Einträge mit dem Tag ‘Aktivismus’


Hartz IV Sanktionen abschaffen, #TeamStillFat und Straßenumbenennungen – kurz verlinkt

24. März 2016 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 312 von 315 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

HartzIV ist ein furchtbares System und die Abschaffung sollte das große Ziel sein. Bis dahin wäre es ja schon einmal super gegen die Sanktionen vorzugehen, die tagtäglich Menschen schikanieren. Das Projekt „Sanktionsfrei“ will dies tun und sammelt noch sieben Tage lang Geld. Falls es euch irgendwie möglich ist, unterstützt diese Kampagne!

Herzlichen Glückwunsch an unsere Autorin Julia Roßhart! Gerade ist im w_orten & meer Verlag ihr Buch erschienen: „Klassenunterschiede im feministischen Bewegungsalltag. Anti-klassistische Interventionen in der Frauen- und Lesbenbewegung der 80er und 90er Jahre in der BRD.“

Nach jahrelangem Einsatz von Aktivist_innen sollen nun endlich im Berliner Bezirk Wedding drei Straßen umbenannt werden, die immer noch die Namen von Personen tragen, die Teil des kolonialistischen Systems waren. Für die Umbenennung können Vorschläge eingereicht werden. Es sollen mit den neuen Namen „Persönlichkeiten, insbesondere Frauen, der (post)kolonialen Befreiungs- und Emanzipationsbewegung aus Ländern Afrikas“ geehrt werden.

Feministische Sachbeschädigung in Dresden. Bekenner_innenschreiben und Pressespiegel“ – e*vibes berichtet und sammelt.

Nach den Ergebnissen der letzten Landtagswahlen schrieb der Migrationsrat Berlin-Brandenburg: „Wir fordern eine diskriminierungsfreie Gesellschaft! Schluss mit der Banalisierung der AfD!„.

Englischsprachige Links

„The Power of Putas“: Zur Sexworker_innen-Bewegung in Brasilien schreiben Thaddeus Blanchette und Laura Murray bei Open Democracy.

Musik, Spaß und Kreativität kann es auch im Klassenraum geben! Ein Hoch auf die Mathelehrerin aus New Orleans, die ihren Schüler_innen mit Beyoncé das Lernen versüßt.

„The upcoming biopic about [Nina Simone] proves that the world still isn’t ready to tell her story.“, schreibt Ta-Nehisi Coates beim Atlantic darüber, dass Zoe Saldana die Sängerin spielt.

Discwoman ist ein New Yorker Elektronik-Kollektiv. Die Selbstbeschreibung: „platform, collective, and booking agency — representing and showcasing cis women, trans women, and gender queer talent in electronic music.“ i-D hat eine der Gründer_innen interviewt.

Okay Africa interviewt den Künstler Tahir Carl Karmali zu seiner Reihe Jua Kali, in welcher Arbeiter_innen des informellen Sektors in futuristischen Collagen porträtiert werden.

Everything Water Touches“ ist ein interaktives Video von Zackary Canepari und Jessica Dimmock, veröffentlicht bei The New Yorker, welches die Auswirkungen des vergifteten Wassers auf die Bevölkerung in Flint aufzeigt.

Auf ihrer Facebookseite schreibt Ashleigh Shackelford unter dem Hashtag #TeamStillFat über Vorher- und Nachher-Bilder.

Termine

Es gibt einen Call for Papers für die Feministische FrühlingsUni 2016: Eure Beiträge könnt Ihr noch bis Ende März einreichen. Es geht in der Ausschreibung um drei Achsen: „[:Bewegung*en:] von Körper|normen, [:Bewegung*en:] in Arbeit und [:Bewegung*en:] in Geschichte*n“.

In Wien: Premiere! Und zwar: „Meine Nase läuft. Deine Stars hautnah“, am 25. April in der Bar&Co des Theater Drachengasse. Die Performer_innen Banafshe Hourmazdi, Frederik Müller und Golschan Ahmad Haschemi unternehmen in ihrem Stück einen  Streifzug zwischen Politik und Aktivismus und kritisieren den massentauglichen Nationalismus sowie die Verharmlosung von rassistischen Strukturen in Österreich aus einer feministischen und queeren Perspektive.


