Einträge mit dem Tag ‘Blogs’


Zerbrechliche, programmierende, nackte Frauen – kurz verlinkt

29. Oktober 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 254 von 257 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Lust auf Theater? In Berlin werden Afro-Deutsche/ Schwarze deutsche Jugendliche für ein Theaterprojekt gesucht!

Den Vortrag “Die zerbrechliche Frau – Kritik an der Psychopathologie in feministischen Räumen” gibt’s zum Anhören auf freie-radios.net.

feministische studien haben nun einen Blog! Im zweimonatigen Wechsel werden Autor*innen-Duos “ihren Blick auf die Welt und was sich in ihr ereignet” mit uns allen teilen. Den Anfang machen Gudrun Axeli Knapp und Maureen Maisha Eggers.

Chronik eines angekündigten Exzesses“. In der FAZ schreibt Olaf Sundermayer über die Nazi-Demonstration in Köln und wie die “Hoologans” systematisch unterschätzt wurden.

Englischsprachige Links

Bis in die 80er Jahre war der Frauenanteil beim Programmieren wesentlich höher als jetzt. Doch was passierte dann? NPR zeigt auf wie die ersten Computer in private Haushalte zogen, diese ausschließlich für Jungs und Männer beworben wurden und sich eine Frauen ausschließende Geek-Kultur herausbildete.

Autostraddle stellt zwei junge trans Frauen vor. Eine von ihnen hat gerade ein Kinderbuch über ihre frühe Kindheit geschrieben: I am Jazz.

“If there is a lesson for white artists and the institutions that host their work from these recent imbroglios, it is that the intention behind a work is secondary to its impact. And that means they’re responsible for engaging with those who object on the grounds that a piece of work is racist, or bigoted in some other way.”, T. O. Molefe bei der New York Times über Kunst und Rassismus.

Im Essay “How many licks” schreibt Janani Balasubramanian eine kurze Dekonstruktion des Blowjobs, nennt wichtige Akteur_innen (Monica Lewinsky, Linda Lovelace) und Künstler_innen (Nao Bustamante) und weist darauf hin, dass ein Blowjob von allen Körperteilen ausgeführt und entgegen genommen werden kann. [Ergänzung: Weitere Informationen zu Linda “Lovelace” Boreman und der sexualisierten Gewalt, die unter anderem beim Dreh von “Deep Throat” gegen sie ausgeübt wurde, gibt es beim Guardian, der letztes Jahr einen Hintegrundbericht zum Spielfilm “Lovelace” und der Involvierung von u.a. Gloria Steinem in jenem veröffentlichte. Es lohnt sich auch, dort auf die weiterführenden Links zu klicken. Danke für die Hinweise hierzu!].

Aleah Chapin fabriziert riesige Gemälde, auf denen nackte Frauen dargestellt sind. Im Telegraph erzählt sie, was sie bei ihrer Arbeit über Körper und Unsicherheiten lernte.

Termine in Berlin, Bielefeld und Bonn:

29.10. in Berlin: Solikonzert und Kundgebung für die besetzte Gerhart-Hauptmann-Schule.

06.11. in Bonn: Wohn(t)räume – Junge Migrantinnen stellen aus.

13.11. in Berlin: Spoken Word mit Moona Moon, Azadê, Sarah Mouwani und Bahati. (Hier auch bei Facebook.)

14.11.-24.11. in Bielefeld: Aktionstage Gesellschaft_Macht_Geschlecht (Facebook-Link)

15.11. in Berlin: Ausstellungseröffnung “WIR SIND ALLE BERLINER: 1884-2014. A Commemoration of the Berlin Congo Conference” (Facebook-Link)


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Lego-Wissenschaftlerinnen und Feminismusdebatten – die Blogschau

14. Juni 2014 von Nadia
Dieser Text ist Teil 249 von 263 der Serie Die Blogschau

Es wird bald ein Lego-Set mit Wissenschaftlerinnen geben. Charlott hat über die angekündigte Reihe geschrieben.

Helga hat nochmal Meredith Haafs Text über verfehlte Feminismusdebatten ergänzt.

Denkwerkstatt stellt eine Arbeit vor, die sich mit Care-Migrantinnen aus der Slowakei, die in Österreich in der 24-Stunden-Pflege tätig sind, beschäftigt.

