Einträge mit dem Tag ‘Betreuungsgeld’


Backlash Blues? Der Jahresrückblick mit der Mädchenmannschaft

17. Dezember 2012 von der Mädchenmannschaft

Am 9. Dezember hat sich ein Teil der Mädchenmannschaft – nämlich accalmie, Charlott, Magda, Nadine und Sabine – zusammengefunden, und wir haben gemeinsam auf das Jahr 2012 zurückgeblickt. Bei Tee und Muffins sprechen wir über Aktionen aus dem Jahr 2012, die uns gefallen haben, stellen fest, dass sich das vergangene Jahr auf jeden Fall sehr nach Backlash anfühlte – und erklären warum.

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Nach dem Klick findet ihr unsere Themenübersicht mit Links und Inhaltswarnungen für bestimmte Themen. Falls wir beim Reden noch weitere Links versprochen haben und diese hier nicht zu finden sind, macht uns doch bitte einfach in den Kommentaren darauf aufmerksam.

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Wurzelbehandlung und Menstruation – Die Blogschau

1. Dezember 2012 von Charlott
Dieser Text ist Teil 184 von 204 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Auf consume. be silent. die. schreibt Dani über Menstruation, Tabus und Frust. Wir freuen uns schon sehr auf den versprochenen zweiten Teil!

Passend, um beim Thema zu bleiben: Auf High on Clichés gibt es Tipps für alle Menschen, die unter Menstruationsschmerzen leiden. Und in den Kommentaren wird noch viel ergänzt.

Auf anders deutsch wird gezeigt, wie eine Pressemitteilung missverständlich wird, wenn Männer als Standard gesehen werden.

Feministisch erziehen ist schwierig. Auf Zehenspitzen schreibt darüber, wie es ist “inkonsequent konsequent ” zu sein.

[Inhalts-Warnung: sexualisierte Gewalt] Merle hat eine Frau getroffen, die sexualisierte Gewalt erlebt hat. Sie lässt sie auf ihrem Blog zu Wort kommen.

Speakerinnen 2.0 ist der (Arbeits)Titel für eine neue angedachte Plattform, wo demnächst die Arbeit losgehen soll. Mitstreiter_innen noch sehr erwünscht. Was es mit der Plattform genau auf sich hat und über das geplante Treffen in der nächste Woche blogt annalist.

Auf denkwerkstatt wird das neue Buch “Gewalt und Handlungsmacht. Queer_Feministische Perspektiven” besprochen.

Vom 19.-25. November fand die #InWoche statt. Eine kleine Nachlese gibt es auf dem Blog der Aktion.

Was bedeutet eigentlich radikal? Auf Gedankensalat… gibt es dazu einige Ideen und die Schlussfolgerung: Radikales Denken ist wie eine Wurzelbehandlung.

Meike von Mutterseelenallein sucht anwaltliche Unterstützung für eine Sammelklage für die Schaffung von Kita-Plätzen, denn ihre Analyse: Dass das Betreuungsgeld gleichzeitig kommt mit dem eigentlichen Recht auf Betreuung ist kein Zufall. So werden wohl Eltern, die trotz des rechts keinen Kitaplatz bekommen lieber das Trostpflaster beantragen anstatt zu klagen.

Ninia LaGrande nimmt an der Aktion “Wer braucht Feminismus?” teil und veröffentlicht einige Fotos auf ihrem Blog.

Kristin und Julia von hollaback! Berlin sprechen in einem Video für “One Billion Rising” über Gewalt gegen Frauen.

Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Ab an den Herd oder kocht ihr schon?

9. November 2012 von Sabine

So jetzt ist es beschlossen, die Herdprämie ist da*. Ab dem 1. August 2013 soll das Betreuungsgeld an Eltern bezahlt werden, die ihre Kinder zwischen dem 13. und 36. Lebensmonat nicht in staatliche Kitas geben, sondern zu Hause betreuen oder privat betreuen lassen von Oma, Opa, Au-Pair, Verwandte oder sonst wem.

