Einträge mit dem Tag ‘Alice Schwarzer’


Schwarzer und Schröder: Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft?

27. Februar 2012 von Jennifer
Dieser Text ist Teil 43 von 48 der Serie Meine Meinung

Sie hätten beide lachen müssen, berichtet Deutschlands bekannteste Feministin, EMMA-Herausgeberin Alice Schwarzer, in ihrem Blog von ihrem ersten Telefonat mit Bundesfamilienministerin Kristina Schröder.

Kein Wunder, schließlich verlief das Gespräch doch für beide Seiten außerordentlich positiv: Kristina Schröder sicherte der Publizistin zu, dass ihr Ministerium künftig den 1984 auf Schwarzers Initiative als Feministisches Archiv und Dokumentations­zentrum” gegründeten FrauenMediaTurm in Köln fördern wird. Denn nachdem ausgerechnet die rot-grüne Landesregierung von Nordrhein-Westfalen die bis­herigen Fördermittel von 210.000 Euro auf 70.000 Euro gekürzt hatte, fürchtete Alice Schwarzer öffentlich um den Fortbestand des Archivs. Diese Sorge ist sie nun los: CDU-Politikerin Schröder sagte eine Förderung zu, mit der die von Rot-Grün ver­ur­sachte Finanzierungslücke genau geschlossen werden kann: exakt 150.000 Euro, vier Jahre lang.

Im Gegenzug wird die Bundesministerin für Familie, Frauen, Senioren und Jugend endlich auch von höchster feministischer Instanz von dem Vorwurf freigesprochen, sich zu wenig für Frauenrechte und Gleichstellung einzusetzen. Mehr noch: Schwarzer, die der jungen Politikerin noch im Jahre 2010  jegliche Befähigung für ihr Amt abgesprochen hatte (hier Schwarzers offener Brief an die Ministerin), weil diese sich zuvor in einem SPIEGEL-Interview ziemlich abschätzig über den Feminismus geäußert hatte, betont in ihrem Blog ausdrücklich, dass Schröder es gewesen sei, die angerufen und Hilfe angeboten habe.

Das sollte doch Wiedergutmachung genug sein für das bisherige Desinteresse der dafür zuständigen Ministerin an der weiteren tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern in dieser Gesellschaft, nicht wahr? Frauenquote in den Vorstandsetagen der großen Unternehmen? Brauchen wir nicht! Betreuungsgeld? Nicht so schlimm! Hauptsache, das Feministische Archiv ist gerettet! (weiterlesen …)


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Sexismus, Strauß-Kahn und feministische Konzerte – Kurz Notiert

9. November 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 128 von 153 der Serie Kurz notiert

Slutwalk Toronto äußerte sich zu den aktuellen Kontroversen in der Slutwalk Bewegung: “Racism and Anti-Racism: Why they matter to SlutWalks“.

Ein schönes US-amerikanisches Fotoprojekt mit tollen Fotos von Feminist_innen hat @amymmmmmkay ins Leben gerufen: Feminist Photo Blog Project.

Ein sich ständig wiederholendes Motiv in der Werbung: Frauen, die irgendwie nicht ihren Mund treffen, wenn sie trinken.

Alice Schwarzer war in Paris und fand heraus: “Strauss-Kahn steht in dem massiven Verdacht, dass ein mafiöser Zuhälterring dem zweitmächtigsten Mann Frankreichs über Jahre Hotels, Gelage und Prostituierte bezahlt hat (…)”.

Lawsonry fragt: Kann ein Mann ein Feminist sein?

Großer Applaus für die Linksjugend: Die hatte sich ein Plakatmotiv mit dem Spruch „Sexistische Rollenklischees haben so einen Barth“ ausgedacht. Mario Barth will jetzt klagen.

In The Nation findet ihr einen Artikel über die Zukunft des (Online)Feminismus.

Morgen, am 10. November um 20 Uhr findet ein Netzfeministischer Chat statt. Weitere Infos bekommt ihr beim Missy Magazine – auch, wie mensch sich im IRC Channel anmelden kann.

Die Chancen, dass die Anzeige einer Vergewaltigung auch zu einer Verurteilung führt, sind im letzten Jahrzehnt gesunken, so dieStandard.

Ein weiterer Beitrag zur feministischen Perspektive auf die Occupy-Bewegung kommt von Soraya Chemaly. (Wir hatten selbst einen feministischen Blick auf die Bewegung gewagt.)