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Der Sound zum Frauenkampftag! Eine Playlist

8. März 2016 von Charlott

Was macht den Frauenkampftag noch besser? Der passende Soundtrack! Falls dieser hier für euch nicht so funktioniert, haben wir im Archiv auch immer noch Magdas Playlist zum Frauenkampftag – Beyoncé-Style!, Nadias International Women`s Day: Frauen*kampftag-Playlist, Sabines Top 20 – Weil Ihr GROSSARTIG seid! (feminist playlist nr. 2) und Anna-Sarahs Beitrag Ist es lachen, ist es weinen / Lass es ungehorsam sein. Die deutschsprachige Playlist. Und falls ihr noch Pläne für den heutigen Tag braucht: Wir haben einiges in unserer Terminliste zusammengetragen und in den Kommentaren wurde fleißig weiter ergänzt.

1. Nina Simone – Revolution

2. The Indelicates – Our Daughters Will Never Be Free

3. Eekwol – Kisay’s Song (Iskeweak Iskotew Tapwewin)

4. Tracy Chapman – Subcity

5. Naomi Wachira – Witness

6. SOAK – Reckless Behaviour

7. Queen Latifah – U.N.I.T.Y.

8. X-Ray Spex – Oh Bondage! Up Yours!

9. Destiny’s Child – Survivor

10. Dessa – Fighting Fish

11. Against Me! – True Trans Soul Rebel

12. Laura Mvula – That’s Alright

13. Salt ’n‘ Pepa – None of Your Business


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„Mehr als bloß Leichen in den Videos von ISIS“

22. Februar 2016 von Jayrôme

Am 14. Februar fand in Istanbul der erste Mr. Gay Syria-Wettbewerb statt. Organisiert wurde er vom  Journalisten Mahmoud Hassino, der „es satt hatte, dass syrische Queers bloß als Leichen in den Videos von ISIS oder als Opfer der Verbrechen des Assad-Regimes dargestellt werden“. Auch wollte Hassino mit dem gängigen Klischee des armen Geflüchteten brechen und „das Positive in den Vordergrund rücken: starke Menschen, die Talente haben, starke Menschen, die für etwas einstehen, die etwas können und wollen.“

Gegen vier andere Kandidaten setzte sich am Valentinstag der 23-jährige Hüseyin aus Aleppo durch.

Nun wurde eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, um Hüseyins Teilnahme am Mr. Gay World-Wettbewerb zu unterstützen.

 

> Das Interview mit Mahmoud Hassino auf queer.de lesen 

> Jetzt die Crowdfunding-Kampagne unterstützen


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Germany’s Next Top Model, Black Metal und heteronormative Fortpflanzungspolitiken – die Blogschau

13. Februar 2016 von accalmie
Dieser Text ist Teil 2 von 294 der Serie Die Blogschau

Neben dem Schreiben an ihrem Roman übt sich Schwarz-Rund gerade im Colorieren – hier gibt es erste Eindrücke.

„Was mir besonders am Herzen liegt ist die Ansicht, dass sozialer Wandel nicht kalkulierbar ist. Revolution ist nicht kalkulierbar. Soziale Bewegungen sind nicht kalkulierbar. Widerstand ist nicht kalkulierbar“: Diaspora Reflektionen schreibt über Aktivismus, Motivationen und Hierarchien.

techno candy hat sich „Germany’s Next Top Model“ gewidmet und resümiert: „Der queere zauber der letzten staffel ist weg, hat keine spuren hinterlassen.“

femtastics führen ein Interview dazu, wie Penelope Kemekenidou die Tamponsteuer abschaffen will.

„Everly und die Frage nach der emanzipatorischen Gewalt“: Lara bei den femgeeks rezensiert den Film.

Den „Fettnapf der konservativen, hetero-zentrierten, ehebasierten bundesdeutschen Fortpflanzungsmedizinpolitik“ – deren ausgesprägter Cissexismus aber leider nicht zur Sprache kommt – kommentiert Maria Wersig auf dem Blog des Gunda-Werner-Instituts.

„Rückgriff auf nordische Mythen “ – Blick Nach Rechts rezensiert den Sammelband „National Socialist Black Metal“ , der Einblicke in (extrem) rechte Ideologien innerhalb der Black-Metal-Szene gibt.

