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Passt besser auf euch auf

24. Januar 2011 von Silviu

Kurz vor Silvester hat Bill Patrick in seinem profeministischen Blog 15 Neujahrsvorsätze für (hetero) Männer vorgeschlagen. Die Liste ist ziemlich lang und könnte meiner Meinung nach besser strukturiert werden. Sie umfasst sowohl sehr konkrete Punkte („Richtig Wäsche waschen!“), als auch wichtigere, aber eher vage definierte Aufgaben („Die eigene Homophobie bekämpfen!“). Der Autor meint (zu Recht), dass sich viele seiner Vorschläge genauso gut für nicht-heterosexuelle Männer eignen.

Wie es mit den guten Vorsätzen so läuft, wissen wir alle aus eigener Erfahrung. Also, keine Illusionen. Ein paar Punkte aus Bills Liste sind aber eine Diskussion wert, gerade weil der gut gemeinte Optimismus der Feiertage jetzt vorbei ist. Warum gibt es immer noch so viele Männer, die sich mit den elementaren Aufgaben des Haushalts und des sozialen Lebens einfach überfordert fühlen? Die offensichtliche Antwort (dass diese Aufgaben traditionell den Frauen aufgezwungen wurden und vielerorts immer noch werden) hilft nur teilweise. Denn das Ungeschicklichkeits- und Abneigungsgefühl scheint oft anzudauern, obwohl die heutige Realität – zumindest in westlichen Großstädten – völlig anders aussieht.

Viele Männer (auch heterosexuelle) leben heute nicht mehr in den traditionellen Beziehungen ihrer Großväter, in denen die Frauen immer Sorge trugen oder tragen mussten. Viele leben – länger als ihre Eltern – in keiner Beziehung, oder eben zusammen mit anderen Menschen, die einfach keine Lust haben, jeden Tag ihre Partner zu verhätscheln. Trotzdem treffen wir immer wieder (auch unter den „neuen“ Männern) Exemplare der alten, überforderten Spezies, die kaum in der Lage sind, den Privatalltag effizient und (ja, bitte!) auch schön und angenehm zu organisieren.

Sicher gab es in den letzten 40 Jahren große Fortschritte. Sicher spielt falsche Erziehung eine echt fiese Rolle, denn sie hinterlässt tiefe Spuren und schafft die absurde Hoffnung, dass man(n) irgendwann doch eine Person finden wird, die sich um alles kümmert. Doch während diese Hoffnung im öffentlichen Leben spätestens mit der ersten Schulprüfung aufgegeben wird, bleiben die Strukturen des Privatlebens derart unterthematisiert und werden so unkritisch angenommen, dass realitätsferne Vorstellungen und erstaunliche Unfähigkeiten hartnäckig andauern. Zur Last vieler unserer Beziehungen.


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