Die FDP wollte zuerst nicht so recht, weil ihr das Betreuungsgeld nicht zeitgemäß erschien, auch innerhalb der CDU konnten einige mit der Herdprämie nichts anfangen. Mal abgesehen von der Opposition, und vor allem der Mehrheit der deutschen Bevölkerung, die gegen die Einführung des Betreuungsgelds ist. Aber dann gab es wieder einen dieser berüchtigten Deals innerhalb der Koalition: „Du gibst Herd, ich geb’ dir 10-Euro-Kassen-Erlass.“ Und da lässt sich die bedeutungslose FDP nicht lumpen. Hauptsache Mövenpick und segnet ab. Kristina (CDU) und Horst (CSU) müssen gestrahlt haben, waren sie doch die größten Befürworter des antifeministischen Projekts.

Bei der Einführung der Prämie gibt es für die Zweijährigen in Muttis Obhut zuerst 100 Euro und ab 2014 gibt es für Kinder im dritten Lebensjahr 150 Euro Taschengeld. Das Geld ist ein lächerlicher Betrag, und deckt vielleicht das Windelgeld und ein, zwei Dosen Babybrei ab. Kristina Schröder nennt das Wahlfreiheit, dabei ist es eine rechts-konservative Ideologie, die heute verabschiedet wurde. 100 oder 150 Euro monatlich sind keine Alternative zu einer Arbeitsstelle, der Abhängigkeit vom erwerbstätigen Elternteil (meist dem Partner), der erschwerten Rückkehr in die Arbeitswelt und einer Zementierung von Geschlechterrollen. Der Spagat zwischen Kinder und Erwerbstätigkeit, der oftmals von Frauen* thematisiert wird, wird hiermit ganz einfach gelöst.

Durch das Betreuungsgeld werden Anreize gesetzt zu Hause zu bleiben, sich um Kinder, Küche und Partner zu kümmern. Es sind Anreize für eine Hetero-Kleinfamilie: Frau, Mann, 2 Kinder. Kein Spagat, kein gar nichts. Es ist sozusagen das Dessert des heterosexuellen Ehegattensplittings, wo es von steuerlichem Vorteil ist, wenn der Mann mehr verdient als die Frau. Und Hartz-IV Empfänger_innen gehen de facto leer aus, wieder mal. Zwar soll ihnen das Betreuungsgeld ausgezahlt werden, doch soll die Leistung in vollem Umfang auf das Arbeitslosengeld II angerechnet werden. Queer_Feministische Alternativen? Forget it!

Und weil Kleinvieh auch Mist macht, kommt da ein Betrag von satten 1,2 Milliarden Euro zusammen. 1,2 Milliarden Euro, die auch in den Ausbau von den staatlichen Kitas hätte investiert werden können. Da gibt es nämlich Baustellen, die haben auch eine Hausnummer: 220.000. So viele Kita-Plätze fehlen nämlich. Vielleicht ist es ja auch das Beiwerk, denn wenn es sowieso keine Plätze gibt, warum nicht zu Hause bleiben und kochen? Ich koche zumindest. Und ihr, wie wollt ihr leben?

*Abstimmung: 310 Abgeordnete dafür, 282 dagegen, 2 Stimmenthaltungen.


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Zur Einstimmung auf den Sommer: Politik statt Bikinis

15. Juni 2012 von Helga

Allerorten weisen „so kommen Sie zur Strandfigur“ und „die 132 knappsten Bikinis“ bereits auf den Sommer hin. Vielleicht liegt es am wenig sommerlichen Wetter – aber von Frauenzeitschriften einmal abgesehen, scheint Frauenpolitik vor der Sommerpause das heißeste Thema dieses Jahr zu sein.

Wenig geschickt stellte sich da die Koalition von Angela Merkel an, die vor besagter Sommer­pause „noch schnell“ und möglichst unbemerkt das Betreuungsgeld durchdrücken wollte. Nach dem zahlreichen Protest im Internet (Nein zum Be­treuungs­geld!), hat die Opposition die Situation grundlegend gedreht. Sie nutzte die Freitagsleere auf den Rängen von CDU und FDP und ließ die Be­schluss­un­fähig­keit des Bundes­tages feststellen. Klar: Ein parlamentarischer Trick. Daraus einen „Anschlag auf den Parlamentarismus“ zu zimmern, wie es der Parlamentarische Ge­schäfts­führer der FDP, Jörg van Essen, tat ist allerdings verfehlt.

