Einträge mit dem Tag ‘Begehren’


Stockfotografie mal anders, Preis für couragierte Lesben und kritische Bildungsarbeit – kurz verlinkt

29. März 2017 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 344 von 349 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

quix, das Kollektiv für kritische Bildungsarbeit, hat eine Broschüre zu den Themen Gender_Sexualitäten_Begehren in der Bildungsarbeit herausgegeben. Diese Themen werden in der Broschüre mit einer queer_feministischen, rassismuskritischen und intersektionalen Perspektive niederschwellig beleuchtet – dabei steht vor allem die Bildungsarbeit im entwicklungspolitischen Kontext (insbesondere von internationalen Freiwilligendiensten) im Mittelpunk.

Mit Stolz verkündet die LAG Lesben in NRW den Namen für den neuen Lesbenpreis der Öffentlichkeit: „CouLe – Preis für couragierte Lesben“. Die erste Preisträgerin ist María do Mar Castro Varela.

Anastasie Umrik schreibt sehr eindrücklich über ihre Erfahrungen mit Muskelschwund: „Der Schwund der Muskeln ist so, als hätte gerade ein Baum eins seiner vielen Blätter verloren (…). Erst im Herbst, wenn alle Blätter gefallen und endgültig ihre Farbe verloren haben, sich der Winter somit ankündigt, ja, dann beginnen alle um die grünen Blätter zu trauern. So ähnlich es es auch mit den Muskeln, die nicht mehr gehorchen wollen.“

Die neue Bildpunkt, Magazin der österreichischen IG BILDENDE KUNST, ist da: „Arbeitstitel Antifa„. Stefanie Mayer, Edma Ajanovic und Birgit Sauer schreiben in diesem beispielsweise darüber „Warum rechte Politik hierarchische Geschlechterverhältnisse braucht„.

Ein Buchprojekt sucht nach Beiträgen. Es soll um „Care revolution“ zwischen Anspruch und Wirklichkeit in linken/alternativen Zusammenhängen gehen. Gesucht werden Artikel, Zeichnungen und Comics. Den ganzen Aufruf gibt es auf der Facebookseite des Projekts.

Geld, welches ihr über Patreon an Ismail Küpeli spendet, geht an kritische Journalist_innen in der Türkei (z.B. zur finanzielle Unterstützung bei Gerichtsprozessen).

Die Schwule Seite schließt nach 17 Jahren – denn die Herausforderungen haben sich geändert. Zum Abschluss heißt es: „Wir brauchen also neue Bündnisse, in denen sich diejenigen zusammenfinden, die an einer emanzipatorischen und toleranten Entwicklung der Gesellschaft interessiert sind, die gleichermaßen gegen rassistische und antisemitische sowie gegen zweigeschlechtlich-sexistische Diskriminierung und Gewalt streiten. Ohne diese Verknüpfung emanzipatorischer Kämpfe entsteht viel Mist. Es wird für die folgenden emanzipatorischen Kämpfe darum gehen, dass sie feministisch, queer, of Color sind. Koalitionen sind nötig und werden uns gemeinsam weiterbringen.“ Im Beitrag gibt es auch noch einmal eine Linksammlung mit interessanten Analaysen und Berichten der letzten Jahre.

englischsprachige Links

Bist du auch oftmals genervt von der Bebilderung von Beiträgen? Die immer gleichen weißen, schlanken Menschen? Diverse Stock Photos baut gerade ein Archiv auf mit Fotos, die unterschiedliche Menschen in alltäglichen Situationen zeigt.

Die ägyptische Feministin Mozn Hassan und ihre Organisation Nazra for Feminist Studies haben den Alternativen Nobelpreis erhalten. Die Preisübergabe musste in Ägypten in privater Zeremonie stattfinden, da Hassan die Ausreise verboten wurde.

Queere Kurzgeschichten für Sammelband „Queerly Loving Anthology“ gesucht. Die Deadline ist der 31. Mai.

Termine in Dortmund, Freiburg, Halle, Hannover, Kiel, Magdeburg, Marburg und Wiesbaden

29. März in Marburg: Lesung: „Feministische Psychatriekritik“ von Peet Thesing (fb-Link)

31. März in Hannover: Ab 15.30 startet der Workshop „„Du siehst müde aus …“ über Mutterschaft und Sorgearbeit in Zeiten sozialer Verunsicherung„. (FB-Link)

4.-9. April in Dortmund: Erneut findet das Internationale FrauenFilmfestival statt.

