Einträge mit dem Tag ‘Ach ja’


Don’t look back in Schröder: Die Blogschau, diesmal mit Familienministerinspezial

7. November 2010 von Meredith
Dieser Text ist Teil 60 von 157 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Juliane Wiedemeyer kommentiert die Gleichberechtigungsrunde bei Hart aber fair, an der auch unsere Lieblingsministerin und Frauensexversteherin Kristina Schröder teilgenommen hat. Zur Illustration von Sinn und Sinnlichkeit dieser Veranstaltung hat Juliane einfach mal den Anteil aller weiblichen Gäste in den Plasberg-Runden der letzten Wochen zusammen gestellt. Ich bin in Mathe nicht so gut, aber ich glaube, das ist so ziemlich ein Sechstel.

Und das mädchenblog schraubt die Einlassungen von Frau Schröder zum Thema Sex und die bösen sexfeindlichen Schwarzerfrauens netterweise gleich auseinander.

Apropos Frau Schröder, die sich ja kürzlich darüber beklagte, wie deutschenfeindlich dieses Deutschland mittlerweile sei. Boy George hat einen Tip für Sie, was wirkliche Diskriminierung ist. Aber darum sollen sich wahrscheinlich lieber die Feministinnen kümmern.

So, und jetzt mal was Geiles: Die nächste Missy-Release-Party in Berlin wird am 20. 11. von der zauberhaften Christiane Rösinger bespielt.
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Maskiert oder doch lieber stereotyp in Unterwäsche?!

30. Oktober 2010 von Verena
Dieser Text ist Teil 59 von 157 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Die Denkwerkstatt veröffentlicht den zweiten Teil des Interviews mit der Literaturwissenschaftlerin Anna Babka. Es geht um Binnen-I, Unterstrich und andere Sprachreinheiten.

Girls Can Blog wirbt für die Onlineumfrage der FH Bielefeld zum Forschungsprojekt „Migrantinnen in Führungspositionen“

Bei scienceblogs wird Bingo! gerufen. Die liebsten Bullshit-Argumente zur geschlechterneutralen Sprache wurden da zusammen getragen. Das ein oder andere habe ich doch schon mal irgendwo gehört…

Den Protest “1000 Kreuze in die Spree” gegen die im September in Berlin versammelten Abtreibungs-GegnerInnen kommentiert Koerpermacht, zusammen mit diesem Video

Antje Schrupp liest Angela McRobbie und stellt der postfeministischen Makerade ein paar grundlegende Fragen.

In eine ähnliche Richtung denkt Nana Adusei-Poku auf stylemag.net aktuelle Popmusikerinnen und ihren Popporn betreffend.

standard.at berichtet über den Wahlsieg Susana Villarán als erste Bürgermeisterin Limas

Die Klamottenmarke Diesel hat eine neue Unterwächenkampagne, der sounds-like-me mal auf den heterosexuell normierten Hintern blickt.

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter post(at)maedchenmannschaft.net Bescheid.


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Noch keine Chancengleichheit in den Führungsetagen

12. Oktober 2010 von Helga

Wie steht’s um die Geschlechterverhältnisse in den Führungsetagen? Das Hamburger Abendblatt berichtet von einer Studie der Uni Hamburg. In einigen Branchen, etwa dem Dienstleistungsgewerbe, haben Frauen danach schon aufgeholt, in vielen anderen hängen sie aber hinterher und steigen nicht so häufig auf wie die Männer.

Befragt, was sie als Managerinnen am Aufstieg hindert, nennen immer noch 24 Prozent “Vorurteile gegenüber Frauen”. Das lässt alle anderen Hindernisse weit hinter sich: 16 Prozent der Frauen nannten an zweiter Stelle “Probleme mit Vorgesetzten” und erst auf Platz drei “Probleme bei der Vereinbarkeit von Familie und Karriere”.

Ein häufig genanntes Argument für viele Ungleichheiten fällt inzwischen weg:

Man kann Frauen noch nicht einmal vorwerfen, dass sie sich in den Geistes- und Kulturwissenschaften verschanzen: Auch im Bereich der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften – der klassischen Startposition für eine Managementkarriere – stellen Frauen mit 53,2 Prozent den größten Teil [der Hochschulabsolvent_innen].

Allerdings sind unter den Führungsfrauen viele, die sich eine Managementkarriere eigentlich nicht vorstellen konnten und vergleichsweise wenig, die sie geplant hatten. Bei den Männern war das Verhältnis genau anders herum.

