Einträge mit dem Tag ‘Aktivismus’


das Problem an „Sei doch lauter“

28. Januar 2016 von Hannah C.
Dieser Text ist Teil von 57 der Serie Meine Meinung

Immer wieder mal wird das an mich herangetragen. “Sei doch lauter”, während es eigentlich darum geht auszudrücken, dass man sich mehr von mir wünscht. Mehr (von dieser Person als so wahrnehmbar) Aktivismus. Mehr Aktion. Mehr Bäng. Mehr Pow. Mehr KRWÄÄÄÄM. With the Faust in the Gesicht of Patriarchy, Racism und überhaupt aller Kackscheiße.
Ich lese solche Ansprüche und halte mir dabei die Ohren zu. Weil diese Ansprüche für mich laut sind. Sie stehen vor mir und brüllen mich an. Schreien mich nieder und machen die Begegnung zum Schlachtfeld.

Es ist mir gegenüber ein ableistischer bis schlicht ignoranter Anspruch. Obwohl – ich mag es nicht so individualisieren – vielleicht gibt es noch mehr Menschen, die einfach nicht als laut wahrgenommen werden, obwohl sie sich selbst als sehr laut und aktiv(istisch) erleben und merken, dass es ihnen viel Kraft und viele Verluste bedeutet, überhaupt von anderen Personen ganz allgemein bemerkt zu werden. Und sei es als leises Stimmchen ohne Bäng ohne Pow ohne KRWÄÄÄM.

Ich verstehe, dass bestimmte Bemühungen mehr erfordern als Twitternachrichten zu formulieren oder Blogposts zu schreiben. Anastasia Umrik beschreibt das in ihrem letzten Blogpost und kaum eine andere Schrift, die sich mit “dem Feminismus ™” in “diesem Internet” befasst, kommt ohne diese Spitze aus.
“Nänänä n Tweet schreiben kann ja jede_r – (aber mich zu überzeugen (“die Massen ™” bewegen), DAS ist doch das, worum es geht = gehen muss … ODER?”)”

Ganz ehrlich? Nein.
Kann eben nicht jede_r. Kann sich eben nicht jede_r erlauben. Kann eben nicht jede_r schaffen.

Ich erlebe es auch nicht so, dass laut sein alles ist. Ich erlebe es auch nicht (mehr) so, dass es aktivistischer oder auch selbstvertretender Anspruch sein muss, möglichst viele Menschen für oder gegen etwas zu mobilisieren. Für mich ist das zwar ein tolles Gefühl zu mehreren in einem Thema vereint zu sein – ich weiß aber auch, warum es sich so toll anfühlt.
Weil man sich überlegen oder mindestens weniger schwach fühlen kann. Heimlich. Ein bisschen für sich allein.

Für mich persönlich ist genau das aber nicht, wie ich Menschen begegnen will. Ich will mich niemandem gegenüber unter- oder überlegen fühlen. Ganz generell nicht. Weil ich das als ganz großen Anteil der ganz alltäglich passierenden Gewalten erlebe zum Einen und zum Anderen, weil ich weder Kraftreserven noch Fähigkeiten habe, solche Dynamiken lange durchzuhalten.

Ich mag es nicht, wie es gelesen wird, wenn ich schreibe: “Mein Leben ist schon schwer genug” – aber mehr kann ich nicht anführen, wenn ich begründen will, warum es nicht mein oberstes Ziel ist, für alle und immer gleich “laut” oder “aktiv(istisch)” vernehmbar zu sein.
Hier ne Demo, da ne Veranstaltung – hier ein Scharmützel bei Twitter, da eine Kommentarschlacht und im Backend noch schnell die Schultern der Verbündeten klopfen und während all dem nicht vergessen, wer mit wem wann mal welchen Streit warum hatte und welche Positionen von wem warum gar nicht gehen und überhaupt gar keine Beachtung mehr ever verdienen … – sorry kann ich nicht. Will ich nicht. Ist nicht, was ich mir wünsche für später, wenn …

Ich alleine atme mit jedem Tweet durch. Beruhige mich nach jedem Blogpost. Für mich ist jedes Rausgehen und vor Menschen sprechen ein BÄNGPOWKRWÄÄÄÄNMEGADING – auch dann, wenn “die Massen ™” es für etwas halten, dass angeblich jede_r (und natürlich auch besser, lauter, krawalliger) kann und deshalb als beliebig und wenig relevant, wahrnehmen.

