Rechtsextreme Frauen: Analysen und Handlungsempfehlungen für Soziale Arbeit und Pädagogik

13. Dezember 2016 von Charlott
Dieser Text ist Teil 10 von 10 der Serie Gender und Rechts(extremismus)

LehnertRadvan.indd Was sollte passieren, wenn eine Mutter, die in rechten Organisationen aktiv ist, sich im Kindergarten zur Elternsprecherin wählen lassen möchte? Wie damit umgehen, wenn eine Frau im Frauenhaus Unterstützung aufgrund von Gewalt in ihrer Beziehung sucht und dann Flyer zu rechten Veranstaltungen auslegt? Oder wie reagieren, wenn sich die Kollegin in der Hilfseinrichtung oder Student_innen der Sozialen Arbeit als der extremen Rechten zugewandt herausstellen? Diesen und weiteren Fragen wenden sich Esther Lehnert, Professorin für Geschichte, Theorie und Praxis Sozialer Arbeit mit dem Schwerpunkt Rechtsextremismus, und Heike Radvan, Leitern der Fachstelle „Gender und Rechtsextremismus“ der Amadeu Antonio Stiftung, in dem am 07. November erschienen Buch Rechtsextreme Frauen – Analysen und Handlungsempfehlungen für Soziale Arbeit und Pädagogik zu.

Auf gerade einmal 138 Seiten versuchen Lehnert und Radvan das Phänomen extrem rechte Frauen und Soziale Arbeit/ Pädagogik aus möglichst vielen Winkeln kritisch zu analysieren und Vorschläge für die Praxis zu unterbreiten. Als Rahmen für ihr Vorhaben, betten sie Soziale Arbeit/ Fürsorge kritisch historisch ein und zeigen auf, wie diese Arbeitsfelder verbunden sind mit der Herstellung von Differenz und wie sie beispielsweise während des Nationalsozialismus elementarer Teil der Durchsetzung und Erarbeitung rechter Ideologie waren (mit biographischen Beispielen zeigen sie zu dem Kontinuitäten bis weit nach 1945). Diese politische Einordnung zeigen sie als konträr stehend zu einer oft entpolitisierten Wahrnehmung Sozialer Arbeit – die auch in ihrer weiblich gegenderten Zuschreibung fußt. Gerade diese Wahrnehmung ist es auch nach Lehnert und Radvan, die dazu führt dass Sozialarbeiter_innen als rechte Täter_innen aus dem Blick geraten, oder dass in bestimmten Arbeitsfelder das Intervenieren bei rechten Haltungen von Personen, die auf sozialarbeiterische/ (sozial)pädagogischen Angebote zurückgreifen, als außerhalb der Zuständigkeit definiert wird. Dazu kommt, dass rechte Frauen sowieso häufig als wenig politisch kategorisiert werden.

In diesem Buch wird detailliert aufgeschlüsselt, wie Geschlecht und politische Wahrnehmung gekoppelt sind. Gezeigt wird dies auch am Beispiel von Beate Zschäpe, die bereits als Jugendliche regelmäßig Kontakt mit Sozialarbeiter_innen hatte, aber obwohl sie Gewalttaten verübte von diesen als „nettes Mädchen“ beschrieben wurde und als eine, die nur an den „Jungs der Szene“ interessiert gewesen sei. Lehnert und Radvan betonen, dass viele Frauen der extremen Rechten sich die entpolitisierte Wahrnehmung zu Nutze machen und strategisch einsetzen um Zugang zu/ Einfluss auf Gruppen zu gewinnen. Anhand von Fallbeispielen aus der langjährigen Beratungsarbeit der Autorinnen zeigen sie wie in verschiedenen Arbeitsfeldern (frühkindliche Pädagogik, Jugendarbeit, familienunterstützende Hilfen, Schutz vor häuslicher Gewalt, Pflege und Hochschulen) Frauen der extremen Rechten auftreten können (mal als Personen, die die Maßnahmen beanspruchen, mal als jene, die sie durchführen). Sie beschreiben und analysieren diese Situationen nicht nur, sondern entwickeln auch jeweils Handlungsvorschläge. Im Zentrum dieser steht, dass sich Soziale Arbeit/ Pädagogik als politisch engagiert verstehen muss und die Unterstützung von von Diskriminierung und Gewalt negativ betroffener Personen zentral sein muss.

