Feminist Fun Friday – Die Male-(Feminist)-Tears-Edition

19. Februar 2016 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 14 von 14 der Serie Feminist Fun Friday

Da hat sich Nadia aber etwas getraut: Da behauptete sie einfach, dass Feministen vielleicht gar nicht die großartigen Erlöser-Figuren sind, als die sie immer wieder gefeiert werden. Stattdessen hat sie ein paar entlarvende Typologien vorgestellt, die oft anzutreffen sind. Das konnten viele Kommentator_innen so nicht auf sich sitzen lassen und plötzlich tummelten sich all jene, die Nadias Text vorstellte, als wandelnde Q.E.D.s in der Kommentarspalte: Der Keks-Feminist schüttelte erfreut Hände mit dem Sunnyboy-Klugscheißer, und Breitbein-Feministen und empörte Hetera-Feministinnen ließen ebenfalls nicht lange auf sich warten (schließlich wurden ja auch deren Boyfriends angegriffen!).

Ein paar der Highlights haben wir euch zum Wochenende mitgebracht:

[Übrigens: Falls der Feminist Fun Friday bei euch GIF-Alarm auslöst, findet ihr hier eine Anleitung, um diese zu deaktivieren.]

1. Männerhass!

„…Eindruck, dass manche der hieseigen Schreiberinnen sich im Grunde eine Welt ohne Männer wünschen. Macht nur weiter so.“

„Ich kann die Wut gut verstehen, aber: Bringt es diese Wir-gegen-die-Dichotomie? Wo ist die Grenze zu irrationalem Hass? Gibt es überhaupt eine Möglichkeit, als Mann ein guter Feminist zu sein außer: nicht da sein?“

2. Mein Boyfriend ist aber wirklich der feministischste von allen!

„Ich gehe mal schnell meinem ex bescheid sagen, dank dem ich sehr viel neues über Feminismus gelernt habe und der mich immer unterstützt hat. Da hat er das Prinzip von Feminismus wohl falsch verstanden, soll anscheinend elitär bleiben, damit man jah auch wenig damit erreicht und sich nur gewisse Gruppen anschließen dürfen.“

„ich freue mich über jeden mann, der feminist ist. da kenne ich viele, manche leben auch in alten rollenbildern und sind trotzdem feministisch.“

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Feminist Fun Friday: Das Hotpants-Steinzeit-After-School-Special

10. Juli 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 13 von 14 der Serie Feminist Fun Friday

Auch wenn die Temperaturen sich diese Woche etwas abkühlten, die Gemüter blieben vielerorts (und auch hier in der Kommentarspalte) hocherhitzt: Denn worüber ließe es sich vortrefflicher diskutieren als über Bekleidungsvorschriften? Kommentator_innen haben sich fast überschlagen im Eifer zu erklären, dass a) Vorschriften wichtig sind, weil Vorschriften, b) Hormone! und c) Lehrer eben auch nur Menschen sind.

Ein besonderes Prachtexemplar haben wir euch für den Feminist Fun Friday mitgebracht. Der_die Kommentator_in hat eine große Gefahr erkannt: Wenn nun Mehrfachdiskriminierungen diskutiert und auf rape culture verwiesen wird, ohne dass dabei Schulzwang diskutiert wird, dann führt das den Feminismus ™ ganz direkt und ohne Umschweife zurück in die Steinzeit! Und das kann nun wirklich keine_r wollen, denn hier in der Jetztzeit gibt es doch so super Studien, die Biologisch-Deterministisches auch ‚belegen‘. Somit haben wir mal wieder erfahren, dass man entweder A oder B kritisieren könne – verschiedene Perspektiven überfordern einfach schnell und Sexismuskritik sei letztlich erpresserischer Moralterror, der niemandem – allen voran Sexist_innen… – etwas bringe. Argumentativ also durchaus bestechend das ganze; das mussten wir dann gleich mal mit GIFs belohnen.

