Einträge mit dem Tag ‘Angela Davis’


Angela Davis, Rachel Dolezal, Miriam Schapiro – kurz verlinkt

24. Juni 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 285 von 364 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links
Angela Davis war in Berlin und hat sich u.a. mit Aktivist_innen über die aktuelle Situation von Geflüchteten und dem Aktivismus Schwarzer Frauen unterhalten. Beim Missy Magazine berichten Birke Carolin Resch und Tai Linhares über das Zusammentreffen.

Tupoka Ogette sprach beim Deutschlandradio Kultur über den Fall Rachel Dolezal.

englischsprachige Links
„The Charleston shooter killed mostly black women. This wasn’t about ‚rape'“, schreibt Rebecca Carroll beim Guardian und analysiert zum einen, wie weiße Frauen als besonders schützenswert konstruiert werden und Schwarze Frauen wegwerfbar.

In der New York Times schreibt Roxane Gay darüber, wie schnell medial ein Narrativ von Vergebung (des Anschlags von Charleston durch die Angehörigen der Opfer) aufgegriffen wurde, wie schnell für weiße Täter_innen Entschuldigungen gesucht werden und warum ihnen nicht vergeben wird.

Weitere Texte rund um den Anschlag in Charleston, z.B. zur Geschichte der Emanuel African Methodist Episcopal Church, weiteren Terrortaten weißer, christlicher Männer und der langen Tradition der Instrumentalisierung von (vermeintlichen) Vergewaltigungsbedrohungen, hat Feministing zusammengetragen.

Über Tim Hunts sexistische Bemerkungen zu Frauen in Laboren haben wir berichtet. Ms. Magazine ergriff den Anlass und stellt „5 “Disruptive” Women Scientists Who Broke the Mold“ vor.

Die feministische Künstlerin Miriam Schapiro ist verstorben. Mira Schor erinnert an sie bei Hyperallergic.

Durch ein 2013 verabschiedetes Gesetz (einem diesbezüglichen Gerichtsurteil folgend) haben zehntausende Menschen mit haitianischen Vorfahren in der dominikanischen Republik über Nacht ihre Staatsbürgerschaft verloren. Die Deportationen sollen diese Woche beginnen. Vox berichtet über die Hintergründe.

Alok Vaid-Menon (von Darkmatter) spricht in diesem Video über „The Pain & Empowerment of Choosing Your Own Gender“:

Und bei Everyday Feminism schreibt Sam Dylan Finch: „Is Your Trans Allyship Half-Baked? Here Are 6 Mistakes That Trans Allies Are Still Making“ und geht dabei Themen nach wie den Fokus auf’s Aussehen und dem „Born This Way“-Narrativ.

Termine in Berlin

26.06. in Berlin: Ab 18 Uhr findet der nächste Next Generation Adefra Stammtisch in der Begine statt. (FB-Link)

02.07. in Berlin: Konferenz in der Topographie des Terrors: „Antisemitismus heute: Erfassen, erforschen, bekämpfen“. (FB-Link)


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Studien zu „Übergewicht“, Rassismus in Kitas und Universitäten, Game of rape culture Thrones – kurz verlinkt

20. Mai 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 281 von 364 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links:

Die Beratungsstelle für Opfer rassistischer, antisemitischer und rechtsextremer Gewalt in Berlin – ReachOut – hat eine Broschüre herausgegeben: „Grundlagen für eine diskriminierungsfreie Pädagogik im Kindergarten“.

Es wir derzeit eine Publikation über die letzten 30 Jahre ISD/jüngere Schwarze Bewegung in Deutschland vorbereitet. Für ein Kapitel zu „Black & Queer“ gibt es eine Umfrage, um so viele Erfahrungen wie möglich abzubilden.

Vice interviewt einige der Mitglieder von Rawiya, einem Kollektiv von Dokumentar-Forografinnen aus verschiedenen arabischen/ nord-afrikanischen Ländern.