Hannah hat anlässlich des internationalen Tags gegen Kinderarbeit einen ausführlichen Text zum Thema geschrieben.

Über das umstritttene Exoskelett bei der Fußball-WM erschien ein Artikel auf Leidmedien.

safeblogging hat 109 Bloggerinnen zu ihren Erfahrungen mit dem Schreiben im Netz befragt. Daraus hat sie eine Reihe von Tipps entwickelt, die beim Einstieg in Blogaktivitäten helfen könnten. Sie geht dabei auch auf die Anfeindungen und Angriffe im Netz ein, von denen die Befragten berichteten. Ein sehr lesenswerter Beitrag und in einigen Punkten aber auch durchaus diskussionswürdig (z.B. was die kritische Rahmung betrifft).

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Internationale Perspektiven und Musik – kurz verlinkt

21. August 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 200 von 257 der Serie Kurz notiert

In den vergangenen Tagen haben sich allerhand spannende Linktipps angesammelt – daher gibt es diese Woche “Kurz verlinkt” gleich zweimal. Hier Teil 1.

Die Musikerin Almut Klotz, u.a. Mitberünderin der legendären Lassie Singers, ist gestorben. Im Missy Magazine gibt es einen Nachruf.

Die Initiatorin des Hashtags #SolidarityIsForWhiteWomen, Mikki Kendall, erklärt im Guardian nochmal, warum die Aktion so wichtig war und ist. Auch bei Ebony schreibt sie über die Aktion und über Solidarität und Gemeinschaft zwischen Feministinnen of Color und weißen Feministinnen [beide Texte auf Englisch].

Großes Gelächter, aber auch berechtigter Ärger in der feministischen US-Medienwelt: Typ zeigt mal, wie eine feministische Website geht, dafür werden 6,5 Millionen Dollar  lockergemacht [auf Englisch] .

Und die 14jährige kanadische Aktivistin Rachel Parent zeigt der Welt, wie mit überheblichen, herablassenden TV-Interviewern fertig zu werden ist [Text und Video auf Englisch].

Über die Finanzierung eines Fonds für betroffene von sexualisierter Gewalt in der Familie gibt es weiterhin Streit, so Die Welt, weil die Länder nicht wie vereinbart zahlen wollen.

Powerful: Bei Body Love Wellness gibt es eine Auswahl körperpositiver Spoken-Word-Performances [Text und Videos auf Englisch].

Am 25. Juli demonstrierten Zehntausende in Chiles Hauptstadt Santiago für das Recht auf weibliche Selbstbestimmung und Abtreibung. Die Jungle World sprach mit den Feministinnen Lelya Troncoso Pérez und Hillary Hiner über die Proteste und die Abtreibungsdebatte in Chile.

FEMEN – wer steckt dahinter, wer finanziert sie? Bei Marie Rioux gibt es Hintergrundinfos [auf Englisch].

Eine neue Studie zeigt, dass Bildung und Einkommen einen großen Einfluss auf die Frage hat, ob einer Frau aus medizinischen Gründen die Gebärmutter entfernt wird, so DieStandard.

Ebenfalls bei DieStandard ein Interview mit der Anti-FGM-Aktivistin Bogaletch Gebre: “Unser Elend ist zum Geschäft geworden”.

Außerdem schreibt DieStandard über eine fundamentale Gesetzesänderung in Deutschland: Das neue Personenstandsrecht gesteht intersexuellen Babys erstmals ein unbestimmtes Geschlecht vor dem Gesetz zu. Warum damit allerdings längst nicht alles in Butter ist, ist bei OII-Deutschland nachzulesen.

Großartige Ressource: die Oberlin Alumni Association hat eine Liste von Büchern, darunter viele “Klassiker_innen”, über ‘Race’, Gender, Sexualität, Klasse und Kultur zusammen gestellt, die als Gratis-PDFs im Netz verfügbar sind [auf Englisch].

440hz – bald auch in deiner Stadt! Lad sie jetzt ein!

 

Termine in Berlin und Frankfurt/Main (mehr …)


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I Started A Blog And All I Got Was This Lousy T-Shirt

19. August 2013 von Anna-Sarah

Shirts mit irgendwelchen Sprüchen und Slogans drauf können ja eine prima Sache sein. Ich kann damit etwas, das mich bewegt, zum Ausdruck bringen, mich der Welt als Person mit bestimmten Vorlieben oder Ansichten präsentieren, kann zeigen was ich wichtig finde und wer ich bin. Wenn ich also z.B. mit jemandem aus der Digital Bohème romantisch involviert bin, kann ich das – sofern ich irgendwas zwischen Größe 34 und 42 trage – mit dem passenden C&A-Oberteil zeigen. Top.