Von Freiburg über Konstanz bis Bremen sind diese Woche an vielen Hochschulen die „Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie“. Mit Vorträgen, Workshops und Ausstellungen. Vielleicht auch in Deiner Stadt?

Weitere Termine nach dem Klick

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Obama, Transgender und Battlefield 3 – kurz notiert

29. September 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 123 von 153 der Serie Kurz notiert

Ein lesenswerter Nachruf auf die kenianische Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai fand sich diese Woche in der Zeit. Ebenfalls dort: Ein Artikel über Morgan McCormick. Morgan wurde als Mädchen in einem Jungskörper geboren und trainierte in Computerspielen, eine starke Frau zu werden.

Erinnert sich noch jemand an die (inoffzielle) LAN-Party zum Start des Computerspiels Battlefield 3? Die ohne Frauen? Jetzt ratet mal, welcher Song im neuen (offiziellen) Trailer verwendet wird. Jay-Z’s “99 Problems (but a bitch ain’t one)”. Stilvoll.

Es gibt (mal wieder?) eine neue Petition zum Schließen von Facebookseiten, die sexualisierte Gewalt propagieren.

Norbert Blüm hat im Berliner Tagesspiegel über “Familie und Neoliberalismus” geschrieben. Heraus gekommen ist dabei – neben ein paar interessante Gedanken – vor allem eine Beschwörung der üblichen konservativen Vorstellungen von Familie. Schade.

Über ein neues Buch, in dem Frauen den Sexismus in Obamas Regierung anklagen schreibt die Washington Post. Und wo wir gerade dabei sind, hier noch ein Artikel bei the f word über Larry Summers, seines Zeichens Havardpräsident. Und Sexist.

Alice Schwarzer hat ihre Biografie vorgestellt und der Freitag war dabei.

Der Anteil der Autorinnen im US-Fernsehen ist zuletzt dramatisch gesunken (wir berichteten). Nur warum? Maureen Ryan hat für AolTV bei den Produzent_innen und Autor_innen nachgefragt.

Die Schauspielerin Leisha Hailey (“The L Word”) wurde aus einem Flugzeug verwiesen, nachdem sie Freundin geküsst hatte. Ja, richtig gelesen. Für mehr Infos bitte hier entlang.

Es gibt ein neues, cooles Mädchen-Online-Magazin: http://rookiemag.com/ Bei jetzt.de hat Mercedes Lauenstein es schon vorgestellt.

Jörg Steinert vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg kommentiert im polli-magazin den Papstbesuch.

Roman Polanski bezeichnet in einer neuen Dokumentation das von ihm vergewaltige Mädchen das erste mal als “Opfer”. Bei jezebel steht mehr dazu.

Zum Abschuss nach dem Klick noch eine Handvoll Veranstaltungen:

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An Charlotte Roche. Und gegen den Unwillen zum Wissen!

19. August 2011 von Nadia
Dieser Text ist Teil 38 von 48 der Serie Meine Meinung
© Flickr Nenyaki “Schoßgebete”. Tausendfach im Feuilleton durchgenudelt, alles gehört und gesehen. Inklusive Alice-Schwarzer-Gezeter und Kuscheltalk bei Markus Lanz, Lobeshymnen und Tiraden. Und nun die Zeit, auch einfach mal das Wort mal direkt an die Schreiberin zu richten. Also: Liebe Charlotte!

Ich finde Dich ja eigentlich ganz süß und knuffig. Also, früher zumindest. Und irgendwie sind davon halt auch noch Restbestände vorhanden. Trotz Geschwafel über Sex in Yoga-Hosen (gähn…), Wirsing (schnarch…) und “Wie kann ich dafür sorgen dass mein Typ mich immer toll findet und wir für immer zusammen bleiben werden?” (Ach, ach… Egal… Egal…). Deswegen will ich Dir heute mal einen schwesterlichen Rat geben: Wenn Du das nächste Mal ein Buch schreibst – und wir alle ahnen ja schon, Du wirst es irgendwann wieder tun – dann lies doch vorher mal eins! Also, ein richtig gutes! Oder, sogar mehrere!

