Einträge mit dem Tag ‘Alleinerziehende’


Geh besser wieder heim

5. April 2013 von Lisa

Dieser Text von ‘Rufende Nebelkrähe’ erschien bereits als Gastbeitrag auf dem Blog ‘Fuckermothers‘.

Rufende Nebelkrähe ist 33 Jahre alt und lebt seit gut 10 Jahren ohne ihre beiden leiblichen Kinder in Berlin. Seitdem kämpft sie für ein neues Verständnis der Mutterrolle. Sie findet die Analyse von Müttern, die gehen, wäre ohne Feminismus nicht möglich- möchte aber darauf hinweisen, dass die eigenen Kinder zu verlassen, rein gar nichts mit Feminismus zu tun hat- sondern individuelle Biographien darstellen.

Als ich mit 23 Jahren nach Berlin kam – da kam ich alleine.

Mutterseelenallein.

Ich habe nämlich meine beiden Kinder, damals 5 und 2 Jahre, bei ihrem Vater gelassen und bin in eine kleine 2- Raum-Wohnung in Kreuzberg gezogen.

Die Trennung war gerade erst vollzogen, als ich im Café Bateau Ivre mit einem, in meinen Augen, älteren Mann ins Gespräch komme. Auch er lebt ohne seine Kinder in Berlin.

Er leidet. Er vermisst. Er ist alleine.

Er sieht mich an und gibt mir einen Ratschlag: „geh besser wieder Heim“. Als wüsste er irgendwie, was Heim für mich bedeutet.

„du als Mutter“ erklärt er weiter, „du schaffst das nicht ohne die Kinder“

Nach 10 Jahren sehe ich immer noch die Oranienstraße vor mir, sehe diesen fremden Mann, welcher es doch ach nur so gut mit mir „Mädchen“ zu meinen scheint. Ich sehe seine traurige Art und Weise, er ist leicht geduckt. Ich sehe ihn noch genau vor mir.

Ja, und beinahe hätte er Recht gehabt. Ein Leben ohne die eigenen Kinder kann schwer sein. Eine Familie gehabt zu haben, sich selbst zu wandeln ist nicht leicht. Und das Leben alleine genießen zu können, das mensch meist ja nicht einmal nach einem Beziehungs-Aus ohne Kinder.

Aber irgendetwas in mir stört sich an meinem Geschlecht. Frau sein. Mutter sein. Ist es zwingend so, dass ich mehr vermissen werde? Ist es so, dass es ein Band gibt? Das Band, welches nur der Gebärenden zugesprochen wird?

Ich glaube nicht daran. Ich kann ja nicht einmal glauben, dass sich noch im 21. Jhd viele Leute nicht vom Ideal einer biologischen Mutter trennen möchten. Für diese besteht ein unwiederrufliches Band, das durch die Schwangerschaft gebildet ist und das sie heilig sprechen. Aber zwingt es die leibliche Mütter nicht in eine aufopfende Rolle und schreibt gleichzeitig Vätern – oder nicht biologischen Eltern – eine gleichsam liebevolle Beziehung ab?

Deshalb gibt es wohl auch keine Rabenväter. Oder Rabeneltern.

Das Kindswohl liegt einzig und allein in Mutters Liebe und Zuwendung.

Jetzt kommt schon? Wirklich?

Was mein Leben als Rabenmutter aber so schwer gemacht hat, waren diese Zuschreibungen.

Entweder gut oder böse.

Die einen halten mich für ein Opfer, dass große Qualen auf sich genommen hat, um die Kinder in dem Umfeld aufwachsen zu lassen, wo es ihnen am Besten geht. Sie wollen, dass ich kämpfe, ein Löwenherz habe und leide. Denn so gehört sich das.

Die anderen halten mich schlichtweg für einen schlechten Menschen. Eine Frau, welche ihre Kinder verletzt. Sie fragen nicht nach meiner Geschichte – aber sie malen sich Bilder aus. Gewalttätige, Gefühlskalt Bilder. Und wenn sie einen traurig sehen, dann halten sie das für die gerechte Strafe.

Es muss aufhören, dass sich jedes Mal, wenn ich anfange von meinen Kindern zu reden, ein mitleidigerBlick kommt. Dass mein Gegenüber sich mir mit seitlich geneigtem Kopf zuwendet und fragt, ob alles ok sei? Oder ein Aufblitzen in den Augen, gepaart mit einer leicht steiferen Körperhaltung. Da möchte ich gar nicht wissen, was sich für Bilder im Kopf meines Gegenübers bilden.

