Einträge mit dem Tag ‘Brüste’


Heroische Frauen, mieser Journalismus – kurz verlinkt

10. Juli 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 204 von 362 der Serie Kurz notiert

Minna Salami schreibt auf Ms. Afropolitan über afrikanische Feminismen und ihre Geschichte (englischsprachig)

Der neue Wegbereiterinnen Kalender ist da! Der Wandkalender im Format DIN A 3 präsentiert auch in diesem Jahr zwölf aktive Frauen aus der Geschichte (PDF).

Zwei Musikerinnen des Pussy Riot-Kollektivs sind inkognito auf Tour. Die taz hat sie interviewt.

Laut dem Handelsblatt haben auch konservative Regierungsabgeordnete in Costa Rica für ein neues Ehe-Gesetz gestimmt – allerdings offenbar ohne sich den Text vorher genau durchzulesen, denn das Gesetz erlaubt auch lesbische und schwule Ehen.

Auch im deutschen Bundesrat standen dieser Tage spannende Themen auf der Agenda: erleichterter Zugang zur „Pille danach“, die Gleichbehandlung schwuler und lesbischer Ehen im Einkommenssteuerrecht und die Möglichkeit der vertraulichen Geburt.

Die Filmindustrie schließt Frauen systematisch aus, stellt nun auch die Süddeutsche Zeitung fest.

Der Sportjournalismus ist nicht viel besser: Angesichts des Wimbledon-Erfolgs von Tennisspieler Andy Murray war vielfach zu hören und zu lesen, dass dieser „seit 77 Jahren der erste britische Sieg“ sei – was allerdings nur dann stimmt, wenn man die vier Tennisspielerinnen nicht mitzählt, die in dieser Zeit in Wimbledon gewonnen haben (englischsprachig).

Das superbe US-amerikanische Bitch Magazine macht auch diesmal wieder einige Artikel aus der Print-Ausgabe online zugänglich – darunter eine Kulturgeschichte des Phänomens Junggesellinnenabschied, eine Analyse der Diskussionen um den Feminismus von Popstar Beyoncé und der Erklärung, warum Fett ein queeres und feministisches Thema ist. Welche_r es sich leisten kann: große Abo-Empfehlung!

In ihrem Spoken-Word-Vortrag „Embarrassed“ wendet sich Hollie McNish gegen die doppelmoralischen Einschränkungen, denen sie sich als stillende Mutter im öffntlichen Raum ausgesetzt sah (englischsprachig).

Die New York Times erinnert daran, dass „Rasse“ keine biologische, sondern eine soziale Kategorie ist (englischsprachig).

In Deutschland geht die Kampagne gegen racial profiling in die zweite Runde: „Es handelt sich dabei um eine von der Kampagne Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP) und der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) initiierte Beschwerdebrief-Aktion an die Bundespolizei, die Menschen auf einem niedrigschwelligen Niveau handlungsfähig machen und das strukturelle Problem des Racial Profiling sichtbar machen soll“.

Vor 20 Jahren wurde die feministische Musikikone Mia Zapata ermordet; ByteFM erinnert.

s.e. smith schreibt bei XOJane: „Ob es euch passt oder nicht – der westliche Yoga-Hype ist ein Paradebeispiel für kulturelle Aneignung“ (englischsprachig).

Über heroische Leistungen von Piloten wird bisweilen viel gesprochen – was aber ist mit dem Kabinenpersonal, deren Fähigkeiten und Einsatz bei Notfällen, fragt Lisa Wade bei Sociological Images (englischsprachig)?

In vielen Regionen hat heute der Ramadan begonnen. Zu diesem Anlass gibt Muslimah Media Watch sechs Tipps für das Schreiben und Sprechen über  muslimische Frauen (englischsprachig). Ramadan Mubarak!

