Einträge mit dem Tag ‘Ausbeutung’


Goodbye Gender, Frauen in der Computergeschichte, Hot Girls – kurz verlinkt

9. September 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 292 von 346 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Beiträge

Tanja Parr schrieb in diestandard eine Buchrezension zum „Goodbye Gender“ von Ivan E. Coyote und Rae Spoon.

Seit letzter Woche ist im Paderborner Heinz Nixdorf MuseumsForum die große Sonderausstellung „Am Anfang war Ada. Frauen in der Computergeschichte“ geöffnet. Sie zeigt auf 700 Quadratmetern nicht nur Leben und Leistung der ersten Programmiererin der Geschichte Ada Lovelace (1815-1852), sondern würdigt auch die Arbeiten zahlreicher anderer Frauen in der Computerentwicklung bis in die Gegenwart.

Englischsprachige Beiträge

Anna Merlan bespricht auf Jezebel den Film „Hot Girls Wanted“, der über ausbeuterische Praktiken der Porno-Industrie aufklären will, und einige seiner Hintergründe.

Im Guardian äußert sich Doris Akrap skeptisch zur aktuell gefeierten „Willkommenskultur“ in Deutschland.

Auf Many Voices berichtet die CeCe McDonald über ihre Perspektive auf Religion und Spiritualität.

 


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Kampf gegen Ausbeutung, neue Vorbilder und unabhängige Prinzessinnen – kurz verlinkt

8. Juli 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 287 von 346 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Beiträge

„Am 2. Juli 2015 hat der Bundestag das Gesetz zur Neubestimmung des Bleiberechts und der Aufenthaltsbeendigung verabschiedet“: Über die drohende Ausweitung von Abschiebehaft und erneute Verschärfung der Einreisebestimmung schreibt Pro Asyl.

Die Bloggerin Katrin von Reizende Rundungen ist aktuelles roleUP Vorbild:

Englischsprachige Beiträge

(K)eine typische Prinzessin: A Mighty Girl stellt ungewöhnliche Bücher mit und über unabhängige Prinzessinnen für Kinder und Jugendliche vor.

„My grandmother was born Black and poor in Trujillo’s Dominican Republic. She was only five years old when the state-sanctioned killings of thousands of Haitian migrants widely known as „the Parsley Massacre“ occurred.“ Im Ebony Magazine reflektiert Claudia de la Cruz rassistische Praxen in der Dominkanischen Republik, Haiti und den „Global War on Blackness.“

„Sick and Tired“: Über den Kampf gegen Ausbeutung, Gewalt und für Bürger_innenrechte durch verschiedene Gewerkschaften und Frauengruppen in Sri Lanka berichtet Open Democracy.

Im Fahrwasser der Rachel-Dolezal-Geschichte wurde auch nochmals der Blick auf die Wissenschaftlerin Andrea Smith gerichtet, die sich jahrzehnte lang als Native American präsentierte. Colorlines fasst die wichtigsten Diskussionssträge zusammen und verlinkt auf eine Reihe von Artikeln, z.B. die Liste „cool indigenous feminist scholars to check out“ auf dem Tumblr mé’êško’áe.

Bill Cosby Shows Once Again, We Listen to the Wrong People When It Comes to Sexual Assault„, schreibt Jamilah King bei Mic.

Termine in Berlin

Berlin, am 11. Juli: „Behindert und verrückt feiern“ – die Pride Parade. Start: 16 Uhr, Hermannplatz.

Berlin, 17. – 19. Juli: Female Focus Festivals mit Musik, Podiumsdiskussion und Workshops.

Berlin, bis 16. Juli: Ausstellung queerfeministische Malerei: material matters – bewegte und widerspenstige Körper von Deborah Schmidt. Artist Talk am 11. Juli 2015.


