So geht das mit dem Klartext reden: Mulimische Girls gegen Sarrazin

von Meredith

Thilo Sarrazin und sein „Das wird man wohl sagen dürfen“-Deutschland sorgen ja schon seit ein paar Wochen dafür, dass alle so tun können, als würden sie über etwas debattieren. Bei mir sorgt das wiederum bisher für ausschließlich schlechte Laune, doch jetzt ist auf youtube ein Film aufgetaucht, der mein ganzes Menschenbild wieder zu erstrahlen gebracht hat und dass ich für einen guten Wochenstart allen ans Herz legen möchte.
In diesem Video versucht der rechtsgerichtete Blogger Michael Stürzenberger, mit zwei muslimischen jungen Frauen in der Münchner Fußgängerzone über Sarrazins Behauptungen zu diskutieren. Medienkompetent, schlagfertig und leidenschaftlich nehmen die beiden den unverschämten Menschen mit dem Mikro („Fastenmonat interessiert mich doch gar nicht“) auseinander (und spielen währenddessen auf dem Iphone): Wie war das nochmal mit eurer so genannten Intelligenzverteilung, ihr Deutschlandretter?




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Eintrag geschrieben: Montag, 13. September 2010 um 11:06 Uhr unter Inspiration, Religion. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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35 Kommentare

  1. Gobold sagt:

    Sorry, aber ich finde es zu großen Teilen eher peinlich. Entweder man sagt „kein Kommentar“ und ignoriert den Fragesteller oder man gibt ein Interview. Aber nicht so! Allgemein finde ich es schon unhöflich, sich mit jemandem zu Unterhalten und dabei auf’m Handy rumzuspielen. Und wenn dann noch eine Kamera dabei läuft ist es echt nur noch peinlich.

    Inhaltlich ist es aber okay, ja.

  2. Nadine sagt:

    @Gobold

    Ich finde es peinlich und unhöflich, andere Menschen ungefragt mit meinem Rassismus zu belästigen, besonders vor laufenden Kameras.

  3. Leah sagt:

    Was ist daran peinlich und unhöflich? Die beiden haben doch vollkommen zurecht nicht nur höflich-leise-lächelnd-reagiert.
    Und da sie inhaltlich viel bessere und fundiertere Argumente haben als der Nazi,…was gibts da noch zu meckern?

    Wer hat eigentlich die Idee in die Welt gesetzt, dass Diskussionen ohne Emotionen geführt werden sollen?

  4. bohemienne sagt:

    ganz herrlich: „(…) ich werde hier immer Ausländerin sein, in der sechsten, siebten Generation werden wir noch immer Ausländer sein (…)“ . Seine Antwort: “ Aber du bist HÜBSCH, du sprichst Deutsch….“
    *kotz*

  5. wondergirl sagt:

    Ich schließe mich Gobold an.
    Auf mich macht es eher den Eindruck, als hätten sich da Leute gesucht und gefunden. Über die politische Gesinnung des Interviewers muss man nichts sagen, aber der Diskussionsstil der Mädchen ist jetzt auch nicht so souverän, dass man sich High Five geben möchte. Im Endeffekt lässt doch keiner den Anderen ausreden. Dafür ist „Sarrazin-Fan wird von Teenagern vorgeführt“ bisschen hochgestapelt.

  6. Nadine sagt:

    @wondergirl

    der Stil einer Diskussion wird meistens kritisiert, wenn die Lust an einer inhaltlichen Auseinandersetzung fehlt. Der Interviewer lässt eine rassistische und antimuslimische Beleidigung nach der anderen ab, ist ignorant, arrogant und borniert, da kann ich es gut verstehen, dass sich die beiden nicht auf sein lächerliches Spiel einlassen und diesem Chauvi auch nur einen Moment lang respektvoll, höflich, korrekt, angemessen und zurückhaltend begegnen.

  7. wondergirl sagt:

    @Nadine

    In dem Fall verhindert der Diskussionsstil aber auch jeden Inhalt der über Stimmt-ja-gar-nicht hinaus reicht. Wären die Beiden einfach weiter gegangen oder hätten den Interviewer wüst beschimpft, der Endstand wäre der Gleiche.

