Einträge mit dem Tag ‘Brigitte’


Feminist Bore-Out

17. April 2014 von Nadia

Dieser Text erschien zuerst bei Shehadistan.

Über das Feminist Burn-Out wurde ja schon viel geredet. Ich erhöhe heute und sage: Zusätzlich dazu gibt es auch das Feminist Bore-Out. Und ich glaube es hat mich erwischt. Doch wie kam ich zu dieser Erkenntnis? Vor allem durch dieses neue Büchlein da von neulich: “Tussikratie”. Und das noch ohne es zu lesen!

Es verhielt sich aber vorher so, dass ich mich dabei ertappte, dass ich seit Wochen, Monaten, alles Mögliche viel lieber tat, als mich im Internet an irgendwelchen Debatten zu beteiligen, geschweige denn diese Debatten zu verfolgen. Nehmen wir der Einfachheit halber also zum Beispiel das letzte Wochenende: Mal wieder frönte ich meinem Eskapismus in einer dem Netz-Aktivismus fernen Internet-Parallelwelt, diesmal dem YouTube-Channel einer sehr aufmerksamen und freundlichen Person, die die komplette Staffel “The Secret World of Polly Flint” hochgeladen hatte. (Den dazugehörigen Roman schrieb Helen Cresswell, und mit Polly Flint schuf sie eine Mädchenfigur, die in einem langweiligen aber recht heimeligen Kaff Dorf, dessen größtest Highlight ein Jahrzehnte alter Mai-Baum ist, als Ein-Mann-Kämpferin mit zersauster Pony-Frisur Zeitreisende eines lange verschollenen Dorfes vor dem Sensemann beschützt, während sie zwischendurch immer wieder von einem nervenden Nachbarsjungen geärgert wird. Sozusagen die Vor-Metapher zum Sumpf “Internet”.)

Mit halbem Auge verfolgte ich dabei das Treiben in den diversen sozialen Netzwerken, und so stach mir irgendwann ein Hinweis auf ein neues Magnum Opus des Laber-Rhabarbers ins Auge: Ein Buch namens “Tussikratie” sei nun erschienen, geschrieben von Theresa Bäuerlein und Friederike Knüpling, und das Brigitte-Magazin fragte dazu ganz aufgekratzt: “Übertreiben wir es mit dem Feminismus?” Hui, wie aufregend! Nicht.

Ich konnte besagten Artikel nur 20 Sekunden lang überfliegen, und dann entschied ich mich, dass ich mich anstatt auf den ewiggestrigen Null-Acht-Fuffzehn-Content zu “Tussikratie” (O-Ton: Gelaber über Geschlecht-Gedöns verursacht noch mehr Probleme. Männer sind auch arm dran. Frauen haben mehr Möglichkeiten, zum Beispiel in der Mode, bunte Kleider und so. Männer sind auch arm dran, weil sie keine Männerbewegung haben. Diskurspolizei. Und überhaupt, es gibt ja auch noch den armen Hausmann. Über den lachen ja auch alle, wenn er mal Kuchen in den Kindergarten trägt. Schnarchschnarchschnarch.) doch eher lieber wieder auf die mittlerweile Tauben fütternde Polly Flint konzentrieren wollte. Klick und weg. Ich schaffte es, noch bevor mir mein Arm eingeschlafen war. Juchheissassa!

Stunden später. Ich hatte inzwischen Pollys Umzug ins Haus der strengen Tante begleitet, mich von einem sehr geschätzten Menschen im Quiz-Duell abziehen lassen, irgendwelche Papiere geordnet, den Müll rausgetragen und eventuell sogar Blumen gegossen, da fiel mir “Tussikratie” wieder mit halbem Auge in den Radar: Dieses Mal auf Twitter, wo das neue Buch und eine der beiden Autorinnen streng-kritisch beäugt wurden und erste Rückmeldungen (nicht besonders euphorisch, selbstredend) formuliert wurden. (mehr …)


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Familienbesuche, empowernde Musik und Armut – die Blogschau

14. September 2013 von Nadine
Dieser Text ist Teil 219 von 295 der Serie Die Blogschau

Sabine hat für Friedrich-Ebert-Stiftung einen Beitrag zu #schauhin und der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung Rassismus zu bekämpfen verfasst.