Sehr gelungen machen die Autorinnen durchgehend deutlich, dass Handlungen der extremen Rechten nicht losgelöst gesehen werden können von breiteren rassistischen, ableististen, sexisistischen etc. Strukturen und Diskursen. Genau dieser Gedanke ist auch häufig Ansatzpunkt für Strategien – so fordern sie nicht nur dazu auf, rassistische Formulierungen niemals einfach stehen zu lassen, sondern warnen auch, dass Maßnahmen, die auf binären, biologistischen Geschlechtervorstellungen fußen, wichtige Ideologiepfeiler nicht hinterfragen und damit nicht langfristig wirksam sein können. Auch wird in dem Buch deutlich, dass Frauen der extremen Rechten als direkte und indirekte Empfänger_innen von sozialarbeiterischen Maßnahmen, als Sozialarbeiterinnen und als Studentinnen der Sozialen Arbeit auftreten und all diese Verknüpfungen gleichzeitig im Blick behalten werden sollten. Dies scheint wiederum nur möglich mit einer durchgehend kritisch-reflektierenden Auseinandersetzung mit Ideen der Fürsorge und Sozialen Arbeit, wie sie in dem Buch vorgeführt wird.

Durch die Vielzahl an Informationen und unterschiedlichen Herangehensweisen, gibt es in dem Buch einige Stellen, die sehr dicht sind, andererseits sind thematische Übergänge manchmal ein wenig abrupt und einige Gedanken werden etwas häufig wiederholt. Nichtsdestotrotz ist dies ein wichtiges und zugängliches Buch, welches nicht nur Personen, die direkt im sozial/pädagogischen Bereich tätig sind, Denkanstöße liefern kann.


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Rechtsextreme Frauen in der medialen Berichterstattung – Eine Diskussionsveranstaltung

10. November 2014 von Charlott
Dieser Text ist Teil 9 von 10 der Serie Gender und Rechts(extremismus)

Übermorgen, am 12. November, werden in München ab 19 Uhr die Soziologinnen Jasmin Siri und Heike Radvan von der Amadeu Antonio Stiftung und die Soziologin Nergis Denli zu „Übersehen und unterschätzt: Rechtsextreme Frauen in der medialen Berichterstattung“ diskutieren. Die Veranstaltung findet in der Galerie Kullukc statt und wird vom BayernForum der Friedrich-Ebert-Stiftung organisiert. In der Einladung heißt es:

Meist wird Rechtsextremismus in der Öffentlichkeit mit gewaltbereiten Männern gleichgesetzt. Rechtsextremen und gewaltbereiten Frauen wird dagegen kaum Beachtung geschenkt. Frauen, die sich in der neonazistischen Szene engagieren, werden häufig mit ihren rechtsextremen Positionen und den entsprechenden Motiven ihres Handelns übersehen.

Beate Zschäpe ist hierfür ein aktuelles Beispiel. In der medialen Berichterstattung unmittelbar nach Bekanntwerden der Taten des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) wurde häufig davon ausgegangen, dass Zschäpe lediglich „die Freundin von“ einem der männlichen Gruppenmitglieder gewesen sei.

Wir diskutieren: Welche Rolle spielen stereotype Rollenbilder in der Gesellschaft, die dafür Sorge tragen, dass Verfassungsschutz, Polizei oder Jugendsozialarbeit rechtsextreme Täterinnen unterschätzen und übersehen? Und wie wirken sich diese auf die mediale Berichterstattung aus? Wird in der Türkei anders über rechtsextreme Frauen berichtet als in Deutschland?

Anmeldung per Email an bayernforum(at)fes.de.

Zum Weiterlesen:


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Zum „Kampf gegen Genderismus“: Die neue LOTTA

7. November 2014 von accalmie
Dieser Text ist Teil 8 von 10 der Serie Gender und Rechts(extremismus)

LOTTA ist eine antifaschistische Zeitung eines ehrenamtlich arbeitenden Redaktionskollektivs aus Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen, die alle drei Monate erscheint. Die LOTTA berichtet von Aktivitäten und Hintergründen zur extremen Rechten sowie gesamtgesellschaftlichen Anschlüssen an (extrem) rechte Weltbilder. In der neuesten Ausgabe, die am ersten November erschien, wird der Schwerpunkt auf das Thema „‚Kampf dem Genderismus‘ – Antifeminismus als Scharnier zwischen extremer Rechter, Konservativismus und bürgerlichem Mainstream“ gelegt. Mehr dazu aus dem Editorial der Ausgabe #57:

Im Kampf gegen einen angeblichen „Genderismus“ sind Allianzen entstanden, die vom konservativen Feuilleton über christlich-fundamentalistische Gruppierungen, die „Alternative für Deutschland“ und mit ihr verbundene Netzwerke und die „Neue Rechte“ bis zur Neonazi-Szene reichen. Die Agitationsfelder sind vielfältig, „Frühsexualisierung“, „Väterrechte“, Gender Mainstreaming, Homosexuellen-Ehe sind nur einige prominente Beispiele. Im Internet ist ein breites Netz an Organisationen, Initiativen und Foren entstanden.