Habt ihr diese Woche etwas geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blogs etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Regelmäßig verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


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zu „Suffragettes – Taten statt Worte“

11. Februar 2016 von Hannah C.
Dieser Text ist Teil von 25 der Serie Die Feministische Videothek

Glücklicherweise kenne ich Menschen, die mit mir in “so einen Film” gehen. Feminist_innen. Menschenrechtler_innen. Gemochte.
Wir treffen uns, die Taschen voller Süßigkeiten und neugierig auf den Film “Suffragettes – Taten statt Worte”. Am Nebentisch sitzen drei andere Menschen, vielleicht auch Feminist_innen. Menschenrechtler_innen. Einander mögende. Nur 20 bis 30 Jahre älter. Mit einem Weinglas vor sich.

Wir wissen, dass wir uns auf eine weiße Geschichtserzählung einlassen, wagen aber die Hoffnung, den Rassismus der Zeit auf der Leinwand abgebildet zu finden. Wir, ich, als eine von drei Einsmenschen im Bunde, bilde mir ein, viel über die Suffragettenbewegung zu wissen. Weil ich weiß, dass es weiße privilegierte Frauen waren, die dort, damals vor mehr als hundert Jahren für ein Frauenwahlrecht auf die Straßen gingen. Weil ich in den letzten zweieinhalb Jahren viel über feministische Geschichte gelernt habe und noch immer lerne.
Ich bilde mir Offenheit ein, bilde mir ein zu merken, wo mein Horizont endet und wo ich mich hinbewegen muss, wenn ich mehr sehen möchte.

Am Ende sitze ich in diesem Film und merke: einen Scheiß weiß ich.
Es wird keine Geschichte von einer gelangweilten unglücklichen Frau* erzählt, die eingesperrt im goldenen Käfig nicht im Kopf aushält, was um sie herum passiert und nach und nach auf die Idee kommt: “Och – Wahlrecht wäre nett. Gib mal!”, sondern die Geschichte einer Wäscherin, die sich nach und nach den bereits aktiven Suffragetten in ihrer Stadt anschließt und darüber Ehemann und Kind verliert. Die Geschichte von verschiedenen Frauen, die ins Gefängnis kommen, weil sie Briefkästen sprengten und Telegrafenleitungen kappten. Wo sie hungerstreikten. Zwangsernährt wurden. Nicht als politische Gefangene anerkannt wurden. Bei der Entlassung mit Blumen von der “Women’s Social and Political Union” empfangen wurden.

Der Kinofilm spielt 50 Jahre nach Beginn der eigentlichen Bewegung, die 1867 mit der  Gründung der “National Union of Women’s Suffrage” durch Millicent Fawcett verortet wird. Ich fand aber auch noch andere Anfänge. Ob das alle sind oder ob es nur diese Geschichte ist, die es bis heute geschafft hat sich zu halten, weiß ich nicht und finde das schade. Einfach, weil ich es in den letzten 2 Jahren an jedem neuen Hashtag, jedem neuen Diskursherd erlebe, wie Geschichten sozialer Bewegungen geschrieben werden.

Der Film beginnt mit Einstellungen harter körperlicher Arbeit. Schaltet dann aber doch zügig zu den ersten eingeschlagenen Fenstern. Da steht eine Frau, holt faustgroße Steine aus ihrem Kinderwagen, wirft diese in ein Schaufenster und ruft: “Wahlrecht für Frauen!” und die Hölle bricht los.
Es gibt einen Tumult und das ist die erste Begegnung.
Das sind also diese Suffragetten. Steineschmeißerinnen mit Ausruf. Aha.

Während die Geschichte weiterplätschert und nach und nach mehr Charaktere einfädelt, merke ich, dass ich mich frage, was genau mich gerade an der Gewalt, die ich dort vor mir sehe, eigentlich nun so verwirrt.
Wir sehen wie die Frauen, denen durch Arbeiter_innenbefragungen des Parlamentes Hoffnungen auf ein Wahlrecht gemacht wurden, erneut enttäuscht werden – nach Jahrzehnten friedlicher Auseinandersetzung mit logischen Argumenten um die Herren der Schöpfung erst recht davon zu überzeugen, dass es sich bei Frauen erstens um Menschen handelt, die, zweitens, so eine verantwortungsvolle Sache, wie eine politische Wahl, verantwortungsbewusst und vernünftig ausführen können.
Sie sind wütend. Und werden deshalb von Polizisten niedergeschlagen und verhaftet.
Sie sind einfach nur wütend und enttäuscht und werden deshalb verprügelt und verhaftet – hallo? (mehr …)


