Einträge mit dem Tag ‘Aktionen’


EU-Initiative: Gleiche Bezahlung für Frauen und Männer

31. Januar 2012 von Franziska
Dieser Text ist Teil 17 von 17 der Serie Post aus Brüssel

Salut,

Ich möchte euch heute über meine Initiative “Gleiche Bezahlung – JETZT!” berichten, die ich im März 2011 gestartet habe, um endlich etwas gegen die immer noch enormen Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern in der EU zu tun. Schon in den Gründungsverträgen der Europäischen Union von 1957 wurde das Prinzip der gleichen Bezahlung für Männer und Frauen bei gleicher Tätigkeit festgeschrieben – doch bis heute gibt es keinerlei EU-weit verbindliche Regelungen dazu. Der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern stagniert seit Jahren bei 17,5 Prozent im EU-Durchschnitt und ganzen 23 Prozent in Deutschland.

Illustration: (c) Eva Hillreiner

(c) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Im Jahre 2008 verabschiedete das Europäische Parlament einen guten Bericht, der damals die Europäische Kommission aufforderte, weitere gesetzliche Schritte im Bereich der Transparenz und der Sanktionen vorzulegen. Die Kommission hat bisher nicht reagiert. Das muss sie auch nicht – nach dem alten Vertrag von Nizza, der bei der Annahme des Berichts im Jahre 2008 noch gültig war, muss die Kommission nicht auf Aufforderungen des Parlaments reagieren.
EU-Justizkommissarin Viviane Reding hat am 5. März 2011 den ersten EU-weiten “Equal pay day” ausgerufen – eine rein plakative Maßnahme, die Aktivität der EU-Kommission gegen ungleiche Bezahlung vortäuschen soll.

Das reicht aber nicht! Daher habe ich am 100. Internationalen Tag für die Frauenrechte am 8. März 2011 die Aktion “Gleiche Bezahlung – JETZT!” mit neun anderen weiblichen Abgeordneten aller pro-europäischen Fraktionen im Europaparlament gestartet. Die Auftaktveranstaltung im Straßburger Europaparlament war ein voller Erfolg!

Im Anschluss an die Aktion übergaben die Parlamentarierinnen einen Brief mit ihrem Vorschlag für einen neuen Bericht, basierend auf dem erwähnten Bericht von 2008, an Parlamentspräsident Jerzy Buzek.
Damit wurde ein Verfahren in Gang gesetzt, das das durch den Lissabon-Vertrag verstärkte Initiativrecht des Europaparlaments nutzt. Auf einen nach diesem Verfahren verabschiedeten Bericht MUSS die Kommission dann – innerhalb einer vom Europaparlament gesetzten Frist – reagieren: entweder mit der Vorlage einer Gesetzesinitiative oder einer begründeten Ablehnung.

Jetzt ist der nächste Schritt in diesem Verfahren gemacht: Nachdem Jerzy Buzek unseren Vorschlag akzeptiert und an den zuständigen Ausschuss für die Rechte der Frau und Gleichstellung (FEMM) weitergeleitet hat, wurde der Bericht “Gleiche Bezahlung” nun auf die Tagesordnung des FEMM-Ausschusses gesetzt; er soll im Mai 2012 im Plenum abgestimmt werden. Der Berichtsentwurf liegt leider noch nicht vor, kann aber eingesehen werden, sobald die Berichterstatterin Edit Bauer ihn veröffentlicht.

Übrigens: Der nächste Internationale Tag für die Rechte der Frau am 8. März 2012 steht im Europäischen Parlament ganz unter dem Motto “Gleiche Bezahlung für Frauen und Männer” – eine gute Gelegenheit, das Thema erneut auf die Agenda zu setzen und unseren Initiativbericht im Europaparlament voranzubringen.

Ich halte euch über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden!

Viele Grüße aus Brüssel,

Eure Franziska


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Kein Fortschritt wenn es um Barrierefreiheit geht?

22. November 2011 von Helga

Nach fast drei Jahren des Bloggens verkündete letzte Woche Julia Probst (auch bekannt als @EinAugenschmaus) fürs Erste damit aufzuhören. Ihre Arbeit sei nicht beendet, ganz im Gegenteil:

Es gibt sovieles, worüber ich mich aufregen könnte und blogtechnisch verwursten könnte, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass sich in Deutschland nichts in Sachen Inklusion und Barrierefreiheit ändern wird in absehbarer Zeit.