Weil, irgendwie soll es ja bei Dir ums deutsche Durchschnittsleben gehen – Mittelmaß und so, Linse knallhart draufgehalten, trotz dramatischer Vorkommnisse im Leben, trotz moderner Industriegesellschaft und Wandel von Familien- und Genderstrukturen und Individualisierung und so weiter und so weiter. Das finde ich insgesamt ein hehres Ziel, aber da muss man halt bei den Besten in die Lehre gehen. Richard Fords “Sportreporter”-Trilogie kann ich Dir da wärmstens empfehlen. Ford ist seinem Held Frank Bascombe ja zum Teil bis auf die Toilette gefolgt (Ja, ja! Und das vor Deinen “Polöchern”! Schau an, schau an! Voll innovativ, oder?), und das schon vor vielen vielen Jahren. Und um Prostata-Krebs ging es dann auch im letzten Teil: Du siehst also, der gute alte Richard griff auch irgendwie Pipikacke-Themen – ganz zu schweigen von fragilen Beziehungen, Patchworkfamilien und der Angst vor Einsamkeit – auf. Aber: Eben auf hohem literarischem Niveau! Und genau deswegen liest man seine Bücher auch ganz gerne! Weil da zwar irgendwie auch nicht wirklich viel passiert, aber sprachlich doch immerhin allerhand!

Und weil der Ford aber auch einigermaßen unverdeckt reaktionär ist – in Interviews redet er ja zum Beispiel immer total gerne über seine Ehe und dass ohne reproduktive Zweierbeziehungen ja quasi alles geradewegs auf dem Weg der Verdammnis oder zumindest der Unproduktivität landen muss – habe ich noch einen zweiten heißen Tip, und zwar ebenfalls eine Trilogie: Michel Foucaults “Sexualität und Wahrheit”. Da empfehle ich Dir insbesondere Band II und III, nämlich “Der Gebrauch der Lüste” (Original: L’usage des plaisirs) und “Die Sorge um sich” (Original: Le souci de soi). (Es gibt noch einen vierten Band, aber das ist eine Geschichte die mit “fragmentarisch” und “posthum” zu tun hat, aber das juckt uns jetzt nicht groß. Nur der Vollständigkeit halber.)

Auf jeden Fall untersucht unser Kumpel Michel nämlich unter anderem, wie das Sexualverhalten vom klassischen griechischen Denken als Bereich moralischen Ermessens und moralischer Wahl geprägt worden ist.  Und er stellt die These auf, dass Sexualität den Zugang zum Individuum erlaubt und die Bevölkerung kontrolliert. Und dass sie sowas wie eine Angelegenheit des Staates ist, unter anderem dem Gesundheitswesen und den Regeln einer Normalität untergeordnet.  Und es geht auch um Zwangsheterosexualität und Reproduktivitätsideologie und so. Abgefahren, oder? Ist das nicht der Knaller?! Und ich kann Dir sagen, hach, was sage ich, ich kann Dir versprechen, wer Dein Buch “krass” findet, ha, also der wird sich bei der Foucault-Lektüre wundern, wie ihm wieder die Füße aufwachen, die ihm vorher vor lauter Wirsing, Würmern, Popo-Kratzen und Heizdecken eingeschlafen sind! Achterbahn der Crazyness sage ich nur! Word!

Du wirst sehen, Deine Geschichte wird dadurch keine bessere (und darum geht es ja auch nicht, Deine Geschichte ist Deine Geschichte, und deswegen belassen wir es dabei. Und niemals – so sagt es zumindest der gute alte Onkel Stephen King in “Das Leben und das Schreiben” – ist die Geschichte an sich wirklich schlecht, sondern nur die Umsetzung! Und das glaube ich gern, denken wir nur an den Story-Output von “Langoliers” - aber, ach, das ist ja auch wieder eine andere Geschichte! Was soll`s!). Wie auch immer: Du wirst sie beim nächsten Mal besser aufschreiben können. Bestimmt. Zumindest ein bisschen.

Deswegen, ich hoffe sehr dass Du Dir meine Tips vielleicht zu Herzen nimmst – ich auf jeden Fall würde mich sehr darüber freuen, weil, auch ich finde es immer ganz toll wenn die Leute mit Sachen konfrontiert werden, die ganz krass neu für sie sind und sie mal richtig vom Hocker reißen! Also, “schocken” wie Du vielleicht sagen würdest, und die auch so ein bisschen an den eigenen alten Denkmustern rütteln! Und: Die einen vor allem ein bisschen von der Pubertätsidee “Ich-kenne-mich-und-deswegen-kenne-ich-Euch-alle-und-ich-sage-Euch-jetzt-mal-wie-…”-Attitüde wegholen. Schöner ist ja immer irgendwie: Jetzt habe ich ordentlich geplappert, beim nächsten Mal habe ich aber mal wieder was dazu gelernt! Und zwar was Richtiges! Du wirst sehen!

