Einträge mit dem Tag ‘Barrierefreiheit’


Kein Fortschritt wenn es um Barrierefreiheit geht?

22. November 2011 von Helga

Nach fast drei Jahren des Bloggens verkündete letzte Woche Julia Probst (auch bekannt als @EinAugenschmaus) fürs Erste damit aufzuhören. Ihre Arbeit sei nicht beendet, ganz im Gegenteil:

Es gibt sovieles, worüber ich mich aufregen könnte und blogtechnisch verwursten könnte, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass sich in Deutschland nichts in Sachen Inklusion und Barrierefreiheit ändern wird in absehbarer Zeit.

So stieg z.B. der Anteil an Untertitelungen im deutschen Fernsehen von gerade einmal 10,6 auf 12,6 Prozent. Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ist der Anteil etwas höher, aber mit z.B. 37 Prozent bei der ARD immer noch ein Armutszeugnis. Oft sind es nur verkürzte Untertitel und die Mediathek bleibt eh untertitelfreie Zone. Dennoch sollen Gerhörlose ab 2013 nicht mehr von der GEZ-Gebühr befreit werden. Doch nicht nur dies frustriert. So beschreibt Probst, wie sie in der Betroffenheitsfalle gelandet ist:

Mit meiner Art zu bloggen und Internetpräsenz habe ich mir einen kleinen Bekanntheitsgrad geschaffen, aber warum in Gottes Namen […] muss man erst sich erst mal einen Namen verschaffen, um gehört oder eher erhört zu werden von der Politik, die ihre Hausaufgaben einfach nicht macht?

Einen Ausblick aber gibt es noch:

Aber vielleicht sieht man sich ja im Fernsehen? Ich habe nämlich die Redaktionen von “Hartaberfair”, “Jauch”, “Anne Will” und “Markus Lanz” angeschrieben, ob die nicht mal über Barrierefreiheit und Inklusion von Menschen mit Behinderungen reden wollen mit mir als Studiogast?

Bisher kam von den Redaktionen leider nur warme Worte und keine Zusagen. Dabei bekleckert man sich im Bundetag derzeit mit noch weniger Ruhm als sonst, wenn es um Barrierefreiheit geht. Dringend Zeit also, das Thema auch ins Fernsehen zu holen und auch als Nicht-Betroffene deutlich zu machen, dass es so nicht weiter geht.


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Phänomen Alice Schwarzer und Frauenzeitschriften – die Blogschau

11. Juni 2011 von Nadine
Dieser Text ist Teil 112 von 144 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Antje Schrupp macht sich Gedanken über Homo- und Heterosexualität im Kontext von Liebe, Sex, Ehe und Elternschaft.

Tapfer im Nirgendwo definiert das “Alice-Schwarzer-Phänomen“: “die Fixierung einer extremen aber für die Pluralität einer demokratischen Meinungsgesellschaft notwendigen anderen Meinung auf eine relativ bekannte Person, obwohl sie diese bestimmte Meinung niemals geäußert hat, sie aber zum Erhalt des bestimmten Diskurs als Trägerin der Meinung unbedingt notwendig ist.”

Hollaback Berlin gibt Tips zur Bekämpfung von sexueller Übergriffe.

Die AG Queerstudies haben mehr als 1000 Unterschriften für Barrierefreiheit gesammelt.

Anarchie und Lihbe berichtet über den Vortrag von Heinz-Jürgen Voss, der sich aus naturwissenschaftlicher Perspektive kritisch mit der Herstellung von Zweigeschlechtlichkeit und deren Folgen auseinandersetzt.

Die Fuckmothers haben die Autobiografie von Evelyn McDonnells, einer Vertreterin der Riot Grrrl Bewegung rezensiert.

Das Mädchenblog ärgert sich über neuerliche Auslassungen der SPIEGEL-Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen nach dem Urteil im Kachelmann-Fall.

Die neue Stieg-Larsson-Verfilmung “The Girl with the Dragon Tattoo” ist Gegenstand einer kritischen Analyse der Buttkicking Babes.

Fräulein Tessa ärgert sich im FAZ-Blog “Deus Ex Machina” über Frauenzeitschriften: “Satt von Stuss und Sternchen“.

Helga hat sich den Film “I can’t think straight”, die Liebesgeschichte einer Muslimin und einer christlich-arabischen Palästinenserin, angesehen.

Die Deutsche Welle hat mit der Direktorin der Girls Only Radio Station in Kairo, Amani Eltunsi, gesprochen.