So stieg z.B. der Anteil an Untertitelungen im deutschen Fernsehen von gerade einmal 10,6 auf 12,6 Prozent. Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ist der Anteil etwas höher, aber mit z.B. 37 Prozent bei der ARD immer noch ein Armutszeugnis. Oft sind es nur verkürzte Untertitel und die Mediathek bleibt eh untertitelfreie Zone. Dennoch sollen Gerhörlose ab 2013 nicht mehr von der GEZ-Gebühr befreit werden. Doch nicht nur dies frustriert. So beschreibt Probst, wie sie in der Betroffenheitsfalle gelandet ist:

Mit meiner Art zu bloggen und Internetpräsenz habe ich mir einen kleinen Bekanntheitsgrad geschaffen, aber warum in Gottes Namen […] muss man erst sich erst mal einen Namen verschaffen, um gehört oder eher erhört zu werden von der Politik, die ihre Hausaufgaben einfach nicht macht?

Einen Ausblick aber gibt es noch:

Aber vielleicht sieht man sich ja im Fernsehen? Ich habe nämlich die Redaktionen von “Hartaberfair”, “Jauch”, “Anne Will” und “Markus Lanz” angeschrieben, ob die nicht mal über Barrierefreiheit und Inklusion von Menschen mit Behinderungen reden wollen mit mir als Studiogast?

Bisher kam von den Redaktionen leider nur warme Worte und keine Zusagen. Dabei bekleckert man sich im Bundetag derzeit mit noch weniger Ruhm als sonst, wenn es um Barrierefreiheit geht. Dringend Zeit also, das Thema auch ins Fernsehen zu holen und auch als Nicht-Betroffene deutlich zu machen, dass es so nicht weiter geht.


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Mitmachen bei Pornografie-Umfrage

11. November 2011 von Verena

Ob es Verbindungen zwischen Pornografiekonsum und sexuellen Wünschen und Phantasien und sogar Verhaltensweisen gibt, ist eine wiederkehrende Frage. In einer internationalen Online-Befragung zweier Wissenschaftlerinnen sollen nun neue Erkenntnisse gewonnen werden.  Nicola Steffen betreut das Forschungsprojekt mit. Sie ist freiberufliche Künstlerin und promovierte Kunstpädagogin. Ihre Kunst befasst sich – genauso wie ihr Forschungsinteresse – mit Repräsentationen von Gender in den Medien. Für sie außerdem interessant sind Pornografie und Kultur, ins­be­sondere alles was „dazwischen“ liegt, also deren Schnittstelle. Ihre Doktor­arbeit schrieb Steffen über das Phänomen des „Porn Chic“ auf Clubflyern und aktuell untersucht sie zusammen mit der us-amerikanischen Medien­wissen­schaft­lerin Dr. Chyng Sun die Auswirkungen des Pornografiekonsums im Internet. Dazu schreibt sie:

Im Laufe des letzten Jahrzehntes, ist Pornografie in den kulturellen Mainstream eingedrungen. Dies ist, zumindest teilweise, bedingt durch die Entwicklungen neuer Technologien und den  Möglichkeiten, die damit einhergehen („web 2.0“). Als Folge ist Pornografie so zugänglich wie nie zuvor, und, da die Entwicklungen schneller vonstattengehen als Gesetze und Bestimmungen geschaffen werden können, trifft dies auch auf Kinder und Jugendliche zu. Es gibt wenig Indizien, oder gar Studien, dass sexuelle Inhalte an sich einen negativen Effekt auf Kinder und Jugendliche haben. Was meines Erachtens jedoch bedenklich ist, ist die zunehmende Verlagerung der Inhalten populärer Pornografie in Richtung extreme Pornografie (Doppelpenetrationen, Ejakulation in Gesicht und Mund, Ass-to-Mouth) – schon lange verfügbar für diejenigen welche sie aktiv aufsuchen, ist extreme Pornografie nun für jeden unmittelbar erreichbar, der Zugang zum Internet hat. Es gibt Grund zu glauben, dass diese neuen extremen Inhalte die sexuellen Skripte mancher Männer beeinflussen, sowie ihre Erwartungen Frauen gegenüber (und sich selbst), außerdem werden negative Auswirkungen auf das Selbstbewusstsein von Männern (und noch mehr auf das von Frauen) angenommen. Erstaunlicherweise haben die gegenwärtigen Inhalte populärer Pornografie im Internet, trotz ihrer Relevanz, so gut wie keine Aufmerksamkeit in der Forschung bekommen.