Mittlerweile hat sich diese Bewegung auch auf der Straße formiert und zeigt sich bei den jährlichen „1000 Kreuze Märsche“ fundamentalistischer AbtreibungsgegnerInnen in Münster, Berlin, Fulda und München oder den Demonstrationen der „Initiative Besorgte Eltern“. Antifeminismus und eine binäre Geschlechterordnung stellen zum einen die Grundlage konservativer bis extrem rechter, völkischer Weltbilder dar, sind aber darüber hinaus fest im gesellschaftlichen Mainstream verankert. Die gegenwärtigen Auseinandersetzungen zeigen einmal mehr, wie wichtig feministische Positionierung und Praxis sowie deren Verknüpfung zur antifaschistischen Arbeit ist. Also … still loving feminism!

Im sech­zehnseitigen Dossier beleuchtet LOT­TA un­ter an­der­em die ge­schlech­ter­po­li­ti­schen Stand­punk­te der „Al­ter­na­ti­ve für Deutsch­land“ (AfD), An­ti­fe­mi­nis­mus der „selbst­er­nan­nten ‚Mas­ku­li­st­en'“, (christ­li­che) Pro­te­ste ge­gen ei­ne „Früh­sexuali­sier­ung von Kin­dern“ und die he­te­ro­se­xist­ische Mas­sen­mo­bi­li­sier­ung in Deutsch­land und Frank­reich. Das kom­plet­te In­halts­ver­zeich­nis der No­vem­ber-LOT­TA fin­det ihr hier.

Die LOTTA ist im Buch­han­del er­hält­lich (ISSN: 1865-9632), in Info­lä­den oder per Post, in­dem ihr ei­ne Be­stel­lung per E-Mail an lotta-vertrieb@nadir.org sendet. Es lohnt sich auch, ei­nen Blick in das Ar­chiv der LOTTA zu wer­fen – ei­ni­ge Ar­ti­kel sind on­line ver­füg­bar.


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Rechter „Feminismus“

17. Oktober 2014 von Charlott
Dieser Text ist Teil 7 von 10 der Serie Gender und Rechts(extremismus)

In früheren Artikeln der Serie „Gender und Rechtsextremismus“ hat accalmie unterschiedliche Rollen autonom organisierter rechten Frauen aufgezeigt (Teil 1/ Teil 2). Eine Frage, die sich daran anschließt: Kann es einen „rechten Feminismus“ geben?

Geschlecht und insbesondere Vorstellungen zur Rollenausgestaltung von Männern und Frauen sind wichtiger Pfeiler (extrem) rechter Ideologien. Dabei steht die Vorstellung im Mittelpunkt, dass es genau zwei Geschlechter gibt und dass Frauen und Männer jeweils spezifische Rollen, die in „ihrer Natur“ lägen, zu erfüllen hätten. Diese geschlechteressentialistischen Annahmen halten starke, gewaltbereite Männer hoch und verweisen Frauen in die Küche, auf den Spielplatz zur Kinderbetreuung und an die aktionistische Seitenlinie. Auch diese Betätigungsfelder „im Hintergrund“ sollten natürlich nicht unterschätzt werden: Die nationalistische Erziehung der Kinder, direkter Einfluss in Schulen und Sportvereinen, und andere Tätigkeiten halten die  rechten Gemeinschaften zusammen und üben darüberhinaus „unauffällig“ gesellschaftlichen Einfluss.

„Emanzipation“ im Nationalsozialismus

Aber auch in der extremen Rechten gibt es Frauen, die sich nicht  auf die vorgeschriebenen Rollen festlegen lassen wollen oder diese für sich anders ideologisch ausgestalten. Dies ist kein neues Phänomen. Birgit Rommelspacher zeigte solche Tendenzen bereits für die NS-Zeit auf:

Auch im Nationalsozialismus gab es Frauen, die gleiche Rechte und gleiche Teilhabe in allen gesellschaftlichen Bereichen forderten; man sprach von den »oppositionellen Faschistinnen« (Korotin 1994). Ihr Argument lautete, im Kampf um die deutsche Vormacht werde jeder Mann und jede Frau gebraucht. Die Organisation und ihre Zeitschrift, »Die deutsche Kämpferin«, wurden relativ schnell verboten. Dennoch weist der Fall der »oppositionellen Faschistinnen« darauf hin, dass Frauen sich durchaus Chancen ausrechneten, im NS-System aufzusteigen. In den Interviews, die Claudia Koonz mit einigen dieser Frauen geführt hat, sagten viele von ihnen auch im Nachhinein, sie hätten im NS-Deutschland eine gute Zeit gehabt. (Koonz 1986)

