Einträge mit dem Tag ‘Antje Schrupp’


Quote für Migrant_innen in der SPD? – Die Woche im Überblick

4. Mai 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 103 von 138 der Serie Kurz notiert

Im Guardian gibt es ein Porträt von Michelle Bachelet, der ehemaligen chilenischen Präsidentin und ersten Vorsitzenden der neugeschaffenen UN Women.

Die Autorin und Journalistin Karen-Susan Fessel wird heute im Rahmen der Osnabrücker Gay in May-Kulturtage mit dem Rosa-Courage-Preis ausgezeichnet.

Antje Schrupp hat ihre Präsentation über Frauen- und Männerbilder in der Werbung frei zugänglich gemacht.

Die Heinrich-Böll-Stiftung hat einen Reader über “Digitale Intimität, die Privatsphäre und das Netz” herausgegeben, der zum Download bereit steht. Ein Beitrag in dem Heft beschäftigt sich mit Sexismus, Rassismus und Homophobie im Netz und schlägt verschiedene Möglichkeiten des Umgangs damit vor.

Sibylle Hoyer ist auf der Suche nach Interessierten, die an einer Studie zur Frauenquote in der Privatwirtschaft teilnehmen möchten.

Bleiben wir gleich beim Thema Quote: In der Zeit beschweren sich die Autorin und der Autor eines Artikels über den Fakt, dass eine Frauenquote die beruflichen Aufstiegschancen von Männern behindere. Natürlich kommt der Text ohne Kontextualisierung aus, das heißt, es werden Fakten ignoriert wie: Zweck und Notwendigkeit von positiven Maßnahmen, geschlechtsspezifische Diskriminierung im Berufsleben, unterschiedliche Chancen- und Ressourcenausstattung von Männern und Frauen.

Eine ganz andere Quotenforderung kommt aus der SPD. Nachdem Thilo Sarrazin nun doch in der Partei verweilen darf, möchte sich diese eine Quotierung für Migrant_innen geben, berichtet Migazin. Sarrazin selbst findet die Idee eher bescheiden, wie die Frankfurter Rundschau schreibt.

Das antirassistische Mediawatch-Blog Der Braune Mob weist auf eine Broschüre des “Fördervereins PRO ASYL e.V.” hin. Es sollen u.a. Stimmen gegen die Ausgrenzung und Diskriminierung von Flüchtlingen gesammelt werden.

Gender Across Borders hat einen Aufruf zu Männlichkeiten gestartet: Es werden Autor_innen gesucht, die sich aus verschiedenen Perspektiven mit dem Thema auseinandersetzen und darüber schreiben möchten. Bewerbungsschluss ist der 18. Mai.

Die Bloggerin Ninia Binias wurde in Trackback, einer Sendung des Radiosenders Fritz, vorgestellt.

Nele Bachmann sucht für ihre Bachelorarbeit an der Freien Universität Berlin Doppelkarrierepaare mit Kindern für eine Interviewerhebung (PDF).

Die Al Arabiya News porträtieren Zainab al-Khawaja, eine bahrainische Aktivistin. Nachdem ihr Vater, Ehemann, Onkel und Schwager verhaftet wurden, begann sie einen Hungerstreik. Seit Mitte Februar gibt es auch in Bahrain Proteste für mehr Demokratie und Menschenrechte.


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Das Bloggermädchen des Jahres 2010

31. Januar 2011 von Maedchenmannschaft e.V.

Ihr habt vorgeschlagen, ihr habt abgestimmt, jetzt steht sie fest, eure Bloggerin des Jahres 2010. Ihr habt eine sehr persönliche Webseite und eine offen mit ihrer Krankheit umgehende Autorin zur Siegerin gewählt. Mit eindeutigen 26 Prozent aller Stimmen gewinnt:

Kathrin von Drüberleben.

HERZLICHEN  GLÜCKWUNSCH!!

Um den zweiten Platz gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen, bei dem eng beieinander Anke Gröner auf Platz 2 und Antje Schrupp auf Platz 3 landeten. Beide bekamen 15 bzw. 14 Prozent eurer Stimmen. Auch diesen beiden Herzlichen Glückwunsch!

Uns hat es wieder Spaß gemacht, vor allem haben uns die vielen tollen Vorschläge umgehauen, die ihr im Dezember gemacht habt. Und weil wir nie genug kriegen können: Verlinkt auch weiterhin – zum Beispiel unter diesem Beitrag – Blogs von Frauen, die wir und alle anderen kennen und lesen sollen. Regelmäßig stellen wir auch Bloggerinnen in unserer Serie “WWW Girls” vor.

Und wenn ihr selber bloggt, macht es wie schon mehr als 430 Bloggerinnen vor euch: Werdet Mitglied der Girls On Web Society, und stellt euer Blog dort vor.


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Altfeministin über den großen Graben

23. Oktober 2010 von Verschiedenen

Dieser Artikel von Ursula Müller ist eine Antwort auf den Beitrag von Antje Schrupp über den großen Graben zwischen jungen und alten Feministinnen (den Text von Antje kann man hier nachlesen).

