Einträge mit dem Tag ‘Bundeswehr’


Von Adoptionen zu Soldat_innen-Sein – kurz verlinkt

26. November 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 303 von 340 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Beiträge

Bei tagesschau.de gibt es einen Weltspiegel-Beitrag zu sehen, der die Geschichte des „Highway of Tears“ in Kanada vorstellt. Dort wurden in den letzten Jahrzehnten 43 Frauen ermordet, die meisten von ihnen Women of Color der First Nations.

Du glaubst es ist cool Soldat/in zu sein?“ fragt die Seite Mach was zählt und liefert Fakten zu Auslandseinsätzen, rechtem Gedankengut in der Bundeswehr und sexualisierten Übergriffen als Antwort auf die Rekrutierungs-Kampagnen der Bundeswehr.

Das neue (und für dieses Jahr letzte) an.schläge-Magazin ist da und dreht sich rund um „Girls, Girls, Grrrls„. Wie immer gibt es auch einige der Texte online zu lesen, so zum Beispiel  Jeanna Krömers Besuch des Treffpunkts „Neue Nachbarschaft“ in Berlin und ein Interview mit der Rechtsextremismusforscherin Esther Lennert zu sexualisierter Gewalt und rechts.

Englischsprachige Beiträge

Im November hat die Webseite The Toast eine Reihe von persönlichen Essays rund um das Thema Adoption veröffentlicht. Nicole Chung schrieb über den Trend zum Crowdfunding zur Finanzierung von Adoptionen. Liz Labacz beschreibt, wie sie von ihrer Adoptivfamilie als Maskottchen auf Anti-Abtreibungs-Demonstrationen eingesetzt wurde und heute aber sehr froh ist zu wissen, dass die Frau, die sie geboren hatte, ein Wahl gehabt hat. Und Ana Maria Guay analysiert „Adoption and Toxic Gratitude„.

Anlässlich des Transgender Day of Remembrance: „The Advocate spoke with five New York City-based black and Latina transgender elders about their own understandings of trans resilience (exact ages of the elders are witheld to protect their privacy). All combined, these activists hold a century’s worth of experience in providing direct services to the population hardest hit by violence: low-to-no-income trans people of color. “

Termine Berlin und Marburg:

26.11. in Marburg: Lesung aus „Rassismus an Hochschulen“ mit Emily Ngubia Kuria. (FB-Link)

03.12. in Berlin
: Präsentation der Anthologie „Winter Shorts“ mit Clementine Burnley, Bino Byansi Byakuleka, Yosime Flood, Noah Hofmann, Sharon Dodua Otoo, WoMANtís RANDom, Lewis Teschner und Tyrell Teschner. (FB-Link)

03.12. in Berlin: weiblich, männlich, fließend – Der literarische Salon der Antidiskriminierungsstelle des Bundes zu Gast im LCB. Geschlechtervielfalt in der Literatur: Mit Aris Fioretos, Thomas Meinecke und Jayrôme C. Robinet. Moderation: Karen-Susan Fessel.

15.12. in Berlin: Gespräch mit Jessica Jacoby, eine Mitgründerin des Schabbeskreis, einer „eine lesbisch-feministische[n] politische[n] Gruppe, die sich von 1984 bis 1989 aktiv für die Präsenz und Wahrnehmung jüdischer Frauen in der neuen Frauenbewegung und mit Antisemitismus in feministischen Zusammenhängen auseinandersetzte“. (FB-Link)


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Beyoncé, Magazine, Trolle, Airbags – kurz verlinkt

29. Januar 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 227 von 340 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links:

Im Juni findet die Frauen*FrühlingsUni 2014 statt, und es können noch Beiträge eingereicht werden: „Wir möchten Feminismen im gelebten Alltag, ihre Erfolge, aber auch Schwierigkeiten sowie Möglichkeiten zur feministischen Intervention aufspüren. Alles, was Brücken zwischen Alltag, Wissenschaft und Politik schlägt und den Fokus auf das Thema richtet, ist willkommen.“

Spiegel Online schreibt: „Sexuelle Belästigung ist ein Problem bei der Bundeswehr, wie eine Studie der Truppe zeigt. Wie mit den Beschwerden der Frauen umgegangen wird, darüber verliert sie allerdings kaum ein Wort. Die Grünen kritisieren: Entsprechende Fragen wurden aus dem Papier gestrichen.“

englischsprachige Links:

Amina Doherty schreibt beim African Women’s Development Fund darüber, wie Popkultur das (feministische) Selbstverständnis beeinflussen kann: „Popular culture has a unique capacity not only to raise awareness, but to build bigger constituencies for social justice and women’s rights and ultimately to meet people where they are“- hier Teil 1 und dort Teil 2.

A propos Pop: Gerade wurden die Grammys verliehen, und Beyoncé war auch dabei, und natürlich wurde ihr Auftritt aus verschiedenen Perspektiven analysiert, gefeiert und kritisiert. Zum Beispiel von Jen von xojane, die sich gegen an Mütter gerichtetes Sexualitäts-Policing ausspricht. Und Akiba Solomon schreibt bei Colorlines über den Einsatz verstörender Zitate im Song „Drunk in Love“.