5. April in Magdeburg: Margarete Stokowski liest aus ihrem Buch „Untenrum frei“ und diskutiert anschließend. (FB-Link)

6. April in Halle: Margarete Stokowski liest aus ihrem Buch „Untenrum frei“ und diskutiert anschließend. (FB-Link)

8. April in Freiburg: Vortrag & Workshop „(Mein) Fett ist politisch“ von 11:30 bis 13h und von 14 bis 18h für interessierte Frauen_, Lesben_, Trans_ und Inter_ Im fz* feministisches zentrum freiburg (barrierefrei), Faulerstr. 20. Anmeldung zum Workshop unter: jubilaeum@tritta-freiburg.de.

27.- 30. April in Wiesbaden: Symposium mit dem Titel: Feministisch wider Willen – Filmemacherinnen aus Mittel- und Osteuropa. (fb-Link)

5.-7. Mai in Halle: Konferenz junger politischer Frauen mit Workshops und Diskussionen.

2. – 5. Juni in Kiel: Lesbenfrühlingstreffen 2017.

9. – 11. Juni in Kiel: Save the Date! LaDIYfest Kiel.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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Typenparaden, Identitätspolitiken und queer-feministische Jugendarbeit – Die Blogschau

1. August 2015 von Charlott
Dieser Text ist Teil 283 von 295 der Serie Die Blogschau

Naekubi schreibt bei Danger Bananas über Rassismus (und auch sonst fast allen denkbaren *ismen) in Oliver Kalkofes Sendung „SchleFaZ – die schlechtesten Filme aller Zeiten“: „Satire, die nach unten tritt, ist vor allem eins: systemkonformes Mobbing.“.

Auf Stop! Talking. widmet sich accalmie Identitätspolitiken, situativen Priviliegien, Aneignungen und (fehlenden) Macht- und Strukturanalysen. (Englisch)

Das Underdog Fanzine hat die Wissenschaftlerin Melanie Groß zu ihren Forschungen und praktischen Interventionen, zu feministischem Aktivismus und Dekonstruktion, sowie queer-feministischer Jugendarbeit befragt.

Es interessiert mich nicht mit wem Du schläfst…„, Don’t degrade Debs, Darling! fasst zwanzig Punkt zu Biphobie zusammen.

Mein Körper Mit Mir ist ein Blog zum Leben mit Epilepsie, Alopecia Areata und Neurodermitis.

Das Blog no218nofundis berichtet von der Salzburger Demo unter dem Motto „Pro Choice is ois!“, die am 25. Juli stattgefunden hatte.

Bei Carmilla DeWinter gibt es eine Zusammenstellung typischer konservativer rhetorischer Mittel und Manipulationstechniken (aufgehangen an den Debatten rund um den Bildungsplan in Baden-Württemberg) und Vorschlägen, wie diesen begegnet werden kann. (Auch wenn dabei leider beispielsweise das Prinzip „Rationalität“ ziemlich wenig hinterfragt wird.)

Auf classless.org erklärt Kulla, dass Rassismus kein Problem mangelnder Bildung ist: „Umgekehrt geht Rassismus nicht weg, weil Menschen zum Gymnasium gehen – die dort ausgebrütete deutsche “Mittelschicht” ist ein Hort jeglichen Ressentiments gegen Arme, Schwache, Faule, Kranke, Verrückte (…)“.

Auf dem Missy Magazine Blog schreibt Hengameh über langweiligen Einheitsbrei: „Quoten auf Bühnen? Schön wär’s. Aber was ist eigentlich schlimmer, die Typenparaden auf den Bühnen oder die schlechten Ausreden der Organisator_innen?“

Die Bloggerin SchwarzRund arbeitet an ihrem ersten Roman. Zur Unterstützung hat sie eine Crowdfunding-Kampagne begonnen.

SchwarzRund Indiegogo from Melina Perez on Vimeo.

Habt ihr diese Woche etwas geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Regelmäßig verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


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Problemponies, Pansexualität, Polizei – die Blogschau

1. März 2014 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 239 von 295 der Serie Die Blogschau

„Es gibt für uns viele gute Gründe, knuffige Ponys als Titelbild zu haben. Noch mehr Gründe gibt es für uns aber, Ponys aus einer rassistischen Serie vom Titelbild zu entfernen“ – die trans*geniale f_antifa erklärt, was an ‚My Little Pony‘ problematisch ist.

