Einträge mit dem Tag ‘Brasilien’


Straßenumbenennungen, (nb)-Transfeindlichkeit und Arbeitskämpfe von Reinigungskräften – kurz verlinkt

1. Juni 2017 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 350 von 361 der Serie Kurz notiert

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KlasseGegenKlasse hat zwei Reinigungskräfte interviewt, die am Streik am Krankenhaus Charité in Berlin, beteiligt sind. Sie sprechen über desaströse Arbeitsbedingungen, Rassismuserfahrungen und ihre Forderungen.

Morgen ist Internationaler Hurentag. Hydra e.V. lädt zu einer Pressekonferenz, auf welcher die Kampagne „Sexarbeit ist Arbeit. Respekt!“ vorgestellt wird und einer soäteren Diskussionsveranstaltung ein. (FB-Link)

In Berlin-Mitte sollen nun endlich einige Straßen, die immer noch die Namen von Mitbegründern der deutschen Kolonien tragen, umbenannt werden. In der Pressemitteilung von ISD e.V. und Berlin Postkolonial e.V. heißt es zu den erarbeiteten Vorschlägen: „Mit Ana Nzinga (1583-1663), Yaa Asantewaa (ca.1840-1921) und Martin Dibobe (1876-ca.1921) sind dabei drei herausragende Persönlichkeiten des afrikanischen Widerstandes gegen die koloniale Unrechtsherrschaft Portugals in Angola, Groß Britanniens in Ghana bzw. Deutschlands in Kamerun in die erste Wahl genommen worden.“

Das neue an.schläge Magazin steht ganz unter dem Thema „Feminismus& Behinderung„. Online lässt sich bereits Katharina Payks Text Behinderung als queeres Anliegen und Brigitte Theißls Vorstellung einiger deutschsprachigen behinderten Blogger_innen.

„Im NSU-Umfeld waren mehr als 40 V-Leute der Sicherheitsbehörden aktiv. Doch der Verfassungsschutz behauptet, erst mit der Selbstenttarnung des NSU 2011 von dessen Existenz erfahren zu haben.“, schreibt die Frankfurter Rundschau zum NSU-Komplex.

Im Artikel „Deserteur_innen im Geschlechterkampf“ schreibt Brrrte auf Medium über (nb-)Transfeindlichkeit in feministischen Räumen/ Diskussionen.

Interview mit Berliner Kulturanthropolog_in Francis Seeck über ordnungsbehördliche Bestattungen und ein Recht auf Trauer: „Tote ohne Angehörige werden vom Staat entsorgt.“ Francis Seecks Buch „Recht auf Trauer“ erscheint voraussichtlich im Juli 2017.

Das kollektiv getragenes Seminarhaus „QUECKE! in Brandenburg wird von Menschen aus mehrheitlich queerfeministischen Zusammenhängen selbstorganisiert und ist ein Ort an dem Gruppen sich politisch & kulturell organisieren/ausruhen können. Derzeitig wird es renoviert und es wird noch Geld benötigt!

Ab sofort sind alle Ausgaben der feministischen studien von 1982 bis einschließlich 2015 frei beim Verlag de Gruyter verfügbar.

Vom 14./15. Mai 2018 findet in Heilbronn im Rahmen des Projekts „Gender. Wissen. Informatik. Netzwerk zum Forschungstransfer des interdisziplinären Wissens zu Gender und Informatik (GEWINN)“ eine Konferenz zum Thema Gender & IT statt. Frist der Einreichungen für Artikel und Poster ist der 31. Oktober.

Debora Antmann ist neue Kolumnistin beim Missy Magazine. Ihre Kolumn trägt den super Titel „Not Your Goy*Toy“ und in der ersten Auflage dreht sich alles um wc-deutschen Feminismus.

Bei einem bundesweiten Netzwerktreffen hat der Careleaver e.V. eine Stellungnahme zum Regierungsentwurf für das „Kinder‐ und Jugendstärkungsgesetz“ (KJSG) verfasst.

