Einträge mit dem Tag ‘Beth Ditto’


Samstagabendbeat mit Gossip…

13. November 2010 von Magda

… weil wir oft vergessen, dass Beth Ditto nicht ”die dicke Frau” ist, sondern eine arsch-kickende Musikerin.

Danke an Nadia für den Link-Tipp!


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Feministische Ikonen der letzten Dekade

6. Januar 2010 von Magda

In der Serie “Icons of the Decade” des guardian.co.uk krönte Naomi Wolf, Politikberaterin und Autorin von The Beauty Mythihre feministische Ikone des letzten Jahrzehnts. Und diese ist nicht etwa Susan Sontag. Oder Beth Ditto. Oder Ellen Degeneres, die gerade von PETA zur Frau des Jahres gekürt wurde. (Diese Liste darf beliebig erweitert werden.)

Wolf wählt die Hauptfigur von Sex and the City, Carrie Bradshaw, die sie als “erste popkulturelle Philosophin” beschreibt, deren sexuelle Freizügigkeit und ihre Fähigkeit, offen über ihre Wünsche und Sehnsüchte zu sprechen eine “Revolution” darstelle.

Die Hauptdarstellerinnen von Sex and the City

Feministische Ikonen? (Quelle: sarahjparker.com)

Ähm, gut.

Das offene und schonungslose Ausleben der eigenen Sexualität in allen Ehren, aber ist eine Sex in the City Darstellerin, die sich in ihrer Freizeit primär mit Shopping und der Suche nach dem Richtigen beschäftigt, wirklich das beispielhafteste, was der Feminismus – ob politisch, popkulturell und/oder theoretischer Natur – hervorgebracht hat?

Nichts gegen Mode, Romantik oder eine gute Lästerei. Die Darstellerinnen von Sex and the City haben sicherlich mit dem Vorurteil der passiven Mauerblümchen aufgeräumt und gezeigt, dass auch Frauen sexuell freizügig und manchmal schonungslos und gemein sein können. Aber bevor mir die Damen dieser Serie in den Sinn kommen, fallen mir locker zehn andere Namen ein.

Eine interessantere Liste von popkulturellen feministische Ikonen gefällig? Dann checkt mal die Decade in Feminist Pop Culture vom Bitch Magazine aus.


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Beth Ditto über Mut und Mode

9. November 2009 von Magda
thetotam.com

thetotam.com

Auf style.com hat Beth Ditto von The Gossip ein wunderbares Interview gegeben. Beth, die sich selbst als “fat feminist lesbian from Arkansas” beschreibt, spricht über Mode und wie wichtig es sei, sich darin wohlzufühlen. Sie plädiert dafür, den Mut zu haben, modische Regeln zu brechen und häufig einfach mal auf Konvention zu pfeifen – Queerstreifen und breite Muster machen dick? Whatever!

Sie beschreibt außerdem ihre High School Zeit, in der sie mit wenig Geld ausgestattet war und sich eher unauffällig als Butch kleidete, was in Arkansas durchaus Prügel nach sich ziehen konnte. Als Beth 18 Jahre wurde, fing sie an, sich gegen die in ihrer Kinder- und Jugendzeit verinnerlichten Regeln zu wehren und wählte von nun an mit Vorliebe bunte und auffällige Kleidung.


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Da lachen ja die Affen: Notizen, heute mit Frank-Walter, Crazy Sarah und Lily Allen

12. Juli 2009 von Meredith
Dieser Text ist Teil 36 von 138 der Serie Kurz notiert

Die Weltwoche hat diese Woche eine Fingerübung in engstirnigem Sexismus veröffentlicht. In der Schweiz hat die Leiterin eines Unternehmens die Frechheit besessen, auf ihre Babypause zu bestehen. Und das in der Wirtschaftskrise, wo Wirtschaft das wichtigste der Welt ist! Empört sich Roger Köppel und fragt sich ganz ernsthaft: Darf eine Chefin in der Wirtschaftskrise einfach schwanger werden? Und begründet sein ausdrückliches NEIN damit, dass ein Firmenchef ja sicher auch nicht einen zweimonatigen Liebesurlaub nach Venedig machen dürfte.  So zum Beispiel. Außerdem, und das ist wirklich mein absoluter Lieblingssatz in diesem Bouquet blumigster Metaphern: “Am Ende ist Wirtschaft wie Krieg: Armeen brauchen gute Generäle, die vor allem im Ernstfall verfügbar bleiben müssen.”

Da fragt man sich WTF? Gratuliere zu dem Wirtschaftsverständnis und viel Spaß damit, als männlicher Verantwortungsträger diese Sache zu einem glücklichen Ende zu führen. Immerhin, in Zukunft haben wir für jedes Mal, wenn einer Frauen als unlogisches Geschlecht bezeichnet, ein Textdokument als schlagenden Gegenbeweis.

SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier macht sich auch Gedanken darüber, Frauen Veranwortung zu geben und hat versprochen, sein Kabinett zu 50 Prozent mit Frauen zu besetzen. Entschuldigung, wenn mich das nach der bisherigen Priorität, die der SPD-Vorstand Frauenpolitik eingeräumt hat, nicht unbedingt überzeugt. Laut Emnid käme die SPD aktuell auf 24 Prozent; ich sag auch immer, dass ich 100 Prozent weniger rauche, wenn ich gerade eh kein Bier trinken werde.

Bei bitchbuzz gibt es eine Linkliste mit den flickr-Seitem vieler junger Fotografinnen. Die Autorin des Textes findet diese Frauen besonders talentiert, ich finde, ihre Bilder sehen sich alle recht ähnlich. Alles Klamotten, Glanzeffekte, Hipsterposen. Können wir die Indie-Ästhetik nicht langsam mal ein bisschen revolutionieren?

Die berüchtigte Don’t ask don’t tell-Politik, die im US-Militär gegenüber Homosexuellen betrieben wird, gerät zunehmend in die Kritik. Aktueller Auslöser ist der Mord an einem jungen Marine, der für seine sexuelle Orientierung von seinen Kameraden wohl schon lange belästigt wurde.  Er hatte es nicht gewagt, sich bei seinem Vorgesetzten über  Drohungen und Angriffe seiner Kameraden zu beschweren. Vergangene Woche wurde die halbverbrannte, mit Schusswunden durchsiebte Leiche des 29-jährigen August Provost an einem Wachposten aufgefunden.DADT bedeutet, kurz gesagt, dass Soldatinnen und Soldaten sich zu ihrer sexuellen Orientierung nicht äußern dürfen. Wer sich offen als schwul oder lesbisch bekennt, wird entlassen. Mit dieser Politik wird dafür gesorgt, dass zwar einerseits Schwule und Lesben stillschweigend geduldet werden, sie aber andererseits trotzdem keinen Schutz vor Diskriminierung erhalten. Obwohl Barack Obama die DADT-Policy kritisiert hat, ist von seiner Regierung bisher nichts für eine Reform getan.  Und nachdem das US-Militär eine Bastion der chauvinistischen Brutalität ist – was auch die immer wieder erschreckende Vergewaltigungsrate zeigt – wird es wohl noch sehr lange dauern, bis sich überhaupt etwas tut.

Übergewichtige Kinder leiden schon früh an negativer Selbstwahrnehmung, sind oft einsam und haben mehr Angst als normalgewichtige Kinder. Eine neue Studie zeigt, dass das eigene Gewicht für Kinder schon viel früher als angenommen zum Problem wird. Die Forschungsgruppe zeigte sich überrascht, dass  auch kleine Jungen an ihrem Gewicht stark leiden. Trotzdem zeigen vor allem kleine Mädchen, die dick sind oder einen Hang zum Übergewicht haben, Verhaltensauffälligkeiten. Die Forscher führen dies vor allem auf das gesellschaftliche Stigma, mit dem die Kinder schon früh konfrontiert bzw. belegt werden, zurück.

Das Online-Spiel Evon ist nicht nur ein Riesenbetrug, sondern wohl auch so unbeliebt, dass die Betreiber verzweigeln: Anders lässt sich die abgrundtiefe Geschmacklosigkeit dieser Werbungen wohl nicht erklären:

Evony

Sarah Palin hat uns im letzten Jahr so oft in Besorgnis über die Welt versetzt, dass ihr Rücktritt und die (wirre) Begründung dafür durchaus von Interesse sind. Die einen erklären’s mit Mutterinstinkt, die anderen mit ihren Ambitionen auf die Päsidentschaftskandidatur 2012, wieder andere vermuten, dass es eigentlich nur darum geht, schonmal das Deck klar zu machen für den Riesensturm aus Skandalen, der auf sie zukommt. Die Diskussion um die geistige Zurechnungsfähigkeit, die ultimativen Motive und das Vorhandensein eines Masterplans von Bald-Ex-Gouverneurin Sarah Palin reissen, zumindest in den USA nicht ab. Wer ihre Rücktrittsrede noch nicht gesehen hat – muss das tun. Eine der gelungensten Realsatiren, die uns das Leben dieses Jahr beschert hat:

Hat Barack Oabama einer jungenBrasilianerin beim G8-Gipfel jetzt auf den wohlgeformten Hintern geguckt oder nicht? Medien diesseits und jenseits der Blogosphäre haben lange darüber diskutiert und sind jetzt zum dem Schluss gekommen: er hat, aber es ließ sich nicht vermeiden. Obama war in dem Moment, da der Fotograf abdrückte, gerade im Begriff der Dame hinter sich Hilfe beim Treppensteigen zu leisten. Kollege Sarkozy hingegen hielt keiner Frau den Arm und ließ sein Auge ohne Not wandern. Der Berlusconismus überträgt sich offenbar per Tröpfchen. Willkommen im Club der geschmacklosen Männer, willkommen in der Welt der Präsidenten.

via Guardian.co.uk

via Guardian.co.uk

Und zum Schluss, einfach so, zwei Lieder von Ladys, die den Pop wieder besser machen:

Lily Allen trällert den Homophoben, den Sexisten und den Rassisten ein fröhliches Lied in ihre hasserfüllten Gesichter: Fuck you very much!

