Einträge mit dem Tag ‘Burka-Verbot’


Ganz viel Quote – die Blogschau

12. Februar 2011 von Verena
Dieser Text ist Teil 4 von 254 der Serie Die Blogschau

Weiter geht es in der Quotendiskussion: DieliebeNessy erklärt, warum sie sich – unabhängig von ihrer Indifferenz gegenüber der Quote – wohl nie in einer Führungsposition wiederfinden wird. Die Antwort gibt es von der Vorspeisenplatte, die Nessys persönliche Sicht für “ausgesprochen repräsentativ” hält und deshalb für die Quote plädiert.

Unterstützung für die Quote findet sich auch beim Deutschen Frauenrat, wie deren Vorsitzende Marlies Brouwers in einem offenen Brief an Ursula von der Leyen schreibt.

Die Sammelmappe sucht noch MitstreiterInnen, um die Anzahl der Frauenzitate bei Wikiquote zu erhöhen.

Über die Bedeutungsbreite des Schuhfestischs von Sätzen wie “Ich hab mehr als drei paar Schuhe im Schrank” bis zu den Einschnürungspraktiken in China schreibt Nahtschatten auf ihrem Blog.

Fetisch oder schon Folter? Die letztjährige Alexander McQueen Kollektion. (Foto via Nahtschatten)

Postgedanken ärgert sich über die Rückkehr der Burka in Gesetzessprechung und Berichterstattung. In letzterer gehe es aber weniger “um die Frau und ihre angenommene Unterdrückung […], in erster Linie geht es um westliche Grundwerte und deren öffentliches Erscheinungsbild.”

Meinaugenschmaus schildert ihre Eindrücke, konkret von der Podiumsdiskussion “Gibt es einen Politikwechsel im Behindertenbereich oder bleibt alles beim Alten?” und allgemein von der Behindertenpolitik in Deutschland.

Dass die Enquete-Kommission “Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ bei ihrer Mission, Wege zum nachhaltigen Wirtschaften  aufzuzeigen, die erwerbslose Frauenarbeit in Haushalt, Erziehung und Pflege außer Acht lässt, ärgert karolinen. Die Antworten auf ihren Protest hat sie hier gebloggt.

Einen offenen Brief zur besagten Enquete-Kommission gibt es auch beim braunen Mob.

Über die erste Pressekonferenz der österreichischen Plattform 20000Frauen und ihrer frauenpolitischen Forderungen berichtet die denkwerkstatt.


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Berlinale, Burka und das Zölibat: Die Blogschau

5. Februar 2011 von Anna
Dieser Text ist Teil 95 von 254 der Serie Die Blogschau

Ninia LaGrande schreibt an Frau Merkel: “Es ist einfach schade, wenn eine Frau die Chance hat, was Großes zu ändern und diese Chance nicht nutzt. Sie sind die Bundeskanzlerin. Sie müssen doch am besten wissen, wie viel schwerer es für Sie als für Männer war, an die Spitze zu kommen.”

Wo wir gerade bei Briefen sind: Bei Claudia Neusüß gibt es einen offenen Brief von verschiedenen Wissenschaftler_innen an den Bundestagspräsidenten Norbert Lammert zu lesen. Sie fragen nach, warum unter den 17 Sachverständigen der im Dezember beschlossenen Enquete-Kommission keine einzige Frau zu finden ist.

Betty Friedan hätte am 4. Februar Geburtstag gehabt (Rosa Parks übrigens auch). Aviva-Berlin und auch dieStandard poträtieren Friedan.

Außerdem bei dieStandard zu lesen: “Wo Männer von Männern erzählen”. Es geht um … richtig, Wikipedia.

“schnelle akademische Bildung für zwischendurch” gibts bei der Denkwerstatt. Und zwar in Form eines Videobeitrags von Donna Haraway, aufgenommen an einer Schweizer Privatuniversität.

Noch mehr akademisches lesen wir bei gender:queer: “Weg mit dem Queer-Ding! Ansätze für eine queere Kapitalismuskritik”.

Luise Pusch schreibt bei fembio über bzw gegen so genannte “korrigierende Vergewaltigungen”.

blogabsatz hat den Film “we want Sex” gesehen und wagt angeregt dadurch schon mal einen Ausblick auf den kommenden Equal Pay Day.