LSBTTIQ* werden in Brasilien zu Feinden erklärt.“ Caren Miesenberger interviewt für die Heinrich-Böll-Stiftung Indianara Siqueira zu Rechten von trans Menschen, den Rechtsruck in der Regierung, den kleiner werdenden Handlungsspielräumen der Zivilgesellschaft sowie alltägliche und strukturelle Diskriminierung von LSBTTIQ* in Brasilien.

Eine Vielzahl an Anti-Diskriminierungsverbänden, wie zum Beispiel TransInterQueer e.V., die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland oder die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung e.V., planen in Vorbereitung auf die Bundestagswahl im September eine Bündelung der Wahlprüfsteine zum Thema Diskriminierungsschutz. Einen ersten Überblick bekommt ihr auf die-wahlpruefsteine.de.

Termine in Berlin, Kiel, Leipzig, Hannover, Heidelberg

Den ganzen Juni über finden Veranstaltungen in Berlin im Rahmen des Black Lives Matter Monats statt. Das gesamte Programm findet ihr auf der Webseite von Black Lives Matter Berlin.

1. Juni in Hannover: Simone Dede Ayivi bringt ihr Stück „First Black Woman in Space“ nach Hannover. Weitere Vorstellungen folgen direkt am 02. und 03. Juni.

2. – 5. Juni in Kiel: Lesbenfrühlingstreffen 2017.

8. Juni in Berlin: „Sexuelle Bildung und sexuelle Rechte: nicht behindern, sondern ermächtigen!“ – Das Podiusmgespräch beginnt um 19 Uhr.

9. – 11. Juni in Kiel: Save the Date! LaDIYfest Kiel.

13. Juni in Leipzig: Alle im Blick?! lgbtiq* Lebenswirklichkeiten in der Jugendhilfe. Der Fachtag richtet sich an interessierte Pädagog*innen, die in der Kinder- und Jugendhilfe arbeiten und ein Klima vermitteln wollen, welches alle Jugendlichen anspricht und Diskriminierung vermeidet.

15. – 18. Juni in Heidelberg: Das Lady*fest Heidelberg findet statt!

14. bis 16. Juli in Berlin: Festival für ein offenes und solidarisches Neukölln. (Es werden noch Leute zum Mitmachen gesucht!)

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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Zurück in die Zukunft und Gegenwart in Altersarmut – kurz verlinkt

21. Oktober 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 298 von 361 der Serie Kurz notiert

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Das neue an.schläge-Magazin ist gerade erschienen und widmet sich im Hauptthema der Musikindustrie. So schreibt dort beispielsweise Caren Miesenberger über die feministische, brasilianische Musikerin MC Carol, die sich in ihren Songs mit Sexismus, dem Leben im Favela aber auch dominanter Geschichtsschreibung auseinandersetzt.

Der Polizist der 2012 wegen Fahrlässiger Tötung Oury Jallohs veruteilt wurde, soll nun auch die Prozesskosten übernehmen. Doch muss er diese nicht einmal allein stemmen. Oder überhaupt. Die Gewerkschaft der Polizei Sachsen-Anhalt übernimmt stattdessen, berichtet neues deutschland.

Bei ZeitOnline schreibt Annett Gröschner über die Diskriminierung geschiedener Frauen, die in der DDR gelebt haben. Aufgrund bestimmter Rentenberechnungsansätzen leben viele von diesen heute in Altersarmut: „Das Problem war den Architekten des Einigungsvertrages bekannt, es ist ihnen nicht aus Versehen passiert. Im Gegenteil, man könnte ihnen nach Lage der Akten sogar Vorsätzlichkeit unterstellen, denn sie wurden noch vor Abschluss des Vertrages darauf hingewiesen.“

In der letzten Woche fand die Konferenz Dare the im_possible/ Wage das Un_Mögliche statt. Über ihre Diskussion zu möglichen generationsübergreifenden Bündnissen hat Magda Albrecht bereits hier geschrieben. Weitere Panel wurden auf einem Veranstaltungsblog dokumentiert. Dort schreibt zum Beispiel Hengameh Yaghoobifarah über Diversität und Repräsentation im Kulturbetrieb – und warum es nicht nur reicht ‚mehr Frauen‘ zu fordern.