Am Ende spreche ich hier nicht nur von Wertschätzung dessen, was andere Menschen zu einem Thema beitragen, sondern auch davon, dass Aktivismus letztlich vor allem Aktivität meint, die für sich als Spektrum anerkannt werden muss.

Auch ein leiser Widerspruch ist ein Widerspruch.


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Aktivismus und Alter: „Aging Fiercely While Trans“

25. Januar 2016 von Magda

Auf vielen US-amerikanischen Blogs las ich in den letzten Monaten: 2015 war ein großartiges Jahr für Trans-Sichtbarkeit! Oft erwähnt werden die Schauspielerin Laverne Cox (Orange is the New Black), die konservative Sport- und TV-Persönlichkeit Caitlyn Jenner (und ihr Vanity Fair Cover) oder Rapper_in Angel Haze – Haze bevorzugt als Pronomen „they“ und identifiziert sich als agender.

Sichtbarkeit ist eine wichtige Komponente von Aktivismus. Mit Sichtbarkeit erhöht sich (manchmal) auch die Diskussion um die sozialen Ungleichheiten, die jene Gruppen betreffen: Armut, Gewalt und Ausschlüsse. Diskussionen führen zu Aktionen führen zu Veränderung (hoffentlich). Zwischen jener (oftmals gefeierten) Sichtbarkeit und der anhalten Gewalt, die Menschen erfahren, die aus einem zweigeschlechtlich organisierten, rassistischen System fallen, positioniert sich das Projekt AGING FIERCELY WHILE TRANS (frei übersetzt: „Leidenschaftlich und unerschütterlich Altern als Transperson“).

Screenshot der Diskussion AGING FIERCELY WHILE TRANS with Kate Bornstein, Sheila Cunningham, Miss Major, & Jay Toole, moderiert von Reina Gossett.

Screenshot der Diskussion AGING FIERCELY WHILE TRANS with Kate Bornstein, Sheila Cunningham, Miss Major, & Jay Toole, moderiert von Reina Gossett.

Visual AIDS und das NYC Trans Oral History Project haben es sich zur Aufgabe gemacht, die langen und geschichtenreichen Leben von vier Aktivist_innen festzuhalten, die die Grenzen der Zweigeschlechtlichkeit sprengen: Aktivistin, Performerin und Autorin Kate Bornstein (schrieb u.a. A Queer and Pleasant Danger), Stonewall-Aktivistin Miss Major (arbeitet u.a. beim Transgender GenderVariant Intersex Justice Project), „super-butch“ Jay Toole (gründete u.a. Queers for Economic Justice) und Sheila Cunningham (leider keine Infos auffindbar).

Bereits im letzten Sommer sprachen die vier über ihre Lebensgeschichten und über gesellschaftliche Verhältnisse vor 30, 40 Jahren. Die Erzählungen drehen sich um erlebte Gewalt, Alleinsein, Obdachlosigkeit, körperliche Veränderungen, Krebs und das Nachdenken über Tod; es geht um sprachliche Veränderungen in den letzten Jahrzehnten, um Respekt, Begehren und den Wunsch nach mehr Zugewandtheit über Generationen hinweg. Harte Themen, aber es ist sehr angenehm – und lehrreich – den Aktivist_innen zuzuhören.

Alle Redebeiträge inklusive einer Gesangsperformance von Mizz June findet ihr auf visualaids.org. Die Videos sind in englischer Sprache und ohne Untertitel und teilweise leider recht leise.


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Gutmenschen, behinderte Mütter und nicht befragte NSU-Zeugen – kurz verlinkt

13. Januar 2016 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 306 von 307 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

„#ausnahmslos – ein neuer Aufschrei nach Köln“, berichtet die Süddeutsche Zeitung und interviewt dazu Kübra Gümüşay.