    Mir ist die rassistische Position des Interviewers nicht entgangen, wie auch. Persönlich halte ich es aber nicht für richtig, so jemanden jegliche Diskussion zu verweigern. Sowas schürt eher Ressentiments anstatt sie zu beseitigen.

  8. Nadine sagt:

    @wondergirl

    Kann ich nachvollziehen, sehe ich anders. Meine Erfahrungen mit solchen Leuten zeigen mir, dass die sich nicht von Fakten oder netten Diskussionen überzeugen lassen, denn die gibt es ja und das zuhauf. Die Ängste und Ressentiments resultieren nicht aus der Unkenntnis von Fakten oder Tatsachen, sondern aufgrund von Ignoranz wegen rassistischer Einstellungen dieser Person. Fakten werden nicht ignoriert, weil sie nicht stimmen oder ihnen das bisher noch niemand gesagt hat, sondern weil diese Leute Angst haben. Vor sich selbst, vor Überfremdung, vor Reflektion, vor Machtverlust – davor, dass es jemand wagen könnte, an ihrem weiß-westlichen Privilegiensessel zu sägen.

    Da ich mich nur weiter wiederholen würde: http://www.derailingfordummies.com/#educate und http://www.derailingfordummies.com/#hostile

    Nachtrag: Was würde deiner Meinung nach Ressentiments beseitigen?

  9. Meredith sagt:

    @wondergirl: die beiden verweigern doch die diskussion gar nicht. sie artikulieren ihre meinung und sie bringen zur geltung, dass sie das wirklich stört, was der interviewer sagt. die art und weise, wie der interviewer mit ihnen umgeht, ist ja von vorne herein nicht gerade auf eine produktive auseinandersetzung ausgelegt.
    ich finde auch gar nicht, dass es das selbe ergebnis wäre, wenn sie weiter gegangen oder ihn wüst beschimpft hätten, im gegenteil: widerspruch zu erheben ist doch schon ein zweck für sich. und die beiden zeigen vor der kamera, dass sie sich das nicht einfach anhören. das ist eine politische handlung, das kann man schon respektieren.

  10. Alba sagt:

    Die Mädchen sind unverschämt, keine Frage. Aber sie drücken sich gut aus und lassen sich nicht dazu hinreißen, den Interviewer zu beleidigen („schön, Sie kennenzulernen, Michael“). Ihre Argumentation zu loben, finde zwar ich übertrieben, denn an vielen Stellen sagen sie tatsächlich nur „stimmt doch gar nicht“ (z.B. „das steht gar nicht im Koran!“ – sicher?). Eine Antwort auf sachliche Argumente des Interviewers wäre das nicht. Aber da der ja auch kaum welche anführt („du bist hübsch“ – alles klar), passt das schon. Der Interviewer hat keine Chance, und so soll es sein.
    Schade, dass das hintere Mädchen so wenig zu Wort kommt, sie hätte bestimmt auch was zu sagen gehabt.

  11. wondergirl sagt:

    @Nadine

    Ein Konzept hab ich da auch nicht, wäre doch zu einfach ;-)
    Aber Ressentiments entstehen doch zumeist dort, wo sich eine Partei unterdrückt fühlt. In Bezug auf so genannte „Konservative“ wird dieser Eindruck durch Kommunikationsverweigerung und Tabuisierung ihrer Themen bestärkt. Evtl. ließen sich Ressentiments nehmen, wenn man sich auf einen Diskurs einlässt, ohne von vornherein mit argumentativen Totschlägern wie Rassismusvorwurf aufzuwarten.
    Wenn man sich z.B. mit Naziaussteigern unterhält, merkt man, dass ein Mensch trotz der verkorksten Ideologie, in der er lebt, als Individuum nicht frei von Zweifeln und Aha-Erlebnissen ist…

    @meredith

    Ich finde den Clip ja nicht grundsätzlich verkehrt, nur halt überbewertet. Weitergehen oder Beschimpfen hätte genauso gezeigt, dass die Mädchen sich das Zeug nicht anhören. Die einzige falsche Reaktion hätte darin bestanden, dem Interviewer zu zustimmen. Und dies nicht zu tun ist vermutlich auch keine so große Herausforderung.