Nadia lässt uns auf ihrem Blog an ihren Familienbesuchen in Jordanien und in der Westbank teilhaben.

Andy Misandry macht sich auf Anarchie und Lihbe nach langer Schreibpause Gedanken über den schmalen Grat zwischen Selbstfürsorge und Entpolitisierung sowie Trans-Erfahrungen in einem widersprüchlichen Lebensumfeld.

Sandra Charlotte Reichert schreibt über ihre unterschiedlichen Sexismus-Erfahrungen in hetera und lesbischen Beziehungen.

Die Danger Bananas nehmen sich des an Rassismus kläglich gescheiterten Taz-Interviews mit Philipp Rösler an.

Im Virtual Retreat Center ging es diese Woche um die Ambivalenz von Schonräumen und Schonhaltungen.

Ich bin arm, aber ich schäme mich nicht mehr dafür„, schreibt alsmenschverkleidet und thematisiert den Unterschied zwischen ‚prekär leben müssen‘ und ‚die Wahl haben‘.

Warum emanzipatorische Musikprodukte und Möglichkeiten des Empowerments nicht ohne Widersprüche auskommen können: Die Femgeeks versuchen sich an einer Antwort.

Heng war diese Woche im Output-Modus und bloggte über #schauhin, den Nachrichtenwert von Homophobie in der CDU, die aktuelle male-gaze-Grusel-Studie der Brigitte. Außerdem hat Heng an einem Zine mitgearbeitet. Alles nachzulesen und zu bestaunen auf ihrem Blog Tea-Riffic.

Aufzehenspitzen kritisiert anhand des aktuellen Buches von Birgit Kelle konservative Familienbilder und Vereinbarkeitsanrufungen.

Außerdem erreichte uns ein Veranstaltungshinweis für kommenden Montag in der Roten Flora (Hamburg): Ein Abend zu Hardcore und Männlichkeit. Zunächst gibt es einen Vortrag zum gleichen Thema, danach gibt’s feministisch auf die Ohren von xfirstworldproblemx und ex best friends. Einlass ab 19 Uhr. (Zum Facebook-Event)


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Beim NSU-Prozess, da ging es doch um Frauenzeitschriften, oder?

30. April 2013 von Charlott

Gestern haben sich viele mal herzlich auf die Schenkel geklopft, ein ganz großer Witz wurde erzählt. So wusste die Tagesschau zu berichten: „Eine Frauenzeitschrift im Gerichtssaal, da können alle nur noch lachen.“

Für die Tagesschau (und viele andere) ist das auch selbsterklärend: Eine Frauenzeitschrift ™, hier die Brigitte, kann per Defintion gar nicht über Politik, hier der NSU-Prozess, berichten. Geschenkt, dass die Brigitte durchaus einen Politikteil hat. Der Witz ist doch klar?

Es ist sehr aussagekräftig, wenn Journalist_innen es unglaublich lustig finden, dass die Brigitte einen Platz in der Auslosung der Journalistenplätze beim Prozess ergattert hat, aber sie gleichzeitig anscheinend RTL2 und die BILD als sinnvolle Berichterstatter_innen erachten. Zumindest sind diese Medien keine Lacher wert. Das allein macht deutlich, worum es hier nicht geht: Qualität der berichtenden Medien. Und an der Brigitte gäbe es natürlich eine ganze Reihe von Dingen zu kritisieren. Dies geschieht aber nicht im Lachanfall der versammelten Journalist_innen-Crew. Gelacht wird über eine angenomme Absurdität, der Gedanke, dass ein Magazin, welches sich klar an Frauen richtet, auch über Politisches schreiben soll.