Vielleicht liegt es daran, dass es zu wenig Vorbilder gibt – und wenn es sie gibt, sind sie noch nicht einmal rundum glücklich: 49 Prozent der Führungsfrauen sagen, dass sie mit ihrer Arbeitssituation nur teilweise oder gar nicht zufrieden sind – unter anderem aufgrund schlechterer Bezahlung und einer geringeren Zahl von Mitarbeitern.

Große Neuigkeiten gibt es also nicht. Vorschläge zur Verbesserung der Situation gibt der Artikel leider auch nicht, nur dass familiengerechtere Personalpolitik nicht ausreichen wird. Dabei gibt es von der Quote über mehr Transparenz bei den Löhnen bis hin zu mehr Sensibilität für Genderfragen im Management eigentlich schon jede Menge Ideen.

(via twitter.com/frauenbarcamp)


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Bitte keine kleinen Brüste

30. September 2010 von Verena
Dieser Text ist Teil 9 von 20 der Serie Sex am Morgen

Ist es draussen kalt, heizen wir drinnen schon mal den Ofen auf und mit den Vulva-Spots ein. Diese Woche:

“Politisch unreflektierter Sex ist schlechter Sex”: Deshalb nennt Margarita Tsomou in der Jungle-World Hilfsmittel, “um mit politisch unkorrekten Gliedmaßen sexuell Korrektes zu tun”. Dazu gehört ein Leben jenseits des Orgasmus’ genauso dazu wie die Non-Fixierung auf Genitalien. Leck meine Kniekehle, Baby!

In Australien sollen kleine Brüste aus Pornoheften und Filmen verschwinden, um Pädophilie vorzubeugen, berichtet The Week. Äh, irgendwie erinnere ich mich, dass schon vor einiger Zeit gehört zu haben. Müssen sich jetzt alle Frauen mit kleinen Brüsten fragen, ob ihr Partner ein verkappter Pädophiler ist? Und anders herum: Rüstet die Silikon-Branche schon auf, weil jetzt eben nur noch großbusige Frauen Pornofilme bevölkern und damit ein vermeintliches Ideal schaffen…

Noch zu früh für Weihnachtsbäckerei? Wie wäre es dann mit ein paar Vulva-Muffins? Bild via jetzt.de

Dass auch Stipperinnen intelligent sind, berichtet salon.com angesichts einer britischen Studie, nach der 90 Prozent der Lap-Dance-Tänzerinnen in England über einen gewissen Bildungsgrad verfügen. Und was sagt uns das? Dass letzte-Ausfahrt-Strip für die meisten eine rein freiwillige Angelegenheit ist, weil sie mit ihren Schulabschlüssen auch etwas “Anständiges” machen könnten?!

Sehr schön: salon.com schreibt, dass amerikanisches Eltern etwas von den niederländischen lernen können, nämlich Respekt und Akzeptanz gegenüber der Sexualität ihrer Teenager-Kinder. In den Niederlanden nämlich sorgt die liberale Einstellung von Eltern für weniger Teenager-Schwangerschaften – und sicherlich nicht, weil die Kids dort keinen Sex haben.

Und auf spiegel.de lässt sich die Geschichte der Sexratgeber nachlesen. Zwar werden diese mit Aufklärungsbüchern in einen Topf geworfen und versäumt, dass sexuelle Aufklärung lange von der Kirche betrieben wurde,  aber sonst ist der Artikel informativ und ohne Furcht, von “Mösen und Schwänzen” zu schreiben.


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Ist Feminismus das neue Must-Have?

31. August 2010 von Verena

Ob Lady Gaga Feministin ist, oder nicht wird ja immer wieder heiß diskutiert. Aber wer so zielstrebig seine eigene Karriere verfolgt, Gender zum Thema von Videos und Magazintiteln macht und auch sonst eine eigene – vom Mainstream abweichende – Meinung zu formulieren weiß, der muss doch irgendwie dazu gehören. Anders sieht es bei Beyoncé aus, über deren feministisches Potential hier auch schon mal die Meinungen auseinander gingen.
Jetzt hat der Popstar der Dailymail ein Interview gegeben, in dem sich auch folgende Sätze finden:

‘I think I am a feminist in a way. It’s not something I consciously decided I was going to be; perhaps it’s because I grew up in a singing group with other women, and that was so helpful to me. It kept me out of so much trouble and out of bad relationships. My friendships with my girls are just so much a part of me that there are things I am never going to do that would upset that bond. I never want to betray that friendship because I love being a woman and I love being a friend to other women.

