Einträge mit dem Tag ‘Arbeitswelten’


Fair gehandelt?

26. Mai 2010 von Verschiedenen
Dieser Text ist Teil 13 von 13 der Serie Der Kommentar

Susanne Schäfer studiert an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster im Master Politikwissenschaft. Im Rahmen ihres Studiums hat sie sich mit den Genderaspekten im fairen Handel beschäftigt.

Der Konsum von fair gehandelten Produkten ist in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. Rund 270 Millionen Euro (PDF) gaben die Deutschen 2009 für Kaffee, Bananen, Schokolade oder Kleidung mit dem blau-grünen Siegel aus; das sind 26 Prozent mehr als im Vorjahr, wie der Verein TransFair e.V. Ende April in Bonn bekannt gab. Wem nützt der faire Handel – nur unserem Gewissen oder auch den Frauen in Entwicklungsländern?

Durch die Globalisierung wurden zahlreiche Arbeitsschritte in Entwicklungsländern verlagert. Positiv daran ist, dass dort viele Frauen in den vergangenen Jahren eine Arbeit erhalten haben. In der Bekleidungsindustrie in Honduras arbeiten 65 Prozent Frauen, in Kambodscha sind es sogar 90 Prozent (PDF). Diese Jobs sind jedoch oft prekär, denn die Frauen müssen Überstunden leisten und es gibt weder Mutterschutz noch andere soziale Absicherung. So leiden sie eher unter ihrer Arbeit, als dass sie davon profitieren.

Frauen in Entwicklungsländern haben die unsichersten Jobs, sie sind die ersten, die entlassen werden, ihre Arbeitnehmerrechte und ihre Ausbildung sind schlecht, wie Bethan Emmett 2009 für die Nichtregierungsorganisation Oxfam untersucht hat. Wenn der Arbeitsplatz unsicher ist, sind Frauen ein leichtes Opfer: Viele berichten von sexueller Belästigung (PDF). Der Kostendruck den die Supermarktketten und Konsument_innen in den Industriestaaten auf die Zulieferer_innen ausüben, wird von diesen auf die Produzent_innen und Arbeiter_innen verlagert. „Workers in every country studied reported extreme pressure to work harder, faster and longer“, schreibt Kate Raworth (PDF) für Oxfam.

Wer als Europäer_in Produkte mit dem Fairtrade-Siegel kauft, der kauft auch ein Gefühl von „Ich rette die Welt“ und will die gerade beschriebenen, schlechten Bedingungen verbessern. Wie sieht es tatsächlich auf den Kakao- oder Bananenplantagen aus, wo für Gepa, El Puente und Co. produziert wird? Geht es den Frauen dort besser als anderswo? Aus zwei Gründen lässt sich diese Frage mit einem Ja beantworten. (weiterlesen…)


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Kurz gefreut, geärgert oder hinterfragt

12. März 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 49 von 70 der Serie Kurz notiert

Wir gratulieren: Am 8. März wurde Anke Domscheit mit dem Frauenpreis des Landes Berlin ausgezeichnet (wir berichteten). Im Gespräch mit dem Berliner Tagesspiegel sagt sie: “Eine Frau gilt entweder als Mäuschen – oder als karrieregeil und aggressiv. Ich entscheide mich definitiv für aggressiv und karrieregeil“.

In einem Artikel im Guardian schaut Charlotte Raven in die 1990er zurück, wo ihre Generation dem Feminismus den Rücken kehrte und kritisiert die heutige Generation an Frauen, die im Sinne von Sex Sells denken, sie könnten alles tun.

Ebenfalls im Guardian diskutiert Lionel Shriver die Relevanz von Betty Friedans’ 1963 erschienenen Beststellers The Feminine Mystique in Hinblick auf Betty Draper, eine Figur der US-amerikanischen Serie Mad Men.