„Gutmensch“ ist das Unwort des Jahres 2015, „weil es das Engagement für „Geflüchtete“ diffamiert,“ so tagesschau.de. Ebenso gibt es dort einen Artikel über die Bildung rassistischer, sexistischer „Bürgerwehren“ durch (extrem) rechte Männer nach den sexualisierten Gewaltübergriffen in Köln und anderen Orten an Silvester.

In Neukölln wurden zwei junge Migranten erschossen. Die Familien klagen die Ermittler an, rassistischen Motiven unzureichend nachzugehen,“ schildert die taz.

In einem spannenden Interview der beiden behinderten Mütter Franziska und Mareike geht es um Familienalltag mit Behinderung und professionelle Elternassistenz. (Der Artikel ist auch als Hörversion hinterlegt.)

Das lesbische Stadtmagazin „weird“ hat Julia Maria Zimmermann aus Luxemburg ausführlich zum Thema „Asexualität“ interviewt.

Lioba Hirsch, Jamie C. Schearer und Sinthujan Varatharajah haben das Institute of Contemporary Diasporas gegründet. Auf ihrer Webseite könnt ihr nachlesen, was sie vorhaben. Außerdem könnt ihr ihnen bei Twitter und Facebook folgen. (Einen ersten Text des Instituts durften wir diese Woche auch bei der Mädchenmannschaft crossposten: „Zur Medienreaktion auf die sexuellen Übergriffe am Kölner Hauptbahnhof in der Nacht auf den 1. Januar 2016„.)

„Mit Informationen des V-Manns “Tarif” hätte sich womöglich die NSU-Serie verhindern lassen. Seine Akte wurde geschreddert. Nun verzichtet das Gericht auf die Möglichkeit, den Mann selbst zu befragen.“, berichtet die ZEIT.

Des weiteren zu rechtsextremer Gewalt in Deutschland: Der Tagespiegel schreibt über aktuelle Statistiken und vermeldet, dass die „Zahl rechter Gewalttaten um 40 Prozent gestiegen“ sei. Unterdessen heißt es beim Spiegel: „Hunderte Neonazis wurden im vergangenen Jahr per Haftbefehl gesucht – aber nicht verhaftet. Offenbar verschwinden immer mehr rechte Straftäter im Untergrund.“ und bei neues deutschland geht es um extreme Rechte in Hessen, die sich immer mehr bewaffnen.

englischsprachige Links

Bei The Feminist Wire erklärt Christine Asseta, warum der sogenannte „All Lives Matter Act“ in Missouri, der auf die Illegalisierung von Abtreibungen zielt, vor allem ein Angriff auf Schwarze Frauen dieses Bundesstaates ist.

Das Unternehmen Intel verspricht, sich stärker gegen Online-Belästigung zu engagieren als Teil seines Diversitäts-Programms für die Technologie-Branche, schreibt Venture Beat.

Über kalifornische Heimkinder, die aus teilweise hahnebüchenen Gründen (und den üblichen Gründen wie Rassismus und all jenen anderen *ismen, denen bedürftige junge Menschen ausgesetzt sind) über Jahre hinweg mit Medikamenten „behandelt“ wurden, gibt es ein sehr lesenswertes Longread bei mecurynews.

Termine in Weinheim und Berlin

15.01. 2016 in Weinheim: Die Amadeu-Antonio-Stiftung veranstaltet die Fachtagung „Rechtspopulistischen und rechtsextremen Mobilisierungen entgegentreten, Willkommenskultur für Flüchtlinge und Asylsuchende etablieren.“ Hier könnt ihr euch anmelden und findet ebenso das Programm.

18.01. bis 22.01.2016 in Berlin: Die Alice Salomon Hochschule veranstaltet eine Fokuswoche zu Flucht, Migration, Rassismus und Inklusion mit Diskussionen, Wokshops, Filmen und mehr.

24.01. 2016 in Berlin: „Lust auf Regler schieben und Technik verkabeln? Hier lernt ihr wie ein Mischpult funktioniert, ihr Bands abmischt und Technik für ein Konzert aufbaut!“ FLTI* Tontechnikworkshop für Einsteiger_innen – zur Anmeldung geht es hier entlang.


