Einträge mit dem Tag ‘Abtreibung’


Brennende Flüchtlingsunterkünfte, #SandraBland, Genderalarm in Mexico – kurz verlinkt

29. Juli 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 288 von 288 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Beiträge

„Der Fall einer schwangeren Zehnjährigen erregte in Paraguay die Öffentlichkeit. Dem Kind wurde eine Abtreibung verwehrt. Dass Vergewaltigungsopfer oder Schwerkranke zum Gebären gezwungen werden,“ passiert aber auch „bei uns, mitten in der EU“. Bei tagesschau.de geben Anna-Mareike Krause und Friederike Ott einen Überblick über strikte Abtreibungsgesetze in Europa und deren Konsequenzen.

„Überall im Land werden Flüchtlingsunterkünfte angezündet. Es reicht nicht, solche Straftaten härter zu sanktionieren. Es muss aktiv für die Sicherheit der Geflüchteten gesorgt werden“, schreibt Christina Lee in The European.

Handlungsmöglichkeiten gegen rassistische Gewalt und rassistischen Alltag diskutiert auch der Freitag: „Was tun, damit’s nicht mehr brennt?“ Einen aktualisierten Leitfaden, „Was tun, damits nicht brennt?“, zusammengestellt von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus in Berlin (MBR) für Gruppen und Einzelpersonen, kann man hier kostenlos herunterladen oder bestellen.

„80 Jahre nachdem alle jüdischen Sportler von den Olympischen Spielen in Berlin ausgeschlossen wurden“, findet „mit den European Maccabi Games die größte jüdische Sportveranstaltung der europäischen Nachkriegsgeschichte im Berliner Olympiapark statt. Mehr als 2.300 Athleten aus 35 Ländern sind dazu angereist. Sorge bereiten den Veranstaltern jetzt zahlreiche Drohungen aus der rechtsextremen Szene“, berichtet der ZEIT Störungsmelder.

Bente Varleman, bekannt durch ihren Spoken Word Text „Was ich habe,  spricht in der taz über Sexismus und die Poetry Slam Szene.

Die ZEIT analysiert, wie der Begriff „Asylkritiker“ Gewalt zu einer Meinungsverschiedenheit deklariert: „Die Maskerade des „Asylkritikers“ ist der Versuch, Ausländerfeindlichkeit zur legitimen Diskursposition zu erheben, eine Position in die Öffentlichkeit einzuführen und ihre Ideologie zu camouflieren. Eine Art Du-darfst-Rassismus. “

Unterstützenswert: Die queere Bloggerin und Autorin SchwarzRund schreibt an einem Roman (Arbeitstitel: „Schwarzer Frost“) und ihr könnt den Schaffensprozess finanziell unterstützen (und euch schon einmal das Buch sichern).

Englischsprachige Beiträge

#JusticeForSandraBland: In der New York Times stellt Charles Blow offene Fragen zur Festnahme und dem Tod Sandra Blands in Polizeigewahrsam, und Roxane Gay analysiert die Verletzlichkeit Schwarzer Körper: „She was treated as less than human. She protested her treatment. She knew and stated her rights but it did not matter. Her black life and her black body did not matter.“ Attiya Latif richtet in der Huffington Post einen Offenen Brief an weiße Verbündete: „Fordert Gerechtigkeit für Sandra Bland“.

Al Jazeera berichtet über den Protest weiblicher Abgeordneter und Aktivist_innen gegen Gewalt gegen Frauen in Mexiko. Die Aktion #AlertaDeGenero (Gender-Alarm) möchte darauf hinweisen, dass in Mexiko jeden Tag sechs Frauen ermordet werden, aber nur 1.6% der Taten gerichtlich verurteilt.

Im Guardian schrieb Naomi Wolf, dass junge Frauen mit „destructive speech patterns“ aufhören sollten. Debbie Cameron antwortet auf dies: „People may claim that their judgments are purely about the speech, but really they’re judgments of the speakers.“

New York Magazine
: „‘I’m No Longer Afraid’: 35 Women Tell Their Stories About Being Assaulted by Bill Cosby, and the Culture That Wouldn’t Listen“.

technocandy war beim Stream Radical Transfeminism bei der LCCT 2015 in London und stellte ein Paper zu Germany’s Next Topmodel vor, in dem es um „Girl Hate, neoliberale Eingliederungen, Normalisierungszwang, trans, Pinkstinks und Lush“ geht.

„I Am a Native American Woman With White Privilege“: Misty Ellingburg thematisiert Fragen von Identität, sozialer Positionierung und (kontextbedingten) Privilegien.