Aber dann auch die Frage: Welchen deutschsprachigen Medien kann mensch eine wirklich gute Berichterstattung zutrauen? Jenen, die monatelang den menschenverachtenden Begriff „Döner-Morde“ re_produzierten? Jenen Medien, die nun weiterhin die Debatte um die Journalist_innen-Plätze an erster Stelle sehen und dabei kaum mehr präsent halten, um was es eigentlich geht: den Prozess? Stattdessen Wundenlecken der deutschsprachigen Malestreammedien und etwas Nabelschau? Vielleicht der taz, die ja keinen Platz zugelost bekam? Aber gerade die ist ja nun in den letzten Woche (Monaten, Jahren) auch nicht immer als antirassistisch aufgefallen. Aber der NSU-Prozess wäre vielleicht einfacher, weil die linken Feindbilder klarer und einfacher sind, nämlich „Nazis“ und Verfassungsschutz?

Spiegel Online schrieb jedenfalls apokalyptisch: „Mit dieser Regelung hat das Gericht glücklicherweise viele türkische Leser hinzu gewonnen, aber Millionen deutsche Leser ausgesperrt. Das wäre nicht nötig gewesen.“. Ich bin fest davon überzeugt, dass es eine ganze Reihe deutscher Staatsbürger_innen gibt, die hervorragend türkisch können und sich über türkischsprachige Berichterstattung freuen. Das sagt aber auch schon viel über das Bild, welches der Spiegel Online von „Deutschen“ hat. Super Voraussetzung für diesen Prozess, oder? Und dann: suggeriert die Berichterstattung ständig, alle  Medien hätten gleichermaßen um die Plätze konkuriert, dabei gab es unterschiedlichste Lostöpfe. Eine Brigitte hat somit schon einmal nicht den Platz der taz „weggenommen“.  (Die Ruhrbarone wiesen auch darauf hin, dass die taz schlimmere Homestories über Beate Zschäpe als die Brigitte zu ihrer Anwältin schreibt.) Außerdem ist es auch durchaus möglich, dass Leser_innen unterschiedliche Medien konsumieren und sich nun beispielsweise bei der NZZ informieren. Aber das ist nur so ein Gedanke.

Vielleicht kommt überhaupt alles ganz anders, denn die Plätze dürfen auch weitergegeben werden. Eigentlich wird schon gemunkelt, dass statt einer Brigitte-Journalistin jemand vom Stern den Platz einimmt. Das Geschachere [Danke für den Hinweis.] Aushandeln, das Hin-und Herschieben von Plätzen hat also erst jetzt wirklich begonnen. Und das macht dieses ganze Verfahren noch unwürdiger, als es eh schon ist. Denn es ist ja nun auch von Anfang an nicht überraschend gewesen, dass eben dieser Prozess von großem – auch internationalem – Medieninteresse begleitet werden wird. Denken wir stattdessen an den Stammheim-Prozess gegen Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe. Nicht nur, dass dort die Namen aller Angeklagten bekannt waren, für deren Prozess wurde eine eigene Halle errichtet. Dies geschah zum einen aus „Sicherheitsgründen“, zum anderen wurde so aber auch sehr viel Platz für berichtende Medienvertreter_innen geschaffen. Ein Vergleich der beiden Verfahren macht auch noch einmal deutlich, welchen Stellenwert scheinbar das Verfahren zur NSU hat. Das Gefühl, dass er klein gehalten werden soll, kann kaum verdrängt werden und passt einfach in das Bild, welches die bisherigen Arbeiten zu dem Fall erzeugt haben.

In dieser Debatte kommt also vieles zusammen. Wichtig aber wäre doch nicht zu vergessen, weswegen dieser Prozess geführt wird, in welchen Strukturen die Taten stattfanden, die Ermittlungsarbeit (nicht) durchgeführt wurde und eben auch um Sitzplätze gestritten wird. Und dann sind dort auch immer noch die Angehörigen der Mordopfer, die auf den Beginn des Prozesses harren.


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Was ist eigentlich „normal“ – am Beispiel von #609060 und Brigitte

5. September 2012 von Helga

Neuer Chef und alte Leier: Die Brigitte könnte demnächst wieder zu Profi-Models zurückkehren. Von der 2009 angekündigten „Revolution“ war bereits nach wenigen Wochen Schluss, als Leserinnen empfohlen bekamen, Weihnachten möglichst spaßfrei zu verbringen. Um bloß nicht zuzunehmen. Soviel zu mehr Vielfalt, aber von der war sowieso nicht viel zu sehen. Profis waren eure Models nicht, aber immer noch weiß, jung, schlank, etwas sportlich, aber nicht zu sehr. Ihr nanntet das „normal“.