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1. Schule ist ein Ort voller Regeln, Vorschriften und Zwänge. Bevor man sich über Kleidervorschriften am dem was technisch gesehen einen Arbeitsplatz darstellt aufregt sollte man vielleicht mal darüber nachdenken, welche Legitimation überhaupt Schulzwang an sich hat, warum wir junge Menschen im ersten Viertel ihres Lebens konditionieren sich anzupassen und ihre Fähigkeit prüfen, genau das zu tun was ihnen gesagt wird.

2. „Schüler werden als nahezu unfähig zum geraden Gedanken inszeniert, als schutzbedürftig.“ Schüler und gerade pubertierende Schüler haben durchaus Probleme mit geraden Gedanken – wesentliches Kennzeichen dieser Lebensphase. Liegt nicht nur an Hormonen, sondern auch an kognitiven Entwicklungen. Das ist auch erforscht und dazu gibt’s Literatur.

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Feminist Fun Friday: Die „Feminismus bringt mein Fass zum Überlaufen“-Edition

5. Juni 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 12 von 14 der Serie Feminist Fun Friday

Liebe Feminist_innen, eine wichtige Frage zum Freitag: Geht es euch auch häufig so, dass ihr einfach nicht wisst, mit welchen Themen ihr euch befassen könntet? Schon lange fällt euch nichts Produktives mehr für Texte ein? Männliche Perspektiven fehlen euch? Und dann sucht ihr auch noch händeringend die richtigen Mitstreiter_innen (oder Mitstreiter – let’s be honest!)?

Der Autor unserer hier vorgestellten Anfrage – ein selbsterklärter „Aktivist in vielen Bereichen“, oha – hat da einen Vorschlag parat: Feminismus müsse sich endlich den wirklich wichtigen Themen (…seinen…) widmen. Sonst wisse er aber leider auch nicht, was dieser Feminismus eigentlich sei. Im Grunde also ist unser FFF-Prachtexemplar ein potenzieller Verbündeter ™, wie ihn feministische Bewegungen immer bestens gebrauchen können: Ein Feminismus-Kommentator, der Ultimaten stellt für seine Benevolenz-Erwägung und dabei – ganz „Maskulismus [sic]-Worst-Of“ – Genitalverstümmelung, Intersex-Genitalverstümmelung eingeschlossen, relativiert. Mehr muss man dazu gar nicht sagen, lest einfach selbst…

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Seid gegrüsst liebe Aktivist_innen (hoffe das so richtig zu schreiben!?)

Ich bin selber Aktivist in vielen Bereichen, wollte aber seit der Emma Kampagne für/⁠pro Genitalverstümmlung an Jungs nichts mehr von diesen „heuchlerischen Haufen“ wissen bis ich durch Zufall auf den Link letztens stieß [Link zu einem Blogartikel, der Vorhaut-Beschneidung mit Klitoris-Beschneidung gleichsetzt].

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Feminist Fun Friday: Die „Aus den Aufzeichnungen eines Trolls“-Edition

3. April 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 11 von 14 der Serie Feminist Fun Friday

Trolle haben es ja nicht mehr so leicht heutzutage: Früher, ja früher, da war alles besser, da konnte man sich plump in irgendwelche Internetdebatten oder Kommentarspalten einschalten, destruktiv und nervtötend daher quatschen, sogar das ein oder andere Mal mit den anvisierten Zielpersonen oder -gruppen direkt in Kontakt treten und im Glücksfall ewig lange am Zeitfresserrad drehen – es musste nur der Laber Rhabarber-Köder gut genug ausgelegt werden, und wenn angebissen wurde, dann begann auch schon das große Fest. Der Troll war in seinem Element, fühlte sich mit Aufmerksamkeit überhäuft, im Mittelpunkt des Geschehens, interagierte mit seinen verhasstesten Gegner_innen, konnte so viel klugscheißen dass kein Klopapier der Welt ihn jemals hätte stoppen können, fühlte sich auf dem Zenit seiner rhetorischen Bösartigkeit verdient angekommen! Hach, das waren noch Zeiten!