Termine in Kassel und Karlsruhe

31. Juli bis 2. August: Lady*fest in Kassel, u.a. mit Workshops von Hengameh und Magda.

7. bis 9. August: Lady*fest in Karlsruhe.


Facebook | |


Politik mit ‚Bereuen‘ – Von Schwangerschaftsabbrüchen und komplexen Leben

27. Juli 2015 von Charlott

Vor ein paar Wochen wurde eine neue Studie von Wissenschaftler_innen der University of California veröffentlicht, deren Ergebnisse auch schnell den Weg in viele (gerade auch feministische) Medien fand. Im Kern sagt die Studie, dass die über drei Jahre lang befragten Teilnehmer_innen zu 95% ihre Entscheidung über einen Schwangerschaftsabbruch nicht bereuen. In erster Linie interveniert die Untersuchung also in das Narrativ des vermeintlichen „Post-Abtreibungssyndroms“: Ihre Ergebnisse setzen der Legende, die meisten Personen würden vorgenommene Abtreibungen lebenslang bereuen, deutlich etwas entgegen. Doch stellt sich mir die Frage, ob es langfristig sinnvoll ist, sich überhaupt auf die Debatte rund ums ‚Bereuen‘ einzulassen.

Faktoren für ‚Reue‘ – Stigmata und wenig Unterstützung

Die Studie hat einige Kernpunkte, die sie präsentiert: Die Proband_innen empfanden mit überwältigender Mehrheit ihren Schwangerschaftsabruch als die richtige Entscheidung – auch unabhängig davon, ob die Abtreibung früh oder später im Schwangerschaftsverlauf stattgefunden hat. Diejenigen, denen eine Entscheidung schwerer gefallen war, sind auch diejenigen, die sich unsicherer sind über die Richtigkeit der Entscheidung. Im Allgemeinen aber nehmen über die Zeit sämtliche Gefühle, positive sowie negative, hinsichtlich der Abtreibung ab. Und während nach sechs Monaten die Teilnehmer_innen noch ‚manchmal‘ an den Abbruch denken, dann denken sie nach drei Jahren ‚kaum‘ daran. Die Studie traf auch eine Aussage darüber, was eigentlich weitere Faktoren dafür sind, dass die Befragten von Reuegefühlen berichteten. Zwei Dinge zeichneten sich dabei ab: Negative Gefühle wurde häufiger von denjenigen berichtet, die ein stärkeres Stigma von Abtreibungen in ihrer Gemeinschaft wahrnehmen und von denjenigen, die wenig soziale Unterstützung erfuhren.

Zu den Leerstellen der Studie, schreiben die Wissenschaftler_innen selbst (alle Übersetzungen von mir):

Erleichterung und Fröhlichkeit mögen die relevantesten Gefühle direkt nach der Abtreibung sein und weniger relevant über die Jahre hinaus. Untersuchungen haben insbesondere herausgefunden, dass zu den positven Empfindungen, die Frauen mit der Zeit nach einer Abtreibung rückmelden, Reife, tiefere Selbstkenntniss und gesteigertes Selbstvertrauen gehören. Zusätzlich kann es sein, dass die sozialen Erwartungen, dass Abtreibungen ein etwas emotional Schwieriges sein sollten, dazu geführt haben, dass vermehrt negative Post-Abtreibungs-Gefühle rückgemeldet wurden. Die Teilnehmer_innen zweimal im Jahr über ihre Emotionen zu befragen und darüber, wie häufig sie an ihre Abtreibung denken, kann auch zu einer erhöhten Rückmeldung zu allen Leveln der Ergebnisse geführt haben.

Auch weitere Einschränkungen bei der Aussagekraft der Daten diskutiert das Paper zur Studie bereits, mir aber geht es hier in diesem Text nicht konkret um die Durchführung der Studie, sondern darum, wie mit dem Argument der ‚Reue‘ in der Politik, der Medizin und den Medien gearbeitet wird. Denn dass so viele feministische Publikationen voller Enthusiasmus darüber berichteten, hat ja ebenfalls gute Gründe.

Politiken mit antizipierter Reue

„Argumente, dass Abtreibungen emotionalen Schaden bei Frauen verursachen, werden genutzt um Abtreibungen, inbesondere spätere Eingriffe, in den USA zu regulieren. Doch existierende Untersuchungen sind nicht beweiskräftig,“ heißt es bereits im Abstract zur Studie. Post-Abtreibungssyndrom, welches unter anderem Gefühle von Reue und Schuld, Depressionen sowie Alkhol- und Drogenmissbrauch umfasst, ist das Stichwort.