  12. mike sagt:

    natuerlich kann man auch die maedchen bezichtigen, respektlos und inhaltslos an diesem Interview teilgenommen zu haben, allerdings, so bin ich ueberzeugt, taete dies unrecht, denn:
    -es handelt sich hier vermutlich um (ganz normale) teenager, sie reagieren auf ein hoechst UNprofessionell gefuehrtes interview und zwar nicht wie es vl. manch ein gebildeter (und da auch nur die wenigsten) und erfahrener erwachsener tun wuerde, mit fachlicher, menschlicher etc ueberlegenheit, sondern mit einer gewissen respektlosigkeit (handy, reinschreien usw.). das ist aber, so meine ueberzeugung absolut OK.
    -die girls werden hier (so vermute ich) regelrecht in eine den glauben/Koran verteidigende position gedraengt, die sie in einem normalen gespraech wohl nicht so eingenommen haetten.

    der „interviewer“ allerdings (und hier bewerte ich NICHT seine gesinnung) derart unprofessionell gearbeitet, dass sich wohl auch jedem laien die haare aufstellen, jedem der sich mit interview-fuehrung und produktion usw. auseinandersetzt wird wohl nur traurig den kopf schuetteln.

    der interviewer nimmt tatsaechlich die position eines belehrers ein, der durch gewaehlte diktion den Interviewten glaubhaftigkeit und kompetenz abzuspechen versucht.

    zusaetzlich unternimmt er wiederholt versuche die girls zu „dummen“ aussagen zu draengen, die dann wohl aus jedem kontext genommen irgendwo veroeffentlich werden…

    conclusio: die girls sind zwar keine heldinnen des widerstands, aber sie schlagen sich dennoch tapfer und souveraen gegen einen schlechten und offensichtlich feindseeligen interviewer

    mfg

  13. @wondergirl

    Konservative Inhalte sind überhaupt nicht tabuisiert. Das riesige Medienecho zu Sarrazins Buch ist doch der beste Beweis dafür.
    Die konservative CDU ist gerade sogar an der Regierung. Deshalb erleben wir ein ähnliches Phänomen, wie umgekehrt unter Rot-Grün. Kurz gesagt: Regierungsparteien tendieren dazu, nichtmehr nur für die eigenen Wähler sprechen zu wollen, sondern für die Mitte oder die ganze Gesellschaft. Deshalb werden sie insgesamt auch oft Profilloser.

    Dazu kommt, dass viele Konservative (zB Eva H.) es schon als Beleidigung empfinden, wenn sie als „rechts“ eingeordnet werden. Das sind sie aber, wenn man nicht das ganze Rechts-Links-Dispositiv umkippen will…

  14. Lori sagt:

    Finde ich soooo herrlich, wie er als christlich geprägter Mensch ankommt und zwei muslimischen Mädels was von ihrem Glauben erzählen will, was für eine Ironie wenn er die beiden volllabert von wegen Kopftuch, Unterdrückung der Frau usw. und er hat da zwei selbstbewusste Mädchen vor sich, die integriert sind und aber halt auch muslimisch sind … Die beiden haben vielleicht nicht den Vogel abgeschossen in Sachen Rhetorik, aber klasse finde ich sie allemal =)

  15. Judith sagt:

    Menschen, die auf der Straße angequatscht werden, geben meistens wirren Blödsinn von sich. Der „kleine Mann auf der Straße“ ist nicht schlagfertig, wenn man ihm ein Mikro unter die Nase hält. Punkt. Das scheint mir ein sozialpsychologisches Phänomen zu sein. Auf diesem Konzept basieren international diverse mehr oder weniger lustige Fernsehbeiträge.
    Gemessen daran finde ich das sogar außergewöhnlich clever und schlagfertig, was die Teenager (!) da von sich geben, während der Interviewer sie versucht so gut er kann zu beleidigen.
    Wirklich ekelhaft dabei vor allem die kombinierten Klassiker Mann erklärt Frau die und Christ erklärt Moslem den Islam. Igitt.

  16. Nadine sagt:

    ich finde es ehrlich gesagt merkwürdig, wenn Menschen, die sich nicht tagtäglich für ihren Glauben und ihre Hautfarbe rechtfertigen müssen, Anweisungen an eben diese Gruppe geben, wie sie sich in völlig indiskutablen Situationen zu verhalten haben.

    Rassismus ist übrigens auch kein „argumentativer Totschläger“, sondern täglich erlebte Realität von Bürger_innen in diesem Land.