Chyng Sun lehrt an der New York University und hat schon zahlreiche Bücher und Artikel zum Thema Pornografiekonsum und Pornoindustrie veröffentlicht. Die aktuelle Online-Befragung wird in einem Dutzend Länder weltweit durchgeführt und für Deutschland von Nicola Steffen koordiniert. Der Fragebogen (Achtung! Triggerwarnung) ist bis auf einige Filmtitel am Schluss auf deutsch, in knapp zehn Minuten auszufüllen und auch für Menschen geeignet, die keinerlei Erfahrung mit Pornografie haben. Leider richtet sich die Umfrage nur an heterosexuelle Männer und Frauen. Für Fragen oder Anmerkungen stehen sowohl Nicola Steffen (nybom[at]gmx.de) als auch Chyng Sun (Cfs1[at]nyu.edu) zur Verfügung. Und ein dickes Danke gibt es von Steffen schon mal vorab:

Ich wäre Euch sehr dankbar, wenn Ihr an der Studie teilnehmen würdet. Die Befragung wurde von New York University, University Committee on Activities Involving Human Subjects (HS#10-0187) genehmigt und die Anonymität der Teilnehmer wird garantiert.

Also unbedingt mitmachen!


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Mitlesen und mitmachen – kurz Notiertes in dieser Woche

28. Oktober 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 126 von 138 der Serie Kurz notiert

CNN hat Apple’s neue iPhone-Stimme Siri zum Anlass genommen, Computer­stimmen zu untersuchen. Interessantes Detail: Geht es um autorität-vermittelnde Stimmen, klingen sie meist männlich, assistierende Stimmen dagegen weiblich.

Welche Halloween feiern und sich dazu verkleiden möchte, denke bitte an die goldene Regel: Hauptsache sexy.

Passend zu Halloween und einigen unsäglich rassistischen Kostümen, die wieder auf uns warten werden: Eine Kampagne von “Students Teaching About Racism in Society” (Studierende die über Rassismus in der Gesellschaft aufklären).

Nach der Lingerie Football League (Frauen spielen Football in Unterwäsche, haha, sex sells, und werden dafür nicht mal anständig bezahlt) gibt es jetzt eine Youth Lingerie Football League. Da sind die Mädchen zwar angezogen, sollen aber das lustige Leben in sexy Lingerie trainieren. Worst idea ever, wie jezebel kommentiert und hat mit Sport auch nix zu tun.

Bei xojane beschreibt eine Frau, was in ihr vor sich ging, als der Mann, der sie vor Jahren vergewaltigt hatte,  sie bei facebook fand. Schade nur, dass am Ende der Eindruck erweckt wird, als wäre sie ein bisschen selbst schuld gewesen: Hätte sie doch nur deutlicher gesagt, dass sie das nicht will…! (Danke an David für den Link).

In Österreich wurden vier Abtreibungsgegner_innen wegen Stalkings verurteilt, berichtet dieStandard.

Jamie vom Rookie Mag hat erst spät Bekanntschaft mit Masturbation gemacht. Trotzdem hat sie ein paar Fragen dazu beantwortet, jeweils mit der Anekdote einer Real-Live-Person aufgepeppt. Das hätte auch Cyndi Lauper gefallen:

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Das Rock Camp für Mädchen braucht eure Hilfe!

25. Oktober 2011 von Magda

Die Bank ING-DiBa hat eine Aktion aus­gerufen und will insgesamt 1000 gemein­nützige Vereine mit jeweils 1000 Euro fördern. Auch das Ruby Tuesday e.V. – Rock Camp für Mädchen nimmt an der Aktion teil und freut sich über zahl­reiche Stimmen, damit auch in Zukunft viele Mädels hinter’m Schlag­zeug, Mikro oder mit dem Bass ab­fetzen können.

