Stereotype, soweit der Penis schwillt

von Verena

Heute ist Karfreitag. Höchste Zeit also, länger im Bett zu bleiben, Eier zu suchen (höho) oder einfach schlicht für „Sex am Morgen“ zu sorgen. Die Vulva-Spots dieses Mal leider mit zu vielen Klischees und Stereotypen, denen wir uns bequem widersetzen sollten. Heute und jeden anderen Tag im Jahr.

Stellung bezogen zu Penis-Verlängerungen wird auf jezebel. Ungeachtet der tatsächlichen Möglichkeit, das männliche Glied zu vergrößern und des damit verbundenen Aufwands und gewisser Risiken, stellt Autorin Anna North mal wieder fest: Macht euch locker Männer, denn eure Penisse sind so wie sie sind völlig in Ordnung!

Die neue Porno-domain .xxx kommentiert Julia Seeliger in der taz als „nicht mehr als ein Feigenblatt für den Jugendschutz“ und hat Recht, wenn sie sagt, dass Eltern die ‚böse‘ Pornowelt nicht einfach aussperren können, sondern ihren Kindern ruhig etwas mehr Vertrauen entgegen bringen sollten. Ach ja, Aufklärung soll auch nicht verkehrt sein.

Katrin Rönicke hat in ihrer Freitag-Kolumne neulich schon mal drauf hingewiesen: Auch Frauen seien verstärkt  pornoabhängig. Der Guardian geht der Sache ebenfalls nach, aber leider mit einem no-go-moralischen Unterton, Pornographie degradiere Frauen per se als Sex-Objekt und noch ein paar anderen Knallern, die ich im Zusammenhang mit Pornos eigentlich nicht mehr lesen möchte.

Comicbild von Roger. Zwei Hasen besteigen jeweils von hinten ein Schaf. Die Schafe essen weiter Gras. Das vordere Schaf ist frisch geschoren, das Fell liegt noch auf dem Gras. Der Hase kommentiert: ICH MAG'S GERN RASIERT!

Da kommt einem doch jedes Schokoladenei wieder hoch: Ostercomic non grata

Den Spießiger-Stereotypensatz-Preis bekommt dieses Mal Kerstin Greiner, die im SZ-Magazin über den Modetrend, ‚wenn Frauen zu große Klamotten tragen‘ schwadroniert: „Frauen, die zu weite Pullis oder Hemden tragen, lösen bei Männern ein Bild aus: Sex.“ Ach so, ach ja… und anscheinend liegen in allen deutschen Schlafzimmern Rotweinflaschen rum und alle, aber wirklich alle Männer tragen Hemden.

Auch wenn sich die NEON in ihrer letzten Ausgabe den sexuellen Unterschieden zwischen Mann und Frau widmete, die NZZ gibt Entwarnung: „Männer und Frauen unterscheiden sich in ihrem Sexualverhalten nicht so stark, wie immer behauptet wird.“ Na toll! Und von forschender Seite heißt es, dass auch die letzten Differenzen bald verschwinden würden. Ich bin gespannt!




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Eintrag geschrieben: Freitag, 22. April 2011 um 9:00 Uhr unter Körper, Sex_ualität. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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10 Kommentare

  1. Der Ekelbaron sagt:

    Fand den Guardian-Artikel garnicht so schlimm… Ich find auch garnicht den Inhalt von solchen PorNo-Argumenten antiquiert, sondern bloß die Wortwahl. Es hat sich im allgemeinen Sprachgebrauch einfach durchgesetzt, alle FSK18-Sexfilme Pornos zu nennen. Anti-Porno-Aktivist_innen dagegen definieren Porno (fast) immer von Anfang an als frauenverachtend. Ich halte deshalb große Teile dieser Debatte für ein Missverständnis…

  2. Patrick sagt:

    Ich meine ja, dass man heutzutage jede gewünschte Penisgröße für sie, ihn und alle anderen im Erotikladen des Vertrauens kaufen kann, abwaschbar und austauschbar und sogar gleichzeitig einsetzbar, wenn das denn gewünscht wird. Warum unters Messer legen?

  3. Patrick sagt:

    Problem der xxx-Domain ist m.E. auch, dass man da dann unliebsame Dinge aussperren kann. Sind Aufklärungsmedien auch xxx? Was ist mit homosexuellen Medien? Oder einem lockeren Umgang mit Fetischen? Erinnert mich daran, wie amazon plötzlich harmlose Bücher verbannte, weil LGBT-Literatur als explicit getaggt war.

  4. Verena sagt:

    @Ekelbaron – Richtig, es gibt ein grundlegendes Missverständnis in der Debatte zwischen PorNos und PorYes‘. Allerdings ist der Hinweis auf die jeweilige Defintion von Pornografie, meiner Meinung nach ein schwaches Argument, das von PorNo-AktivistInnen gerne vorgeschoben wird, um der Diskussion den Wind aus den Segeln zu nehmen. Denn dann sagen die Porno-BefürworterInnen, „ach so, na dann“, aber nichts na dann.
    Pornografie (über18 und früher mal unter dem Label ‚hardcore‘ etikettiert) gilt per se als frauenverachtend (wie du ja auch schreibst) und das stimmt einfach nicht.

  5. empört sagt:

    gilt per se als frauenverachtend

    Hallo Verena, ich schreibe gerade an einer Arbeit zu diesem Thema und kann leider keine Quelle dafür finden. Hast du vielleicht eine zur Hand? Danke schon mal.

  6. empört sagt:

    ps: ich benötige jeweils die Definitionen von PorNo und PorYes für Porno. Danke.

  7. cf sagt:

    Der Neon-Artikel ist eine Übersetzung eines Artikels in „The Atlantic“, falls ihn jemand online lesen will:

    http://www.theatlantic.com/magazine/archive/2011/01/hard-core/8327/

  8. Helga sagt:

    @empört: Google gibt dir gleich als erstes Result zu „PorYes“ die Webseite der Initiative PorYes, die ihre Kriterien auch explizit verlinkt. Für das Stichwort „PorNo EMMA“ geht es auch gleich zu deren Webseite und deren Definition.

  9. Sarah sagt:

    @Patrick: ich gebe dir grundsätzlich recht, aber: einige „modern aufgemachte“ Aufklärungsmedien finde ich persönlich „härter“ als so manchen erotisch angedacten Film. Ich finde es sehr schwer, hier eine Grenze zu ziehen – zumal manche Produktionen ihre Machwerke als „Aufklärung“ ausgeben, um strikte Zensur zu umgehen.

    Die Gleichsettzung „Erotik=Porno“ finde ich falsch; es gibt durchaus Darstellungen von (Hetero-)Sex (andere Varianten kenne ich nicht aus eigener Anschauung), bei denen mir nicht die

  10. Luna sagt:

    Erotik = Porno?

    Oh meine fresse…

    erotik kommt aus dem altgriechischen éros: geistig-sinnliche Liebe mit einem _Hauch_ sexueller Komponente.
    Heißt im Klartext: die alten GriechInnen waren fähig, per Worte/Gesten Lust zu erzeugen. Vielleicht mit anschließendem Sexualakt, aber nicht zwingend.