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Mit guten Vorsätzen ins neue Jahr?

4. Januar 2016 von Charlott

Auf ein Neues!

Auf ein Neues!

Als ersten Text im neuen Jahr zu Vorsätzen schreiben – Ist das nicht ganz schön langweilig? Vielleicht an dieser Stelle einen ersten Vorsatz: Einfach mal machen und gucken.

Es gibt viele gute Gründe gegen Neujahrs-Vorsätze. Die ersten beginnen bei der Frage nach der Festlegung des Datums, denn natürlich feierten nicht alle Menschen weltweit vor vier Tagen den Anbruch eines neuen Jahres, und dass aber an mittlerweilen vielen Orten am 31. Dezember der Jahresübergang begangen wird, ist kein historischer Zufall, nicht das Durchsetzen des einfach besseren Prinzips. Und warum dann gerade an diesem vollkommen arbiträren Tag plötzlich Pläne schmieden? Darüberhinaus kennen die meisten von uns die typischen Vorsätze, welche in der letzten Dezember-Nacht mantraartig aufgesagt werden: Endlich abnehmen! Endlich aufhören zu rauchen! Endlich was schaffen! Den eigenen Körper disziplinieren, sich möglichst marktförmig gestalten, funktionstüchtig für die Leistungsgesellschaft. Selbstoptimierung to the max.

Trotzdem hatte ich mir für 2015 das erste Mal so weit ich mich erinnern kann ernsthaft Vorsätze bereitgelegt. Es waren kleine Vorsätze. Einen habe ich nicht erfüllt, die anderen über. Das ist eigentlich eine schöne Bilanz, vor allem weil sie zu erfüllen mein Denken erweitert haben (ich wollte u.a. ein paar mehr Ausstellungen besuchen) und für mich aktivistisch wichtig waren (ich hatte mir vorgenommen häufiger auf Demonstrationen zu gehen). Nicht Vorsätze an sich sind furchtbar, Ansprüche an sich und das eigene Tun zu stellen ist nicht schlecht und auch nicht zu hoffen dazuzulernen, etwas besser zu machen – bzw. es nicht beim Hoffen zu lassen, sondern gezielt Arbeit reinzustecken.

Dafür braucht es nicht unbedingt den 31. Dezember/ 1. Januar, aber der Tag ist auch nicht schlechter als alle anderen. Darum hier ein paar Vorschläge für Gedanken zum neuen Jahr: Gibt es ein Themengebiet, über das ich gern mehr erfahren würde? Gibt es eine Sache, die ich gern (häufiger/ besser) machen würde? Freund_innenschaften pflegen? Demonstrieren? Schreiben? Kann ich besser werden im Zuhören bei mir neuen Perspektiven? Wie kann ich dieses aktive Zuhören gestalten? Kann ich andere Aktivist_innen sinnvoll in ihren Kämpfen unterstützen? Zum Beispiel auch durch die Umverteilung von Resourcen/ Geld? Wie kann und möchte ich mir Räume zur Ruhe und zum Entspannen schaffen? Und wie mit Scheitern umgehen?

Meine persönlichen Vorsätze? Habe ich noch nicht gemacht. Da denke ich noch etwas drüber nach. Muss ja nicht alles gleich in Stress ausarten.


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#CampusRassismus

14. Dezember 2015 von Charlott

Am Samstag starteten die People of Color Hochschulgruppe Mainz und die People of Color Hochschulgruppe Frankfurt a.M. gemeinsam mit Kooperationspartner_innen wie #schauhin und dem ISD e.V. die Hastag-Aktion #CampusRassismus. Aufgerufen werden Student_innen of Color ihre Erfahrungen im deutschen Universitätssystem über Twitter und Facebook zu teilen und so in geballter Form sichtbar zu machen. In der Ankündigung heißt es:

Rassismus als gesamtgesellschaftliches Phänomen macht aber auch vor dem Campus nicht stopp. Oft wird vor allem die Universität – ebenso wie andere Bildungsinstitutionen – als Ort der objektiven Wissenschaft, der intellektuellen, und sachlichen Diskussionen wahrgenommen und dargestellt.