Die aktuelle Ausgabe von Popaganda, dem Podcast des Bitch Magazine, steht unter dem Motto „Don’t just hate media—make media“ und featuret Interviews mit drei profilierten Zeitschriftenmacherinnen, die auch einzeln anzuhören sind.

Viele Social-Media-aktive Menschen haben sich inzwischen an diversen Versionen des Gotye-Hits „Somebody that I used to know“ erfreut – vielleicht war auch die Interpretation von Azora Telford in Gebärdensprache dabei.

„Trollen geht es nicht darum zu provozieren, sondern darum, Frauen zum schweigen zu bringen“ – Steph Guthrie erklärt im TedxTalk, waum die Aufforderung, Trolle nicht zu füttern a.k.a. Übergriffe im Internet einfach zu ignorieren, höchst problematisch ist. Und was stattdessen getan werden könnte.

Und hier noch ein erbauliches Video für den Feierabend.

Außerdem ein Termin in Dresden am 1. Februar um 14:30: We give birth, we decide! – Solidaritätsveranstaltung für Abtreibungsrechte in Spanien und Deutschland.


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Wir sind kein Mädchenverein

29. März 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 42 von 125 der Serie Die Feministische Bibliothek

Liebe Kriegsdienstverweigerer oder Pazifist_innen: Dieses Buch ist keine zerschmetternde Kritik an der Institution Bundeswehr. Dem Reflex, die Bundeswehr als Ganzes zu kritisieren oder gar deren Abschaffung zu fordern, wird hier nicht nachgegeben. Es ist vielmehr eine Mischung aus persönlichen Erlebnisberichten, Hintergrundfakten und in gewisser Weise auch ein Plädoyer an die Männer und Frauen, die laut der Autorin “nicht nur von Gerechtigkeit reden, sondern auch handeln”. Durchatmen und abtauchen in die Welt der Bundeswehr (falls du hier noch weiterlesen willst):

Mit ihrem Buch Wir sind kein Mädchenverein – Frauen in der Bundeswehr stellt Andrea Jeske die erste Generation der Frauen vor, die in der Bundeswehr einen lukrativen Arbeitsplatz fanden, nachdem der Europäische Gerichtshof vor zehn Jahren beschloss, alle Laufbahnen der Bundeswehr uneingeschränkt für Frauen zu öffnen. Mittels Interviews und gründlicher Hintergrundrecherche erforscht Jeske, was Frauen dazu bringt, den Dienst an der Waffe aufzunehmen und welche Rollen die Soldatinnen in der Bundeswehr spielen.

Zum einen wird deutlich, dass die Entscheidung, Frauen in alle Bereiche der Bundeswehr zuzulassen, zwar einerseits aus der Erkenntnis erwuchs, sie sollten gleichberechtigt neben Männern kämpfen dürfen (dürfen, nicht müssen). Andererseits wurden Frauen aber auch als neue Zielgruppe entdeckt, um die Nachwuchsprobleme der Bundeswehr zu lösen. Wenn die jungen Männer ausgemustert werden oder sich in den sozialen Dienst retten, kommen die in diesem Buch dargestellten Frauen gerade recht: Auf der Suche nach Gemeinschaftsgefühl, Disziplin, Abenteuer und nicht zuletzt einen sicheren Arbeitsplatz nehmen Soldatinnen ihren Platz in der Bundeswehr ein – als Stabsärztin, im ABC-Abwehrregiment, bei der Marine, in der elektronischen Kampfführung, beim Transporthubschrauberregiment oder gar als Kompaniechefin. Viele von ihnen waren oder sind im Ausland stationiert – in Afghanistan, Djibouti oder im Kosovo.

Die interviewten Frauen verdeutlichen, dass der Stereotyp der friedfertigen Frau begraben gehört. „Typisch weibliche“ Eigenschaften oder Attribute sind hier nicht erwünscht, wie die meisten der Soldatinnen betonen. Sie stellen klar, dass “aufgetakelte Tussis“ mit Lippenstift und Handtasche nichts in dieser rauen Welt verloren haben. Frauen haben die patriarchalen Bundeswehrstrukturen also wenig verändert, sondern eher verinnerlicht. Ganz im Gegenteil: Gerade diese Strukturen lockten die Soldatinnen in den Dienst. Das Recht des Stärkeren bleibt bewahrt, nur dass Frauen nun an diesen Kämpfen teilnehmen dürfen. Laut Jeske pflegen viele der Soldatinnen einen „männlichen Habitus“ und bejahen die Härte der Ausbildung in der Bundeswehr – vielleicht auch, um gegen die Vorurteile anzukämpfen, die auch heute noch herrschen: Frauen seien generell körperlich ungeeignet und zu weich; sie nehmen Männern nur „ihre“ Jobs weg und können unmöglich dann auch noch ihre Vorgesetzte sein!

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