Einträge mit dem Tag ‘Auszeichnungen’


UNICEF-Foto des Jahres: elfjährige Braut

17. Dezember 2007 von Susanne

Dieses Bild ist “UNICEF-Foto des Jahres 2007″ geworden. Es zeigt eine Elfjährige mit ihrem 40-jährigen Verlobten. Die Eltern des Mädchens sagen, sie brauchen das Geld. Der Bräutigam sagt, er wolle seine zukünftige Frau zur Schule schicken. Die Leute im Dorf sagen: “Die Männer wollen keine gebildeten Frauen, das Mädchen wird wohl bald Kinder bekommen.”

„Was fühlst du heute?“ fragte Fotografin Stephanie Sinclair das Mädchen Ghulam am Tag ihrer Verlobung. “Nichts“, sagte das Mädchen etwas verwirrt. “Ich kenne diesen Mann nicht – was sollte ich fühlen?“

Über unicef.de

(Foto: Stephanie Sinclair)

Nachtrag am 19.12.: Der niederländische Schriftsteller Leon de Winter schreibt auf spiegel.de über all das, was dieses Foto in ihm auslöste: “… dass unser Universum (…) in seinem tiefsten Inneren getroffen worden ist vom Leiden dieses einsamen, sehr einsamen Mädchens.”


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Unilever will alle kriegen

8. Dezember 2007 von Susanne

Am Mittwochabend, am 5. Dezember, vergab der Art Directors Club seine Preise. “ADC Kunde des Jahres 2007” wurde Oliver Engels von Unilever, der die “real beauty”-Kampagne von Dove erfunden hat. Seine “Initiative für wahre Schönheit” wurde ein internationaler Erfolg, weltweit adaptiert.

Doch Unilever verkauft nicht nur Dove, sondern auch Axe-Produkte. Und dessen Werbung ist das genaue Gegenteil der “Inititative für wahre Schönheit”: sexistisch und plump. Rund 2.500 Beschwerdebriefe seien im Unternehmen eingegangen, in denen Kunden fordern, die Axe-Kampagne einzustellen. Unilever verteidigt sich, die Axe-Werbung solle nur auf “typisches Flirtverhalten anspielen”.

Auf Youtube gibt es derweil einen vieldiskutierten Clip, der den (wirklich guten) Dove-Werbefilm “Onslaught” mit Axe-Schnipseln zusammenschneidet. Der Dove-Clip wirbt mit dem Slogan “Sprich mit deiner Tochter, bevor es die Schönheitsindustrie tut”:

Das neu zusammengeschnittene Filmchen spielt darauf an mit dem Slogan “Sprich mit deiner Tochter, bevor Unilever es tut“:


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Doris Lessing kritisiert die Welt

8. Dezember 2007 von Susanne

Die Literaturnobelpreisträgerin Doris Lessing ließ vor der Übergabe des Preises eine Rede verlesen, die deutlich machte, dass Lessing mit dem Zustand der modernen Welt nicht besonders einverstanden ist. Sie kritisierte darin die Chancenlosigkeit der Menschen in der dritten Welt und die Wegwerfmentalität in den Industriestaaten. Kurz: “Wir sind ein übersättigter Haufen.” Und in einem kleinen Exkurs tadelte Lessing den Umgang mit jungen Schriftstellerinnen. Tauche ein neues Talent auf, frage man nur: “Wie sind ihre Möpse? Sieht sie gut aus?”

Doris Lessing wurde in den sechziger Jahren in Deutschland bekannt mit ihrem feministischen Roman “Das Goldene Notizbuch“. Auch heute noch ist sie aktive und kritische Feministin. 2001 sagte sie, Feminismus bedeute nicht, “auf Männer einzudreschen”. Eine sehr moderne Einstellung – danke, Doris Lessing.

(Foto über hoffmann-campe.de)


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