Schreibt Kontaktanzeigen: @cassiop_80

3. Oktober 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 82 von 102 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

Authentische Begegnungen

Wie heißt du?
Doreen Röder (@cassiop_80)

Seit wann bloggst du?
Seit August 2009.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Ich hatte den Wunsch mich und meine Gedanken auszudrücken. Eigentlich wollte ich gewaltfrei-koeln.com für eine weitere berufliche Perspektive nutzen, was ich aber schnell verworfen habe bzw. hat es sich anders entwickelt. Mir war es wichtiger über Themen, die mich bewegen zu schreiben und zu berichten, als an einem zweiten beruflichen Standbein zu arbeiten. Ich wollte zunächst die Domain eher nutzen, um Mediation anzubieten. Gleichzeitig fragte ich mich, was ist wichtig, wenn Menschen sich begegnen.

Worüber schreibst du?
Ich habe mit dem Bloggen begonnen seitdem ich in Köln gelandet bin. Am Anfang hat mich erstaunlicherweise die Ost-West-Geschichte „eingeholt“. Mich bewegen viele Themen, insbesondere Fragen zum Feminismus, Ausgrenzung, queer, lesbisch und die damit verbundenen Stigmatisierungen. Außerdem hatte ich mal vor einer Ewigkeit die Idee, je nach Stimmung und Laune eine Kontaktanzeige zu schreiben – als eine Art Gradmesser für meine persönlichen und alltäglichen Stimmungs­schwankungen, Wünsche und Hoffnungen. Dies versuche ich über den Blog auch zu realisieren. Das macht Spaß!

Was dir ohne Internet nicht passiert wäre:
Ohne das Internet und meinen Blog hätte ich nie Jennifer Jäckel kennengelernt, was sehr traurig wäre. Ich hatte ihren Vortrag von AG Queer Studies verlinkt und so hat sie mich gefunden. Heute kennen wir uns persönlich. Und ohne das Internet wäre ich nicht auf das 2. bundesweite Netzwerktreffen junger Feminist_innen (ju_fem_netz) aufmerksam geworden.

Wovon braucht das Internet mehr:
Engagierten Feminist_innen, die sich weltweit vernetzen.

Frauen* im Web…
…haben Mut!

Deine tägliche Web-Lektüre:
Hmm. Täglich ist manchmal schwierig, aber auf jeden Fall Mädchenmannschaft, Missy Magazine, Lantzschi, Nur ein Blog, ag queer studies, Comicleserin und vieles mehr …

Tipps und Bewerbungen für die WWW Girls an post(at)maedchenmannschaft.net.


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Mehr Anarchie, mehr Liebe

22. September 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 81 von 102 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

anarchie & lihbe

Wie heißt du?
Ich heiße Franziska Apollonia, im Internet auch Raupe und auf Twitter bin ich @franziska_.

Seit wann bloggst du?
Ich schreibe Tagebuch seit ich 13 oder 14 bin, habe mich in der Schulzeit in der Provinz immer mal wieder in Foren rumgetrieben, verteile manchmal selbstgebastelte Zeitungen aus Papier und schreibe meinen Blog anarchie&lihbe seit März 2011.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Ich bin vor einem Jahr aus Berlin weggezogen nach Süddeutschland und hatte plötzlich nicht mehr die Möglichkeit, mich über die Themen und Probleme, die mir begegnen und über die ich nachdenke politisch mit anderen auszutauschen. Irgendwann war mein Bedürfnis nach einer Plattform, über die ich bestimme und die mir keine_r abspricht größer, als die Unsicherheit über meine Fähigkeit und Legitimation dazu und ich veröffentlichte den ersten Text.

Worüber schreibst du?
Über Anarchie und Lihbe – ich schreibe aus meinem (anarcha-)feministischen Blickwinkel über Themen, die mir im Alltag begegnen, über Kultur und Medien aber auch über aktuelle Nachrichten, die mir nicht aus dem Kopf gehen und bei denen ich das Gefühl habe, meine Ansicht zur Lage hat gerade noch gefehlt. Kurz gesagt: Linksradikale Hetze und Genderkram gewürzt mit dem romantischen Idealismus privilegierter junger Leute.