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Regelverstöße bei der Bespitzelung, Diskriminierung in der Klimaschutzbewegung, Ausbeutung im Nagelstudio – kurz verlinkt

13. Mai 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 4 von 346 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Foodwatch hat eine dickenfeindliche Kampagne gestartet, die Sophie Schimmerohn in ihrem Kommentar bei uns bereits ausführlich kritisierte (den Text gibt es auch als PDF). Foodwatch ist bestimmt auch an eurem Feedback zur Kampagne interessiert, schreibt sie an: auf twitter @foodwatch_de und Facebook.

Für eine Abschlussarbeit in Psychologie zu Auswirkungen von Mehrfachdiskriminierung auf die (psychische) Gesundheit untersucht die Marburger Uni „insbesondere Wechselwirkungen von Rassismus und Homo-⁠/⁠Biphobie auf die Gesundheit von Frauen*“.

„Im Skandal um die Polizistin, die von 2001 bis 2006 verdeckt in der linken und feministischen Szene in Hamburg ermittelt hat, mehren sich die Hinweise auf massive Regelverstöße beim Vorgehen der Polizei“, berichtet die Frankfurter Rundschau.

englischsprachige Links

Wie queere und trans Personen of Colour in der Klimaschutzbewegung unsichtbar gemacht werden und warum das gefährlich ist, beschreibt das bluestockings magazine.

Sich mal selbst was Gutes tun mit einer schönen Maniküre? Mag verlockend klingen, wenn die Ausbeutung und Misshandlungen, denen die Mitarbeiterinnen von Nagelstudios oftmals ausgesetzt sind, unsichtbar bleiben. Die New York Times berichtet.

Über die Überwachung von und ständige Verfügbarkeitserwartung an Arbeitnehmer_innen durch Arbeitgeber_innen schreibt Melissa McEwan auf Shakesville:

Termine in Hidesheim, Kiel, Berlin und Oldenburg

14. – 16. Mai, Hildesheim: Performing Back – eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Kontinuität deutscher kolonialer Vergangenheit von und mit Simone Dede Ayivi. Später im Monat auch in Oldenburg, siehe unten

15. – 17. Mai, Kiel: laDIYfest – Magda ist auch mit einem Workshop dabei!

29. Mai, Berlin: Lowkick Soli-Party. Die Einnahmen ermöglichen FrauenTrans* und Mädchen eine Woche im vom Lowkick e.V. organisierten Camp Selbstverteidigung/Thai_Kickboxen zu trainieren – auch wenn sie es sich finanziell nicht leisten können.

29. – 30. Mai, Oldenburg: weitere Aufführungen von Performing Back


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Feminist Fun Friday: Die „Reiche Leute sind auch arm dran!“-Edition

16. Januar 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 10 von 14 der Serie Feminist Fun Friday

Manche Dinge kann Geld nicht kaufen. Was Mastercard schon lange weiss, beklagt nun auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) in einem gestrigen Artikel, der uns „Robert Neunkirch“ (ein Pseudonym) vorstellt, einen „Spitzenverdiener,“ der es doch nie aus dem „guten Vorort von Frankfurt“ rein in die Millionenvillen des Taunus schaffen wird. Ab wann ist man reich?, fragt die FAZ, und sie und Neunkirch resümieren gleich, dass 10.000 Euro brutto im Monat schon nicht schlecht sind, da aber noch viel Luft nach oben bleibt, schließlich trifft uns dieser Kapitalismus letztlich ja alle. Neunkirch ist kein Bootsbesitzer und geht auch nicht jedes Jahr Skifahren, aber Steuern müssen er und andere trotzdem zahlen – es ist wie ein Fluch, der sich über Besserverdiener_innen gelegt hat.