Ich bin also schon mächtig gespannt auf Deine nächsten Papier-Geschosse, gucke mir bis dahin nochmal Dein Promo-Video zum neuen Besteller an (Glückwunsch übrigens!), warte auf die Zukunft und sage: In diesem Sinne, sincerely yours! Nadia.

Und P.S.: Alice, falls ich Dich auch erwische – für Dich gilt in weiten Teilen natürlich dasselbe. Und beim nächsten offenen Brief bitte nicht so rumschnauzen. Das war ja zum Ohrenkrebs kriegen, Dein Rumgemecker. Also. Weißte Bescheid!


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Phänomen Alice Schwarzer und Frauenzeitschriften – die Blogschau

11. Juni 2011 von Nadine
Dieser Text ist Teil 112 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Antje Schrupp macht sich Gedanken über Homo- und Heterosexualität im Kontext von Liebe, Sex, Ehe und Elternschaft.

Tapfer im Nirgendwo definiert das “Alice-Schwarzer-Phänomen“: “die Fixierung einer extremen aber für die Pluralität einer demokratischen Meinungsgesellschaft notwendigen anderen Meinung auf eine relativ bekannte Person, obwohl sie diese bestimmte Meinung niemals geäußert hat, sie aber zum Erhalt des bestimmten Diskurs als Trägerin der Meinung unbedingt notwendig ist.”

Hollaback Berlin gibt Tips zur Bekämpfung von sexueller Übergriffe.

Die AG Queerstudies haben mehr als 1000 Unterschriften für Barrierefreiheit gesammelt.

Anarchie und Lihbe berichtet über den Vortrag von Heinz-Jürgen Voss, der sich aus naturwissenschaftlicher Perspektive kritisch mit der Herstellung von Zweigeschlechtlichkeit und deren Folgen auseinandersetzt.

Die Fuckmothers haben die Autobiografie von Evelyn McDonnells, einer Vertreterin der Riot Grrrl Bewegung rezensiert.

Das Mädchenblog ärgert sich über neuerliche Auslassungen der SPIEGEL-Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen nach dem Urteil im Kachelmann-Fall.

Die neue Stieg-Larsson-Verfilmung “The Girl with the Dragon Tattoo” ist Gegenstand einer kritischen Analyse der Buttkicking Babes.

Fräulein Tessa ärgert sich im FAZ-Blog “Deus Ex Machina” über Frauenzeitschriften: “Satt von Stuss und Sternchen“.

Helga hat sich den Film “I can’t think straight”, die Liebesgeschichte einer Muslimin und einer christlich-arabischen Palästinenserin, angesehen.

Die Deutsche Welle hat mit der Direktorin der Girls Only Radio Station in Kairo, Amani Eltunsi, gesprochen.

Anne Roth stieß auf folgendes Video, das sich kritisch mit der Objektivierung von Frauen in der Werbung auseinandersetzt:


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Bisexualität, BOBs und “Bitch up my Desktop” – die Blogschau

16. April 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 104 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Julia Seeliger schreibt über Alice Schwarzer und ihr “klitorisfixiertes Gerede“.

Deef Pirmasens hat das neue Blogprojekt www.bisexualitaet.org gestartet:

Was Du schon immer über Bisexualität wissen wolltest, aber nie wusstest, wen Du fragen solltest.

Astrologie: Nicht nur diskriminierend sondern auch sexistisch“ heißt es auf Astrodicticum Simplex.

Einen spannenden Podcast zum Thema “Queer und Alter” findet ihr bei heiter scheitern.

Die taz begrüßt die Ausbildung von Deutschen mit Migrationshintergrund zu Pflegeassistent_innen – anders deutsch ist allerdings kritisch, vor allem weil hier auf einmal die besonderen Kompetenzen von Migrant_innen geschätzt werden, ansonsten aber nichts.

Der Mädchenblog freut sich immer noch über Einsendungen für ihren Desktop-Wettbewerb: “Bitch up my Desktop”.

Call for Paper zu den Herausforderungen und Potentialen von Social Media und sozialen Netzwerken bis zum 2. Mai 2011.

Die Gewinner_innen der BOBs 2011 stehen fest. Beste arabisch-sprachige Bloggerin wurde Eman Hashim, die bereits von GirslCanBlog vorgestellt wurde.

Noch ein Termin für Wiener_innen: Am 22. April lädt die ARGE Dicke Frauen zum Essen.