Was dir ohne Internet nicht passiert wäre:
Ich kann mir nicht vorstellen, wie mein Leben ohne Internet verlaufen wäre. Ich bin jetzt 22 und vermutlich online, seit ich 12 bin. Das heißt, bei fast allem, was ich tue, spielt das Internet irgendeine Rolle, und sei es, dass ich mich über Studium, Kochrezepte oder den Busfahrplan informiere. Ohne das Internet wäre ich vermutlich nicht halb so schlau wie ich es jetzt bin. Viel feministische Theorie habe ich mir aus Blogs und so zusammengesucht und wenn ich Zeit habe, lese ich alle politisch relevanten Links aus meiner Twittertimeline. Es ist auch bestärkend, nach einem langen Tag mit vielen sexistischen Zwischenfällen ein bisschen auf Twitter rumzuschimpfen und von Leuten verstanden zu werden, die mir nicht erstmal meine Wut absprechen wollen, sondern wissen, wieso ich sie habe und vielleicht einen fiesen Spruch über böse Machos beisteuern.

Wovon braucht das Internet mehr:
Anarchie und Liebe.

Frauen* im Web…
…haben mir eine Vielzahl von Role Models beschert, eine riesige, wunderschöne Vielfalt an starken, tollen, eigenständigen Frauen*, die tausende von Erfahrungen machen und mit mir teilen und eines Tages vielleicht die Welt mit Glitzer und Feminismus überfluten werden… oder so ähnlich.

Deine tägliche Web-Lektüre:
Ich gucke jeden Tag, ob es bei euch was Neues gibt, dann bei lipstick-feminists.org, bleib-passiv.de, für Nachrichten außer den Üblichen noch english.aljazeera.net, zum Anziehen lese ich gerne thestylerookie.com, außerdem bin ich viel bei Facebook & Twitter und gehe den Links meiner Freund_innen nach.

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Vorm Bloggerinnendasein: Geburstag feiern im IRC-Channel

12. September 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 80 von 102 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihre Weblogs vor. Heute:

Puzzlestücke (auch auf Facebook)

bisexualitaet.org (ebenfalls auf Facebook und @bisexualitaet)

Wie heißt du?
Aktuell bin ich unter dem Namen „Paula“ im Netz unterwegs – das ist der Name, den mir mein Vater nach meiner Geburt geben wollte, wozu es leider nicht kam. Auf Twitter wohne ich unter dem Namen @puzzlestuecke.

Seit wann bloggst du?
Mein erstes Blog/LiveJournal führe ich seit Januar 2002; das ist inzwischen allerdings komplett privat und nur noch für enge Freunde einsehbar. Im Dezember 2010 habe ich meinem jetzigen Blog, Puzzlestücke, Leben eingehaucht, und seit April 2011 schreibe ich zusammen mit Deef Pirmasens das Blog bisexualitaet.org.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Früher vorrangig, um Kontakt zu meinen Freund_innen zu halten, die ich auf verschiedenen Veranstaltungen deutschlandweit kennengelernt hatte. Damals hätte ich es komisch gefunden, Wildfremden meine Gedanken und Ansichten darzulegen. Es gab ja damals auch noch keine nennenswerte „Blogger_innen-Szene“ (was immer sich hinter diesem Begriff verbergen mag). Inzwischen sehe ich das anders und nutze mein Blog ganz bewusst dazu, meine Gedanken niederschreiben und sie auch mit anderen diskutieren zu können, ohne dass diese „Hemmschwelle Freundschaft“ dazwischen steht.

Worüber schreibst du?
Eigentlich quer durch den Gemüsegarten. Das können aktuelle Themen sein oder welche, über die ich mich immer wieder aufrege, Rezensionen von Filmen oder PC-Spielen (oft in Bezug auf Gender/Sexualität) oder auch ganz private Sachen, die ich einfach mal loswerden muss. Eigentlich habe ich tausend Dinge im Kopf, über die ich schreiben möchte, müsste aber für vieles so arg recherchieren, dass mir momentan leider die Zeit fehlt.
Bei bisexualitaet.org schreiben Deef Pirmasens und ich über Themen rund um Bisexualität bzw. haben auch schon zwei Podcasts (hier und hier) dazu produziert. Auch hier wechseln wir zwischen allgemeineren Themen, die Bisexualität nur einschließen (z.B. Homo-Ehe, CSD) als auch ganz spezifischen Bi-Themen, weil uns diese einfach zu selten thematisiert werden. Wir freuen uns da auch sehr über regen Austausch mit unseren Leser_innen. (weiterlesen …)


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Engagement für ein freiheitliches und demokratisches Internet

1. September 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 79 von 102 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

Manu bloggt

Wie heißt du?
Manu. Manubloggt. Manuela Schauerhammer.