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Egal ob eine jemals den Film gesehen hat, wenn man im Internet unterwegs ist, ist es kaum möglich nicht drauf hingewiesen zu werden: Heute ist der Tag an dem Marty McFly aus Back to the Future in der Zukunft ankommt. Ein lesenswerter Text von Jamil Smith bei New Republic, wenn auch schon aus dem Juli, widmet sich der Darstellung sexualisierter Übergriffe und race.

„My first reaction was, no way can I take that job, since I knew all about Homeland and its problems. But then I contacted many artists, just in case anyone wants or needs that job. Whoever I asked, the answer was always “no way!”. Then Caram Kapp and I, who have worked together on some graffiti projects and on the book Walls of Freedom met up with Heba Amin. She said “why not put our own messages in”?“, Muftah schreibt über die Graffiti-Künstler_innen, die in der Serie Homeland ganz unbemerkt (da offensichtlich keine andere Person am set arabisch lesen konnte) kritische Kommentare unterbrachten.

Einen tollen Podcast-Tipp gibt es außerdem:

Termin in Münster

25.10. in Münster: Salon fèministe Vol.X: Nadine Lantzsch liest aus „Queer_feminismus. Label&Lebensrealität“. (FB-Link)


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Festivals ohne Frauen und Feminismus in brasilianischen Favelas – kurz verlinkt

25. März 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 275 von 361 der Serie Kurz notiert

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Anlässlich des Internationalen Tags gegen Rassismus präsentierte LesMigraS den Spot „Was sagst du dazu?“:

Bodo Platzgraf, der als Berliner Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) heute „linksextremistische Demonstranten“ beklagt, war aktiv bei den Republikanern (REP), berichtet das Antifa Infoblatt.

Pressemitteilung (PDF) anlässlich des Equal Pay Days und des Internationalen Tages gegen Rassismus von DaMigra (Dachverband der Migrantinnenorganisation).

Bald startet auch wieder die Festivalzeit. Endlich coole Musikerinnen live sehen? Eher nicht, wie die grafisch eindrucksvollen Darstellungen von Puls und Coolibri zeigen, die von Festivalplakaten all jene Bands löschten, die ausschließlich aus Männern bestehen – auf einmal haben die Plakate sehr viel Freifläche, wo sonst kleingedrängte Schrift steht.

englischsprachige Links
Der Vortrag der Aktivistinnen Elisabeth Ngari und Damarice Okore von „Women in Exile“, den sie letzten Donnerstag hielten, über die Situation von Flüchtlingsfrauen* in Berlin/ Brandenburg und deutschlandweit ist online:

Bei Media Diversified schreibt Zaneta Denny in „Feminism in the Favela“ über Feminismus in Brasilien, verschiedene Bewegungen und Ausschlüsse und insbesondere den Aktivismus und das Engagement afro-brasilianischer Frauen.

Philosophy has to be about more than white men.„, fordert Minna Salami beim Guardian.

Das Literaturmagazin The Critical Flame hat eine Sonderausgabe zur Dichterin Adrienne Rich herausgebracht. Die Artikel könnt ihr online lesen, wie beispielsweise „6 Writers on the Lasting Influence of Adrienne Rich„.

„The lawsuit comes in response to a controversial register of Roma people maintained by the regional Skåne police in southern Sweden. The list, which was declared illegal by the Swedish Commission on Security and Integrity Protection (SIN), included some 4,700 people, including children.“ – Elf Personen verklagen den schwedischen Staat, The Local berichtet über deren Ziele, Diskriminierung gegen Roma und die Angst vor den Nachwirkungen.