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In bed with Mädchenmannschaft – Der feministische Jahresrückblick 2010

5. Januar 2011 von Nadine

Das Missy-Magazin hat bereits vor ein paar Tagen mit einem Jahresrückblick aus feministischer Perspektive vorgelegt, wir ziehen nach. Worüber haben wir uns in 2010 besonders geärgert, welche Diskurse haben uns beschäftigt, welche Themen ließen uns Freudentänze aufführen? Die Mädchenmannschaft hat zum Jahresende die feministischen Köpfe rauchen lassen und herausgekommen ist eine Retrospektive in Form eines Podcasts. Anna, Magda und ich philosophieren eine knappe Stunde unter anderem über den Hebammenprotest, Judith Butler und die Burka-Verbote und lassen noch einmal unsere persönlichen Highlights des vergangenen Jahres Revue passieren. Dabei darf natürlich der obligatorische Rant gegen Frauenministerin Kristina Schröder nicht fehlen. Herzlichen Dank an unsere technische Assistenz Helga für die Produktion!

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Download (mp3, 53 MB)

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Von männlichen Opfern und erfolgreichen Frauen

17. November 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 66 von 153 der Serie Kurz notiert

Sylvia Vogt hat im Tagesspiegel mal zur Lohnungleichheit nachgerechnet: “Prozentrechnung für Frauen“.

Nadia Shehadeh von Philibuster findet, dass Alice Schwarzer und Kristina Schröder doch etwas gemeinsam haben: ihre analytische Treffunsicherheit.

Der Spiegel berichtet, dass die durchschnittliche Kinderzahl je Frau im vergangenen Jahr in Deutschland auf 1,36 gesunken ist – 2008 lag sie noch bei 1,38. Kommt jetzt bald wieder ein vor Deutschtümelei strotzender Aufruf zum Gebären? Bitte nicht.

Die FAZ führt ein Interview mit der Finanzberaterin Helma Sick, die seit 24 Jahren als eine der Ersten in Deutschland Finanzberatung gezielt für Frauen anbietet.

Apropos Finanzen. Feminist Frequency beleuchtet fürs Bitch Magazine die aktuellen Kinderspielzeug-Werbespots und welche Rollen sie Kindern vermitteln.

Passend dazu auch die Galerie mit 48 Anzeigen auf owni.eu, die heute wirklich allen durch ihren Rassismus und Sexismus auffallen (Dank an twitter.com/vasistas_blog).

Viel Lesestoff gibt’s in der neuen Ausgabe von querelles-net, mit Rezensionen zu etwa Angela McRobbies „Top Girls“ über den postfeministischen Backlash oder Brigitte Brandstötters Untersuchung „Wo die Liebe hinfällt“, die sich Paaren widmet, in denen die Frau älter als der Mann ist.

Frauen als Täterinnen: Eine neue Studie beleuchtet Fakten, die die Klischees ins Wanken bringen. Heide Oestreich fragt, ob man männliche und weibliche Gewalt einfach so gleichsetzen kann und plädiert in einem Kommentar dafür, dass Frauen wie Männer Schutzräume brauchen.

Der Freitag hat einen Artikel zu männlichen Stalking-Opfern.

Die Zeit beschreibt das Phänomen, dass jüngere Männer bei Neueinstellungen häufig benachteiligt werden. Zur Erinnerung: Der Frauenanteil unter den 137 Redakteur_innen der Zeit beträgt ein gutes Drittel, in den Ressortleitungen gerade mal ein Sechstel.

Aktuelle Termine zu feministischen Veranstaltungen, die ihr gerne in den Kommentaren aktualisieren oder ergänzen könnt, findet ihr hier.


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Fleißige Ladies im Web: Die Blogschau

2. Oktober 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 51 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Anne Roth twitterte Anfang der Woche, dass die Heinrich Böll-Stiftung zur “gänzlich frauenfreien Netzpolitikveranstaltung” lädt. Ein paar Tage später konnte man doch ein paar Frauen unter den Referent_innen finden. Anne Roth resümiert in einem späteren Blogartikel:

Natürlich gibt es ausreichend Frauen, die zu den Themen etwas sagen können. Sicher weniger als Männer, aber auf jeden Fall genug, um so ein Tagesseminar zu füllen. Falls doch mal eine Lücke entsteht, gibt es diese praktische Website: geekspeakr.com.