Viel fragwürdiger ist die geplante Einführung des Betreuungs­geldes selbst. Seit November hat sich die Ablehnung in der Bevölkerung von 53 auf 71 Prozent ge­steigert. Anhänger_innen aller Parteien sind dagegen und auch im Parlament zeichnete sich zumindest heute keine Mehrheit ab. Auch die Vorwürfe von CDU-General­sekretär Hermann Gröhe, die Opposition hätte den Austausch im Parlament suchen sollen, sind Irrlichter. So berichtete der Tagesspiegel, dass eben jene Opposition erst am Mittwoch gefordert hatte, mehr Zeit für die Vorbereitung der Debatte zu bekommen. Erst fundierte Diskussionen verhindern und dann einfordern – na besten Dank Herr Gröhe.

Dass die „Schuld“ am Scheitern nun wirklich nicht alleine bei SPD, Grünen und der Linken zu finden ist, zeigt nicht zuletzt, dass auch Familien- und Frauenministerin Kristina Schröder nicht anwesend war!


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Ein lautes Nein zum Betreuungsgeld – Jetzt unterschreiben!

6. Juni 2012 von Maria
Dieser Text ist Teil 6 von 14 der Serie Feminismus im Recht

Das Betreuungsgeld für Eltern, die keine öffent­lichen Kinder­tages­betreuungs­angebote nutzen, soll ab 2013 kommen. Heute ist der Gesetz­entwurf von Kristina Schröder Thema im Regierungs­kabinett, die Ver­abschiedung im Bundes­tag soll sogar noch vor der Sommer­pause erfolgen. Dieses hoch­umstrittene Projekt soll nun also schnell und möglichst lautlos ab­geschlossen werden.

Die Mädchenmannschaft hat mit neinzumbetreuungsgeld.de einen über­parteilichen und von verschiedenen Organisationen unter­stützten Aufruf unter­schrieben, der den Abgeordneten der Regierungs­koalition ein lautes Nein zum Betreuungsgeld zuruft. Wir wollen das Geld lieber in gute öffentliche Kinder­tages­betreuungs­angebote investiert sehen.

Der Rechtsanspruch auf einen Betreuungs­platz ab dem 1. Geburtstag, der ab Oktober 2013 gilt, kann nach momentanem Stand nicht für jedes Kind, das einen Platz braucht, ein­gelöst werden. Statt­dessen sieht der Gesetz­entwurf von Kristina Schröder bereits ab Januar 2013 die Zahlung von 100 Euro vor, wenn Eltern keinen Krippen­platz und keine vom Jugendamt bezahlte Tages­pflege in Anspruch nehmen. Ein klares familien­politisches Ver­sagen und keineswegs ein Beitrag zu mehr Wahl­freiheit, als der es gern ver­kauft wird. Eine familien­politische Not­wendigkeit für das Betreuungs­geld besteht also nicht. Familien im „Hartz IV“ Bezug wird das Betreuungs­geld keine finanzielle Anerkennung ihrer Betreuungs­leistung bringen, jedenfalls keine spürbare im Portemonnaie, denn das Betreuungs­geld wird in voller Höhe als Einkommen angerechnet.

Das Betreuungsgeld will niemand – außer der CSU. Auch viele Abgeordnete aus CDU und FDP, zum Beispiel die Gruppe der Frauen in der CDU, haben in der Vergangen­heit ebenfalls laut Kritik am Betreuungs­geld geäußert. Vielleicht kann öffentlicher Druck einige davon über­zeugen, das Betreuungs­geld nicht einfach zu schlucken oder durch­zuwinken.


