Einträge mit dem Tag ‘Ach ja’


Frust an den Plattentellern

3. November 2011 von Verena

Mensch sollte nicht viel geben auf diese Bestenlisten, die immer mal wieder umher schwirren und mit denen auch Musikredaktionen ihre Inhalte bestücken. Das DJ Mag hat kürzlich ihre jährliche  Top 100 der DJs gekürt und ratet mal, wie viele darunter weiblich waren: KEINE EINZIGE. Das finde ich echt mal ein starkes Stück, genauso wie der Guardian, in dem Hanna Hanra fragt, wo die DJanes sind. Denn selbst die größte Chauvi-Redaktion hat heutzutage zwei oder drei Alibifrauen im Hinterkopf, wenn es um den Schwanzlängenvergleich geht. Bloß, das DJ Mag listet ihre High Potentials via öffentlicher Abstimmung, d.h. DJ Klaus aus Hintertupfingen und DJ Dieter aus Kleindoofdorf voten und die kennen wohl nur Frauen am Herd, aber nicht hinter Plattentellern. Wir schon, z.B. Dinky, Miss Kittin, Peaches, Ellen Allien, Chloé oder Annie Mac, die es immerhin schon mal in die DJ Mag Top 100 geschafft hat.

Und dafür muss man noch nicht mal in DJ-Clubs abhotten, um das zu wissen. Aber ach, ein Blick auf den Top Spot dieser Liste und mein Ärger verraucht zugunsten eines fetten Grinsekatzengesichts: David Guetta auf Platz eins. Na dann…

 


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Der lange Arm der Pseudowissenschaft

4. Oktober 2011 von Silviu
Dieser Text ist Teil 26 von 27 der Serie Neues vom Quotenmann

Immer wieder werden “den Unterschieden zwischen Mann und Frau“ lange Artikel in den Mainstream-Medien gewidmet. Auf Spiegel-Online gibt es sogar eine spezielle Themenseite, die den mehr oder weniger expliziten Anspruch hat, die wichtigsten Ergebnisse der Wissenschaft zu diesem beliebten Themenkomplex zu popularisieren. Doch sofort kommt der erste Schock durch das total stereotypische „Aufmacher-Bild“: Er und Sie, den aktuellen Schönheitsidealen perfekt entsprechende, weiße, junge, moderne Adam und Eva vor grünem Waldhintergrund, also vermutlich in Rousseaus Naturzustand.

Der erste Eindruck täuscht leider nicht: Bei den meisten Texten der Rubrik – und Spiegel-Online ist nur das bekannteste Beispiel – handelt es sich um leichte Lektüren, die sich bei Kaffee- und Cocktail-Party-Gesprächen schnell reproduzieren lassen und gut unter dem Motto „Die LeserInnen bloß nicht überfordern!“ stehen könnten. Einer der letzten Beiträge auf der Themenseite verspricht zum Beispiel eine Lösung für das Problem, warum Frauen besser über Kummer reden können. Doch schon der Lead-Absatz dämpft die Erwartungen: „US-Psychologen haben jetzt eine Erklärung gefunden. Aber ist die wirklich logisch?”.

Nach einer kritischen Lektüre des Artikels muss nicht nur festgestellt werden, dass die Antwort auf die ursprüngliche Frage völlig ausbleibt, und der Titel sich als billiger Trick entpuppt. Darüber hinaus wird klar, dass selbst die zu popularisierende „Wissenschaft“ oberflächlich und letztendlich nichtssagend ist. Jungs und Mädchen wurden gefragt, warum sie über persönliche Probleme reden, oder warum sie dies eben vermeiden; mehr Jungs als Mädchen geben an, dass sie solche Gespräche „sinnlos“ finden und dass sie sich dabei „weird“ fühlen; die „Wissenschaftler“ nehmen dies ernst und für bare Münze; es finden keine weiteren Tests und kein Interpretieren von Ergebnissen statt.