Viele Studierende of Color erleben eine andere Wirklichkeit auf dem Campus, den Vorlesungen und Seminaren. Oder aber bereits bei der Einschreibung.

[…] In diesem Jahr machten Schwarze Student_innen und Student_innen of Color weltweit auf rassistische Strukturen und Wissensinhalte an ihren Universitäten aufmerksam. In Solidarität mit den Schwarzen Student_innen in Südafrika, Nordamerika, sowie England und weltweit, möchten wir trotz der vielen gesellschaftlichen und strukturellen Unterschiede auf mögliche Gemeinsamkeiten aufmerksam machen.

Am Wochenende wurde bereits in vielen Beiträgen auf die unterschiedlichen rassistischen Ebenen hingewiesen, auf Curricula und andere strukturelle Einschreibungen, Gespräche unter Mitstudent_innen, rassistische Aussagen von Dozent_innen:

Die Aktion läuft noch bis zum 18. Dezember.


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„vital signs“ – „Lebenszeichen“

4. Dezember 2015 von Hannah C.
Dieser Text ist Teil 24 von 24 der Serie Die Feministische Videothek

Bereits 1995 gab es den Film „vital signs“ („Lebenszeichen“), von David Mitchell & Sharon Snyder (deutsche Untertitel von Rebecca Maskos) , der sich mit der us-amerikanischen (weißen) Krüppelbewegung befasst und einen Diskurs nachzeichnet, der so lebendig und laut ist, wie er zu unterdrücken versucht wird.
Es sprechen bekannte Aktivist_innen wie Cheryl Marie Wade, Mary Duffy und Harlan Hahn und andere behinderte Menschen.

 

 


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Von Adoptionen zu Soldat_innen-Sein – kurz verlinkt

26. November 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 302 von 307 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Beiträge

Bei tagesschau.de gibt es einen Weltspiegel-Beitrag zu sehen, der die Geschichte des „Highway of Tears“ in Kanada vorstellt. Dort wurden in den letzten Jahrzehnten 43 Frauen ermordet, die meisten von ihnen Women of Color der First Nations.

Du glaubst es ist cool Soldat/in zu sein?“ fragt die Seite Mach was zählt und liefert Fakten zu Auslandseinsätzen, rechtem Gedankengut in der Bundeswehr und sexualisierten Übergriffen als Antwort auf die Rekrutierungs-Kampagnen der Bundeswehr.

Das neue (und für dieses Jahr letzte) an.schläge-Magazin ist da und dreht sich rund um „Girls, Girls, Grrrls„. Wie immer gibt es auch einige der Texte online zu lesen, so zum Beispiel  Jeanna Krömers Besuch des Treffpunkts „Neue Nachbarschaft“ in Berlin und ein Interview mit der Rechtsextremismusforscherin Esther Lennert zu sexualisierter Gewalt und rechts.

Englischsprachige Beiträge

Im November hat die Webseite The Toast eine Reihe von persönlichen Essays rund um das Thema Adoption veröffentlicht. Nicole Chung schrieb über den Trend zum Crowdfunding zur Finanzierung von Adoptionen. Liz Labacz beschreibt, wie sie von ihrer Adoptivfamilie als Maskottchen auf Anti-Abtreibungs-Demonstrationen eingesetzt wurde und heute aber sehr froh ist zu wissen, dass die Frau, die sie geboren hatte, ein Wahl gehabt hat. Und Ana Maria Guay analysiert „Adoption and Toxic Gratitude„.