„Häufig wird queer verwendet, um ein Begehren zu beschreiben, das nicht in ein binäres System passt und ich finde es gut, dass versucht wird andere Begriffe zu nutzen, um queer nicht zunehmed zu verkürzen. Allerdings halte ich “Pansexualität” dabei nicht für die Lösung. Warum?“ – Don’t Degrade Debs, Darling! erläutert.

Wahrscheinlich geht kaum jemand gern zur Zahnbehandlung – für traumatisierte Menschen, für Gewaltüberlebende kann dieses Setting jedoch noch mal eine besondere Welt von Herausforderungen darstellen. Wie damit umgehen, wie mit der behandelnden Person darüber kommunizieren, was erwarten (dürfen/können), welchen Raum nehmen? C. Rosenblatt teilt bei Ein Blog von Vielen ihre Erfahrungen und Gedanken dazu.

Ebenfalls gefunden bei Ein Blog von Vielen: Das Institut für Kriminologie der Universität Heidelberg untersucht die Anzeigebereitschaft nach sexuellen Grenzverletzungen und sexueller Gewalt und sucht Teilnehmerinnen und Teilnehmer für eine Online-Befragung, 

Und: Pro Choice Marburg hat Termine rund um den Frauenkampftag zusammen getragen!

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Desiring Disability

21. Oktober 2013 von Gastautor_in

Wir freuen uns über diese Filmrezension zu „The last taboo – in bed, everyone’s able“ von Sophie. Sophie arbeitet zur Zeit in der Republik Moldau mit besonderen Kindern und Jugendlichen mit besonderen Bedürfnissen. Neben Basisarbeit und Russisch lernen bastelt sie auch an einer Dokumentation von/mit/über diese.

In der Dokumentation „The last taboo“ (2012) wird über Sex aus behinderter* Perspektive verhandelt. Die sechs Protagonist_innen sprechen über Begehren, Liebe, Partner_innenschaft sowie Identitäts- und Geschlechtsverhandlungen behinderter Körper in einer Gesellschaft, die diese nur durch ein „kann nicht“ oder „ist nicht“ bestimmen. Neben identitären Strategien und subversiven Potentialen behinderter Körper zeigt der Film auch, was sogenannte „abled poeple“ von behindertem Sex lernen können.

Vielleicht doch etwas zu optimistisch gewählt, kündigt der Titel der Dokumentation an, sich mit dem letzten Tabu der (unserer ?) Gesellschaft auseinander zu setzen – der Sexualität von Menschen mit Behinderung. Der Regisseur, Autor und Co-Produzent Alexander Freeman – er lebt mit Zerebralparese – macht dabei seine eigenen sexuellen Erfahrungen zum Ausgangspunkt.

Der Film beginnt mit einem klassischen „Diagnosenouting“ der sechs Protagonist_innen. Sie sind Rollstuhlbenutzer_innen, ihre Körper als „körperlich behindert“ markiert. Sie sprechen über ihre Schwierigkeiten bei der Partner_innensuche, Normalisierungszwänge, ihr Leben mit Assistenz, über ihren individuellen (sexuellen) Werdegang und kollektive Erfahrungen als Teil einer diskriminierten Gruppe. Unterbrochen werden die Interviews von Alexander Freemans Schilderungen. Er erzählt in einem leeren, schwarzen Raum über seine erste sexuelle Erfahrung mit einer anderen Person – und das sehr bildlich. In dieser ästhetisierten Umgebung, die Kamera auf schwarz-weiß gestellt, sagt er, nüchtern betrachtet, nicht viel Neues. Er spricht darüber, wie gut sich Brüste anfühlen, wie schräg der erste Kuss sein kann und vor allem über Intimität. Das Potential dieser Bilder ist auch gleichzeitig das, was der Film sich zum Thema vornimmt.

Denn es ist ein behinderter Körper mit schwerlesbarer Mimik und unkontrollierten Armbewegungen, durch den über Sex gesprochen wird. Diese Bilder suggerieren dem_der Zuschauer_in Begehren und Behinderung endlich auch mal zusammen zu denken anstatt gegeneinander. In einer ableistischen Gesellschaft ist der behinderte Körper kein sexueller Körper, wie Lauren Heller, eine der Protagonist_innen, hervorhebt: „my hips don’t work, so I don’t want to have sex? I don’t get it“ [zu deutsch: „meine Hüften funktionieren nicht, also möchte ich keinen Sex haben? Das verstehe ich nicht“]. Fehlschlüsse wie diese sind auch als eine Strategie der Normgesellschaft zu deuten, mit der versucht wird Distanz aufzubauen – so Laurens Ex-Partnerin Erin Pfeifer, um so der Angst „aus dem Weg zu gehen“, die der unbekannte, behinderte Körper auslösen kann.

