Einträge mit dem Tag ‘Black Feminism’


Menstruations-Sex, Frauen in den neuen Ländern und weibliche Fans – kurz notiert

9. September 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 120 von 153 der Serie Kurz notiert

Der Kinofilm “Circumstance” schildert das Leben zweier Lesben im Iran. Darüber, dass die Bilder im Film der Realität kaum standhalten, berichtet The Daily Beast.

Black Feminist Working Group veröffentlicht ihren 12-Punkte-Plan “What Sistas Want, What Sistas Believe“. Darunter fallen unter anderem eine Umverteilung von sozialen, ökonomischen und kulturellen Ressourcen, die Repräsentation ihrer Vielfältigkeit genauso wie die Umstrukturierung des Strafjustizsystems.

Die taz hat sich die neuen Sonderhefte für “Mollige” von Brigitte und Freundin angeschaut. Fazit wie bei allem, das es eigentlich abzuschaffen gilt: Sonder­repräsentations­flächen sind kein Zeichen von im-Mainstream-angekommen.

Soso: Räumliches Denkvermögen hängt nicht vom Geschlecht, sondern dem Grad der Bildung ab, schreibt Spiegel.Online.

Und noch mal Spiegel.Online: In Hamburg will ein Gründer­zentrum mehr Frauen zur Freiberuflichkeit verhelfen.

Mit einer (nicht ganz neuen) Slideshow klärt the society pages darüber auf, warum Biologie kein Grund dafür ist, dass es so wenig Frauen im Informatikbereich gibt.

Menstruations-Sex verteidigt feministe. Kann ich nur zustimmen: wirkt wunderbar entkrampfend und schön glitschend ist es auch.

Eine neue Studie will untersuchen, warum junge Frauen so selten Ingenieurs­studiengänge anstreben und was man dagegen tun könnte.

Mit einer ausführlichen Tour durch die Rock’n Roll Jahrzehnte stellt Rachel Rabbit White die Frage, ob Groupie Bashing nicht etwas zu voreilig ist und was dieser Lebens­stil mit Feminismus zu tun haben könnte.

Am 20. September 2011 wird das US-amerikanische Don’t Ask Don’t Tell (DADT) endgültig Geschichte sein. Womanist Musing erinnert daran, dass dieser Tag nicht alle LGBT-Soldat_innen gleichermaßen zum Feiern animiert: Für Trans*menschen bleibt DADT weiterhin intakt.

Nach dem Klick gibt es noch ein paar Termine… (weiterlesen …)


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Integrationsdebatten und Menstruationsmaschinen – Neues aus den Blogs

29. Januar 2011 von Nadine
Dieser Text ist Teil 93 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Auf Amelia, dem Blog der Autorinnenvereinigung e.V., fragt sich Manja Präkels “Was ist nur mit uns Weibern los?” und wundert sich über den schönen Schein, der sich allzu oft klebrig, süß und unhinterfragt über gesellschaftliche Verhältnisse legt.

Anne Roth stellt die Arbeiten von drei Frauen vor, die nicht nur grandiose Interventionen im öffentlichen Raum inszenieren, sondern mit ihren Installationen zugleich Überwachungsmechanismen und -techniken entlarven.

Pia Ziefle leistet ihren Beitrag zur Integrationsdebatte: “Nach Herrn S[arrazins] Theorie hätte ich mich im Kindergarten prügeln müssen (gut, das habe ich reichlich), in der Grundschule verhaltensauffällig sein (das gelang streckenweise) und letztlich als Koptuchmädchen frühverheiratet und mit abgebrochener neunter Klasse enden. Warum nur geschah das nicht?”

Steffi von “A Blog of one’s own” macht ihrem Ärger über Altherrenhumor, Chauvinismus und Objektivierung Luft.

Annina Schmid hat auf Girls Can Blog Stipendien und Summer Schools zusammengetragen, für die ihr euch bewerben könnt. Einige Call for Paper sind auch dabei.

Elke Brüns sinniert über den “Begriff der Arbeit als Zwangsregime gesellschaftlicher Integration“.

Die AG Queer Studies der Uni Hamburg hat eine neue Folge ihres Podcasts veröffentlicht. Dieses Mal spricht Cornelia Möser über die Erfindung des Gleichheits- und Differenzfeminismus.

Jule gibt auf ihrem Blog “Augenschmaus” einen sehr privaten Einblick in ihren Alltag als Gehörlose und stellt die Integrationsfrage anhand von Dis/Ability dezidiert an die hörende Mehrheitsgesellschaft.

Nachdem Medien tagelang versucht haben, alle Welt über Kristina Schröders Schwangerschaft zu informieren und der Mantel der Mystifizierung sich aufmachte, einmal mehr Frau und Mutter gleichzeitig zu wärmen, ist zum Glück wieder Ruhe eingekehrt. Grund genug für die Zahlenzauberin, nach all dem Trubel von ihren ersten Schwangerschaftsmonaten zu berichten. Wir wünschen weiterhin alles Gute und viel Gesundheit!

Kathrin Ganz stellt die Menstruationsmaschine vor!