Dass 60 Prozent des Vermögens in Deutschland auf zehn Prozent der Bevölkerung versammelt ist, bleibt bei solchen Qualen natürlich Nebensache. Der Artikel entlarvt den „Durch harte Arbeit zum_zur Millionär_in werden kann jede_r!“-Mythos einer vermeintlichen „Leistungsgesellschaft“, und doch wird Neunkirch, stellvertretend für gutverdienende (aber nicht tatsächlich speerspitzenverdienende, menno…) Menschen, als ein hart getroffenes Opfer des Systems und als eigentlich wohlmeinender Sündenbock für missgünstige, da ärmere Menschen dargestellt, als das schwer gegängelte Fundament der Gesellschaft. Kapitalismuskritik? Fehlanzeige. Wenn, dann ein Hauch von „schaffendem“ gegen „raffendes“ Kapital, dem latent antisemitischen Argumentationsmuster derjenigen, die Kapitalismus dann kritisch sehen, wenn sie selbst zu wenig erben; wenn sie dann doch nicht bei dem einen Prozent, dem wiederum fast ein Viertel des Gesamtvermögens gehört, dabei sind.

Die Einkommensschere, Hartz-4-Reformen und Ausbreitung des Niedriglohnsektors, Mindestlohn-Ausnahmen, Gender Pay Gap, Quotendiskussionen, besondere Armutsrisiken für Alleinerziehende und der Fakt, dass Asylbewerber_innen bis vor zwei Jahren 225 Euro pro Monat zum Leben zur Verfügung stand, müssen fast gänzlich unerwähnt bleiben in dieser Selbstmitleidsinszenierung einer weißen, deutschen Oberschicht, die keine Yacht besitzt. Natürlich ganz zu schweigen davon, dass man nicht umsonst zum Beispiel zwischen absoluter und relativer Armut unterscheidet und das wiederum Beschwerden über mäßigen bis großen (aber eben tragischerweise nicht größten) Reichtum in Relation setzt.

Trotz der harten Verhältnisse „gönnt“ sich Neunkirch aber auch mal was, sagt er – das beruhigt uns. Wir gönnen es ihm. Und uns gönnen wir eine bebilderte Kommentierung der schönsten Blüten dieses Artikels. Immerhin.

[Übrigens: Falls der Feminist Fun Friday bei euch GIF-Alarm auslöst, findet ihr hier eine Anleitung, um diese zu deaktivieren.]

„Seit Robert  Neunkirch weiß, dass er reich ist, schläft er schlecht. Nachts hört er  es manchmal knacksen im Haus, als stiege ein Einbrecher durchs Fenster  ein. Er streitet sich fast täglich mit seiner Frau, weil sie eine Sauna  im Keller will, er das aber für Geldverschwendung hält. Früher, sagt  Robert Neunkirch, war er eigentlich ganz entspannt. Dann kam vor drei  Jahren mit der neuen Stelle eine Gehaltserhöhung, und seitdem ist  Neunkirch reich, zumindest auf dem Papier.“

     

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GDL-Streik: Mobilität für George, Gina & deine Mutter

7. November 2014 von Gastautor_in
Dieser Text ist Teil von 15 der Serie Ökonomie_Kritik

Frederik bloggt auf  Techno Candy und twittert auch.

Die Lokführer_innen streiken, die Fahrgäste drängeln und seufzen, die Medien hetzen und die Bahn-Verantwortlichen lassen eine Schmierenkampagne auf die Leute im Arbeitskampf niederregnen.

Der Streik tut weh, weil die Leute das Gefühl haben, dass sie sich nicht mehr frei bewegen können und in ihrer Mobilität eingeschränkt werden. Ich habe gestern einen Tweet verfasst, der bis jetzt 43 mal retweetet wurde (fame!) (üblicherweise werde ich von meinen großzügigen Follower_innen 0-2 mal retweetet), den ich jetzt noch ein bisschen ausführen will.

Was ist denn eingeschränkte Mobilität?

Eingeschränkte Mobilität, das ist das alltägliche Versagen der Deutschen Bahn. Das sind unendlich steigende Ticketpreise im Nah- und Fernverkehr (bei 19,20 Euro ALG II für den ÖPNV pro Monat), Ausfälle und Verspätungen wegen beschädigter Bahnen und Strecken, ein lückenhaftes Streckennetz, immer mehr geschlossene Bahnhöfe, kaum funktionierender Ersatzverkehr bei Störungen, und das Winterprinzip (Pro Schneeflocke eine gecancelte Fahrt). Das ist die Konsequenz von Privatisierung öffentlicher Güter.