Erika Moen erklärt beim Bitch Magazine in einem Comic, was genau bei einer (medikamentösen) Abtreibung passiert und wie Self-Care nach einer solchen aussehen könnte.

Termine in Bern, Dortmund, Halle, Hannover:

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Das Jahr 2014 – Ein Feministisches Lexikon

19. Dezember 2014 von Charlott

Welche Themen standen auf unserer feministischen Agenda 2014? Welche Ereignisse haben das Jahr geprägt? Welche Personen und ihren Aktivismus haben wir bewundert? Zum Abschluss des Jahres gibt es dieses Mal ein Lexikon. Zu jedem Buchstaben könnte es natürlich noch zig weitere Einträge geben – ergänzt doch eure in den Kommentaren!

A wie Aktivismus, Ausschlüsse und Ablasshandel
Ein Thema, welches sich eigentlich durch jedes Jahr zieht/ ziehen sollte: Wie wollen wir unseren Aktivismus gestalten? Wie können dabei unterschiedliche Positionen bedacht und genutzt werden? Welche Taktiken und Praxen haben sich bewährt? Nadine machte sich darum einmal Gedanken darüber, wer wann auf Podien sitzt, wo Absagen vielleicht Sinn machen und wo nicht (und was das mit unterschiedlichen sozialen Positionierungen zu tun hat) und über Geldspenden als Art der ökonomischen Umverteilung.

B wie #BlackLivesMatter und #BringBackOurGirls
Am 09. August dieses Jahres wurde der Schwarze Jugendliche Michael Brown von dem weißen Polizisten Darren Wilson in Ferguson, Missouri, erschossen. Gegen den Polizisten wurde nicht mal ein Verfahren eingeleitet. Es handelt sich dabei natürlich nicht um einen Einzelfall, sondern es ist ein Beispiel für die anhaltende rassistische Polizeigewalt – die keinerlei Konsequenzen hat. In ihrem Text „Wenn Schwarzer Menschen nicht lächeln…“ verlinkt Sharon eine ganze Reihe von weiteren Beispiel aus den USA und Deutschland. Von Ferguson ausgehend und durch weitere publik werdende Taten (die ebenfalls kaum Konsequenzen nach sich zogen) entwickelte sich in diesem Jahr eine Protestbewegung, die im Internet unter anderem unter dem Hashtag #BlackLivesMatter und auf den Straßen vieler Städte anzufinden war. In Berlin versammelten sich am 29. November Aktivist_innen am Brandenburger Tor, um den Opfern zu Gedenken und darauf zu verweisen, dass es stimmt: #FergusonIsEverywhere, Ferguson (d.h. rassistische Strukturen, die Gewalt legitimieren) sind kein rein us-amerikanisches Phänomen. So wird sich am 07. Januar zum bereits zehnten Mal der Tod von Oury Jalloh jähren. Derzeitig sammelt die Initiative im Gedenken an Oury Jalloh Geld um ein weiteres Gutachten zur Brand- und Todesursache anfertigen zu können.

Außerdem sollten nicht die 200 Mädchen, die am 14. April in Nigeria entführt wurden, vergessen werden.

C wie Chancengleichheit
Chancengleichheit, Chancengerechtigkeit, Teilhabe, Akzeptanz, > Toleranz, Inklusion – ein Wörtersalat, der häufig eher das „gut gemeint“ als das „gut gemacht“ abdeckt, wenn es um die Rechte von Menschen mit Behinderung geht. Hannah hat sich im November die Anhörung des Ausschusses “Arbeit und Soziales” zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen angehört und aufgezeigt, welche Diskussionen rund um das Bundesteilhabegesetz (nicht) geführt werden. Außerdem erklärte sie in einem weiteren Text, was der Begriff Inklusion eigentlich umfassen sollte und wie er häufig stattdessen ausgehöhlt wird.