Termine in Berlin, Mainz, Halle/Saale und Hamburg nach dem Klick: (mehr …)


Facebook | |


Blumen, Brüste, Bullshit – die Blogschau

18. Mai 2013 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 205 von 295 der Serie Die Blogschau

Vergangenen Sonntag war Muttertag. Katharina von Sich mit Worten bevorraten will nicht nur zu diesem Anlass mehr als Blumen.  Auch Melanie ist kein Fan dieses Begängnisses, reflektiert aber zu diesem Anlass ihre Sicht auf Dankbarkeit für  Mütter.

Gleich ein bunter Strauß an Berichten darüber, wie wenig mensch sich selbst in vermeintlich alternativen,  emanzipatorischen Umfeldern auf Pausen vom *istischen Alltag verlassen kann:

Kotzwürg-Sexismus galore beim BarCamp Graz.  Und mehr als genug Kackscheiße auch beim Workers Youth Festival in Dortmund.  Das erfolgreiche Modelabel American Apparel geriert sich als hipper Awareness-Laden, kommt aber seit jeher nicht ohne Sexismus aus.  An der Heidelberger Uni lacht man über NSU-Verharmlosung in Tateinheit mit Plumpsexismus von vorvorgestern. An der Düsseldorfer Uni soll ein antifeministisch dominiertes  Männerreferat gegründet werden. Und angesichts der von großem Pressetamtam begleiteten Proteste gegen die „Barbie Dreamhouse Experience“ konnte mensch sich auch nur noch an den Kopf packen.

Edward von Twidgeridoo! berichtet unter dem bitter sarkatischen Titel „Meine erste Internierung“ über erfahrene(n) Rassismus und Polizeigewalt. Mehr (Grundlagenarbeit für) rassistische Kackscheiße ist zu erwarten bei der Innenminister*innenkonferenz (IMK), die vom 22.-24. Mai in Hannover stattfindet und wo auch Asyl- und Migrationspolitik auf dem Programm steht – Protest wird bereits organisiert.

Die ständige Erwartung, verfügbar zu sein – für Diskussionen, Erklärungen oder den Wohlfühlfaktor: Frau Dingens hat genug davon. A propos Erwartungshaltung: Seitdem ich auf meinem Profilbild Tatyana Fazlalizadehs Anti-Street-Harrassment-Shirt trage, wird immer wieder gefragt, wo es dieses großartige Shirt den gebe – und auch High on Clichés kennt den Ärger über die ständige Aufforderung „Lächel doch mal!“.

Die Brust-OP von Angelina Jolie ist nicht nur ein Knaller für die Boulevardmedien, sondern auch ein Politikum. Mel gibt Kontext und findet:  „Well done, Angelina Jolie“.  Merle Stöver möchte Jolie für ihre Entscheidung respektiert sehen – gerade von Feministinnen. Und weil (gerade auch Frauen*-)Gesundheit immer ein politisches Thema ist, berichtet my myself & child über ihren „Gebärmutterschnupfen“ und lädt zur Vernetzung ein.

Und wo wir schon bei Körper und Selbstbestimmung sind: Grrrlghost hat anlässlich der Debatte um die „Pille danach“ noch ein Video beizusteuern.

Shopping ist nicht für alle ein Vergnügen – die Suche nach passenden BHs auch nicht, wie Ryuu berichtet. Außerdem ist Ryuu aus Berlin – nach wie vor Sehnsuchtsort für viele – weggezogen und erzählt, warum. Und dass auch in anderen Städten mit B am Anfang ordentlich was los sein kann, lässt sich Helgas umfangreicher Terminliste für Braunschweig entnehmen.

Außerdem hat Helga ein Buch über Pionierinnen der Archäologie gelesen und rezensiert.

Ninia LaGrande interviewt Jasmin Mittag,  Initiatorin der Kampagne „Wer braucht Feminismus?“ in Deutschland.

Nele Tabler schaut die  TV-Serie Call the Midwife (Ruf die Hebamme) und findet schwangere Heldinnen.