Eingeschränkte Mobilität, das sind die Barrieren, die Leute mit Rollstuhl, Rollator, Krücken vom Reisen abhalten, das sind Zugfahrer_innen, die keine Zeit haben, die Rampe auszufahren, das sind fehlerhafte oder undeutliche Durchsagen, das sind überfüllte, stickige, zu heiße oder zu kalte Wagen. Das ist Ableismus.

Eingeschränkte Mobilität, das sind die inneren EU-Grenzen, die nur für weiße Menschen easy zu überqueren sind, das ist Racial Profiling bei Ticket- und Ausweiskontrollen, das ist Polizeigewalt und rassistische Schikane durch Behörden und Beamte, das sind die äußeren EU-Grenzen, an denen Leute ertrinken, verhungern, verdursten und ermordet werden. Das ist Rassismus.

Eingeschränkte Mobilität, das ist Catcalling auf der Straße, Sexismus am Arbeitsplatz, Rapeculture, Angst haben müssen, wenn mensch alleine nach Hause gehen will, das ist Gewalt und Kontrolle in Beziehungen, das sind Morde und Gewalt an trans Frauen, Queers und Sexarbeiter_innen, das ist die Potenzierung dieser Gewalt für all jene, in deren Lebensrealität Rassismus, Cissexismus und Armut eine Rolle spielen. Das ist Patriarchat.

Eingeschränkte Mobilität, das ist, wenn Feminismus plötzlich heißt, dass einige weiße cis Frauen die Möglichkeit haben, auf Kosten migratisierter, armer Personen unterschiedlichen Genders ähnliche giftige Privilegien abzuräumen wie einige weiße cis Männer sie genießen. Wenn Haushaltsarbeit, Pflegearbeit und Kinderbetreuung als klassische weibliche Arbeiten unterbezahlt und isoliert stattfinden, sodass eine Organisierung der Arbeiter_innen schwierig und ein Streik kaum denkbar wird. Wenn Deutschland das Land ist, in dem die Klassenreise nach „oben“ in ganz Europa am schwersten ist (mal abgesehen von der Reise nach Europa). Wenn ganze Stadtviertel entvölkert und neu besiedelt werden, sodass jene, die in den schicken Lofts irgendwas am Computer (Mac!) rumklicken, zur Arbeit mit dem Fahrrad fahren können (green!), und jene, die die Lofts putzen, eineinhalb Stunden in der nun streikenden S-Bahn verbringen müssen, um überhaupt ihren outgesourcten Job antreten zu können (5 Euro!).

Das sind Gründe, die Wut nicht auf die Gewerkschaft der Lokführer_innen oder gar auf die Streikenden selbst abzuladen. Das sind Gründe, die Bahn und alle anderen Unternehmen zu beklauen und zu betrügen. Das sind Gründe, unsere eigene Arbeit zu analysieren und zu verstehen, um dann in den Streik zu treten, welche Arbeit auch immer wir ausführen.


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Ein Hoch auf die Introvertierten – „Liebe mich, weil“

9. April 2014 von Jayrôme

Jayrôme C. Robinet ist freier Autor und Spoken Word-Künstler. Gender fluid mit Variationshintergrund, weiß, wird in Deutschland meistens als Person of Color gelesen, Akademiker aus einer bildungsbürgertumsfernen Familie und besitzt die französische Staatsbürgerschaft. Im Mai leitet er eine Workshopreihe für queere LSBT*I* zu Spoken Word bei xartsplitta. Für mehr Infos: contact@xartsplitta.net. Auf Jayrômes Blog veröffentlicht er Gedichte, Analysen und Gedanken in schriftlicher und audio_visueller Form in französischer, deutscher und englischer Sprache. Darunter auch nachfolgendes Gedicht, das wir mit seiner Genehmigung hier zweitveröffentlichen und mit ihm gemeinsam zusätzlich ins Deutsche übersetzt haben.

