Selbermachsonntag (16.5.10)

von Verena

Sepiabild eines kleinen Mädchens beim Spielen Und wie jeden Sonntag, eure Spielwiese für Anregendes und Aufregendes. Viel Spaß und schönen Sonntag!




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Eintrag geschrieben: Sonntag, 16. Mai 2010 um 8:35 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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25 Kommentare

  1. Ben sagt:

    Ich diskutiere mit dreihaelften darüber, ob es Feministen überhaupt geben kann: http://dreihaelften.wordpress.com/2010/05/03/feminsten-geht-das-uberhaupt/

    Sociological Images sinniert über Aussehen und dargestellten Habitus von Models heute und in den 80ern: http://contexts.org/socimages/2010/05/16/model-on-cover-of-1986-elle-has-a-real-face/
    Außerdem: wie tief Rassismus in den (us-amerikanischen) Kindern verankert ist: http://contexts.org/socimages/2010/05/15/childrens-attitudes-toward-skin-color/ Hat sowas schonmal jemand für Geschlechter untersucht?

  2. illith sagt:

    ich hab vorgestern(?) Das Parfum im TV gesehen (nolens volens) und meine vorurteile wurden vollauf bestätigt. wieder mal ein film, der durch ästhetisierung/sexualisierung junger toter mädchen glänzt. umso mehr zum kotzen, dass dieser film dann auch noch – zumindest teilweise – auf identifikation mit dem täter angelegt ist und das ganze durch dessen motive total relativiert. brech.
    (ansonsten netter film mit guten schauspielerInnen und tollen bildern)

  3. Ulrich sagt:

    Auch, wenn ich Buffy nicht so furchtbar gerne mag – nachfolgend ein treffender Kommentar zum Thema Girlpower vs. reaktionäre Sexualmoral:

    http://www.lachschon.de/item/62970-buffy/

  4. Red Riding Hood sagt:

    in der zeit-online gibt balian buschbaum (ehemals yvonne buschbaum, deutsche meisterin im stabhochsprung) ein interview, in dem er über seine autobiographie „blaue augen bleiben blau“ und seine geschlechtsangleichung durch operation und hormontherapie spricht. letztere habe auch seine art zu denken und zu fühlen verändert. es lebe sich nun leichter:

    „Aber ich genieße es auch, wie es jetzt ist, mit männlichen Gedanken: Es ist einfacher und lockerer – die gewisse Leichtigkeit des Lebens, die vorher nicht so extrem ausgeprägt war.“

  5. Patrick sagt:

    Zu dem Transsexuellen: Das liegt ja nicht daran, weil er ein Mann ist und als solcher das Leben „leicht“ empfindet, sondern daran, dass er die Last los ist, im falschen Körper zu stecken. Männliches Leben ist härter, siehe Selbstmordrate, Lebenserwartung etc.. (Nein, ich heule jetzt nicht und kauf mir auch keinen Dauerlutscher, auch wenn es mir FeministInnen empfehlen bei solchen Themen).

    Aber auch interessant: Weibliche Topmanagerinnen (Quotenfrauen) verdienen in der gleichen Position mehr als Männer:

    http://www.welt.de/die-welt/finanzen/article7637297/US-Top-Managerinnen-verdienen-mehr-als-maennliche-Kollegen.html

  6. Magda sagt:

    @ Patrick

    Ganz ehrlich: Ob 16 weibliche CEOs im Durchschnitt mehr verdienen als ihre 484 männlichen Kollegen ist für mich kein Indiz, dass Benachteiligung in der Arbeitswelt nun nicht mehr existent sei (zumal man dafür gewiss nicht die horrenden Gehälter der weiblichen sowie männlichen CEOs als Beispiel nutzen sollte. Ob eine weibliche CEO eine Million mehr kriegt als ihr Kollege, der trotzdem noch 16Mio in der Kasse hat, ist eine Diskussion, die die Lebensrealitäten der meisten Arbeiter_innen in den USA wohl kaum berührt). Für mich bedeutet Gleichberechtigung nicht nur, dass Gehaltsgerechtigkeit herrscht (und wie gerecht die Gehälter von CEOs sind, ist streitbar), sondern auch, in welchem Maße und auch wer an der Gestaltung der Gesellschaft (inklusive der hochbezahlten Jobs) teilnehmen kann.

    Aber wenn ich mich auf dein Argument schon einlasse: In der Bezahlung dieser CEOs spielen übrigens auch noch andere Variablen mit rein – neben Geschlecht z.B. Leistung oder wie die Verträge aufgesetzt sind, um welches Business es sich handelt etc. Geschlecht kann, muss aber nicht dominierend sein. Nichtsdestotrotz ist die Zahl der weiblichen CEOs viel zu klein, um verallgemeinernde Aussagen zu machen.