Laut einem Artikel in der Zeit scheint der Preis für die Eingliederung von Frauen in die Arbeitswelt darin zu bestehen, dass die neuen Frauenjobs oft schlechter bezahlt und abgesichert sind: Zwei von drei Niedriglohnstellen sind “Frauenjobs”.

Fünf lesbische Frauen sprachen mit dieStandard.at über ihr Selbstverständnis, nervige Fragen, Vorurteile und Geschlechterklischees: Die vielen Arten lesbisch zu sein.

Indiens erstes Lesbenmagazin heißt Jiah – For the Woman with Heart. Seit Januar 2010 ist es auf dem virtuellen Markt erhältlich und soll viermal im Jahr erscheinen, ab kommenden Jahr auch in Druckform (via L-Mag)

Rudi Assauer hat nichts gegen Homosexuelle, aber im Fußball hätten sie doch nichts zu suchen, so die taz. Warum sagt er nicht genau, aber in der Debatte um schwule Schiedsrichter hat seiner Meinung nach anscheinend die Homosexualität dem Ansehen des DFB geschadet – und nicht der Missbrauch und die Belästigung von Kollegen.

Der Einfluss von Hormonen und Genen auf die (sexuelle) Entwicklung ist bis heute ein Feld mit vielen Fragezeichen. Nach der Untersuchung eines Halbseitenzwitterhuhns tragen die Gene nun einen Punktsieg davon, berichtet orf.at. Halbseitenzwitter haben jeweils eine weibliche und eine männliche Körperhälfte und das unabhängig vom Hormonspiegel, sondern aufgrund der in den Zellen vorhandenen Geschlechtschromosomen.


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Frauen und Kinder zuletzt

13. Oktober 2009 von Katrin
Dieser Text ist Teil 15 von 20 der Serie Freitagsgedanken

Wenn die Wirtschaft ihre Erwartungen an Männer nicht ändert, wird es nichts mit der Emanzipation. Wir brauchen mehr Menschen, die Teilzeit arbeiten.

(C) Frl. Zucker - fraeuleinzucker.blogspot.com/

„Wenn Frauen frei wählen könnten, würden sie die Kinder wählen“

Dieser Satz ist von 1981 und stammt aus der Feder Gesine Strempels, Mitbegründerin der Neuen Frauenbewegung. In der Tat ist meine Erfahrung deckungsgleich mit dieser einfach scheinenden, doch in Wahrheit schwerwiegenden Feststellung: Wäre Mutterschaft frei von den Attributen einer „Einzelhaft“, wie Strempel es in ihrem Aufsatz „Muttertägliche Wut“ nennt, würden sich dann nicht vielleicht mehr Frauen dafür entscheiden?

Die Realität hingegen zermürbe Mütter mit der Aufgabe, sich weitgehend allein und ohne Unterstützung um kleine Kinder zu kümmern. Schlaflose Nächte, die ständige Kommunikation mit einem immer wieder quäkendem kleinen Menschen… – das alles sei im Grunde menschenunwürdig, für Mütter unzumutbar, letztendlich aber auch für die Kinder, die von genervten, frustrierten und von Schuldgefühlen zerfressenen Müttern betreut würden.

Gebärstreiken bis es besser ist?

Der Aufsatz Strempels ist ein brisantes Politikum, denn sie fordert darin indirekt einen Gebärstreik der Frauen, bis sich die Bedingungen für Mütter und Kinder gebessert hätten. Eine folgenschwere Forderung, denn bis heute wird es den „Emanzen“ angelastet, für die angeblich zu geringe Geburtenrate in Deutschland verantwortlich zu sein. Was die Gesellschaft aus der Forderung der Frauenbewegten machte: Frauen, die sich emanzipieren kriegen keine Kinder mehr. Die Forderung nach einer Verbesserung der Bedingungen für Mütter und Kinder wurde unter den Teppich gekehrt – Kind und Karriere als Entweder-Oder-Prinzip hochstilisiert. (weiterlesen…)


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