Das Netzwerk Kritische Migrations- und Grenzregimeforschung stellt sich gegen Ausgrenzung und fordert Demokratie statt Integration. Fast 2500 Menschen haben die Stellungnahme bereits unterzeichnet, ihr könnt euch ebenfalls am Protest gegen (antimuslimischen) Rassismus und Xenophobie beteiligen, per Unterschrift und/oder ausgedrucktem Flyer oder Poster.

Watch Salon berichtet von der Quotendiskussion bei der CSU in Bayern. Die 40-Prozent-Quote wird nicht für alle Parteiämter gelten, so wie ursprünglich geplant. Denn besonders JU-Vizechefin Katrin Poleschner wurde nicht müde, die Rhetorik von der Quotenfrau wieder aufzukochen (sic!), nach dieser Frauen gar nicht ausreichend qualifiziert sein können und nur qua Geschlecht diese Position erreichen.

Auf L-Talk gibt es ein Interview mit Antje Wagner über lesbische Literatur. Wagner liest außerdem heute Abend bei der lesbisch-schwulen Lesenacht in Frankfurt am Main.

Das European Pro-Choice Network hat einen Offenen Brief an Antreibungsgegner_innen verfasst. Wer den Brief unterzeichnen will kann das mit einer Email an prochoicenet [ät] yahoo [punkt] com tun. (via Mädchenblog)

Termine:

Nächste Woche findet im Haus der Kulturen der Welt ein Festival über lateinamerikanische Weiblichkeit statt. “Grenzgängerinnen” will den Blick für das Erbe des Kolonialismus und exotisierende Vorstellungen von Frauen in postkolonialen Ländern schärfen und nimmt dabei auch die Darstellungen über u.a. Frida Kahlo und Evita Perón unter die Lupe.

Am 25. Oktober veranstaltet das Berliner Gender- und Technikzentrum ein Symposium zu Gender und Diversity. Expert_innen stellen den aktuellen Forschungsstand vor und Vertreter_innen aus Wirtschaft, Technik und Politik diskutieren, wie Gender- und Diversity-Konzepte ihren Weg in die Praxis finden (können).

Noch mehr Termine findet ihr hier. Dort könnt ihr auch weitere Termine und Veranstaltungen in die Kommentare posten.


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Männerfeindlichkeit, Physik, Martin Büsser und Interviews zu Missy, Burka und Kapitalismusgeschichte

29. September 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 50 von 231 der Serie Kurz notiert

Ben schrieb schon vor zwei Wochen einen Entwurf zu Sexismus und Männerfeindlichkeit und fasste die interessantesten Kommentare in einem späteren Beitrag noch einmal zusammen.

Bei DRadio Wissen gibt es ein hörenswertes Interview mit Chris Köver zum Missy Magazin.

Das Missy Magazin erinnert noch mal an ihre coole Aktion Bake a Cake, Build a Bomb #2, bei der ihr ein Pimmel-Buch von Andrea Pritschow gewinnen könnt.

Das Schweizer Radio DRS interviewte die Basler Malerin, Aktivistin, Feministin Miriam Cahn zum Burka-Verbot und dem “Körper der Frau als Schlachtfeld” (via Antje Schrupp).

Simona machte uns auf Facebook auf den schon etwas älteren Vortrag ”Feminismus, Kapitalismus und die List der Geschichte” (deutsch als PDF) von Nancy Fraser aufmerksam, den ihr in Videoform (englisch) auch auf dailymotion folgen könnt.

Auf Suddeutsche.de berichten drei Studentinnen über die merkwürdigen Erfahrungen in ihrem ‘ungewöhnlichen’ Studium, Physik.

Der wunderbare Martin Büsser ist gestorben.

Martin war überall, schrieb für Intro, SZ, Fanzines, Buchbeiträge, machte Lesungen, hielt Vorträge, unterstützte, diskutierte: Pop war ihm mehr als Musik, Musik mehr als Pop – es ging um Gender, Filme, Comics, Fernsehen, Romane, Nationalismus, D.I.Y., es ging ums Ganze.