  7. Patrick sagt:

    Seit wann geht es im Feminismus denn um die kleinen ArbeiterInnen? Es ging in diesem elitären Diskussionszirkel stets um jene, die „Selbstverwirklichung“ und „Karriere“ betreiben, nicht um jene, die ihren Job beim großen Lotto-Gewinn sofort an den Nagel hängen würden – genau dies ist aber kennzeichnend für die große Mehrheit der ArbeitnehmerInnen. Das wusste schon Esther Vilar.

  8. Anna sagt:

    Patrick, deine Polemiken kannst du dir sparen.

    Es ist jetzt das zweite Mal innerhalb von ein paar Tagen, dass du an die Netiquette erinnert werden musst. Ein drittes Mal werden wir das nicht machen.

  9. Magda sagt:

    @ Patrick

    Wer mit Esther Vilar argumentiert, hat eigentlich nicht viel, insbesondere keine Argumente. Du hast anscheinend einen wichtigen Teil feministischer Diskurse verpasst (ignoriert?). Dir noch einen schönen Abend.

  10. Red Riding Hood sagt:

    @Patrick: dass es daran liegt denke ich auch, balian führt es allerdings auf die hormonbehandlung zurück (s. interview).

    *vorsicht trigger*

    was die selbstmordrate betriff: männer begehen öfter erfolgreich selbstmord, da sie zu effektiveren mitteln greifen, bei denen eine rettung kaum möglich ist. beispielsweise ist die chance nach tablettenmissbrauch oder dem aufschneiden der pulsadern gerettet zu werden höher, als nach dem einsetzen einer schusswaffe oder dem strick oder dem sturz von einer brücke.
    ein weiterer grund ist das männerbild, dass gefühle zu zeigen und über sie zu reden ausschließt, so dass die lage schneller auswegslos erscheint.

  11. Patrick sagt:

    „Meine“ Argumente sind immerhin gut genug, als dass sie für eine wachsende (!) Bewegung stehen. Für eine inhaltliche Widerlegung reicht’s hier auch nicht, nur das Niederknüppeln als „Polemik“ oder die polemische Antwort, dass man (also ich) keine Argumente habe…

    Ich habe hier angeführt, dass Arbeit für die große Mehrheit der Bevölkerung nicht etwa „Selbstverwirklichung“ bedeutet, wie vom Feminismus postuliert, sondern eine notwendige, unangenehme Pflicht darstellt, der man sich bei der ersten Gelegenheit (z.B. Lotto-Gewinn) entzieht. Eine Frau, die den Weg einer Mutter und Hausfrau einschlägt, deren Konzept erst durch die außerhäusliche Pflichterfüllung eines Mannes realisierbar wird, entzieht sich dieser Pflicht, nutzt ein Privileg aus, dass Männern _nicht_ offensteht!

    Offenbar habt ihr gegen diese Faktendarstellung nicht wirklich ein Gegenargument, weshalb ihr euch in Zensur flüchten müsst. Oder wie steht’s mit einer inhaltlichen Widerlegung?

  12. Patrick sagt:

    @RRH: Vielleicht greifen Frauen zu weniger effektiven Methoden, weil sie es nicht wirklich ernst meinen, sondern nur versteckt nach Aufmerksamkeit rufen? Auch wenn man zu Schlaftabletten greift, müsste eigentlich jede wissen, dass man mehr Zeit einkalkulieren muss, um den Todeseintritt zu erreichen. Blöd, genauer gut, wenn der Mann zur üblichen Zeit nach Hause kommt…

  13. Anna sagt:

    Patrick, schonmal drüber nachgedacht, dass es uns einfach zu blöd ist, auf offensichtliche billige Provokationen zu antworten? Glaub mir, da bist du nicht der erste… Wie Magda schon schrieb, du ignorierst bewusst und mit voller Absicht wichtige Teile der feministischen Debatte. Es ist nicht unsere Aufgabe, dir diese hinterher zu tragen.
    Also, wenn du Streit willst, dann such ihn wo anders. Wir werden dir kein Forum für deine Selbstdarstellung bieten.

    Und ach ja, wenn du eh am nachlesen bist, dann schlag doch gleich mal „Zensur“ nach.

    Schönen Abend noch.

