Einträge mit dem Tag ‘Adoption’


Von Adoptionen zu Soldat_innen-Sein – kurz verlinkt

26. November 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 303 von 362 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Beiträge

Bei tagesschau.de gibt es einen Weltspiegel-Beitrag zu sehen, der die Geschichte des „Highway of Tears“ in Kanada vorstellt. Dort wurden in den letzten Jahrzehnten 43 Frauen ermordet, die meisten von ihnen Women of Color der First Nations.

Du glaubst es ist cool Soldat/in zu sein?“ fragt die Seite Mach was zählt und liefert Fakten zu Auslandseinsätzen, rechtem Gedankengut in der Bundeswehr und sexualisierten Übergriffen als Antwort auf die Rekrutierungs-Kampagnen der Bundeswehr.

Das neue (und für dieses Jahr letzte) an.schläge-Magazin ist da und dreht sich rund um „Girls, Girls, Grrrls„. Wie immer gibt es auch einige der Texte online zu lesen, so zum Beispiel  Jeanna Krömers Besuch des Treffpunkts „Neue Nachbarschaft“ in Berlin und ein Interview mit der Rechtsextremismusforscherin Esther Lennert zu sexualisierter Gewalt und rechts.

Englischsprachige Beiträge

Im November hat die Webseite The Toast eine Reihe von persönlichen Essays rund um das Thema Adoption veröffentlicht. Nicole Chung schrieb über den Trend zum Crowdfunding zur Finanzierung von Adoptionen. Liz Labacz beschreibt, wie sie von ihrer Adoptivfamilie als Maskottchen auf Anti-Abtreibungs-Demonstrationen eingesetzt wurde und heute aber sehr froh ist zu wissen, dass die Frau, die sie geboren hatte, ein Wahl gehabt hat. Und Ana Maria Guay analysiert „Adoption and Toxic Gratitude„.

Anlässlich des Transgender Day of Remembrance: „The Advocate spoke with five New York City-based black and Latina transgender elders about their own understandings of trans resilience (exact ages of the elders are witheld to protect their privacy). All combined, these activists hold a century’s worth of experience in providing direct services to the population hardest hit by violence: low-to-no-income trans people of color. “

Termine Berlin und Marburg:

26.11. in Marburg: Lesung aus „Rassismus an Hochschulen“ mit Emily Ngubia Kuria. (FB-Link)

03.12. in Berlin
: Präsentation der Anthologie „Winter Shorts“ mit Clementine Burnley, Bino Byansi Byakuleka, Yosime Flood, Noah Hofmann, Sharon Dodua Otoo, WoMANtís RANDom, Lewis Teschner und Tyrell Teschner. (FB-Link)

03.12. in Berlin: weiblich, männlich, fließend – Der literarische Salon der Antidiskriminierungsstelle des Bundes zu Gast im LCB. Geschlechtervielfalt in der Literatur: Mit Aris Fioretos, Thomas Meinecke und Jayrôme C. Robinet. Moderation: Karen-Susan Fessel.

15.12. in Berlin: Gespräch mit Jessica Jacoby, eine Mitgründerin des Schabbeskreis, einer „eine lesbisch-feministische[n] politische[n] Gruppe, die sich von 1984 bis 1989 aktiv für die Präsenz und Wahrnehmung jüdischer Frauen in der neuen Frauenbewegung und mit Antisemitismus in feministischen Zusammenhängen auseinandersetzte“. (FB-Link)


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Mini-Schritte: Erweitertes Adoptionsrecht für nicht-heterosexuelle Paare

19. Februar 2013 von accalmie

Nicht nur von der Ehe werden nicht-hetero­sexuelle Paare in Deutsch­land weiter­hin aus­ge­schlos­sen: es wird schwulen und les­bi­schen Paaren, auch in ein­ge­tra­gen­en Le­bens­part­ner­schaf­ten, immer noch un­mög­lich ge­macht, Kinder zu adop­tieren. An diesem dis­kri­mi­nieren­den Grund­zu­stand wird bis­lang poli­tisch nur halb­her­zig ge­rüttelt. Aller­dings hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, das bereits 2012 fest­stellte, dass die „Un­gleich­be­hand­lung von ein­ge­tra­gener Le­bens­part­ner­schaft und Ehe“ beim Fami­lien­zu­schlag für Beamt_innen ver­fassungs­wi­drig ist, in seinem heutigen Urteil einen kleinen Schritt in Richtung Dis­krimi­nier­ungs­ab­bau ge­macht:

(c) Sara and Ryan

Das Gericht gab der Verfassungsbeschwerde eines lesbischen Paares statt und urteilte, dass schwule und lesbische Partner_innen in einer ein­ge­tragenen Le­­bens­­part­­ner­­schaft künf­tig die be­reits von einer_m der bei­den adop­­tier­­ten Kin­der eben­­falls adop­­tieren dür­fen. Das heisst, dass eine so­ge­nannte Suk­zes­siv­adop­tion mög­lich ist. Bis­lang war es nicht-hetero­sexuellen Paaren nur mög­lich, „leibliche“ Kinder des_der Partner_in zu adop­tieren.

Ein gemeinsames Adoptionsrecht besteht jedoch weiter­hin nicht.

Die Be­richt­er­stattung vieler Medien lädt ebenfalls zum Kopf­schütteln ein: nicht in einem der Artikel wird Hetero­norma­tivi­tät oder das beliebte Wort „Homosexualität“ als Bezeichnung/Markierung eines von einer vermeintlichen Norm „Abweichenden“ hinter­fragt. Auch bleibt bislang un­thema­ti­siert, dass nicht-heterosexuelle Paare be­reits durch das Ver­bot der Ehe­schlie­ßung (…mal unabhängig davon, wie man zur Ehe als Institution stehen mag…) grund­legend dis­krimi­niert wer­den und die Sinnlosigkeit, an diesem „separate and unequal“-Konzept festzuhalten, immer deutlicher wird.

Mit diesem neuen Urteil bewegt das Bundes­ver­fassungs­ge­richt die gesetz­liche Lage nichts­desto­trotz in eine bessere Rich­tung – in diesem Jahr stehen außer­dem weitere Ent­schei­dungen be­vor. Viel­leicht setzt sich tatsächlich irgendwann die einfache Erkenntnis durch, dass Grundrechte für alle Menschen gelten.


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Homofeindliche Demonstrant_innen zeigen ihr wahres Gesicht

22. November 2012 von Gastautor_in

Henrike Dessaules, gebürtige Berlinerin, lebt, studiert und arbeitet seit über zwei Jahren in Paris. Sie schrieb bereits Texte für Gender Across Borders und war Gastbloggerin beim Missy Magazine, widmet sich aber hauptsächlich ihrem eigenen Blog discipline and anarchy.

Triggerwarnung wegen Bildern von körperlicher Gewalt gegen Frauen in den Verlinkungen [auf Englisch].

Lange bevor sie letzten Sonntag in Paris und ganz Frankreich stattfand, wusste ich von der Demonstration gegen das Ehe- und Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare, die von der katholischen Gruppe Civitas organisiert worden war. Mir war bekannt, dass die intégristes – die religiösen Fundamentalist_innen – recht aktiv in Frankreich sind. Erst vor ein paar Wochen sah ich sie gegen das Recht auf Abtreibung marschieren. Obwohl dort mehr Menschen mitliefen, als mir lieb ist, war der Aufmarsch insgesamt nicht sehr beeindruckend, wenn man bedenkt, dass Abtreibungen noch immer ein sehr kontroverses Thema darstellen, und leider nicht nur für religiöse Fanatiker_Innen.

Bei der sogenannten “Homo-Ehe” habe ich hingegen diese krasse Spaltung nicht mehr so wahrgenommen. Ich war überzeugt davon, dass die Gesellschaft grundsätzlich für eine solche Öffnung der Ehe bereit ist. Die meisten Leute, die ich kenne, sind entweder dafür oder stehen dem zumindest gleichgültig gegenüber. Also um es kurz zu machen: Ich ging nicht zur Gegendemo, denn ich war mir sicher, dass auf Seiten der Gegner_innen der Homo-Ehe nicht viele Menschen auftauchen und sie sich lächerlich machen würden.