Was den Film auszeichnet, ist vor allem, dass es zwar auch um Begehren „trotz“ Behinderung geht, aber dass auch Begehren der Behinderung angesprochen wird, ohne dies auf einen Fetisch zu reduzieren oder gar zu pathologisieren. Während sich der gegenwärtige (und längst überfällige) Diskurs über sexuelle Assistenz für Menschen mit Behinderung eher im ersteren Kontext abspielt, wird in diesen Film Begehren auch als subversive Strategie thematisiert, der den „abled body“ dekonstruiert.

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Nervige Gleichberechtigung, gläserne Decken, geschlechtsneutrale Menstruationskalender – kurz notiert

3. Oktober 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 213 von 349 der Serie Kurz notiert

Beiträge auf Deutsch

Die Süddeutsche Zeitung berichtet über eine „Studie: Jeden vierten Mann nervt Gleichberechtigung„. Eine repräsentative Umfrage bei mir hingegen hat ergeben: Mich nervt jeder vierte Mann (konservative Schätzung).

Außerdem vermeldet die Süddeutsche: „Uni Potsdam führt weibliche Sammelbegriffe ein„. Die Begründung für diese Neuerung ist allerdings ziemlich mies.

Bei arte Yourope gab es kürzlich einen (leider nicht ohne sexistische Re_produktionen auskommenden) Beitrag über Sexismus im Alltag. Welche_r heute morgen um 1:45 die Wiederholung nicht anschauen konnte, aber trotzdem interessiert ist: Der Beitrag befindet sich derzeit noch in der arte-Mediathek.

„Ein lesbischer, poetischer, erotischer Roman voller Intrigen und intimer Details“ – das neue Buch „Küss mich, Libussa“ von Sophie Strohmeier. Auf youtube gibt es den Buchtrailer.

Ein Forschungsteam aus der Schweiz untersucht die Geschlechterungleichheiten in Ausbildungs- und Berufsverläufen.  Ein Befund:  „Krankenpfleger und Kapitäninnen sind weiterhin eine Rarität“. Ein Interview dazu mit Andrea Maihofer, Forscherin und Leiterin des Zentrum Gender Studies, und Sandra Hupka-Brunner, Forscherin am Institut für Soziologie in Basel, gibt es hier.

„Wir wissen alle, dass Gletscher schneller schmelzen als Frauen in Führungspositionen kommen“ – auch im Journalismus. Bei dieStandard erklären Expert_innen wie Vina Yun, u.a. Redakteurin der an.schläge, was sich ändern muss.

Die Stadt Nürnberg hat letzten Sonntag den 10. Internationalen Menschenrechtspreis an Kasha Jacqueline Nabagesera verliehen. Sie setzt sich „für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen in Uganda“ ein.

Im Tagesspiegel erzählt ein 15jähriger Berliner, wie Alltagsrassismus seit jeher sein Leben begleitet: „Afrodeutsche stehen in Berlin immer unter Verdacht“.

Im vergangenen Winter haben wir in mehreren Beiträgen über die Tagung „Schneewittchen rechnet ab. Feministische Ökonomie für anderes Leben, Arbeiten und Produzieren“ berichtet. Nun ist das gleichnamige Buch erschienen. Es beleuchtet die Zusammenhänge zwischen aktuellen ökonomischen Entwicklungen und privaten Lebensbedingungen aus feministischer Perspektive. Übrigens: Auf der Infoseite zum Buch gibt’s auch ein Video.

Beiträge auf Englisch

Gegen Genitalverstümmelungen an Kindern: Die Gründer_innen von zwischengeschlecht.org rufen anlässlich eines anstehenden internationalen Ärzt_innenkonkress in Berlin zu Aktionen auf.

Hier kann man eine Petition an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon unterzeichnen, die den weltweiten Zugang zu sicheren und legalen Abtreibungen fordert. Initiatorin ist die Kampagne My Body is Mine.

In einem Interview wurde die Musikerin Janelle Monaé nach ihrer „sexuellen Orientierung“ befragt. Was sie antwortete, ist in diesem Video zu sehen, welches sich bei Colorlines findet.

