Einträge mit dem Tag ‘Angela Davis’


Solidarität, aber bitte ohne Sexismus – ein paar Gedanken zur Occupy-Bewegung

2. November 2011 von Magda

Ich muss ja gestehen, dass mein Herz ein wenig aufging, als die Occupy Wall Street Proteste in den USA los­gingen. Ich schaute mir herz­zerreißende Videos an, die Massen an Menschen zeigten, die in einem gemeinsamen Protest die unterschiedlichsten gesell­schaft­lichen Miss­stände an­prangerten: Die Hin­richtung von Troy Davis, die exemplarisch für das rassistische Justiz­systems der USA steht; die Kriege, in denen die USA ver­strickt sind; eine banken- und wirtschafts­freundliche Politik; ein Kapitalismus, der nie allen Menschen nützen kann; die Polizei­gewalt gegen die Demonstrierenden etc. Die simple Bot­schaft: “Wir sind die 99% und nehmen die ‘Gier’ der 1% nicht mehr hin”. Nun ja, extrem ver­kürzt und populistisch, aber: eine Bot­schaft muss einfach ver­daulich sein, höre ich ja immer wieder.

Doch als ich mich durch die Solidaritäts­bekundungen der Demonstrierenden klickte, die in Video- oder Fotoform durch das Internet schwirren, kamen die ersten Zweifel auf: Wer ist das eigentlich genau, diese 99%? Was fordern sie denn? In Hin­blick auf die deutsche Occupy Wallstreet Bewegung fasst Nadia mein ungutes Gefühl auf Philibuster zusammen:

“Mir persönlich fehlt der Inhalt, die Positionierung, der theoretische oder zumindest der intellektuelle Überbau”.

Auch auf Stop! Talking gibt es einen sehr lesens­werten (englischen) Artikel, der mein Unbehagen gut zusammen­fasst. Darin beschreibt accalmie die möglichen Probleme, die auf­treten können, wenn eine Bewegung so “offen” und ver­meintlich inklusiv organisiert ist, wie dies bei Occupy-deine-Stadt der Fall ist: Wenn alle an­gesprochen werden sollen und der einzige gemeinsame Nenner die Wut auf die “1%” sein soll, klingt das selbstverständlich wie ein Protest für alle. In der Theorie ist das toll, aber für die Praxis heisst das: Dann müssen auch gewisse Standards (z.B. ein anti-sexistischer Anspruch) verankert sein, um gesamt­gesellschaft­lichen sexistischen Tendenzen ent­gegen­zu­wirken.

Interessiert, was die deutsche Occupy-Bewegung so macht, klickte ich mich also durch die Occupy-Germany Seite und fand auch flugs den Hinweis, dass es “keine Hierarchien” in der Bewegung gäbe. Meine Alarm­glocken glühten dunkelrot, denn eine Bewegung, die gesell­schaftliche Miss­stände anprangert und von nicht-existenten Hierarchien schwafelt, offenbart leider, dass sie keine gesell­schaftliche Analyse hat. Ich kenne keine Gruppe, keine Vereinigung, keine Bewegung, die frei von Hierarchien ist, denn diese sind gesell­schaftlich verankert, formen unser Handeln, bestimmen unsere Sprech­position. Auch bekleckert sich die Occupy-Bewegung nicht mit Ruhm, wenn sie eigentlich nur die männliche Form kennt, Frauen aber auf einmal doch auf­tauchen:

“Wir sind Wissenschaftler, Politiker, Studenten, Schüler und Haus­frauen.”

Puh. Als Feministin schlackern mir da gewaltig die Ohren. Die Haus­frau am Ende der Auf­zählung zeigt erst, wie wenig das Paradigma “In der männlichen Form sind doch alle mitgemeint!” zutrifft. Und bevor ich jetzt die ersten “Spalterinnen!”-Rufe höre von Menschen, die genervt davon sind, dass Feminist_innen linke Bewegungen auf ihr feministisches Potential abklopfen, stelle ich mal die rhetorische Frage: Sollten feministische Ziele nicht selbst­verständlich Teil linker Kämpfe sein?

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Feministisches verlinkt

17. Juni 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 83 von 138 der Serie Kurz notiert

Zwischen großen Brüsten und sexuellen Nöten, gibt es – Gott sei Dank – noch Angela Davis und anderes – die Links der Woche:

Chris Brown, Rapper und prügelnder Exfreund von Rihanna darf nicht in Großbritannien einreisen

Männlich, heterosexuell und Feminist?! Wie es dieser anbetungswürdigen Spezies gelingen kann, ihr sexuelles Begehren Frauen gegenüber zu zeigen, ohne in feministische Fettnäpfchen zu treten, der Frage geht finally feminism nach.

Angela Davis via wikipedia

Am kommenden Wochenende findet das Fest der Linken statt. Mit dabei: Gregor Gysi im Gespräch mit der US-amerikanischen feministischen und anti-rassistischen Aktivistin und Autorin Angela Davis.

Standard.at berichtet über eine Brasilianerin, die ihr Kind austragen muss, obwohl dem Fötus ein fehlendes Gehirn diagnostiziert worden war. Für die Schwangere bestände keine unmittelbare Lebensgefahr, erklärte der Richter.

Hormone sind nicht genug – in Frankreich müssen Transfrauen sich die Brust chirurgisch vergrößern lassen, um zu beweisen, dass sie es ernst meinen. Die Betroffene Delphine Ravisé-Giard fragt sich nun in den Pink News, ab welcher Körbchengröße frau nun eine Frau ist und wer das eigentlich bestimmen darf.

Den Konflikt zwischen „sexuellen Nöten” der Wehrmachtssoldaten und der Sorge um die „rassische Volksgesundheit” beleuchtet die Dissertation von Regina Mühlhäuser. Eine Rezension von „Eroberungen. Sexuelle Gewalttaten und intime Beziehungen deutscher Soldaten in der Sowjetunion.” gibt es in der Frankfurter Rundschau.

feministing fragt, was ist der Unterschied zwischen Lesbisch und Queer?

Nicht wirklich überraschend: Soziale Berufe wie Kindergärtner oder Grundschullehrer gelten immer noch als unmännlich, berichtet n-tv.

Südkoreas neueste Waffe der psychologischen Kriegsführung: gecastete Girl Bands. The Chosun Ilbo berichtet, dass die freizügigen Outfits die nordkoreanischen Soldaten verwirren sollen.


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Zum Frauentag: Eine Tasche voller Ideen

8. März 2010 von der Mädchenmannschaft

Angela DavisZur Feier des Frauentages fragen wir uns:

Wo liegen eurer Meinung nach noch die größten Problemfelder in unserer Gesellschaft, was das Thema Gleichberechtigung anbelangt? Welche Themen sind auf dem Weg in eine geschlechtergerechte Zukunft wichtig und wofür lohnt es sich zu kämpfen?

Unter allen Kommentator_innen verlosen wir unsere letzte Angela Davis-Tasche. Der oder die Gewinner_in wird in einer Woche am 15. März gekürt.

Wie immer gilt: Bescheidenheit stinkt. Man darf doch wohl mal träumen dürfen! Und:

“Frauen, die nichts fordern, werden beim Wort genommen: Sie bekommen nichts” - Simone de Beauvoir


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