  17. wondergirl sagt:

    @Nadine

    Genau die Art Polemik, verbale Äußerungen mit dem braunen Mob gleichzusetzen, bremst Kommunikation aus.

  18. rakanishu sagt:

    „…während der Interviewer sie versucht so gut er kann zu beleidigen.“

    Der Interviewer hat in dem Video soweit ich mitbekommen habe nicht beleidigt.

    Außerdem wäre ein Transkript(zum wörtlichen Zitieren) toll, wenn ihr wirklich darüber diskutieren wollt…

  19. Nadine sagt:

    Rassismus ist kein Synonym für „braunes“ Gedankengut oder Rechtsextremismus, wondergirl. Er durchzieht alle gesellschaftlichen Schichten. Rassismus als solchen zu benennen, ist keine Polemik.

    Ich habe momentan das Gefühl, dass du eher mit deinen Verhaltensanweisungen die Kommunikation ausbremst.

  20. Nadine sagt:

    @rakanishu

    Danke für den Vorschlag. Suchst du eines raus oder fertigst selbst eines an? Das wäre nett von dir. Dann haben wir hier alle eine ordentliche Diskussionsgrundlage. Vorher wissen wir nämlich nicht, wovon wir sprechen.

  21. wondergirl sagt:

    @Nadine

    Verhaltensanweisungen? Ich nehme an, du meinst meine Reaktion auf dein „Was würde deiner Meinung nach Ressentiments beseitigen?“ und die war als Idee und nicht als Funktionsanleitung gemeint. Diese Idee bezog sich weder konkret auf die Diskussion hier, noch auf die Mädchen im Clip…

  22. DrNI sagt:

    Im Gegensatz zu manch anderem Kommentierenden hier finde die äußere Form in der die zwei Mädels reagieren ziemlich normal. Klar, gesittet ist was anderes, aber so sind einige Teenies in dem Alter nun mal. Patzig und frech.

    Inhaltlich ist das doch ganz gut gelungen. Die lassen sich nicht kleinreden. Sie artikulieren ihre Meinung und wohl auch Erfahrungen (einmal Ausländer, immer Ausländer), sie haben eigenständige Beobachtungen (wie z.B. der Cousin in den USA, der „richtiger“ Amerikaner ist) – die Mädels bleiben bei ihrer Position und kommen am Ende stärker und selbstbewusster rüber, als ein hilfloser Fragesteller, der mit formal auch nicht gerade gelungenen Attacken das Gespräch in irgend eine Ecke manövrieren und in dieser verbal herumpinkeln will.

    Ansonsten finde ich es äußerst anmaßend, dass der „Interviewer“ den Mädels was über ihren Glauben erzählen will. Nimmt man das mal aus dem Diskurs, so wäre das in etwa, wie wenn ich zu einem Facharzt gehe und ihm erklären möchte, wie mein Röntgenbild zu verstehen sei. So sehen Rücksichtslosigkeit und Intoleranz aus – nebenher mit dem Handy zu spielen ist dagegen eine formale Lappalie.

  23. Mary sagt:

    Ich finde die zwei nicht sonderlich patzig, der Typ ist so unprofessionell und dämlich, das geht auf keine Kuhhaut. Die zwei Mädels gehen für mich klar als überlegen und intelligenter aus der Diskussion hervor

  24. Madeleine sagt:

    Wenn ich diese Handy rumspielerei schon sehe, wenn man sich mit jemandem unterhält…..*kotz*…wenn ich was zu melden hätte würde ich erstmal die Schulen Handyfrei säubern.

    Das diese 2 Mädels fasten (oder die Eine), glaube ich nicht…das verlangt extrem Selbstdisziplin…die haben sie nicht.

  25. Helga sagt:

    @Madeleine: Es ist nicht nötig, den Mädels irgendwas zu unterstellen und sie zu beleidigen. Bitte schau vor weiteren Kommentaren in die Netiquette.

  26. G.E. sagt:

    Ich verstehe nicht warum sich alle so über das Handy aufregen. Genau das finde ich so großartig: Sie argumentiert gegen seine Vorwürfe und Thesen und vermittelt ihm dabei noch, dass er es nicht wert ist dass sie ihm seine volle Aufmerksamkeit schenkt.