Was sich aus der bisher umfangreichsten UN-Studie über Vergewaltigung lernen lässt, fasst Tara Culp-Ressler auf Thinkprogress zusammen. Der Punkt der faktischen Straflosigkeit gilt übrigens genauso wie die anderen auch für „hier“.

Über Fluch und Segen staatlicher Förderung berichten kanadische Aktivistinnen, die eine Datenbank zur Dokumentation von Morden an indigenen Frauen ins Leben gerufen haben.

Discipline and Anarchy fragt: Brauchen soziale Bewegungen ein mainstreamgerechtes Image? Und liefert eine überzeugende Antwort gleich mit.

Für alle die Android-Devices nutzen, gibt es nun eine geschlechtsneutrale Menstruationskalender-App. Die Entwicklung einer IOS-Version (für iPhones) soll demnächst per Crowdfunding angegangen werden.

Im Sommer wurde in Tiflis die erste georgischsprachige Produktion von Eve Enslers „The Vagina Monologues“ aufgeführt. Im New Statesman berichten Beteiligte von den lokalen Kontroversen um das Theaterstück.

Das bitch magazine hat JD Samson interviewt, ehemaliges Mitglied von Le Tigre und nun bei der Band MEN.

Warum sie das Wort „Ally“ (Verbündete_r) künftig nicht mehr verwenden wird, erklärt Mia McKenzie von Black Girl Dangerous:  „Taten zählen. Etiketten zählen nicht.“

Kelly Rose Pflug-Back beschreibt bei The Feminist Wire, warum sexuelle Befriedigung kein zuverlässiger Gradmesser für „sexuelle Befreiung“ ist [Content note: grafische Selbstverletzungsfantasien].

Muslimah Media Watch fragt: Wie sieht eigentlich eine Terroristin aus?

Weitgehend unbeachtet von globalwestlichen feministischen Bewegungen erlangen in afrikanischen Ländern immer mehr Frauen einflussreiche Positionen, schreibt Minna Salami im Guardian.

Ebenfalls im Guardian: Lauren Mayberry, Sängerin der Band CHVRCHES, über ihren Umgang mit Online-Misogynie.

Der Modedesigner Rick Owens erhielt für die Präsentation seiner kommenden Frühjahrkollektion  ziemlich viel Jubel aus progressiven Kreisen. Tamara Winfrey Harris fragt bei Racialicious: Zu recht?

Termine in Basel, Berlin, Dortmund, Frankfurt/Main, Hüll, Karlsruhe, Wien: (mehr …)


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Die Waage einfach wegschmeißen und dann ist gut? – Die Blogschau

15. Juni 2013 von Magda
Dieser Text ist Teil 209 von 295 der Serie Die Blogschau

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Körper(bilder), Diäten und fat shaming: über die Aktion #waagnis

Auf twitter sind in den letzten Tagen viele Debatten zu den Themen Körpernormierung, Körperwahrnehmung und fat shaming (Dickenfeindlichkeit) geführt worden. Angefangen hat es mit dem hashtag #waagnis, der von einigen Bloggerinnen wie Maike und Ninia LaGrande vorgeschlagen wurden. Der Idee der Aktion lautet ungefähr so: Setzt eure Waagen aus, damit diese (und die Zahlen da drauf) nicht weiter euer Leben bestimmen. Die Aktion generierte unterschiedliche Kritik: Zu viel Symbolpolitik, zu wenig Mitdenken von (bereits existierenden) fat positiven Diskursen, und teilweise (internalisiertes) fat shaming in den Texten, die zu der Aktion aufriefen. Hier ist eine kleine Auswahl an Texten, die in den letzten Tagen geschrieben wurden:

glasglocke kritisiert, dass bereits existierende fat_körper-positive Debatten und Aktivist_innen durch die Aktion unsichtbar gemacht wurden und präsentiert eine Liste mit Links zum Weiterlesen. Auch lippy answer hat eine Video- und Linkliste zusammengestellt. Einen sehr empfehlenswerten Text gibt es von der fat fashion-Bloggerin Miss Temple, die aufschrieb, warum sie sich von der Aktion nicht angesprochen fühlte. Heng schreibt auf tea-riffic einen sehr persönlichen Text darüber, wie schwer es für ihr 14-jähriges-Ich war, Schönheitsnormen zu verstehen. emmi schrieb auf, was sie sich wünscht von zukünftigen körper-positiven Aktionen. karnele freut sich, dass jüngere Feminist_innen dieses Thema wieder mehr auf den Tisch packen. The Sexist Meme erinnert: „Eure Blicke sind meine Waage.“ Und riotmango findet, dass die Aktion auch sichtbar gemacht hat, wie wenig fat positive Diskurse im deutschsprachigen feministischen Diskurs angekommen sind. Nina LaGrande hat auf die Kritiken auch noch mal reagiert.