Ohne Wenn und Aber haben solche Texte – im Spiegel und in zahlreichen anderen Magazinen – einen ziemlich großen Einfluss auf die Mainstream-LeserInnen. Und mehrere Fragen liegen nahe: Wieso merkt niemand, dass hier der Unterschied zwischen dem vermeintlichen Anspruch und dem konkreten Inhalt lächerlich hoch ist? Warum fällt niemandem auf, dass eine solche „Studie“ wenig Ernstzunehmendes, geschweige denn Wissenschaftliches zu bieten hat? Dazu nur eine erste Konklusion: Aufklärung darüber, wie gute, kritische Sozialwissenschaft auszusehen hat, gehört als Priorität auf die feministische Agenda. Denn die Emanzipation von Pseudopsychologie ist ein wichtiger Teil der allgemeinen Emanzipation.


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Wenns nicht mal für eine Quotenfrau reicht

28. September 2011 von Helga

Es gibt so Artikel, bei denen frau sich fragt, warum frau die im Jahr 2011 eigentlich noch schreiben muss. Weil frau auch klar ist, dass es die üblichen drei Ausreden geben wird („keine Frau hatte Zeit, das hat sich einfach so ergeben, wir sind halt post-gender“) und dass sie wieder als die ewige Nörglerin beschimpft werden wird.

Aber jetzt mal ehrlich liebe Konferenzorganisator_innen von SuMa e.V. und PolitCamp e.V. – keine einzige Frau dabei zu haben ist ne reife Leistung. Gerade findet in Berlin der „SuMa-eV-Kongress 2011: Geld verdienen im Internet?“ statt. Mit dabei sind 22 Männer (darunter auch Feministen) und 0 Frauen. Gibt es wirklich keine einzige Frau, die im Internet Geld verdient? Oder dann wenigstens eine, die darüber redet, warum das so schwer ist?

Geradezu grotesk wirkt es bei der Diskussionsrunde „Demokratie und Staat“ des PolitCamps, die im Oktober stattfinden wird. Sechs studierte weiße Männer, die meisten in der (Netz-)Politik und in Führungspositionen, debattieren über die folgende Fragestellung:

Politische Beteiligungsmöglichkeiten dehnen sich immer mehr auf das Netz aus. Dabei liegen oftmals nicht technische Probleme im Vordergrund, sondern mangelt es oft noch an einer zu geringen Reichweite oder eine enttäuschende Beteiligung des Angebots. Läuft solch eine Beteiligung Gefahr verschiedene Bevölkerungsgruppen von Anfang an auszuschliessen? Kommt es zur Diktatur der Aktiven?

Anke Domscheit-Berg fragte dazu auf Twitter: Warum sagen moderne Männer nicht einfach bei solchen Konferenz ab, die weibliche Kompetenz ignorieren?

Tweet von @fraeulein_tessa (teresa m. bücker): Wer es nicht schafft ausreichend* weibliche Speaker zu gewinnen, ist schlecht vernetzt und sollte den Job wechseln. /cc @anked @annnalist

Und damit auch wirklich niemand mehr eine Ausrede hat: Erst nachdenken, wieviele Frauen man tatsächlich kennt, denn auch bei Netz- und Technikthemen sind es manchmal mehr als erwartet. Und dann konsequent nachfragen, bis man seinen Bekanntenkreis erweitert hat – irgendwo stand mal die Regel, für jede Absage einer Frau nach fünf weiteren Kontakten zu fragen. Im Sinne eines Bewußtseinwandels sollten aber auch ruhig alle männlichen Experten auf ihre Kolleginnen befragt und so vielleicht auch ein Stück weit für das Thema sensibilisiert werden.


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Ficken! Ja, ist denn das überhaupt was für Frauen?

16. September 2011 von Verena

Es gibt Sätze, die möchte ich nicht mehr lesen. „Aber wollen Frauen überhaupt Sexdates?“ ist so einer, gesehen bei taz.de.

Dort geht es um die Dating-App Blendr, die nun für Heterosexuelle das möglich machen soll, was für schwule Männer schon sehr erfolgreich genutzt wird: Schnell mal die/den Fremde_n kontakten, die/der sich sexbereit in der Nähe befindet. Und nun die bescheuerte Frage, ob das Sinn mache, denn, genau „Aber wollen Frauen überhaupt Sexdates“. Ja, liebe taz, sie wollen, bloß spricht ihnen die Gesellschaft gerne ihre Hemmungslosigkeit ab.

