Einträge mit dem Tag ‘Buchtipps’


Von Quotenfrauen, Aktivistinnen und Fußballerinnen

16. Februar 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 94 von 153 der Serie Kurz notiert

Im SWR2 Forum könnt ihr der Diskussion zum Thema „Ganz oben alles männlich - Welche Chancen haben Frauen in Unternehmen?“ lauschen.

Auch Susanne Klingner und Barbara Streidl diskutieren im DRadio Wissen über Frauen und Erwerbsarbeit, die Frauenquote und Feminismus: „Macherinnen ohne Quote“.

Immer noch nicht genug von der Quote? Heute Abend ist Meredith Haaf von der Mädchenmannschaft zu Gast bei der Sendung ZDF login im ZDF infokanal, bei der ebenfalls die Frauenquote diskutiert wird.

Daniela Schaaf von der Sporthochschule Köln untersucht im Auftrag der Fifa die Vermarktungsmöglichkeiten des Frauenfußballs. Im Interview mit dem tagesspiegel berichtet sie, dass das Vorurteil von der nicht werbefähigen „Kampflesbe“ in den Köpfen der berichtenden Journalisten noch sehr lebendig ist.

Auf Gender Across Borders wird mit zwei Annahmen über die Proteste in Ägypten aufgeräumt: Die Protestierenden sind entgegen der US-amerikanischen Berichterstattung weder naiv und irrational, noch gehen nur Männer auf die Straße. Unter den Protestierenden sind auch die feministische Aktivistin Nawal El Saadawi und die Journalistin Mona Eltahawy.

Nicht nur in Tunsien, Ägypten und anderen Ländern gehen die Menschen auf die Straße: Laut der Berliner Zeitung folgten am Sonntag in Italien Hunderttausende dem Aufruf von Regierungskritiker_innen, die genug von Sexskandalen und dem Frauenbild Silvio Berlusconis haben. So zogen die Demonstrant_innen mit Parolen wie „Italien ist kein Bordell“ durch Rom.

Der internationale Frauentag jährt sich 2011 zum hundertsten Mal. Der vorwärts würdigt das Jubiläum mit einer eigenen Ausgabe, erstellt nur von Frauen. Und ruft Leser und Leserinnen, Blogger und Bloggerinnen auf, sich mit eigenen Beiträgen zu beteiligen.

In der Tikkun Daily wird die Bloggerin Fatemeh Fakhraie vorgestellt, die die Muslimah Media Watch gegründet hat. Außerdem schreibt sie für das Bitch Magazine, Racialicious und auf ihrem eigenen Blog. In den nächsten Tagen werden noch weitere Muslim_innen vorgestellt, die online „Wellen schlagen“.

Die Zeit stellte eine polyamore Familie vor und räumt mit dem Vorurteil der Orgien ohne Selbstkontrolle auf. Tatsächlich erfordere Polyamorie vor allem Diskussionen, Reflektion und Organisation.

Zu ihrem Buch Feminismen und »Neue Politische Generation« haben Anne Lenz und Laura Paetau ein Interview gegeben, in dem sie die Strategien feministischer Strömungen diskutieren.

Queer/feministische Termine für diesen Monat findet ihr in unserer Übersicht für Februar, die ihr gern in den Kommentaren weiter ergänzen dürft. Wir suchen übrigens für den kommenden Monat wieder queer/feministische Partys, Proteste, Lesungen, Filme, Aktionen… Veranstaltungshinweise könnt ihr über unser Kontaktformular an uns senden, auf unsere Facebook-Wall posten oder per Twitter an @grrrls_team schicken.


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Lesen ist gefährlich

12. Januar 2011 von Verschiedenen

Im Rahmen der Frauenwoche für Buchmacherinnen geht es vom 10. bis 14 Januar bei Petra van Cronenburg um die Literaturbranche. Dort sind Leserinnen, Autorinnen und auch Verlegerinnen inzwischen auf dem Vormarsch. Außerdem feiert dieses Jahr das wichtigste Frauennetzwerk der Branche, die BücherFrauen, sein zwanzigjähriges Bestehen. Der folgende Artikel ist ein Gastbeitrag, der ebenfalls auf cronenburg erschienen ist.

Es ist erstaunlich: Wir leben in einer Zeit, in der uns ausgerechnet ein Medium Angst vor dem Untergang der Lesekultur einjagt, das wie kein zweites auf Schrift basiert. Wenn auch nicht immer perfekt oder auf dem nötigen Sprachniveau, so kann man doch feststellen, dass weltweit nie zuvor so viele Menschen gelesen und geschrieben haben wie seit der Etablierung des Internet. Das war nicht immer so. Auch das fortschrittliche Europa war einst eine Wüste von Analphabetismus und fehlender Bildung. Lesen und Schreiben war Eliten vorbehalten. Wer lesen und schreiben konnte, war mächtiger als die anderen, denn Wissen bedeutet Macht. Bücher wurden in Klöstern kopiert und verließen deren Mauern nicht. Herrscher ließen Texte für sich sprechen. Religiöse und weltliche Herrscher wachten über die Inhalte und Verbreitung von Büchern.

In den drei großen „Religionen des Buches“, Judentum, Christentum und Islam waren weltliche wie religiöse Autoritäten zunächst ausschließlich männlich (in einigen sind sie es heute noch). Der Zugang von Frauen zum Buch ist historisch gesehen ein recht junger – und er ist keineswegs ein selbstverständlicher. Wenn gebildete Frauen Macht über ungebildete Männer zu erlangen drohten, konnte das System kippen. Es waren hauptsächlich Frauen und Bücher, die auf den Scheiterhaufen Europas brannten. Etwa bis zum Spätmittelalter musste es dauern, bis etwas aufkam, das man einen „feministischen Kampf“ nennen konnte.

Auslöser war der zutiefst frauenverachtende „Rosenroman“ des 13. Jahrhunderts, mit dessen Thematik Umberto Eco in seinem Buch „Der Name der Rose“ so meisterhaft spielt. In ganz Europa wehrten sich Männer und Frauen gegen das Bild der Frau als Hure und Verführerin – angeblich ohne jede intellektuelle Fähigkeit. Als „Querelle des femmes“ („Streit der Frauen“, Diskussion um die Stellung der Frau) ging dieser von Männern und Frauen unterstützte feministische Streit in die Geschichte ein. Christine de Pizan (1365-1430), die erste weibliche Autorin, die von ihren Werken leben konnte, sorgte damals mit ihrem „Buch über die Stadt der Frauen“ für Zündstoff und ein neues Frauenbild. (weiterlesen …)


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