D wie Diskurspolizei
Sprachdebatten zwischen „Darf man denn hier gar nichts mehr sagen!“ und „Diese Gender-Leute drängen ja immer einen Sprachgebrauch auf!“ begleiteten auch das Jahr 2014. Am prominentesten ist sicher die medial breit geführte „Debatte“ um Lann Hornscheidts Sprachinterventionen. Auf einen öffentlichen Brief von WissenschaftlerInnen antwortete hier Jayrôme mit „Es ist Zeit, Realität als real zu betrachten„. Im Juli hatte außerdem accalmie die Verwendung diskriminierender Begriffe, die Verteidung dieser Praxis und das Umwerten als die echte Diskriminierung (TM) von Begriffen, die sonst unmarkierte Normen benennen, seziert.

E wie Elliot Rodger
Am 23. Mai tötete Elliot Rodger in Isla Vita, Kalifornien, sechs Menschen. Zuvor hatte er in Videos und einer über hundert Seiten langen „Autobiographie“ seine Misogynie verbreitet. In vielen deutschsprachigen Medien wurde die Tat dekontextualisiert und individualisiert. Ich schrieb über die Hintergründe der Tat, wie sie vielleicht verhindert hätte werden können. (mehr …)


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Samstagabend-Hardcore mit Anti-Corpos

13. September 2014 von Magda

1, 2, 3, 4 – ein gellender Schrei hallte durch den Berliner Club So36 und ich fiel fast von der Bank, auf der ich es mir gemütlich gemacht hatte. Das war das erste Mal, dass ich Anti-Corpos live beim LaDIYfest in Berlin hörte. Daraufhin stellte ich mich auf die Bank, um die vier Musiker_innen der brasilianisch lesbisch-feministischen Hardcore Band besser sehen zu können und war sehr beeindruckt.

Gerade befinden sie sich in Deutschland und touren hart, unter anderem waren sie im August mit Yansn und Respect My Fist unterwegs. Das hier angekündigte Soli-Konzert in der Scherer 8 in Berlin wird nicht stattfinden. Anti-Corpos hat dazu auf ihrer Facebook-Seite ein Statement veröffentlicht.

Live im SO36 in Berlin nach dem Klick (mehr …)


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Ach, diese Zeit des Sportjahres: Nationalismus, Sexismus und ‚Stadtumstrukturierungen‘

12. Juni 2014 von Charlott

Es ist wirklich schwer, nicht mit dem Kopf drauf gestoßen zu werden, die Medien berichten allerorts und vermehrt wehen schwarz-rot-goldene Flaggen: Heute startet in Brasilien die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer. In den letzten Wochen wurde minutiös über die ‚Fortschritte‘ der deutschen Mannschaft geschrieben – und sei es nur die Anreise und die Wetterbedingen vor Ort, Supermärkte und andere Läden setzten auf „Deutschland-Farben“ und andere Ausläufer des sogenannten Party-Patriotismus. Ist das nicht schön, so gute Stimmung? Ein paar Notizen zur WM.

‚Sexy‘ Spielerfrauen

Ein Trend, der sich meines Erachtens verschärft hat, ist der Fokus auf die ‚Spielerfrauen‘. Gemeint sind mit diesem Begriff Partnerinnen der Fußballspieler. Von diesen wird (unbezahlte) Care-Arbeit in aller Öffentlichkeit erwartet (so wird genaustens vermerkt, welche auf den Zuschauer_innenrängen saß und wie aufmerksam gejubelt wurde) und dabei sollen sie natürlich auch allen Schönheitsstandards entsprechen. So ist es nicht verwunderlich, dass im Vorfeld der WM Medien die Frauen nach ihrer ‚Sexyness‘ einordneten oder deren Stil auseinandernahmen. Die Frauen, egal was sie sonst in ihrem Leben tun, werden anhand ihrer ‚Nützlichkeit‘ für das Team gemessen, an ihrer ‚moralischen Unterstützung‘, an ihrem ‚Dekorativitätsfaktor‘. Mit diesem Trend, der die Partnerinnen immer stärker an die Darstellung des Teams bindet, wird aber auch etwas anderes deutlich gemacht: Fußballspieler – das sind Hetero-Typen.