Rommelspacher zeigt auch wie die Konstruktion der „emanzipierten“ rechten Frau, an rassistische Begründungen geknüpft war (und ist). So wurde und wird unter anderem mit Rückbezug auf Germanen oder Wikinger argumentiert, bei denen es „Geschlechtergleichheit“ gegeben hätte. Die Einführung des Patriarchats wird nach „außen“ verlagert und beispielsweise während der NS-Zeit konkret an das Judentum gebunden. „Emanzipation“ ist dabei untrennbar an die Vorstellungen einer überlegenen Nation und „Rasse“ gebunden, die es wiederherzustellen, zu stärken und zu schützen gilt. Rommelspacher sieht dabei zwei unterschiedliche Formen der Ausfüllung von Frauen: „Das gilt für den beziehungsorientierten und den individualistischen Frauentyp gleichermaßen. Die Mutter ist nicht mehr nur die Mutter für ihre Kinder, sondern Mutter für ihre ganze Nation oder Rasse. Die Individualistin sieht in Nation und Rasse eine Herausforderung, ihre eigene Überlegenheit zu beweisen, und zwar als Auswirkung und als Verkörperung der Überlegenheit des Kollektivs.“ Das Sprechen von „Emanzipation“ aber war und blieb ein Randphänomen. So schrieb accalmie hier zu aktuelleren Entwicklungen:

Weib­liche* Selbst­ver­wirklichung liegt für die Mehrheit extrem rechter Frauen­gruppen in der Mutter­schaft. Die Idee zur Emanzipation komme im „natürlichen Denken“ der “deutschen Frau” nicht vor, schrieb zum Beispiel die GDF 2008 mithilfe schlecht verhohlener antisemitischer Codewörter, sondern sei eine “von außen” in die deutsche Ge­sell­schaft hin­ein­ge­tragene, “frem­de Lehre”. Erneut wird eine Bi­polar­ität von Männern und Frauen stilisiert: Diese seien zwar “gleich­wertig“, aber nicht “gleich­artig”.

„Nationaler Feminismus“ der 2000er

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„Rechtsextreme Frauen – übersehen und unterschätzt“ – Eine Broschüre

21. Juli 2014 von Charlott
Dieser Text ist Teil 6 von 10 der Serie Gender und Rechts(extremismus)

13011_orgImmer noch läuft der sogenannte NSU-Prozess u.a. gegen Beate Zschäppe, wobei diese in der letzten Woche ihren AnwätInnen das Vertrauen entzogen hat. Wie sich das Verfahren weiterentwickelt ist somit gerade noch schwerer abschätzbar. Fest steht aber, dass Zschäpe und Helferinnen in den vielen Jahren der Aktivitäten des NSU auch deswegen nicht aufflogen, weil die Ermittler_innen rechtsextreme Frauen unterschätzen.

Anfang Mai hat die Fachstelle für Gender und Rechtsextremismus der Amadeu Antonio Stiftung die Broschüre „Rechtsextreme Frauen – übersehen und unterschätzt. Analysen und Handlungsempfehlungen“ veröffentlicht, die sich mit diesem Phänomen und den Folgen auseinandersetzt. Die Publikation ist das Ergebnis eines einjährigen Projekts und fasst auf etwas mehr als sechzig Seite wichtige Erkenntnisse zusammen.

In einem ersten Kapitel gehen Heike Radvan und Henrike Voigtländer der Frage nach, wie (rechtsextreme) Frauen wahrgenommen werden. So analysieren sie eingangs, woher das Bild der „friedfertigen“ Frau stammt und zeigen dabei auch auf, wie Forschung zur Schaffung dieses Stereotypes beigetragen hat. Weiterhin erklären sie, wie in der geschichtswissenschaftlichen Untersuchung der NS-Zeit Frauen häufig als »unbeteiligte Zeitgenossinnen« oder Opfer konstruiert bzw. ausgeblendet wurden. Diese Mechanismen galten dann auch für rechtsextreme Frauen nach 1945, wie Radvan und Voigtländer deutlich machen. Das zweite Kapitel von Heike Radvan und Naemi Eifler schließt in der Chronologie dann an und betrachtet genauer „Frauen in Gruppierungen der extremen Rechten nach 1989“. Dabei zeigen die Autorinnen, wie rechtsextreme Frauen sich im „sozialen Bereich“ engagieren, als Kaderfrauen aktiv sind oder sich in autonomen Gruppen einbringen. Nach diesen beiden großen Überblickskapiteln widmet sich Ulrich Overdieck den „Rechtsterroristinnen in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“. Dabei blickt er zum einen in die 1980er auf die »Deutschen Aktionsgruppen« (DA), der »Volkssozialistischen Bewegung Deutschlands« (VSBD) und der »Wehrsportgruppe Hoffmann« (WSG Hoffmann), sowie in die aktuellere Zeit mit der »Schutzgruppe« der »Kameradschaft Süd« aus München.

Im Anschluss widmen sich die Autor_innen noch einmal konkreten Fallbeispielen, zum ersten der „Fallgeschichte 1: Beate Zschäpe“ und dann der „Fallgeschichte 2: Nadja Drygalla Der Umgang mit Rechtsextremismus in Sportvereinen“. Dabei wird immer wieder deutlich wie stereotype Bilder dazu führen, dass Frauen entlastet oder erst gar nicht groß betrachtet werden. Abschließend werden dann „Defizite im Umgang mit Aussteigerinnen aus der rechtsextremen Szene“ aufgezeigt und Handlungsempfehlungen für Justiz, Zivilgesellschaft und Medien ausgesprochen.