Anne Roth sammelt Beispiele von Fällen, bei denen feministischen Medien, Blogs, Zeitschriften, Fernseh- oder Radiosendungen von Zensur betroffen waren (oder sind).

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


Facebook | |


Brüste! Eine kleine Lektion im BH-Kaufen

5. Mai 2011 von Gastautor_in

Unsere Gastautorin ist unter den Namen „Puzzle“ und „puzzlestuecke“ im Internet unterwegs und betreibt seit Dezember 2010 ihr privates Blog „Puzzlestücke„, in welchem sie ihre Gedanken – vorrangig zu den Themen Gender, Sexualität und Identität – niederschreibt.

Ha! Ich wollte schon immer mal einen Eintrag so betiteln. :) Und tatsächlich will ich auch über Brüste schreiben, allerdings nicht, wie toll sie sind, sondern darüber, dass mensch sie nicht nur mögen, sondern auch richtig »einpacken« sollte.

Brüste kommen in den vielfältigsten Formen vor – groß, klein, straff, weich, spitz, rund, hängend… es lässt sich in der Regel wenig daran ändern, zumindest nicht ohne hormonelle und/oder chirurgische Eingriffe. Das von den Medien und Wissenschaftler_innen zelebrierte Bild der »perfekten Brust« ist daher eher lästig, denn sie ist nur eine von vielen Brustformen, lässt aber (vor allem junge) Frauen oft an ihren eigenen Brüsten zweifeln.

Mir selbst ging es jahrelang genauso. Als Jugendliche bzw. Fast-noch-Kind war es mir super-peinlich, dass mein Körper plötzlich damit begann, vorher nicht dagewesene Dinge wie Brüste und Schamhaare wachsen zu lassen (zumal meine Mutter ständig darauf hinweisen musste, auch in Gegenwart von anderen). Da ich in diesem Alter leider ein nicht gerade positives Körpergefühl hatte, war dies der absolute Horror! Ich fing an, nur noch weite Hemden zu tragen und ging zwischenzeitlich sogar so weit, mir die Brüste abzubinden; letzteres hatte ich allerdings schnell wieder aufgegeben, weil es unbequem war und ich das in der Sportumkleide kaum hätte rechtfertigen können. In dieser wurde übrigens nicht selten über die Brüste aller Mädchen getuschelt, und gerade bei größeren Brüsten fielen schnell Begriffe wie »Hängetitten« oder »Pornomöpse« – letzterer vor allem, wenn jemand einen Schalen-BH oder gar Push-Up trug. Dazu später noch mal was.

Meine Mutter, pragmatisch und unsensibel, wie sie zu der Zeit noch war (heute ist sie toller <3), meinte irgendwann zu mir »Kauf dir doch mal ’nen BH!«, bot mir aber keine wirkliche Hilfe an. Ich kaufte mir also selbst Bustiers, dann bügellose BHs und später Bügel-BHs, von denen aber keiner so saß, wie ein BH eigentlich sitzen müsste – nur wusste ich das leider zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Tatsächlich habe ich das erst viele Jahre(!) später durch eine Freundin an der Uni erfahren, die als Einzige in meinem Freundinnenkreis wusste, auf was bei einem BH-Kauf geachtet werden muss – und auch nur, weil sie sehr große Brüste hat und ihr Gynäkologe sie darauf hingewiesen hatte.

Zu dieser Zeit hatte ich glücklicherweise schon viele nackte Körper gesehen und ein besseres eigenes Körpergefühl bekommen, sodass es mir nicht unangenehm war, mit einer kleinen Gruppe von Freundinnen zu einem Dessous-Fachgeschäft zu gehen. Wir ließen uns alle ausmessen und kippten fast hintenüber, als jeder von uns mitgeteilt wurde, dass wir unser bisheriges Leben lang für unsere Wünsche (nämlich, die Brust zu stützen und zu entlasten) völlig falsche BH-Größen getragen hatten. Wir stiegen alle in der Körbchengröße auf, und zwar beachtlich – ich selbst hatte ein »Upgrade« von 75C auf 70F, was mich im ersten Augenblick annehmen ließ, ich hätte »unnatürlich« große Brüste. Und das ist natürlich totaler Quatsch!!