Einer von Büssers Vorträgen zu Geschlechterverhältnissen in der Punk- und Hardcoreszene findet ihr auf der Seite der AG Queer Studies. Das Missy Magazin hat einen kurzen, persönlichen Nachruf.

Terminkalender bereit: Vom Freitag, den 01.10.2010, bis Sonntag, dem 03.10.2010 könnt ihr ein Seminar zum Thema “Männerbilder” in Berlin besuchen, veranstaltet von BÜNDNIS 90/Die GRÜNEN. Update: Fällt leider aus!


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Punk, Kiana Ferouz, Burkinis&Bikinis, Eva Herman, Abtreibung, Geeks, Experimente und Niedriglöhne

28. Juli 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 54 von 231 der Serie Kurz notiert

The F-Word hat eine bisher 4-teilige Serie über Frauen in der Punkmusik.

Der Asylantrag der iranischen Schauspielerin Kiana Ferouz wurde nun doch angenommen. Obwohl Homosexualität im Iran verfolgt wird, bedurfte es erst einer Online-Petition, damit die britischen Behörden ihre Ablehnung überdachten (s.a. Artikel und Kommentar).

Mehr Burka-Neuigkeiten: Der Telegraph berichtet über den Rauswurf zweier Burkini tragenden Frauen aus einem französischen Schwimmbad. Und: In syrischen Schulen ist die Burka bzw. der Nikab nun auch verboten.

Frau Herman: Sie  nerven! Gnurpsnewoel kommentiert Hermans letzten Totalausfall mit den Worten: ”Ich will in Eva Hermans Welt nicht leben müssen.“ Auch auf Philibuster schreibt Nadia Shehadeh über den geistigen Absturz der Eva Herman.

Der Freitag über den Bikini, “Alptraum in zwei Teilen“: “Im Namen quasi atomar belastet, stand er zunächst für sexuelle Befreiung. Heute ist er Instrument weiblicher Selbstkontrolle.”

Sechs Frauen bekamen in Guanajuato in Mexiko 25 – 30jährige Haftstrafen, weil sie Abtreibungen vornehmen ließen. Schuldig gesprochen wurden sie wegen Totschlag, wie feministing berichtet.

Jamie Keiles ist eine High School Absolventin in Pennsylvania in den USA, die mit ihrem Blog TheSeventeenMagazineProject ein interessantes Experiment startete: Wie sieht das Leben aus, wenn frau nach den Regeln des Seventeen Magazine lebt?

DieStandard konstatiert, dass jede_r Fünfte in Deutschland im Niedriglohnsektor arbeitet: “Besonders stark von Niedriglöhnen betroffen sind junge Beschäftigte unter 25 Jahren, AusländerInnen, gering Qualifizierte, befristet Beschäftigte und Frauen.”

Geekfeminism hat einen interessanten Artikel über Computer Geeks und Privilegien: “If you were hacking since age 8, it means you were privileged.


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HIV, Sexarbeit, inhaftierte Schwangere, social media, Verschleierung, Gaza, die Maus, Körper und Punk

22. Juli 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 69 von 231 der Serie Kurz notiert

Kleines Land, großes Problem: DieStandard.at berichtet über die wachsenden Probleme mit AIDS und HIV in El Salvador. Laut der Hilfsorganisation Plan International liegt der Anteil heterosexueller Übertragung inzwischen bei 77 Prozent. Vor allem das fehlende Problembewußtsein verstärke die Krise noch.

Auf altmuslimah berichtet die Fotografin Kate Orne von ihren Recherchen in pakistanischen Bordellen und dem Kampf der Sexarbeiterinnen, um ihren Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

Unglaublich: NPR berichtet über inhaftierte Schwangere in den USA, die bei der Geburt hinter Gittern weiterhin gefesselt bleiben.

DieStandard.at hat die europäischen Verschleierungsverbote bzw. Pläne dazu im Überblick.

Im Gaza-Steifen dürfen Frauen künftig in Cafés keine Wasserpfeifen mehr rauchen. Unter dem Deckmantel des Gesundheitsschutzes ein weiterer Schritt hin zum konservativen „Gemeinwesen staatlich verordneter Gottesfurcht” fürchtet die Süddeutsche.