a tribute to introverts – „love me because“

sometimes I’m afraid
someone could
like me
I’m afraid someone could like me
because
just because
they’d see me as exotic
a curiosity
an exciting novelty

this girl, telling her homies she’s dating a transperson
maybe in order to make her life sound more interesting?

this girl, thinking of herself as “open-minded“
yes, “so open-minded she can even date me“
is actually not a compliment

this girl, outing me as trans’ to the world
because she’s sooo queer she does NOT want to be seen as straight
I understand… but which space is left for me?

this girl so fucking loving the fact I’m trans – in public
in fact in private she’s bothered
bothered because I’m not behaving the way she expects or wants me to
bothered because I’m too masculine and not masculine enough
bothered because I grew up believing there’s something wrong with me
therefore I would need time
I’d need time
sometimes I’m afraid someone could
dislike me
just because
I am

sometimes I’m afraid someone could like me
because
just because
I’m french

so „charming“
so „cute“

this guy, smiling at my mispronunciation
„so cute“

those people, charmed whenever I create my own idioms:
– well, in my opinion european immigration politic and death sentence are as like as two drops of water –
„so cute!“

this woman, delighted when she gets to know:
“you’re from France? oh my god, that’s fantastic!!”
as if I had just given her the formulation of a cancer vaccine
please learn this:
France is a mosquito
France is a mosquito that thinks it is an ant
France is a mosquito-ant sucking blood, oil and gold 40 times its own weight
a bug confusing its bugs colony and colonialism
a stupid bug that some day may die of colon cancer
and I don’t have the formulation against it

sometimes I’m afraid someone could love me
just because
I’m sexy
it may sound like a joke
or a luxury problem
and in fact I guess it is
but I do not want to be dated for the way I look, period
I’m on the fence between finally feeling good
longing to dress up and work out to balance my mood and
wishing to hide so nobody can get attracted to me because of my appearance

sometimes I’m afraid someone loves me and it has nothing to do with ME

sometimes I’m afraid when someone loves me
sometimes I’m afraid someone loves me
sometimes I’m afraid
you
wouldn’t love me
I’m afraid you wouldn’t love me
if you’d meet up deep inside the inner me

therefore
if one day you feel like wanting to love me
please know that sometimes I cross the street in order to avoid making small talk
even if three years ago I attended a small talk class at an adult evening center
because I thought there was something wrong with my social skills
please know that most of the time when I arrive at a party the first thing I want to do is
leave
would you mind going over to my place and being quiet together?
let’s lay down on my bed and play Scrabble all night
or I could read my fav book while you’re playing video games?
ooh… can I watch you play video games, please?

if one day you feel like wanting to love me
please know that I need time to trust
please know that it takes quite long for me to make decisions
please know that sometimes I can even be an extrovert
plus, that I’m prone to sadness and anxiety
believe me, I’m funnier online

if anytimes you feel like wanting to love me
first I have to confess
that the first time you called me
I was home
but I couldn’t pick up the phone
my phone was ringing in my hand and I was starring at your name on the display and I was overwhelmed with happiness oh my god I couldn’t believe that YOU were calling ME and Jesus I was so NOT prepared to chat with you

I would like you to know that sometimes I feel peace a whole week just because I’ve received a single email of you
it happened three times that after reading your message I felt so blessed that I cried
so deep inside I decided to redefine the meaning of tears
see, every time I see you I want to write you

if you feel like one day you want to love me
please know that I will never kiss you
I will never kiss you
first
I will never kiss you
the first time
without asking
and perhaps the second time neither
I want you to know that I know we’re both shy and afraid
and that’s ok

if anytimes you want to feel like loving me
I would love you to know what a mess I can be
how moody and stupid I can get
how hard I am sometimes to handle
and I would love you to love me for those reasons
I would love you to love me
just for those reasons