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Hauptsache Anti Anti – die Blogschau

5. Mai 2012 von Verena
Dieser Text ist Teil 158 von 204 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Eine Nachlese zur Verschenkaktion ihres Buches hält Cronenburg und stellt fest, dass die Diskussion um Urheberrechte in dem Zusammenhang lebhaft, aber sachlich geführt wurde.

Babykram und Kinderkacke kotzt sich übers Betreuungsgeld aus. Nicht zum ersten Mal, aber manchmal hält die Übelkeit eben an. Und Achtung: Satire!

Das feministische Magazin an.schläge berichtet im Mai unter anderem über Intersexualität, Playboy-Fantasien und Louise Bourgeois.

Auf ryuus hort findet ihr einen Beitrag zu Femininität und Bisexualität in der Gothic-Szene.

Bei CDU-Watch hat mensch wahrscheinlich täglich etwas zu Lachen. Zuletzt über die Aussage des CDU-Stadtrates in Plauen, Dieter Blechschmidt, Schwule und Lesben könnten nichts für ihre Krankheit.

Kai ist jetzt auch mit dabei zählt seine ihre persönlichen Höhepunkte des Films “Miss Representation” auf, der die misogynistische Darstellung von Frauen in Medien thematisiert und welche Konsequenzen dies für die Gesellschaft hat.

Afrika Wissenschaft ärgert sich über das hashtag “firstworldproblems” und klärt über den”first world”-Begriff auf.

Mitgemacht werden kann auch beim Kreativwettbewerb von Terre de Femmes. Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahre sind aufgerufen, mit der eigenen kreativen Superheldin gegen Zwangsheirat aktiv zu werden. Einsendeschluss ist der 30. Juni.

Ein Klick auf das Blog Ich hab nicht angezeigt lohnt sich. Hier geht es um von sexualisierter Gewalt Betroffene, die keine Anzeige erstattet haben.

Back to the Basics: Grundsätzliche Gedanken zum Feminismus macht sich Johannas Blog.

Pin Up Kunst für Queers gibt es bei off the rocket.

Andreas Kemper verlinkt zum pdf einer Analyse von Anfang des Jahres, die den Androzentrismus bei Wikipedia dokumentiert.

andersdeutsch ist irritiert, dass die Deutsche Welle über die “Best Social Activism Campaign” als Antwort auf die Verhaftung der syrischen Bloggerin Razan Ghazzawi im Dezember 2011 berichtet, ohne zu erwähnen, dass Ghazzawi erneut inhaftiert wurde.

Am 6. Mai ist Internationaler Anti-Diät Tag. Bereits Ende April traf sich die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung zur Tagung. ARGE Dicke Weiber berichtet.

Infos zum Internationalen Anti-Diät Tag findet ihr auch unter unseren Terminen: (weiterlesen …)


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Betreuungsgeld nur für die “Guten”

25. April 2012 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 45 von 53 der Serie Meine Meinung

Warum das sogenannte Betreuungsgeld nur aus einer sehr bestimmten Perspektive ein gutes Konzept ist, sollte inzwischen klar sein. Und es wird immer klarer. Heute morgen, als das Kind und ich gerade dabei waren, uns mehr oder weniger fröhlich und freiwillig (danke, emanzipiert sind wir nämlich selber, meine Familie und ich!)  für Fremdbetreuung und Erwerbsarbeit fertig zu machen, hörte ich es im Radio: Die Regierungskoalition hat sich auf einen “Kompromiss” geeinigt, was die Auszahlung des geplanten Betreuungsgeldes angeht. Und die Lösung ist total super und  einleuchtend, wenn auch kein Stück überraschend, passt auf.  Nämlich, Bezieher_innen von Alg II (“Hartz IV”) sollen das Geld zwar ausgezahlt kriegen. Wow! Es soll dann jedoch mit dem monatlichen Regelsatz verrechnet, sprich: davon abgezogen werden. Was also bedeutet, das Arbeitsministerium spart sich was ein, aber diese Familien können damit faktisch überhaupt nichts anfangen.