Anne Roth stieß auf folgendes Video, das sich kritisch mit der Objektivierung von Frauen in der Werbung auseinandersetzt:


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Die Welt nur mit den Augen sehen

24. Februar 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 65 von 94 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

Die Welt mit den Augen sehen

Wie heißt du?
Julia Probst

Seit wann bloggst du?
Angefangen mit der Bloggerei habe ich im August 2005, aber die Einträge damals waren eher selbstreflektierend und drehten sich eher um meine Gedanken und Erlebnisse, wobei ich kaum Bezug zu meiner Gehörlosigkeit genommen habe, da das Blog ja für Familie und Freunde gedacht war, die ich ja damals schon komplett aufgeklärt hatte und auch nah genug an meinem Leben sind, um sich zu denken, wie das so ist.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Ich war schon immer eine, die gern und viel geschrieben hat, schon von klein auf. Ich hatte eine echte Schulbank als Kind mit echter Tinte, wo ich dann meinen Füller reingetunkt habe und mir Geschichten ausgedacht habe oder aufgeschrieben habe. Kindergeschichten halt. Bloggen heute ist doch nichts weiter, dass man sich für sich selbst hinsetzt. Aber anders als damals überlegt man sich halt, ob man was verwertbares für das Blog erlebt hat, denn anders bei einem Tagebuch oder einem nichtöffentlichen Blog schreibt man ja nicht nur für sich selbst!

Frühjahr 2009 hat dann ein Journalist zu mir gemeint: „Du solltest ein Blog darüber (über die Gehörlosigkeit und das Leben damit) schreiben. Für mich selbst ist das alles so schwer vorstellbar und sehr weit weg von meinem Leben.“ Das war dann der Auslöser für das jetzige Blog: meinaugenschmaus.blogspot.com

Worüber schreibst du?
Ich engagiere mich sehr für Barrierefreiheit im alltäglichen Leben und im Fernsehen für Gehörlose, d.h. ich schreibe über die niedrige Untertitelquote von 10,6% im deutschen Fernsehen und über die schlechte Qualität der Untertitel. Also über die ganz typischen Alltagsproblemen der Gehörlosen, die der Öffentlichkeit kaum bekannt sind. Andere Themen sind dann noch die Bildungspolitik, Inklusion und natürlich die Gebärdensprache und die Gehörlosenkultur. Irgendwann merkte ich, dass ich ganz gut darin bin die Körpersprache anderer Menschen zu lesen, was ich dann auch verbloggt habe. (weiterlesen …)


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Ohne das Internet würde etwas fehlen

17. Mai 2010 von Helga
Dieser Text ist Teil 38 von 94 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

www.BEHINDERTENPARKPLATZ.de

Wie heißt du?
Christiane Link

Seit wann bloggst du?
Seit August 2004

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Ich wollte für mich aufschreiben, was mir so alles passiert, aber auch einfach Dinge kommentieren, die mir wichtig sind.

Worüber schreibst du?
Ich schreibe über Dinge, die mich beschäftigen, das heißt, ich schreibe viel über Barrierefreiheit, Medien und schreibe darüber, wie es ist, als rollstuhlfahrende Journalistin in Deutschland bzw. Großbritannien zu leben. Ich schreibe über meine vielen Reisen und was ich dort so erlebt habe und über die Rechte behinderter Menschen.
(weiterlesen …)


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Diese Woche in den Blogs

11. April 2009 von Verena
Dieser Text ist Teil 35 von 144 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Den Anfang macht Behindertenparkplatz.de. Bloggerin Christiane Link kritisiert – zu Recht – die mangelnde Barrierefreiheit auf der re:publica, die sowohl vom Organisationsteam gebuchte Hotelzimmer als auch Zu- und Eingänge der Veranstaltungen betraf.

I heart digital life stellt eine Twitterumfrage vor, die geschlechtsspezifische Unterschiede im Twitterverhalten von Frauen und Männern aufzeigen will.

It’s biology, there is nothing we can do about it. Haha, schuehsch.net zeigt ein hübsches Filmchen, das die weiblichen Unzulänglichkeiten darstellt – das 19. Jahrhundert lässt grüßen.

Einen positiven Trend meldet diestandard.at: Auf dem japanischen Filmfestival „Nippon Connection“ in Frankfurt sind Frauen die interessanteren Newcomer.

Sarah Haskins guckt sich diese Woche Frauen in amerikanischer Fast Food Werbung an.

Die ARD thematisierte in Frank Plasbergs Sendung „hart aber fair“ die Zukunft der Ehe. Zum Thema „Wie viel Treue braucht der Mensch“ diskutierte unter anderem auch Julia Seeliger mit. Das Video zur Sendung steht noch bis Mitte der Woche online.

Ein Blog, das mir persönlich diese Woche gut gefallen hat ist wearsthetrousers.com. Das Online-Magazin featured ausschließlich Musikerinnen und bildet damit einen guten Gegenpol zur Endlosschleife in Rolling Stone und Co. dargestellter Männer.


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