Anlässlich des Transgender Day of Remembrance: „The Advocate spoke with five New York City-based black and Latina transgender elders about their own understandings of trans resilience (exact ages of the elders are witheld to protect their privacy). All combined, these activists hold a century’s worth of experience in providing direct services to the population hardest hit by violence: low-to-no-income trans people of color. “

Termine Berlin und Marburg:

26.11. in Marburg: Lesung aus „Rassismus an Hochschulen“ mit Emily Ngubia Kuria. (FB-Link)

03.12. in Berlin
: Präsentation der Anthologie „Winter Shorts“ mit Clementine Burnley, Bino Byansi Byakuleka, Yosime Flood, Noah Hofmann, Sharon Dodua Otoo, WoMANtís RANDom, Lewis Teschner und Tyrell Teschner. (FB-Link)

03.12. in Berlin: weiblich, männlich, fließend – Der literarische Salon der Antidiskriminierungsstelle des Bundes zu Gast im LCB. Geschlechtervielfalt in der Literatur: Mit Aris Fioretos, Thomas Meinecke und Jayrôme C. Robinet. Moderation: Karen-Susan Fessel.

15.12. in Berlin: Gespräch mit Jessica Jacoby, eine Mitgründerin des Schabbeskreis, einer „eine lesbisch-feministische[n] politische[n] Gruppe, die sich von 1984 bis 1989 aktiv für die Präsenz und Wahrnehmung jüdischer Frauen in der neuen Frauenbewegung und mit Antisemitismus in feministischen Zusammenhängen auseinandersetzte“. (FB-Link)


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Zurück in die Zukunft und Gegenwart in Altersarmut – kurz verlinkt

21. Oktober 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 297 von 307 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Das neue an.schläge-Magazin ist gerade erschienen und widmet sich im Hauptthema der Musikindustrie. So schreibt dort beispielsweise Caren Miesenberger über die feministische, brasilianische Musikerin MC Carol, die sich in ihren Songs mit Sexismus, dem Leben im Favela aber auch dominanter Geschichtsschreibung auseinandersetzt.

Der Polizist der 2012 wegen Fahrlässiger Tötung Oury Jallohs veruteilt wurde, soll nun auch die Prozesskosten übernehmen. Doch muss er diese nicht einmal allein stemmen. Oder überhaupt. Die Gewerkschaft der Polizei Sachsen-Anhalt übernimmt stattdessen, berichtet neues deutschland.

Bei ZeitOnline schreibt Annett Gröschner über die Diskriminierung geschiedener Frauen, die in der DDR gelebt haben. Aufgrund bestimmter Rentenberechnungsansätzen leben viele von diesen heute in Altersarmut: „Das Problem war den Architekten des Einigungsvertrages bekannt, es ist ihnen nicht aus Versehen passiert. Im Gegenteil, man könnte ihnen nach Lage der Akten sogar Vorsätzlichkeit unterstellen, denn sie wurden noch vor Abschluss des Vertrages darauf hingewiesen.“

In der letzten Woche fand die Konferenz Dare the im_possible/ Wage das Un_Mögliche statt. Über ihre Diskussion zu möglichen generationsübergreifenden Bündnissen hat Magda Albrecht bereits hier geschrieben. Weitere Panel wurden auf einem Veranstaltungsblog dokumentiert. Dort schreibt zum Beispiel Hengameh Yaghoobifarah über Diversität und Repräsentation im Kulturbetrieb – und warum es nicht nur reicht ‚mehr Frauen‘ zu fordern.


englischsprachige Links

Egal ob eine jemals den Film gesehen hat, wenn man im Internet unterwegs ist, ist es kaum möglich nicht drauf hingewiesen zu werden: Heute ist der Tag an dem Marty McFly aus Back to the Future in der Zukunft ankommt. Ein lesenswerter Text von Jamil Smith bei New Republic, wenn auch schon aus dem Juli, widmet sich der Darstellung sexualisierter Übergriffe und race.

„My first reaction was, no way can I take that job, since I knew all about Homeland and its problems. But then I contacted many artists, just in case anyone wants or needs that job. Whoever I asked, the answer was always “no way!”. Then Caram Kapp and I, who have worked together on some graffiti projects and on the book Walls of Freedom met up with Heba Amin. She said “why not put our own messages in”?“, Muftah schreibt über die Graffiti-Künstler_innen, die in der Serie Homeland ganz unbemerkt (da offensichtlich keine andere Person am set arabisch lesen konnte) kritische Kommentare unterbrachten.