Der Tagesspiegel berichtet von der Veranstaltung mit Angela Davis und Gina Dent in der Werkstatt der Kulturen. Auch die Aktivist_innen vom Oranienplatz haben ein Statement zum Besuch der beiden Aktivistinnen in Berlin geschrieben. Die Geflüchtetenbewegung sei die soziale Bewegung des 21. Jahrhunderts, sagt Davis in nachfolgendem Interview:

Kennt ihr eigentlich schon das Portal lesbengeschichte.org? Die mehrsprachige Webseite stellt lesbische Geschichte, Kultur, Biographien, Filme… vor.

Bei der Grassroots Akademie ist ein Statement von Kien Nghi Ha nachzulesen zu rassistischen Strukturen im deutschen Unibetrieb.

Folter und Misshandlungen durch die Bundespolizei – deckten Mitwisser den Täter?„, fragt ProAsyl.

Englischsprachige Links:

[Spoiler für Game of Thrones] The Mary Sue erklärt, warum sie nicht weiter für Game of Thrones werben werden.

„Overlooking these women’s contributions doesn’t just misrepresent the era, it’s also helped solidify philosophy’s status as a white men’s club.“ – The Atlantic schreibt über das Projekt Vox, bei dem Wissenschaftler_innen und Student_innen Texte und Übersetzungen von Philosophinnen aus dem 17. Jahrhundert zusammenstellen und Vorschläge für ein Curriculum erstellen.

Schlechte Filmideen überall: Disney will tatsächlich die Geschichte eines weißen, us-amerikanischen Vaters verfilmen, der im Sudan eine Flagge in den Boden rammte um seiner Tochter ein Königreich zu geben (just like colonialism never happened), schreibt Madame Noire. Janet Mock wirft außerdem einen Blick auf den neuen Film ‚Aloha‘ und der Tradition von Aneignung und Unsichtbarmachung von Kanaka Maoli (den Native Hawaiians) im us-amerikanischen Film.

Fünf Gründe, warum die omnipräsenten Studien zur „Übergewichts-Epidemie“ die Existenz einer solchen „Epidemie“ nicht wirklich beweisen, nennt Melissa A. Fabello bei eveydayfeminism.

Die Studentin Emma Sulkowicz wurde durch einen Kommilitonen vergewaltigt. Daraufhin trug sie auf ihren Wegen über den Campus monatelang eine Matratze mit sich, um ein visuelles Statement auch gegen den Umgang ihrer Uni mit dem Vorfall zu setzen. Nun hat Sulkowicz ihr Studium beendet – und die Matratze war auch in der Abschlusszeremonie dabei, berichtet Mashable.

Termine in Wien, Göttingen und Berlin

23. Mai, Berlin: Fett voll feiern – eine fette Party im So36.

5./6. Juni, Wien: Femcamp, eine Konferenz mit feministischen Perspektiven, die von den Beiträgen ihrer Teilnehmer_innen lebt

12./13. Juni, Göttingen: Das Antifee Festival startet in die nächste Runde

22. Juni, Berlin: Fachtagung zum Thema Postkolonialismus, die sich intensiv mit der kolonialen Geschichte Berlins und deren Aufarbeitung zu beschäftigen wird


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Andere Perspektiven auf den Muttertag, Kritiken an kultureller Aneignung und aufwühlende Transitionserfahrungen – die Blogschau

16. Mai 2015 von Nadine
Dieser Text ist Teil 278 von 295 der Serie Die Blogschau

Anna Dushime schreibt auf Buzzfeed, was es bedeutet, den eigenen Vater im Völkermord zu verlieren. Er wurde 1994 Opfer des Genozids an den Tutsi in Rwanda.

Auf nopsyko findet ihr einen kurzen Informationstext zur Anforderung und Einsichtnahme in die Behandlungsakten von vergangenen Psychiatrieaufenthalten.

Antipsychiatrische und pathologisierungskritische Perspektiven auf einem Vortrag und in einem Workshop? Steinmädchen ist buchbar!

Vergangene Woche war „Muttertag“. Schwarzrund ruft zum Feiern der Leerstelle auf, Maja Schwarz findet, dass die Muttertagsfrage ein Minenfeld ist und beim Gemischtwahnlädchen geht es um Tod und Verlust.

Auf umstandslos schreibt Anna Lisa über das Fotografieren von Kindern, die entweder während einer Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt verstorben sind.