Liebe Antje,

ich habe deine Nachlese zum Podium in Gießen am 24.9.2010, also deinen Text über den Graben, mit Interesse gelesen, stimme deiner Einschätzung aber nur bedingt zu.

Sicher hat es an dem Abend Verständigungsschwierigkeiten unter den Podiumsteilnehmerinnen und zwischen allen TeilnehmerInnen gegeben. Es mag sein, dass Jüngere uns Ältere mit Positionen von Alice Schwarzer und Emma-Beiträgen identifizieren; das kam allerdings nach meiner Erinnerung dort nicht zur Sprache. Auch ist es sicher richtig, dass vielen die maßgebliche Literatur und Theorien aus den verschiedenen Jahrzehnten der Frauenbewegung nicht bekannt sind. Aber was heißt das? Können wir nur dann ein Gespräch miteinander führen, wenn wir vorab ein Seminar über Literatur und Theorien der Frauenbewegung belegt haben? Oder ist es bei einer Veranstaltung wie der in Gießen nicht vielmehr Aufgabe derjenigen, die ein Stichwort in die Diskussion einbringen, dies auch verständlich erläutern und deutlich machen, welchen Aspekt davon sie für die Diskussion für relevant erachten? So ist jedenfalls mein Anspruch an mich selbst, denn ich gehe nicht davon aus, dass die Zuhörenden all das gelesen haben, was ich für wichtig und diskutierenswert erachte.

Was nun speziell den Queer-Ansatz und die Dekonstruktionstheorie angeht, so ist meine Wahrnehmung nicht, dass Ältere deswegen aus einer Theoriediskussion ausgestiegen sind. Vielmehr spielen/spielten sich diese Diskussionen in einem universitären Umfeld ab, wie z. B. die Forschung von Melanie Groß deutlich macht. Dazu hat frau tatsächlich ab einem bestimmten Alter keinen Zugang mehr. Aber ist es dann nicht wichtig, dass solche Ansätze aus den Elfenbeintürmen herausgetragen werden? Dass sie „übersetzt“ werden in Begriffe und evtl. politische Konzepte, die für ein nicht akademisches Publikum verstehbar sind? Gerne wäre ich dazu in ein Gespräch eingestiegen, aber damit hätte sich das Podium völlig vom Publikum abgehoben und das hätte ich sehr bedauert. Du hast ja selbst gemerkt, wie deine Erklärung des Dekonstruktivismus als „Abschaffung der Geschlechter“ (einen nebenbei bemerkt unglückliche Formulierung, die den Zugang nicht eben erleichtert) Heiterkeit und absolutes Unverständnis auslöste.

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Burka-Verbot, Burka-Verbot, Burka-Verbot

22. Juli 2010 von Barbara

Das Verbot, in der Öffentlichkeit eine Burka zu tragen bzw. sich mit einem anderen Ganzkörper-Schleier zu verhüllen, ist in einigen europäischen Ländern bereits gesetzlich verankert worden. Das französische Parlament hat kürzlich dafür gestimmt (wir haben berichtet), ebenso in Belgien (wir haben berichtet) wurde dafür votiert. In Spanien wurde der Verbots-Vorschlag gerade knapp abgelehnt, das Thema scheint aber auch hier noch nicht vom Tisch.

Über das Burka-Verbot hat Martha Nussbaum, Professorin für Rechtswissenschaften und Ethik an der University of Chicago, in der FR geschrieben; sie behandelt das Thema aus rechtsphilosophischer Sicht:

… Gesetzt den Fall, die Burka ließe sich statistisch mit Gewalt gegen Frauen eng in Verbindung bringen: Könnte die Regierung sie aus diesem Grund rechtmäßig verbieten? Der Oberste Gerichtshof der USA hat geurteilt, dass das Nackttanzen aufgrund seiner gelegentlichen Verbindung mit Verbrechen (auch gegen Frauen) verboten werden kann, aber es ist nicht klar, ob dieses Urteil richtig war. Burschenschaften am College weisen eine enge Verbindung zu Gewalt gegen Frauen auf, und einige Universitäten haben deshalb alle oder einige Burschenschaften verboten. Private Institutionen dürfen solche Regelungen treffen; ein völliges Verbot männlicher Trinkclubs (oder anderer Orte, an denen Männer sich betrinken, wie Fußballspiele) von Regierungsseite wäre aber eine groteske Einschränkung der Versammlungsfreiheit. …

Über das Burka-Verbot hat auch Antje Schrupp für die Jungle World geschrieben. Sie hält das Burka-Verbot für ein falsches Signal (eine Meinung, die ich absolut teile).

… Schließlich wäre ein Burkaverbot auch ein falsches Signal an die westlichen Milieus und an die nicht-muslimischen Migrationscommunities, die selten so liberal und frauenfreundlich sind, wie sie sich gerne darstellen. Gewalt gegen Frauen gibt es überall, die Beschränkung ihrer Freiheit auch. Das lässt sich nicht an äußerlichen Symbolen ablesen. Wir sollten uns nicht der Illusion hingeben, die Freiheit der Frauen könne per Gesetz sichergestellt werden. Sie muss sich im Konkreten bewähren: Wie unterstütze ich das Mädchen, das gegenüber ihren Brüdern benachteiligt wird? Wie argumentiere ich gegenüber einer Frau, die meint, der Ganzkörperschleier bringe sie näher zu Gott? Was ist mit der Frau, die von ihrem Mann geschlagen wird, ihn aber partout nicht verlassen will? …

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Gleicher Lohn für gleiche Arbeit?