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das Problem an „Sei doch lauter“

28. Januar 2016 von Hannah C.
Dieser Text ist Teil 1 von 58 der Serie Meine Meinung

Immer wieder mal wird das an mich herangetragen. “Sei doch lauter”, während es eigentlich darum geht auszudrücken, dass man sich mehr von mir wünscht. Mehr (von dieser Person als so wahrnehmbar) Aktivismus. Mehr Aktion. Mehr Bäng. Mehr Pow. Mehr KRWÄÄÄÄM. With the Faust in the Gesicht of Patriarchy, Racism und überhaupt aller Kackscheiße.
Ich lese solche Ansprüche und halte mir dabei die Ohren zu. Weil diese Ansprüche für mich laut sind. Sie stehen vor mir und brüllen mich an. Schreien mich nieder und machen die Begegnung zum Schlachtfeld.

Es ist mir gegenüber ein ableistischer bis schlicht ignoranter Anspruch. Obwohl – ich mag es nicht so individualisieren – vielleicht gibt es noch mehr Menschen, die einfach nicht als laut wahrgenommen werden, obwohl sie sich selbst als sehr laut und aktiv(istisch) erleben und merken, dass es ihnen viel Kraft und viele Verluste bedeutet, überhaupt von anderen Personen ganz allgemein bemerkt zu werden. Und sei es als leises Stimmchen ohne Bäng ohne Pow ohne KRWÄÄÄM.

Ich verstehe, dass bestimmte Bemühungen mehr erfordern als Twitternachrichten zu formulieren oder Blogposts zu schreiben. Anastasia Umrik beschreibt das in ihrem letzten Blogpost und kaum eine andere Schrift, die sich mit “dem Feminismus ™” in “diesem Internet” befasst, kommt ohne diese Spitze aus.
“Nänänä n Tweet schreiben kann ja jede_r – (aber mich zu überzeugen (“die Massen ™” bewegen), DAS ist doch das, worum es geht = gehen muss … ODER?”)”

Ganz ehrlich? Nein.
Kann eben nicht jede_r. Kann sich eben nicht jede_r erlauben. Kann eben nicht jede_r schaffen.

Ich erlebe es auch nicht so, dass laut sein alles ist. Ich erlebe es auch nicht (mehr) so, dass es aktivistischer oder auch selbstvertretender Anspruch sein muss, möglichst viele Menschen für oder gegen etwas zu mobilisieren. Für mich ist das zwar ein tolles Gefühl zu mehreren in einem Thema vereint zu sein – ich weiß aber auch, warum es sich so toll anfühlt.
Weil man sich überlegen oder mindestens weniger schwach fühlen kann. Heimlich. Ein bisschen für sich allein.

Für mich persönlich ist genau das aber nicht, wie ich Menschen begegnen will. Ich will mich niemandem gegenüber unter- oder überlegen fühlen. Ganz generell nicht. Weil ich das als ganz großen Anteil der ganz alltäglich passierenden Gewalten erlebe zum Einen und zum Anderen, weil ich weder Kraftreserven noch Fähigkeiten habe, solche Dynamiken lange durchzuhalten.

Ich mag es nicht, wie es gelesen wird, wenn ich schreibe: “Mein Leben ist schon schwer genug” – aber mehr kann ich nicht anführen, wenn ich begründen will, warum es nicht mein oberstes Ziel ist, für alle und immer gleich “laut” oder “aktiv(istisch)” vernehmbar zu sein.
Hier ne Demo, da ne Veranstaltung – hier ein Scharmützel bei Twitter, da eine Kommentarschlacht und im Backend noch schnell die Schultern der Verbündeten klopfen und während all dem nicht vergessen, wer mit wem wann mal welchen Streit warum hatte und welche Positionen von wem warum gar nicht gehen und überhaupt gar keine Beachtung mehr ever verdienen … – sorry kann ich nicht. Will ich nicht. Ist nicht, was ich mir wünsche für später, wenn …

Ich alleine atme mit jedem Tweet durch. Beruhige mich nach jedem Blogpost. Für mich ist jedes Rausgehen und vor Menschen sprechen ein BÄNGPOWKRWÄÄÄÄNMEGADING – auch dann, wenn “die Massen ™” es für etwas halten, dass angeblich jede_r (und natürlich auch besser, lauter, krawalliger) kann und deshalb als beliebig und wenig relevant, wahrnehmen.