Angela Davis und Gina Dent sind derzeit in Berlin zu Gast, sprachen mit Aktivist_innen u.a. über den aktuellen Stand der Geflüchtetenproteste. Auf Schwarzrund gibt es einen Bericht zu einem Community-Workshop in der Werkstatt der Kulturen, an dem Davis und Dent teilgenommen haben.

Auf dem Blog des Berliner Theatertreffens sprechen fünf Kulturschaffende über Interventionen in rassistische Strukturen des deutschen Theaters.

Mode und Selbstdarstellung als Empowerment-Tools ist Thema bei Les Flâneurs.

Riot Trrrans* schreibt über seine Transitionserfahrungen der letzten Jahre und fragt sich, warum es vor allem für andere so schwer bleibt, Selbstbestimmung anzuerkennen.

In Frage stellen: Musik beschäftigt sich dieses Mal mit musik_kulturellen Aneignungen, welche Dimensionen Aneignungshandlungen haben können, welche Kritiken und Interventionsmöglichkeiten es gibt.

Habt ihr diese Woche etwas geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Regelmäßig verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


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Geflüchtetenprotest, Landtagswahl, Fastfood-Streik – kurz verlinkt

10. September 2014 von der Mädchenmannschaft

Deutschsprachige Links

Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V. sucht ein_e Praktikant_in für den Bereich Veranstaltungsorganisation und Öffentlichkeitsarbeit.

Der Queerfeministische Taschenkalender 2015 ist erschienen!

Die protestierenden Geflüchteten in Berlin haben das Dach des Hostels verlassen und kommen erst einmal in den Räumlichkeiten einer Kirche unter. Aktuelle Infos gibt es weiterhin auf guertelstrasse.wordpress.com.

Eine UNICEF-Studie zeigt, wie geflüchtete Kinder in Deutschland systematisch benachteiligt und ausgegrenzt werden: Tagesschau.de berichtete.

In der sächsischen Landtagswahl erreichte die AfD („Alternative für Deutschland“) 9,7 Prozent. Zeit Online berichtet von „interne[n] Mitgliederlisten […], die zeigen, dass einzelne sächsische AfD-Politiker Verbindungen zu rechtsextremen Kreisen haben. Sogar ein NPD-Mitglied hat die Sachsen-AfD in ihren Reihen. Ein anderer AfDler war Mitglied in der Rechtsrockband “Blitzkrieg”.“ (Hinweis: der Artikel wurde von Zeit Online mittlerweile editiert).

Die KultusministerInnenkonferenz und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung haben in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe den sogenannten Orientierungsrahmens für den Lernbereich globale Entwicklung überarbeitet. Hier gibt es einen kritischen offenen Brief dazu.

Englischsprachige Links

Auf The Nation findet ihr ein Interview mit Angela Davis zu sozialen Bewegungen.

In den USA streiken Angestellte US-amerikanischer Fast-Food-Ketten für einen Mindestlohn. (Der Hashtag zum Streik mit Fotos und noch mehr verlinkten Texten: #StrikeFastFood.)

Termine in Berlin und Hessen nach dem Klick (mehr …)


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Angela Davis in Frankfurt und in eurem Zimmer

13. Dezember 2013 von Charlott

Zum aktuellen Wintersemester hat das Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse in Frankfurt am Main die Angela Davis-Gastprofessur für internationale Gender und Diversity Studies eingerichtet. Und wer könnte diese besser als erstes besetzten als Angela Davis selbst?

Für die Frankfurter Rundschau hat Hadija Haruna ein eindrucksvolles Porträt über die Wissenschaftlerin und Aktivistin geschrieben. Haruna schreibt über Davis‘ Leben und Arbeiten im Civil Rights Movement, zum Thema Gefängnisse und das Zusammenspiel von Kategorien wie race, Klasse und Geschlecht. Sie zeigt auch, wie diese Kämpfe weiterhin relevant sind – ob in den USA oder in Deutschland.

Während der letzten zwei Wochen in Frankfurt hat Angela Davis Vorträge gehalten und ein Blockseminar zu „Critical Theory and Feminist Dialogues” gegeben. Für alle, die nicht dabei sein konnten, gibt es aber einen Trost. Die Antrittsrede ist vollständig als Video online und kann jederzeit angeschaut werden.