Normalisierter Nationalismus

Sportgroßereignisse dieser Art, und insbesondere die Männer-Fußball-WM, sind auch immer wieder – und ebenfalls in den letzten Jahren zunehmend – Anlässe zur Normalisierung von Nationalismus. Sie bieten den Anlass fast kritiklos Insignien des deutschen Staates hochzuhalten, die Farben als positives Identifikationsmerkmal zu tragen, und lautstark „Deutschland, Deutschland“ zu skandieren. Anlässlich der WM in Südafrika analysierte dazu bereits Nicole an dieser Stelle:

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Ein „menschlicher Zoo“ in Norwegen, Erinnern an den Holocaust und queere Kunst in Armenien – kurz verlinkt

30. April 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 240 von 361 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Das Programm für die diesjährige Frauen*FrühlingsUni (F*FU14) ist nun online und die Anmeldung eröffnet! Programm, Anmeldung und weitere Infos findet ihr hier.

Auf dem Oranienplatz in Berlin protestieren immer noch Geflüchtete. Dieser Protest sollte wegen des anstehenden Myfest geräumt werden… Doch nun gibt es doch eine Einigung, berichtet die taz.

englischsprachige Links

Am 27. April jährten sich in Südafrika die ersten Wahlen nach dem Ende der Apartheid zum 20. Mal. In einer Woche, am 07. Mai, werden die nächsten Wahlen stattfinden. Mail&Guardian hat genauer hingesehen, was einige der größeren/ bekannteren Parteien auf dem Papier zu Gender/Frauenrechten/LGBTI-Rechten etc. verkünden – und wie sich diese Themen in sonstiger Rhetorik oder Taten ausdrücken.

Can a misogynistic country have a female president? Brazil proves that the answer is yes.„, schreibt und beschreibt die brasilianische Journalistin Vanessa Barbara bei der New York Times. [Inhaltshinweis: Misogynie, body policing und rape culture]

Im nächsten Monat wird in Norwegen ein „menschlicher Zoo“ eröffnen. Bitte was?! Ja, laut den Künstlern soll diese Aktion – ein Re-Enactment kolonialer Ausstellungsformen – Diskussionen zu Rassismus und dem kolonialen Erbe initiieren. Bwesigye bwa Mwesigire analysiert auf This Is Africa wie diese Aktion rassistische Stereotypen stattdessen re_produziert und in einer weiterhin rassistisch strukturierten Gesellschaft nicht funktionieren kann, sondern nur mehr Gewalt ausübt.

Barbara Eder interviewte das Künstler_innen- und Aktivist_innenkollektiv Queering Yerevan über ihre Aktionen, die Zurückeroberung des öffentlichen Raums und den Begriff „Queer“ im armenischen Kontext.

Zum noch immer unklaren Verbleib der 243 von „Boko Haram“ entführten Schülerinnen in Nigeria schrieb allAfrica.com. Auf Twitter werden unter den hashtags #BringBackOurDaughters und #BringBackOurGirls weitere Informationen und Aktionen kommuniziert. [Inhaltshinweis: Misogynie, Gewalt und rape culture]

In einem Fotoprojekt stellen Schwarze Mädchen Porträts von Frauen nach, die als Vorbilder fungieren – von Audre Lorde bis Gabby Douglas.

Anlässlich des Yom HaShoah (Holocaust Tags) in Israel schreibt The Mamafesto über ihre Familiengeschichte und die Bedeutung von Erinnerung.

Termine in Berlin, Bremen, Frankfurt a.M., München:

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Samstagabendbeat mit Tulipa Ruiz

8. Februar 2014 von Charlott

Heute einen Samstagabendbeat mit der brasilianischen Musikerin, Illustratorin und ehemaligen Journalistin Tulipa Ruiz zum ganz gemütlichen Hinein-Chillen in den Sonntag. Und das Motto für den Sonntag wird gleich mitgeliefert:

Vou ficar mais um pouquinho
Para ver se eu aprendo alguma coisa
Nessa parte do caminho.