Sollen sie aber auch nicht. Denn wie wir ja wissen:  Menschen, die ihren Lebensunterhalt nicht komplett mittels eigener Erwerbstätigkeit erwirtschaften (oder halt nicht irgendwie von selber ganz viel Geld haben, geerbt oder so, was ja auch eine enorme Leistung ist, und Leistung muss sich bekanntermaßen lohnen, ist schließlich zugunsten der Gesellschaft), machen das auch nicht so gut mit ihren Kindern. Also, das sind halt prekäre Familien, die sind bildungsfern und können oft auch nicht ordentlich Deutsch und so, und da ist es auf jeden Fall besser, wenn man die nicht auch noch durch NOCH MEHR Geld dazu ermutigt, ihre Kinder rund um die Uhr selbst zu betreuen. (weiterlesen …)


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Betreuungsgeld – Wer hat, dem wird gegeben

11. November 2011 von Maria
Dieser Text ist Teil 1 von 14 der Serie Feminismus im Recht

Am Wochenende hat die Koalition aus CDU/CSU und FDP auf Drängen der CSU die Einführung eines Betreuungsgeldes ab 2013 beschlossen (Quelle). Gestern war dazu im Bundestag eine aktuelle Stunde, während derer ich live bei Twitter kommentiert habe. Meine Beobachtungen dieser aktuellen Stunde will ich hier auf über 140 Zeichen festhalten.

Der Preis für den ehrlichsten Satz in der Debatte geht an Dorothee Bär (CSU), die gesagt hat „Bei uns in Bayern, da ist die Welt in Ordnung und das wollen wir überall so haben.“ Fremdschämen war für mich angesagt, als Kristina Schröder erklärt hat, was es mit der Förderung von Zweijährigen so auf sich hat:

„…wir reden hier über zweijährige Kinder und nicht über Homeschooling für Gymnasiasten. Worüber reden wir hier? Wir reden über die ersten Worte, über die ersten Sätze. Wir reden darüber, dass sie ihnen beibringen, wie man sich die Zähne putzt, und dass sie ihnen sagen, dass man mit Messer, Gabel, Schere und Licht vorsichtig sein muss. Die Opposition meint, die Eltern in Deutschland könnten das nicht oder eine Institution könne das besser?“

Ohne jetzt frühkindliche Bildung studiert zu haben, behaupte ich einfach mal, dass man mit Zweijährigen auch noch andere Sachen veranstalten kann und das gerade auch die Interaktion mit anderen Kindern förderlich für die Entwicklung ist. Man kann natürlich auch behaupten, für die Förderung von Zweijährigen bräuchte man keine besonderen Kenntnisse und nur die Mutterliebe, wenn es denn besser ins Weltbild passt. Dann schließt sich auch wieder der Kreis zu Dorothee Bär, die vor den Gefahren von „Bindungsstörungen“ gewarnt hat. „Mütter sollen sich nicht dafür entschuldigen, wenn sie ihr Kind zuhause betreuen“, sagte Frau Bär ganz zum Anfang ihrer Rede – aber offenbar sollen sie schon mit ordentlich schlechtem Gewissen zur Arbeit gehen.
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Wie geht es weiter mit dem Betreuungsgeld?

11. Juli 2011 von Helga

In der Blogschau vom Wochenende haben wir bereits auf den Artikel von Maria Wersig auf rechtundgeschlecht hingewiesen, der das Konzept des Betreuungsgelds vorstellte, wie auch die Kritik daran.

Der Bundestagsausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend führte am 4.7.2011 eine Anhörung zum Thema „Betreuungsgeld“ durch. Die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD hatte mit der Einführung des Rechtsanspruchs auf einen Kinderbetreuungsplatz mit Vollendung des 1. Lebensjahres ab Oktober 2013 auch die Einführung eines Betreuungsgeldes im Jahr 2013 (!) gesetzlich angekündigt. SPD und Bündnis 90/Die Grünen forderten nun den Verzicht auf die Einführung dieses Betreuungsgeldes (für das aber ein konkreter Gesetzentwurf der Bundesregierung noch nicht vorliegt).