Zeiten wie aus einer goldenen, längst vergangenen Ära, als es vor allem unter Feminist_innen noch nicht so en vogue war, zu ignorieren und zu blockieren und schneller als „Troll“ überhaupt buchstabiert werden kann auf das Mülleimer-Symbol in Blog-Backends zu klicken. Heute, heute aber herrscht Langeweile. Da, wo früher ein Minenfeld war, auf dem der Troll es gewohnt war, Topfschlagen zu spielen (auch, weil früher blockieren-und-ignorieren öfter noch als heute als „Zensur“ verschrien war), ist heute nichts als verbrannte Erde. Der Troll sucht nun also nach anderen Möglichkeiten, mit Feminist_innen in Kontakt zu treten, um dem liebgewonnen Ping-Pong der Vergangenheit wieder Leben einzuhauchen. Er schreibt zum Beispiel depperte Mails. Ein Prachtexemplar der letzten Wochen las sich dann auch so:

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Seit  kurzem bin ich mit einer sehr starken selbstbewussten frau zusammen

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Feminist Fun Friday: Die „Reiche Leute sind auch arm dran!“-Edition

16. Januar 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 10 von 14 der Serie Feminist Fun Friday

Manche Dinge kann Geld nicht kaufen. Was Mastercard schon lange weiss, beklagt nun auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) in einem gestrigen Artikel, der uns „Robert Neunkirch“ (ein Pseudonym) vorstellt, einen „Spitzenverdiener,“ der es doch nie aus dem „guten Vorort von Frankfurt“ rein in die Millionenvillen des Taunus schaffen wird. Ab wann ist man reich?, fragt die FAZ, und sie und Neunkirch resümieren gleich, dass 10.000 Euro brutto im Monat schon nicht schlecht sind, da aber noch viel Luft nach oben bleibt, schließlich trifft uns dieser Kapitalismus letztlich ja alle. Neunkirch ist kein Bootsbesitzer und geht auch nicht jedes Jahr Skifahren, aber Steuern müssen er und andere trotzdem zahlen – es ist wie ein Fluch, der sich über Besserverdiener_innen gelegt hat.

Dass 60 Prozent des Vermögens in Deutschland auf zehn Prozent der Bevölkerung versammelt ist, bleibt bei solchen Qualen natürlich Nebensache. Der Artikel entlarvt den „Durch harte Arbeit zum_zur Millionär_in werden kann jede_r!“-Mythos einer vermeintlichen „Leistungsgesellschaft“, und doch wird Neunkirch, stellvertretend für gutverdienende (aber nicht tatsächlich speerspitzenverdienende, menno…) Menschen, als ein hart getroffenes Opfer des Systems und als eigentlich wohlmeinender Sündenbock für missgünstige, da ärmere Menschen dargestellt, als das schwer gegängelte Fundament der Gesellschaft. Kapitalismuskritik? Fehlanzeige. Wenn, dann ein Hauch von „schaffendem“ gegen „raffendes“ Kapital, dem latent antisemitischen Argumentationsmuster derjenigen, die Kapitalismus dann kritisch sehen, wenn sie selbst zu wenig erben; wenn sie dann doch nicht bei dem einen Prozent, dem wiederum fast ein Viertel des Gesamtvermögens gehört, dabei sind.

Die Einkommensschere, Hartz-4-Reformen und Ausbreitung des Niedriglohnsektors, Mindestlohn-Ausnahmen, Gender Pay Gap, Quotendiskussionen, besondere Armutsrisiken für Alleinerziehende und der Fakt, dass Asylbewerber_innen bis vor zwei Jahren 225 Euro pro Monat zum Leben zur Verfügung stand, müssen fast gänzlich unerwähnt bleiben in dieser Selbstmitleidsinszenierung einer weißen, deutschen Oberschicht, die keine Yacht besitzt. Natürlich ganz zu schweigen davon, dass man nicht umsonst zum Beispiel zwischen absoluter und relativer Armut unterscheidet und das wiederum Beschwerden über mäßigen bis großen (aber eben tragischerweise nicht größten) Reichtum in Relation setzt.