Der BH mag jetzt größer sein, aber die Brüste sind natürlich nicht größer geworden.

Die Körbchengröße (also die Differenz zwischen Brustumfang und Unterbrust) sagt gar nichts über die Größe einer Brust aus, sondern nur, wie sie sich in Relation zum Brustkorb verhält! (Und wieso selbst das noch sehr vereinfacht ausgedrückt ist, zeigt diese bebilderte Erklärung sehr gut). Vorher hab ich einfach zu große Unterbrustbänder (die Zahl vor dem Buchstaben, wird bestimmt vom Umfang des Brustkorbes) getragen, sodass sich ein Teil der Brust quasi gar nicht IM Körbchen befand – nur deshalb »passten« diese BHs trotzdem.

Jedenfalls waren wir alle etwas schockiert (weil: damals noch unwissend), ließen uns aber weiter beraten und probierten gefühlte 50 BHs an. Anfangs gefiel mir das enge Gefühl um den Brustkorb nicht wirklich, aber mir wurde mitgeteilt, dass das Unterbrustband dazu da ist, die Brust zu stützen – und nicht die Träger, wie ich immer annahm; diese sind vor allem zum besseren Halt des BHs da (es gibt ja schließlich auch trägerlose BHs). Ich habe das mal grob skizziert (anklicken für größeres Bild):

Unterschied zwischen nicht-stützend und stützend sitzendem BH

In der Mitte abgebildet ist ein »Standard-BH«, wie ich gerne sage, also BHs der Größen 75B/C oder 80B/C – die Brüste sind darin zwar eingepackt und leicht gehalten, aber kaum gestützt, denn das Unterbrustband ist zu locker und daher nach oben gerutscht; die gesamte Last liegt auf den Trägern, also den Schultern. Rechts daneben ist ein angepasster BH, hier mit leicht gefütterten Körbchen (Schalen-BH), weil sie meiner Meinung nach besser stützen. Aber auch ohne gefütterte Körbchen ist es wichtig, dass das Unterbrustband parallel zum Boden verläuft und die Brust selbst dann gestützt wird, wenn mensch die Träger von der Schulter streift. Ein solcher BH sitzt gut, entlastet den Rücken (gerade bei großen Brüsten) und formt zudem eine schicke Büste. :) Zwar wirkt die Brust bei stützend sitzenden BHs oft größer, aber das liegt meist ja nur am Vergleich zu vorher, behaupte ich. Schalen-BHs vergrößern optisch noch einen Tick mehr, sind aber dennoch keine Push-Ups, denn diese sind noch einmal extra an bestimmten Stellen gepolstert.

Unterschied zwischen Bügel-BH und Schalen-BH

Ich erwähnte den Push-Up daher, weil ich lange Zeit dachte, dieser – und auch formende Schalen-BHs – wären zum »Schummeln« erfunden worden… aber diese Einstellung kommt größtenteils daher, weil ich selbst meine Brüste verstecken wollte und weil ich das Gefühl habe, dass große Brüste in der Gesellschaft oft etwas Anrüchiges haben, woher auch die Porno-Assoziationen in der Schule herrührten. Dabei soll doch jede Person ihre Brüste so präsentieren (oder eben nicht), wie sie mag! Im Endeffekt ist es ja eh so, dass diejenigen, die mich nackt sehen, mich nicht aufgrund meiner Brustform mögen – hat sich auch noch keine_r beschwert. ;)

Ein weiterer »Vorteil« von Schalen-BHs sei auch noch genannt: darunter zeichnen sich nicht oder kaum die Brustwarzen ab, die bei einigen immer, bei anderen nur bei Kälte oder anderen Stimulationen hervortreten. (Ich habe »Vorteil« in Anführungsstriche gesetzt, weil ich es total bescheuert finde, dass auch dies oft tabuisiert oder lächerlich gemacht wird! Es sind Brustwarzen, verdammt noch mal! Ich mache ich doch auch nicht über Gänsehaut lustig!! Unsere Gesellschaft, ey…)