Jeder Mensch, welcher durch welches Schicksal auch immer seine Kinder verlässt, hat seine eigene, individuelle Geschichte.

Wollen wir emanzipierte Väter und sich selbst definierende Familien, müssen wir auch die Mütter, welche ihre Kinder verlassen, in unserer Mitte akzeptieren.

Deshalb werde ich ab jetzt Geschichten erzählen, meine Geschichte.


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Gemeinsames Sorgerecht – die Sorge ums eigene Recht?

9. Juli 2012 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 49 von 53 der Serie Meine Meinung

Vor einigen Tagen hat das Bundeskabinett  den Gesetzentwurf zur Reform der elterlichen Sorge nicht miteinander verheirateter Eltern (heißt derzeit: eine Frau* und ein Mann*, die miteinander mindestens ein gemeinsam gezeugtes Kind haben) beschlossen. Bei unverheirateten Eltern liegt das Sorgerecht bisher automatisch bei der Mutter, für das gemeinsame Sorgerecht müssen die Eltern nach erfolgter Vaterschaftsanerkennung eine gemeinsame Erklärung beim Jugend- oder Standesamt abgeben. Dabei war bisher die Zustimmung der Mutter explizit erforderlich. Für den Vater soll es nun einfacher sein, auch dann gemeinsames Sorgerecht zu beantragen, wenn die Mutter des gemeinsamen Kindes das nicht möchte. Widerspruch ist nur innerhalb einer kurzen Zeitspanne und auch  nur dann möglich, wenn das Kindeswohl zur Debatte steht. Wenn es Streit um das Kindeswohl gibt, muss ein Familiengericht entscheiden.

Spontan könnte man ja jetzt erstmal denken: na, das ist doch prima – gemeinsames Sorgerecht, das klingt nach Fürsorge, Partizipation und Gleichberechtigung, und wenn ein Vater sich um sein Kind kümmern will, wer in aller Welt könnte etwas dagegen haben? In diese Kerbe schlagen auch die zahlreichen Medienkommentare, die den Beschluss als Meilenstein der Gleichberechtigung zugunsten der Väter preisen. Allerdings sollte man nicht übersehen, dass “Sorgerecht haben”, also vor allem das Recht und die Pflicht, bei bestimmten Entscheidungen, die das Kind betreffen, mitzureden, und “tatsächliches Kümmern” nicht dasselbe sind und noch nicht einmal etwas miteinander zu tun haben müssen. Denn das Umgangsrecht besteht unabhängig vom Sorgerecht, auch ein Elternteil ohne Sorgerecht hat grundsätzlich das Recht auf, ja sogar die Pflicht zum Umgang mit seinen Kindern.

Auch bleibt die keineswegs rhetorische Frage, in wiefern eine verwalterische Zwangsmaßnahme den Weg zu einer guten familiären Lösung und befriedigenden Eltern-Kind-Beziehungen ebnen kann. Der Bundesverband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) sieht den Beschluss entsprechend kritisch:

„Dass seit 1998 immer mehr nicht verheiratete Eltern gemeinsam die Verantwortung für ein Kind übernehmen wollen und dies durch eine übereinstimmende Sorgeerklärung ausdrücken, ist eine positive Entwicklung. Eine solche gemeinsame Entscheidung jedoch durch einen gerichtlichen Beschluss nach Aktenlage ohne Anhörung der Beteiligten zu ersetzen, ist der falsche Weg”, gibt [die Bundesvorsitzende des VAMV, Edith] Schwab zu bedenken. Denn geben nicht miteinander verheiratete Eltern keine gemeinsame Sorgeerklärung ab, sind oftmals Konflikte der Grund.  [...] “Die Hoffnung, dass diese durch das gemeinsame Sorgerecht vermieden werden können, ist trügerisch. Im Gegenteil, eine Auseinandersetzung schürt das Streitpotenzial weiter”, befürchtet Schwab.  [...] „Ein neues beschleunigtes Verfahren bei Sorgerechtsstreitigkeiten mit dem Ziel eines gemeinsamen Sorgerechts um jeden Preis geht ausgerechnet zu Lasten der Kinder, deren Eltern sich nicht einigen können”. (weiterlesen …)


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Ehegattensplitting, Debattenkritik und Rassimus – kurz verlinkt

28. März 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 145 von 191 der Serie Kurz notiert

Was zuwenig Hebammen und Fachärzt_innen in der Praxis bedeuten, hat der mdr dokumentiert. Mit besserer Personalausstattung könnten viele Probleme während Geburten verhindert werden. Diese Unfälle treiben die Versicherungskosten in die Höhe, die dann Hebammen und Ärzt_innen zum Aufgeben bewegen.