9. Februar 2010 von Barbara

In München hält Antje Schrupp am Mittwoch, 10. Februar 2010 ab 19.30 Uhr einen Vortrag zum Reizthema Lohndifferenz. Ein kurzer Auszug aus dem Programm:

Obwohl die alte Forderung der Frauenbewegung nach “gleichem Lohn für gleiche Arbeit” heute von niemandem mehr ernsthaft bestritten wird, verdienen Frauen immer noch im Schnitt 22 % weniger als Männer. Liegt es an der Starrheit des Systems? Ergreifen Frauen die “falschen” Berufe? Welche Rolle spielt die Kinderbetreuung? Und wie verhält sich die Forderung nach gleicher Bezahlung zu der sich immer stärker öffnenden Einkommensschere allgemein?

Atelierhaus, Baumstraße 8 b, München
Eintritt EUR 9 / EUR 7, mehr Infos bei den Frauenstudien


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Die Zukunft der Frauenbewegung

8. März 2009 von Barbara
Dieser Text ist Teil 24 von 58 der Serie Die Feministische Bibliothek

Um die “Zukunft der Frauenbewegung” geht es der 1964 geborenen Journalistin und Politologin Antje Schrupp in ihrem gleichnamigen Buch von 2004. Vor der Zukunft steht die Gegenwart, und so beantwortet Schrupp erst mal die Frage: “Wo stehen wir heute?”. Das Patriarchat, jene “schlechte” Ordnung, die die Dinge regelte, sei heute zerfallen. Es herrsche nun eine Unordnung, nach dem “Verlust der väterlichen Autorität” der “Väter, Chefs, Vorgesetzten” ist nun die “Macht der Brüder” an oberster Stelle. Hier bezieht sich Schrupp auf die Italienerin Chiara Zamboni aus der Philosophinnen-Gemeinschaft Diotima und erklärt anhand deren Schrift “Das Patriarchat ist zu Ende”:

Die Brüder … halten nicht mehr das Ideal der Hierarchien hoch, sondern das der Gleichheit … die Brüder, die ‘zerstritten, aggressiv, gewalttätig sind und zugleich schwach und narzisstisch” … müssen sich auf andere Weise [als die Figur des Vaters, die Autorität und Macht verband] in den Vordergrund spielen, und sie tun das auf der Bühne der Öffentlichkeit.

Eben diese Bühne ist nun auch für Frauen zugänglich: in der Politik, in den Medien, im Berufsleben. Doch die dort herrschenden Regeln sind die der Brüder.

Vielleicht liegt hier eine Erklärung für die Tatsache, dass trotz AGG und der Bereitschaft von privatwirtschaftlichen Unternehmen, Frauen nun doch in die Führungsetagen zu lassen (auf dem Frauenpolitischen Forum der Grünen in Stuttgart vor ein paar Tagen hörte ich, dass sowohl die Deutsche Bank als auch Daimler über eine Quote für die oberste Etage immerhin nachdenkt), nicht alle Frauen auch wirklich dazu bereit sind, Karriere zu machen. “Karriere” – dieses Wort ist ein in der Öffentlichkeit höchst männlich konnotierter Begriff, der viele Frauen abschreckt. 14-Stunden-Arbeitstage, Netzwerke beim Bier bis spät in die Nacht, der Kontakt zur Familie nur über die Fotos auf dem Schreibtisch.

Doch gerade weil aus dem “Patriarchen” eine “Gruppe Piraten” geworden ist, sei es an der Zeit, dass “die Frauenbewegung nun in die Phase der ‘Regeln der Partizipation’” eintrete, schreibt Schrupp. Und: “Es ist notwendig, dass sich weibliche Autorität nicht nur im privaten Kreis äußert, sondern dass sie sich öffentlich zu Wort meldet.” Und dabei hilft der Feminismus, “die Welt und die eigene Rolle darin besser zu verstehen und in Freiheit den Weg des persönlichen Begehrens zu finden”.

Antje Schrupps Buch regt zum Nachdenken, zum Weiterdenken an. Wer sind wir Feministinnen heute? Welche Aufgaben warten heute auf uns, welche Möglichkeiten haben wir und welche nicht? Wichtiger denn je bleibt die Lebendigkeit der Frauenbewegung, der politische Austausch und die Bereitschaft, Autorität sowohl zu akzeptieren als auch zu übernehmen. Der Blick in die Zukunft stimmt Schrupp optimistisch, denn schließlich gehe es dabei um die “Liebe zur Freiheit”.

Antje Schrupp, “Zukunft der Frauenbewegung”. Christel Göttert Verlag, 2004. Taschenbuch, 84 Seiten. 5 Euro.


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