Einträge mit dem Tag ‘Albanien’


Diskussionen über sexuelle Gewalt, Körperhaare und Geschlechterrollen – die Blogschau

19. Mai 2012 von Helga
Dieser Text ist Teil 158 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Mir erst gestern passiert: sexuelle Belästigung auf der Straße. Über die Ein­schränkungen, die dies für Frauen bedeutet, hat HighOnCliches gebloggt. Und setzt gleich noch mal nach, wie Männer auf der Straße Frauen ansprechen sollten, ohne wie ein Arsch rüber zu kommen.

Gegen sexualisierte Gewalt läuft weiter #ichhabnichtangezeigt. Eine der Ini­tia­tor­innen von Kofra über unser Weg­schauen bei den Tätern. Wenig überraschend: das Medien­interesse fokussiert sich nun auf Betroffene.

Auch auf der internationalen Politikbühne ist sexualisierte Gewalt weiter Thema. Flannel Apparel kommentiert die Causa Dominique Strauss-Kahn.

Ebenfalls Thema diese Woche: Körperbehaarung von Frauen. Frau mit Bart hat eine Dokumentation der BBC dazu gefunden.

Über Blockupy in Frankfurt hat sich Karnele Gedanken gemacht.

Menschrechte? Gelten nicht für Teilnehmerinnen von „Germany’s Next Topmodel“, stellt Katrin Schuster fest. Stattdessen lernen wir: Mit einem Mikro vor dem Gesicht muss frau auf Aufforderung Kolleginnen denunzieren.

Wie stark Medien unser Leben beeinflußen, musste Discover the Muslim World erleben. Ihr Vierjähriger will nicht abwaschen, denn „im Fernsehen waschen immer nur Frauen ab.

Ein Manifest zur „Inklusion behinderter Menschen in allen Lebensbereichen“ gibt es jetzt beim Behindertenparkplatz. Bitte direkt an Bundes- und Landesregierungen weitersenden!

Zum 20-jährigen Jubiläum des LSVD erklärt anders deutsch, warum sich nicht alle Lesben und Schwulen vom Verband vertreten sehen.

Mit den Geschlechterverhältnissen im NSU Umfeld hat sich das NSU Watchblog ausführlich auseinander gesetzt.

Seit Sonntag war erst Muttertag, dann Vatertag. Wieder einmal zeigt sich, dass wie unsere Eltern sehr unterschiedlich ehren. Denkwerkstatt über kuriose Be­richt­er­stattung in den österreichischen Medien. Und Mutter­seelen­allein­erziehend hat den Herrentagsritualen hinterhergeforscht.

Von Albaniens erstem „Gay Ride“, einer Fahrraddemo unter Regen und Rauch­bom­ben, berichtete QueerNews.at (eine Gay Pride war verboten worden). Und auch in Burma gab es dieses Jahr erstmals Gay Pride-Veranstaltungen.

Katrin von reizende Rundungen weiß, dass ihr Lebenszweck nicht ist, einem Mann zu gefallen – dennoch fragt sie sich nach einer schönen Partynacht, warum sie keiner angesprochen hat. Und warum ist es ihr eigentlich immer noch so wichtig, Aufmerksamkeit zu bekommen?

Feminismus zum Anhören gibt es diese Woche in der neuen Folge von Nrrrdz. Und Antje Schrupp war zu Gast bei Wir. Müssen Reden. Schon etwas länger läuft überhaupt der Podcast „I’m coming out“.

Nach dem Klick noch ein paar Termine (weiterlesen …)


Facebook | |


Albanien: Wenn Frauen als Männer leben

2. September 2010 von Helga

Einem spannenden Thema hat sich die Fotografin Pepa Hristova gewidmet. Sie portraitierte die eingeschworenen Jungfrauen Albaniens. Im stark patriarchalisch geprägten Albanien hatten Frauen nach dem alten Gewohnheitsrecht „Kanun” nur wenig Rechte. Um diesem Leben oder einer arrangierten Hochzeit zu entkommen, können sie allerdings Ehe und sexuellen Beziehungen abschwören und fortan als Mann leben. Doch auch der Tod oder das Fehlen von Söhnen in einer Familie führten dazu, dass Töchter diese Rolle einnehmen mussten. Sie tragen fortan Männerkleidung, benehmen sich wie Männer und werden allgemein als solche angesehen.

Dazu gibt es nun auch einen kurzen Bericht im ARD-Magazin titel thesen temperamente – schnell anschauen, solange der Beitrag noch in der Mediathek verfügbar ist.

Fotografin Pepa Hristova, eine Frau mit dunklen kinnlangen Haaren, spricht in die Kamera, im Vordergrund ein > im Kreis

Screenshot von „titel thesen tempramente” über ostkreuz.de

Obwohl es sich dabei um eine gesellschaftlich akzeptierte, alternative Geschlechtsidentität handelt, sind die traditionellen Geschlechterrollen dadurch nicht in Frage gestellt, sondern vermutlich sogar noch verfestigt. Während die zunehmende Gleichstellung im Zuge des Kommunismus die Tradition langsam aussterben liess, könnte sie nun auch wieder eine Renaissance erleben. Angst, verschleppt und zur Prostitution gezwungen zu werden, spielt dabei eine Rolle, sowie die immer noch begrenzten Möglichkeiten für Frauen, selbstbestimmt zu leben.

(Vielen Dank an Leserin Margarete für den Hinweis.)


Facebook | |



Anzeige