Mehr zu diesen Themen inklusive weiterführender Literaturhinweise gibt es auch in unserer eigenen Artikelreihe „Gender und Rechtsextremismus„.


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Die Rollen autonom organisierter rechter Frauen (2)

10. Juni 2013 von accalmie
Dieser Text ist Teil 5 von 10 der Serie Gender und Rechts(extremismus)

[Dieser Text ist der zweite Teil zu autonom organisierten, extrem rechten Frauen. Den ersten findet Ihr hier.]

Oft kommt die Frage auf, ob rechte Aktivist­innen das „Image“ der Rechten nicht auf­polierten, angesichts dessen, dass viele Menschen zwar („männlich“ konnotierte) physische Gewalt ablehnten, aber immer wieder fest­gestellt werden kann, wie (gesamt­-)gesell­schaftlich verankert und eben kein Randphänomen gruppen­be­zogene Men­schen­feind­lich­keit ist, und somit anschlussfähig für extrem rechte Positionen. Auch die Frage, ob der Akti­vismus extrem rechter Frauen (eventuell un­freiwillig) ein Zeichen einer „Frauen­emanzi­pation von rechts“ sein könne, wurde in den letzten Jahren vermehrt gestellt.

Auch wenn es extrem rechten Frauen­gruppen grund­sätzlich und nahe­zu aus­schließ­lich um die Propa­gierung extrem rechter Ideo­logie geht, wird sowohl in der GDF als auch in anderen auto­nomen Frauen­gruppen die Frage nach einer „Auf­wertung“ der (als deutsch definierten) Frau und ihrer Rolle in einer imaginierten/propa­gierten „Volks­ge­mein­schaft“ immer wieder thematisiert. Aus­gehend von der bio­logisti­schen und he­tero­sexisti­schen An­nahme, dass „Mann und Frau […] eine sich er­gän­zende Ein­heit“ seien – so schrieb die GDF noch vor drei Jahren unter dem Ressort „Frauentum“ -, vertritt z.B. die GDF ein dichotomes Geschlechterbild: Männer und Frauen besäßen angeborene, spezifische Charaktereigenschaften und Verhaltensmerkmale, die komplementär seien und aufgrund einer „genetischen Veranlagung“ sich „immer wieder durchsetzen“ würden. Das sei „auch gut so,“ denn „diese elementaren Eigenschaften“ dienten „dem Gesetz der Natur- nämlich dem Zusammenleben und Fortbestehen der Art.“

Die GDF bleibt somit nationalsozialistischer Ideologie treu und sieht den „Wert der Frau“ in „der Fähigkeit der Reproduktion“ begründet, den sie als den „weiblichen Beitrag zur Erhaltung des Volks“ versteht. Gleichberechtigung, Emanzipation, Feminismus – für die Mehrzahl rechter Frauengruppen sind das „marxistische“ Konzepte, die die „Verwirklichung als Frau und Mutter, die höchstes Glück bringt“ zunichte machten. Der „Mädelring Thüringen“ meint in Gleichberechtigungskämpfen gar einen „absichtlich heraufbeschworenen Geschlechterkonflikt“ zu erkennen, aus dem „so genannte Emanzen“ hervorgingen, „welche sich durch kranke Wert­vor­stellungen“ einer „Multi­kulti­ge­sell­schaft“ nähr­ten. Es ist auch kein Zufall, sondern knüpft bereits rhetorisch an die geschlechterbild-reaktionäre, nationalsozialistische Ideologie des „Bund Deutscher Mädel“ an, dass eine große Anzahl extrem rechter Frauengruppen das Wort „Mädel“ in ihrem Namen trägt (und gewisse Traditionen wie „Heimatkunde“ fortgeführt werden, z.B. in der GDF). (mehr …)


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Die Rollen autonom organisierter rechter Frauen (1)

3. Juni 2013 von accalmie
Dieser Text ist Teil 4 von 10 der Serie Gender und Rechts(extremismus)

[Dies ist der erste von zwei Teilen eines Beitrags zu autonom organisierten, extrem rechten Frauen. Unter „autonom organisiert“ werden hier Personen und Gruppen verstanden, die unabhängig von Parteistrukturen/-institutionen aktiv und organisiert/vernetzt sind. Nähe zu oder (indirekte) Unterstützung durch die NPD (PDF) bestand/besteht dennoch bei einigen „autonomen“ rechten Organisationen.]

„Ich bin nicht nur ein Anhängsel meines Freundes, sondern […] eine Kämpferin für Deutschland“ – so ließ sich vor elf Jahren ein Mitglied der „Mädelschar Deutschland“ zitieren, als Beate Zschäpe mit dem NSU bereits mordend durch die Republik zog.