Trotz der harten Verhältnisse „gönnt“ sich Neunkirch aber auch mal was, sagt er – das beruhigt uns. Wir gönnen es ihm. Und uns gönnen wir eine bebilderte Kommentierung der schönsten Blüten dieses Artikels. Immerhin.

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„Seit Robert  Neunkirch weiß, dass er reich ist, schläft er schlecht. Nachts hört er  es manchmal knacksen im Haus, als stiege ein Einbrecher durchs Fenster  ein. Er streitet sich fast täglich mit seiner Frau, weil sie eine Sauna  im Keller will, er das aber für Geldverschwendung hält. Früher, sagt  Robert Neunkirch, war er eigentlich ganz entspannt. Dann kam vor drei  Jahren mit der neuen Stelle eine Gehaltserhöhung, und seitdem ist  Neunkirch reich, zumindest auf dem Papier.“

     

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Feminist Fun Friday: Die Bullshit-Bingo-Bullshit-Bingo-Edition

26. September 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 9 von 14 der Serie Feminist Fun Friday

Mansplainer kommen in allen Formen – manchmal auch direkt mit einer Entschuldigung. Dass sich zu einem Bullshit-Bingo aber ein solcher einfinden würde, der selbst ein halbes Bullshit-Bingo voll bekam mit seinen Thesen zum Bullshitbingo, war dann doch unerwartet. Der (sich selbst so bezeichnende) Kommentator „Bin ein Typ, sry“ hatte  Gedanken zur Institution Bullshitbingo An Sich (TM) und stellte daher eine Kleine Anfrage an Den Feminismus (TM).

Da Feminismus (wie auch Typ sry erkannt hat) eben nicht nur aggromisandristischen „Missmut über häufiges und i.d.R. nerviges“ Gelaber (oh, die Ironie…), sondern auch immer Dienstleistung für spontan vorbeischauende Typen (…sorry) bedeutet, die dabei ausdrücklich „freundlich“ behandelt werden möchten, während man ihnen noch einmal persönlich Feminismus 101 oder Die Feministische Feuerwehr erklären soll, waren wir natürlich sofort Feuer und Flamme und dachten uns: gehen wir gleich einen Schritt weiter! Warum nicht statt eines Bullshit-Bingo-Bullshit-Bingos direkt einen Feminist Fun Friday, der sich exklusiv diesem Kommentar widmet?

Am Rande sei erwähnt: Mit ein paar kurzen Klicks stünden Texte und Links mit Hintergrundinformationen, das Archiv, „Kategorien“, „Serien“, Netzwerke, Podcasts, die Blogroll und viele weitere Kanäle zur Verfügung für Verständnisfragen zu -ismen als „ggf. (vereinzelt) zutreffende“ „Sichtweise“ und gelegentliche Hatespeech-Irritationen… Mit bunten und glitzernden GIFs (die ja ebenfalls beliebt sind in „unseren Kreisen“, nech…) gehen wir nun aber unfreundlichen Worten aus dem Weg, haben selbst ein bisschen Spass und hoffen einfach mal, dass sich manche der „Anregungen“ des Typ sry dadurch selbst beantworten. BINGO!

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„Bin Ein Typ, sry“

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Feminist Fun Friday: Dude-Alarm

30. Mai 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 8 von 14 der Serie Feminist Fun Friday

Eines ist uns sicher sehr wichtig hier bei der Mädchenmannschaft: Das Hinweisen auf die Arbeiten, Projekte oder Gedanken anderer Feminist_innen/ Aktivist_innen. Dafür haben wir gleich eine Reihe von regelmäßigen Erscheinungen: „Kurz verlinkt“, die Blogschau und nicht zuletzt den Selbermach-Sonntag. Manchmal bekommen wir auch über Emails Hinweise. Meistens freuen wir uns darüber. Aber dann gibt es da auch immer mal wieder eine Email, die den Dude-Alarm auslöst. So auch vor ein paar Wochen (übrigens: Falls der Feminist Fun Friday bei euch GIF-Alarm auslöst, findet ihr hier eine Anleitung, um diese zu deaktivieren):

Frage zu maedcenmannschaft.net [sic!]