“Das Bundesverfassungsgericht hat festgestellt, dass der Operationszwang zum Erlangen einer Personenstandsänderung nicht mit dem Grundgesetz vereinbar ist.” Warum diese eigentlich gute Nachricht einen ziemlichen Beigeschmack hat beschreibt Bad hair days.

Sina hat die Serie “Secret Diary of a Call Girl” gesehen und fragt sich, wie berechtigt die teilweise heftige Kritik daran wirklich ist.

Vom Honig beschäftigt sich mit der Debatte um das Zölibat: “Die Forderung nach der Abschaffung des Zölibats, die jetzt aus dem konservativen Lager kommt, ist höchstens ein Modernisierungsanstrich, um den Kahn noch eine Weile über Wasser zu halten.”

anders deutsch ist die seltsame Bebilderung bei Berichten über das Burkaverbot (nicht nur) in Hessen aufgefallen.

Gabriele Scholz ist Gastbloggerin drüben bei den Missys und wird die Berlinale (am 10.02. gehts los) aus weiblicher Sicht begleiten und kommentieren. Ihr Einstand macht Lust auf mehr!

Antje Schrupp hat über das neue Buch von Bascha Mika (Titel: “Die Feigheit der Frauen”) gelesen und denkt wie gewohnt ein großes Stück über den gewohnten Tellerrand hinaus.

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter post(at)maedchenmannschaft.net Bescheid.


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In bed with Mädchenmannschaft – Der feministische Jahresrückblick 2010

5. Januar 2011 von Nadine

Das Missy-Magazin hat bereits vor ein paar Tagen mit einem Jahresrückblick aus feministischer Perspektive vorgelegt, wir ziehen nach. Worüber haben wir uns in 2010 besonders geärgert, welche Diskurse haben uns beschäftigt, welche Themen ließen uns Freudentänze aufführen? Die Mädchenmannschaft hat zum Jahresende die feministischen Köpfe rauchen lassen und herausgekommen ist eine Retrospektive in Form eines Podcasts. Anna, Magda und ich philosophieren eine knappe Stunde unter anderem über den Hebammenprotest, Judith Butler und die Burka-Verbote und lassen noch einmal unsere persönlichen Highlights des vergangenen Jahres Revue passieren. Dabei darf natürlich der obligatorische Rant gegen Frauenministerin Kristina Schröder nicht fehlen. Herzlichen Dank an unsere technische Assistenz Helga für die Produktion!

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.


Download (mp3, 53 MB)

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Neues aus den Blogs

24. Juli 2010 von Barbara
Dieser Text ist Teil 87 von 254 der Serie Die Blogschau

Eine kleine Auswahl dessen, was mir aufgefallen ist in dieser Woche in den Blogs: Ein Ende von “kreuzritterlicher Homophobie” fordert diestandard.at. Anlass ist der Christopher Street Day, deren Teilnehmende mit “ultrakatholischen und nationalistischen Gruppierungen” zusammenstießen. Und deren bekloppten Gehirnen. Kaum zu glauben – Mittelalter im Jahr 2010!

Über ein Vernetzungstreffen von Online-Frauen, das inzwischen ein feministisches Mainstream-Thema geworden ist, hat annalist geschrieben. “An sich sind Fragen zur Abwesenheit von Frauen im Netz, an Computern, in den Medien ja nicht wirklich innovativ, müssen aber wohl weiterhin gestellt werden.” Ja. Leider.

Seit 2009 ist es gleichgeschlechtlichen Paaren in Schottland möglich Kinder zu adoptieren. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, Großeltern protestierten gegen die vorgesehenen Adoptiveltern, wendet sich die größte Adoptionsvermittlungsagentur nun direkt an Schwule und Lesben. Sie sollten sich von der negativen Presse nicht beindrucken lassen, so queernews.at.

Ich hatte auf den Artikel in der Jungle World von Antje Schrupp über das Reizthema Burka-Verbot bereits verlinkt. In ihrem Blog hat sie zu diesem Artikel noch etwas mehr geschrieben, nämlich über etwas, was von der Redaktion der Jungle World redigiert wurde in ihrem Artikel und aus einem Gedanken einen anderen gemacht hat. “In der ursprünglichen Fassung hatte ich geschrieben, dass Burka und Niqab (also Ganzkörperverhüllungen, die auch das Gesicht verdecken) – anders als das Kopftuch – „die Welt der körperlichen Präsenz weiblicher Individuen“ berauben. Das war meine Begründung dafür, warum ich finde, dass es sich dabei durchaus um eine Angelegenheit von öffentlichem Interesse handelt und nicht nur um eine Privatangelegenheit der Frauen, die solche Kleidung tragen. (Anschließend begründe ich dann, warum ich ein gesetzliches Verbot trotzdem falsch finde). In der veröffentlichen Version heißt dieser Satz nun, dass Burka und Niqab „weibliche Individuen ihrer körperlichen Präsenz berauben“. Diejenigen, denen etwas „fehlt“ (nämlich die körperliche Präsenz) sind nun also die Frauen selbst und nicht mehr die Welt.”