Aber da irrte ich mich gewaltig.

Über 100.000 Menschen kamen am Sonntag in ganz Frankreich zu diesem Zweck zusammen. Allein in Paris waren es rund 70.000. Die Parolen auf ihren Plakaten wirkten so erzkonservativ und überholt, wie ich es in einem westeuropäischen Land im Jahre 2012 kaum mehr für möglich gehalten hätte: „Die Familie ist heilig.“ „Ein Kind braucht eine Mama und einen Papa.“ Solche Slogans sind nicht nur prinzipiell homophob (egal, was die Protestierenden behaupten), sie spiegeln auch ein Weltbild wieder, das nichts mit der Realität vieler französischer Familien zu tun hat, bei denen ein Elternteil, egal ob homo- oder heterosexuell, alleinerziehend ist. Solch ein Familienbild ist geprägt von einem religiös motivierten Traditionalismus, der dem elementaren französischen Konzept der laicité zuwiderläuft (der Trennung von Staat und Religion, auf die konservative Französ_innen auf einmal besonders beharren, wenn muslimische Bürger_innen eine Moschee gründen oder Halal-Fleisch servieren wollen).

Tausende von Menschen, die zusammenkommen, um anderen ihr Grundrecht auf Familiengründung zu verweigern, sind gehässig und menschenfeindlich, und sie sollten wissen, dass sie in einer toleranten und pluralistischen Gesellschaft nicht willkommen sind. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich leider dabei versagte Solidarität zu zeigen, als es nötig war. Zum Glück gab es viele andere, die sich die Mühe machten bereits im Vorfeld Gegenaktionen zu organisieren und am Sonntag auch wieder dabei zu sein, um für LGBTI-Rechte zu kämpfen.

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HIV, Sexarbeit, inhaftierte Schwangere, social media, Verschleierung, Gaza, die Maus, Körper und Punk

22. Juli 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 76 von 362 der Serie Kurz notiert

Kleines Land, großes Problem: DieStandard.at berichtet über die wachsenden Probleme mit AIDS und HIV in El Salvador. Laut der Hilfsorganisation Plan International liegt der Anteil heterosexueller Übertragung inzwischen bei 77 Prozent. Vor allem das fehlende Problembewußtsein verstärke die Krise noch.

Auf altmuslimah berichtet die Fotografin Kate Orne von ihren Recherchen in pakistanischen Bordellen und dem Kampf der Sexarbeiterinnen, um ihren Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

Unglaublich: NPR berichtet über inhaftierte Schwangere in den USA, die bei der Geburt hinter Gittern weiterhin gefesselt bleiben.

DieStandard.at hat die europäischen Verschleierungsverbote bzw. Pläne dazu im Überblick.

Im Gaza-Steifen dürfen Frauen künftig in Cafés keine Wasserpfeifen mehr rauchen. Unter dem Deckmantel des Gesundheitsschutzes ein weiterer Schritt hin zum konservativen „Gemeinwesen staatlich verordneter Gottesfurcht” fürchtet die Süddeutsche.

Die FAZ porträtiert die Erfinderin der Maus – Isolde Schmitt-Menzel. Obwohl die Maus bereits seit 40 Jahren über unsere Fernsehbildschirme wandert, zunächst als „Maus im Laden” dann in der „Sendung mit der Maus“, wußte das sogar an ihrer ehemaligen Hochschule bis vor kurzem kaum jemand.

DieStandard.at berichtet wie vor 40 Jahren die ersten Frauen in Wien eine Straßenbahn führen durften – unter argwöhnischer Beobachtung ihrer Kollegen.

Social media-Netzwerke werden stärker von Frauen als von Männern genutzt. Warum? Die Antwort von Jessica Fay Carter auf mashable.com lautet: Weil sie vom sozialen und kulturellen Kapital auch stärker profitieren.

Auf TheF-Bomb schreibt Danielle über ihre Erfahrungen als “‘Phat‘ Girl in a Skinny World„.