Seit wann bloggst du?
Unter manubloggt.de seit 2006, vorher hatte ich mal ‘ne statische Webseite, die ich quasi als Blog nutzte. Angefangen hat’s damit etwa 2003, davor war ich mehr forenaktiv.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Die erste Seite war eher so eine Art virtuelles Tagebuch-Ding, recht kleinkreisig und privatthemenzentriert. Liegt sicher auch daran, dass ich bis 2006 noch sehr viel Uni-Schreibkram hatte mit Diplomarbeit und Co., und zu der Zeit viel meiner Energie da reinfloss, die dann danach erst für andere Projekte frei wurde. Diese Entwicklung kann man sogar im Archiv von manubloggt.de noch ein bisschen mit nachvollziehen.

Worüber schreibst du?
Über alles Mögliche, von Netzpolitik über demokratische Erziehung bis hin zu Alltagserlebnissen. Von Kinderanekdoten bis zu Möbelbauanleitungen, von Privatem und Öffentlichem.

Was dir ohne Internet nicht passiert wäre:
Ich würde mich anders organisieren, mich anders durch die Welt bewegen, vermutlich würde ich auch in anderen Mustern denken und mich damit anders verhalten. Ich hätte vieles nicht (so einfach) erfahren. Ich hätte unglaublich viele tolle Menschen nicht kennen gelernt. Ich hätte diesen Text nicht parallel zu zwei Pad-Sitzungen mit jeweils unterschiedlichen Leuten, mit denen ich gerade virtuell in verschiedenen Projekten zusammenarbeite, schreiben können. Kurzum: Mein Leben wäre ohne das Internet ein anderes.

Aber die liebste Web-Anekdote? Das ist ein bisschen wie die Frage nach einem Lieblingsessen. Es gibt so viel Leckeres, das lässt sich doch so nicht beantworten. Am meisten persönlich beeindruckt im letzten Jahr hat mich wohl der unglaublich starke Rückhalt aus dem Netz, als ich wegen einer im Blog veröffentlichen Recherche eine Klagedrohung in der Hand hielt. An dieser Stelle noch mal allen, die das jetzt vielleicht auch hier lesen, DANKE dafür. (weiterlesen …)


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Tante Emma-Laden von @patschbella

22. August 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 78 von 102 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

Patsch/Bella/Blog
(@patschbella)

Wie heißt du?
Weil Namen im Netz gerade so ein heißes Thema sind: Nennt mich Bella, so ist das für alle am Besten. Ich blogge als Netzgemisch Patschbella, habe mir den Zunamen Donnerhall redlich verdient und aus heute nicht mehr nachvollziehbaren Gründen ruft meine Schwester mich Peeeps.

Seit wann bloggst du?
Ins Internet schreibe ich seit 2001, einen richtigen Blog seit 2005 und den Blog auf Patschpatsch.com gibt es seit September 2007.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Das war ein fließender Übergang von Seiten wo ich traurige Jungmädchenpoesie verwaltet habe, zu einem richtigen Blog. Irgendwann fängt es an Spaß zu machen so ein bisschen aus dem eigenen Leben zu erzählen und alles zu kommentieren, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Ein bisschen ist mein Blog auch ein persönliches Wut-Tagebuch. Je zorniger ich bin, desto eher schreibe ich darüber. Das ist besser als jeder Therapeut.

Worüber schreibst du?
Ich bin das Blogequivalent eines Tante Emma–Ladens. Ein wenig ich, ein wenig um mich herum, ein bisschen Fußball und in letzter Zeit immer öfter Frauen und Feminismus und das Netz, beziehungsweise, warum das manchmal alles sehr schwierig ist. (weiterlesen …)


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„Monster im Kopf, Prosa in den Händen“

11. August 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 77 von 102 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

drüberleben
(auch auf Twitter und Facebook)