„Männlich“ oder „weiblich“ – wie so oft kennt auch Facebook nur zwei Geschlechtsoptionen. Das müsse sich ändern, fordert der nepalesische Abgeordnete Sunilbabu Pant. Wie DerWesten berichtet, fordert er eine dritte Option.

In den VDI Nachrichten kritisiert Elke Holst vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung den „konservativ-patriarchalen“ Muff in Vorstandsetagen, fordert die Abschaffung des Ehegattensplittings und rät jungen Frauen, authentisch zu bleiben, Männer zu kopieren bringe nichts.

Ein Beitrag von ein_e anonyme_r Ärzt_in bei Jezebel über verpflichtende vaginale Ultraschalluntersuchungen.

In Süd-Dakota hat eine Richterin einen Gesetzentwurf blockiert, der stark an die deutsche Gesetzgebung erinnert: Eine Zwangsberatung und Wartezeit von 72 Stunden vor einer Abtreibung. Der Vorschlag erniedrige Frauen als Menschen und unterstelle ihnen „nicht intelligent genug“ zu sein.

Feministische Debatten richten sich meist nur an die Bekehrten und schließen ganze Gruppen von Frauen systematisch aus, zum Beispiel die der “Arbeiterklasse”. Den ganzen Artikel, gespickt mit vielen Zahlen und Statistiken gibt es bei New Statesman.

Ein Radiobeitrag zur Debatte um die Blackface-Praxis (Schwarze werden von angemalen Weißen gespielt) an (deutschen) Theatern. Dieser taz Artikel dreht sich um das gleiche Thema.

Kluge Gedanken zu einer queerfeministischen Familienpolitik, zu lesen bei analyse&kritik

Nochmal Radio, diesmal DRadio Wissen. Dort könnt ihr einen Beitrag zur gerade in Südafrika aktuellen Debatte um Männlichkeit anhören.

Edda Baumann von Broen, Regisseurin von Tall Girls (Große Mädchen): ”Ob man nun zu groß ist oder bisschen dicker oder klein… Mir geht es wirklich darum zu sagen: Ihr seid alle toll, wie ihr seid. Wir müssen aufhören uns fremd bestimmen zu lassen und einfach sagen: Uns gibt es in allen Formen, und das ist großartig.”

Weißt du, wer Laura Cereta oder Anna Maria Mozzoni waren? Nein? Dann kannst du ihre Geschichte und die von acht weiteren Frauen bei rebell grrrrl italiana lesen (auf englisch).

Am besten danach gleich weiter klicken zur Huffington Post, da werden “10 muslim women you should know” (“Zehn muslimische Frauen, die man kennen sollte”) vorgestellt.

Seit 2011 gibt das European Institute for Gender Equality der EU Kommission den Kalender Women Inspiring Europe (Frauen, die Europa inspirieren) heraus. Bis zum 1. Juni werden nun Frauen für den Kalender 2013 gesucht!

Rechtsradikale greifen ein Konzert an und verletzen Menschen schwer, die Stadt Delitzsch gibt dem Veranstalter die Schuld – weil er keine Nazis zum Konzert zulassen wollte. Nein, das ist leider kein Scherz. Mehr Infos gibts hier.

Mal den Spieß umgedreht: Frauen machen Gesetze über männliche Reproduktion (nur keine Aufregung, alles natürlich alles nur Satire – wo kämen wir auch hin sonst?).

“Cause Of Death: Woman” (Todesursache: Frau). So heißt eine bedrückende Seite, die mit Filmen, Statistiken und Texten darstellt, warum in unserer Welt die Gesundheit von Frauen mehr von Gewalt und Vergewaltigung bedroht wird, als von zum Beispiel einer Krebserkrankung.