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Screenshot vom C&A-Onlineshop

An der Aussage “I’m in love with a blogger” ist ja auch so erstmal nichts Schlimmes dran. Verliebt in eine_n Blogger_in, why not? Ich selbst kenne so einige Bloggerinnen, die zu den hinreißendsten Menschen gehören die ich je getroffen habe. Und was ich so wichtig finde, dass ich es der Welt qua T-Shirt-Aufdruck über mich mitteilen möchte, ist ja auch erstmal meine Sache.

Es überrascht wenig, dass man bei C&A dasselbe Motiv in der Männerabteilung vergebens sucht. Denn es ist weder sonderlich spannend noch identitätsstiftend, in wen so ein Typ verliebt ist, da interessieren mehr Musikgeschmack oder bevorzugte Sportart, das sagt doch viel mehr über den Menschen als solchen aus. Außerdem zeigen heterosexuelle Männer – alle anderen sind ja nunmal Minderheit und daher marketingtechnisch vernachlässigbar – bekanntlich ihre Gefühle  nicht  gern so direkt – die machen das eher  subtil, mittels objektifizierter Frauenkörper(teile), das ist aber wertschätzend gemeint. Und weil Frauen sich für Computer nicht so interessieren,  gibt es bestimmt eh nur ganz wenige Bloggerinnen, geschweigedenn solche, in die man(n) sich verlieben könnte…

Außerdem, mal ehrlich: Also klar, “Blogger”, im Englischen ist das geschlechterübergreifend, und außerdem generisches Maskulinum – aber so’n bisschen missverständlich ist das vielleicht doch, wenn so ein Typ sich “I’m in love with a blogger” auf die Brust schreibt, hihi, und das lassen wir dann vielleicht lieber mal, das kommt bei der Kundschaft wohl nicht so gut an.  Androzentrisch und heterosexistisch ist das Shirt und die Tatsache, an wen es (nicht) vermarktet wird, allerdings null, denn wie gesagt, “Blogger” kann ja auch Bloggerin heißen, also da sind keinesfalls nur heterosexuelle Frauen mitgedacht!

Frauen, klar, die definieren sich schon viel über ihre Männerbeziehungen – Tochter des, Freundin von und so. Und wenn der Lover einen coolen Job hat oder ein Hobby, das was hermacht, das ist ja auch ein Statussymbol und sagt etwas über den Wert seiner Partnerin aus.  Und natürlich sind Blogger cool! Und natürlich ist für Frauen Liebe ganz ganz wichtig.

Übrigens im C&A-Frauensortiment nicht auffindbar: ein Shirt mit der Aufschrift “I’m a blogger” oder meinetwegen “I’m in love with my blog”. Aber ich versteh das schon, Frauen bloggen eben kaum, und es ist natürlich auch wesentlich interessanter, in wen eine Frau verknallt ist als was sie selbst so macht – und außerdem, was, über das eine Frau bloggt, sollte wohl so spannend sein, dass sie damit auf einem Shirt hausieren gehen wollen würde? Das ist jetzt einfach eine Beobachtung, mit Sexismus hat das nichts zu tun .

Ich persönlich habe eigentlich – abgesehen von den vermutlich skandalösen Produktionsbedingungen – gar nichts einzuwenden gegen dieses Shirt, im Gegenteil: Ich überlege, es meinem Boyfriend zu schenken.


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Feministische Medien als Motor sozialen Wandels

29. April 2013 von Magda
Dieser Text ist Teil 69 von 87 der Serie Die Feministische Bibliothek

Das 2012 im transcript Verlag erschienene Buch “Feminist Media. Participatory Spaces, Networks and Cultural Citizenship” von Elke Zobl und Ricarda Drüeke entstand aus einem wissen­schaftlichen Projekt, welches sich mit feministischen Medien in Europa befasste, die als wichtiger Motor neuer sozialer Bewegungen charakterisiert werden.