  27. Judith sagt:

    @GE

    seh ich genauso. Ich würde es für vollkommen angemessen diesem Typen und diesen Fragen nicht seine volle Aufmerksamkeit zu schenken. Sie haben ihn nicht drum gebeten, dass er ihnen Fragen stellt oder auch nur ihre Zeit in Anspruch nimmt. Er kann sich freuen, dass sie überhaupt auf ihn eingehen.

  28. Thomas sagt:

    „Wie war das nochmal mit eurer so genannten Intelligenzverteilung, ihr Deutschlandretter?“

    Und vor allem den popularjournalistisch gepflegtem Halbwissen, was durch die Medien als „Fachwissen“ getrieben wird.

    Beispiele :

    http://de.wikipedia.org/wiki/TARGET_(Menschenrechtsorganisation)

    “Target rief auch die Initiative Pro-Islamische Allianz gegen Weibliche Genitalverstümmelung (PIA) ins Leben, die in der „islamischen Welt“ gegen die Genitalverstümmelung der Frauen kämpft. Sie ist ein Zusammenschluss namhafter muslimischer Autoritäten, die mit ihrer Unterschrift Targets Unvereinbarkeitsthese entschlossen mittragen:
    “Weibliche Genitalverstümmelung ist mit dem Koran und der Ethik des Islam unvereinbar. Sie ist Gottesanmaßung und eine Diskriminierung des Islam.”
    „Der Islam sagt Nein zur weiblichen Genitalverstümmelung. Sie ist Sünde.“, verbreitete Rüdiger Nehberg während seiner Aktion „Karawane der Hoffnung“ in Mauretanien, um so auch die entlegensten Oasen zu erreichen.“

    Weiterhin :

    „Eine Studie des Bundesinneministeriums von 2009 bestätigt: die meisten Muslime sind gut integriert. 45 % haben die deutsche Staatsbürgerschaft, mehr als die Hälfte ist in einem deutschen Verein organisiert. 70% der Frauen, auch der stark gläubigen, tragen kein Kopftuch, und 93% der muslimischen Mädchen nehmen am Schwimmunterricht teil.« (afp 26.9.2008; Sabine am Orde, Schäuble findet 1 Million Muslime, taz, 24.6.2009).

    „Thilo Sarrazin scherte sich nicht um die Schäuble-Studie und erfand seinen eigenen Zahlen: 70% der türkischen und 90% der arabischen Bevölkerung Berlins seien integrationsunwillig, behauptete erin einem Lettre-Intervew 09/2009, sie lebten vom Staat und produzierten immer neue Kopftuchmädchen.“

    (Quelle: »Heldendämmerung«, Ute Scheub, S. 207)

    “ … die Christenfeindlichkeit der Moslems ist geringer als der Antimoslemismus der Christen. Der größte Unterschied besteht darin, dass Moslems wesentlich mehr Diskriminierungserfahrungen gemacht haben als nichtislamische Deutsche. 90% der befragten Moslems äußerten Wut über den pauschalisierten Terrorismusverdachts gegenüber Muslimen auf internationaler Ebene.« (ebd., S. 207)

    http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2010/08/sarrazin-baut-sich-die-statistik-selbst.php

    Es ga gestern auch einen schönen TV-Beitrag aus der Vorurteilsforschung und mit welchen Methoden und Schlagbegriffen Hr. Sarrazin arbeitet, wie z.B. „Kopftuchmädchen“ (leider finde ich den TV-Link nicht).

    http://www.bpb.de/themen/EUUZ53,0,0,Die_Islamophobie_und_was_sie_vom_Antisemitismus_unterscheidet.html

    Weitere Vorurteile finden sich in dieser Diskussion :

    https://diegesellschafter.de/diskussion/forum/thread.php?fid=13&nid=181749#n181749

    „…die sogenannten Machos aus dem Süden tun dass ohne sich schämen zu müssen.“

    Die Realität ?