Wie Charlott gezeigt hat, schließen sich Frau*sein und Rechtsextremismus (PDF; siehe auch die in Charlotts Beitrag verlinkte kritische Definition) nicht nur nicht aus, sondern zu „Geschlecht“  gibt es zum einen ausgeprägte Rollenvorstellungen in rechten Gruppierungen, zum anderen dient „Geschlecht“ als strategisches Mittel zum (Propaganda-)Zweck und führt somit auch zu Widersprüchen zwischen einer reaktionären Geschlechterideologie und gleichzeitigem Aktivismus rechter Frauen. Während die NPD einen Frauenanteil von etwa 27 Prozent hat und trotz eigener Frauenorganisation, dem 2006 gegründeten „Ring Nationaler Frauen“ (RNF, momentan unter dem Vorsitz der Diplom-Schauspielerin Ingrid Schüßler), männlich* dominiert bleibt, sind autonome Gruppen extrem rechter Frauen (oder mit substanzieller Mitwirkung jener) keine Neuerscheinung.

Wurden in den 1980er Jahren extrem rechte Frauengruppen noch meist als Rekrutierungs- und Propagandamittel von Männern gegründet (z.B. die „Deutsche Frauenfront“ und die Frauenschaft der „Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei„, die beide Mitte der 1990er Jahre aufgelöst bzw. verboten wurden), begannen autonome rechtsextreme Aktivistinnen in den 1990er Jahren sich selbst zu organisieren. Bemerkenswert hierbei ist sowohl der quantitative Anstieg politisch aktiver Rechtsextremistinnen als auch die qualitative Neuerung innerhalb jenes Aktivismus, eigene Gruppen zu gründen und deren Interessen nach außen zu Vertreten.

antifa

Quelle: SamChills.

Wie zum Bei­spiel Kir­sten Döhr­ing und Re­na­te Feld­mann beschrieben, war der zwi­schen 1990 und 1991 ge­grün­de­te Skin­girl Freun­des­kreis Deutsch­land (SFD) die er­ste ei­gen­stän­di­ge Rechts­ex­tremist­innen­gruppe, die bun­des­weit or­ga­ni­siert war. Ziel des SFD wa­ren je­doch kei­ne ei­genen „Aktio­nen;“ im Mittel­punkt stand der An­spruch, extrem rechte Frauen noch stär­ker zu po­li­ti­sieren und ihnen Zu­sammen­halt zu bieten. Zu die­sem Zweck fan­den so­genannte „ge­mein­schafts­för­dern­de“ Treffen statt, und im SFD-Mit­tei­lungs­blatt „Wal­küre“ wur­den Tex­te zu deutschem Brauch­tum, „Ger­ma­nen­tum“, Ge­schichts­re­vi­sionisti­sches und „Mutter und Kind“ ver­öffent­licht. Wo­durch der SFD sich daher auszeichnete, war sein besonderer Grad der Vernetzung: es fanden kontinuierliche Treffen und „Schulungen“ statt, Rundbriefe wurden verschickt und der SFD unterhielt internationale Kontakte. 2000 löste sich die Gruppe aufgrund eines drohenden Verbots selbst auf; die Spaltung des SFD führte jedoch zur Neu-/Anschlussgründung anderer (extrem) rechter Frauenorganisationen. (mehr …)


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Aktuelle Veranstaltungen gegen Rechts(extremismus)

31. Mai 2013 von accalmie
Dieser Text ist Teil 3 von 10 der Serie Gender und Rechts(extremismus)

Im Rahmen unserer „Gender und Rechtsextremismus“-Reihe haben wir heute ein paar Veranstaltungshinweise zusammengestellt. Wir freuen uns über eure Ergänzungen in der Kommentarspalte!

» Direkt zum Thema „Frauen und Rechtsextremismus: eine unterschätzte Gefahr?“ lädt Eva Hoegl, SPD-Bundestagsmitglied und Obfrau im NSU-Untersuchungsauschuss, am 11. Juni von 19 bis 21 Uhr ins „Gesicht Zeigen!“/Ausstellungsräume „7x jung“ in Berlin ein (Flensburger Straße 3, S-Bahnbögen Bahnhof Bellevue, Bögen 416-422). Das Programm und das Anmeldeformular (Anmeldeschluss ist der 7. Juni, die Teilnahme ist kostenlos) findet ihr hier.

» [Ergänzung, danke an die Antifa Linke Münster]: Auch am 19. Juni geht es um Gender-Perspektiven, hier bezüglich antifaschistisch-feministischem Aktivismus: die Antifaschistische Linke Münster (mit der Antifaschistischen Bildungsinitiative Münsterland, Emanzipatorischen Antifa Münster und edition assemblage) lädt um 20 Uhr (Baracke, Scharnhorststr. 100, Münster) ein zur Lesung „Fantifa. Feministische Perspektiven antifaschistischer Politiken„. Weitere Infos findet ihr hier.