DasUMS2157.indd englisch­sprachige Folge­projekt in Form dieses Buches be­schäftigt sich mit den Fragen, welche Inhalte, Formen, Prozesse und Funktionen feministische Medien­erzeugnisse in Europa heut­zutage aus­machen. Wie werden sie politisch genutzt und welche Potentiale für sozialen Wandel tragen sich in sich?

In der Einleitung erklären die Heraus­geberinnen, dass sie mittels eines Aufrufs nach unter­schiedlichen Beiträgen für das Buch suchten. Wegen diverser Schwierig­keiten einen passenden Verlag zu finden, entschieden sie sich dafür, die im Buch erschienenen Beiträge auf wissen­schaftliche Essays zu beschränken. Das erklärt, warum ich es trotz der lebendigen Thematiken und der Vielzahl an informativen, klugen und kritischen Beiträgen als recht trocken empfand. Viele Beiträge beginnen mit einem seiten­langen Theorie­überblick in das jeweilige wissen­schaftliche Teil­gebiet (was Liebhaber_innen der Media Studies durchaus beglücken kann), aber wohl nicht immer spannend für alle Interessierten ist, die bisher noch keinen Zugang zu diesen Feldern hatten.

Nachdem ich die ersten Seiten immer öfter über­sprang und mich den einzelnen Fallstudien, Interviews und Analysen zu feministischen Medien wie Blogs, Fotoseiten wie flickr.com, Magazine, Zines und Comics widmete, wurde das Buch zu einem Lesevergnügen. Geholfen haben auch einzelne Comics, Bilder und ein paar ver­bildlichte Statistiken, um die wissen­schaftlichen Essays zu visualisieren. Alle Beiträge habe ich nicht gelesen, sondern nur die, die mich inhalt­lich auch ansprachen. Dies ist glücklicher­weise kein Problem, denn ein von-vorne-nach-hinten Durchlesen ist bei Essay-Sammlungen ja nicht nötig, um einen Ein­blick zu bekommen.

Schön ist, dass alle Informationen, die im Rechercheprozess gesammelt wurden, auf grassrootsfeminism.net zu finden und jeder­zeit nach­zustöbern sind. Ich glaube, dass sich mit den Daten noch viel anfangen ließe, auch wenn es eine eingeschränkte Sammlung ist (in der Daten­sammlung befinden sich z.B. lediglich 25 feministische Blogs für Deutschland. Allerdings kann eine Studie wohl nie komplett die stetig wachsende Blogo­sphäre abbilden).

Auch die Mädchenmannschaft war Teil der Studie und so einige Statements, die damals getätigt und in die Analysen auf­genommen wurden, würden wir heute stark kritisieren. Es bleibt jedoch ein Zeit­zeugnis und zeigt umso mehr auf, wie aktuell Fragen bleiben, die sich damit beschäftigen, wer inner­halb feministischer Zusammen­hänge spricht, gehört wird und Wissen produziert – Fragen, die auch in einzelnen Beiträgen des Buches deutlicher hätten thematisiert werden können.

Elke Zobl, Ricarda Drüeke (eds.): Feminist Media. Participatory Spaces, Networks and Cultural Citizenship. Transcript Verlag, 2012.


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Hokus Focus, das Abendland geht unter! – Die Blogschau

19. Januar 2013 von Sabine
Dieser Text ist Teil 188 von 263 der Serie Die Blogschau

Es gibt eine neue linke, queer-feministische Rap Crew, sie heißt TickTickBoom. Im Interview erzählen Rapperin, Hip-Hop-Aktivistin Sookee und die Produzentin Leiji wie TickTickBoom zustande kam, was sie wollen und was ein Zeckenrap ist.

Kachelmann revisited: Indien, Twitter, Rape Culture“ ist eine Rückschau auf die mediale Rezeption und das Interesse an sexueller Gewalt, es ist kontextabhängig.

Mehr Frauen als Männer bekommen Praktika, Volos, und befristete Verträge in Medienunternehmen, aber wenn unbefristete Redaktionsstellen zu besetzen sind, dann Hokus Focus: It’s a man. Eine Innenansicht von Mennory.

Ich bin eine Quotenfrau. “Und ich habe kein Problem damit, bei den Beißreflexen gegen die Quote die Zähne zu zeigen.” Go Gurrrl.

Wann ist ein Coming Out ein Coming Out? Fragen, die die heteronormative Masse sehr beschäftigen. Auf sugarbox gibt es eine Antwort und wenn ihr schon da seid, guckt Euch die lesbischen Webcomics an.