Guten Tag,

ich wende mich vielleicht mit einer etwas ungewöhnlichen Frage an Sie, aber vielleicht haben Sie ja trotzdem Interesse daran, sie zu lesen ;).

Ich betreibe ein kleines Weblog zu Philosophie und politischem Diskurs auf [URL, irgendwas mit Latein] und versuche die Seite im Internet zu verlinken, um sie in Suchmaschinen relevanter zu machen. Ich bin unter anderem auch gegen Sexismus und habe zum Beispiel einen Artikel zu genderkorrektem Alternieren im Sprachgebrauch geschrieben [URL zu Artikel, wo u.a. der Gebrauch von Unterstrichen als super störend betrachtet wird], in dem ich auf Judith Butler Bezug nehme, wo ich ihr in Teilen Recht gebe, was den konstruierenden Teil von Sprache anbelangt. Würden Sie die Seite oder den Artikel vielleicht verlinken wollen? Selbstverständlich bin ich auch zu einer Gegenleistung bereit, wenn Ihnen da etwas einfällt.

Viele Grüße
[Dude]

Hallo [Dude],

die Frage ist nun so ungewöhnlich nicht – aber rückblickend würden wir uns gern dazu entscheiden sie doch nicht gelesen zu haben. Doch leider funktioniert diese Welt so nicht.

Wir sind zwar unter anderem auch gegen Sexismus, möchten deine alternierend genderkorrekte Seite aber lieber trotzdem nicht so gerne verlinken. Denn Suchmaschinenrelevanz ist die eine Sache, feministische Relevanz hingegen…

Aber hey, Gegenleistungen klingt ja schon verlockend, drum folgender Deal: Wenn du eine der folgenden „Gegenleistungen“ erfüllst, können wir gern hier in diesem Beitrag den Link einfügen an der Stelle, wo wir ihn oben rausgekürzt haben.

Unsere Vorstellungen:

  • mehrstöckige Sahnetorte (vegan) versehen mit dem Conterfeit Judith Butlers aus Marzipan. Bitte nicht in Teilen, sondern in makelloser Verfassung.
  • die Richtlinien zum Einreichen von Beiträgen für dein Blog äh deine interaktive und moderierte Online-Zeitung, als Audiofile, von dir persönlich eingelesen. Nachdem sie ins Lateinische übersetzt wurden.
  • 1000 Euro

Viele Grüße,
die Mädchenmannschaft


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Feminist Fun Friday: Spaß mit Medienanfragen

14. März 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 7 von 14 der Serie Feminist Fun Friday

Vor etwas mehr als einem Jahr begann unsere Geschichte des Feminist Fun Fridays mit einer Medienanfrage. Und auch die zweite Ausgabe widmete sich einer Anfrage. Auf die damalige öffentliche Antwort haben wir leider nie eine Reaktion erhalten. Die Frage blieb schon: Wie reagieren eigentlich Medienvertreter_innen, die fordernde, seltsame, wenig wertschätzende Anfragen stellen*, wenn ihnen direkt das geantwortet wird, was wir manchmal denken.

Wir haben das Experiment gewagt. Oder ehrlicher gesagt: Wir haben eine interne Weiterleitung aus Versehen auch mal gleich an die anfragende Person geschickt, die gern einen Beitrag für eine bundesweite Tageszeitung erhalten wollte. Unsere Email lautete:

hat eine zeit/lust dafür? (auch wieder so ne geile anfrage ne. nix was es geld gibt dafür, aber „BIS MORGEN MITTAG!!!“) hallelujah

Welche Möglichkeiten gebe es nun darauf zu reagieren?

a) Vielleicht einfach ignorieren. So tun als wäre nix passiert und dann wahlweise a1) nie wieder so eine Anfrage stellen, da es ja anscheinend Probleme mit dem Format gibt oder a2) stoisch weiter anfragen.

b) Sich mit den implizierten Kritiken auseinandersetzen, also damit wie Blogger_innen/ Aktivist_innen gern für umsonst Zeitungen füllen und dies als Ehre annehmen sollten, da sie so ja „ihre Themen“ einbringen können. Und das alles in engen Zeitfenstern, die bei der Produktion einer Tageszeitung vielleicht entstehen, die aber in keinsterweise die Kapazitäten der Angefragten mitdenken – was noch einmal besonders schwer wiegt in Kombination mit der Nicht-Entlohnung.