Claudia Killian ärgert sich über eine Bank, die zwei Menschen mit einer Beeinträchtigung die Eröffnung eines Girokontos verweigerte mit der Begründung, diese würden mehr Aufwand verursachen als normale Kunden. Der letzte Nebensatz gehört Wort für Wort in Anführungszeichen und in die Beschwerdemail an die entsprechende Bank. Bitte weitersagen!

Für den nächsten “Kopf auf Tischplatte”-Moment sorgt das Urlaubsportal Expedia: Terror, Unterdrückung und Auswirkungen deutscher  Kolonialgeschichte in Afrika scheint der zuständigen Redaktion völlig abzugehen, berichtet Charlott von Afrika Wissen Schaft.

Im Blog des Missy Magazine macht sich Gastbloggerin Ann-Kathrin Gedanken zu Frauen im elektronischen Popbusiness und durchleuchtet die weibliche DJ-Kultur, sofern es sie überhaupt gibt.

Das Väter Blog kommentiert den ersten Gleichstellungsstellungsbericht des BMFSFJ (wir berichteten) und unterstützt die Sachverständigenkommission in ihrer Erkenntnis, dass eine lediglich an den Bedürfnissen von Frauen ausgerichtete Gleichstellungspolitik Männern die Veränderung alter Rollenmuster in Bezug auf Reproduktionsarbeit erschwere.

Die Fachschaftsinitiative Gender Studies der Humboldt-Universität Berlin hat einen Aufruf zur Unterstützung eines Filmprojekts über Audre Lorde gestartet. Es wird um Geldspenden gebeten, damit die Dokumentation über die Schwarze Schriftstellerin und Aktivistin abgeschlossen werden kann. Spread the word!


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Wer war… Sojourner Truth?

29. Mai 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 15 von 31 der Serie Wer war eigentlich …

Sojourner Truth, geborene Isabelle (Sklav_innen hatten oftmals keinen Nachnamen), wurde ca. 1797 in New York, USA, geboren und war eine der ersten Aktivist_innen, die sich gleichermaßen gegen die Sklaverei und für die Rechte von Frauen einsetzte. Sie war die Zweitjüngste von zehn bzw. zwölf Kindern (Angaben variieren). Ihr erstes Kind gebar Truth von einem Sklaven namens Robert. Diese Beziehung wurde beiden allerdings untersagt; so heiratete Truth als 14- oder 15-Jährige den Sklaven Thomas, mit dem sie noch weitere vier Kinder hatte.

Foto via Creative Commons: Skulptur in Battle Creek, Michigan http://www.flickr.com/photos/30940619@N05/2981829576/

Foto über Wikimedia Commons: Skulptur in Battle Creek, Michigan

Mit 29 Jahren floh Isabelle aus der Sklaverei und wurde samt ihres einzigen Sohnes von einem Quäker namens Isaac Van Wagenen freigekauft. Während die Töchter bei ihrem Vater blieben, arbeitete sie in New York als Hausangestellte - einer der wenigen Berufe, die freie Schwarze Frauen zu jener Zeit ausüben durften. 1843, mit 46 Jahren, wurde Isabelle Wanderpredigerin und nannte sich fortan Sojourner Truth. 1850 diktierte sie ihre Autobiographie The Narrative of Sojourner Truth. Während des Amerikanischen Bürgerkriegs (1861-1865) predigte Truth gegen rassistische Ungerechtigkeiten und half entflohenen Sklav_innen, Arbeit und Unterkunft zu erlangen.

In ihrer bekanntesten Rede Ain’t I a Woman? bei der Frauenrechtsversammlung in Akron (Ohio) erklärte sie heute vor 159 Jahren, am 29. Mai 1851:

„Ich konnte genau so viel arbeiten und genau so viel essen wie ein Mann … und die Peitsche genau so tapfer ertragen. Und bin ich denn keine Frau? Ich habe 13 Kinder geboren, und fast alle wurden in die Sklaverei verkauft, und als ich laut weinte in meinem mütterlichen Schmerz, hörte mich niemand außer Jesus! Und bin ich denn keine Frau?”

(Es gibt mehrere Versionen dieser Rede. Diese ist die meistzitierte, wiedergegeben von Frances Dana Barker Gage, einer der Mitorganisatorinnen der Frauenrechtsversammlung in Akron. Ungereimtheiten ergeben sich allerdings u.a. aus der Tatsache, dass Truth nur fünf Kinder hatte, nicht 13).

Mit ihrem berühmten Ausspruch And ain’t I a woman? („Und bin ich denn keine Frau?”) machte Truth darauf aufmerksam, dass der Begriff “Frau” und der Ruf nach “Frauenbefreiung” versklavte, Schwarze und arme Frauen kaum miteinbezog.

Ende der 1860er zog Truth in den US-Bundesstaat Michigan, war weiterhin als Predigerin in verschiedenen Bundesstaaten im Nordosten der USA unterwegs und traf sogar den damaligen Präsidenten Ulysses S. Grant im Weißen Haus.

Am 26. November 1883 verstarb Sojourner Truth mit ca. 85 Jahren.