Wie heißt du?
Kathrin

Seit wann bloggst du?
drueberleben.de betreibe ich seit Oktober 2010. Davor habe ich jedoch auch immer mal wieder andere Blogs geführt. Angefangen habe ich damit ungefähr 2003.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Mir hat schon immer der Gedanke gefallen, dass das Internet jedem die Chance gibt, Texte, Gedanken, Bilder, Videos zu veröffentlichen – jenseits von Verlagen, Zeitungen, Zeitschriften und Fernsehsendern. Die Freiheit und Autonomie, die Möglichkeit selber zu entscheiden, was veröffentlicht werden-, was eine Leserschaft finden soll, ist wichtig, damit eine breite Kultur- und Interessenlandschaft entstehen kann. Mir hat das Veröffentlichen geholfen, interessante Menschen kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen und Kritik zu erhalten, die mich in meinem Schreiben und Denken weitergebracht hat. Außerdem hat mir das Internet damals die Möglichkeit gegeben, einen Blick aus der Kleinstadt, in der ich aufgewachsen bin, zu werfen und zu sehen, dass es da noch viel, viel mehr gibt, dass es Gleichgesinnte und Weggefährten gibt und dass ich Kontakt zu ihnen halten kann – bis ich endlich alt genug war, wegzuziehen.

Worüber schreibst du?
Bis vor einiger Zeit war mein Blog thematisch begrenzt, dann habe ich mich jedoch entschieden, meinem Kopf zu gestatten, sich auch mal wieder dem ganz alltäglichen Irrsinn zu widmen. Seitdem schreibe ich über alles, das mir in den Sinn kommt, am meisten jedoch über Monster im Kopf, Prosa in den Händen und warum manchmal alles so schwierig ist, weil es gerade einfach sein könnte.

Was dir ohne Internet nicht passiert wäre:
Eigentlich waren das im Grunde alle Ereignisse, die mit drueberleben zu tun haben. Die Auszeichnung „Bloggerin 2010“ in diesem Jahr war für mich eine sehr große Freude und auch, dass mein jetziger Agent über das Internet und meine Artikel in verschiedenen (Online-) Magazinen auf mich aufmerksam geworden ist. Schlussendlich war und ist das ein ziemlich aufregendes und spannendes Jahr und ich erlebe viele Dinge, von denen ich nicht gedacht hätte, dass sie mir mal passieren könnten.

Wovon braucht das Internet mehr:
Ich glaube, dass das Internet schon von fast allem ziemlich viel hat. Was es weniger bräuchte: Trolle und Menschen, die glauben, dass Beleidigungen, Rassismus, Sexismus oder all die anderen infantilen, hasserfüllten Idiotien irgendwie dazu gehören. Ich wünsche mir oft, dass wir zu einem Moment zurückfinden, an dem man auch einfach mal etwas so lassen kann, wie es ist – womit ich meine, dass ich mich danach sehne, dass Menschen etwas, das sie lesen und nicht gutfinden, auch einfach mal ignorieren können. Dass nicht jedes Buch, jede Platte, jeder Artikel, den man nicht mag gleich auf irgendeiner Plattform zerrissen werden muss. Ich sehe mir das oft an und frage mich, ob diese armen Menschen wirklich nichts Besseres mit ihrer Zeit anzufangen wissen, als dümmliche Provokationen zu verbreiten. Ich bin überzeugt von konstruktiver Kritik – aber diese destruktiven Denksysteme haben mich schon immer angeekelt.

Frauen im Web…
bilden noch immer einen für meine Begriffe zu kleinen, aber zum Glück ziemlich lauten Chor (auch, wenn jeder sein eigenes Lied singt).

Deine tägliche Web-Lektüre:
Deine tägliche Web-Lektüre: Amazon auf der Suche nach neuen Büchern, Spiegel Online und die Blogs, die ich über meinen Facebookstream verfolge:
boschblog.de,
stylespion.de,
mevme.com,
nakedmenhappywomen.wordpress.com,
nach21.wordpress.com,
mutterseelenalleinerziehend.de,
anders-anziehen.blogspot.com
und einige andere, die man auch als Link-Liste auf meinem Blog finden kann (alle sehr empfehlenswert!)

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Bloggen statt Rausch

1. August 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 76 von 102 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

Julia Schramm
(laprintemps auf Twitter und Facebook)

Wie heißt du?
Julia Schramm

Seit wann bloggst du?
Seit Februar 2010.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Ich habe dem Rausch entsagt und gefastet. Ich hatte damals eine Phase, in der ich mich oft in verschiedende Formen des Rausches geflüchtet habe – hauptsache keinen klaren Kopf bewahren. Irgendwann stellte ich fest, dass es Missbrauchstendenzen annimmt, also der Versuch durch externe Gelüste innere Missstände zu übertünchen. Deswegen beschloss ich mich im Anschluss an ein, im Rheinland traditionell, exzessives Karneval dem christlichen Fasten hinzugeben. Aber unter agnostischen Vorzeichen, also die Frage: Was bringt Verzicht? Was steckt hinter diesen Traditionen? Gibt es eine humanistische Ebene? Gleichzeitig war es auch ein Kampf mit mir und meinen Dämonen. Bloggen war da sehr hilfreich. Ein offenes Tagebuch.