Das sagt ja auch Martin Dannecker, den Sexualwissenschaftler, den ihr befragt habt. Bloß habt ihr es so geschickt gedreht, dass es immer noch aussieht, als würden Frauen nur für den Heiratsantrag die Beine breit machen. Und Dannecker sagt noch etwas, nämlich dass auch Casual Sex nicht ohne Beschnuppern funktioniert – egal ob für Mann oder Frau, egal ob homo- oder heterosexuell.

Und „schwule Mädchen“, der Begriff taucht dann auch noch auf, gibt es nicht nur als ‚witzigen’ Songtitel , sondern das sind Frauen, die von schwulen Männern angeturnt sind, emotional wie sexuell. So!


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Kürzere Wissensnews: Frauen nehmt ab

22. Juli 2011 von Helga

Viel zu oft gehen unkritische Wissenschaft und Berichterstattung eine unglückliche Verbindung ein. Das Ergebnis sind dann die vermeintlich harmlosen bunten Meldungen, die sich so schön verkaufen, weil sie unser Weltbild bestätigen. Erkenntniswert null, dabei lohnt es sich, genauer hinzuschauen (siehe auch den PhD Science News Cycle). Ein Beispiel:

Dienstag berichtete DRadio Wissen über eine Studie, nach der Paare glücklicher sind, wenn der BMI der Frau niedriger sei als der des Mannes. Botschaft an die Frauen mal wieder: Seid schlank! Befragt wurden 169 heterosexuelle Paare unter 35 Jahren. Alleine diese Auswahl ist schon kritisch, weil oft ältere Frauen berichten, erst spät mit ihrem Gewicht und Aussehen Frieden geschlossen zu haben. Eine Forscherin betonte aber, so der Telegraph, es käme nicht auf das absolute Gewicht an, sondern das relative – auch eine schwerere Frau könne glücklichsein, Hauptsache ihr Ehemann sei noch schwerer. Na immerhin?

Leider findet sich bisher nichts zu der Studie auf der Seite der Universität von Tennesse. Auch steht nirgendwo, in welcher wissenschaftlichen Zeitschrift die Ergebnisse veröffentlicht werden und ob sie dabei einer Peer Review, einer wissenschaftlichen Begutachtung, unterzogen werden. So bleibt leider unklar, was die Wissenschaftler_innen berücksichtigt haben: Den gesellschaftlichen Druck auf Frauen, schlank und hübsch zu sein. Die Idee, ein Mann könne sich mit seiner Ehefrau schmücken. Das Bild einer Ehefrau als Trophäe einer erfolgreichen Jagd. Die Sticheleien, wenn Frauen mit Männern zusammen sind, die vermeintlich außerhalb ihrer „Liga“ sind („was findet der nur an ihr?”). Denn all diese Stereotype sind bis heute noch lebendig und beeinflußen unsere Selbsteinschätzung und unser Glück. Studien und Berichterstattung darüber, die diese Punkte auslassen, festigen leider nur den Status Quo und verpassen die Chance zu kritischer Auseinandersetzung.

Apropos Berichterstattung: Auf Twitter hatte DRadio Wissen noch mal einen ganz anderen Text gewählt.

Tweet von @DRadioWissen: #Wissensnachrichten Starker Mann, zarte Frau - dieses Klischee macht Paare glücklich. http://bit.ly/njeB8C - 22 hours ago via HootSuite

Aus der Frage nach dem Gewicht wurde auf einmal „stark“ und „zart“ – auf Nachfrage hies es, stark sei im Sinne von „kräftig“ verwendet worden. Tatsächlich sind beides Wörter, die sich eben nicht auf die untersuchte Eigenschaft (Gewicht, Masse) beziehen, sondern auf Kraft. Das wirft natürlich gleich das Bild des starken Mannes auf, der seiner Partnerin das Marmeladenglas öffnet – dabei wurde dies gar nicht untersucht. Außerdem können schlanke Frauen durchaus Kraft haben, während ihr Partner eher untrainiert ist.