Passend zu den aktuellen Debatten gibt es einen neuen tumblr: Essende Frauen, der zufrieden essende Frauen darstellt. Sowohl in Film und Fernsehen, Internet- und Printmedien- oder auch dich selbst!“

In der feministischen Blogosphäre wurde auch über viele andere Dinge diskutiert:

Dr. Mutti las den Text von Harald Martenstein in der Zeit, in dem Theorien zu Geschlechtersozialisation und die Gender Studies insgesamt mal wieder lächerlich gemacht werden und befand: Martenstein schreibt nur biologistischen Quatsch. Auf dem Blog Daran geht die Welt zu Grunde resümiert Anni, dass Martenstein einfach schlechten Journalismus betreibt.

Blogempfehlung: Carina Kühne bloggt aus ihrem Leben „Erlebnisse eines Menschen mit Down-Syndrom„. Am Sonntag ist sie zu Gast bei der WDR-Sendung West ART.

Helga hat das Frauen- bzw. Männerbild analysiert, die der FOCUS mit seinen Coverbildern vermittelt.

Schizoanalyse lehrt Psychychologie und gibt gerade ein Seminar zu Critical Whiteness. Dazu hat sie einen einführenden Text auf ihrem Blog veröffentlicht.

FAT UP!, eine queer-feministische fat positive Gruppe aus Berlin hat im April ihre Gründung gefeiert. Die bei der Feier gezeigten Videoclips sind nun online.

Feministische Geeks aufgepasst: Wie könnten die Standard-„Kostüme“ von Frauen in Comics und Spielen realistischer aussehen? Dazu gibt es nun einen Mal-Contest, berichtet femgeeks.

Das mädchenblog berichtet, dass es die Pille danach in den USA zukünftig rezeptfrei und ohne Altersbeschränkung geben wird.

Viel interessantes auf die Ohren: Ein Podcast über Queerness, Femmeness, Begehren und Singlesein.

Eine Auswahl an LGBT und feministische Crowdfunding-Projekte, die ihr finanziell unterstützen könnt, findet ihr auf Der k_eine Unterschied.

Auf phenomenelle gibt es eine Zusammenfassung der Anne Will Sendung mit dem gruseligen Titel: “Gleiche Rechte für Homosexuelle – Ist die Ehe nicht mehr heilig”.

Auf dem SozBlog stellt sich Dr. Jasmin Siri folgende Fragen: „Wie und wann profitiere ich als Autorin vom Leiden anderer? Wie kann ich der Position von Opfern in meinen Publikationen einen Raum geben? Wie verträgt sich das mit der kühlen soziologischen Beobachtung?“

Gerade findet in Berlin das Refugee Tribunal Against Germany statt. Live-Videos und weiter Infos gibt’s auf dem Blog.

Am 18. Juni findet in Bochum der Vortrag: ‚Trans* Tans*phobie und Trans*support für Anfänger*innen und Fortgeschrittene‘ (facebook-Link).


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„Asexualität scheint nicht zu existieren“: Weder Trauma noch fehlt der*die Richtig*e im Bett

19. April 2013 von Gastautor_in

Unsere Gastautorin Theresia lebt und arbeitet in Berlin und versucht heteronormative Diskurse zu durchbrechen. Sie arbeitet ehrenamtlich für das alternative und unabhängige Magazin „Kontext TV“ und schreibt meistens teils-fiktive Kurzprosa auf zitterart.wordpress.com.

Eigentlich schreibe ich keine Blogposts über privat-politische Themen. Ich diskutiere darüber verbal, aber halte mir somit auch ein Hintertürchen offen, denn Meinungsänderung durch Überzeugung seitens Dritter ist einfacher, wenn es nicht irgendwo schwarz auf weiß steht. Und ja, ich habe manchmal Angst vor der Kritik, schriftlich, ausformuliert, weil mir oft die Kraft ausgeht, auf halber Strecke sozusagen. Aber ich versuche es jetzt dennoch, weil ein mir wichtiges Thema oft im gesellschaftlichen Diskurs egal welcher „Art“ keine Beachtung findet.