Über die unangenehmen Dinge, die derzeit passieren in Hamburg (Schul-Volksbegehren) und Berlin (Elternzeit-Einsparung) hat sich i heart digital life geärgert. Mit Recht!

Termine:
Wer Lust auf “Poetische Experimente und Erfahrungsaustausch” hat, dem sei die Veranstaltung des Literaturbüros Ruhr e.V. und der Autorinnenvereinigung e.V. mit dem Frauenkulturbüro NRW e.V. am 16.Oktober 2010 in der Kulturfabrik Heeder in Krefeld ans Herz gelegt. Autorinnen sind herzlich eingeladen, sich mit biografischen Angaben und einer Projektskizze mit Textprobe (insgesamt 2 Normseiten) zu bewerben. Anmeldungen per Mail an Elisabeth.roters-ullrich(at) stadt-gladbeck.de bzw. unter www.literaturbuero-ruhr.de.

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Burka-Verbot, Burka-Verbot, Burka-Verbot

22. Juli 2010 von Barbara

Das Verbot, in der Öffentlichkeit eine Burka zu tragen bzw. sich mit einem anderen Ganzkörper-Schleier zu verhüllen, ist in einigen europäischen Ländern bereits gesetzlich verankert worden. Das französische Parlament hat kürzlich dafür gestimmt (wir haben berichtet), ebenso in Belgien (wir haben berichtet) wurde dafür votiert. In Spanien wurde der Verbots-Vorschlag gerade knapp abgelehnt, das Thema scheint aber auch hier noch nicht vom Tisch.

Über das Burka-Verbot hat Martha Nussbaum, Professorin für Rechtswissenschaften und Ethik an der University of Chicago, in der FR geschrieben; sie behandelt das Thema aus rechtsphilosophischer Sicht:

… Gesetzt den Fall, die Burka ließe sich statistisch mit Gewalt gegen Frauen eng in Verbindung bringen: Könnte die Regierung sie aus diesem Grund rechtmäßig verbieten? Der Oberste Gerichtshof der USA hat geurteilt, dass das Nackttanzen aufgrund seiner gelegentlichen Verbindung mit Verbrechen (auch gegen Frauen) verboten werden kann, aber es ist nicht klar, ob dieses Urteil richtig war. Burschenschaften am College weisen eine enge Verbindung zu Gewalt gegen Frauen auf, und einige Universitäten haben deshalb alle oder einige Burschenschaften verboten. Private Institutionen dürfen solche Regelungen treffen; ein völliges Verbot männlicher Trinkclubs (oder anderer Orte, an denen Männer sich betrinken, wie Fußballspiele) von Regierungsseite wäre aber eine groteske Einschränkung der Versammlungsfreiheit. …

Über das Burka-Verbot hat auch Antje Schrupp für die Jungle World geschrieben. Sie hält das Burka-Verbot für ein falsches Signal (eine Meinung, die ich absolut teile).

… Schließlich wäre ein Burkaverbot auch ein falsches Signal an die westlichen Milieus und an die nicht-muslimischen Migrationscommunities, die selten so liberal und frauenfreundlich sind, wie sie sich gerne darstellen. Gewalt gegen Frauen gibt es überall, die Beschränkung ihrer Freiheit auch. Das lässt sich nicht an äußerlichen Symbolen ablesen. Wir sollten uns nicht der Illusion hingeben, die Freiheit der Frauen könne per Gesetz sichergestellt werden. Sie muss sich im Konkreten bewähren: Wie unterstütze ich das Mädchen, das gegenüber ihren Brüdern benachteiligt wird? Wie argumentiere ich gegenüber einer Frau, die meint, der Ganzkörperschleier bringe sie näher zu Gott? Was ist mit der Frau, die von ihrem Mann geschlagen wird, ihn aber partout nicht verlassen will? …

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