Worüber schreibst du?
Über Politik, Gesellschaft, Liebe, Philosophie, Menschen, Piratenpartei, mein Universum und die Metamoderne. Ich verfolge weder ein konkretes Thema, noch steht der Blog unter einem Aspekt, der mir wichtig ist. Ich teile meine Gedanken der Welt mit. Mehr nicht.

Was dir ohne Internet nicht passiert wäre:
Oh, so einiges wäre mir nicht passiert! Ich wohne nicht umsonst im Internet. Meine Liebe hätte ich verpasst, viele Freunde und geistige Weggefährten wären mir entgangen. Auch haben mich Freunde wiedergefunden, die ich sonst wohl verloren hätte ohne einen Detektiv zu beauftragen. Und schließlich wäre ich dem Feminismus gegenüber immer noch so ignorant, wie ich es war. Das Internet ist quasi schuld, dass ich mich nun als Feministin bezeichnen will – so als Haltung.

Wovon braucht das Internet mehr:
Bewusstsein. In vielerlei Hinsicht. Bewusstsein der User über die Beschaffenheit, über die Flüchtigkeit und Verflüssigung, um mal meine neu erworbenen Hegelkenntnisse auszupacken. Und weniger Panik. Viel weniger Panik. Und mehr Langmut.

Frauen im Web sind…
… genauso unbeholfen in der Überwindung von Sexismus wie im Analogen.

Deine tägliche Web-Lektüre:
Twitter, bild.de, SpOn, faz.net und alles, was mein Twitterfeed so spannendes von sich gibt.

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„Inspiration, Motivation und Beistand“

21. Juli 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 75 von 102 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

Bittersuesz
(auf Twitter: Bittersuesz)

Wie heißt du?
Ann

Seit wann bloggst du?
Zum ersten Mal habe ich 2005 gebloggt. Meinen jetzigen Blog führe ich seit Januar 2010.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Weil ich das Bedürfnis verspürte, Erlebtes nicht nur für mich selbst aufzuschreiben.

Worüber schreibst du?
Ich schreibe sowohl über eigene Erlebnisse und Gefühle, mal als Momentaufnahme, mal als rückblickende, reflektierende Erzählung, mal als simple tagebuchartige Sequenz, als auch, seit kurzem, über gesellschaftliche, politische und andere Themen. Des Weiteren ist mein Blog eine Plattform, um meine Photographie und auch andere mehr oder weniger künstlerische Werke zu präsentieren, welche wiederum auch von Privatknipserei bis zum Pro-Choice-Statement rangieren.

Was dir ohne Internet nicht passiert wäre:
Ich hätte weder so viele beleidigende, belästigende und/oder bedrohende Nachrichten bekommen noch hätte ich mich immer so schön von Hausaufgaben etc. ablenken können, haha. Aber vor allem hätte ich nicht so viele wunderbare Menschen kennen gelernt, so viele wunderbare Bilder gesehen, so viele wunderbare Texte gelesen, so viele wunderbare Songs gehört und so viel Inspiration, Motivation und Beistand erhalten!!

Wovon braucht das Internet mehr:
Größtenteils genau von dem, wovon die Welt mehr braucht, z.B. Respekt.

Frauen im Web sind…
Sie sind nicht anders als offline, außer, wie die meisten Menschen im Internet, mutiger. Sie haben im Internet aber bessere Chancen, sich zu vernetzen als im Real Life, glaube ich.

Deine tägliche Web-Lektüre:
Öhm, zuallererst meine Emails. Dann Facebook und Twitter und alle interessanten verlinkten Artikel. Außerdem einen Haufen Blogs.

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Recht und Politik aus einer feministischen Perspektive

11. Juli 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 74 von 102 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

rechtundgeschlecht

Wie heißt du?
Maria Wersig

Seit wann bloggst du?
Ich blogge erst seit April 2011, betreibe aber unter rechtundgeschlecht.de seit ein paar Jahren eine einfache Webseite.

