Einträge mit dem Tag ‘Armut’


Bristol Palin über Teenagerschwangerschaften

13. April 2010 von Magda

Bristol Palin, Tochter von Sarah Palin, Ex-US-Vizepräsidentschaftskandidatin der Republikanischen Partei, wurde Ende 2008 mit knapp 18 Jahren Mutter eines Sohnes und ist seit dessen Geburt in der US-amerikanischen Abstinenzbewegung aktiv. Sex vor der Ehe? Kommt für Bristol nicht (mehr) in Frage. Im Mai 2009 ließ sich Bristol dann für die Candie’s Foundation verpflichten, eine gemeinnützige Organisation, die sich die Bekämpfung von Teenagerschwangerschaften auf die Fahnen schreibt.

Auch wenn die Aussage dieses aktuellen Videos der Candie’s Foundation wohl gut gemeint ist, hinterlässt es doch einen schlechten Nachgeschmack: Teenagerschwangerschaften sind insbesondere dann zu verurteilen, wenn die jungen Mütter arm sind. Reiche (berühmte) Mädchen hingegen müssen sich kaum Sorgen machen. Auch wenn dies wohl der gesellschaftlichen Realität entspricht, ist die Tatsache, dass diese moralische Lehrstunde von jemanden wie Bristol Palin kommt, doch irgendwie, hmm… bevormundend? Wie Sociological Images passend titelt: “Teenagerschwangerschaften sind ätzend – es sei denn, du bist Bristol Palin”

What if I didn’t come from a famous family?
What if I didn’t have all their support?
What if I couldn’t finish my education?
What if I didn’t have all these opportunities?

Believe me, it wouldn’t be pretty.
Pause… before you play.

(Zu Deutsch: Was wäre, wenn ich nicht aus einer berühmten Familie käme? Was wäre, wenn ich nicht deren Unterstützung hätte? Was wäre, wenn ich meine Ausbildung nicht beenden könnte? Was wäre, wenn ich nicht all diese Möglichkeiten hätte? Glaube mir, es wäre nicht schön. Warte, bevor du ‘spielst’.)

Was denkt ihr?


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12jährige Kinderbraut im Jemen tot

12. April 2010 von Magda

Vor einiger Zeit berichteten wir über einen Gesetzesentwurf im Jemen, welches ein Mindestalter für Heiratende vorsah. Dieses Gesetz hätte Elham Madhi al Assi vor dem Tod bewahren können: Nachdem die 12- oder 13-Jährige (genaues Alter nicht bekannt) zwangsverheiratet wurde, verblutete sie nach mehrfacher Vergewaltigung und verstarb zwei Wochen nach Eheschließung. Die Ehe wurde vom Bruder des Mädchen mit dem 23jährigen Al-Hikmi arrangiert, der ihm im Gegenzug dazu seine Schwester versprach.

Auch nachdem die eigene Mutter ihre Tochter aus Angst vor “Schande” dazu drängte, mit dem über zehn Jahre älteren Ehemann zu schlafen, verweigerte sich Elham ihm, woraufhin dieser von einem Arzt Beruhigungsmittel verlangte. Der Arzt lehnte dies ab, so dass Al-Hikmi dem Mädchen eigenhändig Medikamente verabreichte und sie wiederholt vergewaltigte. Daraufhin musste Elham ins Krankenhaus, wo eine Ärztin den Mann anwies, sie auf Grund ihrer katastrophalen Verletzungen für mindestens zehn Tage nicht anzufassen. Er hielt sich nicht daran, woraufhin Elham an den Folgen einer wiederholten Vergewaltigung starb.

Nojoud Ali wurde zum Gesicht des Kampfes gegen Zwangsheirat im Jemen. Sie setzte 2008 zehnjährig die Scheidung ihrer Zwangsehe mit einem 22 Jahre älteren Mann durch.

Nojoud Ali wurde zum Gesicht des Kampfes gegen Zwangsheirat im Jemen. Sie setzte 2008 zehnjährig die Scheidung ihrer Zwangsehe mit einem 22 Jahre älteren Mann durch.