So wird aus einer obskuren Studie die Botschaft, für ihr Glück müssten sich Frauen einen starken Mann und Beschützer wählen, während sie selbst nicht nur schlank, sondern auch noch schwach sein sollten.


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Stereotype, soweit der Penis schwillt

22. April 2011 von Verena
Dieser Text ist Teil 14 von 20 der Serie Sex am Morgen

Heute ist Karfreitag. Höchste Zeit also, länger im Bett zu bleiben, Eier zu suchen (höho) oder einfach schlicht für “Sex am Morgen” zu sorgen. Die Vulva-Spots dieses Mal leider mit zu vielen Klischees und Stereotypen, denen wir uns bequem widersetzen sollten. Heute und jeden anderen Tag im Jahr.

Stellung bezogen zu Penis-Verlängerungen wird auf jezebel. Ungeachtet der tatsächlichen Möglichkeit, das männliche Glied zu vergrößern und des damit verbundenen Aufwands und gewisser Risiken, stellt Autorin Anna North mal wieder fest: Macht euch locker Männer, denn eure Penisse sind so wie sie sind völlig in Ordnung!

Die neue Porno-domain .xxx kommentiert Julia Seeliger in der taz als “nicht mehr als ein Feigenblatt für den Jugendschutz” und hat Recht, wenn sie sagt, dass Eltern die ‘böse’ Pornowelt nicht einfach aussperren können, sondern ihren Kindern ruhig etwas mehr Vertrauen entgegen bringen sollten. Ach ja, Aufklärung soll auch nicht verkehrt sein.

Katrin Rönicke hat in ihrer Freitag-Kolumne neulich schon mal drauf hingewiesen: Auch Frauen seien verstärkt  pornoabhängig. Der Guardian geht der Sache ebenfalls nach, aber leider mit einem no-go-moralischen Unterton, Pornographie degradiere Frauen per se als Sex-Objekt und noch ein paar anderen Knallern, die ich im Zusammenhang mit Pornos eigentlich nicht mehr lesen möchte.

Comicbild von Roger. Zwei Hasen besteigen jeweils von hinten ein Schaf. Die Schafe essen weiter Gras. Das vordere Schaf ist frisch geschoren, das Fell liegt noch auf dem Gras. Der Hase kommentiert: ICH MAG'S GERN RASIERT!

Da kommt einem doch jedes Schokoladenei wieder hoch: Ostercomic non grata

Den Spießiger-Stereotypensatz-Preis bekommt dieses Mal Kerstin Greiner, die im SZ-Magazin über den Modetrend, ‘wenn Frauen zu große Klamotten tragen’ schwadroniert: “Frauen, die zu weite Pullis oder Hemden tragen, lösen bei Männern ein Bild aus: Sex.” Ach so, ach ja… und anscheinend liegen in allen deutschen Schlafzimmern Rotweinflaschen rum und alle, aber wirklich alle Männer tragen Hemden.

Auch wenn sich die NEON in ihrer letzten Ausgabe den sexuellen Unterschieden zwischen Mann und Frau widmete, die NZZ gibt Entwarnung: “Männer und Frauen unterscheiden sich in ihrem Sexualverhalten nicht so stark, wie immer behauptet wird.” Na toll! Und von forschender Seite heißt es, dass auch die letzten Differenzen bald verschwinden würden. Ich bin gespannt!


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Rettung für die Männer: Der Schniblo-Tag

14. März 2011 von Verena

Ne, was ist die Welt ungerecht. Jedes Jahr müssen sich die armen Kerle am Valentinstag abmühen, um ihrer Liebsten mit Blumen, Geschenken und Essenseinladungen ihre Liebe zu beweisen. Denn, klar, ALLE Frauen finden das ROMANTISCH. Weil sich die Herren in ihren eigenen Bedürfnissen dabei aber übergangen fühlen, gibt es nun am 14. März ausgleichende Gerechtigkeit: Den Schniblo-Tag. Schniblo gleich Schnitzel und Blowjob. Jajaja! Hurra! Die Welt ist so einfach: Frauen wollen Blumen, Männer Blow-Jobs.