Am Ende spreche ich hier nicht nur von Wertschätzung dessen, was andere Menschen zu einem Thema beitragen, sondern auch davon, dass Aktivismus letztlich vor allem Aktivität meint, die für sich als Spektrum anerkannt werden muss.

Auch ein leiser Widerspruch ist ein Widerspruch.


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Aktivismus und Alter: „Aging Fiercely While Trans“

25. Januar 2016 von Magda

Auf vielen US-amerikanischen Blogs las ich in den letzten Monaten: 2015 war ein großartiges Jahr für Trans-Sichtbarkeit! Oft erwähnt werden die Schauspielerin Laverne Cox (Orange is the New Black), die konservative Sport- und TV-Persönlichkeit Caitlyn Jenner (und ihr Vanity Fair Cover) oder Rapper_in Angel Haze – Haze bevorzugt als Pronomen „they“ und identifiziert sich als agender.

Sichtbarkeit ist eine wichtige Komponente von Aktivismus. Mit Sichtbarkeit erhöht sich (manchmal) auch die Diskussion um die sozialen Ungleichheiten, die jene Gruppen betreffen: Armut, Gewalt und Ausschlüsse. Diskussionen führen zu Aktionen führen zu Veränderung (hoffentlich). Zwischen jener (oftmals gefeierten) Sichtbarkeit und der anhalten Gewalt, die Menschen erfahren, die aus einem zweigeschlechtlich organisierten, rassistischen System fallen, positioniert sich das Projekt AGING FIERCELY WHILE TRANS (frei übersetzt: „Leidenschaftlich und unerschütterlich Altern als Transperson“).

Screenshot der Diskussion AGING FIERCELY WHILE TRANS with Kate Bornstein, Sheila Cunningham, Miss Major, & Jay Toole, moderiert von Reina Gossett.

Screenshot der Diskussion AGING FIERCELY WHILE TRANS with Kate Bornstein, Sheila Cunningham, Miss Major, & Jay Toole, moderiert von Reina Gossett.

Visual AIDS und das NYC Trans Oral History Project haben es sich zur Aufgabe gemacht, die langen und geschichtenreichen Leben von vier Aktivist_innen festzuhalten, die die Grenzen der Zweigeschlechtlichkeit sprengen: Aktivistin, Performerin und Autorin Kate Bornstein (schrieb u.a. A Queer and Pleasant Danger), Stonewall-Aktivistin Miss Major (arbeitet u.a. beim Transgender GenderVariant Intersex Justice Project), „super-butch“ Jay Toole (gründete u.a. Queers for Economic Justice) und Sheila Cunningham (leider keine Infos auffindbar).

Bereits im letzten Sommer sprachen die vier über ihre Lebensgeschichten und über gesellschaftliche Verhältnisse vor 30, 40 Jahren. Die Erzählungen drehen sich um erlebte Gewalt, Alleinsein, Obdachlosigkeit, körperliche Veränderungen, Krebs und das Nachdenken über Tod; es geht um sprachliche Veränderungen in den letzten Jahrzehnten, um Respekt, Begehren und den Wunsch nach mehr Zugewandtheit über Generationen hinweg. Harte Themen, aber es ist sehr angenehm – und lehrreich – den Aktivist_innen zuzuhören.

Alle Redebeiträge inklusive einer Gesangsperformance von Mizz June findet ihr auf visualaids.org. Die Videos sind in englischer Sprache und ohne Untertitel und teilweise leider recht leise.


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Gutmenschen, behinderte Mütter und nicht befragte NSU-Zeugen – kurz verlinkt

13. Januar 2016 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 307 von 315 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

„#ausnahmslos – ein neuer Aufschrei nach Köln“, berichtet die Süddeutsche Zeitung und interviewt dazu Kübra Gümüşay.

„Gutmensch“ ist das Unwort des Jahres 2015, „weil es das Engagement für „Geflüchtete“ diffamiert,“ so tagesschau.de. Ebenso gibt es dort einen Artikel über die Bildung rassistischer, sexistischer „Bürgerwehren“ durch (extrem) rechte Männer nach den sexualisierten Gewaltübergriffen in Köln und anderen Orten an Silvester.

In Neukölln wurden zwei junge Migranten erschossen. Die Familien klagen die Ermittler an, rassistischen Motiven unzureichend nachzugehen,“ schildert die taz.