Asexualität wird nicht totgeschwiegen, sondern scheint einfach nicht zu existieren. In den Köpfen der meisten Menschen geht es um sexuelles Begehren. Es wird an allen Ecken über Hetero-, Bi-, Homosexualität und Queer gesprochen, geschrieben, positiv sowie negativ reagiert, aber Asexualität? Mmh. Nö. Is‘ nich‘. Wenn überhaupt, wird Asexualität oft pathologisiert und abgesprochen. Sie wird mit Unlust, Prüderie, einfach „noch nicht die*den Richtige*n im Bett gehabt“ oder gar Traumata gleichgesetzt.

Unsere Zeit ist übersexualisiert. Kommerzialisierter, pornifizierter Sex begegnet uns überall und ständig. Sexuelles Begehren wird überall produziert, wir definieren uns darüber, sprechen darüber, schreiben darüber, definieren uns darüber. Fakt ist, wir sind eigentlich sexuelle Wesen. Darüber reproduzieren wir uns. Punkt. Das muss nicht weiter erklärt werden. Fakt ist auch, dass viele Menschen keinen Spaß am Sex haben. Nicht so richtig. Warum auch immer.
Fakt ist ebenfalls, dass „Sex“ überall ist, überall und ständig und immer werden wir dem ausgesetzt. Also scheint es normal zu sein. Nein, es ist die Norm. (mehr …)


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Hollaback! und Pinikifizierung – kurz notiert

28. November 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 179 von 349 der Serie Kurz notiert

Das ZDF zeigt einen Beitrag zum Thema Begehren und Behinderung, in dem drei Frauen potraitiert werden.

Uganda ist in den letzten Jahren immer wieder mit repressiven Gesetzen gegen Homosexuelle in die Schlagzeilen geraten. Jetzt steht wieder das so genannte „Kill the Gays“-Gesetz auf dem Plan – und es gibt eine internationale Petition dagegen.

Bei der FAZ geht es um rosa und pink und all das im Kinderzimmer.

Eine schöne Aktion dokumentiert das deutsch türkische journal: Eine Gruppe überklebte Buschkowsky-Bücher mit „Das Problem ist Rassismus“-Aufklebern.

Die Huffington Post schreibt über die Repräsentation verschiedener Körper und welche Auswirkungen das hat. (Englisch)

Schreib es in die Welt!“ – Der Freitag schreibt über die Hollaback!-Bewegung. (Die Kommentare wie üblich lieber nicht angucken.)

Habt ihr euch auch schon über sexistischen Unicum-Tüten geärgert, die fast schn traditionell auf dem Uni-Campus verteilt werden. Das Free Education Movement Marburg will dagegen vorgehen und hat eine Petition angelegt.

Eine Tagung in Bochum beschäfftigte sich mit der Situation von Sexarbeiter_innen in Europa und dieStandard berichtet.

Ebenfalls bei dieStandard gibt es einen Artikel, der sich mit Rihanna auseinandersetzt und wie sie portraitiert wird. (Inhaltswarnung: (sexualisierte) Gewalt)

Für diesen Samstag (01.12.2012) erreichte uns ein Interviewaufruf von Sabrina, der sich an alle queere Femm(e)ininitäten und thematisch Interessierte wendet. Um 16 Uhr findet im Spinnboden Lesbenarchiv in Berlin eine Gruppendiskussion statt. Thematisch geht es um Femmeness, um Inszenierung(en) und die Anerkennung von Femm(e)ininität(en) in queeren Kontexten. Es sind alle, die sich schon mal mit diesen Themen auseinandergesetzt haben herzlich eingeladen mitzudiskutieren. Eure Daten werden vertraulich behandelt und die Interviews anonymisiert. Wenn ihr so kurzfristig Zeit und Interesse habt meldet euch bitte unter:  diplomarbeit_femmes[at]gmx.de.

Weitere Termine findet ihr nach dem Klick:

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Erykah-Badu-Ausraster, Lara-Croft-Aufreger und Familienbericht-Anmerkungen – kurz verlinkt

20. Juni 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 163 von 349 der Serie Kurz notiert

Interessanter Artikel über die junge Sexualkundelehrerin Aparna in Mumbai: “There’s nothing to giggle or be shy about; there’s no shame in it. It’s important for us to learn about these things. Be totally bindaas (carefree) and ask me questions.“

Vier Tricks, wie mensch das mit den gesellschaftlichen Gender-Rules und seinen Kindern hinbekommt, gibt es auf PhDinParenting.