Ein weiterer Tipp aus dem Mädchenmannschafts-Archiv: Angela Davis‘ Analyse zu Assata Shakur, race und Terrorismus.


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Trans*-Schwimmen, Wehrpflicht und (mal wieder) Femen – Kurz Notiert

4. Juli 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 203 von 364 der Serie Kurz notiert

In einem Interview auf vice.com kritisiert die Sexarbeiterin Nina FEMEN und spricht über ihre Arbeit: „Wenn du darunter leidest, solltest du dir Gedanken machen. Das gilt für jeden Job. Klar macht es nicht immer Spaß, aber was macht schon immer Spaß? Ich arbeite generell ungerne. Arbeit fühlt sich für mich immer gleich schlecht an. Ob ich einem Mann einen runter hole oder ob ich im Call Center arbeite. […] Im Grunde müsste man die Armut abschaffen.“

Einen englischsprachigen Artikel zum Thema „Wenn deine Mama sagt, dass sie zu fett ist“ findet ihr auf rolerboot.org.

Auf migrazine gibt es ein empfehlenswertes Interview mit der Erziwhungswissenschaftlerin Maureen Maisha Eggers über die Bedeutung antirassistischer Sprachinterventionen und neue Räume der Solidarisierung.

Du hast große Schmerzen und musst deine Gallenblase entfernen lassen? Geht nicht, denn das Gesetz erschwert es dir. Klingt komisch? Oh ja. Wie wäre es, wenn jeder medizinische Eingriff so politisiert werden würde, wie das mit reproduktiven Rechten geschieht? Ein englischsprachiges Gedankenspiel:

Laurie Penny hat einen Artikel über die Darstellung von Frauenfiguren geschrieben und welchen Einfluss es hat, wenn Frauen häufig nur die Rolle des „Manic Pixie Dream Girls“ angeboten wird.

Charlott hat ein Radiointerview zum Thema „Wehrpflicht für alle – ein feministischer Erfolg?“ gegeben.

Was aus queer-aktivistischer Perspektive gegen das Engagement für das Recht auf Ehe für alle spricht, erklärt Mansi Kathuria auf feminspire (englischsprachig). 

Das Gesetz zum Unterhaltsvorschuss wurde verbessert, juhu – allerdings so geringfügig, dass eigentlich niemand was davon hat, zumindest nicht die, denen das ganze eigentlich nützen soll, meint Silke Baumgarten auf brigitte.de.

Mädchen wissen es am besten: das Problem liegt nicht darin, welche Farben sie mögen, sondern in einschränkenden Rollenerwartungen und im Vorenthalten von Angeboten (englischsprachiges Video).

Im Prozess gegen den Mörder von Trayvon Martin wurde einer Zeugin der Anklage übel mitgespielt, sie wurde nicht nur im Verfahren hart angegangen, sondern auch öffentlich verhöhnt. Solidarität für Rachel Jeantel gab es aus der US-amerikanischen antirassistischen feministischen Blogosphäre (englischsprachig).

Laetitita Schteinberg schreibt über die kontinuierliche Gewalt, der sie als Trans*-Frau ausgesetzt ist (englischsprachig).

Im Bitch Magazine findet ihr Auszüge aus drei Essays muslimischer Mädchen, die erläutern, warum sie sich für oder gegen das Tragen eines Kopftuchs entscheiden haben und was dieses für sie bedeutet (englischsprachig).

Trudy von Gradient Lair erklärt nochmal anschaulich, was es mit „umgekehrter Diskriminierung“ auf sich hat (englischsprachig).