    „Königin Silvia ist Ehrengast beim »Prix Courage« von ZDF-«ML Mona Lisa« und Clarins / Berliner Jugendprojekt »Heroes« wird ausgezeichnet :
    Immer mehr »junge Helden« sind seit der Gründung des Projekts in den Schulen Berlins unterwegs als Botschafter für Toleranz, Verständnis und Miteinander der Kulturen. Vorbild für das Projekt war die gleichnamige Initiative in Schweden, die seit vielen Jahren mit großem Erfolg arbeitet und ebenfalls von der »World Childhood Foundation« unterstützt wird. Das Modell »Heroes« hat bereits großes Interesse in anderen Städten Deutschlands geweckt, und an einigen Orten wird bereits an der Umsetzung gearbeitet.«

    (Quelle: Presseanzeiger, 16.07.2010)

    http://www.aufbruch-neukoelln.de/index.php?option=com_content&view=article&id=155%3Ader-tagesspiegel-thilo-sarrazin-tuerkische-vaeter-laden-ex-senator-ein&catid=35%3Apree-k&Itemid=53&lang=de

    „Sie haben sich selten an der gesellschaftlichen Diskussion beteiligt, obwohl viel über sie gesprochen wurde. Die Männer, die Sarrazin bereits vergangenes Jahr als Produzenten von ständig neuen „Kopftuchmädchen“ bezeichnete. Jetzt hat die erste Selbsthilfegruppe türkischstämmiger Männer in Deutschland „Aufbruch Neukölln“ Sarrazin in ihren Kiez eingeladen. „Wir wollen nicht zurückschlagen, sondern unsere Hände ausstrecken, auch wenn er uns mit seinen Äußerungen verletzt hat“, sagt Kazim Erdogan, Psychologe und Initiator der Gruppe. Es sei schade, dass so viele Menschen ihm inhaltlich einfach unreflektiert zustimmten.“

    Kazim Erdogan war gestern bzgl. seiner Projekte ebenfalls im TV bzgl. des Themas vermutete Klischees und Vorurteile:

    Interessant ist auch diese Auseinandersetzung, die mir etwas sachlicher und fundierter erscheint.

    http://fm4.orf.at/stories/1660428/

    „Es kann nicht darum gehen, die Individuen über die Norm zu brechen oder sie unwiederbringlich einer Gemeinschaft zuzuschlagen.“

    „Es ist heute urbane Realität, dass Menschen verschiedener Herkunft und verschiedener Lebensentwürfe neben- und miteinander leben, und mit dieser Vielheit, so Terkessidis, muss die Politik umgehen lernen..“

    Ich denke, ein interkultureller offener Austausch, auch die kritische Auseinandersetzung mit früheren Autoritarismen in den Religionen wie z.B. unser Christentum und seinen negativen Begleiterscheinungen wie Glaubenskriege im Zeichen des Kreuzes, Genitalbeschneidung u.a., erscheint moderner und zielführender als das Einnormieren über den deutschen vermuteten Standard.

  29. Alba sagt:

    @GE, Judith

    Ganz genau! Und nicht nur, dass er nicht ihre volle Aufmerksamkeit VERDIENT, sondern auch, dass sie nicht die volle Aufmerksamkeit aufzubringen BRAUCHT, da sie ihn mit links erledigt. Während sie sich ganz nebenbei mit ihm unterhält und gleichzeitig noch andere Dinge erledigt, muss er ganz schön rudern und gewinnt trotzdem nicht die Oberhand. Sabrina FTW!

  30. icke sagt:

    Naja so super ist die Argumentation der Mädels ja nunauch nicht.

    Das sie dem Typ nur mit dem halben Ohr zuhören und sich trozdem nicht ausser Fassung bringen lassen ist natürlich schon Klasse. Dieses oberlehrerhaften weißwusrt-mampfenden Hobby-Koran-Ausleger die bekennenden Moslems erklären wollen wie sie ihre Religion zu praktizieren haben sind ja tatsächlich wirklich schwer zu ertragen.

    Und wo sie recht hat hat sie recht. Die zugehörigkeit zum Volkskörper ist im deutschen Bewusstsein biologoisch bestimmt. Und deshalb wird sie hier auch immer Ausländerin bleiben. Egal wie gut sie sich integriert.

  31. Thomas sagt:

    Das Gespräch wurde mit Sicherheit von daher schon maßgeblich geprägt, da der Interviewer ein T-Shirt trug mit der Aufschrift „Danke Sarrazin“.

    Weiterhin gab es diese Woche ein paar interessante Reportagen zum Thema und zum Islam.