In einem spannenden Interview der beiden behinderten Mütter Franziska und Mareike geht es um Familienalltag mit Behinderung und professionelle Elternassistenz. (Der Artikel ist auch als Hörversion hinterlegt.)

Das lesbische Stadtmagazin „weird“ hat Julia Maria Zimmermann aus Luxemburg ausführlich zum Thema „Asexualität“ interviewt.

Lioba Hirsch, Jamie C. Schearer und Sinthujan Varatharajah haben das Institute of Contemporary Diasporas gegründet. Auf ihrer Webseite könnt ihr nachlesen, was sie vorhaben. Außerdem könnt ihr ihnen bei Twitter und Facebook folgen. (Einen ersten Text des Instituts durften wir diese Woche auch bei der Mädchenmannschaft crossposten: „Zur Medienreaktion auf die sexuellen Übergriffe am Kölner Hauptbahnhof in der Nacht auf den 1. Januar 2016„.)

„Mit Informationen des V-Manns “Tarif” hätte sich womöglich die NSU-Serie verhindern lassen. Seine Akte wurde geschreddert. Nun verzichtet das Gericht auf die Möglichkeit, den Mann selbst zu befragen.“, berichtet die ZEIT.

Des weiteren zu rechtsextremer Gewalt in Deutschland: Der Tagespiegel schreibt über aktuelle Statistiken und vermeldet, dass die „Zahl rechter Gewalttaten um 40 Prozent gestiegen“ sei. Unterdessen heißt es beim Spiegel: „Hunderte Neonazis wurden im vergangenen Jahr per Haftbefehl gesucht – aber nicht verhaftet. Offenbar verschwinden immer mehr rechte Straftäter im Untergrund.“ und bei neues deutschland geht es um extreme Rechte in Hessen, die sich immer mehr bewaffnen.

englischsprachige Links

Bei The Feminist Wire erklärt Christine Asseta, warum der sogenannte „All Lives Matter Act“ in Missouri, der auf die Illegalisierung von Abtreibungen zielt, vor allem ein Angriff auf Schwarze Frauen dieses Bundesstaates ist.

Das Unternehmen Intel verspricht, sich stärker gegen Online-Belästigung zu engagieren als Teil seines Diversitäts-Programms für die Technologie-Branche, schreibt Venture Beat.

Über kalifornische Heimkinder, die aus teilweise hahnebüchenen Gründen (und den üblichen Gründen wie Rassismus und all jenen anderen *ismen, denen bedürftige junge Menschen ausgesetzt sind) über Jahre hinweg mit Medikamenten „behandelt“ wurden, gibt es ein sehr lesenswertes Longread bei mecurynews.

Termine in Weinheim und Berlin

15.01. 2016 in Weinheim: Die Amadeu-Antonio-Stiftung veranstaltet die Fachtagung „Rechtspopulistischen und rechtsextremen Mobilisierungen entgegentreten, Willkommenskultur für Flüchtlinge und Asylsuchende etablieren.“ Hier könnt ihr euch anmelden und findet ebenso das Programm.

18.01. bis 22.01.2016 in Berlin: Die Alice Salomon Hochschule veranstaltet eine Fokuswoche zu Flucht, Migration, Rassismus und Inklusion mit Diskussionen, Wokshops, Filmen und mehr.

24.01. 2016 in Berlin: „Lust auf Regler schieben und Technik verkabeln? Hier lernt ihr wie ein Mischpult funktioniert, ihr Bands abmischt und Technik für ein Konzert aufbaut!“ FLTI* Tontechnikworkshop für Einsteiger_innen – zur Anmeldung geht es hier entlang.


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Mit guten Vorsätzen ins neue Jahr?

4. Januar 2016 von Charlott

Auf ein Neues!

Auf ein Neues!

Als ersten Text im neuen Jahr zu Vorsätzen schreiben – Ist das nicht ganz schön langweilig? Vielleicht an dieser Stelle einen ersten Vorsatz: Einfach mal machen und gucken.