Unter der Prämisse, dass die betroffenen Personen den Eingriff eventuell bereuen könnten (und dann in Sucht und Depression ‚abstürzen‘), werden immer wieder Gesetze erlassen, die den Zugang zu Abtreibungen ehrblich erschweren – und das natürlich nicht nur in den USA. In Deutschland müssen Menschen, die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen wollen, zu einer Pflichtberatung. Zwischen Eingriff und Beratung müssen dann nochmals mindestens drei Tage verstreichen. So soll sich die Person auch ganz genau sicher sein. Doch diese vorgeschobene ‚Sorge‘ ist natürlich vor allem eins: Schikane.

(mehr …)


Facebook | |


Fat-Acceptance-Grundlagen, Mono-Kultur-Landschaft und Sex mit Frauen – die Blogschau

30. Mai 2015 von accalmie
Dieser Text ist Teil 276 von 280 der Serie Die Blogschau

Ein neuer Monat, eine neue Fatty Fun Fashion Challenge, in der dicke_fette Modebegeisterte Fotos von ihren Outfits teilen: Im Mai ist das Motto ganz frühlingsgerecht „Grün“.

„Es ist ja so, als dicke Frau, die sich weigert sich verschämt ganz unten in die Hierarchie von Körpern und Schönheit einzuordnen, die kein Interesse daran hat ihr Gewicht zu reduzieren, die sich nicht verstecken will, da passe ich einigen Leuten nicht in den Kram.“ Alex kommentiert bei Some girls* are bigger than others dickenfeindliche Debatten, die unter dem Mantel plötzlich verspürter Gesundheitsbedenken (anderer, unbekannter Leute) daherkommen, und erklärt in einem weiteren Beitrag auch noch einmal ein paar Fat Acceptance-Grundlagen.

Auch Katrin von Reizende Rundungen stellt noch einmal eine Fat Acceptance-101-Service-Leistung zur Verfügung: „Fat Acceptance möchte dicke_fette Menschen dabei unterstützen wieder selbstständige Entscheidungen für sich und ihre Körper treffen zu können.

Zwischengeschlecht kritisiert die „Unsichtbarmachung der realen, zwangsoperierten Zwitter und ihrer spezifischen Anliegen“, unter anderem im Zuge des #IDAHOT.

Über den Umgang mit chronischen Krankheiten, die Frage, was es überhaupt bedeutet „krank“ zu sein und die (Re-)Aktion von und auf Mitmenschen schreibt samchills.

Merle Stöver analysiert die oft von Panik und_oder Wut gezeichneten Debatten um Lust und Begehren bei Frauen*, lesbischen Sex und Sexarbeiterinnen.

umstandslos, magazin für feministische mutterschaft, diskutiert „Der Staat im Uterus. 40 Jahre Fristenlösung in Österreich“.

Im Blog In_Frage_Stellen: Musik findet ihr eine tolle Übersicht über Musik_Kunst-Veranstaltungen im Mai und Juni 2015, und weitere Tipps können gerne gegeben werden, um die Liste noch zu vergrößern.

„Ein Paradigmenwechsel mit Hindernissen“: Zum (Mangel an) Diversität in der deutschen Kulturlandschaft machen Lisa Scheibner und Bahareh Sharifi vom Bündnis kritischer Kulturpraktiker*innen eine Bestandsaufnahme bei Mind The Trap.

Habt ihr diese Woche etwas geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Regelmäßig verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


Facebook | |


Tolerante Heten, weißer Terror und das Atomwaffenpotenzial von Trans* – die Blogschau

21. Februar 2015 von Nadine
Dieser Text ist Teil 269 von 280 der Serie Die Blogschau

Conservatory Girl hat einen Tipp für heiße Tage und aufgeriebene Oberschenkelinnenseiten.

„Als dicker/fetter Mensch braucht es viel Kraft und Mut Dickendiskriminierung, Dickenhass, Spott, Hohn und Ausgrenzung zu begegnen. Es braucht mehr Courage damit wir Dicken, das Leben mit Freude genießen können. Aber all dies braucht es nicht weil wir dick oder fett sind“, schreibt Melanie auf dem Blog der Arge Dicke Weiber.

Kulturelle Aneignung und rassistische Stereotype haben auch im Fasching oder Karneval Hochkonjunktur. Ringelmiez gibt eine Argumentationshilfe, warum nicht nur Eltern bei der Kostümwahl für ihre Kinder diskriminierungssensibel agieren sollten.