Es gibt ein neues Podcast von Heiter Scheitern, hs47 krass. „Ordentlich lädiert durch einen erneut gescheiterten Versuch, in hetero-dominierten Zusammenhängen (in diesem Fall ein Schreibprojekt) ein wenig politische Glückseligkeit zu erlangen“ sammeln sie am Küchentisch zusammen, analysieren, halten fest, was da so passiert (viel). Es ist krass.

Nadia hat heute einen offen Brief an Mely Kiyak verfasst. Es ist eine Antwort auf Kiyaks unsolidarischen Text zur N-Wort-/Kinderbuchdebatte und eine unbedingte Leseempfehlung.

On censorship von accalmie macht das, wo wir eigentlich nur klatschen können. Sie zeigt den Unterschied zwischen Zensur und Kritik auf. Und da es leider sehr viele Beispiele gibt (KinderbuchdebatteTele 5 et cetera), ist alles immer sehr greifbar. Der Text von accalmie kann nicht oft genug gelesen und weitergeleitet werden.

Nimet Seker schreibt über „Das Frauenmuseum in Istanbul

Im Burgenland (Österreich) erwartet Euch die FrauenFrühlingsUni 2013. Alle Informationen findet Ihr bei der denkwerkstatt.

Das L-MAG sucht Studentinnen

Wollt Ihr coole Feminist_innen sehen? Dann schaut hier rein. Ihre Statements zu „One Billion Rising“ eine weltweite Aktion gegen Gewalt an Frauen* und Mädchen.

Ja, diese Momente, wo kein Ausweg in Sicht ist, gibt es. Für Teenage-Mädchen sind ungewollte Schwangerschaften vielleicht auch so ein Moment. Auf Leeteraturen wird dieses Thema in Lucy Hays Roman „Bauchentscheidungen“ von Ulrike Schimming rezensiert.

Seit einigen Tagen gibt ein neues Blog „kleinerdrei <3“. Euch erwartet ein breites Spektrum: Popkultur, Gesellschaftspolitik, Medienkritik, Sexualität, Literaturen stets mit „einer großen Portion Feminismus“.

 

Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid! 


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Femgeeks, nervige Leser und ein feministisches Teenie-Magazin – die Blogschau

7. Juli 2012 von Magda
Dieser Text ist Teil 165 von 263 der Serie Die Blogschau

Puh, da habt ihr aber in die Tasten gehauen diese Woche!

Erst einmal ein großes YEAH an Femgeeks, das neue und nun erste deutsch­sprachige geekfeministische Gemeinschaftsblog, in dem sich Feminismus und Einblicke in Wissenschaft und Technik treffen werden.

Clara Rosa von Class Matters liest in links-queeren Wohnungsanzeigen immer öfter, dass das ausformulierte: „gegen -ismen und Diskriminierungen“ um Klassismus er­gänzt wird. In der Theorie klingt das ja ganz gut, aber was heißt das für die Praxis?

CD Hüllen selbst basteln? Na klar! Kotzendes Einhorn hat eine tolle Anleitung gefunden.

Die Modebloggerin Katrin von reizende Rundungen führt ihre neue, coole Hose vor.

Johanna sieht den freizügigen feministischen Protest der Femen aus der Ukraine kritisch, weil “mit dem antisexistischen Protest schlicht sexistisch umgegangen [wird]”.

ryuu ist genervt von der Debatte zu Arbeitskultur und Karriere, weil sie keinen Bock auf ätzende 50h Jobs mit wenig Zeit für Kultur und Repro-Arbeit hat.

Andreas Kemper schreibt über den ewig alten Mythos der “Jungen als Bil­dungs­verlierer” – alles Quatsch, wenn mensch genauer hinsieht.

Off the rokket hat ein schönes neues PinUp gezeichnet.

Italien hatte während der EM im Männer­fußball­spiel gegen Deutsch­land ge­punktet – und zwar gleich zwei Mal von Balotelli. Die Kommentare und Be­richt­erstattung zu seiner Jubelpose war danach durchwachsen: Von irgendwelchen komischen Analysen, warum er genau jene Pose einnahm bis zu vermeintlich lustigen Comics. post_gedanken erklärt, warum visuelle Ver­gleiche von Balotelli mit Godzilla und Pitti­platsch überhaupt nicht klar gehen und Viruletta fordert für alle Critical Whiteness Workshops.