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Wer war… May Ayim?

3. Mai 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 13 von 31 der Serie Wer war eigentlich …

May Ayim, eigentlich Sylvia Brigitte Gertrud Opitz, wurde am 3. Mai 1960 als Tochter einer Deutschen und eines Ghanaers Hamburg geboren. Sie lebte zunächst in einem Heim und wurde dann von einer Pflegefamilie in Nordrhein-Westfalen aufgenommen. Sie studierte Pädagogik und ließ sich in Berlin zur Logopädin ausbilden, war Dichterin, Schriftstellerin, Aktivistin in der anti-rassistischen und anti-sexistischen Bewegung in Deutschland und gilt als eine der Begründer_innen der kritischen Weißseinsforschung in Deutschland. Ihre Gedichte und Texte erzählen u.a. von ihren Kindheitserlebnissen als Schwarzes Mädchen und ihren Erfahrungen mit Alltagsrassismus und Sexismus in Deutschland.

Quelle: homestorydeutschland. blogspot.com/

Die 1984 im Rahmen ihres Studiums der Pädagogik verfasste Diplomarbeit gilt als eine der ersten Forschungsarbeiten, die sich intensiv mit der Geschichte von Afro-Deutschen befasst und zum Grundlagenwerk in Deutschland und auch den USA wurde. Ihre Arbeit wurde im Buch “Farbe bekennen – Afro-Deutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte” veröffentlicht.

Ayim war 1985 eine der Gründer_innen der inzwischen bundesweiten Initiative Schwarze Deutsche und Schwarze in Deutschland und 1989 des LiteraturFrauen e.V., ein Verein von und für Schriftstellerinnen in Berlin. Außerdem arbeitete sie jahrelang als Lehrbeauftragte, Sprachtherapeutin und Studienberaterin an verschiedenen Berliner Hochschulen. Ayim unternahm im Laufe ihres Lebens mehrere Reisen nach Ghana, in die USA, sprach auf verschiedenen Konferenzen u.a. in London oder in Toronto und hielt eine enge Freundschaft mit der Dichterin Audre Lorde. In dieser Zeit wählte sie den Namen ihres Vaters und nannte sich fortan May Ayim.

Kurz nach ihrer Diagnose der Multiple Sklerose wählte Ayim am 9. August 1996 den Freitod. May Ayim wäre heute 50 Jahre alt geworden.

Im Februar 2010 wurde das bis dato nach dem brandenburgischen Kolonialherren Otto Friedrich von der Gröben benannte Gröbenufer im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg in May-Ayim-Ufer umbenannt.

May Ayim: “exotik” (1985)

nachdem sie mich erst anschwärzten
zogen sie mich dann durch den kakao
um mir schließlich weiß machen zu wollen
es sei vollkommen unangebracht
- schwarz zu sehen

(“Blues in Schwarz Weiss”, Orlanda Frauenverlag)

Weiterführende Lesetipps:


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Wer war… Audre Lorde?

18. Februar 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 7 von 31 der Serie Wer war eigentlich …

Audre Geraldine Lorde wurde heute vor 76 Jahren am 18. Februar 1934 in Harlem, New York City, geboren und verstarb am 17. November 1992 an Krebs. Die US-amerikanische Schriftstellerin, Dichterin und Aktivistin bezeichnete sich selbst als “black lesbian feminist mother poet warrior (schwarz, lesbisch, feministisch, Mutter, Dichterin, Kriegerin).

Quelle: womanizerblog.com

Quelle: womanizerblog.com

Lorde veröffentlichte über 20 Bücher mit Gedichten und Prosa. Eines ihrer bekanntesten Bücher ist Sisters Outsiders, welches sich mittels Essays und Reden mit den Interdependenzen von Geschlecht, race und Klasse beschäftigt. In diesem Buch findet man auch ihren berühmten Ausspruch

The Master’s Tools Will Never Dismantle the Master’s House”

(zu deutsch: “Die Werkzeuge des Herrn werden niemals das Haus des Herrn niederreißen”), welches vielseitig interpretiert werden kann. Die gängigste Interpretation dieses Zitats lautet, dass Praktiken und Strategien, die kritiklos in patriarchale/rassistische Institutionen eingebettet sind, niemals zur so genannten Frauenbefreiung und/oder Befreiung von people of color beitragen können.

Lorde betonte Zeit ihres Lebens, dass die Verbindung von feministischen und anti-rassistischen Kämpfen von größter Notwendigkeit sei und inspirierte auch die afrodeutsche Frauenbewegung mittels Workshops und Seminaren, die sie in den 1980ern in Berlin hielt.

“I am a Black Feminist. I mean I recognize that my power as well as my primary oppressions come as a result of my blackness as well as my womaness, and therefore my struggles on both of these fronts are inseparable.”

(Zu deutsch: “Ich bin eine schwarze Feministin. Ich verstehe, dass meine Macht und meine primären Unterdrückungserfahrungen die Konsequenzen meiner Hautfarbe sowie meines Geschlechts sind und meine Kämpfe an beiden dieser Fronten untrennbar voneinander sind.”)


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