Der Zaunfink wendet sich an tolerante Heten, die sich zwar stets bemühen, letztlich doch an vielen entscheidenen Stellen scheitern mit ihrer Solidarität.

„Ich möchte Politiker*innen und Medienmacher*innen fragen: Was macht ihr gegen euren Terror, den ihr mit euren unreflektierten Reden und Beiträgen in diese Gesellschaften gesät habt? Wann fangt ihr an uns Rede und Antwort zu stehen?“ – Diaspora Reflektionen mit einem eindringlichen Beitrag über die rassistischen Morde der vergangenen Monate und den Rassismus der weißen Mehrheitsgesellschaft.

Trans* Personen seien wie nukleare Waffen, hatte Papst Franziskus neulich behauptet. Für Pussy Bear Anlass genug für einen Comic.

Hannah C. Rosenblatt schreibt über die Ungleichwertigkeit von Gefühlen, wenn es um die Wahrnehmung und Beschreibung von Gewalterfahrungen geht.

Musikerinnen des Teeny Music Treff
in Berlin haben einen Song geschrieben und ein Video dazu produziert.


Eine Gruppe von Queer_Trans*_Black_People_of_Color
(QTBPOC) plant für Juli 2015 ein dreitägiges Fest von und für QTBPOC und sucht noch Mitstreiter_innen.

Die trans*geniale f_antifa ruft zu einem Inter- und Trans*-Block auf der Demo zum Frauenkampftag in Berlin auf.

Das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung ruft zusammen mit der Frauenkampftag – AG sexuelle Selbstbestimmung, Berlin Irish Pro Choice Solidarity und Feminismos 15M Berlin für den 7. März zu einem bundesweiten Vorbereitungs- und Vernetzungstreffen auf. Es geht um die Vorbereitung der Gegenaktionen der christlichen Fundamentalisten und Abtreibungsgegner, die jährlich im September in Berlin aufmarschieren.

Habt ihr diese Woche was geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Jede Woche verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


Facebook | |


Fashionweek, nationalistischer Rap und reproduktive Rechte – kurz verlinkt

21. Januar 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 267 von 288 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Beiträge
Tick Tick Boom haben eine Broschüre über „deutsch-patriotischen Rap“, Nationalismus, Hetero_Sexismus und Kapitalismus-Verherrlichung veröffentlicht, die nicht nur informieren, sondern auch zu eigenem Aktivismus anregen möchte.

Der Frankfurter Gemeinderabbiner Julian-Chaim Soussan spricht in der Jüdischen Allgemeinen über die mangelnde Solidarität mit #JeSuisJuif.

„‚Je suis Charlie‘ und die Folgen: Warum ich kein Satiriker mehr bin“, schreibt Oliver Maria Schmitt in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Einen kritischen Beitrag zur Fashion Week, zur Plus Size Messe Curvy Is Sexy und zur mangelnden Körpervielfalt auf den Laufstegen gibt es beim Deutschlandfunk.

Es gibt eine neue politische Gruppe in Berlin [Korrektur: nicht nur Berlin, Treffen sind bundesweit geplant, siehe Kommentar] : Black Quiltbag*, die sich im Rahmen der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) gegründet hat. Die Gruppe richtet sich an Schwarze Menschen, die sich folgenden oder ähnlichen Identitäten bzw. Konzepten zugehörig fühlen: Queer /Questioning, Undefined /Undecided, Inter, Lesbisch, Trans*, Bi, Asexual, Gay/Genderqueer.

„Behinderte Menschen haben es in Deutschland extrem schwer, Gynäkolog[_innen]en zu finden. Ganze fünf Spezialangebote gibt es bundesweit„, berichtet Spiegel Online.

Beim Tagesspiegel zeigt man sich überrascht, dass Lutz Bachmann, einer der führenden Pegida-Organisator_innen, tatsächlich Rassist ist.

Englischsprachige Beiträge

Im Ebony Magazine berichtet Tasha Fierce über ihren Schwangerschaftsabbruch, im Kontext von Anti-Abtreibungskampagnen, die sich in den USA besonders an Schwarze Communities wenden.

HerZimbabwe analysiert die negativen Vorannahmen geforderter „Ehrbarkeit/Seriosität“ für den Aktivismus simbabweischer Frauen und den aktivismuseinschränkenden Effekt einer solchen Politik.

Der US-Senator und Schwarze Bürger_innenrechtsaktivist John Lewis kommentierte in der Los Angeles Times sowohl den Film als auch Kritiken an „Selma“. Er selbst war an der Organisation und Durchführung der Protestmärsche beteiligt.