(Übersetzung: Ich denke schon, dass ich auf eine bestimmte Art Feministin bin. Das ist nichts, was ich bewusst entschieden haben; vielleicht liegt es daran, dass ich in einer Girlgroup aufgewachsen bin und mir das sehr geholfen hat. Es hat mich vor einer Menge Ärger und schlechten Beziehungen bewahrt. Die Freundschaft zu meinen Mädels ist so sehr ein Teil von mir, dass ich bestimmte Dinge nie tun würde, die diesen Bund gefährden könnten. Ich würde diese Freundschaft niemals hintergehen, denn ich liebe es, eine Frau zu sein und liebe es, die Freundin anderer Frauen zu sein.)

Nun, da scheint es doch mehr um Frauenfreundschaft und Solidarität zu gehen als um Feminismus. Sieht so aus, als würde das F-Wort nicht länger als absolutes No-Go betrachtet sondern als neues Must-Have, mit dem es schick ist, sich zu schmücken. (So wie jüngst Sarah Palin) Nur sollte Mrs. Knowles (oder heißt sie jetzt Mrs. Jay-Z) dann auch wissen, dass es beim Feminismus um mehr geht als bloß darum nice zu anderen girls zu sein und gemeinsam den jüngsten Verlobungsring zu bejubeln.


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Frauen für Mathe begeistern? Einfach!

9. August 2010 von Helga
Dieser Text ist Teil 38 von 54 der Serie In Bildern: Das denkt die Welt

Ein Cartoon mit zwei Bildern. Als Überschrift steht oben: PROBLEM: THERE ARE DISPROPORTIONATELY FEW WOMEN IN MATHEMATICS. Darunter sind zwei Bilder, jeweils mit drei Menschen am Tisch, eine Frau schlägt immer etwas vor. Links die SENSIBLE SOLUTION - CAN WE TRY TO REMOVE THE STIGMA OF MATH AS UNFEMININE? Links die COMMON IDEA - CAN WE MAKE MATH PINK?

(via Pharyngula.)


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Warum Monogamie eine schlechte Idee ist

29. Juni 2010 von Verena
Dieser Text ist Teil 25 von 25 der Serie Wilde Mädchen

Die These ist nicht neu: Partnerschaften zerbrechen ihre Langlebigkeit an dem Vorsatz der Monogamie. Menschen seien einfach nicht dazu gemacht, mit nur einem Sexualpartner auf Dauer glücklich zu werden, behaupten Christopher Ryan und Cacilda Jeth. Das Autorenpaar hat in den USA gerade das Buch “Sex at Dawn: The Prehistoric Origins of Modern Sexuality” veröffentlicht, in dem allerlei Studien aus Natur- und Geisteswissenschaften für ihre These herhalten müssen. Aber sind prähistorische Gesellschaftsentwürfe und ein Blick auf Artverwandte, wie die Bonobo-Affen stichhaltig genug, um die Monogamie als Konstrukt abzumahnen?

Im Interview mit Salon erklärt Psychologe und Autor Ryan die Hintergründe, in denen Penisformen, Hodengrößen und Spermaspuren eine große Rolle spielen, mich persönlich aber nicht sonderlich überzeugen. Gegenfrage: Sagt die Größe meiner Klitoris ebenfalls etwas über meine mangelnde Monogamie-Fähigkeit aus?! Super, dann kann ich es beim nächsten Mal darauf schieben: “Sorry, Schatz, aber hättest du dir meine Klit mal genauer angesehen, hättest du wissen können, dass Fremdgehen in meiner Natur liegt…”

Ich kenne Ryan und Jeths Buch nicht, weiß aber, dass die Ehe und vor allem die Liebesehe ein soziales Konstrukt ist, nach dem unsere Gesellschaft besser funktionieren soll. Denn wo bitte kämen wir hin, wenn jede und jeder wild in der gegend rumvögeln würde? (Ironie!) Zu einem Haufen vaterloser und damit staatlich zu versorgender Kinder. Monogamie ist vor allem Sexual- und Bevölkerungspolitik. Was jedes Paar für sich entscheidet, ist deren Angelegenheit, auch wenn die meisten es lieber für sich behalten, wenn sie eine offene Beziehung führen. Und die Gegenentwürfe zur Monogamie sind facettenreich: One-Night-Stand, Seitensprung, Affäre, Polygamie als Beziehungskonzept – da muss man sich erst mal drüber klar sein, wo Sex aufhört und Betrug anfängt und ob sexuelle Freiheit wirklich immer ein Nachteil für die Beziehung sein muss – partnerschaftliches Einverständnis vorausgesetzt.

