Sind wir schon da? Die Newsweek blickt zurück.

von Helga

Was ändert sich, wenn eine Firma von ihren Angestellten wegen Diskriminierung verklagt wird? Die Newsweek berichtet aus ihrer eigenen Geschichte – dass sich 46 Frauen in 1970 zusammenschlossen, weil sie nur Kaffee holen und abwertende Bemerkungen ertragen mussten, wissen heute nur noch die wenigsten. Nun haben sich drei junge Journalistinnen aufgemacht, ihre heutigen Kolleginnen zu befragen. Gab es ein Happy-End?

Besser geworden ist vieles: Sexistische Bemerkungen sind verboten, Männer schreiben nicht mehr die Stories, die ihre Kolleginnen recherchiert haben, jede zweite Beschäftigte der Firma ist weiblich. Dennoch bleiben Hindernisse und die aus dem Weg zu räumen ist deutlich schwieriger als der Kampf gegen die großen Ungerechtigkeiten. So gibt es heute eine Menge gemischter Signale, wie Frauen ihren Weg an die Spitze zu gestalten haben. Frauen sollen selbst die Initiative ergreifen, aber bitte nicht einschüchternd werden. Frauen dürfen viel erreichen, aber bitte zuviel, dann sind sie karrieregeil. Frauen sollen nicht geschlechtslos auftreten, aber bitte auch nicht zu weiblich. Dieses enge Geflecht an Erwartungen, dass nur enttäuscht werden kann, schlägt sich übrigens in vielen Diskussionen mit dem Argument „Ich will ja nichts gegen Frauen sagen, aber alle Chefinnen, die ich bisher hatte…” nieder.

One young colleague recalls being teased about the older male boss who lingered near her desk. „What am I supposed to do with that? Assume that’s the explanation for any accomplishments? Assume my work isn’t valuable?“ she asks. „It gets in your head, which is the most insidious part.“

Eine junge Kollegin erinnert sich, wegen eines älteren, männlichen Chefs gestichelt worden zu sein, der gerne an ihrem Schreibtisch verweilte. „Was soll ich damit anfangen? Annehmen dass es der Grund für meinen Erfolg ist? Annehmen, dass meine Arbeit an sich nicht geschätzt ist?“ fragt sie. „Das frisst sich in Deinen Kopf, was das heimtückischste daran ist.”

In einer Welt, die sich zunehmend als post-gender sieht, wird es so immer schwieriger, die Grenzüberschreitungen im Geflecht von Geschlecht, Status und Ethnie festzustellen und anzuprangern. Dabei gibt es z.B. bei den Gehältern deutliche Unterschiede, für die langsam die Erklärungen schwinde. Die USA rutschten im letzten Jahr im Global Gender Gap Index vom 23. auf den 31. Platz. Und auch die Aufmacher der Newsweek schreiben bis heute überwiegend Männer.




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Eintrag geschrieben: Dienstag, 23. März 2010 um 11:05 Uhr unter Ökonomie, Rechtsprechung. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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Ein Kommentar

  1. steve, the pirate sagt:

    „Frauen sollen selbst die Initiative ergreifen, aber bitte nicht einschüchternd werden. Frauen dürfen viel
    erreichen, aber bitte zuviel, dann sind sie karrieregeil. Frauen sollen nicht geschlechtslos auftreten, aber
    bitte auch nicht zu weiblich. “

    Warum sollen eigentlich Frauen immer „Everbody’s Darling“ sein und von allen gemocht werden?
    Die meisten der blöden Kommentare zu Frauen und Karriere sind ja doch ehere Neid. Neid hingegen ist
    die ehrlichste Form der Anerkennung. :)
    .. und wenn mich Bekannter XY unweiblich findet, dann kann es mir eigentlich egal sein. Schließlich will
    ich ja mit XY keine Beziehung anfangen. :)

    Ein erfolgreicher Mann hat ja sicher nicht nur Freunde.