Termine in Berlin, Celle und Gießen und ein Volontariat bei der taz nach dem Klick

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Wanted: Assata Shakur

9. Mai 2013 von Charlott

Vor einer Woche verkündete das FBI, dass die Aktivistin Assata Shakur auf die FBI Most Wanted Terrorist Liste aufgenommen wird. Für ihre Erfassung bietet das FBI nun 1 Million Dollar und die New Jersey State Police legt noch einmal 1 Million dazu. Die Verkündung dieser Fakten fand nicht an irgendeinem zufälligen Datum statt, sondern am 2. Mai. An eben diesem Tag vor 40 Jahren wurde ein Auto, in dem Assata Shakur saß, angehalten. Es entwickelte sich eine Schießerei, in welcher zwei Personen starben und Shakur angeschossen wurde (unter anderem in den Rücken). Sie wurde schließlich für den Mord am Polizisten Werner Forester von einer vollständig weißen Jury zu lebenslanger Haft verurteilt. Zwei Jahre später gelang ihr die Flucht aus dem Gefängnis und einige Jahre nach dieser tauchte sie in Kuba auf, wo sie bis heute lebt und Asyl bewilligt bekommen hat.

Jamilah King schreibt bei Colorlines [Anmerkung: Alle zitierten Texte in diesem Blogpost sind englischsprachig. Alle Übersetzungen sind von mir]:

Shakur betont weiterhin ihre Unschuld und merkt an, dass selbst die Ermittlungen der bundesstaatlichen Polizei feststellten, dass sie keine Schießpulver-Rückstände an ihren Händen bei der Verhaftung gehabt habe. Sie bleibt weiterhin eine offene Kritikerin an Rassismus in den USA und ist ein ikonisches Symbol für viele in der racial justice community geworden. Ihr Buch „Assata: An Autobiography“ ist nur ein Teil des immensen kulturellen Einfluss, den sie hatte.

King zeigt in ihrem Artikel auch die Geschichte der FBI Most Wanted Listen auf und in welchen Zusammenhängen diese mit Schwarzen Protestbewegungen stehen. Die ursprüngliche Most Wanted Liste wurde 1950 veröffentlicht. In den 1970igern fanden sich dann immer mehr und mehr Schwarze Aktivist_innen auf der Liste wieder. King schreibt:

Shakur ist die letzte auf einer langen Liste Schwarzer Revolutionäre, die für das FBI zu denen am meisten gesuchten kriminiellen Verdächtigen gehörten. Angela Davis schaffte es bekannterweise 1970 auf die Liste, H. Rap Brown kam ein Jahr später 1971 drauf; Twymon Myers von der Black Liberation Army kam 1973 auf die Liste, bevor er von der Polizei erschossen wurde; und Mutulu Shakur von der BLA wurde 1982 hinzugefügt bis er 1986 gefasst wurde. […] „Die Black Panther Partei ist ohne Frage die größte Gefahr für die interne Sicherheit des Landes“, sagte FBI Direktor J. Edgar Hoover 1969 seine Verachtung für radikale Schwarze Aktivist_innen unterstreichend.

Shakur aber ist nicht auf der gleichen Liste zu finden, wie die bisher genannten. Sie ist die erste Frau, die Eingang fand auf die nach dem 11. September eingerichtete „Most Wanted Terrorist„-Liste. Eine Liste, auf der nach King neben Shakur nur eine andere Person steht, die in den USA geboren ist und wo auffälliger Weise keine der etwa 1000 weißen „hate groups“ aufgeführt wird, welche in den gesammten USA agieren. Am letzten Freitag sprach Angela Davis zu dem spezifischen Terrorismus-Aspekt und was dieser auch mit race zu tun hat:

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Unbefleckte Empfängnis, Angela Davis und eine afghanische Präsidentschaftskandidatin – kurz notiert

18. April 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 155 von 364 der Serie Kurz notiert

Die anti-rassistische Aktivistin und Professorin Angela Davis hat an der University of Kansas über feministische Kämpfe heute und damals gesprochen.

Auf Crunk Feminist Collective schreibt crunktastic über ihre Dating-Erfahrungen als dicke Frau.

Jede Woche der gleiche Mist in den USA: Diese Woche ist der US-amerikanische Bundesstaat Arizona in den Schlagzeilen, weil ein Gesetzesentwurf nun vorsieht, dass Frauen bereits zwei Wochen vor der Empfängnis als schwanger gelten sollen – so sind sie quasi immer schwanger.

Wer braucht Feminismus?