Einfach, wirkungsvoll und selbsterklärend ist dieser neue Feiertag dazu da, damit Ihr Frauen Eurem Holden endlich zeigen könnt, wie sehr Ihr ihn liebt. Keine Karten, keine Blumen, keine tollen Nächte des Ausgehens.. Der Name des Feiertages erklärt alles: nur ein Schnitzel (oder Steak) und ein Blowjob. Das ist alles.

Was mache ich bloß, wenn mein Freund Vegetarier ist? Und natürlich wünsche ich mir zum nächsten Valentinstag einen Cunnilingus. Was soll ich mit Blumen?

Nach dem Klick das Logo des Schniblo-Tages (Triggerwarnung!):
(weiterlesen …)


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Ist pink schwul?

31. Januar 2011 von Adele
Dieser Text ist Teil 29 von 35 der Serie Muttiblog

Wenn man dem einjährigen Sohn eine pinke Jacke anzieht, dann kann man sich sicher sein, dass man plötzlich für sehr viel Gesprächsstoff auf dem Spielplatz sorgt. Das geht sogar so weit, dass das Kind nicht mehr erkannt wird, weil es plötzlich als Mädchen wahrgenommen wird. Mindestens aber wird man gefragt, warum man ihm um alles in der Welt eine pinke Jacke anziehe.

Frau in High Heels und Bluse, Minirock und Leggins, die eine Aktentasche, Pfanne und Staubwedel mit drei Armen hält, sowie ein Baby in einem kleinen Wagen hinter sich herzieht

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Ähnliche Nachfragen provoziert man, wenn man in der Drogerie einfach ins Regal greift und zufällig ein rosa Schnullerband erwischt. Ob ich Probleme mit der Farbwahrnehmung hätte wurde ich beispielsweise schon gefragt. Die Nachbarn meiner Schwiegereltern waren sogar so nett und haben uns ein blaues Schnullerband geschenkt, das sie noch von ihrem Sohn übrig hatten. Als unser Sohn am nächsten Tag wieder mit seinem rosa Schnullerband bei den Nachbarn aufkreuzte, wurde dies von ihnen leicht konsterniert angemerkt. Die absurd anmutende Unterhaltung wurde dann von meinem Mann zu einem jähen Ende gebracht: „Vielleicht ist er ja schwul.“ Über den Schock in den Augen der Nachbarn amüsieren wir uns heute noch.


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Mythos Jungfernhäutchen

20. Januar 2011 von Verena
Dieser Text ist Teil 13 von 20 der Serie Sex am Morgen

Den ‘Verlust’ ihrer Jungfräulichkeit wollte Pornodarstellerin Nikki Blue zum richtigen Happening machen: Mit eingebauter Hymen-Cam und Zuschauervoting, welchem von drei Herren die Aufgabe des Entjungferungs-Jobs zufallen sollte. Bisher hatte die 21-Jährige ausschließlich anal und oral agiert. Diese Fokussierung auf das vermeintlich heilige Jungferhäutchen veranlasste jezebel, eine Diskussion über weibliche Jungfräulichkeit und Hymen-Mythen anzustoßen. Und siehe da, die Webseite kink.com, die das ‘Deflorier-Happening’ initierte, reagierte prompt mit der Entschuldigung, man habe Nikki Blues persönliches Empfinden vaginaler Jungfräulichkeit keinesfalls als moralische Norm verkaufen wollen. Entschuldigung angenommen und nun sind alle glücklich.

In dem Zusammenhang sei auch der Artikel von Mithu Sanyal auf EMMA Online empfohlen. Der ist zwar nicht ganz neu, aber die Gerüchte über den symbolischen Gehalt des Jungfernhäutchen halten sich ja auch hartnäckig.

Hypochondrische Männer jetzt bitte nicht weiter lesen: Wie die kanadische National Post berichtet, haben holländische Forscher herausgefunden, dass das eigene Sperma die Ursache für das post orgasmic illness syndrome (POIS) sein soll. Das was? Seit 2002 gibt es diesen Namen für fiebrige Symptome, die Männer nach der Ejakulation zeigen, wie laufende Nase, brennende Augen oder extreme Müdigkeit. Extreme Müdigkeit? Soso… Behandlungen sind möglich, aber langwierig – wollen ja auch was zu tun haben, die Ärzte.