Jedenfalls waren wir alle nach dieser ersten großen Einkaufstour etwas baff, aber auch froh darüber, worauf wir in Zukunft achten sollten, damit ein BH zu unseren Körpern und Vorstellungen passt. Leider sind gute BHs ziemlich teuer (30 Euro sind eher selten, 50-70 Euro Standard, nach oben ist wie immer noch viel offen), doch BHs über Körbchengröße D oder mit schmalem Unterbrustband (z. B. 60) sind im regulären Handel leider oft nicht erhältlich. Solange viele Menschen mangels besserer Aufklärung die handelsüblichen »Standard-BHs« kaufen, wird dieser Teufelskreis wohl auch nicht aufbrechen… daher hoffe ich, dass ihr alle dieses Wissen weiterverbreitet, selbst wenn ihr selbst gar keine BHs tragt (viele Menschen mit Brüsten tun das aus den verschiedensten Gründen nicht, und keine_r sollte dazu gezwungen werden)! Inzwischen ist es mir auch nicht mehr unangenehm, bei Fragen zu sagen, dass ich eine 70F trage – denn wenn diese »großen« Größen tabuisiert werden, dann wird sich nie etwas an der Gesamtsituation ändern. Viel wichtiger ist es, so vielen Leuten wie möglich klarzumachen, dass »Standard-BHs« längst nicht mehr das Maß aller Dinge sind. Vielleicht kommen dann auch irgendwann auch günstige Läden wie H&M, Orsay, Pimkie & Co. auf den Trichter, andere BH-Größen ins Sortiment aufzunehmen, sodass mensch nicht spezielle (und oft teure) Läden suchen muss, von denen es selbst in Berlin – wo auf gefühlt jede 50. Person ein Schuhladen kommt – nur eine Handvoll existieren.

Hier noch ein paar nützliche Links:

Aber der Weisheit letzter Schluss bleibt für mich trotzdem dies:


Facebook | |


Zum „Schutz“ gefoltert: Brustbügeln in Kamerun

26. Juli 2010 von Magda

Ein heißer Stein wird gegen die Brust eines Mädchens gepresst – in der Hoffnung, dass ihre Brüste aufhören zu wachsen und so nicht das „Objekt männlicher Begierde“ werden. Diese grausame Praxis, die neben Infektionen und Verbrennungen auch Fehlbildungen der Brust zur Folge haben kann, soll junge Mädchen in Kamerun „schützen“. Mit der wachsenden Zahl an Mädchen, die eine Schule besuchen und so nicht mehr ständig unter der Aufsicht ihrer Eltern stehen, wächst auch die Angst vor Teenagerschwangerschaften oder sexuellen Missbrauch. Da die Zahl der Vergewaltigungen und frühen Schwangerschaften in Kamerun stetig zunimmt, versuchen insbesondere weibliche Verwandte – zumeist die Mütter – die Brüste junger Mädchen und somit ein Zeichen der sexuellen Reife „wegzubügeln“. Ein Viertel aller Kamerunerinnen sind davon betroffen, überwiegend in den christlichen Regionen im Süden Kameruns.

In einem Bericht von der Tagesschau über das so genannte „Brustbügeln“ heißt es

Brustbügeln – eigentlich eine sehr alte Methode. Früher glaubte man fälschlicherweise, dass die Mädchen dann genug Milch für ihre Kinder produzieren würden. Eine Studie der deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) zeigt, dass mit dieser grausamen Praxis erst seit ein paar Jahrzehnten vor allem das Erwachsenwerden hinausgezögert werden soll. Nicht nur in Kamerun sollen mehrere Millionen Mädchen betroffen sein, sondern auch in Togo, Benin, Nigeria und Äquatorialguinea.