I would love you to love me
because of the way I speak
to you
because of that very specific tone of my voice
when I speak to you

but please know that I may open your kitchen cupboard and won’t be able to find the granulated sugar box even if it’s right up in front of my eyes

therefore
if anytimes you feel like wanting to love me
if anytimes you want to feel like loving me
I’d love to give you what you deserve
making you happy in ways you didn’t expect nor ask for
and it’s ok if you don’t know how to respond
if you love me
please do
please do so because you want to see me grow
please do so because you want to see us grow
but first
please
let me worship you
exactly the way you are

if one day you feel like wanting to love me
if one day you feel like loving me
please do
for the purpose of nurturing our spiritual growth
yours and mine
mine and yours
but first
please
first
let’s keep loving each other
exactly the way we are

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Applaus für … eine ehemalige Praktikantin

31. März 2014 von Charlott
Dieser Text ist Teil 29 von 39 der Serie Applaus für

Plakat zur Bewerbung von Ausbildungen bei Rewe, gesehen bei der Bravo, wo ein „VIP-Praktikum“ verlost wurde.

17.281,50 Euro, zuzüglich Zinsen. Das ist die Summe, die eine ehemalige Praktikantin eines Bochumer Rewe-Markts in einer gerichtlichen Auseinandersetzung erstreiten konnte. Fast acht Monate hatte die zu dem Zeitpunkt 19-jährige in dem Markt ein unbezahltes Praktikum absolviert. Im Oktober 2012 hatte sie für einen Monat ein „Schnupperpraktikum“ angetreten, danach wurde dies mehrfach verlängert und ihr Hoffnung auf eine Lehrstelle gemacht. Erst im März 2013 wurde tatsächlich ein Ausbildungsvertrag abgeschlossen, der allerdings erst ab September gelten sollte – bis dahin wurde vorausgesetzt, dass sie weiterhin ohne Entlohung in dem Markt arbeitet. Ver.di berichtet:

Schließlich nahm sich die Dauerpraktikantin einen Anwalt. Sie sah zu diesem Zeitpunkt keine Perspektive mehr für eine Ausbildung in dem Rewe-Markt. Ihr Vorteil war, dass sie über ihre Dienstzeiten Buch geführt hatte und somit genaue Angaben zu ihren unbezahlten Arbeitsstunden machen konnte. Das Arbeitsgericht sprach ihr den verdienten Lohn zu.

Der Marktbetreiber will wohl Berufung einlegen.


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Bezahlte Reproduktion: Politische Kämpfe und Organisierung von illegalisierten Arbeiter_innen

10. März 2014 von Gastautor_in
Dieser Text ist Teil 12 von 15 der Serie Ökonomie_Kritik

Wir freuen uns über diesen Gastbeitrag von Emilia Roig, die mit uns ihre Eindrücke eines Workshops aus dem vergangenen Jahr teilt. In diesem ging es um politische Kämpfe und Organisierung von illegalisierten Arbeiterinnen im Care-Sektor. Wir veröffentlichen diesen Beitrag anlässlich der heute und morgen stattfindenden Tagung „Deutschland im Pflegenotstand – Perspektiven und Probleme der Care-Migration“, auf der Emilia als Referentin vertreten ist. Leider kommt die Tagung ohne Beteiligung der Menschen aus, um die es geht: migrierte Pfleger_innen und Pflegebedürftige. In diesem Zusammenhang weisen wir außerdem auf die Care Revolution Konferenz in Berlin hin, die dieses Wochenende stattfindet.

Emilia wrote this article in English, so please scroll down for the English version!