Zum Kopfschütteln: Wer einer Frau, die keine Sexarbeiterin ist, Geld für Sex anbietet, macht sich wegen Beleidigung strafbar. Wer eine Frau gegen ihren Willen auf den Hals küsst, hat aber nichts zu befürchten: “Nach ständiger Rechtsprechung auch des Bundesgerichtshofs sei in einer solchen sexuell gefärbten Zudringlichkeit allein keine Kundgabe einer Herabsetzung oder Geringschätzung der Person”, schreibt die Kanzlei Dr. Bahr.

Mit dem Mythos, die Generation der 20 bis 30-jährigen Frauen seien sowas von pornoaffin, räumt Tracy Clark-Flory auf salon.com auf. Aus ihrem Umfeld scheinen die wenigsten Frauen Pornos zu konsumieren und die Männer, die gäben ihre Pornovorliebe zwar bereitwillig zu, nur über Einzelheiten wollen sie anscheinend nicht reden. Komische Sache, oder alles beim Alten?!


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Zeig mir deine Schamlippen und ich sag dir, wer du bist

12. Januar 2011 von Verena
Dieser Text ist Teil 12 von 20 der Serie Sex am Morgen

Nein, es ist noch nicht zu spät, sich fürs Neue Jahr ein paar horizontale Tendenzen auszugucken. Vielleicht mit astrogenital? Wer dann als Frau rumheult, weil ihre Schamlippen nicht zu ihrem Charakter passen, hat allerdings wenig Chancen auf Sex mit einem Mann. Wieso, weshalb und wie rum – die Vulva-Spots klären auf:

Kurz aber prägnant kommentiert jezebel eine Studie der Männerzeitschrift Men’s Health, wonach Frauen in den 40ern eher als Frauen in den 20ern beim ersten Date Sex haben. Puh, klingt nach ‘Hey Jungs, wenn ihr Sex wollt, dann datet ältere Frauen’

Du bist ein Fan von Handlesen? Wie wäre es mal mit einer astrologischen Analyse der Vulva. Gibt es bei astrogenital. Und die meinen es ernst. Das Äquivalent für die Penisdeutung gibt es auch. Wenn sich die Herren da mal nicht schlapp lachen…

Sind innere und äußere Schamlippenj gleich groß, ist ihre Trägerin der ausgeglichene Typ - Bild via astrogenital

Ist eine sie auf der sexuellen Überholspur ein Problem für ihn? Ja, denn der vorzeitige Orgasmus der Frau erhält bei glamour.de frauenzeitschriftengerechte Antworten, damit Mann noch auf seine Kosten kommt. Da sollten sich FHM und Co. doch ein Beispiel nehmen und ein paar Oraltechniken und manuelle Stimulationsübungen vorstellen, damit sie noch Spaß hat, wenn er gekommen ist.

Jetzt nur nicht heulen. Rührende Studien haben ergeben, dass weibliche Tränen ein Lustkiller für den Mann sind. Mensch, wer hätte das gedacht. Jezebel stellt ein paar offensichtliche Gründe für diesen vermeintlichen Zusammenhang weiblicher und männlicher (Un)Lust vor, und ich frage mich, ob da einer der ForscherInnen Feuchtsein als Zeichen weiblicher Erregung falsch verortet hat.

Den ersten Preis für den spießigsten Stereotypensatz der Woche bekommt Stefan Kuzmany, der für Spiegel.Online Porno-Autorin Sophie Andresky zum Interview traf:

Wie das so ist: Journalist (Mann) trifft Porno-Autorin (Frau) in einem Café in Berlin (Kreuzberg), da kann die Phantasie schon mit einem durchgehen. Erkennungszeichen: Andreskys jüngstes Buch “Fuck Your Friends” auf dem Tisch. Wenn das mal nicht auf zu vielen Tischen liegt! Liegt dann aber doch nur auf einem.


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