Die Technik_Kultur-Kritikerin Shanley Kane thematisierte Sexismus und Misogynie in der Linux-Community. Von den angsteinflössenden Reaktionen darauf berichtet sie hier.

Termine in Berlin, Kiel, Köln, Lüneburg

Berlin, 29.01. – 30.01. 2015: „Susan Sontag Revisited“ – ein Symposium am ICI Berlin Institute for Cultural Inquiry zu Sontags kulturell-politischen Wirken. Alle Vorträge werden auf Deutsch und Englisch zugänglich sein. (Facebook-Link)

Kiel, für Kurzentschlossene, da heute Abend um 19:30 Uhr: „Schau, eine Frau schießt!“ – Jüdischer Widerstand in Osteuropa“, ein Vortrag und anschließende Diskussion im Literaturhaus Schleswig-Holstein.

Köln, 22.01. 2015, 18:00 Uhr: Der Ausländerlesekreis Köln und #SchauHin laden zu dem Story Salon „Afro & Hijab: Voll das Politkum?!“ ein. (Facebook-Link)

Lüneburg: Save the Date: lady*fest Lüneburg! vom 6. – 8. März 2015.


Facebook | |


Weiße Wut, Körpernormierungen und geduldete Gewalt – kurz verlinkt

27. November 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 261 von 288 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Artikel

Magda hat in Leipzig ihren Vortrag „Mein Fett ist Politisch“ gehalten. Dazu hat der Leipziger Studi-Radiosender mephisto 97.6 einen kurzen Radiobeitrag gemacht.

Das Migazin interviewte Dr. Yasemin Shooman zur wissenschaftlichen Untersuchung der Repräsentation migratisierter Menschen in den Medien.

Die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh ruft unter dem Motto „900 x 10 Euro“ zu Spenden auf für pathologische und toxikologische Nachuntersuchungen, um die Brand- und Todesursache von Oury Jalloh aufzuklären.

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) weist in einer Pressemitteilung darauf hin, dass bei der aktuellen SGB II-Reform Kürzungen zu Lasten der Kinder von Alleinerziehenden drohen. So heißt es: „Die geplante ‚Klarstellung‘ führt unterm Strich dazu, dass die Existenz des Kindes nicht gedeckt wäre.“

Noch/ schon auf der Suche nach einem Kalender für das Jahr 2015? Die Mädchengruppe um den Mädchenjahreskalender gibt nun im zweiten Jahr ihren politisch-feministischen Taschenkalender heraus.

Englischsprachige Artikel

Bei der Washington Post erklärt Carol Anderson, warum es in Ferguson nicht um Schwarzen Ärger gegen Polizeibeamt_innen geht, sondern um weiße Wut und einen Backlash gegen antirassistische Fortschritte.

Auch Mia McKenzie bei Black Girl Dangerous schreibt über Ferguson, die Ausschreitungen, und was Gewalt in diesem Zusammenhang wirklich bedeutet.

Absolut lesenswert: „So You Can Fuck Us; What’s Next? Going Beyond Sex With Trans Women„.

Roxane Gray kommentiert beim Guardian die Debatte um Bill Cosby und rape culture und fordert auf endlich Betroffenen zu glauben.

Bei The Daily Beast erinnert Asawin Suebsaeng daran, wie viele Film- und Popstars bereits Übergriffe und sexualisierte Gewalt verübt haben – was ihrer allgemeinen Beliebtheit aber keinen Abbruch tut.

„A really bad month“: Einen kurzen Bericht über eine ungeplante und dann beendete Schwangerschaft in gezeichneter Form gibt es bei The Hairpin.

Termine in Berlin und Frankfurt am Main nach dem Klick:
(mehr …)


Facebook | |


Lena Dunham, Street Harassment und eine verdeckte Ermittlerin in Hamburgs linken und queeren Szenen – Kurz Verlinkt

6. November 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 5 von 288 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Letzte Woche fand am Brandenburger Tor in Berlin eine Protestaktion gegen das Abtreibungsverbot in Irland anlässlich des zweiten Todestages von Savita Halappanavar (wir berichteten) statt, die in Folge des Abtreibungsverbots starb. Organisiert von Berlin-Irish Pro Choice Solidarity (Facebook-Seite). Bei der Aktion wurden auch Fotos geschossen.