Die schwedische Kulturministerin hat sich einen unglaublich rassistischen Totalausfall geleistet – ohne Worte. (Triggerwarnung für die Kommentare bei uns, dort wird die Aktion noch einmal sehr genau beschrieben.)

Die fünfzehnjährige Tavi Gevinson, Gründerin von RookieMag.com, einem Online Magazin für Mädchen und junge Frauen, spricht über vier Jahre Rookie, Feminismus und das ständige Ausprobieren als Teenager.

Erstaunlich visionäre Spielkarten von 1902 hat io9 gefunden. „Die Frauen der Zukunft“ heißt eine Serie, die gleich doppelt anzügliche Bildchen zeigt: Weibliche Abgeordnete und Jouarnalistinnen in „sexy“ Posen! Heute arbeiten Frauen tatsächlich in diesen Berufen und die Vorgabe, sexy zu sein, ist überall.

Das Gender Pay Gap der letzten neun Jahre hat Flowing Data einmal visualisiert.

Am Wochenende haben in Afghanistan Frauen gegen die aktuelle Politik demonstriert, die stark auf die Taliban zugeht. Außerdem berichtet msnbc.com, dass Fawzia Koofi 2014 als erste Präsidentschaftskandidatin antreten wird.

Warum der Ausspruch „Ich bevorzuge kleine Brüste“ nicht immer hilfreich ist, erörtert Caperton auf Feministe.

Weiter unterirdisch bleibt der Umgang des US-Militärs mit Opfern von sexualisierter Gewalt. Sie werden nicht ernst genommen, sondern als psychisch krank eingestuft, um die Vorgänge zu vertuschen, so Jezebel.

Neues zum Thema „Lego und ihr gegendertes Spielzeug in der Kritik„: Abgeordnete der Firma werden sich zu einem Gespräch mit den Initiatorinnen der Online-Petition gegen Legos sterotypes Mädchenbild treffen.

Die Termine: (mehr …)


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Solidarität, aber bitte ohne Sexismus – ein paar Gedanken zur Occupy-Bewegung

2. November 2011 von Magda

Ich muss ja gestehen, dass mein Herz ein wenig aufging, als die Occupy Wall Street Proteste in den USA los­gingen. Ich schaute mir herz­zerreißende Videos an, die Massen an Menschen zeigten, die in einem gemeinsamen Protest die unterschiedlichsten gesell­schaft­lichen Miss­stände an­prangerten: Die Hin­richtung von Troy Davis, die exemplarisch für das rassistische Justiz­systems der USA steht; die Kriege, in denen die USA ver­strickt sind; eine banken- und wirtschafts­freundliche Politik; ein Kapitalismus, der nie allen Menschen nützen kann; die Polizei­gewalt gegen die Demonstrierenden etc. Die simple Bot­schaft: „Wir sind die 99% und nehmen die ‚Gier‘ der 1% nicht mehr hin“. Nun ja, extrem ver­kürzt und populistisch, aber: eine Bot­schaft muss einfach ver­daulich sein, höre ich ja immer wieder.

Doch als ich mich durch die Solidaritäts­bekundungen der Demonstrierenden klickte, die in Video- oder Fotoform durch das Internet schwirren, kamen die ersten Zweifel auf: Wer ist das eigentlich genau, diese 99%? Was fordern sie denn? In Hin­blick auf die deutsche Occupy Wallstreet Bewegung fasst Nadia mein ungutes Gefühl auf Philibuster zusammen:

„Mir persönlich fehlt der Inhalt, die Positionierung, der theoretische oder zumindest der intellektuelle Überbau“.

Auch auf Stop! Talking gibt es einen sehr lesens­werten (englischen) Artikel, der mein Unbehagen gut zusammen­fasst. Darin beschreibt accalmie die möglichen Probleme, die auf­treten können, wenn eine Bewegung so „offen“ und ver­meintlich inklusiv organisiert ist, wie dies bei Occupy-deine-Stadt der Fall ist: Wenn alle an­gesprochen werden sollen und der einzige gemeinsame Nenner die Wut auf die „1%“ sein soll, klingt das selbstverständlich wie ein Protest für alle. In der Theorie ist das toll, aber für die Praxis heisst das: Dann müssen auch gewisse Standards (z.B. ein anti-sexistischer Anspruch) verankert sein, um gesamt­gesellschaft­lichen sexistischen Tendenzen ent­gegen­zu­wirken.