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(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Aus Empörung. Ich las am Frühstückstisch einen Artikel von Kristina Schröder über Gleichstellungspolitik in der Zeitung und habe meine Meinung dazu in meinen ersten Blogbeitrag umgewandelt. In dem Zeitungsartikel stand unter anderem, dass Altfeministinnen und institutionalisierte Gleichstellungspolitik den Benachteiligungsstatus von Frauen verteidigen. Dazu habe ich als Juristin, die sich mit den Rechtsstrukturen und Gleichstellung beschäftigt, eine ganz andere Meinung.

Worüber schreibst du?
Über Recht und Politik aus einer feministischen Perspektive und die Zusammenhänge von Recht und Geschlechterverhältnissen. Meistens geht es um Themen, mit denen ich mich auch beruflich beschäftige, wie Familie, Gleichstellung, Steuern und Soziales. Die ersten Blogeinträge beschäftigten sich mit Frauenquoten, Unterhaltsrecht und der Heteronormativität von Regelungen zu künstlicher Befruchtung. Anlässe zum Schreiben gibt es irgendwie genug, ich habe jetzt auch eine Rubrik „Kristinas Welt“, die sich mit aktuellen Vorschlägen unserer Frauenministerin auseinandersetzt.

Was dir ohne Internet nicht passiert wäre:
Im letzten Jahr bin ich für ein paar Monate nach New York City gezogen. Ohne das Internet hätte ich nie binnen kürzester Zeit eine Untermietgelegenheit mitten in Harlem gefunden und mir auch nicht per Google Streetview ein Bild von der Gegend machen können. Erst bei meiner Abreise habe ich meine Vermieterin persönlich kennengelernt. Weil wir aber im Netz so viel Kontakt hatten, kam es uns beiden so vor, als würden wir uns schon ewig kennen.

Wovon braucht das Internet mehr:
Eine dem kommerziellen Angebot Juris vergleichbare kostenlose Rechtsdatenbank in deutscher Sprache wäre fein. Für eine Recherche nach einschlägigen Gerichtsurteilen sollte meiner Meinung nach niemand bezahlen müssen. Und natürlich brauchen wir noch mehr Feminismus.

Frauen im Web sind…
wie Frauen offline auch – intelligent, stark, mutig und schön!

Deine tägliche Web-Lektüre:
ist eher klassisch, die großen und auch ein paar kleinere Tageszeitungen und ein paar nette Blogs.

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„In einer Welt tickender Uhren und grauer Männer ein eigener Platz“

30. Juni 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 73 von 102 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

another visual diary

Wie heißt du?
Manouk.

Seit wann bloggst du?
Ein wenig seit einem Jahr und regelmäßig seit Anfang 2011.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Die Idee für another visual diary ist aus einer Photoserie für mein Zine Momo entstanden.
Ich blogge um in einer Welt tickender Uhren und grauer Männer einen Platz zu haben, an dem ich Momente, Stimmungen und Ideen aufzubewahren kann und um Bilder, Gedanken, Musik und Kunst mit anderen zu teilen, weil ich, im Sinne der Riot Grrrls und des D.I.Y., denke: Wir alle haben etwas zu sagen und anderen Menschen zu geben. Ich will nicht immer nur Konsument*in sein, ich will selbst etwas machen. Außerdem möchte ich mich mit anderen austauschen und vernetzen.

Worüber schreibst du?
Another visual diary sollte eigentlich ein reiner Photoblog werden, in dem ich einerseits Momente und Arbeiten der letzten Jahre sammeln und miteinander verbinden kann und andererseits einen Platz und einen Ansporn für neue Projekte habe und das alles mit anderen teilen kann.
Meine Bilder und ihre Titel sind persönlich, aber sie geben gleichzeitig viel Raum für eigene Assoziationen. Die Motive sind vielfältig von Street Art, Alltäglichkeiten und Körperlichkeiten bis hin zu Künstlerischen von mir.

Aber auch wenn Bilder sehr viel sagen können, gibt es noch mehr zu sagen und so schreibe ich über die verschiedensten Themen: über Musik und Kunst, die mich berühren, über Dinge die mich umtreiben im Alltag und im Herzkopf, über Reisen und über queer*feministische Themen, denn die brauchen mehr Platz, im Web und auch im alltäglichen Leben.

Was dir ohne Internet nicht passiert wäre:
Immer wieder so viele Projekte, Kunst und Musik zu entdecken und stundenlang still sitzen.

Wovon braucht das Internet mehr:
Riot Grrrls, Kunst und Vernetzung.

Frauen im Web sind…
zu wenig, aber immer besser vernetzt. Interessant und bunt.

Deine tägliche Web-Lektüre:
-

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