Die Mädchenmannschaft ist offenbar auch einigen Frauen- und GleichstellungsministerInnen und -senatorInnen der Länder ein Begriff. Auf ihrer jährlichen stattfindenden Konferenz hieß es in diesem Jahr zum Thema „Cybergewalt und Cybermobbing“ (PDF, unter Seite 36, 4. des Beschlusspapieres): „Bemerkenswert ist, dass sich im Netz selbst verschiedene Gegenbewegungen formiert haben. Besonderer Erwähnung bedarf im deutschsprachigen Raum der Blog Mädchenmannschaft, der Impulse für weitere Initiativen gegeben und sich als Knotenpunkt digitaler feministischer Vernetzung etabliert hat.“

Die „Freeugees“ aus Berlin – eine Band aus Geflüchteten, begleitet von einem Filmemacher – suchen einen Proberaum möglichst in Berlin Kreuzberg.

[Inhaltshinweis: Beschreibung sexualisierter Gewalt im Link] Eine Frau wird in ihrem Wohnhaus in München vergewaltigt. Ihre Vermiterin kündigt daraufhin den Mietvertrag, sie hätte schließlich Ärger ins Haus gebracht. Die Süddeutsche berichtet über diesen unglaublichen Fall.

Die Frankfurter Rundschau berichtet über eine LKA-Beamtin, welche sechs Jahre lang als verdeckte Ermittlerin in linken und queeren Kontexten Hamburgs agierte.

Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) veröffentlichte gemeinsam mit der Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP) einen Zwischenbericht zur Verhandlung des Falls von Kläger Derege Wevelsiep am 30. Oktober in Frankfurt/Main. Dort geht es um Körperverletzung und „Racial Profiling“. Der nächste Prozesstag ist heute.

Das neue an.schläge-Magazin ist erschienen und die Novemeberausgabe widmet sich im Schwerpunkt dem Thema Geschlecht und Suizid. Einige Texte gibt es wie immer auch online zu lesen, so das Interview zum Themenschwerpunkt mit Soziologin Eva Eichinger, in der sie über Ungleichheiten im Suizid-Diskurs spricht und ein Interview mit LGBT-Aktivistin Elena Kostyuchenko über kritischen Journalismus in Russland.

Das feministische Monatsmagazin Anschläge feiern ihren 30. Geburtstag! Yay! Wir gratulieren ganz herzlich. Anlässlich des Jubiläums interviewte diestandard.at zwei Macherinnen.

In der neuen Ausgabe der Lotta geht es um aktuelle antifeministische Erscheinungsformen und Diskurse.

Englischsprachige Links

Ein kritischer Artikel zu dem Street Harrassment Video von Hollaback!, welches in den letzten Tagen viel in feministischen Kreisen rumging: On Street Harassment And Classic White Dudery. Ebenfalls lesenswert: „What you NEED to know about street harassment„.

Alok Vaid-Menon veröffentlichte auf Return The Gayze das Gedicht „Transmisogyny„.

Eine Erklärung der geflüchteten Frauen in Berlin-Kreuzberg des Internationalen Frauen-Space an Herr Panhoff und Frau Hermann.

Lena Dunham beschreibt in ihrem Buch „Not that kind of girl“ den Missbrauch an ihrer Schwester als witzig-provokante Sidenote. Zu der Dunham-Geschichte und darüber, was die Veröffentlichung über Dunhams _jetziges_ Verständnis von consent (Einverständnis) aussagt, schreibt Melissa McEwan auf shakesville.

In den USA gab es vorgestern die Midterm Elections. Autostraddle schreibt über die herben Verluste der Demokraten, aber auch über ein paar gute Dinge, die passiert sind.

Termine

Ab dem 7. November wird Magda in verschiedenen Städten in Deutschland ihren Vortrag „Mein Fett ist Politisch“ halten und Fat Empowerment Workshops geben. In Oldenburg am 8. November sind noch Plätze im Workshop frei! Meldet euch unter femref[at]uni-oldenburg.de an.

Am 26. November hält die Selbstorganisation von Geflüchteten, Karawane, einen Vortrag zu flüchtenden Frauen in Bochum.

Ebenfalls in Bochum beginnt heute der Linux/Debian-Kurs für Frauen.


Facebook | |


Rassistische Gesetze, „gleichgeschlechtliche“ Ehe, Nobelpreisgewinnerinnen – kurz verlinkt

8. Oktober 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 255 von 288 der Serie Kurz notiert

Heute feiern wir die 250. Ausgabe unserer wöchentlichen Reihe „Kurz Verlinkt“ – Glitzerkonfetti :)!!!

deutschsprachige Links

Was machen Frauen auf der Bühne? Ganz klar: lieben! Um dann meistens ruckzuck zu sterben (Drama) oder zu heiraten (Komödie), während es anderen überlassen bleibt, sich an der Welt aufzureiben. Warum eigentlich? Die Debüt-­
Arbeiten von drei Nachwuchsregisseurinnen geben scheppernde Antworten auf die dröhnende Frage, wer warum welche Rolle spielt – nicht nur im Theater. Am 18., 20., 21. und 22. Oktober 2014 in Berlin im Ballhaus Naunynstraße.