    Im ZDF kam der Zweiteiler „Wohin treibt der Islam“, eine hervorragende recherchierte Auseinandersetzung, wo viele Muslime zu Wort kamen, die z.B. hierzulande ihren „großen dschihad“ leben, d.h. den Weg zur Selbstverbesserung und Friedfertigkeit.

    http://dokumentation.zdf.de/ZDFde/inhalt/15/0,1872,8108591,00.html?dr=1

    Es wurden Lösungswege aufgezeigt zur interkulturellen Verständigung wie z.B. die offene Moschee oder eine Frau, die über den wahren Inhalt des Koran aufklärt genauso wie es passiert, dass Einzelpersonen hier Inhalte zu ihren Zwecken uminterpretieren (scheinbar ein geschlechter- und kulturell-übergreifendes Phänomen) und publizieren.

    Gestern kam im WDR eine interessante Auseinandersetzung in „Menschen-hautnah“ um 22.00 im WDR.

    http://www.wdr.de/tv/menschenhautnah/sendungsbeitraege/2010/0916/diskussion.jsp

    Auch die Diskussion war hervorragend und legte die Finger in die Wunde bzw. zeichnete Lösungswege auf. Um Autoritarismen und Fehlinterpretationen zu vermeiden, setzt man z.B. darauf, Islam- oder Religionsunterricht in den Schulen durchzuführen, um hier Bauernfängereien von Leuten, die den Koran nicht gelesen haben, zu vermeiden.

    Besser, in den Schulen werden die friedlichen Inhalte der Religionen vermittelt, als dass es in ghettoisierten Parrallelgesellschaften in Hinterhöfen geschieht.

    Der Begriff Integration wurde auch nach kanadischem Vorbild gut erläutert : Nicht Identitätsaufgabe, sondern Beibehaltung und Einbindung bei Respekt, Anerkennung und Einbindung in die Gesetze und Werte (Grundgesetz u.a.) der Region, in der man/frau lebt.

  32. […] dieser Gruppierung genutzt wird. „Sarrazin Fan wird von Teenager vorgeführt“ heißt es dort. Zu sehen sind dort der PI-Autor Michael Stürzenberger, ehemaliger Pressesprecher der CSU München […]

  33. leonie sagt:

    @bohemienne
    an der Stelle konnte ich auch nicht mehr. was für ein wichser.

  34. Thomas sagt:

    Hatte den DFB zwar wegen einem anderen Punkt angeschrieben, jedoch wurde ich auch auf diese Initiative aufmerksam gemacht :

    http://www.dfb.de/index.php?id=501909

    „INTEGRATION IST TEILHABE
    (DFB-Integrationsbeauftragte Fr. Gül Keskinler)

    Migration und Integration haben eine zentrale Bedeutung nicht nur in unserem Land, sondern in ganz Europa. Im Mittelpunkt aller Bemühungen um Integration steht der Gedanke der Teilhabe. Hierfür spielen Vereine und Verbände eine wichtige Rolle. Gerade der Fußball ist für viele Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, ein gemeinsamer Fixpunkt….“

  35. Thomas sagt:

    Zu dem sog. „Tabubruch“ von Hr. Sarrazin, der wohl auch gem. einer Reportage bei n-tv erstmalig 1978 stattfand, habe ich hier noch ein paar Hintergrundrecherchen :

    „Viel Ärger – und viel Geld

    Thilo Sarrazin hat mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ eine Welle der Empörung losgetreten. Als Medienprofi wusste er allerdings schon vor der Veröffentlichung, dass flotte Sprüche über ein Juden-Gen und den bildungsfernen, von Hartz-IV lebenden Muslim nicht ohne Folgen bleiben würden. Nun ist er also seinen Job als Bundesbank-Vrstand los – die Verkaufszahlen dürften ihn aber trösten. Bislang sind mehr als 650 000 Exemplare verkauft worden, bis Weihnachten wird wohl die Millionengrenze überschritten. Schön fpür Sarrazin. Nur : Dem Miteinander in unserem Land nützt das alles nichts.“

    (Quelle : Kompakt der IGBCE, 10/2010, S.6)

    Manche wissen schon, wie man mit billigem Populismus Bauerfängerei betreibt und das eigene Konto belebt.
    Schade, dass so viele kritiklos mitlaufen, mitspielen, und mitkaufen.