Die kleine ethnologin schreibt über herabwürdigende und rassistische Darstellungen von Kindern aus dem Südsudan.

Als feministische oder rassismuskritische Bloggerinnen bekommt mensch öfter mal E-Mails von anstrengenden Menschen. Nachdem Charlott von Afrika Wissen Schaft immer wieder von dem gleichen Typen belästigt wurde, schrieb sie ihm einen offenen Brief.

Ein zweites YEAH: Die fuckermothers bloggen als Gästinnen beim Missy Magazine.

Auf L-Talk findet ihr einen interessanten Artikel zur Geschichte von Das Persönliche ist Politisch und was der Slogan auch heute noch bedeutet.

Die DrMutti schreibt über Kinder und Geschlechtssterotype, “Affenmädchen” und abstruse wissenschaftliche “Erkenntnisse”.

Nach dem Klick Termine in Berlin, Leipzig und Salzburg:

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Ans Licht mit dem Wolkenkuckucksblog! Ein Aufruf.

31. Januar 2012 von Gastautor_in

Jana hat gerade ihren Wolkenkuckucksblog gestartet und wir veröffentlichen mit freundlicher Genehmigung Ihren Blogpost zu Lurker_innen. Sie sucht außerdem Kontakt zu anderen Lurker_innen, die sich unter wolkenkuckucksblog@gmail.com bei ihr melden können.

Seit mindestens vier Jahren habe ich ein imaginäres Blog. Ich befülle es allwöchentlich mit virtuellen Einträgen. Wenn ich in Stimmung bin, denke ich mir virtuelle Kommentare dazu aus. Ich habe sogar schon diverse Domains registriert, WordPress-Themes angepasst und About-Seiten verfasst. Doch freigeschaltet habe ich sie nie. Und einen tatsächlichen Blogeintrag habe ich noch nie geschrieben, auch wenn ich es mir jeden Monat aufs Neue vornehme.

Ich habe das immer für meine persönliche Wahnsinnigkeit gehalten. Doch seit einiger Zeit frage ich mich, ob das wirklich stimmt. Ob es nicht doch noch viele andere Wolkenkuckucksblogger*innen wie mich gibt – und ob es nicht tatsächlich vornehmlich Wolkenkuckucksbloggerinnen sind. Denn plötzlich fielen mir Parallelen auf: Diese existentielle Angst, wenn ich mal einen Blogkommentar (zweimal in meinem Leben habe ich mich das – unter Pseudonym! – getraut) oder ein Mailinglistenposting geschrieben habe – irgendwie fühlte sie sich doch sehr ähnlich an wie der Fluchtimpuls, der mich regelmäßig in platzhirschdominierten Gesprächsrunden ergreift. Dieser Drang, bloß unsichtbar zu bleiben. Diese Stimme, die mir einredete, ich habe nichts Sinnvolles beizutragen: War das nicht vielleicht der „innere Patriarch“, vor dem mich eine wohlwollende ältere Kollegin immer gewarnt hatte? Diese ständigen Gedankenschleifen: Ich blogge unter meinem richtigen Namen, ist doch Quatsch sich zu verstecken. Aber was, wenn ein wahnsinniger Internettroll mich aufspürt? Also doch ein Pseudonym? Aber das ist doch feige! Und da capo. War diese Angst vor „dem bedrohlichen Internet“ nicht sehr vergleichbar mit der Angst vor dem gefährlichen Park / der unheimlichen Seitenstraße / dem finsteren Hinterhof / der einsamen Haltestelle in der Dämmerung? (mehr …)


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rp11 – Machtverhältnisse im Internet

12. April 2011 von Nadine

hellblauer Hintergrund auf dem oben 'Meet me @' (das letzte Zeichen ist eine Mischung aus @ und ♀, dem Frauenzeichen) steht, darunter bunte Stickereien, darunter re:publica XI 13. - 15. April 2011, BerlinBereits vor 25 Jahren entwirft die feministische Theoretikerin Donna Haraway in ihrem Cyborg Manifesto die Utopie einer freieren, ge­rechteren Ge­sell­schaft, die sich gegen Re­pressionen und Dominanz auflehnt. Neue Kommunikations­techniken sind die Waffen, mit de­nen die Aktivist_innen und mar­ginalisierten Subjekte für Frei­heit kämpfen. Heute scheint Haraways Utopie Wirk­lichkeit geworden zu sein: Re­volutionen, Soziale Be­wegungen und politisches Han­deln passieren im Netz selbst­verständlich und global. Oder?