Die FAZ porträtiert die Erfinderin der Maus – Isolde Schmitt-Menzel. Obwohl die Maus bereits seit 40 Jahren über unsere Fernsehbildschirme wandert, zunächst als „Maus im Laden” dann in der „Sendung mit der Maus“, wußte das sogar an ihrer ehemaligen Hochschule bis vor kurzem kaum jemand.

DieStandard.at berichtet wie vor 40 Jahren die ersten Frauen in Wien eine Straßenbahn führen durften - unter argwöhnischer Beobachtung ihrer Kollegen.

Social media-Netzwerke werden stärker von Frauen als von Männern genutzt. Warum? Die Antwort von Jessica Fay Carter auf mashable.com lautet: Weil sie vom sozialen und kulturellen Kapital auch stärker profitieren.

Auf TheF-Bomb schreibt Danielle über ihre Erfahrungen als “’Phat’ Girl in a Skinny World“.

Wer nächste Woche Mittwoch in Berlin ist und auf feinsten Grrrl Punk steht, feiert mit AgathaRespect My Fist und Ex Best Friends in der Scharni 38 ab.


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Burka-Verbot, Burka-Verbot, Burka-Verbot

22. Juli 2010 von Barbara

Das Verbot, in der Öffentlichkeit eine Burka zu tragen bzw. sich mit einem anderen Ganzkörper-Schleier zu verhüllen, ist in einigen europäischen Ländern bereits gesetzlich verankert worden. Das französische Parlament hat kürzlich dafür gestimmt (wir haben berichtet), ebenso in Belgien (wir haben berichtet) wurde dafür votiert. In Spanien wurde der Verbots-Vorschlag gerade knapp abgelehnt, das Thema scheint aber auch hier noch nicht vom Tisch.

Über das Burka-Verbot hat Martha Nussbaum, Professorin für Rechtswissenschaften und Ethik an der University of Chicago, in der FR geschrieben; sie behandelt das Thema aus rechtsphilosophischer Sicht:

… Gesetzt den Fall, die Burka ließe sich statistisch mit Gewalt gegen Frauen eng in Verbindung bringen: Könnte die Regierung sie aus diesem Grund rechtmäßig verbieten? Der Oberste Gerichtshof der USA hat geurteilt, dass das Nackttanzen aufgrund seiner gelegentlichen Verbindung mit Verbrechen (auch gegen Frauen) verboten werden kann, aber es ist nicht klar, ob dieses Urteil richtig war. Burschenschaften am College weisen eine enge Verbindung zu Gewalt gegen Frauen auf, und einige Universitäten haben deshalb alle oder einige Burschenschaften verboten. Private Institutionen dürfen solche Regelungen treffen; ein völliges Verbot männlicher Trinkclubs (oder anderer Orte, an denen Männer sich betrinken, wie Fußballspiele) von Regierungsseite wäre aber eine groteske Einschränkung der Versammlungsfreiheit. …

Über das Burka-Verbot hat auch Antje Schrupp für die Jungle World geschrieben. Sie hält das Burka-Verbot für ein falsches Signal (eine Meinung, die ich absolut teile).

… Schließlich wäre ein Burkaverbot auch ein falsches Signal an die westlichen Milieus und an die nicht-muslimischen Migrationscommunities, die selten so liberal und frauenfreundlich sind, wie sie sich gerne darstellen. Gewalt gegen Frauen gibt es überall, die Beschränkung ihrer Freiheit auch. Das lässt sich nicht an äußerlichen Symbolen ablesen. Wir sollten uns nicht der Illusion hingeben, die Freiheit der Frauen könne per Gesetz sichergestellt werden. Sie muss sich im Konkreten bewähren: Wie unterstütze ich das Mädchen, das gegenüber ihren Brüdern benachteiligt wird? Wie argumentiere ich gegenüber einer Frau, die meint, der Ganzkörperschleier bringe sie näher zu Gott? Was ist mit der Frau, die von ihrem Mann geschlagen wird, ihn aber partout nicht verlassen will? …

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