Oder aber c). Ihr fragt euch „c)“? Wie soll eine dritte Variante aussehen? Tja, die hätten wir uns selbst auch gar nicht so schön ausdenken können:

Liebe [Name der Autorin, die die Mail verfasst hatte], liebe Autorinnen der Mädchenmannschaft,

hier ist schon wieder so eine „geile“ Anfrage, für die es kein Geld gibt und dafür nur zwei Tage Zeit. Vielleicht hat ja dennoch eine von euch Lust, sich an [Artikelreihe] zu beteiligen.

Die Frage der kommenden Ausgabe lautet: „Tötet Liebe die Emanzipation?“

Denn mal ehrlich: Verfallen wir nicht automatisch in tradierte Rollen, wenn wir uns verlieben? Männer führen Ihre Liebsten zum Essen aus und Frauen bügeln plötzlich gerne Hemden. Oder geht Liebe auch ganz anders? Wie passen Liebe und Emanzipation zusammen?

Für diese Frage möchten wir Sie als Mitwirkende gewinnen. Wenn Sie eine klare „Ja“- oder „Nein“-Position einnehmen können, bitten wir Sie um ein Statement von maximal 900 Zeichen. Bitte schicken Sie dieses gemeinsam mit einem Porträtfoto und der Angabe Ihres Alters bis spätestens Mittwoch Nachmittag um 14 Uhr an [Mailadresse]. (Bei vorheriger Zusage kann das Statement auch noch ein wenig später geschickt werden.)

Darüber hinaus habe ich noch eine zweite Anfrage: Zum Weltfrauentag am 8. März plant die [Zeitung] am Wochenende eine Sonderausgabe zum Thema weibliche Lust.

Als durchlaufendes Element in dieser Ausgabe hoffen wir, Antworten zu bekommen auf die Frage „Worauf haben Frauen Lust?“. Deswegen fragen wir Sie und und andere Frauen aus Politik, Kultur und Gesellschaft ganz konkret: „Wozu haben Sie Lust?“

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns verraten, worauf SIE Lust haben. Wir zielen mit unserer Frage nicht ausschließlich auf sexuelles Begehren – Lust hat viele Facetten.

Sie können nur einen Satz schreiben, gerne auch mehrere oder eine kurze Geschichte mit maximal 800 Zeichen.

Ich freue mich auf Ihre Antwort und verbleibe mit freundlichen Grüßen,

* Und wirklich nur jene sind hier gemeint und nicht all die anderen.


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Feminist Fun Friday: Die “Intersektionalität macht Feminismus kaputt”-Edition

14. Februar 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 6 von 14 der Serie Feminist Fun Friday

Das letzte Mal gab es hier im September einen Feminist Fun Friday. Dass dies kein auszuhaltender Zustand ist, war uns eigentlich allen klar – umso größer die Freude, diese Woche endlich mal wieder einen Kommentar zensieren präsentieren zu können. Bereits am Dienstag tauchte Manuel in der Kommentarspalte auf und hatte einiges mitzuteilen. Wahrscheinlich sollten wir es als kostenlose Blattkritik verstehen, erklärte uns da doch endlich mal eine_r, warum Menschen „eigentlich“ die Mädchenmannschaft ansteuern und wie das mit diesem Feminismus richtig funktionieren würde. Spoiler Alert: Wir waren nicht beeindruckt. Aber wir wollen natürlich niemandem unsere Meinung aufzwingen, nicht wahr, und darum lest hier selbst nach!