Eine sehr gute Stellungnahme des VAMV e.V. (PDF) zum Achten Familienbericht der Bundesregierung („Zeit für Familie“), mit wichtigen Hinweisen zu den Grenzen des Familienbegriffs, Gechlechtergerechtigkeit, Arbeitsmarkt und Co.

All hail Erykah Badu, für ihre supercoole Aktion letzte Woche, die Flaming Lips wegen ihres unautorisierten Clip-Uploads (zu „The First Time Ever I Saw Your Face“, feat. Erykah) anzuscheißen: „perhaps, next time u get an occasion to work with an artist who respects your mind/art, you should send at least a ROUGh version of the video u PLAN to release b4 u manipulate or compromise the artist’s brand by desperately releasing a poor excuse for shock and nudity that sends a convoluted message that passes as art.“ Nice!

Am Frauenaktionstag am 12. Mai, an dem eine Zeltstadt der Frauen auf der Wiener Ringstraße errichtet wurde, wurde das Patriarchat symbolisch und real belagert. Ein Video veranschaulicht die Aktionen:

Um Frauen in den österreichischen Medien geht es bei dieStandard.at, um Frauen in der Schweiz und „die alltägliche Geringschätzung“ beim Tagesanzeiger.

Mit Recht, Neverending-Lara-Croft-Aufregerei: In diesem Beitrag aus New Statesman geht es um die total bescheuerte Idee von Action-Hajos und Co., Vergewaltigung zur „Stärkung“ weiblicher Charaktere als Handlungsmittel zu nutzen.

Im algerischen Parlament gibt es nun eine Frauenquote, nachlesen kann man alles hier.

Einmal klicken, dann geht`s zu den Terminen und zu einem Aufruf:

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Eine explizite Blogschau: Sex, Begehren und Schönheitsbilder

24. März 2012 von Helga
Dieser Text ist Teil 153 von 295 der Serie Die Blogschau

Schön, schlank, fit – alles relative Kategorien stellt Nur ein Blog! fest mit Blick auf Sportlerinnen in der Sports Illustrated.

1000 Kreuze in die Spree berichtet aus Münster: dort waren christliche Fundamentalist_innen und Rechtsextreme gegen das Recht auf Abtreibung auf die Straße gegangen, wurden aber von der Gegendemo kreativ begleitet.

Jeden Tag zerplatzt die Bubble“ – LisaCalisa beschreibt im mädchenblog die Grantwanderung zwischen queerer Filterbubble auf der einen Seite und dem sexistisch-homophoben Alltag überall anders.

In den USA werden Frauen im „War on Women“ nun aktiv, berichtete das Mama Blog. Politiker, die Planned Parenthood das Geld für Untersuchungen bedürftiger Frauen streichen wollen, werden auf ihren Facebookseiten mit Fragen zu Menstruationsbeschwerden und Pilzinfektionen überhäuft.

Das Spiel Dortmunder BVB gegen Werder Bremen letztes Wochenenede wurde von homophoben Plakaten überschattet. Metalust & Subdiskurse reloaded nimmt sich der Diskussion um „Political Correctness“ an und den weißen, heterosexuellen Männern, die genau wissen, wann Rassismus, Sexismus und Homophobie vorliegen und wann nicht.

Noch mal die Schmerzensschmerz-Debatte: anarchie & lihbe erinnert daran, dass das Zeigen von Gefühlen Frauen bis heute zum Nachteil gereicht. Und dass neu-entdeckte Schmerzensmänner ihre Gefühle nun oft genug genau denen gegenüber ausleben, die es selbst nicht können.

Freude bei der Denkwerkstatt! Endlich ein Film über weibliches Begehren. “Turn Me On, Dammit“! kommt (natürlich) aus Norwegen.

Eine schöne Geschichte übers Begehren hat auch Wir lieben Konsens diese Woche. Und auch ryuus Hort setzt sich damit auseinander.

Apropos: Besser Lesen hat „Lady Chatterley“ gelesen. Als Charakterstudie zu empfehlen, als erotische Literatur eher nicht.

Die Tilde ärgert sich über das gedankenlose „Diagnostizieren“ von Identitätsstörungen in Musikrezensionen und empfiehlt Literatur zum Weiterbilden.

Andere Zeiten, andere Sitten. Die Fuckermothers über Ratschläge für stillende Mütter in den zwanziger Jahren.

Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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