Das Rollstuhlfräulein sucht im Bereich Social Media einen Job in einem Unternehmen in Bochum und Umgebung, das barrierefrei ist.

Angsichts der jüngst bekannt gewordenen Gewalttaten gegen Geflüchtete stellt die taz fest: „Das Bürgertum führt die Situationen herbei, in denen Gewalt ausgeübt wird, und zeigt dann auf die, die es zu diesem Zweck rekrutiert“.

Hendrik Cremer legt anhand von Rechtsnormen und Gesetzen in der BRD dar, warum verdachtsunabhängige Personenkontrollen nicht nur rassistische Polizeipraxis nach sich ziehen (racial profiling) und Rassismus gesamtgesellschaftlich stabilisieren, sondern auch bereits ihre festgeschriebene gesetzliche Legitimation im Kern rassistisch ist.

Am 3. Oktober wurden zwei Kneipen und deren Besucher_innen in Bonn von extrem rechten „Fußballfans“ angegriffen.

#FergusonIsEverywhere: Jamie Schearer, Julius Franklin und Tahir Della von der ISD haben mit dem Freitag über Racial Profiling und alltägliche Diskriminierung in Deutschland gesprochen.

Die Süddeutsche berichtet aus den USA: Über­ra­schend hat es der Su­preme Court ab­ge­lehnt, über die Recht­mäßig­keit sog. gleich­ge­schlecht­licher Ehen in fünf US-Bundes­staaten zu ent­scheiden – da­durch blei­ben die Gesetze und somit die bestehenden Ehe(möglichkeite)n dort in Kraft.

Über die ak­tuel­le Aus­stel­lung der süd­afri­kani­schen Foto­grafin_Akti­vi­stin_Profes­sor­in Za­ne­le Mu­ho­li be­rich­tet (in ei­nem mittel­guten Ar­ti­kel) die Augs­bur­ger All­gemei­ne – siehe auch weiter unten unsere Termine.

In der Jungle World stellen Eike Sanders, Ulli Jentsch und Felix Hansen, Mitarbeiter des Antifaschistischen Pressearchivs und Bildungszentrums Berlin (apabiz), ihr neues Buch „Deutschland treibt sich ab“ vor und geben Antworten zur Bewegung der antifeministischen „Lebensschützer_innen“.

„Eine gerechte Gesellschaft sollte anders aussehen“: der Bayrische Rundfunk interviewt Anne Wizorek zu ihrem Buch „Weil ein #Aufschrei nicht reicht.“

Frauen helfen Frauen e.V. sammeln in Mecklenburg-Vorpommern gerade Unterschriften für einen „Zugang für alle!“ zum Beratungs- und Hilfenetz in Fällen häuslicher und sexualisierter Gewalt.  3.000 Unterschriften werden noch gebraucht. Am 25.11.2014 ist eine Demo dazu in Schwerin geplant – siehe weiter unten bei den Terminen.

englischsprachige Links

Wie US-Bundes­staats­ge­setze konsti­tu­tio­nel­le Ab­trei­bungs­rech­te aus­he­beln, berichtet Andrew Rosenthal in der New York Times.

Die Sängerin Mary Lambert schreibt auf ihrer Website über grenzüberschreitende Fans und Interviewer_innen, eigene (sexualisierte) Gewalterfahrungen und Retraumatisierung.

„A Her­story of the #BlackLivesMatter Move­ment“ und über die Ver­ein­nah­mung von Theorie­bil­dung und Akti­vis­mus schreibt Ali­cia Gar­za bei The Femi­nist Wire.

Buzzfeed porträtiert die chinesisch-US-amerikanische Schauspielerin Anna May Wong. So fähig sie in ihrem Beruf war, so häufig wurde sie nur als „exotische Lotusblume“ besetzt, und selbst dann konkurrierte sie mit weißen Schauspielerinnen in Yellowface.

Kein Nobelpreis ist für besonders hohe Frauenanteile bekannt, aber um den Nobelpreis für Physik ist es besonders schlecht gestellt. In den letzten 50 Jahren gewann keine einzige Frau. Slate stellt einige vor, die es verdient hätten.

