SlutWalk in Jerusalem, Neurosexismus und Konsens – kurz notiert

von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 158 von 358 der Serie Kurz notiert

Auf It’s pronounced metrosexual findet ihr eine Liste mit Privilegien, die cis-Menschen haben. („Cis“ bedeutet, dass deine Geschlechts­identität mit dem dir bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht überein­stimmt).

Nachdem seit Jahresbeginn 54 Frauen von Ehe­männern oder Lebens­gefährten ermordet wurden, beginnt in Italien nun die Bewegung „Wenn nicht jetzt, wann?“ mit einer landes­weite Kampagne gegen das „Frauenmassaker“, berichtet dieStandard.

Ebenfalls auf dieStandard findet ihr einen Artikel zu #ichhabenichtangezeigt. Passend dazu: Was ist Konsens? Auf Slut Walk Seattle ist es in einigen handlichen Stich­worten knackig erklärt.

Wenn es nicht so traurig wäre… Ein Satire-Video zum republikanischen „Krieg gegen Frauen“ in den USA:

Die New York Times hat ein langes Essay über die Kriminalisierung von „schlechten“ Müttern in den USA. Dort werden immer öfter Frauen verklagt und ins Gefängnis geschickt, wenn sie ihr ungeborenes Baby Embryo „in Gefahr bringen“. Die meisten der dazu heran­gezogenen Gesetze waren nie dafür gedacht, aber werden nun immer häufiger dazu benutzt, Schwangere (und potentiell jeden gebär­fähigen Menschen) ihrer bürger­lichen Rechte zu berauben.

Melanie Bittner präsentiert eine gleich­stellungs­orientierte Analyse zum Thema „Geschlechterkonstruktionen und die Darstellung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans* und Inter* (LSBTI) in Schulbüchern“ (PDF).

Toll! Es gibt nun auch Girls Rock Camps in Bremen und München (Facebook Link)!

In Jerusalem fand der erste SlutWalk statt. Einen tollen Bericht inklusive Fotos findet ihr auf dem Riot Grrrl-inspirierten Blog von Badass.

Das Buch von Cordelia Fine gibt es nun endlich auch auf Deutsch! „Die Geschlechterlüge“: Biologie als Neuro­sexismus.

Die Männlichkeits­debatte geht weiter: In der Zeit nimmt Ilse Lenz, Professorin für Geschlechterforschung, den „Mythos männer­hassende Feministinnen“ aus­einander.

Termine:

Die südkoreanische Gewerk­schaftsheldin Kim Jinsuk ist auf Deutschland­besuch.

Noch bis zum 17. Mai könnt ihr die Ausstellung über Geschlecht von Bettina Rheims in Düsseldorf anschauen.

Zwei Veranstaltungstipps von der Rosa Luxemburg Stiftung: „Frauen im Widerstand gegen den Faschismus“ am 22. Mai in Stuttgart und „Frauen in der Neonazi Szene“ am 7. Juni in Bochum.

Am 26. Mai findet in Berlin eine Demo gegen das Betreuungs­geld statt. Infos gibt es leider nur Facebook: „Demo: Nein zum Betreuungsgeld! Ja zu KiTa und Wahlfreiheit!

Einstieg ins Programmieren gesucht? Anmelden zum nächsten Railsgirls Workshop in Berlin!

Veranstaltungstipp in Tübingen: „Intersex – Herausforderungen im gesell­schaftlichen Umgang mit geschlecht­licher Vielfalt und Ambiguität„.




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Eintrag geschrieben: Mittwoch, 9. Mai 2012 um 17:01 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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9 Kommentare

  1. Jolene sagt:

    Der Link zu „Was ist Konsens?“ ist echt super, sehr empfehlenswert!

  2. Medusa sagt:

    über ichhabnichtangezeigt hat inzwischen auch die emma geschrieben:
    http://www.emma.de/ressorts/artikel/vergewaltigung/ich-habe-nicht-angezeigt-weil/

    je mehr feministische medien darauf aufmerksam machen, desto besser! die aktion braucht aufmerksamkeit.

  3. jk sagt:

    für frankfurt/rheinmain:
    http://feminismrocks.blogsport.de/2012/05/08/heute-kackendreiste-eigen-und-fremdwerbung/
    mit terminen zu spontanen konzertgelegenheiten für musiker_innen, queerfeministischen inhaltecafés und einem seminar „wie mache ich webseiten“

  4. Punkel sagt:

    Den Beitrag von Ilse Lenz fand ich leider etwas enttäuschend. Ich habe, um ihren Kommentar besser einordnen zu können, zuvor den Essay von Christoph Kucklick gelesen, der sich wirklich gut zur Auseinandersetzung anbietet, da er eben nicht (bz. vermeintlich nicht) antifeministisch argumentiert, und im Fazit schlussfolgert, dass Unterschiede zwischen Männern und Frauen sozial konstruiert sind. Eigentlich eine Fundgrube zur differenzierten Auseinandersetzung, aber Frau Lenz stürzt sich auf einen einzigen, etwas fragwürdigen Satz und lässt den Kern des Essays unkommentiert. Schade.

  5. Jolene sagt:

    Etwas Offtopic, aber ich fand folgenden Artikel äußerst interessant:

    http://www.cracked.com/article_19785_5-ways-modern-men-are-trained-to-hate-women.html

  6. Michael sagt:

    Hi,
    ich finde die Formulierung “ungeborene Babies“ schwierig, denn sie suggeriert, dass es da schon eigenständige Menschen gäbe die eben nur noch nicht geboren sind. Dieses falsche Sprachbild der selbsternannten “Lebensschützer_innen“ sollten wir nicht so unkritisch verwenden.

    liebe Grüße
    Michael

  7. Magda sagt:

    @ Michael

    Danke für den Hinweis! Hast du in diesem konkreten Fall einen Verbesserungsvorschlag? Mir fällt gerade nichts ein…

  8. Kirsten sagt:

    @ Magda:
    Fötus oder Embryo wäre zb. medizinisch korrekt und wird meistens verwendet

  9. Magda sagt:

    @ Kirsten

    Danke, ich werde es austauschen!