Vou ficar mais um pouquinho
Para ver se acontece alguma coisa
Nessa tarde de domingo.

Ich werde noch etwas länger bleiben/ um zu sehen, ob ich etwas lernen kann/ auf diesem Teil des Weges. /Ich werde noch etwas länger bleiben/ um zu sehen, ob irgendetwas passiert/ an diesem Sonntag Nachmittag.


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Macho-Politiker, Fahrräder und Homofeindlichkeit beim Katholikentag – kurz notiert

30. Mai 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 161 von 361 der Serie Kurz notiert

Pascale Müller hat uns per E-Mail seinen_ihren Artikel „Willkommen im Mittelalter“ (PDF) über die homofeindlichen Vorkommnisse beim Katholikentag geschickt, der vor einigen Tagen in Mannheim stattgefunden hat. Innerhalb der lokalen LGBTI-Szene gab es spontanen Protest, weil sich dort ein Stand des BkÄ (Bund katholischer Ärzte) präsentiert hat, der unbehelligt Homoexualität als „heilbare Krankheit“ dargestellt hat.

Im Bundestag hat der LINKE-Politiker Jan van Aken kräftig gegen FDP-Mann Martin Lindner ausgeteilt. Er schimpfte den Liberalen einen „unerträglichen Macho“, so Spiegel Online.

Konsequent und cool! Eine Pilotin einer brasilianischen Airline hat einen Fahrgast aus dem Flugzeug geworfen, weil dieser sexistische Kommentare über Pilotinnen abließ.

Die ARGE Dicke Weiber hat am 12.Mai 2012 an der Zeltstadt der Frauen in Wien teilgenommen, um öffentlich auf Gewichtsdiskriminierung aufmerksam zu machen.

Die neue Ausgabe der US-Vogue legt den Fokus auf die Olympischen Spiele in London und zeigt Sportler_innen in den Modestrecken. Damit sind immerhin verschiedene Körperformen und auch Schwarze Frauen zu sehen – leider werden die Sportlerinnen wieder einmal sehr statisch dargestellt, während die Sportler in Aktion zu sehen sind, so der Vancouver Observer.

In Köln hat ein Pfarrer einen Themengottesdienst über Sexarbeiterinnen in Deutschland gehalten. „Wir sind Menschen“ so der Titel. Auf der Webseite der Lutherkirche redet Pfarrer Mörtter über seine Beweggründe für den Gottesdienst und den kirchlich-gesellschaftlichen Umgang mit Sexarbeit.

Auf Radical Faggot findet ihr einen Artikel zu Femininitätsfeindlichkeit und queerer Solidarität.

Gazale Salame kam als Flüchtlings-Kind nach Deutschland, lebte hier bis zum Zeitpunkt der Abschiebung 17 Jahre und wurde 2005, im dritten Monat schwanger, zusammen mit der damals einjährigen Tochter Schams in die Türkei abgeschoben. In ein Land, dessen Sprache sie nicht sprach – und das nicht ihre Heimat ist. „Grund“ der Abschiebung: Die Eltern (!) von Gazale Salame hätten bei ihrer Einreise 1988 möglicherweise falsche Angaben gemacht. Eine Petition fordert eine Überprüfung dieser Entscheidung.

Die neue an.schläge ist da! Es geht wie immer um Feminismus – und um Fahhräder!

Seit 2008 ist die Genitalverstümmelung von Frauen in Ägypten verboten – wenn Ärzt_innen die „medizinische Notwendigkeit“ bescheinigen, gilt allerdings eine Ausnahmeregelung. Terre des Femmes sammelt Unterschriften gegen diese Praxis.

Und in Wien gibt es morgen abend ein queeres Stadtgespräch zu homophober und transfeindlicher Gewalt.