» Heute um 17 Uhr in Eberswalde (an der Bushaltestelle Spechthausener Str.) wird mit einer Kundgebung Falko Lüdtke gedacht.

» Ebenfalls am 4. Juni referiert der Soziologe Johannes Kiess zu der (u.a. von ihm durchgeführten) Studie „Die Mitte im Umbruch. Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2012„, ab 20 Uhr in der vh Ulm (Einsteinhaus) am Kornhausplatz. „Die Autoren fordern vor dem Hintergrund ihrer Erhebung dazu auf, nicht nur der Aufarbeitung der rassistisch motivierten Mordserie der Gruppe ‚NSU‘ Aufmerksamkeit zu schenken, denn: ‚Wenig Beachtung findet häufig, dass es menschenfeindliches Denken und Rassismus in ihrer alltäglichen Ausprägung sind, die den Resonanzboden bilden für das Entstehen von organisiertem, gewalttätigem Rechtsextremismus‘.“

» Die Rosa Antifa Wien veranstaltet am 4. Juni ab 19 Uhr im W23 (Wipplingerstr. 23, Wien) einen „Rechtsinfo-Basics„-Workshop für (u.a. antifaschistische) Demonstrationen, wie diese organisiert werden können und andere „grundlegende rechtliche Fragen.

» Am 6. Juni wird in der Fehrbelliner Str. 3 in Berlin ein Stolperstein verlegt für Theresa Zlotniki, die von ihrem dortigen zu Hause 1942 deportiert und in Treblinka ermordet wurde. Insgesamt werden an diesem Tag 16 Stolpersteine in Berlin verlegt werden. Weitere Informationen, u.a. die noch nicht bekanntgegebene Uhrzeit, kann man unter der Homepage der Koordinierungsstelle Berliner Stolpersteine erfahren.

» „Dagegen und dann?!“ heißt die Workshoptagung, zu der zum vierten Mal die Mobile Beratung Gegen Rechts NRW einlädt, und zwar am 8. Juni ab 10:30 Uhr im Haus der Jugend Solingen (Dorper Str. 10-16). Dort sollen „Bündnisse, Initiativen, Fachkräfte, MultiplikatorInnen und engagierte Einzelpersonen“, die Möglichkeit bekommen, „über Probleme und Erfahrungen in der alltäglichen Auseinandersetzung mit Rassismus und Rechtsextremismus ins Gespräch zu kommen, sich kennen zu lernen und zu vernetzen.“ Mehr zum Programm ist auf der Homepage nachzulesen.

» Die Friedrich-Ebert-Stiftung lädt ein zum Diskussionsabend „Rechtsextremismus in Baden-Württemberg. Strategien und Bündnisse gegen Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ am 18. Juni in Göppingen (Fritz-Erler-Forum, Werastr. 24) von 18 bis 20 Uhr. „Die NSU-Morde haben verdeutlicht, dass nicht nur die Zivilgesellschaft, sondern auch Polizei und Verfassungsschutz gefordert sind, die Gefahren rechtzeitig zu erkennen, die Debatte über Widerstandsformen gegen rechts zu führen und rechtsextreme Aktionen zu verhindern. Zu einer besseren Vernetzung solcher Aktivitäten wollen wir mit dieser Veranstaltung beitragen,“ schreibt die FES zum Ziel des Abends. Auch hier ist eine Anmeldung nötig, die Teilnahme ist kostenlos.


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Warum rechte Frauen weniger wahrgenommen werden

27. Mai 2013 von Charlott
Dieser Text ist Teil 2 von 10 der Serie Gender und Rechts(extremismus)

Zum Beginn dieser Reihe in der letzten Woche warf ich eine Reihe von Fragen auf. Einigen will ich heute etwas näher auf den Grund gehen: Welche Bedeutung haben eigentlich Frauen in rechten Netzwerken? Wie bringen sie sich ein? Und aus welchen Gründen werden sie oftmals übersehen, werden ihre Taten kleingeredet?

Dass rechte Frauen oftmals nicht – oder viel zu wenig – wahrgenommen werden, ist keine neue Erkenntnis. So stand in der Ausgabe März/April 1995 des Antifaschistischen Infoblatts:

Entgegen der These, daß Faschofrauen nur wegen ihrer >>Macker<< rechts sind, versuchen wir die Arbeit von Drahtzieherinnen und Kaderfrauen zu dokumentieren. Wir versuchen herauszufinden, welche Positionen Frauen innerhalb der Rechten anhand der ihnen definierten Rolle übernehmen (Einsatz im Bereich Anti-Antifa, als Kundschafterinnen bei Antifa-Demos, als Flugblattverteilerin, in sozialen Bereichen z.B. in Tarnvereinen für Eltern drogenabhängiger Kinder) bzw. welche sie übernehmen, weil sie es wollen und dafür kämpfen.