Der Mädchenblog hat einen grandiosen Buchtipp - Girls to The Front - über die Riot Grrrl Bewegung, empfohlen von den Musikerinnen von Le Tigre Kathleen Hanna und Johanna Fateman.

Onyx schreibt auf Gedankensalat über unhinterfragte Sexismen.

Auf Don’t you Believe the Hype gibt es eine Zusammenfassung der Broschüre “Starke Frauen, schwerer Weg” über die Benachteiligung muslimischer Frauen in der Gesellschaft, herausgegeben vom Interkulturellen Rat in Deutschland.

Gwen Dragon macht sich auf Biblio Draconis über den so genannten gender gap – dem Unterstrich_i - Gedanken und befindet, dass das Binnen-I besser sei.

Auf DieStandard.at gibt es einen kritischen Gastbeitrag von Marina Rauchenbacher zur Frida Kahlo-Ausstellung im Wiener Bank Austria Kunstforum.

Die Stadtpiratin schreibt in ihrem Artikel “Hand aufs Herz, Lady” über Alice Schwarzer, Post-Feminismus und eine neue Weiblichkeit. Mehr zu Schwarzer und ihrem neuen Buch gibt es auf dem Theorieblog.

Zur Zeit findet die Young Media Summit in Kairo statt

Was bedeutet Bloggen in Deutschland, was in der arabischen Welt? Was können Blogger zum interkulturellen Dialog beitragen? Gibt es Gleichberechtigung beim Zugang zum Netz zwischen Männern und Frauen? 18 Blogger aus Deutschland und arabischen Ländern werden vom 2. bis 4. Oktober beim Young Media Summit 2010 in Kairo Antworten auf diese Fragen suchen.

Mit dabei sind Fräulein Tessa (flannel apparel), Annina Luzie Schmid (Girls Can Blog) und Julia Seeliger (Zeitrafferin).

Termine nach dem Sprung (weiterlesen …)

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Bücher, Jungs und Vibratoren – die Blogschau

14. August 2010 von Anna
Dieser Text ist Teil 56 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Und hier die feminstische Bloglektüre zum Samstagabend:

Beginnen wir mit Lesetipps für den vielleicht noch ausstehenden Sommerurlaub oder auch die ersten eingekuschelten Couch-Abende:
diestandard.at bespricht: “So zarte Lippen, so weiche Haut – Frauen erzählen von ihrem ersten erotischen Erlebnis mit einer Frau” und bei der denkwerkstatt gibt es gleich fünf Romane empfohlen – alle von Frauen geschrieben und alle urlaubstauglich.

Wo wir gerade bei Büchern sind: InFemme unterstellt möchte eines zum Thema Mütter schreiben und braucht dabei eure Hilfe.

Sabine Hark fragt “Sind Jungs so?” und kommentiert die derzeit (mal wieder) durch die Medien geisternde Sorge um den männlichen Nachwuchs. Fazit: “Mit Verlaub: das ist Sexismus pur.”

Les petits Plaisiers hat sich angesehen, wie unterschiedlich Sexspielzeug für Frauen und für Männer beworben wird: “Wichsen ist Wellness … oder Autofahren”

Antje Schrupp liest und schreibt über die Liebe.

“Unter Feminist_innen?” fragt dasguteleben und analysiert Julia Seeligers Kritik am Blogeintrag von Alice Schwarzer zum Thema Kachelmann.

Claudia Kilian von der sammelmappe mag die “girls on web society” und stellt ein paar Bloggerinnen vor, die man dort kennen lernen kann.

Mit dem Hinweis darauf, dass man “auf so eine sexistische Scheiße keinen Bock” habe, hat die Band Frittenbude ein Konzert abgebrochen. Wie es dazu kam und wie diese Reaktion aufgenommen wurde, haben unter anderem der Mädchenblog und bubi zitrone zusammengefasst (jeweils mit weiterführenden links).

Vom 28.-30. Oktober findet in Berlin ein Kongress zum Thema “Das flexible Geschlecht. Gender, Glück und Krisenzeiten in der globalen Ökonomie” statt. Für weitere Infos und zur Anmeldung bitte hier entlang.

Zum Abschluss noch ein Beitrag, der zwar nicht feministisch ist, aber ein sehr wichtiges Thema berührt: Not quite like Beethoven ist “ein Blog über Unhörbares, Unerhörtes und Nichtgehörtes” und schreibt über den Sinn und Unsinn der GEZ-Befreiung für Sinnesbehinderte.

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter post(at)maedchenmannschaft.net Bescheid.


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