Was mich wundert: Wenn es in einer Beziehung sexuell nicht gut läuft, wird gerne darauf verwiesen, dass Partnerschaft so viel mehr sei als Bettakrobatik. Wenn dann aber woanders geturnt wird, dann hängt plötzlich doch die Beziehung dran? Verkehrte Welt!

Die Frage ist, wann geschieht Sex aus echter Lust auf das Fremde, Unbekannte und wann doch eher, um der eigenen Eitelkeit zu genügen, sich zu beweisen, ich kann jede_n haben? Oder weil es einfacher ist, das Abenteuer außerhalb des eigenen Bettes zu suchen, statt sich die Mühe zu machen, die heimische Spielweise aufzurüsten. Ich war nie lange genug in einer Beziehung, um sexuelle Monotonie zu empfinden aber wenn ich die Gelegenheit spürte, fremd gehen zu können, dann fühlte ich mich auch in der Beziehung sexuell nicht ausgelastet und das fiel dann meistens noch unter die 3-Monats-Testphase einer neuen Beziehung. Wie sich die Lust auf Sex mit anderen in einer über Jahren gewachsenen Partnerschaft sowohl körperlich als auch emotional anfühlt, kann ich nicht beurteilen – aber ich bin dagegen, Menschen in ein monogames Korsett zu zwängen, weil es gesellschaftlich verlangt wird. Und noch mehr bin ich dagegen, Männer wegen ihrer Hodengröße oder prähistorischen Jägerlateins von der Monogamie-Pflicht zu entbinden, Frauen aber im Gegenzug immer noch das Märchen von der Liebe und dem Sex zu erzählen – denn sie leben nicht immer glücklich und zufrieden bis in alle Ewigkeit.


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abnormal und so

24. Juni 2010 von Verena
Dieser Text ist Teil 5 von 20 der Serie Sex am Morgen

Dieses Mal in den Vulva-Spots aktuelle Links zu Porn & Co.

Anna North berichtet auf jezebel zur Premiere über den Dokufilm “Exxxit – Life after Porn”, dessen Trailer hinter hohen Mauern versteckt zu sein scheint.

Gedanken zur Pornodebatte macht sich Charlie Glickman. Warum aber muss er dazu eine Studie von vor zehn Jahren hervor kramen?

Noch ein bisschen weiter zurück gehen die Warnungen dieses “outstanding new reporter” Mitte der 60er Jahre – nie zuvor war die Jugend durch “abnormal sex” derart gefährdet … uiuiui

Neue Büchern zum Thema Pornographie, Konsum und Cybersex erwarten wir  von Nancy Bauer und Hannie van Rijsingen. Letztere veröffentlicht ihr Buch “Unsichtbare Affären” Ende September auf deutsch.


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Jetzt bleib mal auf dem Rücken, Baby

8. Juni 2010 von Verena

Das SZ-Magazin widmet sich in seiner aktuellen Ausgabe dem Feminismus. Das freut uns. Nur die kugelrunde Silikonbrust auf dem Titel verwirrt uns etwas. Und die Beunruhigung wächst beim Lesen des Vorspanns:

Was ist da bloß schiefgelaufen? Es gab mal die tolle Idee des Feminismus, dann wurde daraus Girlpower, dann Narzissmus. Die Frauenbewegung des beginnenden 21. Jahrhunderts ist der Femizissmus.

“Femizissmus”, das ist eine Wortschöpfung aus Feminismus und Narzissmus und bedeutet so viel wie weibliche Gefallsucht, die sich als Selbstbewusstsein tarnt. Hm, wie macht man den Feminismus unattraktiv? Man schlägt ihm ein blaues Auge. Das tut Guardian-Autorin Charlotte Raven (Kann sich das SZ-Magazin keine deutschen Journalistinnen leisten?), indem sie per se der Meinung ist, weibliches Selbstbewusstsein stöckele gegenwärtig völlig oberflächlich auf High Heels.