Diese Frage stellen sich seit einiger Zeit im Internet auch viele Menschen. Im August begann Journelle, Fotos von sich in Oberbekleidung bei Instagram und Facebook hochzuladen – als Gegenentwurf zu den photogeshoppten Bildern, die tagtäglich auf uns einprasseln. Andere Bloggerinnen und ein Blogger „machten mit“ (eine konkrete Aufforderung zum Auffordern gab es nicht) und markieren die Bilder und Tweets mit dem Zahlendreher #609060. Inzwischen ist daraus eine breite Diskussion geworden, die sich leider auf die Verwendung des Wortes „normal“ konzentriert. Denn die meisten, die mitmachen, sind immer noch recht nah dran an Schönheitsidealen.

Dabei kommt schon quasi gebetsmühlenartig: Anders als bei Brigitte, bei denen eine Moderedaktion Models und Kleidung aussucht, könne hier jede_r einfach so mitmachen. Tun aber viele nicht. Die Frage nach dem „Warum“ stieß birtona schon einmal an, die Antworten waren leider übersichtlich. Anke Gröner verwies darauf, dass Bilder dicker Menschen auch auf Seiten landen, die sich in Haß und Lästerei ergießen. Nur weil es außer einer Kamera und Internetzugang keine offensichtlichen Hürden gibt mitzumachen, heißt es noch lange nicht, dass keine da sind.

Denn je weiter entfernt Menschen vom Schönheitsideal sind, umso mehr Kritik müssen sie einstecken, wenn sie sich der Öffentlichkeit aussetzen. Allein die Erwähnung eines Modeblogs für Kopftuchträgerinnen reicht aus, eine generelle Debatte auszulösen, ob alle muslimischen Frauen unterdrückt sind. Alte und behinderte Menschen gelten immer noch als „eklig„, wie der Haspa-Skandal zeigte. Wundert es da wirklich jemanden, wenn eine Kopftuchträgerin sich das nicht nur einmal, sondern zehnmal überlegt und am Ende doch nicht mitmacht? Weil ihr vermutlich gleich noch eine Debatte über „den Islam an sich“ aufgedrückt würde und sie vielleicht sogar beschimpft und bedroht werden würde? Weil ihr Foto nicht einfach das einer „normalen Frau“ wäre.

Deswegen greift „macht doch einfach mit“ zu kurz. Was es braucht, ist die Anerkennung möglicher Probleme, Bedenken und Zugangshürden. Und die Versicherung, dem vorzubeugen und zu helfen. Ganz verhindern lassen sich Anschuldigungen und Beleidigungen leider nicht, aber man kann zumindest vorher signalisieren, den Betroffenen beizustehen. Wenn dann immer noch Menschen nicht mitmachen wollen, zeigt es vor allem eins: Das noch lange nicht alle „normal“ sind.

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Kommentarhinweis: Auch hier gilt natürlich, beim Thema zu bleiben und das ist weder die Frage ob alle muslimischen Frauen unterdrückt werden oder behinderte Menschen doch eklig sind. Derartige Kommentare werden nicht freigeschaltet.


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Blog, Blogger, Bloggigst…

9. Januar 2010 von Helga
Dieser Text ist Teil 30 von 295 der Serie Die Blogschau

Anke Domscheit war gerade in Indien unterwegs und dokumentierte diese Reise in ihrem neuen Blog. So war sie z.B. in einer Nightschool, die es Mädchen ermöglicht, abends in die Schule zu gehen, wenn sie tagsüber arbeiten oder ihre Geschwister betreuen müssen.

Im mädchenblog fragt dodo „Ab wann ist Werbung eigentlich sexistisch?“ und leonie schreibt über den französischen Streit um die Burka.