Der Ruby Tuesday e.V.

ist ein Verein, der 2008 von Musikerinnen, Pädagoginnen und Kultur­schaffenden mit dem Ziel gegründet worden ist, Mädchen zu ermutigen, ihre künstlerischen und musikalischen Fähig­keiten zu entdecken und ihnen Selbst­ver­trauen zu geben. In einem ein­wöchigen Camp erfahren die Teil­nehmerinnen die ganze Welt der Musik, von Band­gründung, Instrumente lernen und am letzten Tag selbst auf der Bühne stehen. Dabei können sie Rollen­bilder jenseits von medial ver­fügbaren (MTV, VIVA) entdecken und ausleben.

Tolle Sache, deswegen: Einfach auf Abstimmung für Ruby Tuesday e.V. gehen, Mailadresse eingeben, und das Votum aus der Bestätigungsmail durch einen weiteren Klick bestätigen. Mit eurer E-Mail-Adresse könnt ihr drei Stimmen ab­geben. Und ja: Es ist doof, dass mensch einer Bank die E-Mail-Adresse geben soll. Doch zumindest ver­sichert die DiBa in ihren allgemeinen Teil­nahme­bedingungen, dass “Ab­gefragte Daten [...] aus­schließlich zum Zwecke der Ab­stimmung genutzt” werden.

Wer die Arbeit des Vereins unter­stützen möchte, kann dies in Form von Geld- oder Sach­­spenden (z.B. Instrumente) tun. All­gemeine Infos gibt es auf der Seite des Rock Camps für Mädchen: rubytuesdaymusic.de.


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Love your Body Day!

19. Oktober 2011 von Anna-Sarah
Die Abbildung, Siegermotiv eines Plakatwettbewerbs, zeigt das gelb-violett-pink-kolorierte Foto eines bekleideten weiblichen Oberkörpers. Die abgebildete Person hält einen Bilderrahmen in den Händen, an dessen oberen Rand ein herzförmiger Anhänger gebunden ist, der vor ihrem Körper herabhängt. Die Beschriftung sagt: "You are a masterpiece".

Siegerinnenentwurf des "Love Your Body" Poster Contests von Kyla Hollis

Heute ist Love Your Body Day – Liebe-deinen-Körper-Tag! Hinter dem fröhlich machenden Namen verbirgt sich eine Kampagne der US-amerikanischen National Organization for Women (NOW) Foundation. Seit 1998 ruft NOW einmal jährlich den Love Your Body Day aus, um für die mediale Vermittlung  positiver Körperbilder zu werben und Alternativen zu den unrealistischen und oftmals schädlichen Schönheitsstandards anzubieten, mit denen Mädchen und Frauen fortwährend konfrontiert sind. Laut NOW beeinflussen derartig verzerrte Körperbilder nach wie vor die Gesundheit und das Wohlbefinden von Frauen negativ, was sich auch auf den gesellschaftlichen Status von Frauen auswirkt. So seien Studien zufolge 80% der US-amerikanischen Frauen mit ihrem Äußeren unzufrieden, 10 Mio. Frauen litten an Essstörungen. Was lässt sich nun dagegen tun? NOW gibt praktische Tips (in englischer Sprache).

Liebe deinen Körper – manchmal ist das leichter gesagt als getan. Was macht ihr (nicht nur) heute, um euch mit eurem Äußeren und Inneren wohl zu fühlen? (Bei dieser Frage hab ich jetzt übrigens eher keine Beautytipps im Sinn ;-) )


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Wie war’s eigentlich beim Frauenbarcamp?

18. Oktober 2011 von Verena

Natürlich ist so ein Frauen-Barcamp nicht nur für Frauen gedacht. Vor allem dann nicht, wenn es um emanzipatorische Bestrebungen geht, die die ganze Gesellschaft betreffen. Trotzdem sind die Männer rar an diesem Samstag in der Berliner Kalkscheune. Aber so richtig stören tut das eigentlich niemanden. Was im vergangenen Jahr als der Versuch begann, Frauen ein Forum für politische, soziale und private Belange zu bieten, findet in diesem Jahr unter der Frage „Was wollt ihr eigentlich?“ seine Fortsetzung.
Das Barcamp soll eine „agendafreie Organisationsform“ sein. Wie das aussieht, zeigt sich bei der morgendlichen Sessionplanung: Nach knapp zwanzig Minuten stehen ein Dutzend Vorträge, Workshops und Wünsche für Diskussionsrunden auf dem Plan. Im Laufe des Nachmittags kommt noch einiges dazu. Nicht runtergeleiertes Expertenwissen und einschläfernde Monologe soll es hier geben, sondern ein Miteinander, Diskussionen auf Augenhöhe und der Austausch von Wissen.