Termine nach dem Klick: (weiterlesen …)


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Rocken, Lieben, Arbeiten – kurz verlinkt

15. Dezember 2011 von der Mädchenmannschaft

Die Haftpflichtbeiträge der Hebammen sind in den vergangenen Jahren bekanntlich deutlich gestiegen, 2012 werden sie fast das doppelte im Vergleich zu 2009 betragen. Bei den Verhandlungen mit den Krankenkassen sieht es dabei düster aus, so der Hebammenverband: Für Geburten im Geburtshaus bleibt alles wie es ist, für alle anderen Leistungen soll es nicht einmal 2 Prozent mehr Geld geben. Protestbriefe gibt es auf www.hebammenverband.de.

Das Ruby Tuesday Rock Camp 2012, ein einwöchiges Musik- Ferienlager in Berlin für 35 Mädchen von 12 bis 18 Jahren, zu supporten geht auch, ohne fragwürdige Banken und deren Anliegen zu bewerben –  hier der Spendenaufruf inklusive handlichem Spendenbutton.

Anlässlich der Veröffentlichung des Abschlussberichts des Runden Tisches Kindesmissbrauch hat der Verband alleinerziehender Mütter und Väter eine Pressemeldung (PDF) herausgegeben und zieht ein durchwachsenes Fazit.

Die Lausitzer Rundschau berichtet: “Ostdeutsche Frauen streben bei ihrer Rückkehr ins Berufsleben weitaus häufiger eine Vollzeitstelle an als westdeutsche Frauen. Während 80 Prozent der Frauen aus Ostdeutschland bei der Wiederaufnahme ihres Berufes eine Vollzeitstelle wollen, sind es in Westdeutschland weniger als 30 Prozent, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervorgeht.”

Väter arbeiten offenbar im Durchschnitt wesentlich länger als kinderlose Männer.

Das ist doch voll schwul“ heißt eine Reportage in der ZDF Mediathek, in der drei Jugendliche über ihr Coming-Out berichten. (weiterlesen …)


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70.000 Euro für einen Trauschein?

7. März 2011 von Hannah
Dieser Text ist Teil 32 von 39 der Serie Muttiblog

Letztens sagte Sigmar Gabriel, er wolle das Ehe­gatten­splitting abschaffen, aber nicht gleich, irgend­wann mal. Von der FDP kam prompt die Antwort: Typisch, SPD will immer Steuern erhöhen.

Dann verebbte das Thema wieder – für mich unbegreiflich. Ich halte das Ehe­gatten­splitting neben Zwangs­abschiebungen und der Zusammen­arbeit mit fol­tern­den Geheim­diensten für einen der größten Skandale unserer Republik.

Frau in High Heels und Bluse, Minirock und Leggins, die eine Aktentasche, Pfanne und Staubwedel mit drei Armen hält, sowie ein Baby in einem kleinen Wagen hinter sich herzieht

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Das Ehe­gatten­splitting kettet Ehe­frauen ans Haus. Immer wenn sie nach der Baby­pause eine kleine Stelle auf­nehmen wollen, rechnen beide Ehe­partner nach und stellen fest, dass durch mehr zu zahlende Steuern von dem schönen Geld fast nichts übrig bleiben würde. Kommen dann noch Kinder­betreuungs­kosten hinzu, wird die Erwerbsarbeit der Frau zum puren Luxus, weil sie mehr kostet als einbringt. Na, da ist es doch besser nicht zu arbeiten.

Das prangern zwar viele an. Aber so ein richtiger Aufreger ist das Thema für die Meisten nicht. Besonders unbegreiflich finde ich diejenigen, die das Ehe­gatten­splitting verteidigen. Das sind doch in der Regel dieselben Leute, die Hartz IV-Empfänger dafür beschimpfen (dekadente Sozialschmarotzer), dass sie kühl nach­rechnen, ob es sich lohnt arbeiten zu gehen. Bei Eheleuten fördern sie aber diese Haltung.