Über die grausame Praxis berichtet auch current.com (englisch)

Danke an Lotta für den Link.


Facebook | |


Warmgebloggt im Sommer

12. Juni 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 97 von 295 der Serie Die Blogschau

Im Genderblog kommentiert Rochus den legendären Tweet der Familienministerin Schröder. Außerdem untersucht er in einem anderen Posting zwei Listen aus der Bravo mit Rachevorschlägen an die oder den Ex auf ihre impliziten Geschlechterstereotype.

DieStandard.at gibt es nun auch auf Twitter.

Auf Geschichten von der honigsüßen Welt fragt Lori: „Vergewaltigung – ein dehnbarer Begriff?

Ein transphober Artikel eines Reporters von Deleware News über eine Gruppe badender Männer, die optisch „eher wir Frauen aussahen“, wurde von Associated Press ungeprüft übernommen und schlug heftige Wellen. Bad Hair Days klärt auf: Es handelt sich um „eine Gruppe männlich identifizierter Menschen mit transidentem Hintergrund„.

Missy Stargast Nadine plädiert bei diesem warmen Wetter für „Titten Raus!

Termine

Der Frauenprojektbereich Mia der Uni Paderborn lädt am 14. Juni um 20 Uhr zu einem gemeinsamen Filmabend ein. Der Film erzählt die Geschichte einer Familie über fünf Frauengenerationen und beginnt um 20 Uhr in H1.232, im Anschluss gibt es eine Diskussion. Der Eintritt ist frei.

Der Antifaschistische Frauenblock Leipzig hat mehrere Termine u.a. am 17. Juni, 19:30 Uhr, GfzK: „Die Zweite Frauenbewegung — Wie aus Selbstbestimmungsrecht Self-Managment wurde“ mit Paula-Irene Villa, Soziologin.

Ebenfalls am 17. Juni veranstaltet das Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung eine Diskussion über die Möglichkeiten und Grenzen der Kontrolle polizeilichen Handelns. Es wird über unabhängige Kontrolleinrichtungen, das Konzept der Ombudspersonen, Monitoringstellen und Perspektiven zivilgesellschaftlichen Engagements diskutiert. Mehr Infos: hier.

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter post(at)maedchenmannschaft.net Bescheid.


Facebook | |


Neuigkeiten weltweit

8. April 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 79 von 362 der Serie Kurz notiert

Auf WomensRights erforscht Sarah Menkedick die Beweggründe der tschetschenischen Selbstmordattentäterinnen, die sich in der Moskauer U-Bahn in die Luft sprengten.

Rosa Werbeplakat mit einer lächelnden Frau und arabischer Schrift

Nadine Moawad ärgert sich über die stereotype Werbung einer Supermarktkette im Libanon, die eine Lotterie ausschrieb und diese mit diversen Sprüchen wie „Wenn ich eine Million gewinne, dann …“ beworb. Unter dem Bild einer Frau steht: „Wenn ich eine Million gewinne, finde ich mit Sicherheit einen Ehemann“. Moawad bearbeitete die Werbung und machte daraus: „Wenn ich eine Million gewinne, werde ich eine Werbeagentur aufmachen, die Frauen nicht als Idiotinnen darstellt.“

Eine der mächtigsten Frauen der Welt ist Chanda Kochhar, die die FAZ gerade im Profil vorstellte. Als CEO der größten indischen Privatbank ICICI rät sie Frauen, auf ihrem Karriereweg nicht um Sonderbehandlung zu bitten. Und hat selbst ein Unterstützungsnetzwerk aus Eltern, Schwiegereltern und Hausangestellten.

Auf BitchMedia erklärt Jessica Yee, warum Verschleierungsverbote ein feministisches Thema sei, welches mehr in den Vordergrund gerückt werden sollte.

The Sexist: Du bist erst ein Vergewaltigungsopfer, wenn die Polizei dies bestätigt. Und wieder dabei: Vergewaltigungsentschuldigungen.