Wer nächste Woche Mittwoch in Berlin ist und auf feinsten Grrrl Punk steht, feiert mit AgathaRespect My Fist und Ex Best Friends in der Scharni 38 ab.


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Mama, Mama, Kind und Papa, Papa, Kind

23. Juli 2009 von Susanne

Im Bundesjustizministerium wird heute eine längst überfällige Studie zur rechtlichen Situation von gleichgeschlechtlichen Paaren mit Kindern vorgestellt und diskutiert. 240 Seiten lang ist die Studie geworden, schreibt die Süddeutsche Zeitung, gefüllt mit unzähligen Defiziten der deutschen Gesetzgebung. Die damit der Realität im Schneckentempo hinterherschleicht, denn immer mehr homosexuelle, vor allem lesbische Paare entscheiden sich, – per künstlicher Befruchtung und Samenspende – eigenen Nachwuchs zu bekommen.

Doch der Partner, der nicht mit einer Eizelle oder seinen Samen beteiligt ist, wird nach der Geburt nicht automatisch ein Elternteil – wie es z.B. in Schweden, Spanien, Südafrika oder einigen US-Staaten üblich ist. Hierzulande stehen Paare wie Ursula und Stephanie, deren Beispiel in der SZ beschrieben ist, vor einem Haufen Probleme:

Zwar hat die 40-jährige Ursula, nachdem sie im vergangenen Jahr mit der 31 Jahre alten Stephanie eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen ist, das sogenannte kleine Sorgerecht für Emil und Hannah, doch das reicht für vieles nicht aus: In welche Schule Emil bald gehen soll, darf Ursula ebenso wenig entscheiden, wie sie seine Geburt beim Standesamt anmelden konnte. Ist Stephanie krank, hat Ursula nicht die Möglichkeit, einen freien Tag zu nehmen, um auf Emil und Hannah aufpassen zu können – anders als jeder rechtliche Vater. Den Anspruch, Elternzeit zu beantragen, hat Ursula ebenfalls nicht. Und wenn Stephanie etwas zustoßen würde, dürften die Kinder von Rechts wegen nicht bei ihr bleiben.

Die einzige rechtliche Möglichkeit, die Ursula hat, ist eine sogenannte Stiefkind-Adoption, Dafür muss sie ihre „Fähigkeit zur Elternschaft“ beweisen. Das bedeutet: Gehaltsnachweis, Führungs- und Gesundheitszeugnis, und das Jugendamt überprüft, ob es tatsächlich eine Mutter-Kind-Beziehung gibt. Letzteres ist ein übliches Verfahren, wenn Eltern nach einer Trennung mit neuen Partner_innen zusammenleben, die das Kind adoptieren wollen.

„Die Stiefkind-Adoption entspricht nicht der Situation der lesbischen Paare. Hier wird das Kind schließlich in die Beziehung hineingeboren“, sagt auch der LSVD-Sprecher Manfred Bruns, der als ehemaliger Bundesanwalt am Bundesgerichtshof schon vielen lesbischen Müttern geholfen hat, wenn sie Schwierigkeiten mit der Stiefkind-Adoption hatten. Die Liste seiner Beratungsfälle ist lang: Mal soll für das Kleinkind ein Pfleger bestellt werden, bis es alt genug ist, selbst über die Stiefkind-Adoption zu entscheiden, mal sieht man keinen Sinn in der Adoption, da doch der biologische Vater bekannt ist. Trotzdem hat bis jetzt – auf kurz oder lang – jede Stiefkind-Adoption geklappt. Auch wenn dabei sichtbar wird, wie vermeintlich tolerante Menschen das Thema überfordert: „Es besteht eine große Offenheit für verschiedene Lebensentwürfe“, so Bruns, „aber bezüglich Kindern in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften gibt es immer noch große Vorbehalte.“

Justizministerin Brigitte Zypries fordert deshalb, unterstützt von SPD-, FDP- und Grünen Politikerinnen, eine Reform des Adoptionsrechts – in der nächsten Legislaturperiode.


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