Einen tollen Podcast-Tipp gibt es außerdem:

Termin in Münster

25.10. in Münster: Salon fèministe Vol.X: Nadine Lantzsch liest aus „Queer_feminismus. Label&Lebensrealität“. (FB-Link)


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Inklusive Kampagnen, geschlossene Blusen, selbstbestimmte Outfits – kurz verlinkt

16. September 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 292 von 307 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Beiträge

Der Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe // Frauen gegen Gewalt e.V. hat gemeinsam mit weiteren Organisationen die Online-Petition #neinheisstnein initiiert, mit der Forderung nach einem modernen Sexualstrafrecht, in dem alle nicht-einverständlichen sexuellen Handlungen unter Strafe stehen.

Das Campaign Boostcamp hat einen Leitfaden „Kampagnen für Alle“ veröffentlicht. Die Handreichung mit Tipps und Empfehlungen für inklusives Campaigning kann als PDf herunter geladen werden.

Unter dem Motto „Gleiches Recht. Jedes Geschlecht.“ ruft die Antidiskriminierungsstelle des Bundes am 16. September zum Aktionstag gegen Geschlechterdiskriminierung auf.

Am 17. Oktober 2015 wird in Berlin wieder der Feministische Pornfilmpreis Europa PorYes verliehen. Drumherum finden diverse Filmvorführungen, Podiumsdiskussionen und eine Party statt.

Englischsprachige Beiträge

In der New York Times Online wird über eine Studie berichtet, die herausgefunden hat, dass Mathelehrer_innen in Grundschulen Tests von Mädchen besser bewerten, wenn sie keine Rückschlüsse auf das Geschlecht der Schülerinnen finden: How Elementary School Teachers‘ Bias Can Discourage Girls from Math and Science.

Ebenfalls in der New York Times: Ein Bericht darüber, wie verheerend sich die Gefängnisindustrie auf die Angehörigen der Gefangenen auswirkt.

Die Cosmopolitan stellt das Projekt „What I wanted to wear“ vor.

Sexualisierte Übergriffigkeit und Gewalt ist ein globales Problem. Dass die „Bluse zuzumachen“ (der Klassiker von Birgit Kelle) damit nichts zu tun hat, zeigen die Erfahrungs-Berichte von Frauen im Iran, die man in The Guardian nachlesen kann.

Der (weiße) Schauspieler Matt Damon meinte, die (Schwarze) Produzentin Effie Brown über „Diversity“ belehren zu müssen. Yesha Callahan berichtet bei The Root, wie schief das ging.

Melissa Harris-Perry sprach in ihrer Sendung mit Monica Dennis, einer Koordinatorin von Black Lives Matter, über den Backlash, den die Bewegung derzeit abbekommt. 

Iman Al Nassre berichtet auf Euphrates darüber, wie es für sie war, als Syrerin in Deutschland aufzuwachsen, und ihre Perspektive auf die derzeitige deutsche Asylpolitik.

Termin in Berlin

19. September: Sowohl das Bündnis „Marsch für das Leben“? – What the fuck! als auch das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung rufen zu Protesten gegen den christlich-fundamentalistischen „Marsch für das Leben“ auf. Treffpunkte sind um 11 Uhr am Anhalter Bahnhof und um 11:30 Uhr am Brandenburger Tor. Weitere Infos findet ihr hier und bei Twitter unter dem Hashtag #NoFundis.


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Samstagabendbeat: Hell You Talmbout

12. September 2015 von Charlott

Statt einem Musikindustrie üblichen Gute-Laune-Sommer-Song veröffentlichte Janelle Monáe mit „Hell You Talmbout“ eine #BlackLivesMatter-Aktivismus-Hymne, die durch staatliche Gewalt getöteten Menschen gedenkt.

Doch eine große Leerstelle hat der Song: Kein Name einer der vielen Transfrauen, die bereits in diesem Jahr ermordet wurden, kommt vor. Aktivist_innen rund um Cherno Biko kreiierten darum den HELL YOU TALMBOUT #BlackTransLivesMatter REMIX:


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