Auf der re:publica 2011 wollen Helga, Magda und ich analysieren, welche globalen Macht­verhältnisse sich in Zei­ten un­auf­haltsamer Digi­talisierung und Demo­kratisierung wei­ter fort­schreiben. Ist das Inter­net der freie und partizi­pative Raum, für den er oft genug gehalten wird? Bietet das Netz für alle die Möglich­keit an politischen Ideen- und Entscheidungsfindungen teilzunehmen? Und wer schafft die kommunikativen Struk­turen, in denen wir uns bewegen und auf deren Grund­lage wir täglich politisch theoretisieren und han­deln?

Am gleichen Tag diskutieren Verena und Meredith Ein- und Aus­schlüsse inner­halb der deutschsprachigen Blogosphäre. Eine zentrale These: Die Blog­landschaft agiert in einer weißen, west­lichen und hetero­normativen Matrix ist, die Pluralismus unsichtbar macht oder gänzlich ver­hindert. Mit dabei sind u.a. Urmila Goel und unsere Kolumnistin Kübra Gümüsay.

Wer_welche von feministischem Aktivismus im Netz nicht genug be­kommen kann, dem_der seien auch folgende Panels wärmstens empfohlen: Social Media Hacking mit Helga und Kathrin Ganz sowie das Gespräch mit Cyberfeministinnen, moderiert von Anne Roth.


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Was trennt den Troll von Diskutierenden?

9. Februar 2011 von Helga

Kommentare im Internet – das leidige alte Thema. Courtney Stanton hat sich nach einer explodierten Diskussion auf ihrem Blog durch über 1000 Kommentare gelesen und diese untersucht. Hintergrund war die Kontroverse um einen der ältesten Online Comics, Penny Arcade, und einen Witz über Vergewaltigungen.

Stanton schrieb dabei auch über ihre eigenen Erfahrungen und Gefühle als Opfer/Überlebende einer Vergewaltigung. Außerdem ging sie auf die Schnittmengen von rape culture und der Games-Szene Die daran anschließenden Kommentare unterteilte sie nun nach verschiedenen Kriterien: Zunächst teilte sie unterstützende Kommentare und Gegenmeinungen auf. Als zweites unterschied sie passive von aggressiven Beiträgen, die unbedingt nach einer Antwort gierten. Schließlich ging es um die Frage, ob Informationen geteilt wurden oder persönliche Angriffe vorgetragen wurden.

Speziell ging sie in ihrer Untersuchung auf die unvermeidlichen Trolle ein. In diesem Zusammenhang definierte sie diese als Kommentator_innen, die nichts produktives zur Debatte beitrugen, dafür aber meist aggressiv und persönlich wurden. An den entstandenen Diskussionszweigen beteiligten sie sich selten – während 67 % aller „normalen“ Kommentare Antworten auf andere Kommentare waren, war es bei Trollbeiträgen nur zu 17 % der Fall. Sie richteten sich stattdessen gern gegen die Autorin selbst.

Wolke der meistbenutzten Wörter der normalen Diskussionen

Das sagen die Diskutierenden - Folie via kirbybits.wordpress.com

Wolke der meistbenutzten Wörter der Trolle

Das sagen die Trolle - Folie via kirbybits.wordpress.com

Erstaunliche Unterschiede zeigten sich bei den Inhalten. Trollen ging es fast ausschließlich um rape – Vergewaltigung. Dazu noch ein paar hoffnungsvolle Drohungen (“I hope you get raped” – Ich hoffe, du wirst vergewaltigt) und erstaunlich oft das Wort fat – fett. In den weiteren Diskussionen ging es dagegen deutlich ausgewogener und näher am Thema zu. Stanton lässt die Kommentare unter den entsprechenden Beiträgen inzwischen allerdings nach zwei Wochen schließen. Am Ende seien es immer wieder die gleichen Argumente und das sei einfach ermüdend.

Wer sich von Beleidigungen, ekligen Angeboten und Todesdrohungen gegen Video- und Computerspieler_innen ein Bild machen will: Den alltäglichen Sexismus sammelt inzwischen das neue Blog Fat, Ugly or Slutty.


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