Im Rheinsalon gibt es von Katharina Örder nun noch einen ausführlichen Beitrag, der sich mit der vermeintlichen Wahlfreiheit auseinandersetzt. Tatsächlich werden vor allem wieder einmal die Mütter zu Hause bleiben und das Betreuungsgeld in Anspruch nehmen.

Das Betreuungsgeld soll die Attraktivität der privaten Fürsorge- und Pflegearbeit erhöhen und diese Leistungen wertschätzen und würdigen. Dabei ist dies keine wirkliche Bezahlung der Arbeit, denn diese wird weder geregelt noch gemessen. Diese vermeintliche Aufwertung der privaten Betreuungsarbeit durch ein „Taschengeld“ von 150 Euro monatlich für einen „Arbeitstag“ von nicht selten 20 Stunden käme also eher einer Abwertung der geleisteten Arbeit nahe.

Addiert man hinzu, dass die Verdienst- und Aufstiegschancen nach einer beruflichen Auszeit stark gemindert sind, ergeben sich für Mütter weiter finanzielle Nachteile. Diese wirken sich schließlich auch auf ihre Versorgung im Alter aus und wer sich scheiden lässt steht mit dem neuen Unterhaltsrecht noch schneller schlechter da als berufstätige Frauen.

Außerdem führt Örder an, dass der Staat „Elternarbeit“ durch Ehegattensplitting und Familienversicherungen bereits unterstützt. Diese Vorteile gelten allerdings unabhängig von Elternschaft. Um Kindererziehung wirklich zu würdigen und Mütter nicht in finanzielle Abhängigkeit zu drängen, ist das Betreuungsgeld jedenfalls die falsche Maßnahme.


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Nicht nur für Mütter und Richard Dawkins – unsere Blogschau

9. Juli 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 118 von 204 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Der Tag war warm und gleich gibt’s weiter Fußball – die Blogschau haben wir aber nicht vergessen! Diesmal geht es los mit weniger schönen Themen:

Mutterseelenalleinerziehend berichtet aus dem Spannungsfeld zwischen Arbeit (finden) und Alleinerziehendendasein. Trotz diverser Jobs konnte sie sich nie aus Hartz IV befreien und fragt sich, ob es dann nicht sinnvoller wäre, sich auf die Kinder zu konzentrieren.

Dabei ist die Auseinandersetzung mit den Ämtern für Hartz IV-Empfängerinnen durchaus eine Vollzeitbeschäftigung. Im Büro für besondere Maßnahmen erzählte mojour vom sich jährlich (oder öfter) wiederholenden Kampf um eine angemessene Wohnung: Für den Staat teuer, für ihre Gesundheit gefährlich.

Zurück zur Kinderbetreuung: rechtundgeschlecht setzt sich kritisch mit dem geplanten Betreuungsgeld auseinander.

Für Mütter, die diskret undiskret stillen wollen, haben die fuckermothers die passenden Accessoires gefunden.

Als letzten Mütterblogbeitrag noch die vier gut gemeinten Ratschläge, die glücklichscheitern nie wieder hören möchte!

Noch gar nicht so richtig in der deutschen Blogosphäre angekommen, ist der „Fauxpas“ von Richard Dawkins. Auf den Rant einer Bloggerin (siehe Video), die bei einer atheistischen Konferenz belästigt wurde, entgegnete er selten dumm: Frauen sollten sich über Sexismus nicht beschweren, solange sie nicht genital verstümmelt werden. Diax’s Rake hat die ganze Geschichte aufgeschrieben.

Furchtbar beliebt sind dieser Tage ja auch wieder Verschwörungstheorien. Wie Feminist_innen die Welt ruinieren, hat Khaos.Kind im Missy-Gastblog beschrieben.

Und weil heute die Viertelfinalespiele anstehen noch ein Hinweis von Das Ende des Sex: Fußballspielerinnen stehen nach Fouls schneller wieder auf als ihre Kollegen.

Schließlich noch ein Termin für alle, die nicht zum Public Viewing gehen:
In Berlin spielen heute im Kastanienkeller jede Menge grrrl bands!

Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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