Termine in Berlin, München, Ulm und Schwerin (mehr …)


Facebook | |


Kleiderkommunismus und klassistische Kinderspielplätze – die Blogschau

4. Oktober 2014 von Nadine
Dieser Text ist Teil 258 von 280 der Serie Die Blogschau

Auf ihrem neuen Fa(t)shion-Blog Queer Vanity schreibt Heng, warum für sie als dicke Person of Color das Tauschen von Klamotten mit dünnen (weißen) Personen mittlerweile eher No-Go ist.

AufZehenspitzen wirft einen kritischen Blick auf klassistische Praxen von Eltern auf Kinderspielplätzen.

Anlässlich des 28. September, dem Tag der Entkriminalisierung von Abtreibung in Lateinamerika, bieten e*vibes einen Überblick über die Abtreibungsgesetzgebung in Lateinamerika und der Karibik auf deutsch und englisch, den sie gemeinsam mit der brasilianischen Autorin Ester de Oliveira übersetzt haben.

Anschläge, das österreichische feministische Monatsmagazin, beschäftigt sich in ihrer aktuellen Ausgabe u.a. mit Feminismus und Klassenkampf. Alle Artikel zu diesem Thema können auch online nachgelesen werden.

Gestern war der 3. Oktober: Wie es um die „Einheit“ im weißdeutsch-türkischen Zusammenleben bestellt ist, darauf wirft Heterosexismus hacken einen rassismuskritischen Blick und erinnert schlaglichtartig an Ereignisse der Vergangenheit.


Facebook | |


Antifa-Sportgruppe, Alison Bechdel, Ärsche – kurz verlinkt

24. September 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 253 von 288 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Beiträge

Die Staatsanwaltschaft Dresden hat im Zuge ihrer Ermittlungen gegen eine vermeintliche „Antifa-Sportgruppe“ über „900.000 Datensätze von Handys erfasst sowie persönliche Daten von mehr als 55.000“ Demonstrant_innen und Anwohner_innen ausgewertet. Nun wurden alle Verfahren ohne Auflagen eingestellt, berichtet Spiegel Online.

Das Archiv für Jugendkulturen sammelt Geld, um das bereits bestehende Zine-Archiv weiterauszubauen. Dafür sollen Hefte mit Themen rund um Feminismus, Queerness und Riot Grrrls aufgekauft werden.

Auch in der Schweiz haben Aktivist_innen am Wochenende gegen selbsternannte „Lebensschützer“ demonstriert.

In Frankfurt blockierten am Montag behinderte Menschen eine Straße, um gegen die 90-prozentige Kürzung ihres Kontingents an Taxifahrten zu demonstrieren. Denn Mobilität, die die Stadt sonst gern groß feiert, gilt eben mal wieder nicht für alle, berichtet auch kobinet.

Englischsprachige Beiträge

Der Telegraph hat die Frage aufgegriffen, ob Gäste im Münchner Hofbräuhaus rassistisch diskriminiert wurden (wir berichteten).

Alison Bechdel hat einen McArthur Genius Grant gewonnen, freut sich Autostraddle und Feministing interviewt die Genius Grant Gewinnern Sarah Deer. Mehr großartige Gewinnerinnen stellt das Ms.Magazine vor.

Black Girl Nerds schreibt zum Schwarzen Cosplayer Darrien Hunt, der von der Polizei erschossen wurde. Auf Twitter thematisiert #BlackLivesMatter diesen und andere Fälle rassistischer (Polizei-)Gewalt.

„Why does a black butt only look good in white skin?“ Yomi Adegoke kommentiert im Guardian Cultural Appropriation und Körpernormierungen durch Künstler_innen und Mainstream-Medien.

Termine in Amsterdam, Bochum, Rostock und Wien

26. und 27. September 2014 in Rostock: Der der grrrlz*DaIY wird 4. Details gibt es hier zum nachlesen.

28. September in Wien: Kundgebung und Demo für sexuelle Selbstbestimmung, Zugang zum legalen und sicheren Schwangerschaftsabbruch und für reproduktive Rechte (Facebook-Link)

8. November 2014 in Amsterdam: „Returning the Gaze: Blackface in Europe„, eine internationale Aktivist_innenkonferenz.

Vom 3. November bis 14. Dezember 2014 wird Prof. Dr. Senay Kara der Universität Istanbul die Marie-Jahoda-Gastprofessur an der Ruhr-Universität Bochum übernehmen und für Vorträge zur Verfügung stehen.


Facebook | |



Anzeige