Kübra Gümüsay über ihre erste, von Achselhaaren motivierte, Begegnung mit dem Feminismus (Foto via Barcamp Frauen)

Die Erstsemester-Studentin kann den Wunsch nach einer Session über Körperbilder genauso in den Raum werfen, wie die erfahrene Managerin ihren routinierten Vortrag über gläserne Decken halten kann. Die Anzahl der Teilnehmerinnen ist im Vergleich zum Vorjahr gewachsen – am Ende sind es 150. Und es zeigt sich, dass auch die Bandbreite an Themen zugenommen hat. Vom Karriere-Gap in der Wissenschaft über Sexual Harassement hin zu Netzpolitik reichen die Vorschläge. Dazwischen finden sich noch welche zu Ehrenmord, Burn-Out oder dem „Überleben als Single“.
Die lockere Planung ermöglicht Flexibilität und gibt dem gesamten Barcamp etwas Entspanntes. So entspannt, wie ein nächtliches Gespräch an der Bartheke. Vom Moderationskoffer in den Workshop-Räumen bis hin zu den kostenlosen Getränken ist alles gut organisiert. Bloß die Soja-Milch fehlt einer Twitterin für ihren Kaffee. (weiterlesen …)


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“Weg mit der rosa Augenbinde!”

17. Oktober 2011 von Verschiedenen

Der folgende Artikel erschien kürzlich im Infoportal Breast Cancer Action Germany. eine andere sicht auf brustkrebs – a critical view of breast cancer . Die Autorin Gudrun Kemper (Jg. 1959), Mitglied im Vorstand des Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V. , arbeitet seit rund 10 Jahren aus der Perspektive von Betroffenen am Thema Brustkrebs.  Sie sagt: Die meisten Selbsthilfegruppen werden heute zum Teil in erheblichem Umfang industriell gesponsert, insbesondere von global agierenden Pharmakonzernen. Der Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Frauen aus dem Projekt Breast Cancer Action Germany, die sich zum Ziel gesetzt haben, eine Alternative zu industriell finanzierten Gruppen zu entwickeln.

 Brustkrebsmonat – Weg mit der rosa Augenbinde!

Schwarzweißporträt einer ernst blickenden Frau, die sich eine rosafarben kolorierte Augenbinde abnimmt, so dass ein Auge bereits zu sehen ist

Abbildung: Aktion The Big See! - UNISON und Women Environmental Network (WEN) 2005 - Copyright Mark Chilvers, Großbritannien, mit freundlicher Genehmigung

„Krebs ist Scheiße“ (CANCER SUCKS) steht auf einem bekannten Button von Breast Cancer Action. Das ist zumindest aus der Perspektive von Betroffenen treffend formuliert, auch wenn das Bild der Krankheit Brustkrebs besonders in Deutschland in der Öffentlichkeit heute rosa verpackt und von Fort­schritt geprägt zu sein scheint. Ob Staubsau­ger, Lockenstab, Mode­schmuck, Nagellack oder Bekleidung: mehr und mehr Firmen, aber auch „Selbsthilfe“ und „Charities“ benutzen die Krankheit, diverse Produkte geschäftstüchtig im Schlepptau ihres „Engagements“. Brust­krebs erweckt Aufmerksamkeit im Marketing, um sich selbst ins Gespräch zu bringen und vorgeblich human­istische Ansätze zu demonstrieren.

Doch „Bewusstsein für Brustkrebs“ gibt es inzwischen im Überfluss. Die an Bord solcher Kampagnen mitgeführten Botschaften sind häufig irreführend oder unzulässige Vereinfachungen, die mehr schaden als nützen. Die versprochenen Spenden sind selten transparent und erreichen betroffene Frauen oder medizinische Behand­lungszentren höchstens im Ausnahmefall in nennens­wertem Umfang.

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Arm aber Feminist_in – die News der Woche

12. Oktober 2011 von der Mädchenmannschaft

Gefährliches Mackerverhalten in der Tierwelt: Aufdringliche Guppymännchen schaden kooperativen Gruppen und machen Weibchen aggressiv, meldet Gehirn und Geist.