Beth Ditto sagt uns, warum wir immer zusammenhalten müssen und ist dabei herrlicher denn je:


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Anti XXL

17. Juni 2009 von Verena
Dieser Text ist Teil 15 von 25 der Serie Wilde Mädchen

Ein Trend, der unausrottbar scheint, ist das It-Girl. Frauen wie Paris Hilton, Nicole Richie oder Sienna Miller füttern mit ihren bunten Kleidchen und kaputten Liebesbeziehungen die Illustrierten, halten die eigenen Hüften und Hirne aber schlank.

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Immerhin macht sich neuerdings ein Gegenentwurf breit: Das Anit-It-Girl. Vertreterinnen sind junge Frauen wie Pixie und Peaches Geldof, die zwar eine ähnlich schlanke Taille wie ihre Pro-Vertreterinnen aufweisen, aber ihrer Kleidung und ihrem Make-Up ein Lotterleben zugestehen. Fuck the All-American-Girl! Trotzdem sitzen diese Mädchen beim internationalen Laufsteggeschehen in den ersten Reihen – und treffen dort auf das meiner Meinung nach einzig wahre Anti-It-Girl: Beth Ditto.

Über die Sängerin der Band „The Gossip“ schreibt die österreichische Standard:

Sie ist klein und dick, lesbisch und vorlaut, rasiert sich weder Beine noch Achseln und soll in ihrer Jugend in einer Wohnwagensiedlung in Arkansas auch schon einmal Eichhörnchen zum Abendessen verspeist haben.

Klein und dick, das heißt 95 Kilo auf 1,55 Meter verteilt. Ihren Wuchtbrummenkörper zwängt Dito außerdem bevorzugt in hautenge Klamotten, derer sie sich auf der Bühne schwitzend wieder entledigt. Das ist ihre Auffassung von Freiheit – zu machen, was sie will.

Ditto stammt aus dem Riot Grrrl-Umfeld und gründetet bereits 1999 The Gossip, die 2006 mit “Standing in the Way of Control” gegen das Verbot von Homo-Ehen ansangen. Und auch sonst weiß Ditto mehr zu bieten als Fettpolster und Achselhaare. Ihrem Aufstieg als Fashion-Vorbild steht sie durchaus kritisch gegenüber und statt sich nun gegenüber Lagerfeld und Co. zu verpflichten, entwirft sie Kreationen für Übergewichtige. Außerdem heißt es, sie wolle einen Stilratgeber für Frauen jenseits der schlanken Konfektionsgrößen schreiben.

Schade nur, dass die mediale Präsenz einer Frau wie Beth Ditto, trotzdem kein gesellschaftliches Umdenken hinsichtlich weiblicher Körperformen nach sich zieht. Da kann die Vogue ruhig fragen, ob dick das neue chic sei, das allgemeingültige Ästhetikempfinden wird sich nicht ändern. Machen wir uns doch nichts vor: Im Alltag wird die Vogue-Leserin, Chanel-Käuferin und It-Girl-Kopiererin nach wie vor das Näschen rümpfen, wenn ihr eine Rubensfrau in Leggins begegnet.

Im spiegel.de Interview sieht Ditto das ähnlich:

Wenn ich mich so umsehe in den Medien, dann habe ich immer noch das Gefühl, dass da ganz andere Trends propagiert werden, Trends wie die Trenndiät.

Gleichzeitig wundert sich spiegel.de Autor Thomas Winkler, warum bei dem ganzen Hype die Musik der Band und ihre feministisch-queere Verortung verloren gehen. Was soll der Mist, Beth Ditto über die – in dem Fall – paradoxen Mechanismen der Modewelt populär zu machen und das Wesentliche, nämlich Musik und Message hinten an zu stellen? Ist Erfolg tatsächlich nur über kurzlebige In- und Out-Listen machbar? Oder sollten wir uns freuen, wenn die cleanen It-Girls von einer unangepassten Dicken an den Rand gedrängt werden?

Der Rest der Band hat seine eigene Meinung:

„Man kann die Medien nicht kontrollieren”, sagt Gitarrist/Bassist Brace Paine, das einzige heterosexuelle Mitglied von Gossip. Und die flächendeckend tätowierte Schlagzeugerin Hannah Billie ergänzt: “Wenn sich die Leute lieber auf diesen VIP-Dreck konzentrieren wollen, dann ist das deren Problem, nicht unseres.”


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