Nicht neu, aber wohl immer noch relevant: Auf gewichtsdiskriminierung.de wird aus Glenn Gaessers‘ Buch „Big Fat Lies: The truth about your weight and your health“ zitiert:

Über die Hälfte der Frauen zwischen 18 und 25 würde es vorziehen, von einem LKW überfahren zu werden, als dick zu sein, und zwei Drittel hätten lieber einen schlechten Charakter oder wären dumm als dick.

In Portland (Oregon, USA) wurde ein Transgender Café eröffnet, welches Transgenders die Möglichkeit gibt, Geld für eine Krankenversicherung zu verdienen.

In Portland (Maine, USA) sind rund zwei Dutzend Frauen im Rahmen des GoTopless-Tags halbnackt durch die Stadt gezogen, um für das Recht auf freien Oberkörper zu demonstrieren. Die Demonstration endete aber wohl etwas anders als geplant (via Spiegel).

Topless Parade in Portland Maine from Jared Anderson on Vimeo.


Facebook | |


Heute mal gesucht: Natürliche Brüste

26. März 2010 von Magda

Wir suchen schöne, weibliche und sportliche Frauen. Sie sollten zwischen Große 34 und 36 sein, nicht größer oder kleiner. Alter: zwischen 18 und 25. Sie sollte einen schlanken Tanzkörper haben und echte Brüste. Bewerben Sie sich nicht, wenn sie Implantate haben!

Aha, Disney sucht mal wieder Schauspielerinnen für den neuen „Fluch der Karibik IV“. Dieses Jahr übrigens wieder in Mode: echte Brüste.

Für die eine mag das toll sein – endlich mal ein Jobangebot, bei dem man den gutbestückten Damen, die einige tausend Dollars in ihre Brüste investierten, die Natürlichkeit voraus ist. Andere ärgern sich – da gibt man dem gesellschaftlichen Druck im Filmgeschäft nach und lässt sich das Körbchen aufstocken und jetzt geht es wieder zurück zur Natur, verdammt!

Damit die Talentsucher_innen aber auch ja kein (falsches) Busenwunder durch die Castings winken, haben sich die Macher_innen folgendes überlegt: ein „show and tell“-Tag. Ja genau: Falls dein Busen dem Verdacht unterliegt, er sei nicht ganz echt, müssen Taten sprechen. Einmal zum Wackeln antreten, bitte. Falls sich die Dinger dann von der Taille aufwärts nicht im Takt bewegen, ist frau draußen.

Warum das ganze eigentlich? Die Zuschauer_innen seien klüger geworden und können nun unechte Brüste von echten unterscheiden. Man müsse wohl realistisch bleiben.

So weit so gut: Natürlichkeit ist wieder gefragt. „Hurra!“ rufen die einen – aber Vorsicht sei geboten, denn Natur ist nicht gleich Natur. Groß müssen die Brüste schon sein. Oder zumindest so aussehen. Keira Knightley, die 18jährig den ersten „Fluch der Karibik“ drehte, plaudert ein wenig aus dem Nähkästchen:

„Ich bin nicht sehr gut ausgestattet, also haben sie praktisch mein Dekoltee ‚ausgemalt‘. Es hat jeden Tag 45 Minuten gedauert, Volumen und Schattierungen hin zu addieren und es sah fantastisch aus, bis es dann zu heiß wurde, um weiterzudrehen.“

Knightley sagte außerdem, dass sie Alternativen wie Korsetts probierte, bei denen ihre Taille bis auf knapp 46cm gequetscht wurde, was ihre Brüste nach ‚oben und ordentlich raus‘ drückte. Nach mehr als zehn Minuten Atemnot verlor sie dann das Bewusstsein.

Implantate? Nein. Natürliche Brust? Irgendwie auch nicht. Aber ordentlich Schmerzen inklusive.


Facebook | |



Anzeige