Ich habe also meine Mutter gefragt, die immer erzählt, dass sie schon 1977 gegen das Ehe­gatten­splitting gekämpft hat.  Sie hat auch für die Quote gekämpft, gegen den §218 und für mehr Kitas. Da war die Frauen­bewegung einigermaßen erfolgreich. Beim Ehe­gatten­splitting hat sich aber so gar nichts getan. Warum habt Ihr da nichts erreicht, Mama?
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Homo-Ehe, Alleinerziehende, Weltärztinnenkongress, LGBT im TV, Merkel, Transsexualität und Al-Jazeera

5. August 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 55 von 191 der Serie Kurz notiert

Gestern wurde entschieden, dass das kalifornische Verbot der Homo-Ehe diskriminierend sei und somit gegen die US-Verfassung verstößt (wir berichteten). Die Entscheidung tritt allerdings noch nicht in Kraft.

Spiegel online nennt Fakten zum Stand der Alleinerziehenden in Deutschland und ihrem Alltag. Interessant: 90 Prozent sind Frauen; der Anteil an alleinerziehenden Vätern sank seit 1996 um drei Prozent.

Über den Weltärztinnenkongress in Münster berichtete die Ärzte-Zeitung. Dort tauschten sich die Ärztinnen über Probleme, wie für Frauenkörper unpassende OP-Instrumente, und die möglichen Auswirkungen der „Verweiblichung der Medizin” aus. Auch die spezifischen Probleme in verschiedenen Ländern wurden angesprochen, so sterben etwa in Indien überdurchschnittlich viele Frauen durch Verbrennungen.

Feministing hat sich den GLAAD-Report zur Repräsentation von LGBT im US-amerikanischen Fernsehen angeschaut. Fazit: Es geht bergauf!

Ines Kappert in der taz über Merkel, die Flucht der CDU-Männer in die Wirtschaft, Privilegien und die Tabuisierung von Männlichkeit.

Der Freitag berichtet über Lea T, das erste transsexuelle Supermodel.

Sociological Images kommentiert die jahrzehntelange nature/nurture Debatte und plädiert mit einem interessanten Beispiel über Gehirne und Gewalttäter_innen für mehr Austausch der Vertreter_innen beider Richtungen.

Die Jungle World hat ein Interview mit Judith Butler u.a. über Antisemitismus, den Christopher Street Day und die politische Verantwortung von Homo-, Bi- oder Transsexuellen.

Ebenfalls in der Jungle World: In der Redaktion des arabischen Senders Al-Jazeera aus Katar erregt ein Streit um Dresscodes für Mitarbeiterinnen Aufsehen.

Am 25. Mai hatten die fünf Sprecherinnen ihren Rücktritt aus der Nachrichtenredaktion eingereicht (…). Anlass für ihren Schritt waren die neuen muslimischen Bekleidungsvorschriften, die männliche Chefs ihnen aufzuzwingen versucht hatten.


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Wohin im Sommer? Hierhin!

23. Juni 2010 von Helga

Wer in den Ferien noch nichts zu tun hat oder Urlaub auf Balkonien macht, findet hier ein paar spannende Termine im Sommer:

Am 30. Juni gibt es in Berlin eine Fachtagung zu Alleinerziehenden unter dem Titel „Allein erziehend – doppelt gefordert”. Sie richtet sich an Berliner Senats- und Bezirksverwaltungen, Jobcenter, Arbeitgeber_innen sowie Akteur_innen aus Politik, Verbänden und Netzwerken, die praktische Lösungsansätze entwickeln und sich besser vernetzen wollen. Anmeldungen sind bis zum 25. Juni möglich, mehr dazu in dem Programm (PDF).

Eine große Klappe ist kein Muss, aber von Vorteil beim Lady-Slam. In sieben Minuten könnt Ihr Eure rhetorischen Talente unter Beweis stellen oder anderen lauschen. Ebenfalls am 30. Juni um 20 Uhr im Markandu Paderborn, Hathumarstr. 16. Der Eintritt kostet 2 Euro.

Noch mal Berlin: Die Fußball-WM der Männer läuft noch und im nächsten Jahr geht es mit der Damen-WM in Deutschland weiter. Vom 6. bis 13. Juli kommen daher Spieler_innen, Künstler_innen und Besucher_innen beim interkulturellen Discover Football, dem Festival zum Frauenfußball, zusammen.

Schwarzer Hintergrund mit weißen Punkten, wie eine FIlmrolle, darauf: QueerFilmFest Rostock - 29.-31.07.2010 - Peter-Weiss-Haus2010
Filmfans kommen dann vom 29. bis 31. Juli in Rostock auf Ihre Kosten. Dort entführt das QueerFilmFest 2010 „mit kosmosexuellem Filmgenuss in die Sphären queerer Welten”. Veranstaltungsort ist das Peter-Weiss-Haus und bis zum 30. Juni können noch Filme eingesandt werden.