Es gibt viele gute Gründe gegen Neujahrs-Vorsätze. Die ersten beginnen bei der Frage nach der Festlegung des Datums, denn natürlich feierten nicht alle Menschen weltweit vor vier Tagen den Anbruch eines neuen Jahres, und dass aber an mittlerweilen vielen Orten am 31. Dezember der Jahresübergang begangen wird, ist kein historischer Zufall, nicht das Durchsetzen des einfach besseren Prinzips. Und warum dann gerade an diesem vollkommen arbiträren Tag plötzlich Pläne schmieden? Darüberhinaus kennen die meisten von uns die typischen Vorsätze, welche in der letzten Dezember-Nacht mantraartig aufgesagt werden: Endlich abnehmen! Endlich aufhören zu rauchen! Endlich was schaffen! Den eigenen Körper disziplinieren, sich möglichst marktförmig gestalten, funktionstüchtig für die Leistungsgesellschaft. Selbstoptimierung to the max.

Trotzdem hatte ich mir für 2015 das erste Mal so weit ich mich erinnern kann ernsthaft Vorsätze bereitgelegt. Es waren kleine Vorsätze. Einen habe ich nicht erfüllt, die anderen über. Das ist eigentlich eine schöne Bilanz, vor allem weil sie zu erfüllen mein Denken erweitert haben (ich wollte u.a. ein paar mehr Ausstellungen besuchen) und für mich aktivistisch wichtig waren (ich hatte mir vorgenommen häufiger auf Demonstrationen zu gehen). Nicht Vorsätze an sich sind furchtbar, Ansprüche an sich und das eigene Tun zu stellen ist nicht schlecht und auch nicht zu hoffen dazuzulernen, etwas besser zu machen – bzw. es nicht beim Hoffen zu lassen, sondern gezielt Arbeit reinzustecken.

Dafür braucht es nicht unbedingt den 31. Dezember/ 1. Januar, aber der Tag ist auch nicht schlechter als alle anderen. Darum hier ein paar Vorschläge für Gedanken zum neuen Jahr: Gibt es ein Themengebiet, über das ich gern mehr erfahren würde? Gibt es eine Sache, die ich gern (häufiger/ besser) machen würde? Freund_innenschaften pflegen? Demonstrieren? Schreiben? Kann ich besser werden im Zuhören bei mir neuen Perspektiven? Wie kann ich dieses aktive Zuhören gestalten? Kann ich andere Aktivist_innen sinnvoll in ihren Kämpfen unterstützen? Zum Beispiel auch durch die Umverteilung von Resourcen/ Geld? Wie kann und möchte ich mir Räume zur Ruhe und zum Entspannen schaffen? Und wie mit Scheitern umgehen?

Meine persönlichen Vorsätze? Habe ich noch nicht gemacht. Da denke ich noch etwas drüber nach. Muss ja nicht alles gleich in Stress ausarten.


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#CampusRassismus

14. Dezember 2015 von Charlott

Am Samstag starteten die People of Color Hochschulgruppe Mainz und die People of Color Hochschulgruppe Frankfurt a.M. gemeinsam mit Kooperationspartner_innen wie #schauhin und dem ISD e.V. die Hastag-Aktion #CampusRassismus. Aufgerufen werden Student_innen of Color ihre Erfahrungen im deutschen Universitätssystem über Twitter und Facebook zu teilen und so in geballter Form sichtbar zu machen. In der Ankündigung heißt es:

Rassismus als gesamtgesellschaftliches Phänomen macht aber auch vor dem Campus nicht stopp. Oft wird vor allem die Universität – ebenso wie andere Bildungsinstitutionen – als Ort der objektiven Wissenschaft, der intellektuellen, und sachlichen Diskussionen wahrgenommen und dargestellt.

Viele Studierende of Color erleben eine andere Wirklichkeit auf dem Campus, den Vorlesungen und Seminaren. Oder aber bereits bei der Einschreibung.

[…] In diesem Jahr machten Schwarze Student_innen und Student_innen of Color weltweit auf rassistische Strukturen und Wissensinhalte an ihren Universitäten aufmerksam. In Solidarität mit den Schwarzen Student_innen in Südafrika, Nordamerika, sowie England und weltweit, möchten wir trotz der vielen gesellschaftlichen und strukturellen Unterschiede auf mögliche Gemeinsamkeiten aufmerksam machen.

Am Wochenende wurde bereits in vielen Beiträgen auf die unterschiedlichen rassistischen Ebenen hingewiesen, auf Curricula und andere strukturelle Einschreibungen, Gespräche unter Mitstudent_innen, rassistische Aussagen von Dozent_innen:

Die Aktion läuft noch bis zum 18. Dezember.


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