Dass die „Zeitschriftenrevolution“ der Brigitte, keine Models mehr abzubilden, den Schlankheitswahn nur noch weiter anheizt, findet der Hobbyweltverbesserer(in)-Blog. Die neue Strategie besticht bisher durch Laienmodels die locker als echte Models arbeiten könnten und die Nach-Weihnachten-Diät. Auch A Blog Of One’s Own ist nicht begeistert.

Ein etwas anderer Rückblick: Auf Svenja-And-The-City beschreibt Svenja die letzten zehn Jahre und ihre Verwandlung vom Mann zur Frau.

Neues gibt’s beim Missy Magazine: Dort bereichert ab sofort jeden Monat eine Gastbloggerin das Geschehen. Den Anfang macht die Stadtpiratin. Kostprobe:

In einem neuen abgeklärten und lässigen Jahrzehnt hat an der Oberfläche niemand ein Problem mit nichts. Schon gar nicht mit Sex, egal in welcher Form. Das Schulterklopfen für den Platzhirsch und die ungläubigen Blicke auf die leichte Barschnecke passieren dabei wesentlich subtiler und sind mit Sicherheit Teil der Ursache für die scheinbare Unsterblichkeit der Masche.

Mit mehr Männer- und Jungenförderung will die neue Bundesregierung dem Bildungsnotstand entgegentreten. Medienelite schaut nach, wer wirklich zu den Bildungsverlierern gehört und *SPOILER* von deren Förderung hat Dr. Kristina Köhler bisher nichts gesagt.

Kommentare, die gegen die Netiquette verstoßen, fliegen wieder raus. Doch oft genug gibt es auch hier Kommentare bei denen wir uns nicht sicher sind, ob es eine ernste Nachfrage ist oder direkt aus Derailing for Dummies. Das geht nicht nur uns so: Weiteres bei Aus Liebe zur Freiheit.

Geschlechtsangleichende Operationen, wie die von Amanda Simpson, sind bis heute für einige Leute so spannend, dass jedes Detail beleuchtet werden muss. Selbst wenn die Betroffene nurs ein normales Leben will. Mehr auf Bad hair days.

Die neuesten Ergüsse des Gerhard Amendt über den (verpassten) Kampf gegen den Feminismus hat Ti_Leo ausführlich analysiert.

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter mannschaftspost(at)web.de Bescheid.


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Die Frauenzeitschriftenrevolution

5. Oktober 2009 von Susanne

Das Frauenmagazin Brigitte will ab sofort in ihren Modeproduktionen auf Models verzichten und nur noch mit Frauen wie dir und mir zusammenarbeiten. Der Grund steht auf der Aktionswebseite:

Die Mode hat sich geändert.
Die Frauen haben sich verändert.
Unsere Welt ist eine andere.
Also starten wir eine Revolution.

In einer Pressemitteilung führt der Chefredakteur Andreas Lebert dann weiter aus. Er habe es

… buchstäblich satt, von Agenturen völlig abgemagerte Models vorgesetzt zu bekommen. Die folgen dem Druck der großen trendigen Modelabels, die systematisch ein völlig unerreichbares Schönheitsideal durchzusetzen versuchen. Dabei würden von Prada, Gucci & Co. meist so kleine Konfektionsgrößen geliefert, dass der Redaktion gar nichts übrig geblieben sei, als „dürre Mädchen“ zu buchen. Im Nachhinein würden die Bilder dann in Photoshop bearbeitet und die Proportionen künstlich dicker gemacht. Lebert zum Spiegel: „Das ist pervers. Was hat das noch mit unserer echten Leserin zu tun.“

Die „Brigitte“-Leserin sei als Durchschnittsfrau nicht nur 23 Prozent schwerer als die aktuelle Model-Generation, sondern auch in die Jahre gekommen: Der Altersschnitt liegt bei 48 Jahren, jede vierte Käuferin ist älter als 60. Sie sollen nun bei den Modeproduktionen Schritt für Schritt lebensechte Models präsentiert bekommen, die die Redaktion selbst unter Laien castet. Am 2. Januar soll die erste Mager-Model-freie Ausgabe erscheinen.

Daumen hoch, liebe Brigitte.


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