Ein Viertel der Mädchen werden im Jemen, dem ärmsten Land im Nahen Osten, vor ihrem 15. Lebensjahr verheiratet. Viele Familien bevorzugen junge Bräute, weil sie “gefügsamer seien und erwartungsgemäß mehr Kinder zur Welt bringen”. Eine arrangierte Hochzeit der Töchter sei für viele arme Familien die einzige Möglichkeit, einen Weg aus der Armut zu finden.


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Was die US-Gesundheitsreform (nicht) leistet

6. April 2010 von Magda

Vor knapp zwei Wochen wurde die US-Gesundheitsreform mit Barack Obama’s Unterschrift in Kraft gesetzt. Eine so genannte Executive Order (“Verfügung des Präsidenten”), die im Sinne des Hyde Amendments das Verbot bestätigte, Bundesmittel für Abtreibung zu nutzen, überzeugte wohl noch in letzter Minute einige reformkritische Abtreibungsgegner_innen, doch für das Paket zu stimmen. Die Entscheidung im US-Respräsentantenhaus war knapp: 219 zu 212 Stimmen für die Gesundheitsreform, sehr zum Ärger der Republikanischen Partei und auch einiger Demokrat_innen, die sich von Anfang an gegen die Reform stellten.

Laut MsMagazine werden ab 2014 jene 15 Millionen Amerikaner_innen Versicherungsschutz durch Medicaid (eine staatliche Vorsorge für die Ärmsten) bekommen, die weniger als 133% des offiziellen Armutslevels zur Verfügung haben. Nach und nach werden die im Gesetz formulierten Erneuerungen in Kraft treten, so dass künftig ca. 95% der Bevölkerung krankenversichert sein wird, ohne dass die aktuell noch existenten diskriminierenden Mechanismen greifen können.

So werden Arbeitgeber_innen mit mehr als 50 Angestellten dazu verpflichtet, ihren Arbeitnehmer_innen Versicherungsschutz bereitzustellen oder eine Strafe von $2.000 zu zahlen. Es wird Versicherungen untersagt, Verträge im Krankheitsfall der Versicherten zu kündigen und Bürger_innen mit so genannten pre-existing conditions (“Vorerkrankungen”) abzulehnen; dies gilt für Kinder schon ab diesem Jahr. Als “Vorerkrankungen” zählen bei einigen Krankenversicherungen u.a. Vergewaltigung, Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen waren oder schon mal einen Kaiserschnitt hatten.

Wie die New York Times nach der Inkraftsetzung der Reform passend bemerktBeing a woman is no longer a pre-existing condition (“Frau zu sein ist keine Vorerkrankung mehr”).

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Schwanger, arm und uninformiert in Irland

4. Februar 2010 von Magda

Nachdem im letzten Jahr drei Frauen aus Irland vor den Europäischen Gerichtshof zogen, um gegen das Abtreibungsverbot in ihrem Staat zu klagen (das Urteil wird voraussichtlich im Herbst gefällt), steht Irlands strikte Behandlung ungewollt schwangerer Frauen wieder unter Kritik:

Ein aktueller Bericht von Human Rights Watch zur Situation schwangerer Frauen in Irland beschreibt und kritisiert die von der irischen Regierung und dem Gesundheitssystem auferlegten Hürden, die im Falle eines beabsichtigten Schwangerschaftsabbruches überwunden werden müssen. Da Abtreibung in Irland illegal ist (außer wenn die Schwangere in Lebensgefahr ist), reisen jährlich rund 6000 Irinnen als so genannte “Abtreibungstouristinnen” nach England, um dort einen Abbruch vornehmen zu lassen.

Im Bericht (2010, pdf) von Humans Rights Watch heisst es:

The Irish government actively seeks to restrict access to abortion and consequently violates women’s human rights. (…) Further, the Irish government limits access to information about safe and legal abortion services through restrictive legislation. It has sought to prevent individual women from traveling abroad for abortion through injunctions and it refuses to regulate access to legal abortion within Ireland.