Interessiert, was die deutsche Occupy-Bewegung so macht, klickte ich mich also durch die Occupy-Germany Seite und fand auch flugs den Hinweis, dass es „keine Hierarchien“ in der Bewegung gäbe. Meine Alarm­glocken glühten dunkelrot, denn eine Bewegung, die gesell­schaftliche Miss­stände anprangert und von nicht-existenten Hierarchien schwafelt, offenbart leider, dass sie keine gesell­schaftliche Analyse hat. Ich kenne keine Gruppe, keine Vereinigung, keine Bewegung, die frei von Hierarchien ist, denn diese sind gesell­schaftlich verankert, formen unser Handeln, bestimmen unsere Sprech­position. Auch bekleckert sich die Occupy-Bewegung nicht mit Ruhm, wenn sie eigentlich nur die männliche Form kennt, Frauen aber auf einmal doch auf­tauchen:

„Wir sind Wissenschaftler, Politiker, Studenten, Schüler und Haus­frauen.“

Puh. Als Feministin schlackern mir da gewaltig die Ohren. Die Haus­frau am Ende der Auf­zählung zeigt erst, wie wenig das Paradigma „In der männlichen Form sind doch alle mitgemeint!“ zutrifft. Und bevor ich jetzt die ersten „Spalterinnen!“-Rufe höre von Menschen, die genervt davon sind, dass Feminist_innen linke Bewegungen auf ihr feministisches Potential abklopfen, stelle ich mal die rhetorische Frage: Sollten feministische Ziele nicht selbst­verständlich Teil linker Kämpfe sein?

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Feministisches verlinkt

17. Juni 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 91 von 364 der Serie Kurz notiert

Zwischen großen Brüsten und sexuellen Nöten, gibt es – Gott sei Dank – noch Angela Davis und anderes – die Links der Woche:

Chris Brown, Rapper und prügelnder Exfreund von Rihanna darf nicht in Großbritannien einreisen

Männlich, heterosexuell und Feminist?! Wie es dieser anbetungswürdigen Spezies gelingen kann, ihr sexuelles Begehren Frauen gegenüber zu zeigen, ohne in feministische Fettnäpfchen zu treten, der Frage geht finally feminism nach.

Angela Davis via wikipedia

Am kommenden Wochenende findet das Fest der Linken statt. Mit dabei: Gregor Gysi im Gespräch mit der US-amerikanischen feministischen und anti-rassistischen Aktivistin und Autorin Angela Davis.

Standard.at berichtet über eine Brasilianerin, die ihr Kind austragen muss, obwohl dem Fötus ein fehlendes Gehirn diagnostiziert worden war. Für die Schwangere bestände keine unmittelbare Lebensgefahr, erklärte der Richter.

Hormone sind nicht genug – in Frankreich müssen Transfrauen sich die Brust chirurgisch vergrößern lassen, um zu beweisen, dass sie es ernst meinen. Die Betroffene Delphine Ravisé-Giard fragt sich nun in den Pink News, ab welcher Körbchengröße frau nun eine Frau ist und wer das eigentlich bestimmen darf.

Den Konflikt zwischen „sexuellen Nöten” der Wehrmachtssoldaten und der Sorge um die „rassische Volksgesundheit” beleuchtet die Dissertation von Regina Mühlhäuser. Eine Rezension von „Eroberungen. Sexuelle Gewalttaten und intime Beziehungen deutscher Soldaten in der Sowjetunion.” gibt es in der Frankfurter Rundschau.

feministing fragt, was ist der Unterschied zwischen Lesbisch und Queer?

Nicht wirklich überraschend: Soziale Berufe wie Kindergärtner oder Grundschullehrer gelten immer noch als unmännlich, berichtet n-tv.

Südkoreas neueste Waffe der psychologischen Kriegsführung: gecastete Girl Bands. The Chosun Ilbo berichtet, dass die freizügigen Outfits die nordkoreanischen Soldaten verwirren sollen.


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