  14. Ulrich sagt:

    Morgen ist International Day against Homophobia:

    http://www.homophobiaday.org/

  15. ina sagt:

    schon etwas älter:

    http://www.zeit.de/2010/17/Traum-Brigitte-Hobmeier

    warum wohl sind frauenrollen weniger interessant und vielfältig als männerrollen..?

  16. Turbo sagt:

    Eine 16-jährige umsegelt die Welt: http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,694552,00.html

    Natürlich in einem rosafarbenen Boot… *seufz*

    An Patricks Kommentaren hier kann man übrigens schön sehen, wie die maskulinistische Umdeutung von Begriffen, die z.B. Thomas Gesterkamp treffend beschrieben hat, funktioniert, wenn er eine typische Frauenproblematik, nämlich Familie und Beruf zu vereinbaren und die bekannten Folgen wie (Alters-)Armut im Trennungsfall etc., als „Privileg“ bezeichnet.

    Um Gesterkamp und eine Veranstaltung der FES mit ihm über seine Expertise geht es bei Magda im Freitag: http://www.freitag.de/community/blogs/magda/gender-mainstreaming—ein-gespenst

  17. let sagt:

    > Natürlich in einem rosafarbenen Boot… *seufz*

    Äh, entschuldige? Weißt Du, dass ihr die Farbe von außen aufgezwungen wurde? Die Farbe ist vielleicht nicht schön, aber wenn sie sich die Farbe ausgesucht hat gibt es doch keinen Grund diese Farbwahl abfällig zu kommentieren.

  18. M.S. sagt:

    @let: Danke! Genau das gleiche ging mir auch als erstes durch den Kopf…

    @Turbo: Was ist denn schlimm an rosa. Muss sie jetzt ihr Boot blau streichen, nur weil rosa typisch Mädchen ist?! Vielleicht gefällt ihr rosa einfach gut…

  19. Turbo sagt:

    @ let, M.S.: Ich habe Jessicas Farbwahl nicht abfällig kommentiert, sondern eher meine Ratlosigkeit über dieses Mädchen=Rosa-Ding ausgedrückt. Ich finde die Farbe ihres Bootes auch für ihre Leistung nicht wesentlich und natürlich kann Jessica jede Farbe der Welt am schönsten finden und ihr Boot entsprechend streichen – ich fand rosa in verschiedener Hinsicht einfach sehr auffällig.

    Und ja – prinzipiell finde ich es schon problematisch, dass Mädchen heutzutage so bitter auf rosa genormt sind.

  20. Red Riding Hood sagt:

    @Turbo: dachte das gleiche.

    es kommt mir auch manchmal so vor, als ob mädchen/frauen, die etwas leisten was nach gängigem rollenklischee eher jungen/männern zugetraut wird, mit klischeeartigem verhalten bzw vorlieben beweisen müssten, dass sie trotz dieser leistung weiblich sind.
    kann natürlich wirklich einfach nur daran liegen, dass sie rosa so gern mag. aber da wir ja noch nicht postgender sind komm ich eben nicht umhin mir dazu gedanken zu machen.

  21. Erna sagt:

    Mal davon abgesehen, wurde in dem Artikel ungefähr viermal (oder waren’s nur drei?) erwähnt das ihr Boot rosa ist oder ihre „Fans“ rosa Caps tragen… bei einem männlichen Segler wäre bestimmt nur am Rande erwähnt worden (oder gar nicht), dass das Boot grün (blau, rosa, weiß, rot….) war.

  22. let sagt:

    Ihr mögt ja zum Teil recht haben, ich habe auch zuerst gestutzt. Aber irgendwie hat jede Diskussion anhand speziellen Menschen den Hauch eines sexistischen Doppelstandards, der dazu führt die entsprechende Person zu „entmündigen“.

    Um das mit einem übertriebenen Beispiel mal ins extreme zu Treiben:
    „Eine Schauspielerin bekommt einen Preis (für ihre Rolle als Frau von jemand wichtigem -seufz-). Zur Preisverleihung hat sie sich ihre langen Haare -seufz- schön gemacht und trägt ein hübsches Kleid -seufz-. Außerdem hat sie ihren heterosexuellen -seufz- Partner dabei, mit dem sie in einer monogamen -seufz- Beziehung lebt und gibt bekannt in nächster Zeit nicht mehr zu schauspielern, da sie sich Kinder wünscht -seufz-….“

    Also: Natürlich muss man über all die Themen reden, aber das ist einfach nicht der richtige Anlass, weil es nur dazu führen kann den betreffenden Menschen ihre Individualität bzw. Eigenständigkeit abzusprechen.

  23. Turbo sagt:

    @ let: Du hast Recht. Bevormundungen müssen nicht sein.