Spiegel des Alltags: Beautyprodukte

von Helga
Dieser Text ist Teil 97 von 115 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

beautyjagd
Auch auf Facebook, Bloglovin und @beautyjagd.

Wie heißt du?
Julia Keith, im Web Julie, der Blog heißt Beautyjagd.

Seit wann bloggst du?
Seit November 2010.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Worüber schreibst du?
Auf Beautyjagd geht es um dekorative und pflegende Kosmetik aus dem In- und Ausland, der Schwerpunkt liegt dabei eindeutig auf Naturkosmetik. Ich schreibe Produktreviews, Shopping-Guides, über Entdeckungen auf Reisen, beleuchte die Branche oder analysiere auch mal Makeups auf historischen Gemälden.

Grundsätzlich ist mir eine kritische und möglichst unabhängige Berichterstattung wichtig, deswegen schlüssle ich z.B. zu jedem Produkt die Inhaltsstoffe auf oder recherchiere zu den Hintergründen einer Firma. Anti-Aging ist übrigens ein Begriff, der auf meinem Blog nicht vorkommt, genauso wenig interessieren mich stereotype Schönheitsvorstellungen.

Beautyjagd heißt mein Blog deswegen, weil ich wirklich eine leidenschaftliche Jägerin bin. Auf Reisen oder zu Hause, ich suche immer nach Neuheiten, limitierten Editionen oder interessanten Stücken. Ich versuche, meinen Blick möglichst offen zu halten und nicht dogmatisch zu sein, damit ich bloß nichts verpasse. Das heißt, ich besuche einen hippen Departmentstore in Paris genauso gern wie eine altmodische Drogaria in Lissabon.

Beautyprodukte sind für mich deswegen so spannend, weil sie viel über den Alltag der Menschen aussagen, manche betrachte ich auch als Kunstobjekte. Gesellschaftliche, kulturelle oder auch wirtschaftliche Phänomene fließen auf diese Weise mit in meine Texte ein. Ach ja, textlastig ist mein Blog natürlich, aber das war ja wahrscheinlich klar nach diesen Antworten.

Warum hast du damit angefangen?
Ich interessiere mich für das Thema Beauty schon seit ich Teenager bin. Allerdings habe ich mich lange nicht getraut, einen eigenen Blog zu schreiben, obwohl ich viele Blogs gelesen habe oder in diversen Foren unterwegs war. Zu Beautyjagd bin ich auf einer längeren Reise gekommen, da hatte ich endlich den Mut, mich als Bloggerin zu versuchen und das Thema aus meinem Blickwinkel anzugehen.

Von 2006-2008 habe ich aber bereits ein Onlinemagazin herausgegeben, in dem ich u.a. das Ressort Beauty abgedeckt habe. Lustigerweise war dieses Magazin eine Fortführung von dem, was ich schon als Kind und Jugendliche getan habe: Damals habe ich über Jahre hinweg zwei Zeitschriften geschrieben. Auch wenn die Reichweite nicht sehr groß war (die Familie eben), hat es mich sehr begeistert, sonst hätte ich das wohl nicht so lange gemacht.

Und weil ich noch immer so gern publiziere, blogge ich fast täglich mit viel Schwung und Energie. Das ist auch der Grund dafür, dass ich das nun beruflich machen will.

Was dir ohne Internet nicht passiert wäre:
Der Austausch mit anderen Beauty-Nerds und die tollen Diskussionen unter meinen Posts (meine Leserinnen sind großartig). Die Möglichkeit, Interviews mit Geschäftsführern von Firmen zu machen oder Beautymessen zu besuchen. Eine unabhängige Publikationsmöglichkeit zu haben, mit der ich nach meinen eigenen Vorstellungen über das Thema Beauty schreiben kann. Und ich mutmaße mal in die Zukunft: Meine berufliche Neuorientierung.

Wovon braucht das Internet mehr:
Ich wünsche mir, dass noch viel mehr Beauty-Blogs entstehen, die individuelle Wege beschreiten und eigene Ansichten pflegen. Die Vielfalt macht es für mich erst richtig interessant.

Frauen* im Web…
… werden unterschätzt, wenn ich mir die Klickzahlen der großen Beauty-Blogs ansehe.

Deine tägliche Web-Lektüre:
Meine Blogroll rauf und runter, Beauty-Foren, und noch mehr deutsche und internationale Beauty-Blogs (schließlich schreibe ich einmal monatlich die Community-News, da muss ich einen Überblick über die Szene haben):
Magimania, einer der großen deutschen Beautyblogs, immer aktuell, Give the Bitch her Chocolate, der unterhaltsamste Beautyblog Deutschlands, London MakeUp Girl, zeigt immer wieder Nischenmarken aus London und lebensnahe Looks (also ohne Überperfektion), No More Dirty Looks, die amerikanische Anlaufstelle für Naturkosmetik in den USA, The Beheld, essayistische Annäherungen ans Thema Beauty. Mein liebstes Beauty-Forum sind die Beautyjunkies.

Außerdem Spiegel online (auch wenn ich mich dabei oft aufregen muss), NY Times online, Guardian online, und einiges ganz altmodisch in Print.

Tipps und Bewerbungen für die WWW Girls an post(at)maedchenmannschaft.net.




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Eintrag geschrieben: Donnerstag, 29. März 2012 um 13:03 Uhr unter Netz(kultur). RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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4 Kommentare

  1. Ninia sagt:

    Toller Tipp, kannte ich noch gar nicht! Endlich mal ein interessanter Beautyblog!

  2. […] auf der Website der Mädchenmannschaft vorgestellt! Darüber freue ich mich sehr und möchte das Interview gerne mit euch […]

  3. Männlich sagt:

    Also sorry, das ist ja echt lächerlich. dieser post ja so GARNIX mit antisexismus zu tun, nich mal im wietestgehenden sinne. aber sicher auch mal ne spannende idee das pflegen von geschlechterstereotypen (das is nämlich der effekt, wenn man das “aufgetusse”, wie ich das jetzt mal nennen mag, hypet) unter dem label “feminismus” zu betreiben

    grüße
    ein männlicher (teilweise pro-feministischer) antisexist.

  4. Helga sagt:

    @Männlich Vielen Dank für Deine Illustration eines Strohantisexisten. Wie antisexistische Arbeit nicht geht: Mit sexistischen Schimpfwörtern auf ein Blog reagieren, das ein traditionell weiblich besetztes Thema behandelt, dabei auf Stereotype verzichtet und stattdessen hinter die Kulissen blickt.

    Über „Feminist_innen dürfen keine Kosmetik und Beautyprodukte benutzen“ sind wir schon ne Weile hinaus.