Am 9. November 2013 organisierten die Gruppe Respect und die Gender-AG von Attac einen Workshop mit dem Titel „Do you want to build a fairer world, but don’t know how?“ [deutsch: Möchtest du eine gerechtere Welt aufbauen, aber du weißt nicht wie?].
Im Flyer war es als ein „Workshop von und für Frauen, die arbeiten“ angekündigt. Im Rahmen des Workshops tauschten sich Frauen, die so genannte reproduktive Arbeit – Reinigen, Kinderbetreuung und Altenpflege – ausüben, über ihre Erfahrungen aus, suchten nach Handlungsstrategien und entwickelten Lösungen. Der Workshop war in drei Gruppendiskussionen aufgeteilt: die erste eröffnete einen Raum, um mögliche Alternativen zu Reproduktionsarbeit für Frauen mit einem ungesicherten Aufenthaltsstatus zu reflektieren; die zweite Diskussion sollte nach Lösungen für eine bessere Organisation von Kinderbetreuung und häuslichen Reinigungstätigkeiten suchen; und die dritte hatte das Ziel über politische Kämpfe von Arbeiter_innen, die von ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen betroffen sind, zu sprechen.

Diese Diskussionsräume waren mit Kreativität, Selbstreflektion, politischem Aktivismus und Visionen gefüllt. Es ging nicht darum zu jammern oder die eigene Frustration in die Gruppe zu tragen. Stattdessen wurden Viktimisierung und Selbstmitleid in Austausch, Solidarität und Empowerment verwandelt. Ideen, Fragen und Kommentare strömten aus allen Richtungen auf spanisch (castellano), englisch, französisch und deutsch, entweder als direkte Redebeiträge oder als Übersetzungen. Frauen aus Peru, Chile, Ecuador, Kenia, Benin und weiteren Ländern haben seit einigen Jahren über gemeinsame Erfahrungen eine Community aufgebaut. Women in Exile, eine selbstorganisierte Gruppe von Flüchtlingsfrauen in Brandenburg-Berlin mit einem Fokus auf die spezifischen Themen von asylsuchenden Frauen und Flüchtlingsfrauen in Deutschland, teilten ihre Erfolge und Strategien und trugen Hoffnung und Motivation in die Gruppe, die zu politischen Kämpfen arbeitete.

Aufgrund der großen Herausforderungen und Schwierigkeiten für illegalisierte Frauen auf struktureller und institutioneller Ebene und aufgrund ihres ungesicherten Statuses kann politischer Aktivismus überfordernd sein. Restriktive Politiken, diskriminierende Praktiken und unmenschliche Gesetze entmachten sehr und erschweren kontinuierliche und koordinierte Aktionen. Angst vor Abschiebung, einbehaltene Löhne, erniedrigende Arbeits- und Wohnverhältnisse, Machtmissbrauch, Unsichtbarmachung und Rassismus sind die Themen, zu denen politische Aktionen organisiert werden. Das praktische Organisieren von Kinderbetreuung und Reinigungsarbeiten/Putzen wurde ebenfalls diskutiert, die Gruppe stellte die Frage: „wer betreut unsere Kinder und reinigt unser Zuhause, während wir andere Kinder betreuen und das Zuhause von anderen reinigen?“, weil die meisten Frauen im Workshop keinen Zugang zu staatlicher Kinderbetreuung und anderen staatlichen Dienstleistungen haben. Während nach alternativen Lösungen gesucht wurde, schlug die Gruppe vor, ein Rotationssystem zu starten, in dem jede Frau einmal die Verantwortung für einige Kinder übernehmen würde.

Candy*, eine der Teilnehmerinnen, suchte nach einem Ort, wo sie sich mit anderen Frauen in einer ähnlichen Situation und mit ähnlichen Problemen vernetzen konnte. Ihre ständige Angst, ihre Arbeit zu verlieren, produziert belastende Machtdynamiken mit ihren Arbeitgeber_innen, die manchmal ihren Lohn einbehalten oder ihr nur die Hälfte des vereinbarten Betrags zahlen. Um ihre Lebenssituation zu verbessern, wäre eine Lösung, sich Papiere zu beschaffen, wie sie sagt; aber auch, dass sich politischer Aktivismus sich für mehr einsetzen muss als nur für Papiere und bezieht sich dabei auf eine ihrer Freund_innen, die noch immer auf der Arbeit ausgebeutet wird, obwohl sie eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten hat.

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