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Babyklappen, SlutWalk Münster und sexistische Kampagnen – kurz notiert

11. April 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 154 von 361 der Serie Kurz notiert

HYDRA e.V. hat einen offenen Brief (PDF) zur Sendung „Menschen bei Maischberger: Ob Billigsex oder Edelpuff: Schafft Prostitution ab!“ geschrieben und bemängelt die falschen Fakten und die tendenziöse Berichterstattung.

Genug von den immer gleichen alten weißen Dichtern? My Life as a Feminista listet Women of Color und jede Menge ihrer Bücher, Anthologien und Essays auf.

Ein Bericht aus dem Hause „unglaublich“: Ein Pornostar stillt ihr Baby öffentlich und wird dafür von ihren Kolleg_innen kritisiert, so salon.com.

In Österreich hat der Werberat einen Club aufgefordert, seine Kampagne „Dress to get fucked“ einzustellen. Danach müssen Frauen weniger Eintritt zahlen, je weniger Kleidung sie tragen. Die Begründung der Entscheidung findet ihr auf scribd.

In dieser Kampagne werden Frauen zu Objekten reduziert; ein klarer Fall von Sexismus. Doch was ist Sexismus? DieStandard.at hat mehr zu der (Fehl-)Annahme, Sexismus sei eine Frage der subjektiven Einschätzung. Nämlich jede Menge Definitionen, „die sich decken oder sich in ihrer Differenz allerhöchstens ergänzen. Von Widersprüchlichkeit keine Spur.“

Immer mehr Menschen in den USA wird bewusst, wie konservative Abtreibungsgegner_innen überall im Land Erfolge feiern – und formieren sich auf der Straße und im Netz. Der Widerstand wird stärker – glücklicherweise.

In der Huffington Post schreibt Zach Stafford wie Feminismus ihn zu einem „besseren schwulen Mann“ gemacht habe. Außerdem berichtet die HuffPo über eine derzeit getestete Verhütungsmethode für den Mann – offenbar zu 100% sicher und reversibel.

Qatar, Brunei und Saudi-Arabien haben noch nie eine Frau zu den Olympischen Spielen geschickt – in London sollte es diesen Sommer das erste Mal aus jedem Land Athletinnen geben. Nun jedoch, berichtet die FAZ, hat das saudische Olympia-Komitee sich dagegen entschieden.

Eine Schocker-Nachricht kommt aus Brasilien: Dort dürfen 12-Jährige vergewaltigt werden, wenn sie (angeblich) Sexarbeiter_innen sind. Denn Menschenrechte gelten nicht für alle.

Ein feines Interview mit der queeren Rapperin Sookee gibt es beim Tagesspiegel.

Drei Videos zeigen, wie die “Personhood”-Bewegung (jene politische Strömung, die der befruchteten Eizelle den Status einer Person zusprechen möchte) Frauen ihrer Freiheit beraubt.

Schon vor einem Monat berichtete der Spiegel über die Situation der Babyklappen. Die soll neu geregelt werden, nach einer Studie herrschen derzeit teilweise katastrophale Zustände, bei denen Babies sogar „verloren“ gehen können. In Deutschland haben Kinder das Recht, über ihre Herkunft zu erfahren, anonyme Geburten sind eigentlich illegal.

Termine

Ihr könnt ab sofort euch, eure Schwestern, Töchter, Cousinen, Freund*innen… zwischen 12 und 18 Jahren für das Ruby Tuesday Girls Rock Camp in Berlin anmelden.

Das Frauenfilmfestival findet vom 17. bis 22. April in Köln statt.

Helfer_innen und Unterstützer_innen für den zweiten SlutWalk Münster gesucht! Wir sind offen für jeden Tipp, Verbesserungsvorschlag und Helfer_innen!
Meldet euch hier oder per Mail an: muenster(at)frauenrechte.de oder slutwalkmuenster(at)gmx.de


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