Das Sommercamp Gayisland lädt zum dritten Mal zum queeren Urlaub an der Mecklenburgischen Seenplatte, zwischen Neustrelitz und der Müritz. Vom 30. Juli bis 8. August ist die Zeit für Fahrradtouren oder faules Entspannen am Strand.

Ein Vortrag zu PorYes, Vortrag und Konzert von Sookee und eine Lesung mit Mithu Sanyal sind nur einige der Highlights, die Besucher_innen des Ladyfestes in Trier erwarten. For Ladies, Gentlemen and everyone in between (oder auch außerhalb) geht’s vom 13. bis 15. August in die Tuchfabrik Trier in der Wechselstr. 4.


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Weiblich, alleinerziehend, Hartz IV

12. Mai 2010 von Barbara
Dieser Text ist Teil 4 von 13 der Serie Der F-Blick in die Politik

In dieser Kolumne werden die politischen Aktivitäten der Bundesregierung rund um das Reizthema “Frauenpolitik” kritisch betrachtet, das sich zumeist hinter der Familienpolitik verstecken muss.

Immer wieder Stoff für blöde Witze: alleinerziehende Mütter, die dem Staat auf der Tasche liegen, wenn sie nicht gerade den armen Vätern ihrer Kuckuckskinder das letzte Hemd aus dem Schrank ziehen. Über sie hatte vor einigen Monaten die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung wenig Gutes geschrieben und eine Kieler Studie herangezogen, die den Mamas ohne Partner fast schon empfiehlt, Job und Liebe offiziell zu entsagen. Dass alleinerziehende Mütter aber nicht immer die lächelnden Siegerinnen des Systems sind, hat in den letzten Wochen Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen gezeigt. Sie sorgt sich um sie – etwa 600.000 alleinerziehende Frauen leben in Deutschland von Hartz IV (rund 34.000 Männer sind in einer vergleichbaren sozialen Situation) – und  wirft sich so für sie ins Zeug, dass sie nun auch von der Süddeutschen Zeitung spitz als “Lieblinge der Arbeitsministerin” bezeichnet werden. Angeblich, so die SZ, hätte mancher bei der Bundesagentur für Arbeit den Eindruck, dass “Frau von der Leyen vergessen hat, dass sie nicht mehr Familienministerin ist”. Tatsächlich hat sich von der Leyen schon früher sehr um alleinerziehende Frauen gekümmert, hatte sich als Bundesfamilienministerin zur Aufgabe gemacht, deren Leben zu verbessern: “Diesen Frauen müssen wir Perspektiven eröffnen, um mit den Kindern aus der Armutsfalle herauszukommen” sagte sie 2008 in der Brigitte. Damit hat sie recht – damals wie heute.

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Lieber daheim bleiben

27. Januar 2010 von Barbara

Dann bleib ich doch zuhause und leb auf Staatskosten! So kann eine noch nicht veröffentlichte Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft über Alleinerziehende ausgelegt werden. Viele seien mit Hartz IV besser dran sind als mit einem Arbeitsplatz. Die Taz zitiert dazu den Ökonomen Klaus Schrader, einer der Autoren der Studie:

Eine Mutter mit zwei Kindern und ohne Job erhält durch Sozialleistungen 1.500 Euro. Würde sie im Dienstleistungssektor arbeiten, etwa als Friseurin, würde sie genauso viel verdienen oder sogar weniger. Und eine Alleinerziehende mit Hartz IV und einem Minijob hätte sogar 1.600 Euro monatlich. Klaus Schrader nennt das “perverse Anreizstrukturen”.

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung mag die Nutznießer dieser Strukturen nicht sonderlich und nennt sie die “Hätschelkinder der Nation”:

„Alleinerziehend – alleingelassen.“ So tönt es quer durch alle politischen Parteien und Verbände. Dabei ist nichts so falsch wie dieser Satz. Alleinerziehende mögen arm oder traurig sein, von der Gesellschaft alleingelassen sind sie nicht. Im Gegenteil: Sie sind die Hätschelkinder des Wohlfahrtsstaates.