Schon allein anhand dieser Aufzählung kann erahnt werden, dass es nicht wenige rechte Frauen gibt, die auf unterschiedlichste Art und Weise in rechte Netzwerke eingebunden sind, diese mitragen und auch gestalten. Es liegt also nicht daran, dass es nur wenige aktive Frauen gibt, dass sie nicht_wenig wahrgenommen werden. Grund für den verstellten Blick sind sexistische Gesellschaftsstrukturen.

„Die Freundin von…“

Bereits im Antifa-Blatt wird als erstes die These genannt, dass Frauen als die Anhängsel ihrer „Macker“ gesehen werden. Und bis heute werden Frauen häufig lediglich als „Freundin/Frau von…“ beschrieben und wahrgenommen. Es ist nur vorstellbar, dass Frauen in der Szene sind, weil sie Beziehungen zu rechten Männern führen. Sie werden kaum als eigenständige Akteurinnen gesehen und somit ihre Tätigkeiten zum Erhalt und Ausbau der extremen Rechten unsichtbar gemacht. Die Bezeichnung von Beate Zschäpe als „Nazibraut“ ist da eines der aktuellsten, aber bei weiten nicht das einzige Beispiele. Mit diesem Label versehen werden natürlich auch Taten anders bewertet oder einige überhaupt nicht betrachtet.

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Von Artamanen bis Zschäpe – Frauen in der rechten Szene

20. Mai 2013 von Charlott
Dieser Text ist Teil 1 von 10 der Serie Gender und Rechts(extremismus)

Welche Bedeutung haben eigentlich Frauen in rechten Netzwerken? Wie bringen sie sich ein? Wie sind sie einzuschätzen?  Und aus welchen Gründen werden sie oftmals übersehen, werden ihre Taten kleingeredet? Was gibt es zu rechtem Gedankengut und Geschlecht zu sagen? Mit diesen Fragen, und sicher noch einigen mehr, wollen wir uns ab heute in einer neuen Artikelserie „Gender und Rechtsextremismus“ auseinandersetzen. Für diese Reihe haben wir uns für den Begriff Rechtsextremismus entschieden, um ein Einstellungsmuster zu bezeichnen, wie es hier bei „Netz gegen Nazis“ beschrieben wird. Als anderer und oft synonym verstandener Begriff wird im allgemeinen auch „Rechtsradikalismus“ genutzt, der unserer Meinung nach jedoch verkürzt ist. Nach besseren Begriffsalternativen wird noch gesucht. Kritisch anzumerken bleibt, dass „Rechtsextremismus“ ein Begriff der Extremismustheorie ist, die unseren politischen Anliegen entgegenläuft und rechtes Gedankengut als „Randproblem“, das mit linker Politik und linken Utopien gleichgesetzt werden könne, strategisch verharmlost.

Seit dem 06. Mai läuft nun der sogenannte „NSU-Prozess“ gegen Beate Zschäpe sowie André E., Holger G., Carsten S. und Ralf Wohlleben. (Zu den UnterstützerInnen hat die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung Informationen zusammengetragen.) Mit dem Beginn des Prozesses ging selbstredend auch die Berichterstattung weiter, die Beate Zschäpe vor allem hinsichtlich ihres Aussehens kommentierte („Ihr langes Haar glänzt. Vermutlich war sie noch gestern beim Gefängnisfriseur.“ FOCUS) oder sie als „Nazi-Braut“ bezeichnete (BILD).

Zwei Beispiele von vielen die zeigen, dass die mediale Wahrnehmung von rechten Frauen immernoch bestimmt ist durch klare sexistische Stereotype. Dabei ist die Forschung zu dieser Thematik seit Jahren weiter. So antwortet auch „Anna“ vom Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus im Buch „Fantifa. Feministische Perspektiven auf anti-faschistische Politik“ auf die Frage, ob sich denn in den letzten zwanzig Jahren die Wahrnehmung rechter Frauen geändert hätte:

Da würde ich unterscheiden: In den Kreisen, die Recherchearbeit machen, Forschung betreiben und publizieren zum Thema extreme Rechte, hat sich einiges getan. Hier werden Frauen- bzw. Geschlechterthemen überhaupt inzwischen deutlich häufiger berücksichtigt, so mein Eindruck. […]
In der allgemeinen Öffentlichkeit allerdings ist das Bild häufig noch das der Frau als Mitläuferin, wenn überhaupt. Oftmals auch in sexualisierter Weise: Sie ist nur als „Freundin von…“ vorstellbar. Das wurde recht gut sichtbar, als im November 2011 die Taten und das Kernpersonal der so genannten Zwickauer Terrorzelle des NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) bekannt wurden. […] Obwohl anfangs nichts klar war über die Beteiligung der einzelnen Mitglieder an der Mordserie des NSU, bezeichneten diverse Medien die Frau sofort als „Nazi-Braut“ und „Betthäschen“ der Mörder-Nazis.

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