(Zu deutsch: “Die irische Regierung erschwert aktiv den Zugang zu Abtreibungen und verletzt dadurch die Menschenrechte von Frauen. (…) Darüber hinaus schränkt sie den Zugang zu Informationen zu sicheren und legalen Schwangerschaftsabbrüchen und Beratungsstellen durch eine restriktive Gesetzgebung ein. Die Regierung hat einzelne Frauen durch Unterlassungsurteile davon abgehalten, ins Ausland zu reisen, um eine Abtreibung vornehmen zu lassen und verweigert eine Verfügung zum legalen Zugang zu Abtreibungen im eigenen Land.”)

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Mama, zwei Kinder, kein Geld

28. Dezember 2009 von Barbara

“Was läuft eigentlich schief in einem Land, in dem eine alleinerziehende Mutter (gebildet, nicht arm, früher erfolgreich im Beruf, nette Verwandte) kaum über die Runden kommt? Ein ganz normaler Fall aus München” – so beginnt die Geschichte einer alleinerziehenden Mutter mit zwei Kindern, kürzlich im SZ-Magazin (der Text ist leider online nicht mehr verfügbar) abgedruckt.

Nun ist die Vorweihnachtszeit ja nicht nur für Plätzchen, Glühwein und Mistelzweig-Küsse wie gemacht. Sondern auch, um das Gewissen all derjenigen zu belasten, denen es eher gut geht als schlecht, indem viel über diejenigen berichtet wird, denen es eher schlecht geht als gut. Unabhängig von diesem Mechanismus lohnt sich die Lektüre dieses Artikels – außerdem ist die Vorweihnachtszeit ja nun beendet:

Vielleicht ist die Geschichte meiner Nachbarin gar nicht besonders tragisch. Und vielleicht ist das das Schlimme daran. Auf dem Papier ist sie nicht arm, sie bezieht kein Hartz IV, und damit geht es ihr offiziell nicht so schlecht wie anderen alleinerziehenden Müttern am Ende des Jahres 2009: Denn Armut in Deutschland ist vor allem ein Problem von Alleinerziehenden und Migranten, bestätigt wieder und immer noch eine Studie, in diesem Jahr veröffentlicht vom Institut für Wirtschaft und Gesellschaft in Bonn.

Demnach leben vierzig Prozent aller alleinerziehenden Mütter von Hartz IV; und dies sei, sagt die Studie, »maßgeblich auf die überdurchschnittliche Zunahme einkommensschwacher Alleinerziehender zurückzuführen, deren Zahl von 1996 bis 2006 um 925 000« anstieg. Nur fünf Prozent der 2,2 Millionen Alleinerziehenden sind Väter, fast allen geht es finanziell besser. Wenn nun meine Nachbarin nicht zum großen Heer der Armen gehört, wie viel kann ich von ihrem Schicksal erzählen, bis sich der Erste denkt: Also bitte, da ist sie schließlich selbst dran schuld?

(…)

Noch nie, das sollte man festhalten an dieser Stelle, ist sie auch nur eine Minute in einer Talkshow gesessen und hat ihr Leid geklagt, auch wenn der Autor Henryk M. Broder das pauschal Alleinerziehenden vorwirft wie vor Kurzem in seiner Kolumne in der Schweizer Weltwoche; aber die Inderinnen lobt er in den Himmel, denen es viel schlechter gehe – die aber schwiegen und schufteten stumm. Nein, Alleinerziehende sind heute nicht mehr gesellschaftlich geächtet, die Gesetze, die sie und die Kinder schützen, werden besser. Und doch kann kaum einer sich tragen lassen von der Gewissheit, das Menschenmögliche ausgeschöpft zu haben, sie zu unterstützen.