Dass alleinerziehend nicht gleich alleinerziehend bedeutet, ebenso wie Hartz IV-Empfänger nicht gleich Hartz IV-Empfänger ist, wird in diesem Pauschal-Urteil, das an den sozial Schwächeren wenig Gutes findet, außer Acht gelassen. Das kritisiert auch die taz:

Alleinerziehend zu sein, auch mit Hartz IV, ist mitnichten eine Erfolgsstory, wie uns die FAS weismachen will. Damit bedient das Blatt eine konservative Familienpolitik, die aufgrund der ökonomischen Missstände zwar immer öfter thematisiert wird, am realen Leben aber vollkommen vorbeigeht. Und das noch zur Erinnerung: Vor der Einführung von Hartz IV wurde das Modell immer damit gepriesen, dass es Alleinerziehenden damit nicht schlechter gehen wird.

Zu glauben, dass Partnerschaft und Lebensmodell nur von staatlicher Geldförderung abhängig sind, ist mit Verlaub gesagt ganz schön billig. Und wieder sind es strukturelle Ungereimtheiten, die den Schwächeren in Rechnung gestellt werden. Dabei sind sie für die Strukturbildung nicht unbedingt verantwortlich.

(Dank an Hanna für den Hinweis!)


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Mama, zwei Kinder, kein Geld

28. Dezember 2009 von Barbara

“Was läuft eigentlich schief in einem Land, in dem eine alleinerziehende Mutter (gebildet, nicht arm, früher erfolgreich im Beruf, nette Verwandte) kaum über die Runden kommt? Ein ganz normaler Fall aus München” – so beginnt die Geschichte einer alleinerziehenden Mutter mit zwei Kindern, kürzlich im SZ-Magazin (der Text ist leider online nicht mehr verfügbar) abgedruckt.

Nun ist die Vorweihnachtszeit ja nicht nur für Plätzchen, Glühwein und Mistelzweig-Küsse wie gemacht. Sondern auch, um das Gewissen all derjenigen zu belasten, denen es eher gut geht als schlecht, indem viel über diejenigen berichtet wird, denen es eher schlecht geht als gut. Unabhängig von diesem Mechanismus lohnt sich die Lektüre dieses Artikels – außerdem ist die Vorweihnachtszeit ja nun beendet:

Vielleicht ist die Geschichte meiner Nachbarin gar nicht besonders tragisch. Und vielleicht ist das das Schlimme daran. Auf dem Papier ist sie nicht arm, sie bezieht kein Hartz IV, und damit geht es ihr offiziell nicht so schlecht wie anderen alleinerziehenden Müttern am Ende des Jahres 2009: Denn Armut in Deutschland ist vor allem ein Problem von Alleinerziehenden und Migranten, bestätigt wieder und immer noch eine Studie, in diesem Jahr veröffentlicht vom Institut für Wirtschaft und Gesellschaft in Bonn.

Demnach leben vierzig Prozent aller alleinerziehenden Mütter von Hartz IV; und dies sei, sagt die Studie, »maßgeblich auf die überdurchschnittliche Zunahme einkommensschwacher Alleinerziehender zurückzuführen, deren Zahl von 1996 bis 2006 um 925 000« anstieg. Nur fünf Prozent der 2,2 Millionen Alleinerziehenden sind Väter, fast allen geht es finanziell besser. Wenn nun meine Nachbarin nicht zum großen Heer der Armen gehört, wie viel kann ich von ihrem Schicksal erzählen, bis sich der Erste denkt: Also bitte, da ist sie schließlich selbst dran schuld?

(…)

Noch nie, das sollte man festhalten an dieser Stelle, ist sie auch nur eine Minute in einer Talkshow gesessen und hat ihr Leid geklagt, auch wenn der Autor Henryk M. Broder das pauschal Alleinerziehenden vorwirft wie vor Kurzem in seiner Kolumne in der Schweizer Weltwoche; aber die Inderinnen lobt er in den Himmel, denen es viel schlechter gehe – die aber schwiegen und schufteten stumm. Nein, Alleinerziehende sind heute nicht mehr gesellschaftlich geächtet, die Gesetze, die sie und die Kinder schützen, werden besser. Und doch kann kaum einer sich tragen lassen von der Gewissheit, das Menschenmögliche ausgeschöpft zu haben, sie zu unterstützen.


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