Ehrlich gesagt irritiert es mich immer mehr dass wenn ich auf mädchenmannschaft.de gehe um etwas über Feminismus zu lesen, ich dann so häufig Artikel über Rassismus vorfinde.

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Feminist Fun Friday: Die Stalkerkommentar-Edition!

20. September 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 5 von 14 der Serie Feminist Fun Friday

Da die Mädchenmannschaft (MM) – alias Die Taliban Des Netzfeminismus‘ (MM) – ja bekannt­lich nord­korea­nische Zu­stän­de™* pflegt in der Mo­dera­tions­poli­tik, was lei­der da­zu führ­te, dass be­stimmte Anti­feminist_innen trau­rig darüber sind nicht mehr mitdiskutieren [sic] zu können, dürfen wir uns nun an einer neuen Stalking-Strategie erfreuen: dem stali­nisti­schen Ju­bel­kommen­tar, schein­bar in­spi­riert durch in­ten­si­ves „Ko­mmu­nika­tions­guerilla“-Wiki­pedia­ein­trags-Stu­dium. Immerhin sind solche Kommentare un­ter­halt­samer als die üb­li­chen Be­schimpf­ungen, Be­droh­ungen und Patho­lo­gi­sier­ungen, mit denen femi­ni­sti­sche Blogger­innen routine­mäßig kon­fron­tiert werden. Und während sich gewisse Leute die Zeit für lange Fake-Kommentare nehmen und sich nicht von der MM los­reissen können, haben sie dann kurz keine Zeit dafür weitere anti­femi­ni­sti­sche Tex­te zu ver­fassen oder daran zu ar­beiten, wie man femi­ni­sti­sche Aktivist_innen 2013 schlicht „hysterisch“ nennen kann, ohne das Wort be­nu­tzen zu müssen. Win-Win!

Ein schönes Beispiel dafür liefert zum wiederholten Male „Milla,“ die_der Anna-Sarahs Beitrag zur Ambivalenz von Feminismus und Popkultur lieber nicht lesen wollte, sondern gleich versuchte möglichst viele aufgeschnappte Vokabeln in einem kleinen, sinnlosen Phrasen-Exkurs unterzubringen; inklusive eines rassistischen Twists am Ende. Da dieser „Kommentar“ bereits für sich spricht, haben wir nur ein paar schicke Bildchen zur Untermalung/Kommentierung eingefügt – viel Spaß :)!

[*“Nord­korea­ni­sche Zu­stän­de“ be­deu­tet nach die­ser Definition, dass der Ver­such, einen (re­la­ti­ven) safe space im eigenen Blog zu schaffen, in dem die Re­pro­duk­tion von Se­xis­mus, Ra­ssis­mus, Hetero­sexis­mus, Trans*-Feind­lich­keit, Fat­sha­ming, etc. kei­nen Platz fin­den soll, son­dern auf explizit kommunizierten Grund­lagen (weiter)dis­ku­tiert wird, Die Frei­heit™ von Sexist_innen, Rassist_innen, Hetero­sexist_innen, Cis-Sexist_innen, Dicken­hasser_innen, etc. ohne Lächeln und so­mit ver­fassungs­wi­drig ein­schränkt, da diese gern überall Menschen dis­kri­mi­nie­ren, be­drohen und be­schimpf­en wür­den oder be­stimm­te Dis­kus­si­on­en un­ter­bin­den; nicht nur in den rest­li­chen 99% des In­ter­nets (als Spiegel ge­sell­schaft­li­cher Reali­tät). Bitter.]

„Einen feministisch akzeptablen Musikgeschmack zu entwickeln, ist eine anspruchsvolle und lohnenswerte Aufgabe. Es ist ein Prozess.

Wenn am Ende dann nur wenig übrig bleibt, von dem, was vormals begeisterte, dann ist das ein Beleg für die Gründlichkeit der eigenen Bemühung.

Das ist also nichts Schlechtes, wenn dieser Weg schwierig ist!!

Ein geschützter Raum, in dem fast nur Männerkapellen erklingen, ist jedenfalls kein geschützter Raum mehr.

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