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Verarmte Ostfrauen

21. Dezember 2009 von Magda

Rund 400.000 einstige Hausfrauen aus der ehemaligen DDR, die heute Rentnerinnen sind, sind von Altersarmut betroffen. Hat sich in der DDR noch der Staat um jene Frauen gekümmert, hat das westdeutsche Rentensystem, welches beim Einigungsvertrag 1990 auf die gesamte Bundesrepublik übertragen wurde, die ostdeutschen Frauen übergangen, denn ein in der DDR geschiedener Mann kann aus juristischen Gründen nicht mehr belangt werden. Eine ostdeutsche Rentnerin bekommt rund 670€  - verglichen mit 1100€ für eine Rentnerin aus dem Westen. Hier ein Bericht von Panorama:

Gesehen beim mädchenblog.


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Die Gesundheitsreform in den USA und ihre Chancen für Frauen

5. November 2009 von Magda

Die USA und die Notwendigkeit einer Gesundheitsreform

Gestern vor einem Jahr wurde Barack Obama zum 44. Präsidenten der USA gewählt. Knapp zehn Monate nach seinem Amtseintritt im Januar 2009 werden im US-amerikanischen Repräsentantenhaus und im Senat aktuell Gesetzesentwürfe einer neuen Gesundheitsreform diskutiert. Das Reformpaket sieht neben Kostensenkungen im Gesundheitswesen einen Versicherungsschutz für 97-98% der US-AmerikanerInnen vor. Für jene AmerikanerInnen, die jetzt schon eine Krankenversicherung haben und zufrieden sind, ändert sich nichts. Die Reform versucht jene Menschen zu erreichen, die sich bisher keine Versicherung leisten konnten.

Wie diestandard.at berichtete, haben gegenwärtig etwa 46 Millionen der 300 Millionen AmerikanerInnen keinen Versicherungsschutz, obwohl die USA pro Kopf die weltweit höchsten Ausgaben für Gesundheit haben. 15% der US-AmerikanerInnen müssen demnach entweder auf medizinische Hilfe verzichten oder verschulden sich im Falle eines Krankenhausbesuches enorm.

Im Repräsentantenhaus hat man sich nun auf einen Gesetzentwurf zu einer staatlichen Krankenversicherung verständigt, die u.a. durch eine Reichensteuer (in Form von Einkommensteuererhöhungen für jene, die mehr als $500.000 im Jahr verdienen) und Einkürzungen bei Medicare&Medicaid finanziert werden soll, um so Krankenversicherungsleistungen für bisher Unversicherte bereitzustellen. Für die Umsetzung des Entwurfs würden die Kosten über zehn Jahre unter der von Obama vorgegebenen Höchstsumme von 900 Milliarden Dollar bleiben.

“Health Care is a Women’s Issue”

Auch Michelle Obama, First Lady & Mom-in-Chief, macht sich für eine Reformierung des Gesundheitssystems stark und betonte in einer Rede Mitte September, dass eine Gesundheitsreform aus zweierlei Gründen wichtig für Frauen sei:

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Vom Leben auf der Straße

17. Januar 2009 von Susanne

Im aktuellen Magazin der Süddeutschen Zeitung schreibt die Autorin Christine Zerwes über obdachlose Frauen. Sie erzählt die Geschichte von zwei Münchnerinnen und einer Hamburgerin, und wie es dazu kam, dass sie auf der Straße landeten, eine von ihnen auf einem Friedhof schlief, eine auf einem Hochsitz. Warum sich eine der Frauen das Leben nehmen wollte und wie sie trotzdem versuchen, ihre Würde zu behalten.


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Der Mädchen-Effekt

16. Oktober 2008 von Susanne

Gestern war Blog Action Day Against Poverty und dieser Beitrag zum “Girl Effect” ist besonders interessant, beeindruckend, gut:

Es klingt vielleicht erst einmal unglaublich, aber diesen Zusammenhang zwischen einer Investition in Mädchen der Entwicklungsländer und der ökonomischen Entwicklung dieser Länder gibt es wirklich. Er ist im Report “Girls Count” nachzulesen. Viele einzelne Biografien junger Frauen und Mädchen aus armen Regionen belegen diese These. Hier kannst du mit einer Spende ein Mädchen zur Schule schicken und den “Girl Effect” auslösen.

Über Feministing


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