Das Magazin Antidote glamourisiert in seiner Modestrecke Armut. Jezebel nutzt das, um Zahlen über die traurige Realität wachsender Bedürftigkeit zu liefern. Nix Glamour.

Auch nah am Existenzminimum bewegt sich JD Samson. Gegenüber der Huffington Post schreibt das “Le Tigre”-Mitglied von den Schwierigkeiten, ihren Job zwar zu lieben, aber kaum davon leben zu können. Von ‘zukünftig davon leben können’ mal ganz zu schweigen.

Nicht nur JD Samson braucht Kohle, auch zwei feministische Projekte brauchen Unterstützung: Noch 15 Tage kann für die geplante Dokumentation über Riot Grrrl-Pionierin Kathlee Hanna gespendet werden. Die ING-DiBa spendet je 1.000 Euro an die beliebtesten 1.000 Vereine. Das Girls Rock Camp freut sich über deine Stimme!

Das ist Welt Online eine Meldung wert: Die transsexuelle Anna Grodzka zieht ins polnische Parlament ein.

Herzensapplaus für das Posting von Himbeerworld und ihrer kleinen Anekdote über die Reaktion auf den Werbespruch eines Fitnessstudios, ob man den Sommer als Wal oder als Meerjungfrau begehen wolle.

Termine:

Es ist wieder Zeit für Rampenfiber, äh rampenfibrig, die kleine Schwester des queerfeministischen Musikfestivals in Wien. Am 15. Oktober gibt es einen Abend lang Musik mit queerfeministischer Raumnahme aka Raum-Körper-Manifest.  Klingt spannend!

Außerdem am 15. Oktober in Wien: Das Frauenfest im FrauenLesbenMädchenZentrum. Los geht es ab 18 Uhr mit  Rundgang durchs Haus, Kabarett, Lesung, Theater und Konzerten. Gestärkt werden kann sich außerdem am veganen Buffet.

Weitere Slutwalks gibt es am 15. Oktober in Bielefeld und Leipzig!

Und wer am 15. weder in Wien noch auf Slutwalk-Mission aber in der Hauptstadt ist, der kommt zum Barcamp Frauen in die Kalkscheune.


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Engagiert protestieren, bewusst konsumieren, politisch feiern – die Blogschau

8. Oktober 2011 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 128 von 144 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Nach wie vor schert Facebook sich nicht um den Protest gegen – dezent formuliert – vergewaltigungsverharmlosende Aktivitäten auf ihren Seiten. Das Mädchenblog berichtet (Triggerwarnung).

Die Gleisbauarbeiten rezensieren Basha Mikas “Feigheit der Frauen” – mit viel Wut im Bauch.

Regina Frey dokumentiert und kommentiert ihren Mailwechsel mit dem Piraten-Abgeordneten Xander Dorn zum Thema Geschlechterverhältnisse bei den Piraten und sonstwo.

Anlässlich der  Gay Pride Belgrad (die letztendlich verboten wurde) berichtet bomec über die krasse Homophobie, die in Serbien grassiert.

Der aktuelle Gastblog beim Missy Magazine von Side-Glance thematisiert die oftmals äußerst problematischen Produktionsbedingungen von Unterhaltungselektronik.

Puzzlestücke blickt kritisch zurück auf die Veranstaltung Perspektiven feministischer Organisierung nach dem Slutwalk, die kürzlich auch hier bei der Mädchenmannschaft Anlass zur Diskussion war.

Ein Plädoyer für die Beilegung aller Mütter-Grabenkämpfe gibt es von Rike Drust a.k.a. inFemme unterstellt.

Einem interessanten Vortrag zur Enstehung von sexuellem Begehren hat Antje Schrupp beigewohnt.

An der Uni Paderborn plant der Frauenprojektbereich MIA für Anfang 2012 eine Kunstausstellung zum Thema „!Doing gender Killing gender¿“ und lädt dazu ein, sich mit künstlerischen Ideen daran zu beteiligen.

Ein neuer Blog in der feministischen Blogosphäre: Just Stuff.

Und ein paar wichtige Termine gibt’s natürlich auch noch, nach dem Klick: (weiterlesen …)


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