Eine Ursache dieser Entwicklung ist, dass sich intellektuelle Frauen vom Feminismus abgewandt haben. Irgendwann in den Neunzigerjahren fanden mit einem Mal auch die Frauen, dass Feminismus unglamourös sei, uns verkrampft wirken lasse und, was noch schlimmer war – uns vom Shoppen abhalte. Redakteurinnen ermutigten ihre Leserinnen nun, zu ihrer »inneren Tussi« zu stehen, und verfassten Lobgesänge auf Haarpflegeprodukte und sexy Unterwäsche.

Raven bezieht sich damit auf die Thesen Natasha Walters, deren aktuelles Buch  “Living Dolls: The Return of Sexism”, dem vermeintlich sexuellen Selbstbewusstsein aufmotzter Frauen die Luft aus den aufgeblasenen Brüsten lässt. Ihre These: Es sei unmodern, Sexismus zu verurteilen, weil es so aussieht, als inszenierten sich die jungen Frauen derart aufgedonnert als Zeichen sexueller Befreiung. Dabei sei die männlich hofierte Freizügigkeit absolut das Gegenteil von weiblichem Selbstvertrauen. Aber das würde eben niemand zu geben.

Walters möchte ich gar nicht widersprechen und auch wenn Raven genau auf den letzten Punkt hinaus will, dass diese Frauen den feministischen Handlungsbedarf nicht zugäben, wie bitte kann sie derart eindimensional argumentieren, wenn sie sagt, der Feminismus hätte “sich seiner Verantwortung entledigt, unbequeme Wahrheiten ans Licht zu zerren.” Da wirft sie einfach alle Frauen auf denselben aufgebrezelten Haufen. Denn genau, wir hier bei der Mädchenmannschaft unterhalten uns auch nur den ganzen Tag übers Schuhe kaufen und das Mädchenblog plant eine neue Kosmetiklinie fürs Merchandising…geht’s noch?!

Aber am schönsten wird es im letzten Absatz. Ich leg mich dann schon mal auf den Rücken für den Menschen neben mir und werde auch nie, nie wieder hier im Blog über Sex schreiben:

Die Dinge, die uns verletzen, würden niemals »auch Spaß machen« können. Wir würden keine albernen Schuhe mehr tragen oder einen Blog über unser Sexleben schreiben. Vor allem aber würden wir der Verlockung widerstehen, Karikaturen unserer selbst zu sein. Wir würden auf die falschen Wimpern einer Katie Price pfeifen. Wir würden unsere Lust an der Missionarsstellung mit dem Menschen neben uns im Bett wiederentdecken. In jeder Sphäre unseres Lebens wären wir frei genug, uns für die Normalität zu entscheiden.


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Glaube, Zynismus, Hoffnung

20. April 2010 von Meredith

Aus der Reihe “Führende Geistliche erklären die Geheimnisse der Wissenschaft”, Ausgabe Geophysik:

In einer Predigt am letzten Freitag äußerte sich der Gebetschef Teherans Hoyatoseslam Kazem Sedighi zu dem Problem Erdbeben, von dem ja auch der Iran immer wieder heimgesucht wird, wie erst 2003 in der Katastrophe von Bam mit 31.000 Toten. Wenn man sich die Ereignisse der letzten Monate ansieht, Haiti, Chile, Kalifornien, China und jetzt dieser Vulkan, ist das ja auch ein sehr gutes Thema für die Predigt; weniger zu halten ist allerdings von Sedighis Erklärung für die tektonischen Aktivitäten. Demnach ist es nämlich ganz einfach: Die Frauen waren es! Sagt Sedighi, laut iranischer Presse und internationaler Berichterstattung:

“Viele Frauen, die sich nicht bescheiden kleiden, verführen junge Männer, korrumpieren ihre Enthaltsamkeit und verbreiten Ehebruch in der Gesellschaft… Dies führt zu Erdbeben.” Offenbar gibt es in der islamischen Republik immer wieder Aufregung über junge Frauen, die sich nicht an das Gebot der kompletten Verhüllung halten, und auch mal eine Jeans oder einen Pony unter dem Tschador vorblitzen lassen.

Was zu tun sei, um weitere Katastrophen, speziell im Iran, zu verhindern: Bitte strenger an den Koran halten. Frauen, verhaltet euch ruhig, dann tut es die Plattentektonik auch.

Rein logisch ist das wohl verwandt mit Benedikts VI Geistesblitz, AIDS liege an Kondomen. Schön, dass sich die Kirchen weltweit wenigstens darauf einigen können, jede Plage der Welt nach wie vor mit der menschlichen Sexualität zu erklären.


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