Shut Up and Sign_Speak!

von Magda

Shut Up and Sign_Speak ist ein Projekt, das die Zusammenarbeit zwischen tauben und hörenden Performer_innen durch Spoken Word, Hip Hop und Gebärdensprachperformance inszeniert. Am Ende einer dreimonatiger Vorbereitung steht eine Show: Am 18. Juni 2015 präsentieren taube und hörende FrauenLesbenTrans*Inter*Queers in der Werkstatt der Kulturen in Berlin ihre Stücke.

Das Projekt braucht noch finanzielle Unterstützung, deshalb wurde eine Crowdfunding Kampagne gestartet. 

Eure Spenden helfen bei der Zahlung des Veranstaltungsortes, der Technik, der Kosten für Gebärdensprachdolmetscher_innen, der Videodokumentation und der Performer_innen.

Shut Up and Sign_Speak

Katinka und Simi von Shut Up and Sign_Speak

Mit dabei ist übrigens auch Mädchenmannschaft-Autor Jayrôme C. Robinet.




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Eintrag geschrieben: Dienstag, 19. Mai 2015 um 9:30 Uhr unter Aktivismus, Kultur, Terminkalender. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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5 Kommentare

  1. Trisha sagt:

    Warum heißt es dort „taub“ und nicht „gehörlos“? ich dachte taub sei längst veraltet.

  2. Magda sagt:

    @ Trisha

    Ich kenne als Selbstbezeichnungen beides, also gehörlos oder taub (lediglich „taubstumm“ wird meines Wissens kaum noch benutzt, da es sehr gute Kritik daran gibt). Weil taub im Text der Gruppe verwendet wird, habe ich dies so übernommen.

  3. einKeinName* sagt:

    @Trisha:
    Vielleicht wurde „gehörlos“ nicht genannt weil trotzdem gehört wird.
    Nur eben mit anderen Mitteln und Zeichen als mit Lautsprache.

    „Taub“ wird ja häufig beleidigend eingesetzt – vielleicht ist Verwendung deshalb als Wort(wieder)aneignung gedacht.

    …unsichere Mutmaßungen

  4. Iris sagt:

    @Trisha

    Ich bin hörend, aber gebärdensprachkompetent (Deutsche Gebärdensprache – DGS) und etwas mit Tauber bzw. Gehörlosen-Kultur vertraut. Mein Verständnis ist das folgende:

    „Taubstumm“ wird in der Community als abwertend verstanden. Schließlich sind Nicht-Hörende nicht automatisch stumm, sondern können sich ausdrücken – z.B. über DGS.

    „Gehörlos“ ist etwas neutraler, aber gerade jüngere DGS-Nutzer stören sich an dem Begriff, da er ein Defizit oder einen Mangel unterstellt.

    Und stimmt, „Taub“ wird gerade von Jüngeren als wiederaneignender Begriff verwandt, in etwa analog zu Schwarz. Im Englischen gibt es dafür z.B. den Begriff „Deafhood“, also Taubheit als identitäre Kategorie – in Abgrenzung zu „deafness“ als medizinischer Kategorie.

    Ich hoffe, etwas damit etwas zur Begriffsklärung beigetragen zu haben. Und im Zweifel: einfach fragen, wie das Individuum bezeichnet werden möchte.

  5. Jayrôme sagt:

    Hallo Trisha, danke für deine Frage, ich bin Teil der hörenden Performer*innen, die die Show am 18. Juni mitgestalten: das Wort „taub“ wurde als Selbstbezeichnung von den tauben Performer*innen bevorzugt. Dazu ein Link zu http://www.Leidmedien.de:

    http://leidmedien.de/journalistische-tipps/begriffe-von-a-bis-z/

    Zitat aus dem Glossar:
    „Taubstumm“: Gehörlose Menschen sind nicht „stumm“ oder „taubstumm”, sondern können genauso wie Hörende sprechen, entweder lautsprachlich oder in der Gebärdensprache (die übrigens auch keine „Zeichensprache” ist). „Gehörlos sein“ bzw. Gehörlosigkeit sind neutralere Begriffe, die deshalb von vielen nicht hörenden Menschen bevorzugt werden. Viele von ihnen stören sich aber auch an dem Begriff der Gehörlosigkeit, weil er zu defizitär wirkt. Sie nennen sich weiterhin „taub“ und zeigen damit, dass das Taub-Sein eine ihrer vielen Eigenschaften ist. Beachten sollte man allerdings, dass das Wort „taub” auch oft synonym verwendet wird für „Ignoranz“ oder „Nicht-hinhören-wollen“ – eine Metapher, die man vermeiden kann. Menschen, deren Hörvermögen eingeschränkt ist, bevorzugen Begriffe wie “schwerhörig” oder “hörbeeinträchtigt”, manchmal auch “hörbehindert”.